Die beitragsfreie Familienversicherung

In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind Kinder bis zu einem bestimmten Alter, sowie Ehegatten bzw. Lebenspartner (in eingetragenen Lebenspartnerschaften) beitragsfrei über das Mitglied familienversichert. Voraussetzung ist, dass der zu versichernde Angehörige kein Einkommen hat, das die Einkommensgrenzen übersteigt.

Die Voraussetzungen sind gesetzlich geregelt und bei allen Krankenkassen gleich. Sind die Voraussetzungen für eine Familienversicherung bei verschiedenen Krankenkassen erfüllt, wählt das Mitglied die Krankenkasse, die die Familienversicherung durchführen soll.

Die Voraussetzungen

  • 1. Die Altersgrenze
    Für Kinder endet der Anspruch mit 18 Jahren, bzw. mit 23 Jahren, wenn sie nicht erwerbstätig sind.
    Er verlängert sich bis zum 25. Geburtstag, wenn sie sich in Schul- oder Berufsausbildung, bzw. Studium befinden oder ein unentgeltliches freiwilliges soziales Jahr bzw. ein unentgeltliches freiwilliges ökologisches Jahr leisten.

    Wird die Schul- oder Berufsausbildung*, bzw. das Studium durch einen freiwilligen Dienst oder eine gesetzliche Dienstpflicht unterbrochen oder verzögert, besteht die Versicherung auch für einen der Dauer dieses Dienstes entsprechenden Zeitraum über den 25. Geburtstag hinaus.

    Für Kinder, die behindert und auf Hilfe angewiesen sind, gibt es keine Altersgrenze.

  • Als Kinder gelten:
    - alle Kinder, die jünger als 18 Jahre alt sind (eheliche, nichteheliche und adoptierte Kinder), 
    - Stiefkinder bzw. Kinder des Lebenspartners (i.S.d. des LPartG) und Enkel, die im Haushalt des Mitglieds leben, 
    - Pflegekinder, die wie Kinder durch häusliche Gemeinschaft mit Eltern verbunden sind, 
    - Adoptionspflegekinder, wenn die zur Annahme erforderliche Einwilligung der Eltern erteilt ist.
  • 2. Das Gesamteinkommen
    Der Familienangehörige hat kein Gesamteinkommen von mehr als 470 € monatlich (2022).
    Dies beinhaltet alle Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts, wie z.B. Arbeitsentgelt, Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung. Außerdem zählen der Zahlbetrag der gesetzlichen Rente, Versorgungsbezüge oder Betriebsrenten zum Gesamteinkommen.

    Neu seit dem 01.10.2022: Werden Einnahmen aus einem Minijob erzielt, steigt die Grenze auf 520 €. Dies gilt sowohl, wenn ausschließlich Einnahmen aus einem Minijob erzielt werden, als auch, wenn Einnahmen aus einem Minijob und anderweitige Einnahmen (zum Beispiel Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung oder Kapitalvermögen) vorliegen.
     
  • 3. Der Inhaltsaufenthalt
    gewöhnlicher Inlandsaufenthalt

* z. B. an einer Berufsfachschule (Status: Schüler), jedoch nicht während einer betrieblichen Berufsausbildung (Status: Auszubildender)

Ausnahme "Privat versichert"

Ist ein Elternteil privat krankenversichert, kann dies die beitragsfreie Familienversicherung in der Bertelsmann BKK ausschließen. Und zwar, wenn:

  • die Eltern verheiratet sind und
  • der privat versicherte Ehegatte Vater oder Mutter des Kindes ist und
  • ihr/sein regelmäßiges Gesamteinkommen 5.362,50 € monatlich im Jahr 2022 übersteigt und
  • ihr/sein Gesamteinkommen regelmäßig höher als das des gesetzlich versicherten Mitglieds ist.

Die Einkommensgrenze sinkt von 5.362,50 € auf 4.837,50 € im Monat, wenn der mit dem Kind verwandte Ehegatte Arbeitnehmer ist und am 31. Dezember 2002 privat* krankenversichert war.

*Wer privat krankenversichert ist, ist nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse (AOK, BKK, Ersatzkasse, IKK)

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Seite zuletzt aktualisiert am: 20.10.2022
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