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Mit Arzneimitteln rauchfrei werden

Rauchentwöhnung auf Rezept: Die BKK zahlt

21.08.2025

Ab sofort übernehmen die Krankenkassen die Arzneimittel Champix und Nicotin zur Tabakentwöhnung. Die Neuregelung der entsprechenden Arzneimittel-Richtlinie ermöglicht dies, wenn zugleich die Teilnahme an einem geeigneten Rauchfrei-Programm erfolgt. Damit gelten Arzneimittel zur Tabakentwöhnung nicht mehr als Lifestylearzneimittel, die nicht von den Krankenkassen erstattet werden können.

Was ist neu?

Versicherte mit einer schweren Tabakabhängigkeit haben Anspruch auf eine einmalige Versorgung mit den genannten Arzneimittel zur Tabakentwöhnung. Voraussetzung ist die ärztlich festgestellte Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak; Abhängigkeitssyndrom“. Diese liegt vor, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • starkes Verlangen oder Zwang, Tabak zu konsumieren
  • verminderte Kontrollfähigkeit über Beginn, Beendigung oder Menge des Konsums
  • Entzugssymptome bei Reduktion oder Beendigung
  • Toleranzentwicklung (steigende Mengen nötig)
  • Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Konsums
  • fortgesetzter Konsum trotz schädlicher Folgen

Neben der Diagnose ist die Teilnahme an einem evidenzbasierten Programm zur Tabakentwöhnung erforderlich - zum Beispiel in Form der Apps „Nichtraucherhelden“ oder „Smoke Free“.

Wie wirken die Arzneimittel zur Raucherentwöhnung?

Die zur Tabakentwöhnung verordnungsfähigen Arzneimittel sind Nicotin und Champix (Wirkstoff Vareniclin) - die Kombination beider Arzneimittel ist nicht möglich. Arzneimittel mit den Wirkstoffen Bupropion und Cytisin werden auch zukünftig nicht erstattet.

Champix wird zweimal täglich eingenommen. Der Wirkstoff blockiert Nikotin, um die positiven Verstärkungseffekte des Rauchens zu verringern. Außerdem werden die belohnenden und verstärkenden Effekte des Rauchens reduziert, indem es die Bindung von Nikotin an die neuronale Rezeptoren verhindert. Unter Champix wird zudem zwar Dopamin freigesetzt, aber in geringerem Maße als bei Nikotin. Dies kann dazu beitragen, die Symptome des Verlangens und des Entzuges zu lindern.

Quellen: www.apotheke-adhoc.de, www.G-BA.de

Gesundheitliche Risiken des Rauchens

Rauchen gefährdet nicht nur die Lunge und das Herz-Kreislauf-System, sondern auch die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch. „Der Konsum von Tabak ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung eines Mundhöhlenkarzinoms“, erläuterte Dr. Romy Ermler, Vorstandsvorsitzende der Initiative proDente e.V. und Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) anläßlich des Weltnichtrauchertag 2023. „Ebenso ist bei Menschen, die rauchen, das Risiko für die Entstehung einer Parodontitis deutlich erhöht. Ein rauchfreies Leben tut der Gesundheit somit in vielerlei Hinsicht gut.“

Mundhöhlenkrebs: Flecken im Mund abklären lassen

Die zweimal jährlich empfohlenen zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen sind nicht nur für gesunde Zähne und Zahnfleisch wichtig, sondern auch für die Erkennung von Mundhöhlenkrebs. Veränderungen der Mundschleimhaut in der Mundhöhle werden so frühzeitig erkannt. Denn 5 Prozent aller bösartigen Tumore betreffen die Mundhöhle. Bei Männern ist Mundhöhlenkrebs sogar die siebthäufigste Krebsart. Tabakkonsum gilt als einer der wesentlichen Risikofaktoren für die Entwicklung des Mundhöhlenkarzinoms. Wichtig zu wissen: Besonders schädlich sind filterlose oder starke Zigaretten. Aber auch der Dampf von E-Zigaretten kann krebserregende oder entzündungsfördernde Stoffe enthalten.

„Jede Veränderung der Mundschleimhaut, wie weiße oder rote Flecken, die länger als zwei Wochen andauert, sollte bei der Zahnärztin oder beim Zahnarzt abgeklärt werden - auch wenn sie nicht schmerzt. Denn gerade symptomlose Veränderungen sind gefährlich, da Patienten sie oft übersehen“, erklärt Ermler. Verdächtig sind auch raue, verdickte, verhärtete und eingezogene Stellen oder offene Geschwüre.

Raucher verlieren mehr Zähne durch Parodontitis

Das Nervengift Nikotin verengt die feinen Blutgefäße des Zahnfleischs. Das Gewebe ist nicht mehr so gut durchblutet und die Abwehr des Körpers gegen mögliche Entzündungen herabgesetzt. Zahnfleischbluten - ein wichtiges Warnsignal für eine Entzündung des Zahnbetts (Parodontitis) - bleibt bei Raucherinnen und Rauchern aus. Betroffene bemerken die Entzündung des zahnumgebenden und zahntragenden Gewebes meist erst spät. So haben Raucher herkömmlicher Zigaretten ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln. Unbehandelt kann diese langfristig zum Verlust der Zähne führen. Auch verschlechtert Rauchen den Erfolg der Behandlung einer Parodontitis. Raucher verlieren mehr Zähne durch eine Parodontitis als Menschen, die nicht rauchen.


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Seite zuletzt aktualisiert am: 21.08.2025