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Bielefeld, 01.04.2026: Zwei Tage nach Vorlage der Ergebnisse der Finanzkommission zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) fordern die Betriebskrankenkassen (BKK) in OWL entschlossenes politisches Handeln. Aus ihrer Sicht liefern die Vorschläge mit einem Einsparpotenzial von 42,3 Milliarden Euro für das Jahr 2027 eine wichtige Grundlage für kurzfristige Maßnahmen – diese reichen jedoch nicht aus, um die strukturellen Probleme des Systems dauerhaft zu lösen.
„Positiv hervorzuheben ist insbesondere, dass konkrete Ansätze zur nachhaltigen Begrenzung der Ausgabendynamik und zur Entlastung der Beitragszahler aufgezeigt werden. Nicht nur der weitere Anstieg der Beitragssätze kann verhindert werden, sondern es besteht durchaus auch Potenzial für Beitragssatzsenkungen.“ bewertet Thomas Johannwille, Sprecher der Betriebskrankenkassen in OWL und Vorstand der Bertelsmann BKK, die vorgeschlagenen Maßnahmen. „Gleichzeitig wird deutlich, dass dies allein nicht ausreicht, um die strukturellen Finanzierungsprobleme der GKV dauerhaft zu lösen. Entscheidend ist nun, dass die Politik die ausgewogenen Vorschläge der Kommission zügig umsetzt und darüber hinaus weitergehende Reformen auf den Weg bringt.“
Der aktuelle Bericht der Finanzkommission Gesundheit zeichnet ein alarmierendes Bild für die kommenden Jahre: Ohne umfassende Reformmaßnahmen droht der Gesetzlichen Krankenversicherung bis zum Jahr 2030 eine gewaltige Deckungslücke von 40,4 Milliarden Euro pro Jahr. Bereits für das Jahr 2027 prognostiziert die Kommission ein Defizit von 15,3 Milliarden Euro, das den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz sprunghaft auf fast 3,7 Prozent ansteigen ließe. Bleibt die Politik untätig, wird dieser Wert bis 2030 voraussichtlich die Marke von ca. 4,7 Prozent erreichen. Für die Versicherten und deren Arbeitgeber bedeutet dies eine massive finanzielle Mehrbelastung: Ein durchschnittliches Mitglied müsste im Jahr 2030 rund 680 Euro mehr an Beiträgen aufwenden als heute – eine Summe, die paritätisch von Beschäftigten und Betrieben getragen werden muss.
Vor diesem Hintergrund sehen die Betriebskrankenkassen die Politik jetzt in der Verantwortung, schnell und konsequent zu handeln, um weitere Belastungen für Versicherte und Arbeitgeber zu vermeiden. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass kurzfristige Eingriffe allein nicht ausreichen. „Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das effizienter arbeitet und vorhandene Mittel gezielter einsetzt. Dazu müssen ökonomische Fehlanreize abgebaut und Wirtschaftlichkeit stärker gefördert werden“, so Johannwille. Langfristig seien umfassende Strukturreformen unverzichtbar.
Zudem fordern die Betriebskrankenkassen eine klare Trennung zwischen Versicherungsleistungen und gesamtgesellschaftlichen Aufgaben. Versicherungsfremde Leistungen sollten aus Steuermitteln finanziert werden und nicht über Beiträge von Versicherten und Arbeitgebern.
Über die Betriebskrankenkassen in Ostwestfalen-Lippe
Gemeinsam stark – dies ist das Motto der sieben in OWL ansässigen Betriebskrankenkassen (BKK): Bertelsmann BKK, BKK Diakonie, BKK_DürkoppAdler, BKK Gildemeister Seidensticker, bkk melitta hmr, BKK Miele und Heimat Krankenkasse. Ziel der BKK in OWL ist es, die Versorgung der Versicherten kontinuierlich zu verbessern. Durch die Schaffung gemeinsamer Synergien gestalten die BKK die Gesundheitspolitik der Region mit und fördern Innovationen in unserer Heimat aber auch bundesweit. Die BKK in OWL versichern knapp 500.000 Menschen und kooperieren bereits seit den 1960er Jahren. Sprecher der BKK in OWL ist Thomas Johannwille (Vorstand Bertelsmann BKK).
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