Die wichtigsten Änderungen 2016

Beiträge, Bemessungsgrenzen, Pflege, Arbeitsunfähigkeit und Krankengeld


Das wichtigste vorab: Alle in 2015 geschätzten Leistungen bieten wir auch im neuen Jahr. Es kommt daher zu keinerlei Leistungseinschränkungen zum Jahreswechsel.

Beitragssatz

Unser Beitragssatz beträgt seit 1. Januar 15,65 Prozent. Darin enthalten ist ein Zusatzbeitrag von 1,05 Prozent (Vorjahr 0,7 Prozent). Details zum Beitragssatz für Arbeitnehmer, Selbstständige, Studenten und Rentner finden Sie hier in unserer Rubrik Beitrag.

Beitragsbemessungsgrenze

Der Beitrag zur Sozialversicherung wird nach dem individuell erzielten Arbeitsentgelt, höchstens jedoch bis zur Beitragsbemessungsgrenze, erhoben. Diese wird jeweils zum ersten Jahr an die Einkommensentwicklung angepasst. Die neue Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung wurde für das Jahr 2016 bundeseinheitlich auf 4.237,50 € im Monat festgesetzt (2015: 4.125 €). Mehr Informationen in unserer Rubrik Firmenkunden.

Krankengeld

Grundlage für die Berechnung des Krankengelds ist das Regelentgelt (Brutto-Arbeitsentgelt). Berechnet wird dies aus dem regelmäßig erzielten Arbeitsentgelt oder aus dem Arbeitseinkommen. Durch die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung auf 50.850 € erhöht sich das Höchstkrankengeld (brutto) auf 98,88 € am Tag (96,25 € in 2015). Hiervon werden noch die Arbeitnehmeranteile zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen.

Schneller zum Facharzt

Die Terminservicestellen der regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen unterstützen ab sofort Patienten dabei, einen Termin beim Facharzt zu vereinbaren. Wie dies in der jeweiligen Region konkret aussieht erfahren Sie hier.

Neue AU-Bescheinigung

Zum 1. Januar 2016 wurde die bisher gültige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) - im Volksmund "Gelber Schein" oder auch Krankmeldung genannt - erweitert. In der neuen Bescheinigung werden die bisherige AU-Bescheinigung und der sogenannte Auszahlschein für Krankengeldbezieher zusammengeführt.

Diese neue standardisierte AU-Bescheinigung kann aufgrund der einheitlichen Form leichter vom Arzt ausgefüllt werden. Zudem erhält der Versicherte einen Durchschlag und kann besser nachvollziehen, wann eine neue AU-Bescheinigung ausgestellt werden muss. Denn dies muss spätestens am nächsten Werktag erfolgen, der auf das Endedatum der Krankschreibung folgt. Samstage gelten hier nicht als Werktage.

Mit dieser Neuerung soll ein lückenloser Krankengeldbezug gewährleistet und das Verfahren insbesondere bei längerer Krankschreibung eines Arbeitnehmers erleichtert werden.

Auszahlschein entfällt

Bislang erhalten Arbeitnehmer bei längerer Erkrankung nach Ablauf der Entgeltfortzahlung von ihrer Krankenkasse einen speziellen Vordruck, den sogenannten Auszahlschein. Dieser ist beim behandelnden Arzt vorzulegen, der ihn ausfüllt, und vom Versicherten wieder an die Krankenkasse zu senden ist, um das Krankengeld zu erhalten. Gab es hierbei Verzögerungen konnte es zu Kürzungen oder gar zum Wegfall des Krankengeldanspruchs kommen. Dies soll durch die neuen Formulare ab 2016 vermieden werden.

Ärztliche Zweitmeinung Onkologie

Die Bertelsmann BKK hat ihre Satzungsleistungen um eine Ärztliche Zweitmeinung bei bestimmten onkologischen Erkrankungen erweitert. Nähere Informationen erhalten Sie in unserer Satzung und im nächsten Kundenmagazin.

Pflege

Übergangspflege: Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten Behandlung vorübergehend weiter versorgt werden müssen, können eine Kurzzeitpflege als neue Leistung der Krankenkassen in Anspruch nehmen. Diese kann in 2016 für bis zu acht Wochen bewilligt werden. In 2015 war die Kurzzeitpflege noch auf vier Wochen begrenzt.

Außerdem werden die Ansprüche auf häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe erweitert. Damit werden Versorgungslücken vor allem für solche Patienten geschlossen, die keinen Anspruch auf Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung haben. 

Für die ambulante Verhinderungspflege stehen pro Jahr 1612 € zur Verfügung. Pflegebedürftige können den Verhinderungspflegeanspruch um den nicht verwendeten Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege in Höhe von bis zu 806 € ausweiten. Diese Erhöhung gilt künftig auch für Ersatzpflegepersonen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben.

Ab dem 1. Januar 2016 erhöht sich zudem der Anspruch auf Fortzahlung des hälftigen Pflegegeldes während der Verhinderungspflege auf bis zu sechs Wochen (bislang vier Wochen) und während der Kurzzeitpflege auf bis zu acht Wochen (bislang vier Wochen) im Kalenderjahr.

Haushaltshilfe

Auch wenn Sie den Haushalt bei einer schweren Krankheit, insbesondere nach einer Krankenhausbehandlung oder einer ambulanten Operation, nicht weiterführen können, kann die Bertelsmann BKK nun die Kosten einer Haushaltshilfe für bis zu 4 Wochen übernehmen. Lebt ein Kind unter 12 Jahren im Haushalt, ist die Haushaltshilfe bis zu 26 Wochen möglich.  

Erweiterte Vorsorge für Kinder und Jugendliche

Kinder- und Jugendärzte, die sich unserem Vertrag "Clever für Kids" eingeschrieben haben, erbringen nun zudem ein Amblyopiescreening zur Früherkennung kindlicher Sehstörungen und eine zusätzliche Beratung der Eltern zur Antibiotikatherapie samt „CRP-Test“ (Bestimmung des C-reaktiven Proteins). So sollen unnötige Verordnungen verhindert und die Gefahr von Resistenzen verringert werden.


Mehr Informationen:

Zu den weiteren gesetzlichen Neuerungen ab Januar 2016 erhalten Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums nähere Informationen: www.bmg.bund.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2015-4/neuregelungen-2016.html