​​Digitale Gesundheitsanwendungen (DiG​​​​​As)

Sie haben’s im Rücken? Bisher kein Mittel gegen Ihre Migräne gefunden? Leiden unter einer depressiven Verstimmung? Oder möchten Ihren Blutzucker oder Blutdruckwert überwachen? Nun kann Ihnen Ihr Arzt neben der Behandlung auch eine App oder Webanwendung verschreiben. Aber nicht nur das. Sie können sich auch direkt an die BKK wenden und einen Freischaltcode erhalten.

Seit Ende 2020 werden erstmals Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf Nutzen, Risiken und Datenschutz geprüft. Nach der Freigabe werden die DiGAs mit ausführlichen Informationen im „DiGA-Verzeichnis“ gelistet und können von Ärzten und Psychotherapeuten zu Lasten der Krankenkassen verschrieben werden.

Was kann eine DiGA leisten: 

Die DiGA unterstützt die Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder die Erkennung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen.

Konkrete Anwendungen gibt es zudem zu folgenden Themen: 

Adipositas, Alkohol, Angst, Blutdruck- und Blutzuckermonitoring, Diabetes, Multiple Sklerose, Nichtrauchen, Stress, psychische Erkrankungen, Tinnitus und Schlaftraining.

Diese DiGAs können Sie bereits nutzen


Adipositas

Die App zanadio kann zur Behandlung von Adipositas von Ärzten und Psychotherapeuten verordnet werden.


Alkoholabhängigkeit

Vorvida ist eine digitale Gesundheitsanwendung für Patienten mit schädlichem Alkoholkonsum oder Alkoholabhängigkeit, die mindestens 18 Jahre alt sind. Vorvida verfolgt das Ziel, diese beim Management ihres gesundheitsschädlichen Trinkverhaltens zu unterstützen und die Trinkmenge zu reduzieren. Das Programm soll in Ergänzung zu einer sonst üblichen Behandlung (zum Beispiel beim Haus- oder Facharzt) eingesetzt werden.


Angst / Depression

Die Webanwendung velibra dient der Unterstützung von Patienten mit Symptomen von bestimmten Angststörungen.

Die Webanwendung deprexis unterstützt für bis zu 90 Tage von Depressionen und depressiven Verstimmungen Betroffene ab 18 Jahren. Deprexis soll dazu eine sonst übliche Behandlung (zum Beispiel beim Haus-, Facharzt oder Psychotherapeuten) ergänzen.

Die App Invirto ist eine digitale Psychotherapie. Sie soll bei einer Angststörung helfen, belastende Symptome zu lindern und wieder mehr Bewegungsfreiheit und Aktivität in den Alltag zu bringen. Invirto ist geeignet für Betroffene einer Agoraphobie, einer Panikstörung und einer sozialen Phobie. Sie kann von Ärzten oder Psychotherapeuten verordnet werden.

Die App "Mindable: Panikstörung und Agoraphobie" basiert auf S3-leitlinienkonformen Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie. Sie unterstützt Betroffene ab 18 Jahren dabei ihre Ängste proaktiv anzugehen und zu reduzieren. Neben Psychoedukation liegt der Schwerpunkt auf der Gewöhnung an Körpersymptome, sowie in-vivo Konfrontation. Während der Konfrontationsübungen werden Angstverläufe live aufgezeichnet. Darüber hinaus können angstbezogene Symptome, Ereignisse und Verhalten erfasst und bei Bedarf mit behandelnden Ärzten oder Therapeuten geteilt werden. Mindable ist in deutscher, englischer und französischer Sprache verfügbar.

Die App Selfapy kann zur Unterstützung der Behandlung einer Depression, bei generalisierten Angststörungen oder Panikstörungen von Ärzten oder Psychotherapeuten verordnet werden.


Diabetes

Die ESYSTA App, bzw. Portal bietet Patienten ein digitales Diabetesmanagement. Daten können automatisch erhoben und gespeichert werden, ohne dass sich der Patient darum kümmern muss. Diese liegen dann in einer sicheren Umgebung und werden mit Hilfe von Algorithmen ausgewertet. Die Ergebnisse werden in übersichtlicher Form angezeigt. Bei Auffälligkeiten bieten die App eine Hilfestellung. Die Daten lassen sich für den behandelnden Arzt freigeben, so dass dieser, dank der Aufbereitung der Daten schnell einen Überblick über die Stoffwechselsituation erhält, um – wenn nötig – entsprechend handeln zu können.


Krebs / Malignome

PRO-React Onco ist eine Web- und App-basierte digitale Gesundheitsanwendung zur Unterstützung von Brustkrebspatientinnen und -patienten. Mit PRO-React Onco können Patientinnen und Patienten ihre Beschwerden eigenständig erfassen. In Abhängigkeit zur Erkrankung und der laufenden Therapie werden automatisiert Verhaltenshinweise gegeben, wie dringend die jeweilige Beschwerde mit dem behandelnden Arzt besprochen werden muss.

Die App Mika ist eine digitale Gesundheitsanwendung zur Unterstützung der Linderung psychischer und psychosomatischer Folgen von Diagnosen und Therapien von Malignomen.


Migräne

Die App M-sense Migräne beinhaltet ein digitales Kopfschmerztagebuch sowie leitlinienkonforme Verfahren zur Migräneprophylaxe und Akutbehandlung von Attacken. 


Multiple Sklerose / Fatigue

Die Webanwendung elevida unterstützt Menschen mit Multipler Sklerose bei Fatigue. Sie kann durch Ärzte und Psychotherapeuten verordnet werden.


Nichtrauchen

Die App NichtraucherHelden dient der Behandlung und Linderung einer diagnostizierten Tabakabhängigkeit. Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Nichtrauchercoaching hilft Patienten, ihre Tabakabhängigkeit zu überwinden. Die App begleitet diese über einen Zeitraum von 3 Monaten, um vor allem auch nach dem Rauchstopp weitere Unterstützungsmöglichkeiten bieten zu können.


Rücken-, Knie- und Hüftschmerzen

Die App Vivira wird zur unterstützenden Behandlung bei akuten und chronischen Rücken-, Knie- und Hüftschmerzen sowie Arthrose in Knie, Hüfte und Wirbelsäule zugelassen. Sie kann von Ärzten verordnet werden.


Schlafstörungen

Die App und Webanwendung somnio wird zur Therapie bei Schlafstörungen als DiGA zugelassen. Sie kann von Ärzten und Psychotherapeuten verordnet werden.


Schlaganfall

Die App Rehappy kann zur Nachsorge nach einem Schlaganfall von Ärzten verordnet werden.


Tinnitus

Die Kalmeda-Tinnitus App bietet Patienten mit chronischer Tinnitusbelastung eine leitlinienbasierte, verhaltenstherapeutische Therapie. Die App kann von Ärzten verordnet werden.


Link zum DiGA-Verzeichnis

Link zur Pressemitteilung des BfArM vom 06.10.2020

Wie erhalte ich eine DiGA?

Versicherte haben zwei Möglichkeiten, einen Freischaltcode für die DiGA bzw. App zu erhalten:

  • Sie erhalten ein Arzneimittelrezept Ihres Arztes oder Psychotherapeuten. Darauf gibt der Arzt oder Psychotherapeut die Verzeichnisnummer der DiGA und die Verordnungsdauer in Tagen an. Im DiGA-Verzeichnis sind dazu für jede App eine eindeutige Nummer und eine empfohlene Mindest- sowie eventuelle Höchstdauer der Nutzung hinterlegt.
  • Sie legen der BKK einen Nachweis über eine entsprechend vorliegende Indikation vor. Ein Rezept ist in diesem Falle nicht erforderlich.

Wir senden Ihnen darauf einen Freischaltcode für Ihre App. Diesen geben Sie nach dem Installieren ein.

Vorsicht Mehrkosten: Gegebenenfalls bietet die DiGA, bzw. App mehr Funktionen, als das Rezept umfasst. Fallen hierfür zusätzliche Kosten an, können diese nicht von der BKK übernommen werden. Der Anbieter muss Sie daher über kostenpflichtige Zusatzleistungen vor dem Kauf informieren.

Was ist eine DiGA, was nicht?

Nicht jede digitale Gesundheitsanwendung ist eine DiGA. Sie muss als digitales Medizinprodukt der Risikoklasse I oder IIa zertifiziert sein und positive Versorgungseffekte für den Patienten nachweisen. Wenn sie lediglich Einspareffekte im Gesundheitssystem belegen kann, ohne einen direkten Nutzen für den Patienten, ist sie keine DiGA.

Eine DiGA muss außerdem vom Patienten selbst oder in der Versorgung von Arzt und Patient gemeinsam genutzt werden. Eine Anwendung, die sich ausschließlich an Ärzte richtet, ist ebenso wenig eine DiGA, wie Apps, die nur in Verbindung mit einem Messgerät genutzt werden können.

Typische Beispiele für solche digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind:

  • Apps zur Erinnerung an die Einnahme von Medikamenten ggf. sogar mit Dosierungsvorschlägen
  • Apps zur Erfassung und Kontrolle des Blutdrucks
  • Ärztliche Videosprechstunde für Patienten (muss mehr sein als reine Kommunikationsplattform)
  • Apps für Diabetiker
  • Apps zur Unterstützung bei Schwangerschaften

Tipp: Die App-Suche der Weissen Liste

Die neuen Gesundheits-Apps wollen die Medizin verbessern und Patienten unterstützen.
Doch welche gibt es überhaupt? Wie unterscheiden sie sich? Welche sind gut und vertrauenswürdig? Die App-Suche der Weissen Liste unterstützt Sie mit zuverlässigen Informationen bei der Auswahl. Sie verzeichnet ausschließlich digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), die als Medizinprodukt zertifiziert sind.

Nicht alle getesteten Apps sind jedoch bereits ins DiGA-Verzeichnis aufgenommen worden. Erst dann können sie zu Lasten der Krankenkassen in Anspruch genommen werden. 

www.trustedhealthapps.org

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Seite zuletzt aktualisiert am: 24.09.2021
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