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U

U, Abk. u. a. für Uran, Uracil, Uridin, Unit (biochemische Einheit).


Überbefruchtung

Überbefruchtung, die beim Menschen sehr selten vorkommende Befruchtung eines zweiten Eis, obwohl bereits eine Schwangerschaft vorliegt.


Überbein

Überbein, → Ganglion.


Überbrückungstransplantation

Überbrückungstransplantation, das Einfügen eines geeigneten Transplantats, um ein beschädigtes Organ oder Organteile zu ersetzen, wie z. B. bei einer Bypass-Operation.


Überdosierung

Überdosierung, Überschreiten der Dosierungsgrenze eines Arznei- oder Genussmittels mit unerwünschten Wirkungen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen. Auch → Intoxikation.


Überdruckkammer

Überdruckkammer, Überdrucktank, transportable oder stationäre, gasdichte Druckkammer für eine bis mehrere Personen zur Sauerstoffüberdrucktherapie, die vor allem bei der → Caissonkrankheit lebensrettend sein kann.


Überempfindlichkeit

Überempfindlichkeit, → Allergie.


Überempfindlichkeit

Überempfindlichkeit, → Hyperästhesie.


Übererregbarkeit

Übererregbarkeit, gesteigerte Erregbarkeit im System der neuromuskulären Reizübertragung mit überschießender Muskelantwort schon bei geringen Reizen. Auch → Tetanie.


Überfütterungsdyspepsie

Überfütterungsdyspepsie, eine Ernährungsstörung beim Säugling, die durch zu viel oder zu konzentrierte Nahrung verursacht wird.


Übergangswirbel

Übergangswirbel, Assimilationswirbel, Wirbel, die sich im Übergangsbereich zwischen zwei Abschnitten der Wirbelsäule befinden, also z. B. zwischen der Halswirbelsäule und der Brustwirbelsäule. Übergangscharakter zeigen am häufigsten die Wirbelkörper im Bereich des Übergangs zwischen der Lendenwirbelsäule und dem Kreuzbein auf: So kann z. B. der letzte Wirbel der Lendenwirbelsäule mit dem Kreuzbein verschmolzen sein oder der erste Kreuzbeinwirbel ist aus dem Kreuzbein isoliert und ähnelt einem Lendenwirbel.


Übergewicht

Übergewicht, Adipositas, Überschreitung des normalen → Körpergewichts, das z. B. nach dem → Bodymass-Index errechnet werden kann (Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern). Ein Bodymass-Index über 25 bedeutet Übergewicht, das zu vielfältigen Gesundheitsschäden führen kann (Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Probleme, Arthrose), die einen großen Teil der Kosten im Gesundheitswesen ausmachen.


Über-Ich

Über-Ich, Begriff aus der Psychoanalyse für die zensierende Instanz, die als Vertreter aller moralischen und ethischen Werte das → Ich veranlasst, primitive Triebe aus dem → Es abzuwehren. Auch → Psychoanalyse.


Überlastungsschaden

Überlastungsschaden, ein Überlastungsschaden des Bewegungsapparats auf dem Boden bereits vorhandener, z. B. degenerativer Veränderungen bei normaler Belastung, z. B. der Riss einer vorgeschädigten Sehne oder eines Meniskus bzw. der Bruch eines Knochens, der durch einen Tumor, eine Metastase oder eine andere Erkrankung geschwächt ist. Ein sog. Ermüdungsbruch wird durch eine längerfristige Belastung einer Stelle verursacht.


Überlaufblase

Überlaufblase, Harnträufeln bei mechanischer Abflussbehinderung des Urins, z. B. bei einer → Prostatahypertrophiemit maximaler Blasenerweiterung, sodass jede Zunahme der Harnmenge zur Freisetzung kleiner Urinmengen in die Harnröhre führt. Der Blasendruck übersteigt den Druck des Harnröhrenverschlusses, ohne dass die Blase sich kontrahiert. Auch → Blasenatonie, → Blasenautonomie, → Reflexblase.


Überlebensrate

Überlebensrate, statistische Messgröße zur Beurteilung der Therapiewirksamkeit bei Krankheiten mit relativ hoher Sterberate, z. B. bösartige Erkrankungen. Erfasst wird die prozentuale Überlebenszeit in einem definierten Zeitraum.


Überlebenszeit

Überlebenszeit, → Überlebensrate.


Überlebenszeit

Überlebenszeit, die Zeitspanne zwischen dem Beginn einer Sauerstoffunterversorgung und dem Absterben des Organs oder Organismus. Bei empfindlichen Organen wie dem Herzen oder dem Gehirn ist die Ü. sehr kurz.


Überleitungszeit

Überleitungszeit, → PQ-Zeit.


Übersichtsaufnahme

Übersichtsaufnahme, Röntgenaufnahme, die ein Organsystem oder eine für einen bestimmten Krankheitsprozess relevante Körperregion vollständig darstellt (z. B. Übersichtsaufnahme des Brustkorbs).


Übersprungshandlung

Übersprungshandlung, das Ausführen einer Handlung, die in keinem sinnvollen Bezug zu der gegebenen Situation steht. Eine Übersprungshandlung wird meist durch übermäßige Anspannung, Stress o.ä. ausgelöst.


übertragbare Krankheit

übertragbare Krankheit, im weiteren Sinn durch Ansteckung verbreitete Krankheit, im engeren Sinn jede → meldepflichtige Erkrankung, die in Deutschland im Infektionsschutzgesetz aufgeführt ist.


Überträger

Überträger, Person, die nicht oder nicht mehr erkrankt, aber noch infektiös ist. Auch →  Dauerausscheider.


Überträger

Überträger, Organismus, der einen Erreger von einem Organismus auf einen anderen überträgt. Der Überträger kann dabei eine reine Transportfunktion haben oder als Zwischenwirt dienen, d.h. der Erreger durchläuft in einem Überträger bestimmte Entwicklungsschritte. Die Übertragung erfolgt dann oft durch Biss oder Stich des Endwirts, der durch den Erreger erkrankt.


Übertragung

Übertragung, In der Geburtshilfe gebräuchlicher Ausdruck für die Überschreitung der normalen Schwangerschaftsdauer. Da die Übertragung meist mit einer Plazentainsuffizienz einhergeht, wird der Fetus nicht mehr ausreichend ernährt, sodass die Sterblichkeit der Kinder mit zunehmender Übertragung ansteigt.


Übertragung

Übertragung, In der Psychotherapie Übertragung von Wünschen und Vorstellungen auf den Therapeuten, die ursprünglich auf andere Objekte gerichtet waren. Auch → Psychoanalyse.


Überwachung

Überwachung, → Monitoring.


Überwärmung

Überwärmung, Im Rahmen der Überwärmungstherapie künstlich herbeigeführte, klein- oder großflächige Steigerung der Hauttemperatur, um in diesem Hautareal eine Mehrdurchblutung zu bewirken. Die Überwärmung wird erzielt durch Bäder sowie Kurz- oder Mittelwellenbehandlung.


Überwärmung

Überwärmung, → Hitzschlag.


Überwärmung

Überwärmung, → Hyperthermie.


Überweisung

Überweisung, Weiterleitung eines Patienten an einen Vertreter eines anderen Fachgebiets; die Überweisung bedeutet für den Patienten die Berechtigung, sich von dem entsprechenden Arzt behandeln zu lassen. In diesem Rahmen stellt der Arzt einen sog. Überweisungsschein aus.


Ubichinon

Ubichinon, Enzym der → Atmungskette.


ubiquitär

ubiquitär, überall, allgegenwärtig, normalerweise vorhanden.


Übungstherapie

Übungstherapie, eine krankengymnastische Behandlung in Form von verschiedenen aktiven und passiven Bewegungsübungen mit dem Ziel, die Koordination, das Gleichgewicht und die Funktionsfähigkeit von geschädigten Körperteilen zu verbessern. Eine Übungstherapie wird z. B. zur Behandlung unterschiedlicher neurologischer Krankheitsbilder oder zur Rehabilitation nach Unfällen und Verletzungen angewendet.


Uehlinger-Syndrom

Uehlinger-Syndrom, Pachydermoperiostose, ein autosomal-dominant vererbtes Krankheitsbild, das meist während der Pubertät beginnt und nach einigen Jahren wieder zum Stillstand kommt. Die Erkrankung ist charakterisiert durch die übermäßige Neubildung von Knochengewebe und die allgemeine Verdickung der Haut im Gesicht und an den Extremitäten. In der Folge kommt es zu einer Verknöcherung von Skelettbändern und kleinen Gelenken und zur Ausbildung von sog. Trommelschlegelfingern.


Uhr, biologische

Uhr, biologische, → zirkadianer Rhythmus.


Uhrglasnägel

Uhrglasnägel, vergrößerte und stark gewölbte Nägel an Fingern und Zehen, meist infolge eines Sauerstoffmangels im Blut, z. B. bei einer chronischen Herz- oder Lungenerkrankung.


Uhrglasverband

Uhrglasverband, Spezialverband für die Augen: Eine gewölbte Glas- oder Kunststoffscheibe wird so auf der Augenhöhle platziert, dass eine feuchte Kammer entsteht, die die Hornhaut vor dem Austrocknen schützt. Ein Uhrglasverband wird vor allem bei einem Lidschlussdefizit benötigt (z. B. bei einer Fazialisparese).


Uhrmacherkrampf

Uhrmacherkrampf, ein Krampf des Muskels, der die Augenhöhle umkreist. Der Uhrmacherkrampf entsteht bei Uhrmachern durch das beständige, mit ihrer Tätigkeit einhergehende Einklemmen einer Lupe im Auge.


Ulcus

Ulcus, Ulkus, Geschwür, Defekt der Haut oder Schleimhaut mit Schädigung auch tiefer liegender Strukturen.


Ulcus corneae

Ulcus corneae, ein Geschwür der Hornhaut des Auges, das am Rand oder in der Mitte der Hornhaut auftreten kann. Ursachen für die Entstehung eines Hornhautgeschwürs sind u. a. Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen oder Entzündungen der Hornhaut, die mit einer Nervenlähmung einhergehen.


Ulcus molle

Ulcus molle, weicher Schanker, meldepflichtige, sexuell übertragbare, in Europa seltene Krankheit durch den Erreger Haemophilus ducreyi. Wenige Tage nach der Infektion entstehen im Genitalbereich mehrere rundliche, sehr schmerzhafte, ca. zwei Zentimeter große Geschwüre mit weichem Rand und eitriger Oberfläche. Die Diagnose wird mittels Abstrich aus dem Geschwür und mikroskopischer Untersuchung nach Gramfärbung gestellt. Therapeutisch werden Langzeit-Sulfonamide und Cotrimoxazol gegeben. Eine mögliche weitere Geschlechtskrankheit muss ausgeschlossen werden.


Ulcus pepticum

Ulcus pepticum, Schleimhautgeschwür im Verdauungstrakt aufgrund ungenügender Schutzfaktoren der Schleimhaut gegen Magensäure, z. B. im Magen, im Zwölffingerdarm oder in der Speiseröhre bei → Refluxkrankheit. Auch → Ulcus duodeni, → Ulcus ventriculi.


Ulcus tropicum

Ulcus tropicum, ein v. a. in tropischen Ländern auftretendes chronisches Hautgeschwür, das durch eine Bakterieninfektion nach einer Hautverletzung verursacht wird. Das bis handtellergroße Geschwür, das v. a. am Unterschenkel auftritt, kann sich auch in tieferes Gewebe ausbreiten und Muskeln und Knochen befallen. Die therapeutischen Maßnahmen umfassen die Verabreichung von Antibiotika, die Reinigung der Wunde, die Verbesserung der Hautdurchblutung und evtl. eine Hauttransplantation.


Ulcus ventriculi

Ulcus ventriculi, Magengeschwür, Magenulkus, Defekt der Magenschleimhaut aufgrund eines Ungleichgewichts zwischen Säurekonzentration des Magensafts und Schleimhautschutzfaktoren, meist mit gleichzeitiger Besiedlung von → Helicobacter pylori. Die Schmerzen im Oberbauch sind unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Die Diagnose wird durch → Gastroskopie gestellt, bei der auch Schleimhautproben entnommen werden. Zur Therapie werden Protonenpumpenhemmer und Histamin-H2-Blocker in Verbindung mit Antibiotika verabreicht. Mögliche Komplikationen sind eine Magenperforation, eine Ulkusblutung oder eine maligne Entartung (Entwicklung von Magenkrebs).


Ulcus vulvae

Ulcus vulvae, eine Bezeichnung für ein Geschwür des äußeren, weiblichen Genitals. Akut tritt das Ulcus vulvae insbesondere bei jüngeren Frauen auf (Ulcus vulvae acutum Lipschütz), und zwar in Form von einem oder mehreren, schmerzhaften, spontan abheilenden Geschwüren an der Innenseite der kleinen Schamlippen. Als Ursache wird u. a. eine Infektion mit Herpesviren diskutiert.


Ulegyrie

Ulegyrie, Veränderungen der Hirnrinde in Form von flächigen Narben und Verkleinerungen, die auf Hirnschäden während der Embryonalentwicklung zurückzuführen sind.


Ulcus cruris

Ulcus cruris, Ulkus cruris, Unterschenkelgeschwür, Beingeschwür, meist im Bereich der Innenknöchel, das sich durch schlechte Heilungstendenz auszeichnet. Ein Ulkus cruris tritt vor allem bei venösen Durchblutungsstörungen auf, zum Beispiel als häufige Komplikation bei → Diabetes mellitus. Auch chronisch-venöse → Insuffizienz.


Ulcus duodeni

Ulcus duodeni, Ulkus duodeni, Duodenalgeschwür, Geschwür im Zwölffingerdarm aufgrund eines Ungleichgewichts zwischen vorhandener Säuremenge und den entsprechenden Schutzfaktoren der Darmschleimhaut bei gleichzeitiger → Helicobacter pylori -Infektion. Das Ulkus duodeni geht mit ausgeprägten Oberbauchschmerzen einher, die sich nach Nahrungsaufnahme etwas bessern. Die Diagnose wird durch eine → Gastroduodenoskopie gestellt. Zur Therapie werden Protonenpumpenhemmer oder → H2-Rezeptorenblocker in Kombination mit Antibiotika zur Behandlung der Helicobacter pylori-Infektion verabreicht (sog. Eradikationstherapie). Wenn die Medikamente versagen (was bei ca. 5% der medikamentös Behandelten der Fall ist), muss operiert werden.


Ulcus durum

Ulcus durum, Ulkus durum, Penis- oder Vulvageschwür als Syphilis-Erstmanifestation (Primäraffekt der → Syphilis ).


Ulcuskrankheit

Ulcuskrankheit, Ulkuskrankheit, Bezeichnung für - trotz adäquater Therapie - immer wiederkehrende Geschwüre im Magen-Darm-Trakt. Auch → Ulcus duodeni, → Ulcus ventriculi.


Ulcusperforation

Ulcusperforation, Ulkusperforation, in der Umgangssprache auch als »Magendurchbruch« bezeichnete Komplikation eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs. Tiefe Geschwüre, die die Wandschichten z. B. des Magens vollständig durchsetzen, können zu einem Durchbrechen der Wand führen. Dadurch gelangt der Inhalt von Magen oder Darm in die Bauchhöhle, und es entwickelt sich eine akute Bauchfellentzündung mit Symptomen wie starken Schmerzen und Schock. Eine Ulkusperforation muss sofort operativ behandelt werden.


Ulna

Ulna, auf der Seite des Kleinfingers liegender Unterarmknochen, der das Handgelenk mit dem Ellenbogen verbindet.


Ulna

Ulna, altes Längenmaß. Auch → Radius.


ulnar

ulnar, zur → Ulna (Elle) gehörig, mit der Ulna in Verbindung stehend.


Ulnardeviation

Ulnardeviation, Abweichung nach der Ellenseite (Außenseite) des Unterarms, z. B. die Ulnardeviation der Finger durch teilweise Verrenkung bei der → rheumatoiden Arthritis.


Ulnarislähmung

Ulnarislähmung, Ulnarisparese, Lähmung des Ulnarisnervs im Unterarm, meist im Ellenbogen oder Handgelenkbereich. Als Ursache kommen direkte Traumen durch Fraktur eines nahen Knochens, Schnitt-, Stich- und Schlagverletzungen in Betracht. Eine Sonderform stellt die sog. Spätparese dar, die sich noch Jahrzehnte nach einer Ellenbogenfraktur entwickeln kann. Typisches Zeichen einer Ulnarislähmung ist die "Krallenhand" mit Streckung in den Fingergrundgelenken und Beugung der Fingermittelgelenke mit Atrophie der Zwischenfingermuskulatur. Der Daumen ist meist abgespreizt, der Kleinfinger starr und unbeweglich. Die Therapie richtet sich nach der Ursache (Krankengymnastik oder → Neurolyse ).


Ulnartunnelsyndrom

Ulnartunnelsyndrom, eine Bezeichnung für eine Schädigung des Nervus ulnaris, die durch das Zusammenpressen des Nervs im Bereich des Kleinfingerballens entsteht. In der Folge kommt es zu Sensibilitätsstörungen (Kribbeln, Taubheit, Schmerzen) im vierten und fünften Finger und im Handgelenk sowie zu Lähmungen der vom Nervus ulnaris versorgten Muskulatur der Hand.


Ultrafilter

Ultrafilter, ein Filter, dessen extrem feine Poren das Zurückhalten kleinster Teilchen, wie z. B. Viren oder größere Proteinmoleküle, ermöglichen.


Ultrakurzwellentherapie

Ultrakurzwellentherapie, Form der → Hochfrequenztherapie mit Frequenzen zwischen 30 und 300 Megahertz.


Ultrarot

Ultrarot, → Infrarot.


Ultraschall

Ultraschall,
Ultraschall-Diagnostik
Die Ultraschalldiagnostik liefert aussagekräftige Bilder des Ungeborenen aus dem Mutterleib.
künstlich erzeugte Schallwellen oberhalb des hörbaren Spektrums (über 20 Kilohertz). Ultraschall wird an der Grenze zwischen Luft und Wasser reflektiert, kann aber sehr gut durch Fettgewebe und Muskeln tief in den Körper eindringen. Ultraschall wird zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt. Auch → Ultraschall-Diagnostik.


Ultraschall-Diagnostik

Ultraschall-Diagnostik, Sonografie,
Ultraschall-Diagnostik
Die Ultraschalldiagnostik liefert aussagekräftige Bilder des Ungeborenen aus dem Mutterleib.
diagnostisches Verfahren unter Verwendung von Ultraschall. Dabei dringen von einem Schallkopf erzeugte Ultraschallwellen durch die Haut in den Körper ein und werden von Gewebe- und Organschichten reflektiert. Der gleichzeitig als Empfänger arbeitende Schallkopf nimmt die reflektierten Schallwellen (Echos) auf und wandelt sie in elektronische Impulse um, die auf einem Bildschirm in Form von Kurven oder Bildern sichtbar werden. Je nach Verwendungszweck kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, z. B. zur Messung der Größe des kindlichen Kopfes in der Gebärmutter die A-Bild-Methode (Amplituden-Scan, eindimensionale Darstellung) oder die B-Bild-Methode (Helligkeits-Scan, zweidimensionale Darstellung), um fetale Bewegungen oder Missbildungen festzustellen, zum Nachweis von Tumoren in der Gynäkologie oder Gastroenterologie oder zur Diagnose von Verletzungen in der Orthopädie. Das Time-Motion-Verfahren wird eingesetzt, um Bewegungen der Herzklappen zu untersuchen. Beim Doppler-Verfahren werden die von bewegten Flächen reflektierten Schallwellen (Doppler-Effekt) als Töne hörbar gemacht; es eignet sich also zur Überwachung der kindlichen Herztöne während Schwangerschaft und Geburt oder zur Messung der Strömungsgeschwindigkeit in Blutgefäßen und im Herzen bei Gefäßerkrankungen.


Ultraschall-Doppler-Methode

Ultraschall-Doppler-Methode, → Doppler-Sonografie, → Duplex-Sonografie.


Ultraschall-Echokardiografie

Ultraschall-Echokardiografie, → Echokardiografie.


Ultraviolettbestrahlung

Ultraviolettbestrahlung, Anwendung von UV-Strahlen zu medizinischen und/oder therapeutischen Zwecken. UV-C wird beispielsweise zur Entkeimung von Oberflächen und Raumluft eingesetzt; Milch wird mit UV-B bestrahlt, um Vitamin D anzureichern und sie zu entkeimen; im Zusammenhang mit Medikamenten wird UV-Licht in der Therapie von Hauterkrankungen eingesetzt (→ PUVA-Therapie).


Ultraviolettstrahlung

Ultraviolettstrahlung, Abk. UV-Strahlung, nicht sichtbare, kurzwellige und energiereiche Strahlung, die sich in ihrer Frequenz an das noch sichtbare blau-violette Spektrum anschließt. Je nach biologischer Wirkung werden die Strahlen in UV-A, UV-B und UV-C eingeteilt. UV-A-Strahlen sind die sog. Bräunungsstrahlen; UV-B-Strahlen bewirken die Fotosynthese des Vitamin D, verursachen ein entzündliches Erythem der Haut und stimulieren die Melanozyten; UV-C-Strahlen führen zu einer Hautrötung und Konjunktivitis, werden aber von der Erdatmosphäre weitgehend absorbiert. UV-Strahlen werden kommerziell in Solarien genutzt, aber auch zu therapeutischen Zwecken bei verschiedenen Hauterkrankungen eingesetzt (z. B. → PUVA-Therapie).


Ulzeration

Ulzeration, Entstehung eines → Ulcus.


ulzerös

ulzerös, ein → Ulcus betreffend, wie ein Ulcus aussehend.


Umbauzone

Umbauzone, ein im Röntgenbild sichtbarer, aufgehellter Bereich in einem Röhrenknochen, der durch Entmineralisierung und den nachfolgenden Einbau von knochenähnlichem Gewebe zustande kommt. Im Bereich dieser Umbauzonen, die z. B. durch eine Rachitis oder durch mangelhafte Ernährung entstehen können, kommt es häufig zu Ermüdungsbrüchen.


umbilical

umbilical, den Nabel betreffend.


Umbilikalkreislauf

Umbilikalkreislauf, Verbindung des mütterlichen und kindlichen Kreislaufs über die Plazenta während der Schwangerschaft; der Umbilikalkreislauf verliert nach der Abnabelung seine Bedeutung. Auch → Fetalkreislauf, → Nabelschnur.


Umgehungskreislauf

Umgehungskreislauf, → Kollateralkreislauf.


Umlauf

Umlauf, → Paronychie.


Umschlag

Umschlag, Wickel, Umwickeln eines Körperteils (z. B. Wadenwickel) oder des ganzen Körpers mit einem feuchten Tuch, darüber einem trockenen Tuch und zuletzt einem wärmeisolierenden Stoff. Ein Umschlag dient der Wärmeregulation und kann erwärmend, abkühlend oder wärmestauend wirken. Zusätze wie Essig, Alkohol oder Kräuter verstärken die Wirkung.


Umstechungsnaht

Umstechungsnaht, chirurgische Methode der Blutstillung, bei der nicht ein einzelnes Gefäß unterbunden, sondern (z. B. bei flächenhaften Blutungen) das ganze umliegende Gewebe umstochen wird, evtl. auch Muskelgewebe, mit Einbringung blutstillender Mittel.


Umstimmung

Umstimmung, Heilmaßnahme, die sich die natürliche Anpassungsfähigkeit des Organismus an Veränderungen zunutze macht. Mittels äußerer und innerer Reize (z. B. Bäder, Diäten oder bestimmte Medikamente) wird versucht, die Funktion des vegetativen und endokrinen Systems längerfristig umzustellen.


Umwandlungszone

Umwandlungszone, im Bereich des Muttermunds auftretende Zone, bei der sich die Schleimhaut der → Cervix uteri auf den Muttermund herausgeschoben hat (sog. Ektopie). Die Umwandlungszone zeigt Drüsenausführungsgänge und silbrig-weißes Epithel und verfärbt sich nach Betupfen mit Jod braun. Wird eine Umwandlungszone während der gynäkologischen Untersuchung entdeckt, sollte dieser Befund regelmäßig kontrolliert werden, da sich hieraus ein bösartiger Prozess entwickeln kann.


Umweltkrankheit

Umweltkrankheit, Erkrankung infolge gesundheitsschädigender Umweltfaktoren; die Kriterien für Umwelterkrankungen liefert das Institut für Umweltkrankheiten in Bad Emstal.


Umweltmedizin

Umweltmedizin, Fachgebiet der Medizin, das sich mit normalen und krank machenden Umweltfaktoren sowie deren Verhütung und Therapie befasst. Umweltmediziner rekrutieren sich aus verschiedenen Fachbereichen.


Unbewusstes

Unbewusstes, Begriff aus der Psychoanalyse für Tatbestände (traumatische Erlebnisse, von der Gesellschaft oder dem eigenen → Über-Ich nicht akzeptierte Wünsche usw.), die aus dem Bewusstsein verdrängt wurden, aber weiter Leidensdruck erzeugen und im Rahmen der psychoanalytischen Therapie wieder bewusst gemacht werden, damit der Patient sie erneut erleben und verarbeiten kann. Auch → Psychoanalyse.


Undecylensäure

Undecylensäure, eine pilztötende Substanz, die in verschiedenen Arzneimittelzubereitungen eingesetzt wird, z. B. in Shampoos gegen Schuppen und andere Kopfhauterkrankungen oder in Cremes oder Sprays zur Behandlung von Hautpilzerkrankungen an Füßen oder Händen.


undifferenziert

undifferenziert, unreif; meist im Zusammenhang mit Tumorzellen verwendeter Begriff, der eine mangelhafte Zellreifung (Differenzierung) beschreibt.


Undine-Syndrom

Undine-Syndrom, ein Krankheitsbild, das auf eine Störung der zentralen Atemregulation zurückzuführen ist. Dabei kommt es besonders in der Aufwachphase zu periodischer Atmung mit Zyanose, erniedrigtem Sauerstoffgehalt des Bluts sowie zu einer leichten Bewusstseinstrübung in Form von abnormer Schläfrigkeit. Die Ursachen für die Erkrankung sind nicht geklärt.


Unfall

Unfall, unerwartetes, von außen einwirkendes, traumatisches Ereignis, das Leben und Gesundheit gefährdet. Unfälle sind die häufigste Todesursache im Kindesalter.


Unfallheilkunde

Unfallheilkunde, → Traumatologie.


Unfallkrankenhaus

Unfallkrankenhaus, Krankenhaus, das speziell auf die Behandlung und Versorgung von Patienten nach Unfällen eingerichtet ist. Im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung fungieren die Berufsgenossenschaften als Träger zahlreicher Unfallkrankenhäuser.


Unfallverhütung

Unfallverhütung, alle Maßnahmen, die darauf abzielen, Unfälle zu verhüten. Dazu gehört vor allem die Analyse von Unfallvorgängen, um unfallverursachende Mechanismen aufzudecken. Die Unfallverhütung besteht in der Information über Unfallursachen sowie verschiedene technische, medizinische und psychologische Maßnahmen. Spezielle Vorschriften zur Unfallverhütung wurden z. B. für den Arbeitsplatz ausgearbeitet. Auch → Arbeitssicherheitsgesetz.


Unfallverhütungsvorschriften

Unfallverhütungsvorschriften, Abk. UVV, rechtliche Bestimmungen zu einzelnen Maßnahmen und Bedingungen, nach denen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer richten müssen, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Diese Vorschriften werden von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung erstellt. Dazu gehören z. B. Vorschriften für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, erste Hilfe am Arbeitsplatz und die Einsatzzeiten von Betriebsärzten Auch → Arbeitsschutzrecht.


Unfallversicherung

Unfallversicherung, gesetzliche oder private Unfallversicherung zur finanziellen Absicherung bei unfallbedingten Ausfallzeiten. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung betrifft die private Unfallversicherung auch Unfälle, die sich nicht im Rahmen der Berufstätigkeit ereignen, z. B. zu Hause, beim Sport, auf Reisen usw.


Unfallversicherung, gesetzliche

Unfallversicherung, gesetzliche, Abk. GUV, Pflichtversicherung im Rahmen der Sozialversicherung, die den Arbeitnehmer bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten finanziell absichert. Zu den Aufgaben der GUV gehören die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten, die Organisation der Behandlung der Verletzten oder Erkrankten sowie die Rehabilitation und soziale Unterstützung. Träger der GUV sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften, die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften, die See-Berufsgenossenschaft und die Träger der sog. Eigenunfallversicherung (von Bund, Ländern und Gemeinden für öffentliche Betriebe eingerichtete Unfallversicherung). Die Versicherten sind sämtlich Arbeitnehmer oder Personen, die für die Allgemeinheit ehrenamtlich tätig sind, einzelne Gruppen, darunter Mitarbeiter der → freien Wohlfahrtspflege, Personen, die bei Katastrophen helfen sowie Kindergartenkinder, Schüler und Studenten. Finanziell wird die GUV von den Unternehmern getragen, bei einem Unfall für die Arbeitnehmer haften. Nach einem Arbeitsunfall wird der Verletzte nach bestimmten Regeln ärztlich untersucht - meist von einem → D-Arzt. Für die Behandlung schwieriger Verletzungen gibt es berufsgenossenschaftliche Krankenhäuser bzw. Unfallkliniken.


Unfallversicherung, private

Unfallversicherung, private, Abk. PUV, mit einem privaten Versicherungsunternehmen abgeschlossene Unfallversicherung, die je nach Vertragsklauseln ein Tagegeld und/oder eine aufgrund der Unfallfolgen medizinisch notwendige Heilbehandlung übernimmt Auch gesetzliche → Unfallversicherung.


Unfruchtbarkeit

Unfruchtbarkeit, → Sterilität.


Unfruchtbarmachung

Unfruchtbarmachung, → Sterilisation.


ungual

ungual, die Zehen- oder Fingernägel betreffend.


Unguentum

Unguentum, → Salbe.


Unguis

Unguis, Zehen- oder Fingernagel.


Unguis incarnats

Unguis incarnats, → Incarnatio unguis.


Unipara

Unipara, eine Bezeichnung für eine Frau, die bereits ein Kind geboren hat.


Unit

Unit, veraltete internationale Enzymeinheit; die Menge eines Enzyms, die unter standardisierten Bedingungen die Reaktion von einem Mikromol Substrat pro Minute katalysiert. Die Unit wurde durch die SI-Einheit Katal ersetzt.


Universalempfänger

Universalempfänger, Personen mit der Blutgruppe AB, denen man in Notfällen auch das Blut von Spendern mit den Blutgruppen A, B und 0 (Nul) transfundieren kann, da die Erythrozyten der Blutgruppe AB nicht mit dem Spenderblut verklumpen. Auch → Universalspender.


Universalmittel

Universalmittel, im engeren Sinn Allheilmittel. Im weiteren Sinn Bezeichnung für Arzneimittel, die bei zahlreichen verschiedenen Erkrankungen wirksam sind.


Universalspender

Universalspender, Personen mit der Blutgruppe 0 Rhesus negativ, deren Blut im Notfall auf Menschen mit allen anderen Blutgruppen übertragen werden kann. Auch → Universalempfänger.


Unkovertebralgelenke

Unkovertebralgelenke, sog. Halbgelenke zwischen den Wirbelkörpern der Halswirbelsäule.


Unktion

Unktion, eine Bezeichnung für das Einreiben z. B. einer Salbe.


Unreife des Neugeborenen

Unreife des Neugeborenen, Neugeborenes ohne oder mit nur wenigen → Reifezeichen.


Unsafe drug

Unsafe drug, bedenkliches → Arzneimittel.


unspezifisch

unspezifisch, uncharakteristisch, untypisch, nicht aussagekräftig. In der Medizin werden vor allem Symptome oder klinische Zeichen als unspezifisch bezeichnet, die keine genaue Zuordnung ermöglichen, z. B. Fieber.


Unterarm

Unterarm, Abschnitt der oberen Extremität vom Ellenbogen bis zum Handgelenk, der aus → Ulna (Elle) und → Radius (Speiche) stabilisiert wird.


Unterarmfraktur

Unterarmfraktur, ein Bruch des Unterarms, bei dem beide Unterarmknochen (Ulna und Radius) in Mitleidenschaft gezogen sind.


Unterberger-Tretversuch

Unterberger-Tretversuch, ein Test aus der Neurologie, mit dessen Hilfe die Koordinationsfähigkeit und das Gleichgewicht überprüft werden können. Dazu muss der Patient mit geschlossenen Augen und nach vorne ausgestreckten Armen für eine Minute auf der Stelle treten. Dreht er sich dabei um seine Körperachse, ist das ein Hinweis auf Störungen des Gleichgewichtsapparats.


Unterbewusstes

Unterbewusstes, → Unbewusstes.


Unterbindung

Unterbindung, Ligatur, im engeren Sinn das Abbinden von Gefäßen, im weiteren Sinn aber auch das Abbinden von Gängen (Eileiter) oder Hohlorganen. Auch → Tubenligatu.r


Unterbringung

Unterbringung, Einweisung in eine geschlossene stationäre Einrichtung auf richterlichen Beschluss und ärztlicher Begutachtung auch gegen den Willen des Patienten. Die mit Freiheitsentzug verbundene Unterbringung ist nur erlaubt, solange sie dem Wohl des Betroffenen dient und vom Vormundschaftsgericht genehmigt wurde bzw. bei sofortigem Handlungsbedarf möglichst rasch nachträglich genehmigt wird. Eine Unterbringung gegen den Willen des Betroffenen ist nur gestattet, wenn dieser für sich selbst (→ Selbstgefährdung) oder für andere eine Gefahr darstellt oder er die nötige Krankheitseinsicht aufgrund seiner Erkrankung nicht aufbringen kann. Ein bei Selbstgefährdung bereits bestellter Betreuer hat vor der Unterbringung Vorrang. Auch → Zwangseinweisung.


Unterernährung

Unterernährung, Zufuhr von weniger Nahrung, als der Körper zur Deckung seines Energiebedarfs benötigt. Der Organismus reagiert darauf mit Abbau der Körperfettreserven, später auch der Muskulatur. Unterernährung kann bei längerer Dauer zu irreversiblen Schäden führen, vor allem bei Kindern (mangelhafte körperliche und geistige Entwicklung).


Untergewicht

Untergewicht, Körpergewicht, das, bezogen auf Alter und Größe eines Individuums, unterhalb des Normwerts liegt. In den Industrieländern tritt Untergewicht vor allem im Rahmen einer → Anorexia nervosa oder bei chronischen, konsumierenden Krankheiten auf. Auch → Normalgewicht.


Unterhautzellgewebe

Unterhautzellgewebe, → Subkutis.


Unterkiefer

Unterkiefer, → Mandibula.


Unterkühlung

Unterkühlung, → Erfrierung, → Hypothermie.


Unterleib

Unterleib, im engeren Sinn das → Hypogastrium, im weiteren Sinn aber auch der Genitalapparat der Frau.


Unterschenkel

Unterschenkel, Abschnitt der unteren Extremität vom Kniegelenk bis zum Fußgelenk, der von der → Tibia und der → Fibula stabilisiert wird.


Unterschenkelamputation

Unterschenkelamputation, chirurgische Entfernung von Fuß und Unterschenkel, sofern möglich unterhalb des Knies, um eine Unterschenkelprothese anbringen zu können. Eine Unterschenkelamputation wird zum Beispiel nach schwerer Verletzung, bei Tumorleiden oder anderweitig nicht behandelbaren Durchblutungsstörungen im Fuß oder Unterschenkel erforderlich. Auch → Raucherbein.


Unterschenkelgeschwür

Unterschenkelgeschwür, → Ulcus cruris.


Unterschenkelprothese

Unterschenkelprothese, Hilfsmittel, das nach einer Amputation des Unterschenkels am belassenen Stumpf angebracht wird. Die Unterschenkelprothese ermöglicht es dem Patienten nach entsprechendem Training, wieder gehen zu können.


Untersuchung, ärztliche

Untersuchung, ärztliche, jede ärztliche Tätigkeit, die für die Diagnosestellung erforderlich ist. Dazu gehören die orientierende klinische Untersuchung zur Beurteilung der großen Organsysteme (z. B. Auskultation des Herzens und der Lungen), aber auch alle anderen, zum Teil hochspezialisierten medizinischen Untersuchungsverfahren (z. B. laborchemische Untersuchung von Körperflüssigkeiten, bildgebende Verfahren wie Röntgenbilder oder Ultraschall usw.). Die Diagnose ergibt sich aus der Interpretation der erhobenen Befunde.


Unterwassergymnastik

Unterwassergymnastik, eine Form der Krankengymnastik, die im Wasser durchgeführt wird, z. B. bei Lähmungen oder nach Knochenbrüchen. Die dabei durchgeführten Geh- oder Schwimmübungen werden durch den Auftrieb des Wassers erleichtert.


Unterwassermassage

Unterwassermassage, Massage in einem Vollbad, entweder manuell oder durch einen Wasserstrahl; die Wärme des Wassers und die Entlastung vom Körpergewicht führen zu einer besseren Muskelentspannung als bei der konventionellen Massage.


Unterzuckerung

Unterzuckerung, → Hypoglykämie.


Unverträglichkeit

Unverträglichkeit, in der medikamentösen Therapie die Bezeichnung dafür, dass ein Patient ein Arzneimittel nicht verträgt sowie für eine störende Wechselwirkung zweier gleichzeitig eingenommener Mittel. Von einer Unverträglichkeit spricht man aber auch bei einer Transfusions- oder Transplantationskomplikation mit Antigen-Antikörper-Reaktion (Transfusionszwischenfall). Auch Inkompatibilität.


Unzinatusanfall

Unzinatusanfall, ein epileptischer Anfall, der v. a. durch Geruchs- und Geschmackshalluzinationen charakterisiert ist. Unzinatusanfälle werden durch Entladungen im vorderen Bereich des Schläfenlappens ausgelöst.


Unzurechnungsfähigkeit

Unzurechnungsfähigkeit, eine Bezeichnung des Strafrechts, die heutzutage durch den Begriff der Schuldfähigkeit ersetzt worden ist. Als unzurechnungsfähig bzw. schuldunfähig wird derjenige bezeichnet, der nicht in der Lage ist, das Unrecht einer begangenen Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Gründe für eine verringerte Schuldfähigkeit sind z. B. seelische Erkrankungen wie Psychosen oder Schizophrenie, schwerwiegende Bewusstseinsstörungen wie Halluzinationen oder Drogenabhängigkeit.


Uperisation

Uperisation, Ultrapasteurisierung, Verfahren in der Lebensmitteltechnologie zur Herstellung von sog. H-Milch; 80°C warme Milch wird mit überhitztem Wasserdampf auf (150°C) durchschäumt und unter Vakuumbedingungen schnell abgekühlt. Uperisierte Milch ist lange haltbar, da sämtliche Keime und Sporen durch die Behandlung inaktiviert werden.


Urachus

Urachus, Harngang, Teil des embryonalen Allantoisgangs. Der Urachus verläuft vom Nabel zu dem Gewebe, aus dem sich im weiteren Verlauf der Embryonalentwicklung die Harnblase bildet. Der Urachus verödet im Verlauf der Embryonalentwicklung und wird zum Ligamentum umbilicale medianum, das vom Nabel zur Harnblase verläuft.


Urachusfistel

Urachusfistel, Fistel, die durch unvollständigen Verschluss des → Urachus im Laufe der Embryonalentwicklung entsteht. Vom Nabel bis zur Harnblase bleibt ein Gang erhalten, aus dem Urin durch den Nabel austritt. Eine Urachusfistel geht mit extremer Infektionsgefahr einher und muss operativ korrigiert werden.


Uracil

Uracil, natürlich vorkommende Pyrimidinbase, Baustein von → Ribonucleinsäure und → Desoxyribonucleinsäure.


Urämie

Urämie, Harnvergiftung, klinische Bezeichnung für das Syndrom, das sich bei terminaler → Niereninsuffizienz (akutes Nierenversagen oder im Endstadium verschiedener chronischer Nierenerkrankungen) entwickelt. Da die Entgiftungsfunktion der Nieren versagt, bleiben harnpflichtige Substanzen im Organismus zurück, die allmählich zu einer Vergiftung führen. Die Symptome einer Urämie sind vielfältig und betreffen u. a. den Gastrointestinaltrakt (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), das Herz-Kreislauf-System (Bluthochdruck, → Ödeme ), die Knochen, das Blut ( → Anämie, → Azidose) und das Nervensystem (Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Verwirrung, Bewusstlosigkeit, Koma). Die Therapie besteht in der → Dialyse oder, wenn ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht, in einer Nierentransplantation. Eine unbehandelte Urämie führt innerhalb weniger Tage zum Tod.


urämisch

urämisch, die Urämie betreffend.


Uran

Uran, radioaktives Schwermetall, dessen Strahlung zu schwer wiegenden Schädigungen des Organismus führt.


Uranitis

Uranitis, eine Entzündung des Gaumens, die auf eine schlechte Mundhygiene in Kombination mit einem übermäßigen Genuss von Tabak oder Menthol zurückzuführen ist. Charakteristisch ist die Bildung von weißlichen Knötchen mit einem zentralen, roten Punkt auf der Schleimhaut des Gaumens.


Urapidil

Urapidil, eine blutdrucksenkende Substanz, die bei schweren Formen des Bluthochdrucks und bei einem plötzlichen, krisenhaften Blutdruckanstieg angewendet wird sowie zur Blutdrucksenkung während oder nach Operationen.


Urat

Urat, Salz der → Harnsäure, das mit dem Urin ausgeschieden wird. Wird sehr saurer Urin längere Zeit stehen gelassen, fällt das Urat als Kristall aus.


Urea

Urea, → Harnstoff.


Ureaplasma

Ureaplasma, zu den Mykoplasmen gehörige Bakteriengattung ohne Zellwand, die häufig im Genitalbereich vorkommt und zu → Prostatitis oder → Urethritis führen.


Urease-Test

Urease-Test, Urease-Schnelltest, Test zur Untersuchung von Biopsiematerial aus der Magen-Darm-Schleimhaut auf → Helicobacter pylori. Die von einigen Bakterien produzierte Urease führt zur Verfärbung eines Indikators.


Ureter

Ureter, Harnleiter, röhrenförmiges, mit Schleimhaut ausgekleidetes, muskulöses Hohlorgan, das jeweils eine Niere mit der Harnblase verbindet. Der Urin wird mit Hilfe der Ureterperistaltik in die Blase transportiert. Ein Ureter ist ca. vier Millimeter dick und 30 Zentimeter lang.


Ureteratonie

Ureteratonie, das Nachlassen bzw. der völlige Ausfall der Peristaltik der Harnleitermuskulatur mit nachfolgender Erschlaffung bzw. Weitstellung des Harnleiters. Ursachen für eine Ureteratonie können u. a. eine Infektion (z. B. eine Nierenbeckenentzündung), hormonelle Veränderungen (z. B. während einer Schwangerschaft) oder eine Harnleiterverengung sein.


Ureterenge

Ureterenge, → Ureterstenose.


Ureterfehlbildung

Ureterfehlbildung, eine angeborene Fehlentwicklung des Harnleiters, wie z. B. die teilweise oder vollständige Verdopplung oder das Fehlen des Harnleiters.


Ureteritis

Ureteritis, eine Entzündung des Harnleiters, die z. B. durch eine bakterielle Infektion ausgelöst werden kann oder auch als Reaktion auf die Entfernung eines Harnsteins auftritt.


Ureterkatheterismus

Ureterkatheterismus, Katheterisierung, die Einführung eines dünnen, ca. 80 Zentimeter langen Kunststoffröhrchens (Ureterkatheter) in einen oder beide Harnleiter, z. B. im Rahmen einer Blasenspiegelung. Mit Hilfe des Ureterkatheterismus wird z. B. die Durchgängigkeit der Harnleiter geprüft oder Harn aus dem Nierenbecken entnommen.


Ureterotomie

Ureterotomie, die operative Eröffnung des Harnleiters, z. B. um einen Stein zu entfernen oder im Rahmen einer Ureterplastik.


Ureterozele

Ureterozele, rundliche Ausbuchtung der Schleimhaut an der Einmündung des Harnleiters in die Harnblase bei Verengung der Harnleitermündung in die Blase, z. B. bei einer Nierenfehlbildung. Eine Ureterozele begünstigt eine Harnleitererweiterung, eine Nierenstauung, die Bildung von Harnsteinen oder eine Harnwegsinfektion.


Ureterperistaltik

Ureterperistaltik, die wellenförmigen Kontraktionen der Harnleitermuskulatur, die den Harn aus der Niere in die Blase befördern.


Ureterstein

Ureterstein, Harnleiterstein, meist aus der Niere einwanderndes und in einer der drei Ureterengen hängen bleibendes Konkrement, das zu einem Rückstau des Urins in die Niere führen und damit die Niere schädigen kann. Die Steinentfernung erfolgt entweder nichtinvasiv mit der extrakorporalen →  Stoßwellenlithotripsie, endoskopisch mittels einer Schlinge oder operativ durch Eröffnung des Harnleiters. Auch → Nierenstein.


Ureterstenose

Ureterstenose, Harnleiterstenose, Verengung des Harnleiterlumens, z. B. durch eine Entzündung infolge eines Harnleitersteins oder nach Strahlenbehandlung.


Ureterstriktur

Ureterstriktur, Verengung des Harnleiters durch eine krankhafte Lumeneinengung aufgrund von Wandveränderungen, Verlegung oder durch Kompression von außen, meist infolge eines Uretersteins, Ureterentzündungen oder Ureterverletzungen. Eine Ureterstriktur geht mit häufigen Harnwegsinfektionen einher.


Urethra

Urethra, Harnröhre, der unterste Teil der ableitenden Harnwege. Die Urethra reicht von der Blase bis zur Harnröhrenmündung. Beim Mann ist die Urethra ca. 25 Zentimeter lang und dient auch als Samenweg. Die Urethra der Frau ist weniger als fünf Zentimeter lang und damit verantwortlich für die erhöhte Infektionsanfälligkeit der ableitenden Harnwege.


urethral...

urethral..., zur Harnröhre (Urethra) gehörend, die Harnröhre betreffend.


Urethralabstrich

Urethralabstrich, Entnahme von bakteriologischen Proben aus der Harnröhre bei Verdacht auf eine Infektionskrankheit in diesem Bereich; an dem in den unteren Teil der Urethra eingeführten Watteträger bleiben Bakterien hängen, die in der Kultur angezüchtet werden oder durch chemische Tests nachgewiesen werden können.


Urethralsyndrom

Urethralsyndrom, vor allem bei Frauen vorkommendes Krankheitsbild unklarer Ursache mit häufigem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen, wahrscheinlich infolge einer Infektion mit einem unbekannten Erreger. Eventuell besteht auch ein Zusammenhang mit dem veränderten Hormonhaushalt nach der Menopause.


Urethritis

Urethritis, Harnröhrenentzündung, Schleimhautentzündung der Harnröhre, z. B. bei Infektion durch Bakterien, Viren oder Pilze oder durch chemische Reizung, mit Schmerzen im Bereich der Harnröhre, besonders beim Urinieren, und häufigem Harndrang. Bei chronischer Urethritis findet sich auch eitriger Ausfluss, bei dem stets an eine gonorrhoische Urethritis gedacht werden muss. Eine Urethritis kann zu einer → Striktur der Urethra führen. Auch → Gonorrhoe.


Urethroskopie

Urethroskopie, endoskopische Darstellung der Harnröhre, evtl. mit Entnahme von Gewebeproben bei Verdacht auf einen Harnröhrentumor. Auch → Endoskopie.


Urethrozystografie

Urethrozystografie, → Zystourethrografie.


Urge-Inkontinenz

Urge-Inkontinenz, Dranginkontinenz, Form der → Harninkontinenz, die durch häufigen, plötzlichen Harndrang und unwillkürlichen Urinabgang gekennzeichnet ist. Neben psychosomatischen Ursachen und Hormonveränderungen in den Wechseljahren der Frau können auch Infektionen des Urogenitaltrakts und Abflussbehinderungen in den Harnwegen zu einer Urge-Inkontinenz führen.


Urginea maritima

Urginea maritima, → Meerzwiebel.


Urhidrosis

Urhidrosis, die vermehrte, v. a. im Zusammenhang mit einer Urämie auftretende Absonderung von Harnstoff und Harnsäure mit dem Schweiß.


Urikase

Urikase, Enzym, das → Harnsäure zu Allantoin abbaut und bei der Harnsäurenbestimmung eingesetzt wird.


Urikosurie

Urikosurie, Hyperurikosurie, erhöhte Harnsäurekonzentration im Urin und vermehrte Ausscheidung, die zu Harnsäuresteinen führen kann.


Urikosurikum

Urikosurikum, Arzneimittel, das die Ausscheidung der Harnsäure über die Niere durch Hemmung der Reabsorption von Harnsäure in der Niere fördert, z. B. Benzbromaron, Probenezid und Sulfipyrazon. Urikosurika werden in erster Linie zur Therapie der → Gicht eingesetzt.


Urin

Urin, → Harn.


Urin-Choriongonadotropin-Test

Urin-Choriongonadotropin-Test, Abk. UCG-Test, Schwangerschaftstest durch Nachweis von humanem Choriongonadotropin (HCG) im Urin.


Urinstatus

Urinstatus, Untersuchung von Urin auf z. B. Zucker, Eiweiß, Ketonkörper, die Anzahl der Bakterien und die Menge der weißen und roten Blutkörperchen.


Urobilinogen

Urobilinogen, ein Gallenfarbstoff, Abbauprodukt von → Bilirubin, das im Dickdarm durch bakterielle Reduktion aus Mesobilirubin entsteht und zu etwa 70% dem enterohepatischen Kreislauf zugeführt wird. Der Abbau erfolgt in der Leber, die Ausscheidung über die Galle. Ein Teil Urobilinogen wird über Urin und Stuhl ausgeschieden und ist mittels verschiedener chemischer Reaktionen nachweisbar. Die normale tägliche Ausscheidungsmenge über den Urin liegt bei etwa vier Milligramm.


Urofollitropin

Urofollitropin, ein aus menschlichem Urin gewonnenes, follikelstimulierendes Hormon (→ FSH), das zur Behandlung der Unfruchtbarkeit bei Patientinnen mit einem gestörten Hormongleichgewicht angewendet wird.


urogen

urogen, vom Urin oder den Harnwegen ausgehend bzw. im Urin oder in den Harnwegen entstehend.


urogenital

urogenital, Harn- und Geschlechtsorgane betreffend bzw. damit in Beziehung stehend.


Urogenitaltrakt

Urogenitaltrakt,
Cowper-Drüse
Die Schleim produzierende Cowper-Drüse ist Teil des männlichen Urogenitaltrakts.
Urogenitaltrakt des Mannes
Der Urogenitaltrakt des Mannes (ohne Nieren).
Urogenitaltrakt der Frau
Der weibliche Urogenitaltrakt (ohne Nieren).
alle Organe, die den → Genitalapparat bilden oder an der Harnbereitung und Harnableitung beteiligt sind, d. h. Nieren, Harnleiter, Blase und Harnröhre.


Urografie

Urografie, → Miktionsurografie.


Urokinase

Urokinase, natürliches → Fibrinolytikum, das in vielen Körpergeweben vorhanden ist und die Auflösung von Blutgerinnseln aktiviert; gereinigte oder gentechnisch hergestellte Urokinase wird therapeutisch zur Fibrinolyse eingesetzt.


Urolithiasis

Urolithiasis, Harnsteinleiden, Krankheitsbild mit Konkrementen in der Niere oder den ableitenden Harnwegen. Je nach Entstehungsort und Verhalten der Steine variieren die Symptome, die Komplikationen und die Therapie. Zu den häufigsten Beschwerden gehören kolikartige Schmerzen durch Steinwanderungen und blutiger Urin; oft kommen eine Rückstauung des Urins mit nachfolgender Nierenschädigung oder die Entwicklung einer → Striktur im Bereich der Harnwege hinzu. Therapeutisches Ziel ist immer die Entfernung des oder der Steine, entweder über den natürlichen Weg mittels gesteigerter Flüssigkeitszufuhr und der Gabe krampflösender Medikamente, mittels →  Stoßwellenlithotripsie, durch endoskopische Entfernung des Steins oder im Rahmen einer operativen Eröffnung der Harnwege. Auch → Urografie, → Blasenstein, → Nephrolithiasis.


Urolitholyse

Urolitholyse, Harnsteinauflösung, Auflösung von reinen Harnsäure- oder Cystinsteinen durch medikamentöse Alkalisierung des Urins, durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und die Vermeidung von konkrementbildenden Nahrungsmitteln.


Urologie

Urologie, Lehre vom normalen und gestörten Bau und der Funktion von Nieren und ableitenden Harnwegen sowie der männlichen Geschlechtsorgane.


Urosepsis

Urosepsis, Harnsepsis, von den Harnwegen ausgehende → Sepsis, meist durch → Escherichia coli. Die Urosepsis kann zu akutem Nierenversagen oder einer Thrombose der Beckenvenen führen.


Urothel

Urothel, ein → Epithel, das die ableitenden Harnwege von der Niere bis zur äußeren Harnröhrenmündung auskleidet.


Urschrei-Therapie

Urschrei-Therapie, Verfahren der Psychotherapie, das davon ausgeht, dass psychische Störungen auf verdrängten kindlichen Traumata beruhen. Diese sog. Urschmerzen werden im Rahmen der Urschrei-Therapie aufgedeckt und herausgeschrien; davon verspricht man sich eine Befreiung von den psychischen Problemen.


Ursodesoxycholsäure

Ursodesoxycholsäure, eine Gallensäure, die in kleinen Mengen in der menschlichen Galle vorkommt und die Cholesterinkonzentration der Gallensekrete vermindert. Aufgrund dieser Eigenschaft wird die Ursodesoxycholsäure insbesondere zur Auflösung von Cholesteringallensteinen verwendet.


Urtica

Urtica, Quaddel, in Größe und Form variierende Hautveränderung, typischerweise Hauterhebung mit leicht rötlicher Verfärbung. Eine Urtica beruht auf einem Ödem in der → Dermis mit Veränderung der Durchlässigkeit der Kapillarwände und ist ein typisches Symptom bei allergischen Reaktionen oder Insektenstichen. Die Urtica verschwindet meist nach wenigen Minuten bis Stunden wieder. Die Urticabildung wird auch in der Allergiediagnostik genutzt (→ Intrakutantest).


Urtica

Urtica, → Brennnessel.


Urticaria

Urticaria, Nesselausschlag, Nesselfieber, Nesselsucht, juckende, in Schüben auftretende Quaddelgruppen, die häufigste allergische Hautreaktion. Durch mechanische, allergische oder chemische Reize wird aus den Mastzellen Histamin freigesetzt, die zur Quaddelbildung (Urtica) führen. Bei ausgeprägter Urticaria kommen auch Fieber, Schüttelfrost und Schockanzeichen vor. Die Therapie besteht in der Beseitigung der → Allergene und der Gabe von Antihistaminika oder Cortison.


Urtinktur

Urtinktur, Grundflüssigkeit, aus der in der → Homöopathie potenzierte Arzneimittel hergestellt werden.


Usus

Usus, Brauch, Gebrauch, Verwendung. Die Wendung "ad usum proprium" auf Rezeptformularen bedeutet, dass das Medikament zur Verwendung durch den Arzt vorgesehen ist.


uterin

uterin, mit dem → Uterus in Zusammenhang stehend.


uterozervikal

uterozervikal, Gebärmutter, → Zervix und Muttermund betreffend.


Uterus

Uterus, Gebärmutter, birnenförmiges inneres Geschlechtsorgan aus starker Muskulatur, das zwischen Mastdarm und Harnblase liegt und mit der Scheide in Verbindung steht. Im Uterus entwickelt sich der Embryo bis hin zum reifen Kind. In nicht schwangerem Zustand ist der Uterus ca. neun Zentimeter lang. Er wird unterteilt in den Corpus, den Fundus und die Cervix. Unterhalb des Fundus liegen die Einmündungen der Eileiter, die Cervix ragt mit ihrem unteren Anteil (Portio vaginalis) in die Scheide hinein. Innen ist der Uterus mit einer Schleimhautschicht ausgekleidet, die im Menstruationszyklus aufgebaut und wieder abgestoßen wird. Direkt unter der Schleimhaut liegt eine Muskelschicht, die so angeordnet ist, dass sie einerseits das in der Schwangerschaft notwendige Wachstum der Gebärmutter ermöglicht, andererseits die für die Austreibung des Kindes erforderlichen Kräfte aufbringen kann.


Uterusaplasie

Uterusaplasie, vollständiges Fehlen des Uterus und meist auch der Vagina aufgrund fehlender Organanlage oder fehlerhafter Entwicklung in der Embryonalphase. Die Eileiter sind meist normal entwickelt.


Uterusatrophie

Uterusatrophie, Rückbildung der Gebärmutter aufgrund von hormonellen Einflüssen. Normal ist eine Uterusatrophie im Alter nach der Menopause und auch in der Rückbildungsphase nach der Geburt und in der Stillzeit. Eine Uterusatrophie aufgrund von Störungen des Hormonhaushalts außerhalb der genannten Situationen ist krankhaft.


Uterusexstirpation

Uterusexstirpation, → Hysterektomie.


Uteruskarzinom

Uteruskarzinom, Gebärmutterkrebs, die Einteilung erfolgt je nach Lage des Karzinoms in → Korpuskarzinom und → Zervixkarzinom.


Uterusmyom

Uterusmyom, gutartige Geschwulst der Gebärmuttermuskulatur, die vor allem in der Menopause auftreten und zu Beschwerden wie Blutungen, Menstruationsschmerzen, Störungen beim Wasserlassen und der Stuhlentleerung, Harnstauung durch Druck auf die Harnleiter, Rückenschmerzen und Koliken führen. Eine Entartung ist selten. Bei Komplikationen wird die Gebärmutter operativ entfernt.


Uterusprolaps

Uterusprolaps, Gebärmuttervorfall, Vorstülpung der Gebärmutter aus der Schamspalte bei Schwächung oder sonstiger Funktionsbeeinträchtigung des Halteapparats der Gebärmutter, oft mit Beteiligung von Harnblase und Mastdarm, als Komplikation einer Gebärmuttersenkung (→ Descensus uteri). Die Behandlung besteht in der operativen Fixierung des Uterus in der Bauchhöhle oder in einer kompletten Entfernung der Gebärmutter. Auch → Descensus uteri.


Uterusruptur

Uterusruptur, Zerreißung der Gebärmutter unter der Geburt aufgrund einer Wandschwäche des Uterus, übergroßen Kindsteilen, pathologischer Kindslage oder infolge einer geburtshilflichen Manipulation. Die Uterusruptur geht mit heftigen Schmerzen im Unterbauch, Druckschmerz im unteren Uterussegment, Krampfwehen, Tachykardie und Schockzeichen einher und stellt eine lebensbedrohliche Komplikation dar.


Uterussenkung

Uterussenkung, → Descensus uteri.


UV

UV, Abkürzung für → Ultraviolett.


Uvea

Uvea, mittlere Augenhaut, die aus Choroidea, Corpus ciliare und Iris besteht.


Uveitis

Uveitis, Entzündung der → Uvea; je nach Lokalisation der Entzündung in einem der drei Bestandteile der Uvea spricht man von einer anterioren Uveitis (→ Iritis), einer posterioren Uveitis (→ Choroiditis) und einer intermediären Uveitis (Entzündung des → Corpus ciliare). Bei Befall aller Schichten spricht man von Panuveitis. Eine Uveitis verursacht oft nur geringe Beschwerden.


Uvula

Uvula, Zäpfchen, das vom weichen Gaumen in den Rachen ragt, meist löst die Berührung der Uvula Brech- oder Würgereiz aus. Im Rahmen einer Fehlbildung und als minimale Ausprägung einer Gaumenspalte kommt manchmal eine gespaltene Uvula vor (Uvula bifida).


UVV

UVV, Abk. für →  Unfallverhütungsvorschriften.


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