Geben Sie Acht auf Ihre Nieren

Erst recht nach einer COVID-19-Erkrankung

Nierenerkrankungen sind schmerzlos, werden oft über eine lange Zeit nicht bemerkt, schreiten aber stetig voran – bis die Nieren ganz versagen. Früh erkannt und behandelt, lässt sich dieser Prozess deutlich verlangsamen, bestenfalls sogar ganz aufhalten. Auf die Nieren Acht zu geben, lohnt sich also!

Diese Präventionsbotschaft der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie hat vor dem Hintergrund von COVID-19 noch an Relevanz gewonnen: COVID-19 geht an die Nieren und kann in Folge das lebenswichtige Entgiftungsorgan schädigen.

Warum ist ein «Nierencheck» generell ratsam?

Nierenkrankheiten sind schmerzlos, werden oft über eine lange Zeit gar nicht von den Betroffenen bemerkt, schreiten aber stetig voran - bis die Nieren ganz versagen. Früh erkannt und behandelt, lässt sich dieser Prozess deutlich verlangsamen, bestenfalls sogar ganz aufhalten. Auf die Nieren Acht zu geben, lohnt sich also!

Besonders nach COVID-19, denn das Virus geht an die Nieren…

und kann in Folge das lebenswichtige Entgiftungsorgan schädigen. Bei Menschen, die an COVID-19 erkrankt waren, kann es zu einem Abfall der Nierenfunktion kommen. Je schwerer die COVID-19-Erkrankung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Nieren Schaden nehmen. Aktuelle Beobachtungsstudien zeigen: Nierenfunktionsabfälle von 30 oder gar 50 % sind nach einem schweren COVID-19-Verlauf keine Seltenheit. Besonders gefährdet sind Patienten, die auf der Intensivstation ein akutes Nierenversagen erlitten haben. Aber auch wer wegen einer COVID-19-Erkrankung nicht ins Krankenhaus musste, hat ein erhöhtes «Nierenrisiko».

Nierenkrankheiten verlaufen stumm …

auch nach COVID-19. Und die Crux ist: Symptome stellen sich oft erst ein, wenn die Nierenfunktion (=GFR) unter 20 % fällt. Wenn ein Mensch vor einer COVID-19-Erkrankung eine GFR von 80 % hatte, danach aber nur noch von 50 oder 40 %, fällt das den Betroffenen nicht unbedingt auf. Wenn aber keine Behandlung erfolgt, nimmt die Nierenfunktion immer weiter ab, bis Betroffene eine Nierentransplantation brauchen oder dauerhaft an die Dialyse müssen. Medikamente können diesen Prozess aufhalten oder zumindest verlangsamen. Deshalb ist es so wichtig, dass eine Nierenkrankheit rechtzeitig erkannt wird.

Nach COVID-19-Erkrankung auf die Nieren Acht geben!

Patientinnen und Patienten, die um ihr erhöhtes «Nierenrisiko» wissen, sollten wie Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes mellitus von der Hausärztin/dem Hausarzt jährlich die Nierenwerte überprüfen lassen, um nicht das Zeitfenster für eine frühzeitige Therapie zu verpassen. Grundsätzlich gilt: Eine Nierenkrankheit, auch in Folge von COVID-19, ist behandelbar, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.

Die Corona-Impfung schützt auch vor Folgekomplikationen wie einer Nierenkrankheit!

Chronische Nierenerkrankung ist weit mehr als „nur" ein Nierenproblem – Nieren sind Seismographen für die Gefäßgesundheit

Die Nieren sind Seismographen für die Gefäßgesundheit, sie zeigen Gefäßprobleme an, und zwar lange, bevor ein Nierenversagen, ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall eintritt. Die Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) und die Erhebung der Albuminurie geben laut Deutscher Gesellschaft für Nephrologie e.V. also nicht nur Auskunft über die Gesundheit des Entgiftungsorgans, sondern auch über das, das Herz und das Gefäßsystem betreffende Risiko. Eine solche frühzeitige Risikoeinschätzung leistet sonst kaum ein Verfahren. Jede bildgebende Gefäßdiagnostik ist weit aufwendiger und teurer – dennoch wurden die günstigen Nierentests bis heute nicht in den Vorsorgekatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen. (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.

Tipp: GFR ist ein Maß für die Nierenfunktion. Wenn im Blut Kreatinin bestimmt wird, dann kann über validierte Formeln, die Alter und Geschlecht einbeziehen, ziemlich exakt die Nierenfunktion bestimmt werden. 100 ml/min wäre normal. 30 würde einer Leistung von 30 Prozent entsprechen. Die Berechnung ist in den meisten Laboren hinterlegt, sodass der Wert eGFR oder GFR meistens schon auf dem Laborblatt steht, wenn eine Blutentnahme erfolgt und der Kreatininwert angefordert wurde. Haben Sie im Rahmen des Check-up einen Laborbericht mit Kreatinin-Wert erhalten, können Sie Ihren eGFR-Wert berechnen.

Niereninsuffizienz: Die teuerste chronische Erkrankung

12,4 Milliarden Euro – das sind die geschätzten Gesamtausgaben, die die chronische Niereninsuffizienz allein in Deutschland verursacht – sie gilt als die teuerste chronische Erkrankung weltweit. Gezielte Maßnahmen in Prävention, Früherkennung und zielgerichteter Behandlung dürften sich unter dem Strich nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus finanziellen Gründen lohnen.



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Seite zuletzt aktualisiert am: 11.11.2022
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