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M
M, Abk. für Musculus (Muskel) oder Morbus (Krankheit).macro...
macro..., → makro....Sehen Sie auch: → makro...
Macula
Macula, Haut- oder Schleimhautbezirk mit veränderter Farbe, z.B. Leberfleck.Macula
Macula, Macula lutea, gelber Fleck, die Stelle des schärfsten Sehens, ovaler Bereich der Netzhaut des Auges mit einem Durchmesser von ca. 2,5 Millimetern, in dem die Sehzapfen auf wenigen Millimetern dicht beieinander stehen. Die Vertiefung in der Mitte entspricht der Fovea centralis mit der Foveola der → Retina.Sehen Sie auch: → Retina
Madenkrankheit
Madenkrankheit, → Myiasis.Sehen Sie auch: → Myiasis
Madenwurm
Madenwurm, → Enterobius vermicularis.Sehen Sie auch: → Enterobius vermicularis
Mädesüß
Mädesüß, Filipendula ulmaria, eine Pflanze aus der Familie der Rosengewächse. Die Blüten und das Kraut werden zur Zubereitung von Heilmitteln verwendet, die in der Naturheilkunde zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt werden.Magen
Magen, Gaster, → Pylorus kontrolliert an den Zwölffingerdarm weitergegeben wird. Die Magenschleimhaut produziert Salzsäure sowie Verdauungsenzyme und -hormone.Sehen Sie auch: → Pylorus
Magenatonie
Magenatonie, eine Lähmung der Magenmuskulatur, so dass der Nahrungsbrei nicht in den Dünndarm weitertransportiert wird. Zu den Ursachen gehören u. a. neurologische oder muskuläre Störungen, Infektionen oder Medikamente. Eine besondere Form der Magenatonie kommt als postoperative Komplikation vor, wenn unabsichtlich der Vagusnerv durchtrennt wurde. Symptome einer Magenatonie sind Übelkeit, Völlegefühl und Erbrechen. Solange die Magenatonie anhält, darf der Patient keine feste Nahrung zu sich nehmen.Magenausheberung
Magenausheberung, Magenspülung, "Magen auspumpen", forcierte retrograde (rückläufige) Magenentleerung über einen Schlauch unter Einsatz großer Mengen Spülflüssigkeit, z. B. bei einer Vergiftung.Magenblase
Magenblase, im Röntgenbild sichtbare Luft im Magen, die im Stehen unter die linke Zwerchfellkuppe steigt.Magenblutung
Magenblutung, venöse oder arterielle Blutung aus einem Magenblutgefäß, die je nach Schwere und Dauer der Blutung zu Anämie, Bluterbrechen, Blutstuhl oder Kreislaufschock führt, oft infolge eines Magengeschwürs.Magen-Darm-Katarrh
Magen-Darm-Katarrh, → Gastroenteritis.Sehen Sie auch: → Gastroenteritis
Magen-Darm-Passage
Magen-Darm-Passage, Abk. MDP, eine Serie von Röntgenaufnahmen nach Einnahme eines Kontrastmittels, mit der innerhalb weniger Stunden der komplette Verdauungstrakt vom Magen bis zum Dickdarm dargestellt werden kann.Magen-Darm-Trakt
Magen-Darm-Trakt, der Verdauungstrakt, bestehend aus Magen, Dünndarm, Dickdarm und Anus.Magendivertikel
Magendivertikel, ein → Divertikel der Magenwand. Die meisten Magendivertikel liegen an der Hinterwand des Magens und bereiten keine Beschwerden.Sehen Sie auch: → Divertikel
Mageneingang
Mageneingang, → Kardia.Sehen Sie auch: → Kardia
Magenenzyme
Magenenzyme, Sammelbegriff für die verschiedenen im Magen hergestellten Verdauungsenzyme. Auch → Pepsin.Sehen Sie auch: → Pepsin
Magenfistel
Magenfistel, eine Verbindung zwischen dem Lumen des Magens und der Körperoberfläche. Eine operativ angelegte Magenfistel dient der künstlichen Ernährung von Patienten, die nicht (mehr) schlucken können, z. B. wegen eines Ösophaguskarzinoms. Auch → Witzel-Fistel.Sehen Sie auch: → Witzel-Fistel
Magengeschwür
Magengeschwür, → Ulcus ventriculi.Sehen Sie auch: → Ulcus ventriculi
Magenkarzinom
Magenkarzinom, Magenkrebs, bösartiger Tumor des Magens, der häufig erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird und die operative Entfernung des ganzen Magens erforderlich macht. Appetitlosigkeit und Magenschmerzen sowie Magenblutungen können erste Hinweise auf ein Magenkarzinom sein.Magenkrampf
Magenkrampf, eine Verkrampfung der Magenmuskulatur, was mit heftigen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen einhergeht. Ursachen sind u. a. ein Magengeschwür oder eine Magenblutung.Magenkrebs
Magenkrebs, Magenkarzinom, bösartiger Tumor des Magens, der häufig erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird und die operative Entfernung des ganzen Magens erforderlich macht. Appetitlosigkeit, Magenschmerzen und Magenblutungen können erste Hinweise auf ein Magenkrebs darstellen.Magenperforation
Magenperforation, Durchbruch des Magens infolge einer Verletzung oder Vorschädigung (z. B. Magengeschwür oder Krebs). Der austretende Mageninhalt kann zu einer Infektion der Bauchhöhle führen.Magenperistaltik
Magenperistaltik,
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Magenpolyp
Magenpolyp, gutartiger Tumor des Magens, der je nach Beschaffenheit das Risiko einer Krebsentwicklung erhöht.Magenresektion
Magenresektion, operative (Teil-)Entfernung des Magens, meist wegen einer Krebserkrankung oder eines hartnäckigen Magengeschwürs. Aufgrund der verminderten Aufnahmefähigkeit des Restmagens sind zahlreiche, kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten zur Vermeidung von Beschwerden erforderlich.Magenruptur
Magenruptur, das Zerreißen des Magens, z. B. durch eine schwerwiegende Bauchverletzung.Magensaft
Magensaft, Sekrete der Magenschleimhaut und deren Drüsen (rund zwei Liter pro Tag). Neben Salzsäure enthält der Magensaft proteinspaltende Pepsine, Verdauungshormone wie das Gastrin, Muzin aus den schleimbildenden Drüsen und → Intrinsic Factor.Sehen Sie auch: → Intrinsic Factor
Magensaftsekretion
Magensaftsekretion, Absonderungen der Magenschleimhaut in den Magen. Die Magensaftsekretion wird durch appetitliche Gerüche, Kauen und Schlucken sowie durch die Füllung des Magens angeregt.Magensäure
Magensäure, Magensalzsäure, HCl, Die Magensäure wird von den → Belegzellen der Magenschleimhaut in den Magensaft abgegeben, aktiviert die Magenenzyme und tötet alle nicht säurefesten Bakterien ab, die mit der Nahrung in den Magen gelangen. Durch → H2-Rezeptorenblocker und Protonenpumpenhemmer wird die Säureproduktion vermindert.Magenschlauch
Magenschlauch, → Magensonde.Sehen Sie auch: → Magensonde
Magenschleimhaut
Magenschleimhaut,
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Magenschleimhautentzündung
Magenschleimhautentzündung, → Gastritis.Sehen Sie auch: → Gastritis
Magensonde
Magensonde, Magenschlauch, dünner Schlauch, der zur Entnahme von Magensaft oder zur Ernährung bei Schluckbeschwerden und Passagehindernissen über Mund oder Nase in den Magen vorgeschoben wird. Zur kontinuierlichen Aufzeichnung des pH-Wertes im Magen werden Spezialsonden eingesetzt.Magenspiegelung
Magenspiegelung, → Gastroskopie.Sehen Sie auch: → Gastroskopie
Magenspülung
Magenspülung, wiederholtes Spülen und Auspumpen des Magens mit Wasser, z. B. bei Vergiftungen.Magentumor
Magentumor, eine gutartige oder bösartige Geschwulst des Magens. Gutartige Magentumoren wie Lipome oder Fibrome sind selten. Am häufigsten kommt das → Magenkarzinom vor.Sehen Sie auch: → Magenkarzinom
Magenulkus
Magenulkus, → Ulcus ventriculi.Sehen Sie auch: → Ulcus ventriculi
Magenvolvulus
Magenvolvulus, die Verdrehung des Magens um seine Achse, z. B. bei Vorliegen einer Hiatushernie.Magersucht
Magersucht, → Anorexia nervosa.Sehen Sie auch: → Anorexia nervosa
Magnesium
Magnesium, ein lebenswichtiges chemisches Element (Erdalkalimetall), das u. a. im Blattgrün (Chlorophyll) von Pflanzen enthalten ist. Ein Mangel oder Überschuss an Magnesium führt zu Muskelkrämpfen und Nervenfunktionsstörungen, bei starker Überdosierung kommt es zur Magnesiumnarkose durch Blockade der Erregungsüberleitung im Gehirn.Magnesiumcarbonat
Magnesiumcarbonat, Magnesiumsalz, das als → Antazidum und Abführmittel verwendet wird.Sehen Sie auch: → Antazidum
Magnesiummangelsyndrom
Magnesiummangelsyndrom, zusammenfassender Begriff für Symptome wie Zittern, Krämpfe, Muskelzuckungen und Bewusstseinsveränderungen, die durch Magnesiummangel hervorgerufen werden. Ursachen sind z. B. eine Fehlernährung, Alkoholkrankheit oder schwerer Brechdurchfall.Magnesiumsulfat
Magnesiumsulfat, Bittersalz, Substanz, die früher als Abführmittel verwendet wurde, heute wegen der starken Nebenwirkungen jedoch nicht mehr. Intravenös verabreichtes Magnesiumsulfat kommt in der Therapie von Krampfzuständen, insbesondere im Rahmen einer Eklampsie, und zur Magnesiumsubstitution zum Einsatz.Magnetfeldtherapie
Magnetfeldtherapie, die therapeutische Verwendung magnetischer Felder (SI-Einheit Tesla), z. B. bei Entzündungen oder Schmerzen.Magnet-Flüssigkeits-Hyperthermie
Magnet-Flüssigkeits-Hyperthermie, Abk. MFH, neues Therapieverfahren zur Zerstörung von Hirntumorgewebe, wird zurzeit noch erprobt. Die Methode beruht auf der Überhitzung von Tumorzellen in einem Magnetfeld. Unter Narkose werden winzige gelöste Eisenoxidpartikel durch einen Katheter in den Tumor injiziert. Die Partikel sind für den menschlichen Organismus ungefährlich. Tumorgewebe nimmt sie wesentlich besser auf als gesunde Zellen. Ein spezielles Magnet-Wechselfeld-Therapiegerät erzeugt nun ein Magnetfeld, das die Eisenoxidpartikel, und damit die Tumorzellen, auf 45 bis 47 Grad erhitzt (→ Hyperthermie). Die Tumorzellen sterben entweder ab oder werden empfindlicher für eine anschließende Chemo- oder Strahlentherapie. Das benachbarte gesunde Gewebe wird kaum erhitzt.Sehen Sie auch: → Hyperthermie
Magnetic resonance imaging
Magnetic resonance imaging, → Magnetresonanztomografie.Sehen Sie auch: → Magnetresonanztomografie
Magnetresonanztomografie
Magnetresonanztomografie, Magnetic resonance imaging, MRI, Kernspinresonanztomografie, NMR-Imaging, Abk. MRT, strahlenfreies Verfahren zur Anfertigung von Schnittbildern des Körperinnern. Dabei werden durch Magnetwellen von außen die Wasserstoffatome der Körperzellen in ihrer Ausrichtung gestört. Bei der Rückkehr in den Normalzustand senden diese Atome ihrerseits Wellen aus, die von einen Detektor registriert werden. Die unterschiedliche Protonendichte der verschiedenen Gewebe lässt sich mittels Computerberechnung darstellen. Besonders geeignet ist eine Magnetresonanztomografie zur Darstellung von Weichteilen oder pathologischen Veränderungen des Zentralnervensystems.Magnettherapie
Magnettherapie, der Einsatz von Magneten zu Heilzwecken (komplementärmedizinische Methode). Die Magnete werden auf eine schmerzende Stelle gelegt oder in Form von Halsketten oder Armbändern vorbeugend getragen.Maisonneuve-Fraktur
Maisonneuve-Fraktur, eine besondere Form einer Fraktur des Sprunggelenks: Die Fibula (Wadenbein) ist unterhalb des Fibulaköpfchens gebrochen und die → Syndesmose (die Bandhaft) rupturiert. Eine Maisonneuve-Fraktur muss in der Regel operativ versorgt werden, damit nach der Heilung der Fraktur keine Fehlstellung im Knöchel entsteht.Sehen Sie auch: → Syndesmose
major
major, größer, der Größere.Majoran
Majoran, Origanum majorana, eine Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Die Blätter und Blüten enthalten verschiedene ätherische Öle, die zu Heilzwecken und als Speisegewürz eingesetzt werden. Majoranzubereitungen (v. a. Aufgüsse und Tees) werden zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden und Husten verwendet.Major histocompatibility complex
Major histocompatibility complex, Abk. MHC, proteinkodierende Gene auf dem Chromosom 6, die die immunologische Individualität des Menschen bestimmen. Die Oberflächenproteine (→ HLA-System) spielen eine wichtige Rolle in der Transplantationsmedizin (→ Abstoßungsreaktion).makro...
makro..., macro..., Wortbestandteil mit der Bedeutung "groß".Makroangiopathie
Makroangiopathie, krankhafte Veränderung der großen Arterien, meist in Form der → Atherosklerose.Sehen Sie auch: → Atherosklerose
Makrobiotik
Makrobiotik, spezielle Ernährungsweise und Lebenshaltung auf der Grundlage des → Yin-Yang -Prinzips, die weitgehend der Vollwertkost entspricht.Sehen Sie auch: → Yin-Yang
Makroglobulin
Makroglobulin, → Globulin mit hohem Molekulargewicht (> 200.000). Ein Makroglobulin der Klasse → IgM mit einem Molekulargewicht von über 1.000.000 kommt bei der → Makroglobulinämie vor, dem sog. Morbus Waldenström. Dabei handelt es sich um ein malignes → Lymphom der B-Lymphozyten (Immunozytom).Makroglobulinämie
Makroglobulinämie, Morbus Waldenström, bösartiges Lymphom der B-Lymphozyten und Plasmazellen mit Vermehrung eines monoklonalen Immunglobulins mit hohem Molekulargewicht im Blut (Paraproteinämie).Makroglossie
Makroglossie, eine Vergrößerung der Zunge, z. B. bei einer Hypothyreose oder Akromegalie. Eine angeborene Makroglossie tritt beim → Down-Syndrom auf.Sehen Sie auch: → Down-Syndrom
Makrohämaturie
Makrohämaturie, makroskopische Hämaturie, mit bloßem Auge sichtbare Beimengung von Blut im Urin (Rotverfärbung). Auch → Hämaturie.Sehen Sie auch: → Hämaturie
Makrolid
Makrolid, Gruppe von Antibiotika, die den bakteriellen Stoffwechsel hemmen und gegen grampositive Bakterien, Mykoplasmen, Legionellen und Chlamydien wirksam sind; Makrolide werden meist ohne Erregernachweis u. a. bei Infektionen der oberen Luftwege eingesetzt.Makrophagen
Makrophagen, "Fresszellen" des Immunsystems, die aus den Monozyten hervorgehen und ca. 5% der weißen Blutkörperchen ausmachen. Nach ein- bis zweitägigem Aufenthalt als Monozyten im peripheren Blut wandern sie in verschiedene Gewebe ein und differenzieren dort zu ortsständigen, gewebstypischen Makrophagen. Mit ihrer Fähigkeit zur Phagozytose von Krankheitserregern, Zelltrümmern und körperfremden Substanzen und zur Stimulierung anderer Immunzellen spielen sie eine wichtige Rolle in der Immunabwehr.makroskopisch
makroskopisch, "groß" im Sinne von: mit bloßem Auge erkennbar.Makrosomie
Makrosomie, → Großwuchs.Sehen Sie auch: → Großwuchs
Makula
Makula, → Macula.Sehen Sie auch: → Macula
Makuladegeneration
Makuladegeneration, Erkrankung der → Macula lutea bei alten Menschen, also der Stelle des schärfsten Sehens im Auge, mit erheblicher Beeinträchtigung der Sehschärfe, die meist zu völliger Erblindung führt.Sehen Sie auch: → Macula
Makuladystrophie
Makuladystrophie, eine erbliche Erkrankung mit einer zunehmenden Degeneration der Macula lutea. Eine Makuladystrophie kann bis zur Erblindung führen.Makulaödem
Makulaödem, Anschwellung der Makula, z. B. bei Durchblutungsstörungen der Netzhaut. Ein Makulaödem wird durch eine Fundoskopie diagnostiziert.makulopapulös
makulopapulös, fleckig-knotiger Hautausschlag; ein makulopapulöses Exanthem kommt bei zahlreichen Hauterkrankungen vor.Makulopathie
Makulopathie, eine Erkrankung der → Macula lutea. Das typische Symptom einer Makulopathie ist die Abnahme der Sehschärfe und des Farbensehens bis hin zur Erblindung. Die häufigsten Formen einer Makulopathie sind Makuladegeneration und Makuladystrophie.Sehen Sie auch: → Macula lutea
makulös
makulös, mit fleckförmigem Erscheinungsbild (Hautausschlag).Mal
Mal, → Nävus.Sehen Sie auch: → Nävus
Mal
Mal, Wortteil mit der Bedeutung schlecht, krank.Mal
Mal, Bezeichnung für die verschiedenen Formen epileptischer Anfälle, → Petit mal und → Grand mal. Auch → Epilepsie.Malabsorption
Malabsorption, Verdauungsinsuffizienz, mangelhafte Aufnahme von Nahrungsbestandteilen aus dem Darm, z. B. bei Erkrankungen der Dünndarmschleimhaut, angeborenen Störungen wie der → Zöliakie, ausgedehnten Darmresektionen und Darmtumoren.Sehen Sie auch: → Zöliakie
Maladie
Maladie, französisches Wort für "Krankheit".Malaria
Malaria, Sumpffieber, Wechselfieber, durch den Stich der Anopheles-Mücke in den Tropen und Subtropen übertragene Plasmodieninfektion. Die Protozoen (Plasmodium falciparum, ovale, malariae und vivax) befallen Erythrozyten, wachsen heran, vermehren sich und werden nach Zerstörung der Erythrozyten ins Blut freigesetzt, wo sie neue Erythrozyten befallen. In dieser Phase der Freisetzung kommt es zu den charakteristischen Fieberschüben im Abstand von drei oder vier Tagen. Im weiteren Verlauf auch zu Milz- und Lebervergrößerung und zu Blutarmut. Plasmodium falciparum ist der gefährlichste Vertreter der Plasmodien und führt zu der potenziell tödlichen Malaria tropica. Vor einer Reise in ein Malariagebiet sollte man sich gründliche über die dort erforderliche → Malariaprophylaxe informieren, sich vor Ort durch körperbedeckende Kleidung und die Verwendung von mückenabweisenden Sprays oder Cremes vor Mückenstichen schützen und grundsätzlich unter einem Moskitonetz schlafen.Sehen Sie auch: → Malariaprophylaxe
Malariamittel
Malariamittel, Medikamente zur Behandlung oder Vorbeugung der Malaria. Chloroquin z. B. wird sowohl therapeutisch als auch prophylaktisch verwendet. Wegen der Resistenz einiger Plasmodien-Typen auf die herkömmlichen Mittel werden auch neuere Substanzen eingesetzt. Die Wahl der Antimalaria-Prophylaxe hängt von verschiedenen Faktoren ab (Art der Plasmodien, Resistenzen, Aufenthaltsdauer im Malariagebiet, medizinische Möglichkeiten vor Ort) und ist Teil einer reisemedizinischen Beratung. Auch → Chinin.Sehen Sie auch: → Chinin
Malariamücke
Malariamücke, Anophelesmücke, Überträger des Malariaerregers. Auch → Anopheles.Sehen Sie auch: → Anopheles
Malariaprophylaxe
Malariaprophylaxe, alle Maßnahmen zum Schutz vor einer Malariainfektion; dazu gehören die Expositionsprophylaxe durch Kleidung, die auch Arme und Beine vollständig bedeckt, ein Moskitonetz, mückenabweisende Mittel sowie die Einnahme von Medikamenten bereits vor Reiseantritt. Je nach Reiseziel und dortiger Resistenzsituation kommen Chloroquin, Proguanil, Mefloquin oder Stand-by-Präparate in Betracht, die nur bei Verdacht auf eine Infektion eingenommen werden. Die Wahl der Malariaprophylaxe sollte im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung getroffen werden. Auch → Chinin.Sehen Sie auch: → Chinin
Malas
Malas, in der indischen Heilkunde → Ayurveda die Bezeichnung für Abfallprodukte des menschlichen Körpers wie Stuhl, Urin und Schweiß.Sehen Sie auch: → Ayurveda
Malassezia furfur
Malassezia furfur, Hautpilz, Erreger der → Pityriasis versicolor.Sehen Sie auch: → Pityriasis
Malassimilation
Malassimilation, ungenügende Nahrungsverwertung aufgrund einer Verdauungsstörung (→ Maldigestion) oder einer gestörten Aufnahme von Nahrungsbestandteilen (→ Malabsorption), die zu allgemeinem Gewichtsverlust oder zu spezifischen Mangelsyndromen führen kann.Malazie
Malazie, → Osteomalazie.Sehen Sie auch: → Osteomalazie
Maldescensus testis
Maldescensus testis, → Kryptorchismus.Sehen Sie auch: → Kryptorchismus
Maldigestion
Maldigestion, ungenügende Verdauung der Nahrung, z. B. bei einer Magen-, Gallenwegs- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankung. Die nicht gespaltenen Nahrungsbestandteile (z. B. Fett) werden nicht absorbiert und mit dem Stuhl ausgeschieden. Auch → Malassimilation.Sehen Sie auch: → Malassimilation
Malen, therapeutisches
Malen, therapeutisches, Form der Kunsttherapie in der anthroposophischen Medizin. Im Vordergrund steht die Beschäftigung mit Farben und ihren Wirkungen auf den Menschen.maligne
maligne, bösartig, Wachstumsverhalten einer → Neoplasie mit Infiltration umliegender Gewebe und der Bildung von Metastasen in den umliegenden Lymphknoten sowie von Fernmetastasen im gesamten Körper. Maligne (Krebs-)Zellen sind durch eine Gewebeuntersuchung (Histologie) oder einen Abstrich (Zytologie) mikroskopisch nachweisbar.Sehen Sie auch: → Neoplasie
Malignität
Malignität, die Bösartigkeit oder Aggressivität einer Krebserkrankung.Malignom
Malignom, Oberbegriff für einen bösartigen (malignen) Tumor; Krebs.Malleolarfraktur
Malleolarfraktur, Knöchelfraktur, Knöchelbruch, relativ häufige Fraktur im Bereich des Fußknöchels, meistens des Außenknöchels. Eine Fraktur des Innenknöchels oder beider Knöchel kommt seltener vor. Die umgebenden Bänder sind immer mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Man unterscheidet drei Frakturtypen: Typ A: Fraktur unterhalb der Syndesmose (bandartige Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein im Knöchelbereich), Typ B: in Höhe der Syndesmose und Typ C: oberhalb der Syndesmose. Die Diagnose wird radiologisch gestellt, die Therapie besteht meist in einer operativen Korrektur mit anschließender Ruhigstellung in einem Gips.Malleolus
Malleolus, Hämmerchen, Fußknöchel, seitlich oberhalb des Hackens tastbare Knochenbuckel, die nicht durch Knochen des Fußskeletts, sondern durch die Knochen des Unterschenkels gebildet werden: Der Innenknöchel (Malleolus medialis) vom Schienbein (Tibia), der Außenknöchel (Malleolus lateralis) von der Fibula (Wadenbein).Malleus
Malleus,
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Malleus
Malleus, Rotz, eine durch das Bakterium Pseudomonas mallei ausgelöste, auf den Menschen übertragbare Pferdekrankheit, die mit Abszessbildung in der Haut, Schleimhautgeschwüren und einer Lungenentzündung einhergeht. Die Behandlung besteht in der Gabe von Antibiotika.Mallory-Weiß-Syndrom
Mallory-Weiß-Syndrom, explosionsartiges Erbrechen mit zum Teil starken Blutungen in der unteren Speiseröhre als Folge der plötzlichen Druckerhöhung. Ein Mallory-Weiß-Syndrom kommt häufig bei Alkoholkranken vor.Malnutrition
Malnutrition, Oberbegriff für → Mangelernährung und → Fehlernährung.Malrotation
Malrotation, eine embryonale Entwicklungsstörung des Darmrohrs, bei der die Bauchorgane nicht regelhaft platziert sind und Beschwerden bis hin zum Darmverschluss verursachen. Die Therapie besteht in der operativen Korrektur der Fehllage und Fixierung in anatomischer Position. Beim → Situs inversus sind die Bauchorgane komplett spiegelverkehrt angelegt.Sehen Sie auch: → Situs inversus
Maltose
Maltose, Malzzucker, ein Disaccharid, das aus zwei Glukosemolekülen zusammengesetzt ist.Malve, wilde
Malve, wilde, Malva silvestris, eine Heilpflanze aus der Familie der Malvengewächse. Tee aus Malvenblüten wird zur Behandlung von Schleimhautreizungen in Mund und Rachen sowie bei Reizhusten eingesetzt.Malz
Malz, Name für angekeimte Getreidekörner (Gerste, Weizen), die in der Nahrungsmittelindustrie zum Gären verwendet werden (z. B. beim Bierbrauen). Malz ist reich an Vitaminen.Malzextrakt
Malzextrakt, Auszug aus gekeimter Gerste, der als Kräftigungsmittel eingenommen wird. Malzextrakt enthält verschiedene Zuckerarten, Proteine und Vitamine.Mamillarreflex
Mamillarreflex, die reflektorische Erektion der Brustwarze bei einer Reizung des Brustwarzenhofs, z. B. durch Berührung oder Kälte.Mamille
Mamille, Brustwarze, pigmentierter Bezirk an der Brustspitze, in den die Milchgänge der Brustdrüsen münden. Die unter der Mamille liegenden Muskelzellen ermöglichen die Brustwarzenerektion, die für das Stillen erforderlich ist. Die Mamille ist vom Warzenhof (Areola mammae) umgeben.Mamille, sezernierende
Mamille, sezernierende, die Entleerung von Sektret aus der Mamille außerhalb der Stillzeit. Eine sezernierende Mamille kann ein Hinweis auf Brustkrebs sein und muss daher abgeklärt werden.Mamma
Mamma,
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Mamma, akzessorische
Mamma, akzessorische, eine angeborene, zusätzliche Milchdrüse (neben den zwei normalen Brüsten). Oft tritt eine akzessorische Mamma als sog. aberrierende Mamma auf, d. h., dass nicht eine gesamte überzählige Mamma mit Brustwarze und Warzenhof ausgebildet ist, sondern nur zusätzliches Drüsengewebe. Eine akzessorische Mamma ist in der Regel auf der → Milchleiste lokalisiert und bereitet kaum Beschwerden. In der Schwangerschaft und nach der Geburt, wenn das Drüsengewebe hormonell stimuliert wird, kann das zusätzliche Gewebe jedoch anschwellen und Beschwerden bereiten (Schmerzen, mechanische Behinderung). Meistens wird eine akzessorische Mamma operativ entfernt, um der Entstehung von Brustkrebs in dem überzähligen Gewebe vorzubeugen.Sehen Sie auch: → Milchleiste
Mammaamputation
Mammaamputation, Ablatio mammae, Brustamputation, die operative Entfernung einer Brust einschließlich des Brustmuskels (Musculus pectoralis), z. B. bei Brustkrebs. Auch → Mastektomie.Sehen Sie auch: → Mastektomie
Mammaanomalie
Mammaanomalie, eine Fehlbildung der Brustdrüse, z. B. eine → akzessorische Mamma oder eine → Gynäkomastie.Mammabiopsie
Mammabiopsie, Gewebeentnahme aus der Brust, meist als Feinnadelbiopsie, zur histologischen, zytologischen und histochemischen Abklärung eines tumorverdächtigen Knotens, der beim Abtasten oder in der Mammografie entdeckt wurde.Mammahypertrophie
Mammahypertrophie, abnorme Vergrößerung der weiblichen Brust.Mammakarzinom
Mammakarzinom, Brustkrebs,
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Sehen Sie auch: → Mammografie
Mammaplastik
Mammaplastik, chirurgische Verfahren zur Herstellung einer physiologischen Brustform, als Wiederherstellung nach einer Brustentfernung bzw. aus ästhetischen Gründen. Eine Mammaplastik ist, je nach Methode und individuellen Voraussetzungen, mit oder ohne Implantate möglich.Mammaprothese
Mammaprothese, Brustprothese, ein äußerlich getragener Brustersatz, z. B. nach vollständiger Brustamputation.Mammareduktionsplastik
Mammareduktionsplastik, chirurgische Verkleinerung der weiblichen Brust aus kosmetischen oder gesundheitlichen Gründen, z. B. bei Rückenschmerzen durch sehr große Brüste.Mammatumor
Mammatumor, Oberbegriff für Tumoren der weiblichen Brust. Neben dem bösartigen → Mammakarzinom kommen gutartige Neoplasien wie das → Fibroadenom und das → Papillom vor.Mammografie
Mammografie,
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Managerkrankheit
Managerkrankheit, negative Folgen eines hektischen Lebensstils mit viel Stress, wenig Bewegung und unausgewogener Ernährung. Als typische Managerkrankheit gelten Bluthochdruck und Herzinfarkt.Mandel
Mandel, → Tonsille.Sehen Sie auch: → Tonsille
Mandelentzündung
Mandelentzündung, → Tonsillitis.Sehen Sie auch: → Tonsillitis
Mandelkern
Mandelkern, → Amygdala.Sehen Sie auch: → Amygdala
Mandeloperation
Mandeloperation, → Tonsillektomie.Sehen Sie auch: → Tonsillektomie
Mandibula
Mandibula, Unterkiefer, Teil des Gesichtsschädels. Die Mandibula bildet mit dem Schädelknochen in der Nähe des Jochbogens das Kiefergelenk.Mangan
Mangan, ein lebenswichtiges chemisches Element (metallisches Spurenelement). Ausgeprägte Mangelzustände sind selten und führen zu Sterilität und Knochenfehlbildungen. Mangan kommt in Algen, Schalentieren, Mineralwasser, Obst, Spinat, Erd- und Haselnüssen und Reiskleie vor. Eine Manganvergiftung führt zu schweren neurologischen Störungen und Erkrankungen der Luftwege.Mangelanämie
Mangelanämie, Anämie infolge einer Mangelernährung oder einer Verwertungsstörung mit einem Mangel der für die Blutbildung wichtigen Nahrungsbestandteile wie Eisen, Vitamin B12 und Proteine.Mangeldurchblutung
Mangeldurchblutung, ungenügende Sauerstoffversorgung des Gewebes, z. B. aufgrund einer Gefäßverengung, mit Funktionsstörungen des betroffenen Organs. Auch → Arteriosklerose, → Infarkt.Mangelernährung
Mangelernährung, Malnutrition, Mangelkrankheit, unzureichende Nahrungsaufnahme oder -verwertung mit einem Mangel an essenziellen Nahrungsbestandteilen (Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente), die zu Mangelsyndromen wie Hypovitaminosen oder Proteinmangelkrankheiten führt.Mangelgeborenes
Mangelgeborenes, → Small-for-date-Baby.Sehen Sie auch: → Small-for-date-Baby
Manie
Manie, heftige Erregungszustände bei psychischen Erkrankungen wie Psychosen oder der manisch-depressiven Erkrankung, die mit Euphorie, ausgeprägter Reizbarkeit oder völliger Verwirrung und einer realitätsfremden Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten einhergehen können, die zu einer unabsichtlichen Gefährdung der eigenen oder anderer Personen führen.Manifestation
Manifestation, äußere Krankheitserscheinungen, die in subjektive Symptome des Patienten (z. B. Schmerz) und objektive Befunde des Arztes (z. B. Schwellung) unterteilt werden.manisch-depressive Erkrankung
manisch-depressive Erkrankung, bipolare Depression, bipolare affektive Störung, Sonderform der → Depression, bei der depressive und manische Phasen einander abwechseln. Besonders in der manischen Phase kommt es häufiger zu zeitweisem Realitätsverlust.Sehen Sie auch: → Depression
Mannit
Mannit, Mannitol, natürlicher Zucker, der als Süßstoff, Abführmittel oder zum Ausschwemmen von Wasseransammlungen im Gewebe verwendet wird.Manometer
Manometer, Druckmessgerät, Apparat zur Ermittlung des physikalischen Drucks in Flüssigkeiten oder Gasen, z. B. als Teil von Blutdruckmessgeräten. Auch → Riva-Rocci-Apparat.Sehen Sie auch: → Riva-Rocci-Apparat
Manschette
Manschette, aufblasbares Kissen, mit dem bei der Blutdruckmessung der Oberarm komprimiert wird.Mantelfeldbestrahlung
Mantelfeldbestrahlung, die Bestrahlung der Lymphknotenregionen im Oberkörper, wobei die anderen Organe wie Lungen, Herz, Luft- und Speiseröhre möglichst geschont werden.Mantoux-Probe
Mantoux-Probe, Tuberkulin-Test, Test zur Tuberkulosediagnostik, bei dem Tuberkulin in die Haut des Unterarms gespritzt wird; der Test ist positiv, wenn sich nach zwei Tagen eine Rötung und Erhebung der Haut aufgrund von Tuberkuloseantikörpern zeigt, die auf eine Tuberkuloseinfektion oder eine frühere Tuberkuloseimpfung hinweist.Manualtherapie
Manualtherapie, manuelle→ Medizin.Sehen Sie auch: → Medizin
Manubrium
Manubrium, der oberste Teil des Brustbeins.manuell
manuell, von Hand, mit der Hand.manuelle Medizin
manuelle Medizin, manuelle → Medizin.Sehen Sie auch: → Medizin
Manus
Manus, → Hand.Sehen Sie auch: → Hand
MAO
MAO, Abk. für. → Monoaminoxidase, ein Enzym, das beim Abbau von Neurohormonen (Monoaminen) eine Rolle spielt.Sehen Sie auch: → Monoaminoxidase
MAO-Hemmer
MAO-Hemmer, Klasse antidepressiver Medikamente, die Monoaminoxidase hemmen und zu einer Erhöhung der Monoaminkonzentration im Gewebe führen.Marasmus
Marasmus, Krankheitsbild bei anhaltender Unterernährung, Auszehrung. Bei Säuglingen kann sich ein Marasmus auch aufgrund mangelnder emotionaler Zuwendung entwickeln. Auch → Kachexie.Sehen Sie auch: → Kachexie
Marburg-Fieber
Marburg-Fieber, durch ein verhülltes RNA-Virus verursachtes, hämorrhagisches Fieber mit hoher Letalität, das in Europa erstmals im Jahr 1967 in Laboratorien eines Pharmakonzerns in Marburg, später auch beim behandelnden medizinischen Personal auftrat. Die ersten Erkrankten hatten sich durch Kontakt mit Versuchaffen aus Uganda infiziert.Marfan-Syndrom
Marfan-Syndrom, autosomal dominante Erbkrankheit des Bindegewebes mit hohem, schmalem Wuchs, langen Fingern (Arachnodaktylie, "Spinnenfingrigkeit"), abnormer Beweglichkeit der Gelenke und Zahnfehlstellungen. Herzkrankheiten wie eine schwere → Aorteninsuffizienz oder Herzklappenfehler, Augenerkrankungen mit Linsenfehlstellungen und Blindheit sowie Erkrankungen der Muskulatur führen im Laufe der Jahre zur Invalidität.Sehen Sie auch: → Aorteninsuffizienz
marginal
marginal, am Rande gelegen.Mariendistel
Mariendistel, Silybum marianum, eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Zubereitungen aus Mariendistelfrüchten werden zur Behandlung von Lebererkrankungen wie Hepatitis oder Fettleber eingesetzt.Marihuana
Marihuana, getrocknete Blütenstände der weiblichen Hanfstaude. Auch → Cannabis.Sehen Sie auch: → Cannabis
Mariske
Mariske, kleine Hautfalte am After, meist Restzustand einer abgeheilten → Thrombose, die sich beim Pressen im Gegensatz zu Hämorrhoiden nicht füllt. Größere Marisken können zu einem chronischen Analekzem führen.Sehen Sie auch: → Thrombose
Mark
Mark, Medulla, allgemein das Innere eines Organs im Gegensatz zu der Rinde, z.B. der Niere.Mark
Mark, Medulla, das Knochenmark (Blutproduktion).Mark
Mark, Medulla, das Rückenmark (Nervenbahnen).Markersubstanz
Markersubstanz, Molekül, das sich an bestimmten Stellen des Körpers anreichert. Die Markersubstanz bindet physikalisch oder immunologisch (als Antikörper) an spezifisches Körpergewebe, seine Verteilung wird über radioaktive Isotope oder Färbungen sichtbar gemacht. Auch → Tumormarker.Sehen Sie auch: → Tumormarker
Marknagelung
Marknagelung, Form der operativen Versorgung eines Knochenbruchs der Ober- oder Unterschenkel (→ Osteosynthese). Der Marknagel ist ein Metallrohr, das in die Markhöhle des gebrochenen Knochens vorgeschoben wird und diesen (ohne Schrauben) stabilisiert.Sehen Sie auch: → Osteosynthese
Markscheide
Markscheide,
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Sehen Sie auch: → Myelin
Markschwammniere
Markschwammniere, angeborene Nierenfehlbildung mit zahlreichen, aber meist lange ohne Beschwerden einhergehenden Zysten im Nierenmark. Erst zwischen dem 40. Und 50. Lebensjahr entwickeln sich häufiger Nierenbeckenentzündungen oder Nierensteine.Markumarisierung
Markumarisierung, Antikoagulation, Behandlung zur Verminderung der Gerinnungsbereitschaft des Blutes (Blutverdünnung) mit kumarinähnlichen Medikamenten. Auch → Cumarinderivat.Sehen Sie auch: → Cumarinderivat
Marmorierung der Haut
Marmorierung der Haut, netzartiges Muster auf der Haut, z. B. bei Kälte oder Hitze oder bei einem chronischen Ekzem.Marmorknochenkrankheit
Marmorknochenkrankheit, Osteopetrosis, eine Erbkrankheit, bei der der Knochenaufbau den Knochenabbau überwiegt. Dabei wird das Knochenmark in den Markhöhlen der Röhrenknochen allmählich durch Knochensubstanz ersetzt. Man unterscheidet verschiedene Verlaufsformen. Leichte Formen bereiten kaum Beschwerden (evtl. Knochenschmerzen oder ein erhöhtes Risiko für Frakturen), bei den schweren Formen treten bereits im Säuglingsalter Symptome wie eine Anämie, eine Vergrößerung von Milz und Leber, Erblindung, Schwerhörigkeit und Stoffwechselstörungen auf. Bei frühzeitiger Diagnose kann als Behandlung eine Knochenmarktransplantation in Betracht gezogen werden.Marschfraktur
Marschfraktur, → Ermüdungsfraktur des Fußes, typischerweise nach einem langen Marsch. Meist ist der zweite oder dritte Mittelfußknochen (Metatarsale II oder III) betroffen.Sehen Sie auch: → Ermüdungsfraktur
Marschhämaturie
Marschhämaturie, die Ausscheidung von Erythrozyten mit dem Harn bei körperlicher Anstrengung.Marsupialisation
Marsupialisation, ein operatives Verfahren, bei dem nach der Eröffnung und Entleerung einer Zyste die Zystenwand mit der Haut vernäht wird. Dadurch verhindert man, dass sich die Zyste erneut mit Sekret füllen kann. Die Marsupialisation wird z. B. bei der Behandlung einer → Bartholinitis angewendet.Sehen Sie auch: → Bartholinitis
Martin-Bell-Syndrom
Martin-Bell-Syndrom, → Fragiles-X-Syndrom.Sehen Sie auch: → Fragiles-X-Syndrom
Masern
Masern, Morbilli, Virusinfektion (Inkubation 10-14 Tage) mit grippeartigen Symptomen und einem typischen, makulopapulösen, gesichtsbetonten, meist stark juckenden Ausschlag. Gefürchtete Komplikationen sind die Mitbeteiligung des Gehirns (→ Masernenzephalitis), der Lungen mit sekundärer bakterieller → Pneumonie, der Augen (Retinopathia pigmentosa) und des Kreislaufs (toxische Kreislaufinsuffizienz). Die Masern sind eine Kinderkrankheit, gegen die eine dringend empfohlene Impfung existiert.Masernenzephalitis
Masernenzephalitis, gefährliche Komplikation der Maserninfektion (Hirnbeteiligung), die in 0,1 Prozent der Masernfälle eintritt. Nach hohem Fieber kommt es zu und Bewusstseinseintrübung und in schweren Fällen zu bleibenden Schäden oder zum Tod. Eine erst Jahre später auftretende, schleichend verlaufende und verkalkende Gehirnentzündung gehört zu den sehr seltenen Komplikationen.Masernimpfstoff
Masernimpfstoff, Lebendimpfstoff aus abgeschwächten Masernviren zur subkutanen Injektion.Masernvirus
Masernvirus, Erreger der Masern, ein Paromyxovirus mit einer Hülle (Morbilli-Virus).Maskengesicht
Maskengesicht, Unbeweglichkeit des Gesichts, fehlende Mimik, z. B. bei der Parkinson-Krankheit.Maskierung
Maskierung, Verdecken einer Krankheit und ihrer → Manifestationen durch eine andere Krankheit oder durch Medikamente.Sehen Sie auch: → Manifestationen
Masochismus
Masochismus, sexuelles Verhalten, bei dem sexuelle Erregung nur bei Misshandlungen durch den Sexualpartner möglich ist.Massage
Massage, Form der Physiotherapie zur Lockerung der Muskulatur mit speziellen Handgriffen, besonders bei Muskelverhärtungen und den daraus resultierenden Beschwerden (Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, funktionelle Störungen). Als Sportmassage dient die Massage der Regeneration nach körperlicher Belastung. Als Massage im weiteren Sinn sind auch die → Akupressur und die → Lymphdrainage anzusehen.Massagemittel
Massagemittel, ölige Substanz mit Duft- oder Heilmittelzusätzen, um die Geschmeidigkeit der Haut zu erhöhen und den Hautwiderstand bei der Massage zu senken.Massage, rhythmische
Massage, rhythmische, Massage im Rahmen der anthroposophischen Medizin, bei der mit rhythmischen Massagebewegungen gearbeitet wird.Massenblutung
Massenblutung, starke Blutung eines Organs, besonders im Gehirn. Auch Hämorrhagie.Massenverschiebung
Massenverschiebung, die Verschiebung von Teilen des Gehirns innerhalb des Schädels. Ausgelöst wird eine Massenverschiebung z. B. durch einen Gehirntumor, eine intrakranielle Blutung oder ein Gehirnödem. Bei einer Massenverschiebung besteht große Gefahr, dass Teile des Gehirns abgeklemmt werden, was zu schweren Hirnschädigungen bis zur Dezerebration oder dem Tod führen kann.Masseter
Masseter, der große Kaumuskel, der von der Schläfe an den Unterkiefer reicht und den Kiefer schließt (Musculus masseter).mast...
mast..., Wortteil mit der Bedeutung Brust.Mastdarm
Mastdarm, → Rektum.Sehen Sie auch: → Rektum
Mastdarmkrebs
Mastdarmkrebs, → Rektumkarzinom.Sehen Sie auch: → Rektumkarzinom
Mastdarmvorfall
Mastdarmvorfall, → Rektozele.Sehen Sie auch: → Rektozele
Mastektomie
Mastektomie, Entfernung oder Teilentfernung der weiblichen Brustdrüse, meist bei Brustkrebs. Die Mastektomie wird möglichst sparsam durchgeführt, um einen Teil der Brust zu erhalten (brusterhaltende Operation). Bei ausgedehntem Krebsbefall muss allerdings die gesamte Brust entfernt werden. Auch → Mammaamputation.Sehen Sie auch: → Mammaamputation
Mastitis
Mastitis, Milchdrüsenentzündung, meist bakterielle Entzündung der Brustdrüsen während der Stillzeit, die mit Fieber, Schwellung, Rötung und Schmerzen in der Brust. Die Behandlung besteht im Abpumpen der Milch und in der Gabe von Antibiotika. Bei ausgeprägter Mastitis kann sich auch ein Abszess entwickeln.Mastodynie
Mastodynie, Schmerzen in der weiblichen Brust, in der Regel hormonell bedingt im Rahmen eines prämenstruellen Syndroms.Mastoid
Mastoid, Warzenfortsatz des Schläfenbeins, das hinter der Ohrmuschel tastbar ist und Hohlräume enthält, die mit dem Mittelohr in Verbindung stehen.Mastoidektomie
Mastoidektomie, operative Entfernung der Hohlräume im Mastoid, meist wegen einer bakteriellen Infektion (→ Mastoiditis).Sehen Sie auch: → Mastoiditis
Mastoiditis
Mastoiditis, Entzündung der mit Schleimhaut ausgekleideten Hohlräume des Mastoids durch Ausbreitung einer bakteriellen Infektion des Mittelohrs. Bei Vereiterung kann zusätzlich zur antibiotischen Therapie eine operative Entlastung notwendig werden (→ Mastoidektomie).Sehen Sie auch: → Mastoidektomie
Mastopathie
Mastopathie, allgemeine Bezeichnung für eine krankhafte Veränderung (z. B. Zystenbildung) der weiblichen Brust, die im Prinzip harmlos ist. Manche Formen wie das → Fibroadenom gehen jedoch mit einem erhöhten Karzinomrisiko einher.Sehen Sie auch: → Fibroadenom
Mastozyt
Mastozyt, → Mastzelle.Sehen Sie auch: → Mastzelle
Mastozytose
Mastozytose, eine gut- oder bösartige Vermehrung der → Mastzellen.Sehen Sie auch: → Mastzellen
Masturbation
Masturbation, Onanie, geschlechtliche Selbstbefriedigung durch Reizen der Geschlechtsteile mit der Hand.Mastzelle
Mastzelle, Mastozyt, Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die u. a. Histamin enthalten, dessen Freisetzung bei der allergischen Sofortreaktion eine wichtige Rolle spielt.maternal
maternal, die Mutter betreffend, mütterlich (z. B. in der Schwangerschaft).maternofetale Inkompatibilität
maternofetale Inkompatibilität, die immunologische Gewebsunverträglichkeit zwischen Mutter und ungeborenem Kind. Auch → Rhesus-Inkompatibilität.Sehen Sie auch: → Rhesus-Inkompatibilität
Mate-Teestrauch
Mate-Teestrauch, Ilex paraguariensis, ein Strauch aus der Familie der Stechapfelgewächse. Aufgüsse aus den Blättern des Mate-Teestrauchs wirken anregend und gegen Ermüdung. Gelegentlich werden Mate-Aufgüsse auch als Diuretikum, bei rheumatischen Beschwerden und gegen Depressionen eingesetzt.maturus
maturus, reif.Maul- und Klauenseuche
Maul- und Klauenseuche, meldepflichtige Virusinfektion bei Klauentieren, die mit Ekzemen und Fieber einhergeht. Übertragung auf den Menschen möglich aber sehr selten.Maus
Maus, freier → Gelenkkörper.Sehen Sie auch: → Gelenkkörper
Maxilla
Maxilla, Oberkiefer,
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maximal
maximal, sehr groß, sehr hoch, am höchsten oder größten.Maximaldosis
Maximaldosis, höchste zulässige Medikamenten- oder Strahlendosis, bei deren Überschreiten die unerwünschten Wirkungen unverhältnismäßig zunehmen.Maximalversorgung
Maximalversorgung, technische und personelle Ausstattung eines Krankenhauses, die eine Behandlung nach den höchsten Anforderungen erlaubt. Die Maximalversorgung ist eine der verschiedenen → Versorgungsstufen von Krankenhäusern neben der Grund-, Regel- und Schwerpunktversorgung.Sehen Sie auch: → Versorgungsstufen
Mazeration
Mazeration, Aufweichen von Gewebe bei längerem Kontakt mit Flüssigkeiten. In der Pharmazie wird mit Mazeration ein Auszug bei Zimmertemperatur bezeichnet. Eine Mazeration der Haut wird vor allem bei starker Schweißabsonderung beobachtet.McBurney-Punkt
McBurney-Punkt, typische Schmerzlokalisation bei Appendizitis rechts zwischen dem Bauchnabel und dem vorderen oberen Beckenkammvorsprung (Spina iliaca anterior superior). Der Lanz-Punkt liegt knapp darunter, rechts auf Dritteldistanz zwischen den beiden Beckenkammvorsprüngen.MCH
MCH, Abk. für mean corpuscular hemoglobin, der durchschnittliche Hämoglobingehalt der Erythrozyten (29 Picogramm).MCHC
MCHC, Abk. für mean corpuscular hemoglobin concentration; die mittlere Hämoglobinkonzentration des Einzelerythrozyten. Die MCHC wird auch als Sättigungsindex bezeichnet. Der Normbereich liegt bei 30-36%. Eine erhöhte MCHC findet sich z. B. bei einer Kugelzellanämie, eine erniedrigte MCHC u. a. bei Eisenmangel oder einer Thalassämie.MCS-Syndrom
MCS-Syndrom, Abk. für → Multiple-Chemical-Sensitivity-Syndrom.Sehen Sie auch: → Multiple-Chemical-Sensitivity-Syndrom
MCV
MCV, Abk. für mean corpuscular volume; das durchschnittliche Volumen eines Erythrozyten (90 Femtoliter).MdE
MdE, Abk. für Minderung der Erwerbsfähigkeit.MDK
MDK, Abk. für → medizinischer Dienst der Krankenkassen.Sehen Sie auch: → medizinischer Dienst
MDMA
MDMA, Abk. für Methylendioxyamphetamin, der Wirkstoff von → Ecstasy.Sehen Sie auch: → Ecstasy
ME
ME, Abk. für → medizinische Einrichtungen.Sehen Sie auch: → medizinische Einrichtungen
Meatotomie
Meatotomie, die Eröffnung und Erweiterung eines Gangs, z. B. die Öffnung der Harnröhre bei Vorliegen einer → Meatusstenose.Sehen Sie auch: → Meatusstenose
Meatus
Meatus, Gang, der Meatus acusticus externus (äußerer Gehörgang von der Ohrmuschel bis zum Trommelfell).Meatus
Meatus, Gang, der Meatus acusticus internus (innerer Gehörgang, der Verlauf des Hörnervs im Felsenbein).Meatus
Meatus, Gang, der Meatus nasi superior, inferior und medius (die drei von den Nasenmuscheln gebildeten Nasengänge).Meatusstenose
Meatusstenose, eine Verengung der Harnröhre nahe der Öffnung nach außen, z. B. als angeborene Fehlbildung oder durch Entzündungen oder Verletzungen der Harnröhre. Eine Meatusstenose führt zu Problemen beim Wasserlassen und in schweren Fällen zu chronischem Harnstau, der operativ behoben werden muss.Mebendazol
Mebendazol, → Anthelminthikum (Wurmmittel), das in hoher Dosierung auch gegen Echinokokkose eingesetzt wird.Sehen Sie auch: → Anthelminthikum
Mechanorezeptor
Mechanorezeptor, Sinneszelle, die mehr oder weniger spezifisch auf mechanische Reize wie Druck, Spannung oder Berührung reagiert. In der Haut gibt es verschiedene Formen von differenzierten Nervenendigungen, z. B. die → Tastkörperchen. Die → Muskelspindel reagiert auf Dehnung der Muskelfasern.Meckel-Divertikel
Meckel-Divertikel, mehrere Zentimeter lange Ausstülpung im Dünndarm infolge einer unvollständigen Rückbildung des embryonalen Ductus omphaloentericus bei etwa 2% der Menschen. In der Regel verursacht es keine Beschwerden, kann aber zu Infektionen, Blutungen und Darmverschluss führen.Meconium
Meconium, → Mekonium.Sehen Sie auch: → Mekonium
Media
Media, Kurzbezeichnung für die Tunica media, die mittlere Wandschicht der Gefäße.medial
medial, zur Mitte (des Körpers oder eines Organs) hin gelegen.median
median, in der Mitte. Auch → Medianebene.Sehen Sie auch: → Medianebene
Medianebene
Medianebene, → Sagittalebene.Sehen Sie auch: → Sagittalebene
Medianuslähmung
Medianuslähmung, Schädigung des Nervus medianus, der einen Teil der Armmuskulatur versorgt, mit Beeinträchtigung der Unterarm- und Fingermuskulatur. Durch die Beugeschwäche des Daumens, Zeige- und Ringfingers kommt es zu der sog. → Schwurhand. Die Sensibilität im Bereich dieser Finger ist meist ebenfalls eingeschränkt.Sehen Sie auch: → Schwurhand
mediastinal
mediastinal, im → Mediastinum gelegen.Sehen Sie auch: → Mediastinum
Mediastinalemphysem
Mediastinalemphysem, im Mediastinum lokalisiertes → Emphysem (Austritt von Luft aus der Lunge in das umliegende Gewebe), meist infolge eines Traumas der Speise- oder Luftröhre, das mit Schmerzen in der Brust, Schluckstörungen, Atembeschwerden, Emphysem der Halsregion und evtl. Herzbeschwerden einhergeht. Ein Mediastinalemphysem wird möglichst konservativ behandelt; eine operative Versorgung kann aber nötig werden.Sehen Sie auch: → Emphysem
Mediastinalflattern
Mediastinalflattern, eine Komplikation bei einem offenen Pneumothorax: Durch die Druckschwankungen in der Brusthöhle bewegt sich das → Mediastinum beim Ein- und Ausatmen nach rechts und links. Ein Mediastinalflattern kann zu Atem- und Kreislaufbeschwerden führen.Sehen Sie auch: → Mediastinum
Mediastinalraum
Mediastinalraum, → Mediastinum.Sehen Sie auch: → Mediastinum
Mediastinaltumor
Mediastinaltumor, im → Mediastinum gelegener Tumor unterschiedlicher Herkunft; zu den gutartigen gehören Lipome oder Neurinome, zu den bösartigen Lymphome, Bronchus- oder Ösophaguskarzinome. Auch andere raumfordernde Prozesse im Mediastinum werden als Mediastinaltumor bezeichnet, z. B. eine vergrößerte Schilddrüse oder ein Aortenaneurysma.Sehen Sie auch: → Mediastinum
Mediastinitis
Mediastinitis, Entzündung des Mediastinums durch Krankheitserreger aus dem Rachen, dem Ösophagus, den Bronchien, der Lunge oder dem Magen, durch Fremdkörper, Karzinomeinbruch oder Verätzungen. Wegen der Nähe zu wichtigen Organen (z. B. Herz) ist eine Mediastinitis gefährlich und muss sofort mit Antibiotika und einer Drainage, evtl. operativ behandelt werden.Mediastinotomie
Mediastinotomie, die operative Eröffnung des → Mediastinums, z. B. zur Entfernung eines Mediastinaltumors.Sehen Sie auch: → Mediastinums
Mediastinum
Mediastinum,
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Mediator
Mediator, Vermittlersubstanz, Überträger, Botenstoff, allgemeiner Begriff für eine Substanz, die von Zellen gebildet und abgegeben wird und bei der Bindung an oder Aufnahme in andere Zellen eine Reaktion hervorruft. Mediatoren sind im Nervensystem (Neurotransmitter), im Immunsystem (Zytokine) oder als Entzündungsmediatoren aktiv.Mediaverkalkung
Mediaverkalkung, mikroskopischer Aspekt der Arterien bei → Atherosklerose mit Kalkeinlagerungen in der elastischen Muskelschicht (Tunica media). Zu einer Verkalkung kommt es in der Regel erst im Spätstadium einer Gefäßschädigung und führt zu Elastizitätsverlust der Arterien. In ausgeprägten Fällen ist das kalkhaltige Gefäß im Röntgenbild sichtbar.Sehen Sie auch: → Atherosklerose
medico international
medico international, Organisation, die für das Menschenrecht auf den bestmöglichen Zugang zur Gesundheit streitet. Beruft sich u. a. auf die „Allgemeine Deklaration der Menschenrechte“ von 1948 und die Deklaration der → Weltgesundheitsorganisation für eine Basisgesundheitsversorgung und -förderung von 1978. Arbeitsschwerpunkte sind Nothilfe, Basisgesundheit und Menschenrechte. medico international fördert Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika, ist gemeinnützig und wird hauptsächlich durch Spenden finanziert.Sehen Sie auch: → Weltgesundheitsorganisation
Medicus
Medicus, lateinische Bezeichnung für Arzt.Medikament
Medikament, Heilmittel, pflanzliches oder synthetisch hergestelltes Präparat zur Diagnostik, häufiger jedoch zur Therapie von Krankheiten. Medikamente werden häufig mit → Arzneimitteln gleichgesetzt.Sehen Sie auch: → Arzneimitteln
Medikation
Medikation, verordnete Medikamente einschließlich des Einnahmemodus.Medikus
Medikus, → Medicus.Sehen Sie auch: → Medicus
Medinawurm
Medinawurm, → Dracunculus medinensis.Sehen Sie auch: → Dracunculus medinensis
Meditation
Meditation, mentale Hinwendung zu sich selbst, sich sammeln und sinnieren über metaphysische Fragen. In der Medizin und Psychologie können sich Meditationsübungen positiv auf verschiedene Beschwerden (z. B. Ängste oder Konzentrationsstörungen) und die Persönlichkeit auswirken, z. B. in Form des → autogenen Trainings. Im weiteren Sinn kann jede Form der bewussten Entspannung als Meditation bezeichnet werden.Sehen Sie auch: → autogenen Trainings
Meditation, transzendentale
Meditation, transzendentale, Meditationsform mit dem Ziel, das eigene Bewusstsein zu erweitern und volle Kontrolle über den Körper zu erlangen.Medium
Medium, Mittel, in der Naturwissenschaft eine Trägersubstanz, in der sich physikalische und biologische Vorgänge abspielen. Zum Nachweis von Infektionserregern werden sog. → Nährmedien verwendet.Sehen Sie auch: → Nährmedien
Medium
Medium, Mittel, in der Parapsychologie eine Person, die mit jenseitigen Wesen Kontakt aufnehmen kann.Medizin
Medizin, Heilkunst. Man unterscheidet die Veterinärmedizin (Tierheilkunde), die Zahnmedizin und die Humanmedizin mit ihren diversen Fachrichtungen (Medizin im engeren Sinn). Die naturwissenschaftlich begründete Medizin (Schulmedizin) steht den alternativen Formen gegenüber (→ Medizinsystem). Da neben dem körperlichen Zustand auch die psychische Verfassung und das soziale Umfeld eines Menschen Einfluss auf seine Gesundheit haben, wurde ein biopsychosoziales Konzept in die Schulmedizin integriert.Sehen Sie auch: → Medizinsystem
Medizinalfachberuf
Medizinalfachberuf, medizinischer Beruf mit staatlich anerkannter Ausbildung.Medizin, anthroposophische
Medizin, anthroposophische, zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Rudolf Steiner begründete Gesundheitslehre, die sich als Ergänzung zur naturwissenschaftlichen Medizin versteht. Aus anthroposophischer Sicht besitzt der Mensch vier Wesensglieder: Stoffleib, Lebensleib, Seele und Geist. Eine Krankheit ist Ausdruck einer Störung in diesem dynamischen System aus. Neben Medikamenten und Naturheilmitteln werden auch gestalterische Therapieformen wie Maltherapie oder Eurhythmie angewendet, während homöopathische Mittel die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen. Der phytotherapeutische Einsatz der Mistel gegen Krebs, ein Kernstück der anthroposophischen Medizin, ist inzwischen auch naturwissenschaftlich anerkannt.Medizinethik
Medizinethik, die Lehre von den Pflichten und Rechten im Rahmen der medizinischen Tätigkeit. In etwas abgewandelter Form bildet der → hippokratische Eid heute noch die ethische Grundlage des ärztlichen Handelns. Inhaltliche Schwerpunkte der modernen Medizinethik sind u. a. Intensivmedizin, Gentechnologie, Richtlinien zur Transplantation und zur Sterbehilfe. Moralische, rechtliche und naturwissenschaftliche Erkenntnisse werden in der Medizinethik vereint. Auch → Ethikkommission.Medizin, gerichtliche
Medizin, gerichtliche, → Gerichtsmedizin.Sehen Sie auch: → Gerichtsmedizin
Medizin, holistische
Medizin, holistische, → Ganzheitsmedizin.Sehen Sie auch: → Ganzheitsmedizin
medizinische Einrichtungen
medizinische Einrichtungen, Abk. ME, Sammelbegriff für verschiedene Einrichtungen von Hochschulen, die der Lehre und Forschung der Medizin sowie der Betreuung und Behandlung von Patienten (Universitätskliniken) dienen. Universitätskliniken sind grundsätzlich ähnlich organisiert wie andere Krankenhäuser (→ Krankenhausstruktur). Verfügt eine Stadt nicht über genügend klinische Ausbildungsplätze, kann die Hochschule Kliniken mit hohem Standard im Sinne akademischer Lehrkrankenhäuser für die Ausbildung nutzen.Sehen Sie auch: → Krankenhausstruktur
medizinischer Dienst der Krankenversicherung
medizinischer Dienst der Krankenversicherung, Abk. MDK, Einrichtung der Spitzenverbände der Krankenkassen sowie der Krankenversicherung der Länder, die seit dem Gesundheitsreformgesetz in ihren Aufgaben den sog. vertrauensärztlichen Dienst der Gesundheitsämter ersetzt. Der MDK ist als öffentlich-rechtliche Körperschaft auf Landesebene organisiert und soll die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung sicherstellen bzw. verbessern helfen. Der MDK ist u. a. zuständig für medizinische Gutachten, die Beurteilung der Notwendigkeit und des Umfangs von Leistungen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, z. B. die Anordnung von Kurzzeitpflege oder Rehabilitationsmaßnahmen, die Feststellung der Pflegebedürftigkeit u. a. Außerdem können die Krankenkassen den MDK auffordern, einzelne Behandlungsfälle in Krankenhäusern unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu prüfen.Medizinmann
Medizinmann, Heiler der nordamerikanischen Indianer, der mit Heilzeremonien und Naturheilmitteln Krankheiten bekämpft. Auch → Schamane.Sehen Sie auch: → Schamane
Medizin, manuelle
Medizin, manuelle, Heilkunde, bei der diagnostisch und therapeutisch Methoden angewendet werden, die der Therapeut mit seinen Händen ausführt. Im engeren Sinn ist die manuelle Medizin identisch mit der → Chiropraktik, im weiteren Sinn zählen auch die Massage und ähnliche Verfahren dazu.Sehen Sie auch: → Chiropraktik
Medizin, orthomolekulare
Medizin, orthomolekulare, Ernährungstherapie mit einer ausgewogenen Zufuhr von Nahrungsbestandteilen wie Aminosäuren, Spurenelementen und Basen, die als Therapeutika für zahlreiche Beschwerden eingesetzt werden. Naturfremde Produkte werden prinzipiell gemieden.Medizinpädagogik
Medizinpädagogik, Fachrichtung, die sich vor allem mit den Aufgaben der Gesundheitserziehung und -aufklärung befasst. Medizinpädagogen werden an Universitäten ausgebildet sind im "Verein für Medizin- und Pflegepädagogen des Landes Berlin e. V." organisiert.Medizinprodukte
Medizinprodukte, Sammelbegriff für medizinische Geräte, Instrumente, Maschinen oder Mittel, die notwendig sind, um Krankheiten zu verhüten, zu erkennen, zu behandeln, die Behandlung zu überwachen, normale Vorgänge oder Strukturen beim Menschen zu untersuchen oder zu verändern oder um eine Schwangerschaft zu verhüten, z. B. Gelenkimplantate, Herzschrittmacher, Hörgeräte, Verbandmaterial usw., nicht jedoch Medikamente oder operative Eingriffe.Medizinrecht
Medizinrecht, juristisches Spezialgebiet, in dem die Belange des Gesundheitswesens bzw. der Heilkunde rechtlich geregelt werden, z. B. das rechtliche Verhältnis zwischen Arzt und Patient oder Gesetze des Gesundheitswesens. Auch → Behandlungsfreiheit, → Behandlungspflicht.Medizinsystem
Medizinsystem, theoretisches System zur Erklärung und Behandlung von Krankheiten. Die verschiedenen Medizinsysteme stehen zum Teil in Widerspruch zueinander. Neben der naturwissenschaftlichen oder biologischen Schulmedizin existieren zahlreiche alternative Systeme, die sich teils als Ergänzung zur Schulmedizin verstehen, teils mit völlig anderen Konzepten arbeiten.Medizintechnik
Medizintechnik, die Lehre, Forschung und Anwendung von technischen Geräten, die im Rahmen der Heilkunde zur Diagnostik, Überwachung und Therapie von Patienten verwendet werden. Dabei handelt es sich meist um Großgeräte wie Beatmungsmaschinen, Kernspintomografen, Dialysegeräte, Bestrahlungsgeräte usw. Für die Medizintechnik sind speziell ausgebildete Medizintechniker zuständig.Medizin, traditionelle chinesische
Medizin, traditionelle chinesische, TCM, Gesamtheit der diagnostischen und therapeutischen Methoden der traditionellen Medizin in China, die einem bestimmten Welt- und Menschenbild entsprechen. Die ältesten chinesischen Texte mit medizinischem Inhalt stammen von 540 vor Christus. Seit Gründung der Republik China wird die TCM gleichrangig mit der westlichen Medizin praktiziert, die Richtungen vermischen sich zum Teil. Grundlage der TCM ist die "Lehre von den Entsprechungen" oder das System der fünf Elemente, nach dem verschiedenen Bereichen und Organen des Körpers sowie Gefühlen werden verschiedene Merkmale der Außenwelt zugeordnet werden. Die Diagnostik berücksichtigt konstitutionelle Faktoren des Erkrankten (Yin-Yang-Typ, verschiedene Energieformen), eine spezielle Anamnese sowie die Puls- und Zungendiagnostik. Im Westen ist die chinesische → Akupunktur die bekannteste Maßnahme der TCM. Daneben existiert die Behandlung mit verschiedenen Arzneimitteln, Diäten, Massage sowie mit der sog. Moxibustion, dem Auflegen von brennendem Wermut- oder Beifußkraut auf die Haut.Sehen Sie auch: → Akupunktur
Medizin, traditionelle tibetische
Medizin, traditionelle tibetische, Medizinsystem Tibets, das im siebten Jahrhundert begründet wurde. Dabei wurden u. a. Werke chinesischer, indischer und griechischer Ärzte ins Tibetische übertragen. In der traditionellen tibetischen Medizin gibt es drei Körperenergien: Lung, Tipa und Bäken. Diese Energien setzen sich zusammen aus den fünf Elementen: Erde, Wasser, Luft, Feuer und Raum. Die Wirkung einer Arznei wird in der traditionellen tibetischenMedizin vom Geschmack abgeleitet.Medulla
Medulla, → Mark (Knochen), → Mark (Nervensystem).Medulla oblongata
Medulla oblongata, das "verlängerte Mark", Teil des Hirnstamms, der unterste der fünf Abschnitte des Hirns. Die Medulla oblongata enthält vitale Strukturen wie Hirnnervenkerne und das Kreislauf- und Atemzentrum der Formatio reticularis. Außerdem verlaufen alle Nervenbahnen des Rückenmarks durch die Medulla oblongata.Medulloblastom
Medulloblastom, sehr bösartiger, rasch fortschreitender Hirntumor, der vorzugsweise im Kindesalter mit typischer Lokalisation im Kleinhirn auftritt. Zu den Frühsymptome gehört vor allem morgendliches Erbrechen aufgrund der Hirndrucksteigerung. Die Prognose ist schlecht.Medusenhaupt
Medusenhaupt, Caput medusae, ein Symptom, das bei einer Druckerhöhung im Pfortaderkreislauf auftritt (z. B. bei Leberzirrhose): Die Hautvenen in der Bauchdecke werden gestaut und treten deutlich hervor, besonders im Bereich um den Nabel herum.Meeresheilkunde
Meeresheilkunde, → Thalassotherapie.Sehen Sie auch: → Thalassotherapie
Meerrettich
Meerrettich, Armoracia rusticana, eine Pflanze, deren Wurzeln als Gewürz oder zu Heilzwecken verwendet werden. Meerrettich hat eine durchblutungsfördernde und antimikrobielle Wirkung und wird zur Behandlung von Atemwegsinfektionen, Harnwegsinfekten und Muskelschmerzen eingesetzt.Meerzwiebel
Meerzwiebel, Urginea maritima, eine Pflanze aus der Familie der Hyacinthengewächse. Zubereitungen aus der Zwiebel werden zur Behandlung einer leichten Herzinsuffizienz eingesetzt.Mefloquin
Mefloquin, synthetisches Malariamittel, das zur Prophylaxe und zur Therapie der Malaria eingesetzt wird und auch bei multiresistenten Plasmodium-falciparum-Stämmen wirksam ist. Mefloquin erreicht die Plasmodien im Blut, nicht jedoch die Leberformen.mega...
mega..., eine Million, millionenfach.mega...
mega..., Vorsilbe für "sehr groß".Megacolon
Megacolon, → Megakolon.Sehen Sie auch: → Megakolon
Megakaryozyt
Megakaryozyt, Knochenmarkriesenzelle, Vorläuferzelle der Thrombozyten. Ein Megakaryozyt entsteht im Knochenmark durch wiederholte Kernteilung aus einem Megakaryoblasten, der in die kernlosen Thrombozyten zerfällt. Im normalen Blutbild sind keine Megakaryozyten vorhanden.Megakolon
Megakolon, akute oder chronische angeborene oder erworbene Erweiterung des Dickdarms, die sich durch hartnäckige Verstopfung auszeichnet. Beim kongenitalen oder aganglionären Megakolon (→ Hirschsprung-Krankheit) fehlen die Nervenzellen in der Darmmuskulatur. Es entsteht schwerer Kotstau oberhalb des ganglionfreien, engen Darmsegments, der eine Operation notwendig macht. Beim toxischen Megakolon, einer gefährliche Komplikation bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, kommt es zu einer akuten Weitstellung des Kolons mit fulminanter Kolitis, hohem Fieber, Erbrechen, Bauchfellentzündung und evtl. Schock. Im weiteren Sinn kann jede Erweiterung des Dickdarms (z. B. im Röntgenbild) als Megakolon bezeichnet werden.Sehen Sie auch: → Hirschsprung-Krankheit
Megaloblast
Megaloblast, unreife, abnorme Vorstufe der Erythrozyten im Knochenmark bei Vitamin B12- oder Folsäuremangel oder einer anderen Form der → megaloblastären Anämie.Sehen Sie auch: → megaloblastären Anämie
Megalozyt
Megalozyt, abnormer Erythrozyt, typisch bei → megaloblastärer Anämie.Sehen Sie auch: → megaloblastärer Anämie
Megaösophagus
Megaösophagus, eine Erweiterung und Verlängerung der Speiseröhre, z. B. bei einer Verengung des Mageneingangs oder einer → Achalasie.Sehen Sie auch: → Achalasie
Megaureter
Megaureter, ein- oder beidseitige, angeborene Erweiterung des Harnleiters infolge einer Verengung der ableitenden Harnwege, die meist operativ behoben werden muss.Mehrfachbehinderung
Mehrfachbehinderung, gleichzeitiges Vorliegen mehrerer → Behinderungen bei einem Menschen.Sehen Sie auch: → Behinderungen
Mehrfachimpfung
Mehrfachimpfung, gleichzeitige Immunisierung gegen verschiedene Krankheiten bzw. Antigene, oft mit einem Mehrfachimpfstoff, z. B. Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) oder für Diphtherie, Tetanus und Pertussis (DTP-Impfung). Mehrfachimpfungen wirken sich nicht negativ auf die Qualität der Immunantwort aus.Mehrfachresistenz
Mehrfachresistenz, → Resistenz eines Krankheitserregers gegen mehrere antibiotische Substanzklassen, die bei einer bakteriellen Infektion in der mikrobiologischen Kultur (Antibiogramm) festgestellt wird und zu ernsthaften Behandlungsproblemen führt.Sehen Sie auch: → Resistenz
Mehrfachverletzung
Mehrfachverletzung, → Polytrauma.Sehen Sie auch: → Polytrauma
Mehrling
Mehrling, Zwillinge, Drillinge, Vierlinge usw. Mehrlingskinder kommen in der Regel früher und mit geringerem Geburtsgewicht zur Welt als "Einlinge". Eine Mehrlingsschwangerschaft ist auch ohne Ultraschall spätestens ab dem siebten Schwangerschaftsmonat erkennbar.Mehrlingsschwangerschaft
Mehrlingsschwangerschaft, Schwangerschaft, bei der mehr als ein Kind heranreift (Zwillinge, Drillinge, Vierlinge usw.). Eine Mehrlingsschwangerschaft wird im siebten Monat äußerlich erkennbar bzw. tastbar, wird aber in der Regel mittels Ultraschall weit früher festgestellt. Eine Mehrlingsschwangerschaft kann natürlich oder iatrogen durch hormonelle Follikel-Stimulation zur Behandlung der weiblichen Sterilität entstehen und wird grundsätzlich als Risikoschwangerschaft angesehen, sowohl im Hinblick auf die Kinder als auch für die Mutter. Mehrlinge werden meist zu früh geboren und haben daher ein niedrigeres Geburtsgewicht als Reifgeborene.Meibom-Drüsen
Meibom-Drüsen, Talgdrüsen am Augenlid (Glandulae tarsales), die an der Lidkante münden und der Tränenflüssigkeit Lipide beimischen (Lipidfilm). Sie sind unter der Lidbindehaut als helle Streifen erkennbar. Ein Talgstau bzw. die Entzündung einer Meibom-Drüsen führt zu einem → Hordeolum internum (Gerstenkorn, auch "Meibomitis").Sehen Sie auch: → Hordeolum
Meigs-Syndrom
Meigs-Syndrom, eine Häufung von Symptomen bei Vorliegen eines meist gutartigen Eierstocktumors: Typisch sind ein Hydrothorax und Aszites.Meiose
Meiose, Reduktionsteilung,
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Sehen Sie auch: → Mitose
Mekonium
Mekonium, Kindspech, grünlich-schwarzer Darminhalt des Neugeborenen bzw. sein erster Stuhl. Das Mekonium wird normalerweise innerhalb eines Tages nach der Geburt abgesetzt.Mekoniumaspiration
Mekoniumaspiration, lebensgefährliche Geburtskomplikation, bei der mekoniumhaltiges Fruchtwasser in die Lungen des Neugeborenen gelangt und zu einer schweren Lungenentzündung führen kann.Mekoniumileus
Mekoniumileus, Darmverschluss des Neugeborenen infolge zähen Mekoniums bei → Mukoviszidose.Sehen Sie auch: → Mukoviszidose
Mekoniumtest
Mekoniumtest, die Untersuchung des Mekoniums auf einen erhöhten Gehalt an Albumin. Ein positives Testresultat weist auf das Vorliegen einer → Mukoviszidose hin.Sehen Sie auch: → Mukoviszidose
Melaena
Melaena, Teerstuhl, Blutstuhl, schwärzlich gefärbter Stuhl von teerartiger, klebriger Beschaffenheit als Folge von Blutungen aus dem Magen oder den oberen Darmabschnitten (z. B. bei Magengeschwüren oder einem Magenkarzinom). Die Schwarzfärbung kommt vor allem durch den Abbau des Blutfarbstoffs Hämoglobin innerhalb des Magen-Darm-Trakts zustande. Befinden sich im Stuhl Anteile von noch nicht abgebautem (rötlichem) Hämoglobin, stammt das Blut aus unteren Darmabschnitten (Blutstuhl).Melancholie
Melancholie, Begriff aus dem Griechischen, wörtlich "schwarze Galle", am ehesten mit Schwermut, Trübsinn oder Depression zu übersetzen.Melanin
Melanin, braunes bis schwarzes Hautpigment, ein komplexes Polymer aus Tyrosin, das von den Melanozyten gebildet und über Zellausläufer in die Keratinozyten transportiert wird. Melanin wird unter Einfluss von Sonnenlicht vermehrt gebildet und schützt die Hautzellen vor Schäden durch die Sonnenstrahlung. Melanin färbt auch die Haare und die Iris.melan...
melan..., melano..., Wortteil mit der Bedeutung schwarz, dunkel.Melanom, malignes
Melanom, malignes, Entartung der Melanozyten, die zu dem relativ häufigen "schwarzen Hautkrebs" führt. Bei frühzeitiger Erkennung (Melanoma → in situ) kann das maligne Melanom durch einen einfachen chirurgischen Eingriff geheilt werden; bei Metastasierung bestehen hingegen nur geringe Überlebenschancen. Die klinische Unterscheidung zwischen einem harmlosen → Nävus und einem malignen Melanom ist nicht immer einfach. Als Kriterien für bösartiges Wachstum gelten ein Durchmesser über sechs Millimeter, aktives Wachstum seitwärts oder in die Tiefe mit deutlicher Größenzunahme, unregelmäßige Farbe und Randkonturen und Blutungen bei leichten Traumen. In Ausnahmefällen enthält ein malignes Melanom kein Melanin (amelanotisches Melanom). Ein tief in der Haut sitzendes malignes Melanom erscheint blau. Risikofaktoren für ein Melanom sind familiäre Belastung, dysplastische Nävi und vor allem ausgiebige Sonnenbäder (UV-Strahlung), insbesondere bei hellem Hauttyp.Melanosis
Melanosis, eine dunkle Verfärbung der Haut als Symptom verschiedener Erkrankungen, z. B. des Morbus Addison, der Basedow-Krankheit oder in der Schwangerschaft.Melanozyt
Melanozyt, → Melanin produzierende Hautzelle, die mehrere normale Hautzellen (Keratinozyten) über Zellausläufer mit Melanin versorgt. Durch die Braunfärbung der Epidermis werden die darunter liegenden Hautschichten vor der UV-Sonnenstrahlung geschützt.Sehen Sie auch: → Melanin
Melasma
Melasma, Chloasma, verstärkte Hautpigmentierung durch Hormone, z. B. in der Schwangerschaft, unter der Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva oder bei hormonproduzierenden Tumoren bzw. durch Medikamente wie Hydantoin oder Phenytoin. Das Melasma gravidarum in der Schwangerschaft wird auch als → Chloasma uterinum bezeichnet.Sehen Sie auch: → Chloasma uterinum
Melatonin
Melatonin, ein von der Epiphyse im Gehirn produziertes Hormon. Die Melatoninausschüttung unterliegt einem 24-Stunden-Rhythmus: Bei Dunkelheit wird Melatonin vermehrt produziert. Melatonin reguliert u. a. den Schlaf-Wach-Rhythmus und wird daher hauptsächlich zur Behandlung von bestimmten Schlafstörungen eingesetzt.Meldepflicht
Meldepflicht, im Bundesseuchengesetz festgelegte Pflicht des Arztes und des mikrobiologischen Labors, gefährliche Infektionskrankheiten der staatlichen Gesundheitsbehörde zu melden. Auch in der Veterinärmedizin gibt es eine Meldepflicht für bestimmte Krankheiten.meldepflichtige Krankheit
meldepflichtige Krankheit, der staatlichen → Meldepflicht unterliegende Infektionskrankheiten, deren statistische Erfassung der Kontrolle gefährlicher übertragbarer Krankheiten dient. Dazu gehören z. B. die bakterielle Meningitis, die Geschlechtskrankheiten einschließlich HIV-Infektion, Masern oder Tuberkulose. Nach dem Chemikaliengesetz sind auch Vergiftungen am Arbeitsplatz als meldepflichtig.Sehen Sie auch: → Meldepflicht
Melilotus officinalis
Melilotus officinalis, → Steinklee.Sehen Sie auch: → Steinklee
Melissa officinalis
Melissa officinalis, → Zitronenmelisse.Sehen Sie auch: → Zitronenmelisse
Melisse
Melisse, Melissa officinalis, Zitronenmelisse, eine in der Küche und Naturheilkunde verwendete Pflanze, die in der Zubereitung als Tee bei Einschlafstörungen eingesetzt wird.Melkerknoten
Melkerknoten, harmlose, juckende, rotviolette Papeln an den Händen, vor allem bei Melkern, die durch das Paravakzinia-Virus verursacht werden. Die Papeln heilen nach einigen Wochen ohne Narbenbildung ab.mellitus
mellitus, "honigsüß", in der Medizin im Zusammenhang mit → Diabetes mellitus verwendet. Der Begriff bezieht sich auf den süßen Geschmack des Urins bei unbehandeltem Diabetes mellitus aufgrund des hohen Zuckergehalts.Sehen Sie auch: → Diabetes mellitus
Membran
Membran, → Zellmembran, Lipid-Protein-Hülle der Körperzellen.Sehen Sie auch: → Zellmembran
Membran
Membran, feinporiger Filter, der für große Biomoleküle undurchlässig ist (Semipermeabilität).Membran
Membran, Bezeichnung für eine Reihe von anatomischen Strukturen, z.B. Membrana tympani (Trommelfell) oder Basalmembran, eine zwischen Epithel und Bindegewebe liegende Struktur.Membranpotenzial
Membranpotenzial, elektrische Spannung zwischen Innen- und Außenseite einer erregbaren Zelle, die bis zu 100 Millivolt beträgt. Das Membranpotenzial wird durch spezifische Ionenpermeabilität und Transportmechanismen in der Zellmembran der Zelle aktiv aufgebaut. Die Fähigkeit zur wiederholten Potenzialumkehr (→ Depolarisation), die ebenfalls auf einer Veränderung der Membrandurchlässigkeit beruht, bildet die Grundlage der Reizübertragung im Nervensystem. Die Zellen des → Erregungsleitungssystems im Herz verhalten sich analog.Memoryzelle
Memoryzelle, → Gedächtniszelle.Sehen Sie auch: → Gedächtniszelle
Menarche
Menarche, erste Regelblutung (Menstruation) in der Pubertät ca. im 13. Lebensjahr (zwischen 11 und 15 Jahren).Mendel-Gesetze
Mendel-Gesetze, Gesetzmäßigkeiten der biologischen Vererbung, die G. Mendel 1865 entdeckte. Für seine Beobachtungen an Erbsen konnte erst Jahrzehnte später durch die Fortschritte der Genetik eine Erklärung gefunden werden. Mendel stellte fest, dass die Nachkommen unterschiedlicher, reinrassiger Elternpflanzen alle gleich aussehen (Uniformitätsgesetz), dass aber deren Nachkommen wieder die verschiedenen Merkmale der Eltern zeigen (Spaltungsgesetz). Gemäß dem Rekombinationsgesetz schließlich vererben sich mehrere Merkmale unabhängig voneinander.Mendelson-Syndrom
Mendelson-Syndrom, die Entstehung einer Aspirationspneumonie infolge der → Aspiration (Einatmung) von Magensaft während einer Bewusstlosigkeit (z. B. einer Narkose).Sehen Sie auch: → Aspiration
Menière-Krankheit
Menière-Krankheit, akute Innenohrstörung aufgrund einer drastischen Zunahme der → Endolymphe, die mit der Symptomentrias aus akuten Schwindelanfällen, Übelkeit und Erbrechen sowie einseitiger Schwerhörigkeit insbesondere für tiefe bis mittlere Frequenzen einhergeht. In der Regel bilden sich die Symptome nach einigen Stunden bis Tagen spontan zurück. Bei wiederholten Anfällen kann es zu chronischer Schwerhörigkeit kommen. Die Therapie besteht in der Durchblutungsförderung des Innenohrs und der Korrektur der Endolymphmenge mittels Diuretika.Sehen Sie auch: → Endolymphe
Meningen
Meningen, Hirnhäute, Hüllen des Zentralnervensystems. Es werden von außen nach innen die harte Hirnhaut (Dura mater oder Pachymeninx), die Arachnoidea und die Pia mater unterschieden. Unter der Arachnoidea liegt der liquorhaltige Subarachnoidalraum. Die Pia mater grenzt direkt an die Hirnoberfläche.Meningeom
Meningeom, relativ häufiger, in der Regel gutartiger Hirn- oder Rückenmarktumor, der maligne entarten kann. Das Meningeom wächst nur langsam, bereitet aber ab einer bestimmten Größe durch Kompression des Nervengewebes Beschwerden. Bei günstiger Lage kann der Tumor operativ vollständig entfernt werden.Meningeosis
Meningeosis, die diffuse Metastasierung eines bösartigen Tumors in die Meningen, beispielsweise bei einer akuten Leukämie oder einem Bronchialkarzinom. Eine Meningeosis kann zu Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, zu → Meningismus und psychischen Veränderungen führen. Je nach Tumorart kann eine palliative (die Beschwerden lindernde) Behandlung mit Bestrahlung des Schädels oder Chemotherapie versucht werden.Sehen Sie auch: → Meningismus
Meningismus
Meningismus, Genickstarre, wichtiger klinischer Symptomenkomplex bei Reizung der Hirnhäute, vor allem bei bakterieller Meningitis. Die Nackenmuskulatur ist schmerzhaft verspannt, so dass Nickbewegungen nicht möglich sind (Opisthotonus). Hinzu kommen Lichtscheu, Kopfschmerzen, ein positives → Lasègue-Zeichen und Fieber. Bei der Kombination dieser Symptome besteht dringender Verdacht auf eine → Meningitis.Meningitis
Meningitis, Hirnhautentzündung, meldepflichtige Entzündung der Hirnhäute (Meningen) durch Infektion des Subarachnoidalraums (Bakterien, Viren, selten Pilze oder Protozoen), die sich durch Kopfschmerzen, Fieber, → Meningismus und Bewusstseinseintrübung bemerkbar macht. Die Diagnose wird durch eine → Lumbalpunktion mit laborchemischer und mikroskopischer Untersuchung des → Liquors gestellt. Besonders gefährlich ist die bakterielle, eitrige Meningitis, die zu schweren bis tödlichen Komplikationen wie septischem Schock oder dem Waterhouse-Friderichsen-Syndrom (abruptes Versagen beider Nebennieren) führen kann. Bei der aseptischen Meningitis handelt es sich um eine nicht infektiös bedingte Hirnhautentzündung, z. B. im Rahmen einer Leukämie oder infolge einer Bestrahlung. Auch → Meningoenzephalitis, → Meningokokkenmeningitis.Sehen Sie auch: → Meningismus → Lumbalpunktion → Liquors → Meningoenzephalitis → Meningokokkenmeningitis
Meningoenzephalitis
Meningoenzephalitis, Meningitis mit Übergreifen auf das angrenzende Hirngewebe, meist infektiös bedingt, die zu Bewusstseinsverlust und dem Ausfall von Gehirnfunktionen führt. Überlebt ein Patient diese Erkrankung, bleiben gravierende Hirnschäden zurück, z. B. ein → Hydrocephalus.Sehen Sie auch: → Hydrocephalus
Meningokokken
Meningokokken, Neisseria meningitidis, gramnegatives Bakterium, Erreger der epidemischen Meningitis (→ Meningokokkenmeningitis). Auch → Neisseria.Meningokokkenmeningitis
Meningokokkenmeningitis, meldepflichtige, hochinfektiöse, gefährliche Form der akuten bakteriellen → Meningitis ( → Neisseria). Die Diagnose wird anhand der mikrobiologischen Liquoruntersuchung gestellt (Gram-Färbung und Bakterienkultur). Therapeutisch wird Penizillin eingesetzt. Da die Krankheit äußerst ansteckend ist, werden vorbeugend auch die Kontaktpersonen des Patienten antibiotisch behandelt. Auch → Meningokokkensepsis.Meningokokkensepsis
Meningokokkensepsis, schwere, generalisierte Meningokokkeninfektion mit hohem Fieber und typischen petechialen (punktförmigen) Blutungen. Bei der fulminanten Meningokokkensepsis (→ Waterhouse-Friderichsen-Syndrom) kommt es zu massiven Hautblutungen und tödlichem Kreislaufschock.Sehen Sie auch: → Waterhouse-Friderichsen-Syndrom
Meningomyelitis
Meningomyelitis, Entzündung der Rückenmarkshüllen (→ Meningitis) und des Rückenmarks.Sehen Sie auch: → Meningitis
Meningomyelozele
Meningomyelozele, Spaltmissbildung des Zentralnervensystems und seiner Hüllen, offene Form der → Spina bifida, bei der ein Teil des Rückenmarks frei an der Körperoberfläche liegt. Bei ungünstiger Lage oder großem Defekt kommt es trotz chirurgischer Versorgung zu neurologischen Ausfällen. Die Meningomyelozele ist häufig mit anderen Organmissbildungen kombiniert, z. B. mit einem → Hydrocephalus.Meningozele
Meningozele, Spaltmissbildung des Rückenmarks mit Vorwölbung der Rückenmarkshäute aus dem Wirbelkanal bei intaktem Rückenmark. Auch → Meningomyelozele.Sehen Sie auch: → Meningomyelozele
Meninx
Meninx Hirnhaut, → Meningen.Sehen Sie auch: → Meningen
Meniskus
Meniskus, halbmondförmige Zwischenscheibe aus Faserknorpel in einem Gelenk, im engeren Sinne im Kniegelenk. Ein Meniskus verbessert die Gelenkmechanik und hat Stoßdämpferfunktion. Ein ringförmiger Meniskus wird als → Diskus bezeichnet. Die Menisken im Kniegelenk bestehen aus dem C-förmigen Innenmeniskus (Meniscus medialis) und dem fast ringförmigen Außenmeniskus (Meniscus lateralis), deren Enden als Vorder- und Hinterhorn bezeichnet werden. Der Innenmeniskus ist mit dem medialen Seitenband des Knies verwachsen und daran fixiert.Sehen Sie auch: → Diskus
Meniskuseinklemmung
Meniskuseinklemmung, Einklemmung eines verletzten Meniskus im Gelenkspalt des Knies mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung und typischer federnder Streckhemmung (Blockade) des Knies.Meniskusverletzung
Meniskusverletzung, Ein- oder Abriss eines Meniskus infolge chronischer Fehlbelastung des Knies oder Gewalteinwirkung (z. B. Verdrehtrauma, typische Sportverletzung). Der innere (mediale) Meniskus ist wegen seiner Fixierung am medialen Seitenband häufiger betroffen. Die Diagnose einer Meniskusverletzung wird klinisch oder durch eine Arthroskopie bzw. eine Magnetresonanztomographie gestellt. Eine unkomplizierte Meniskusverletzung lässt sich arthroskopisch beheben. Eine unbehandelte Meniskusverletzung führt zu einer Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose).Menopause
Menopause, Zeit nach der letzten Menstruation, meist um das 50. Lebensjahr. Die Menopause ist Ausdruck der nachlassenden Hormonproduktion und markiert das Ende der natürlichen Empfängnisfähigkeit. Auch → Klimakterium.Sehen Sie auch: → Klimakterium
Menopausensyndrom
Menopausensyndrom, die Bezeichnung für Beschwerden, die typischerweise während des → Klimakteriums auftreten. Dazu gehören Schweißausbrüche (Wallungen), Schwindel und verschiedene psychische Symptome wie Reizbarkeit, depressive Verstimmung oder Konzentrationsstörungen. Zu den körperlichen Veränderungen beim Menopausensyndrom gehören eine Trockenheit der Schleimhäute im Vaginalbereich und Osteoporose.Sehen Sie auch: → Klimakteriums
Menorrhagie
Menorrhagie, verlängerte Menstruationsblutung bei normalem Monatszyklus. Auch → Hypermenorrhö.Sehen Sie auch: → Hypermenorrhö
Menschenfloh
Menschenfloh, Pulex irritans, ein Ektoparasit des Menschen, der sich in der Körperbehaarung und im Hausstaub aufhält. Die Flohbisse verursachen Juckreiz und können sich durch Aufkratzen sekundär infizieren. Krankheiten werden durch den Menschenfloh jedoch nicht übertragen. Wegen ihrer Sprungkraft und ihres harten Körpers sind Flöhe schwierig zu fangen und zu töten. Auch → Floh.Sehen Sie auch: → Floh
Menses
Menses, Abk. für → Menstruation.Sehen Sie auch: → Menstruation
Menstruation
Menstruation, Menses, Regelblutung, Periode, monatliche Abstoßung des Endometriums (Uterusschleimhaut) mit ca. 50 ml Blut durchschnittlich alle 28 Tage. Die Menstruation dauert drei bis sieben Tage und kann von Menstruationsbeschwerden begleitet sein (z. B. schmerzhafte Muskelkontraktionen des Uterus). Der Beginn der Menstruation gilt als erster Tag des → Menstruationszyklus.Sehen Sie auch: → Menstruationszyklus
Menstruationsstörung
Menstruationsstörung, → Zyklusstörung.Sehen Sie auch: → Zyklusstörung
Menstruationszyklus
Menstruationszyklus,
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mental
mental, das Gemüt oder das Denken betreffend, psychisch; seelisch, geistig. Auch → kognitiv.Sehen Sie auch: → kognitiv
Mentaltherapie
Mentaltherapie, das Heilen durch geistige (parapsychologische) Kräfte, auch über räumliche Distanz (Fernheilung). Die in der Mentaltherapie verwendeten Heilmittel wirken ebenfalls kosmisch und nichtmateriell.Mentha piperita
Mentha piperita, → Pfefferminze.Sehen Sie auch: → Pfefferminze
Menthol
Menthol, Hauptbestandteil des Pfefferminzöls. Menthol wirkt kühlend (Verdunstung bei Zimmertemperatur), leicht lokalanästhetisch, antibakteriell und wird bei Erkältung, Migräne und Insektenstichen sowie in der Aromatherapie eingesetzt.Meridiane
Meridiane, Begriff für die Leitbahnen oder -gefäße der traditionellen chinesischen Medizin. Neben den zwölf Hauptmeridianen, die im Körperinnern verlaufen, sind rund 50 oberflächliche Nebenmeridiane bekannt, über die Organe mit Blut und → Qi versorgt werden. Durch die Verbindungen zwischen den Meridianen entstehen komplexe Kreisläufe, auf die mittels → Akupunktur Einfluss genommen werden kann. Auch → Medizin, traditionelle chinesische.Merseburger Trias
Merseburger Trias, die drei Leitsymptome bei einem → Morbus Basedow: Vergrößerung der Schilddrüse (Struma), Hervortreten der Augäpfel und Herzjagen.Sehen Sie auch: → Morbus Basedow
Mesalazin
Mesalazin, Aminosalicylsäure mit entzündungshemmender Wirkung im Dickdarm, die über die Darmschleimhaut kaum resorbiert wird. Mesalazin kommt bei → Colitis ulcerosa therapeutisch und prophylaktisch zum Einsatz.Sehen Sie auch: → Colitis ulcerosa
Mescalin
Mescalin, → Meskalin.Sehen Sie auch: → Meskalin
Mesencephalon
Mesencephalon, Abschnitt des Hirnstamms zwischen Pons/Kleinhirn und Zwischenhirn (Diencephalon). Im Mesencephalon liegen Kerne des dritten bis fünften Hirnnervs. Dorsal wölbt sich die Vierhügelplatte (Lamina tecti) vor, in der die Umschaltstelle für die Hörbahn (die beiden unteren Hügel) und für die Sehbahn (die beiden oberen Hügel) liegt. Auch die Substantia nigra (→ Parkinson-Krankheit), der Nucleus ruber und der Nucleus caeruleus gehören zum Mesencephalon.Sehen Sie auch: → Parkinson-Krankheit
Mesenchym
Mesenchym, das aus dem mittleren Keimblatt (→ Mesoderm) entstandene Gewebe. Bis auf die Haut, das Nervensystem und die Verdauungsorgane ist der menschliche Körper mesenchymalen Ursprungs (Muskeln, Knochen, Herz und Gefäße, Harnorgane sowie das dazwischenliegende Bindegewebe).Sehen Sie auch: → Mesoderm
mesenterial
mesenterial, das → Mesenterium oder die darin verlaufenden Gefäße betreffend.Sehen Sie auch: → Mesenterium
Mesenterialinfarkt
Mesenterialinfarkt, akute Durchblutungsstörung des Dünndarms durch den Verschluss eines Mesenterialgefäßes, der bei entsprechender Infarktausdehnung tödlich verläuft. Ein Mesenterialinfarkt äußert sich als → akutes Abdomen mit heftigen Bauchschmerzen und muss chirurgisch versorgt werden. Bei Atherosklerose wird ein Bypass gelegt.Sehen Sie auch: → akutes Abdomen
Mesenterium
Mesenterium, Dünndarmgekröse, die Verbindung zwischen dem Dünndarm und der hinteren Bauchwand. Das Mesenterium enthält die Blutgefäße und die Nerven, die den Dünndarm versorgen und ist beidseitig vom Peritoneum (Bauchfell) bedeckt.Meshgraft
Meshgraft, freier Hautlappen aus → Spalthaut mit zahlreichen feinen Einschnitten, damit er netzartig auseinander gezogen werden kann, um eine möglichst große Wundfläche zu versorgen, z. B. bei Verbrennungen. Die Zwischenräume im Meshgraft und die offene Entnahmestelle schließen sich bei guten Wundverhältnissen innerhalb weniger Tage von selbst. Der Meshgraft wird mit einem hobelartigen Schneideapparat entnommen. Auch → Hauttransplantation.Meskalin
Meskalin, illegales Betäubungsmittel aus dem mexikanischen Peyotl-Kaktus, das einen LSD-ähnlichen Rauschzustand erzeugt. Meskalinhaltige Kakteenscheiben werden deshalb in Lateinamerika traditionell eingenommen.meso...
meso..., das mittlere, in der Mitte gelegen.Mesoderm
Mesoderm, das dritte oder mittlere Keimblatt (embryologische Zellschicht) zwischen Ektoderm und Entoderm, aus dem der größte Teil des Körpers hervorgeht (→ Mesenchym).Sehen Sie auch: → Mesenchym
Mesometrium
Mesometrium, eine Duplikatur des Bauchfells, die auf beiden Seiten des Uterus liegt.Mesosalpinx
Mesosalpinx, eine Duplikatur des Bauchfells um die Eierstöcke und Eileiter herum. Die Mesosalpinx dient als Aufhängevorrichtung der Eileiter.Mesotheliom
Mesotheliom, bösartiger Tumor des Brustfells, der zunächst in die Lunge einwächst, anschließend Tochtergeschwülste in Knochen, Nieren und Leber bildet. Das Mesotheliom ist ein insgesamt seltener Tumor, der gehäuft bei Asbestarbeitern auftritt und als Berufskrankheit anerkannt ist.Messenger-Ribonukleinsäure
Messenger-Ribonukleinsäure, → m-RNS.Sehen Sie auch: → m-RNS
metabolisch
metabolisch, den Stoffwechsel (→ Metabolismus) betreffend.Sehen Sie auch: → Metabolismus
Metabolisierung
Metabolisierung, Verstoffwechselung, Aufnahme, Einbau und Abbau von Nährstoffen oder chemischen Substanzen im Körper. Auch → Metabolismus.Sehen Sie auch: → Metabolismus
Metabolismus
Metabolismus, Stoffwechsel, hormonell und enzymatisch gesteuerte Gesamtheit der biologisch-chemischen Vorgänge im Organismus mit Abbau und Resorption von Nährstoffen sowie Aufbau und der Erhaltung der Körperbestandteile. Man unterscheidet zwischen mehreren Teilstoffwechselvorgängen, z. B. dem Fett-, den Eiweiß- und den Kohlenhydratstoffwechsel. Die zentrale Funktion des Metabolismus ist die Energiegewinnung (→ Citratzyklus) durch die "Verbrennung" von Kohlenhydraten oder Fettsäuren. Der Körper kann auch komplexe Moleküle aus einfacheren Vorläufersubstanzen bilden, z. B. Steroide. Die Stoffwechselvorgänge laufen über verschiedene Zwischenstufen und in verschiedenen Bereichen des Körpers ab, das zentrale Organ für die Stoffumsetzung ist die Leber. Das Fehlen eines Enzyms zieht schwere Krankheiten nach sich, weil ein Metabolit nicht weiter abgebaut werden kann (→ Stoffwechselkrankheiten). Der Aufbau von Körpergewebe wird als Anabolismus, der Abbau als Katabolismus bezeichnet.Metabolit
Metabolit, chemische Substanz, die im Körper (weiter) verarbeitet wird. Einige Metaboliten können im Blut nachgewiesen werden; ein Fehlen oder ein Überschuss von Metaboliten kommt bei Enzymdefekten vor.Metacarpus
Metacarpus, Mittelhand, Abschnitt der Hand zwischen Handwurzel (Carpus) und Fingern. Der Metacarpus besteht aus fünf Röhrenknochen, den kleinen Fingermuskeln und den Sehnen der langen Fingermuskeln.metakarpal
metakarpal, die Mittelhand(knochen) betreffend.Metalltherapie
Metalltherapie, äußerliche und innerliche (homöopathische) Anwendung von Metallpräparaten in der anthroposophischen Medizin (Blei, Zinn, Eisen, Gold, Kupfer, Quecksilber, Silber Antimon, Arsen und Magnesium), die den Planeten und den Organen zugeordnet sind.Metamorphose
Metamorphose, Umwandlung, zoologischer Begriff für die Verwandlung bei Amphibien oder Insekten im Verlauf der Entwicklung.Metamorphose
Metamorphose, Umwandlung, langsame Veränderung von Zellen oder Geweben aufgrund einer Krankheit oder Anpassungsreaktion. Auch → Metaplasie.Sehen Sie auch: → Metaplasie
Metaphase
Metaphase, mittlere Phase der → Mitose (Zellteilung). In der Metaphase liegen die Chromosomen in der Mittelebene der Zelle, sind durch Spiralbildung maximal verdickt und im Lichtmikroskop gut sichtbar.Sehen Sie auch: → Mitose
Metaphyse
Metaphyse, Epiphysenfuge, Abschnitt an den Enden eines Röhrenknochens zwischen der Diaphyse und der → Epiphyse, der für das Längenwachstum zuständig ist; eine Fraktur kann bei Kindern zu einer Störung des Längenwachstums führen.Sehen Sie auch: → Epiphyse
Metaplasie
Metaplasie, Gewebeumwandlung durch Anpassung, z. B. als Reaktion auf wiederholte Schädigungen. Die Schleimhaut der Bronchien bei Rauchern weist häufig Metaplasien auf (Umwandlung in Plattenepithel). Bei Zeichen der Entdifferenzierung spricht man von zellulärer → Dysplasie mit erhöhtem Krebsrisiko. Personen mit Metaplasie, z. B. des Gebärmutterhalses oder der Speiseröhre, sollten daher regelmäßig untersucht werden.Sehen Sie auch: → Dysplasie
Metastase
Metastase, Tochtergeschwulst, Ableger eines malignen Tumors (Krebs). Das erste Ziel jeder Krebstherapie besteht in der Entfernung des Primärtumors, möglichst bevor sich Metastasen gebildet haben. Eine Metastase kann jedes Organ betreffen (Fernmetastase durch hämatogene oder lymphogene Streuung) und findet sich häufig in Lunge und Leber (viszerale Metastasierung), in Knochen und Gehirn. Bei regionalen Metastasen sind die regionalen Lymphknoten befallen, die bei der operativen Entfernung des Primärtumors mit entfernt werden. Metastasen können durch Röntgenaufnahmen (Lunge), Computertomografie oder Magnetresonanztomografie (Gehirn), Sonografie (Leber) und nuklearmedizinisch (Skelett) nachgewiesen werden. Auch → Metastasierung.Sehen Sie auch: → Metastasierung
Metastasierung
Metastasierung, Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) eines malignen (bösartigen) Tumors durch Streuung von Krebszellen über die Blut- (hämatogene Streuung) und die Lymphbahn (lymphogene Streuung). Maligne Zellen können auch in der Bauchhöhle, im Liquor des Zentralnervensystems oder durch direkte Invasion eines Organs zu Metastasen heranwachsen.metastatisch
metastatisch, durch eine → Metastase verursacht.Sehen Sie auch: → Metastase
metatarsal
metatarsal, den → Metatarsus (Mittelfuß) bzw. die Mittelfußknochen (Os metatarsalia) betreffend.Sehen Sie auch: → Metatarsus
Metatarsus
Metatarsus, Mittelfuß,
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Meteorismus
Meteorismus, Blähung, überschießende Ansammlung von Darmgasen im Verdauungstrakt. Die luftgefüllten Darmschlingen sind im Röntgenbild sichtbar.Metformin
Metformin, ein → Biguanid, das zur Behandlung von → Diabetes mellitus eingesetzt wird.Methadon
Methadon, synthetisches Opiat mit morphinähnlicher Wirkung, das als starkes Schmerzmittel und als Heroinersatz in kontrollierten Drogenprogrammen verwendet wird. Es hat eine längere Halbwertszeit als Morphin oder Heroin, so dass die Entzugssymptome nach Absetzen des Methadon weniger stark ausfallen.Methämoglobin
Methämoglobin, Hämiglobin, Hämoglobin, das keinen Sauerstoff transportieren kann, durch Oxidanzien wie Anilin oder Phenacetin entsteht und dreiwertiges, oxidiertes Eisen enthält. Auch → Methämoglobinämie.Sehen Sie auch: → Methämoglobinämie
Methämoglobinämie
Methämoglobinämie, angeborene oder erworbene Erhöhung des → Methämoglobins im Blut. Normalerweise liegt weniger als ein Prozent des Häm-Eisens in dreifach oxidierter Form vor (Methämoglobin). Oxidanzien wie Nitrit lassen den Methämoglobin-Gehalt des Bluts ansteigen; da dieses Methämoglobin keinen Sauerstoff transportieren kann, kommt es bei einem Gehalt von über zehn Prozent zu Zeichen des Sauerstoffmangels, z. B. einer → Zyanose; bei weiterem Anstieg kommen Kopfschmerzen, Übelkeit und Atemnot hinzu. Eine Methämoglobinkonzentration im Blut von 60-70% ist tödlich. Das dreifach oxidierte Eisen kann mit einem reduzierenden Gegengift wie Methylenblau oder Vitamin C in seine funktionsfähige Form zurückverwandelt werden.Methanol
Methanol, Methylalkohol, der chemisch einfachste Alkohol. Methanol wird in der Industrie als Lösungsmittel verwendet und hat ähnliche Eigenschaften wie Ethanol, ist aber giftig. Eine Methanolvergiftung führt zu metabolischer Azidose und schädigt das Zentralnervensystem und besonders die → Retina (Erblindungsgefahr) vor allem durch die Abbauprodukte Ameisensäure und Formaldehyd; die tödliche Dosis liegt bei 30 bis 50 ml. Ethanol wirkt als Gegengift, da es den Abbau des Methanols verlangsamt.Sehen Sie auch: → Retina
Methionin
Methionin, eine essenzielle Aminosäure, die in vielen Proteinen enthalten ist.Methotrexat
Methotrexat, Zytostatikum, Folsäure-Antagonist, der die Wirkung der Folsäure auf Enzymebene hemmt und somit die Synthese von Nukleinsäuren verhindert. Methotrexat ist Bestandteil zahlreicher Chemotherapieschemata zur Krebsbehandlung; in geringerer Dosierung (Low-dose-Therapie) wird es auch bei schwerer Psoriasis und bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt und darf nur unter gleichzeitiger Folsäuresubstitution gegeben werden.Methylalkohol
Methylalkohol, → Methanol.Sehen Sie auch: → Methanol
Methyldopa
Methyldopa, Antihypertensivum, das nach Umwandlung in Methyl-Noradrenalin den peripheren Gefäßwiderstand senkt. Als Nebenwirkungen können Müdigkeit und Alpträume auftreten.Methylenblau
Methylenblau, Thiazinabkömmling, der in wässriger Lösung dunkelblauen Farbstoff ergibt und bei der Methylenblaufärbung in verdünnter, alkoholischer Lösung mit Kalilauge verwendet wird, z. B. zur Anfärbung von Gonokokken bei der Diagnostik einer → Gonorrhö.Sehen Sie auch: → Gonorrhö
Methylmorphin
Methylmorphin, → Codein.Sehen Sie auch: → Codein
Metoclopramid
Metoclopramid, Dopamin-Antagonist, der zur Anregung der Magen-Darm-Motorik und als → Antiemetikum gegen Übelkeit eingesetzt wird.Sehen Sie auch: → Antiemetikum
Metoprolol
Metoprolol, Beta1-Blocker, der bei Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankung und zur Migräneprophylaxe eingesetzt wird.Metritis
Metritis, Entzündung des Uterus mit Befall des Myometriums (Muskelschicht des Uterus). Auch → Endometritis.Sehen Sie auch: → Endometritis
Metronidazol
Metronidazol, spezielles Antibiotikum, das gegen anaerobe Bakterien und verschiedene Protozoen (z. B. Trichomonaden, Gardnerella vaginalis und Amöben) eingesetzt wird.Metropie
Metropie, Normalsichtigkeit. Auch → Hyperopie, → Myopie.Metroplastik
Metroplastik, eine Operation, bei der eine Fehlbildung der Gebärmutter entfernt und eine möglichst normale Gebärmutterform angestrebt wird.Metrorrhagie
Metrorrhagie, Gebärmutterblutung außerhalb der Menstruation als Hinweis auf eine hormonelle Störung, eine Infektion oder einen Tumor.Meulengracht-Syndrom
Meulengracht-Syndrom, eine Erbkrankheit mit einer Störung des Bilirubin-Stoffwechsels und einer Erhöhung des indirekten Bilirubins im Serum. Symptome sind unter anderem Oberbauchschmerzen und Ikterus.Meyer-Weigert-Regel
Meyer-Weigert-Regel, Regel, nach der bei doppelter Harnleitermündung in die Blase (Missbildung) die seitliche, obere Ureteröffnung dem unteren und die mittlere, untere Ureteröffnung dem oberen Nierenbecken entspricht.MFH
MFH, Abk. für → Magnet-Flüssigkeits-Hyperthermie.Sehen Sie auch: → Magnet-Flüssigkeits-Hyperthermie
mg
mg, Abk. für Milligramm.Mg
Mg, Abk. für → Magnesium.Sehen Sie auch: → Magnesium
MHC
MHC, Abk. für → Major histocompatibility complex.Sehen Sie auch: → Major histocompatibility complex
MI
MI, Abk. für → Myokardinfarkt oder Mitralinsuffizienz.Sehen Sie auch: → Myokardinfarkt
Miasma
Miasma, elementare, übertragbare "Urkrankheit", die sich zu verschiedenen Krankheiten entwickeln kann. Diese aus dem Altertum stammende Vorstellung wurde in der Neuzeit wieder aufgenommen und teilweise an die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst (→ Miasmenlehre). Die drei klassischen Miasmen heißen Psora, Sykose und Syphilis.Sehen Sie auch: → Miasmenlehre
Miasmenlehre
Miasmenlehre, Theorie zur Erklärung von Krankheiten auf der Basis der → Miasmen. Eine einheitliche Miasmenlehre gibt es nicht; die verschiedenen Systeme spiegeln häufig den medizinischen Kenntnisstand zur Zeit ihrer Formulierung wider. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde als viertes Hauptmiasma die Tuberkulose postuliert. Semmelweiss hielt auch das Kindbettfieber für die Folge einer Miasmenkontamination und führte die strikte Händedesinfektion vor der Untersuchung von Gebärenden ein. Die Miasmenlehre arbeitet mit körperlichen und seelischen Begriffen (holistischer Ansatz).Sehen Sie auch: → Miasmen
Micrococcus
Micrococcus, eine Gattung von grampositiven Kugelbakterien, die im Boden, im Wasser und auf der Haut vorkommen.Microsporum
Microsporum, eine Gattung von Pilzen, die Erreger der → Mikrosporie.Sehen Sie auch: → Mikrosporie
Midazolam
Midazolam, rasch und kurz wirkendes Benzodiazepin, das als Schlafmittel und als Sedativum vor medizinischen Eingriffen verwendet wird (z. B. zur Narkoseeinleitung).Midlifecrisis
Midlifecrisis, depressive Phase um das 50. Lebensjahr, typischerweise im Zusammenhang mit Alterserscheinungen, beruflichen oder ehelichen Problemen oder mit dem Auszug der Kinder aus dem Elternhaus.Mifegyne®
Mifegyne®, RU 486, »Abtreibungspille«, enthält den Wirkstoff Mifepriston, der eine Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut (Nidation) verhindert oder nach bereits erfolgter Nidation einen frühen Abort auslöst. Mifegyne® wird als Alternative zum chirurgischen → Schwangerschaftsabbruch (→ Curettage der Gebärmutter) eingesetzt und kann mit Blutungen, Übelkeit und Erbrechen einhergehen.Mifepriston
Mifepriston RU 486, "Abtreibungspille", → Mifegyne®.Sehen Sie auch: → Mifegyne®
Migräne
Migräne,
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Migration
Migration, Wanderung von Körperzellen, z. B. von Stammzellen während der Embryonalentwicklung oder von Leukozyten durch → Chemotaxis an den Ort der Entzündung im Rahmen einer Immunreaktion.Sehen Sie auch: → Chemotaxis
mikro...
mikro..., klein, wenig; nur mit dem Mikroskop erkennbar.Mikroangiopathie
Mikroangiopathie, krankhafte Veränderung bzw. Verengung der kleinen Blutgefäße (Durchmesser unter einem Millimeter), die zu Durchblutungsstörungen führt. Die bei weitem häufigste Ursache einer Mikroangiopathie ist der Diabetes mellitus, der gleichzeitig zu einer Atherosklerose der großen Arterien führt. Seltener sind Mikroangiopathien im Rahmen von Autoimmunkrankheiten. In schweren Fällen stirbt das betroffene Organ (z. B. Fuß, Niere, Retina) ab (→ Nekrose).Sehen Sie auch: → Nekrose
Mikrobe
Mikrobe, → Mikroorganismus.Sehen Sie auch: → Mikroorganismus
Mikroblutanalyse
Mikroblutanalyse, biochemische Untersuchung, für die nur eine kleine Blutmenge (Tropfen) benötigt wird. Kombinierte Analysegeräte liefern zahlreiche Resultate innerhalb von Minuten.Mikrochirurgie
Mikrochirurgie, Sammelbezeichnung für chirurgische Eingriffe an kleinen Strukturen. Neben einer ruhigen Hand benötigt der Operateur eine Lupe und besonders feine Instrumente. Mikrochirurgische Verfahren werden vor allem bei Augen-, Nerven- und Gefäßoperationen angewendet.Mikroembolisation
Mikroembolisation, → Embolie durch kleine, im Blut zirkulierende Teilchen, z. B. Cholesterin-Kristalle aus einer atherosklerotischen Plaque. Eine gezielte Mikroembolisation mit markierten Teilchen kann auch zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken herbeigeführt werden (z. B. bei der Lungenperfusions-Szintigrafie).Sehen Sie auch: → Embolie
Mikroglia
Mikroglia, einer der drei Zelltypen des Bindegewebes im Zentralnervensystem. Mikrogliazellen sind beweglich und können körperfremdes Material aufnehmen (Phagozytose).Mikrografie
Mikrografie, ein Symptom, das v. a. bei der Parkinson-Krankheit auftritt: Beim Schreiben von Hand wird die Schrift immer kleiner.Mikrogyrie
Mikrogyrie, abnorm kleine Gehirnwindungen, z. B. bei Vorliegen eines Gehirnschadens.Mikrohämaturie
Mikrohämaturie, mikroskopische Hämaturie, Blutbeimengung im Urin, die nur durch eine mikroskopische Sedimentuntersuchung erkennbar ist. Die Erythrozyten werden in einer Zählkammer ausgezählt und auf Veränderungen untersucht. Auch → Hämaturie.Sehen Sie auch: → Hämaturie
Mikroorganismus
Mikroorganismus, mit bloßem Auge nicht sichtbares Lebewesen; Bakterien wurden Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt und als Krankheitserreger erkannt. Heute unterscheidet man Bakterien, Viren, Pilze und Protozoen (kernhaltige Einzeller). In den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts wurden → Prionen als neue Krankheitserreger entdeckt.Sehen Sie auch: → Prionen
Mikrophthalmie
Mikrophthalmie, Missbildung des Auges mit zu kleinem Augapfel, häufig im Rahmen eines genetisch bedingten Syndroms.Mikropille
Mikropille, hormonales Kontrazeptivum mit reduziertem Östrogengehalt. Auch → Minipille, → Ovulationshemmer.Mikroskop
Mikroskop,
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mikroskopisch
mikroskopisch, nur mit dem (Licht-)Mikroskop erkennbar; sehr klein.Mikrosomie
Mikrosomie, → Kleinwuchs.Sehen Sie auch: → Kleinwuchs
Mikrosporie
Mikrosporie, Infektion der Haut durch den Hautpilz Microspora, typischerweise auf der Kopfhaut von Kindern, die zu kahlen, schuppenden Stellen am Kopf führt, weil die befallenen Haare abbrechen.Mikrotubuli
Mikrotubuli, Zellorganellen, röhrenförmige Strukturen im Zellinnern, die als Bestandteile des Zytoskeletts für die Form und Stabilität der Zelle mitverantwortlich sind; bei der Kernteilung bilden sie die Teilungsspindel aus und sind auch an Stoffwechselvorgängen innerhalb der Zelle beteiligt, z. B. dem Transport von synaptischen Bläschen innerhalb der Nervenzellen. Die Mikrotubuli fungieren aber auch als Bauelemente von Bewegungsorganellen wie Zilien (Wimpern), z. B. im Flimmerepithel der Eileiter.Mikroverkalkung
Mikroverkalkung, eine Kalkablagerung in der Brustdrüse. Mikroverkalkungen können mit einer Mammografie nachgewiesen werden und sind so lange als ein Hinweis auf Brustkrebs zu betrachten, bis das Gegenteil bewiesen werden kann (durch eine Biopsie und eine Untersuchung des entnommenen Gewebes).Mikrovilli
Mikrovilli, Kleinzotten der Darmschleimhaut, der Nierenkanälchen und des → Plexus choroideus. Mikrovilli sind feine, ca. ein Tausendstel Millimeter lange Ausstülpungen der Zelloberfläche, die im Dünndarm den sog. Bürstensaum bilden und die Darmoberfläche auf ca. 100 Quadratmeter vergrößern. In den Mikrovilli des Dünndarms werden Nährstoffe durch aktiven und passiven Transport resorbiert.Sehen Sie auch: → Plexus choroideus
Mikrowellen
Mikrowellen, elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge im Zentimeter- bzw. Gigahertz-Bereich; Mikrowellen erwärmen Wasser und wasserhaltiges Gewebe ohne Ionisation (nichtionisierende Strahlung).Mikrowellentherapie
Mikrowellentherapie, Einsatz von Mikrowellen in der physikalischen Therapie. Mikrowellen erzeugen je nach Wellenlänge an der Oberfläche oder in der Tiefe des Körpers Gewebserwärmung, z. B. einer Muskelpartie bei Sportverletzungen. Durch die Erwärmung werden Verkrampfungen gelöst und die Durchblutung gefördert.Mikrozephalie
Mikrozephalie, eine Verkleinerung des Schädels und des Gehirns, z. B. als Folge einer → Dysostose oder einer angeborenen Erkrankung des Gehirns.Sehen Sie auch: → Dysostose
Mikrozirkulation
Mikrozirkulation, Teil des Blutkreislaufs in den kleinen Gefäßen und Kapillaren. Eine schwere Störung der Mikrozirkulation. im ganzen Körper tritt z. B. bei einer → Sepsis auf und ist lebensbedrohlich. Die Mikrozirkulation wird durch Hormone und das vegetative Nervensystem gesteuert.Sehen Sie auch: → Sepsis
Mikrozyt
Mikrozyt, abnormal kleiner Erythrozyt mit vermindertem Volumen, meist als Hinweis auf einen Eisenmangel oder chronischen Blutverlust.Miktion
Miktion,
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Miktionsstörung
Miktionsstörung, Störung der Harnblasenentleerung, z. B. In Form einer mechanisch oder neurologisch bedingten → Harninkontinenz. Als Pollakisurie wird die häufige Abgabe von kleinen Urinmengen bezeichnet, als Dysurie Schmerzen oder Brennen während der Miktion, typischerweise bei einem Harnwegsinfekt. Das → Harnstottern oder das → Nachträufeln von Harn nach beendeter Miktion sind typische Symptome bei einer Prostatavergrößerung.Miktionsurografie
Miktionsurografie, Ausscheidungsurografie, Röntgenuntersuchung der Harnwege während der Miktion zur Darstellung des Blasenhalses und der Harnröhre durch Kontrastmittel, das in eine Vene gespritzt oder retrograd in die Harnblase eingebracht wird; die Röntgenbilder werden in kurzem Abstand angefertigt, um den Abfluss verfolgen zu können. Durch die Miktionsurografie können Fehlbildungen der Harnwege bzw. eine Verengung durch Steine oder Tumoren diagnostiziert werden. Auch → Zystourethrografie.Sehen Sie auch: → Zystourethrografie
Milbe
Milbe, Acari, kleines, kugeliges Spinnentier mit acht Beinen, das zahlreiche parasitäre Krankheiten auslösen kann. Die Krätzmilbe befällt die Haut und verursacht → Skabies. Die → Hausstaubmilbe führt bei Allergikern zu Asthma, wenn der Milbenkot eingeatmet wird. Die Stiche der → Herbstgrasmilbe führen zu stark juckenden Schwellungen, besonders an den unteren Extremitäten, und übertragen wahrscheinlich auch das FSME-Virus. Viele Tiermilben stechen bei Gelegenheit auch Menschen. Die gebräuchlichen Insektenschutzmittel halten auch Milben fern.Milch
Milch, das Sekret, das bei Säugetieren in den Milchdrüsen gebildet wird. Die Zusammensetzung der Milch entspricht genau den Bedürfnissen des Säuglings. Auch → Muttermilch.Sehen Sie auch: → Muttermilch
Milchdrüse
Milchdrüse, milchproduzierende Drüse der weiblichen Brust. Der Drüsenkörper besteht aus 12 bis 20 Lappen, deren Milchgänge einzeln in der Brustwarze münden. Unter dem Einfluss von Östrogen und Progesteron wächst die Milchdrüse; Prolaktin regt die Milchproduktion an.Milchdrüsenentzündung
Milchdrüsenentzündung, → Mastitis.Sehen Sie auch: → Mastitis
Milcheinschuss
Milcheinschuss, Beginn der Muttermilchproduktion in der Brustdrüse kurz nach der Geburt. Gegen Ende der Schwangerschaft entsteht in der Brustdrüse die Vormilch; zum Milcheinschuss kommt es unter dem Einfluss von Prolaktin und Oxytocin.Milchfluss
Milchfluss, → Galaktorrhö.Sehen Sie auch: → Galaktorrhö
Milchgebiss
Milchgebiss,
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Sehen Sie auch: → Milchzahn
Milchleiste
Milchleiste, eine Verdickung der oberen Hautschichten, die beim Embryo in den ersten Lebenswochen von der Brust bis zur Leiste ausgebildet ist. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft bildet sich die Milchleiste wieder zurück, und es bleiben nur die beiden Brustwarzen mit den darunter liegenden Milchdrüsen übrig. Wenn sich die Milchleiste nicht vollständig zurückbildet, können eine oder mehrere zusätzliche Milchdrüsen entstehen (→ Mamma, akzessorische).Sehen Sie auch: → Mamma, akzessorische
Milchsaft
Milchsaft, → Chylus.Sehen Sie auch: → Chylus
Milchsäure
Milchsäure, → Lactat.Sehen Sie auch: → Lactat
Milchsäurebakterium
Milchsäurebakterium, → Lactobazillus.Sehen Sie auch: → Lactobazillus
Milchsäurediät
Milchsäurediät, eine alternativmedizinische Krebsdiät, die auf der Vorstellung beruht, dass die Krebszellen durch den Verzehr von viel Milchsäure für Sauerstoff empfindlicher werden. Bei der Milchsäurediät werden viele Milchprodukte (Käse, Joghurt) und gekeimter Weizen gegessen. Eine Wirkung der Milchsäurediät ist nicht nachgewiesen.Milchschorf
Milchschorf, Gesichtsekzem beim Säugling, evtl. nässend und verkrustend, meist als erstes Hautzeichen einer Atopie. Auch → Neurodermitis.Sehen Sie auch: → Neurodermitis
Milchstau
Milchstau, Rückstau der Muttermilch in die Milchdrüsen und Milchgänge infolge eines Abflusshindernisses mit erhöhtem Risiko für eine → Mastitis.Sehen Sie auch: → Mastitis
milchtreibendes Mittel
milchtreibendes Mittel, Mittel zur Förderung der Milchproduktion und des Milchflusses in der Stillzeit, z. B. → Oxytocin als Nasenspray (Mastitisprophylaxe) oder Stilltees aus Kümmel, Anis und Brennnessel.Sehen Sie auch: → Oxytocin
Milchzahn
Milchzahn, Zahn des → Milchgebisses. Milchzähne sind im Vergleich zu den bleibenden Zähnen kleiner, bläulich und etwas durchscheinend.Sehen Sie auch: → Milchgebisses
Milchzucker
Milchzucker, → Lactose.Sehen Sie auch: → Lactose
Miliaria
Miliaria, Hitzepickel, juckender, hirsekornartiger Bläschenausschlag nach starkem Schwitzen infolge einer Verlegung der Ausführungsgänge der Schweißdrüsen.Miliartuberkulose
Miliartuberkulose, schwerste Form der → Tuberkulose, bei der die Tuberkulosebakterien über den Blut- oder Lymphweg über ganze Organe oder den ganzen Körper gestreut werden und zu zahlreichen kleinen Tuberkuloseherden führen. Die Miliartuberkulose entwickelt sich meist zwei Wochen nach der Primärinfektion als akute fiebrige Erkrankung, kann aber auch nach Jahren noch auftreten und geht mit schwerem Krankheitsgefühl, → Meningismus, Kopfschmerzen (Befall der Hirnhäute) und Atemnot (Befall der Lungen) einher. Unbehandelt führt die Miliartuberkulose zum Tode. Bei einer Immunschwäche werden atypische Verläufe einer Miliartuberkulose beobachtet, z. B. nach Reaktivierung einer früher abgelaufenen Tuberkulose.Milieu
Milieu, soziales Umfeld eines Menschen.Milieu
Milieu, pH-Wert eines Gewebes, z.B. saures Milieu in der Vagina.Milium
Milium, Hirsekorn, Hautgrieß, kleine mit Hornperlen gefüllte Hautzysten, die meist spontan abheilen.Milz
Milz, Lien, Splen, weiches, faustgroßes Organ im linken Oberbauch, das aus roter (weite Blutkapillaren, Milzsinus) und weißer Pulpa (Lymphfollikel) und einer umgebenden Bindegewebskapsel besteht. Die Lymphozyten in den Lymphfollikeln gehören zu den aktiven Immunzellen. In der gut durchbluteten roten Pulpa werden gealterte Erythrozyten herausgefiltert und abgebaut (sog. Blutzellmauserung). Bei ungenügender Blutbildung im Knochenmark können Blutstammzellen in der Milz die Produktion unterstützen. Die operative Entfernung der Milz (→ Splenektomie), z. B. infolge einer → Milzruptur, hat bei einem sonst gesunden Menschen abgesehen von einer möglicherweise leicht erhöhten Infektanfälligkeit keine gravierenden Folgen.Milzbrand
Milzbrand, → Anthrax.Sehen Sie auch: → Anthrax
Milzexstirpation
Milzexstirpation, → Splenektomie.Sehen Sie auch: → Splenektomie
Milzfollikel
Milzfollikel, Malpighi-Körperchen, Lymphfollikel in der Milz, weiße Pulpa der Milz, die T-Lymphozyten enthalten. Sie entsprechen weitgehend den Lymphfollikeln in den Lymphknoten und sind Teil des Immunsystems.Milzinfarkt
Milzinfarkt, akute Durchblutungstörung der Milz, meist als Folge einer arteriellen Embolie.Milzpulpa
Milzpulpa, das eigentliche Milzgewebe (Parenchym), das den größten Teil der Milz ausmacht. Die rote Pulpa ist weich, blutreich und wird von weiten Blutkapillaren (den Milzsinus) gebildet. Die weiße Pulpa besteht aus zahlreichen Lymphfollikeln (→ Milzfollikel), die als wenige Millimeter große, helle Kügelchen in der Milz sichtbar sind. Insgesamt macht die weiße Pulpa rund ein Viertel, die rote Pulpa drei Viertel des Milzvolumens aus.Sehen Sie auch: → Milzfollikel
Milzruptur
Milzruptur, Milzkapsel- und Parenchymriss mit starker innerer Blutung, entweder einzeitig (Blutung unmittelbar nach der Verletzung) oder zweizeitig (Blutung in die Kapsel mit beschwerdefreiem Intervall von Stunden bis Wochen, später Kapselriss und Blutung in die Bauchhöhle). Die Milz kann direkt verletzt werden, z. B. durch eine gebrochene Rippe, oder indirekt durch stumpfes Bauchtrauma. Bei Blutungen muss die Milzruptur operativ versorgt werden; meist ist eine → Splenektomie erforderlich.Sehen Sie auch: → Splenektomie
Milztumor
Milztumor, gutartiger oder bösartiger Tumor der Milz, z. B. aus Gefäßzellen (Hämangiom, Lymphangiom) oder Bindegewebe (Fibrom, Lipom). Bei bösartigen Milztumoren handelt es sich meist um Lymphome. Auch → Splenomegalie.Sehen Sie auch: → Splenomegalie
Mimik
Mimik, Zusammenspiel der Gesichtsmuskulatur, wichtiger Teil der nonverbalen Kommunikation. Die Mimik gibt Hinweise auf die Gemütslage eines Menschen, bei typischen Veränderungen auch über organische Erkrankungen, z. B. bei einer → Fazialislähmung oder bei der → Parkinson-Krankheit (Maskengesicht). Auch → Facies.Minderung der Erwerbsfähigkeit
Minderung der Erwerbsfähigkeit, Abk. MdE, Angabe über das Ausmaß der Beeinträchtigung durch eine → Behinderung. Diese Angabe ist u. a. wichtig für die Einschätzung bzw. Anordnung und Kostenübernahme von Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung.Sehen Sie auch: → Behinderung
Minderwertigkeitskomplex
Minderwertigkeitskomplex, Mangel an Selbstvertrauen; das Gefühl, in allen Belangen weniger wert zu sein als die Mitmenschen, sehr häufig im Rahmen von depressiven Erkrankungen.Minderwuchs
Minderwuchs, unterdurchschnittliches Körperwachstum, z. B. infolge eines Somatotropinmangels (Wachstumshormonmangel), durch Krankheiten, die zu Gedeihstörungen führen, und Ernährungsstörungen bzw. Fehl- oder Mangelernährung im Kindesalter. Auch → Kleinwuchs.Sehen Sie auch: → Kleinwuchs
Mineral
Mineral, gesteinsbildende chemische Verbindung. Mineralien entstehen, wenn sich das flüssige Erdmagma abkühlt und erstarrt. Unter günstigen Bedingungen wachsen große Einzelkristalle heran. Mineralsalze sind essenzielle Mikronährstoffe, z. B. Natrium, Kalzium, Kalium und Chlorid, und müssen regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden. Auch → Elektrolyte, → Spurenelement.Mineralcorticosteroid
Mineralcorticosteroid, → Mineralokortikoid.Sehen Sie auch: → Mineralokortikoid
Mineralisation
Mineralisation, Einbau von Mineralsalzen in ein Körpergewebe. Der Einbau von Kalziumphosphat (mit Spuren von Magnesium, Carbonat und Fluor) festigt Knochen und Zähne.Mineralokortikoid
Mineralokortikoid, Mineralcorticosteroid, Steroidhormon mit Einfluss auf den → Elektrolythaushalt bzw. Mineralstoffwechsel. Das Hauptmineralkortikoid ist das → Aldosteron aus der Nebennierenrinde. Mineralokortikoide stimulieren den aktiven Transport von Natrium aus den Nierentubuli zurück in den Kreislauf und gewinnen damit auch Wasser zurück. Indirekt werden Kalium und Protonen (Säure) unter Einfluss von Mineralkortikoiden vermehrt mit dem Urin ausgeschieden.Mineralstoffwechsel
Mineralstoffwechsel, → Elektrolythaushalt.Sehen Sie auch: → Elektrolythaushalt
Mineralwasser
Mineralwasser, Trink- oder Heilwasser aus natürlichen Quellen mit einem Mineralsalzgehalt von über einem Gramm pro Liter. Die genaue chemische Zusammensetzung ist auf der Flaschenetikette angegeben.Minipille
Minipille, orales, östrogenfreies Kontrazeptivum mit reduziertem Gestagengehalt, das die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert, nicht aber den Eisprung. Die Minipille ist nicht ganz so zuverlässig wie die klassischen Kombinationspräparate und führt zu häufigen Zwischenblutungen. Auch → Mikropille, → Ovulationshemmer.minor
minor, kleiner, der Kleinere.Minoxidil
Minoxidil, ursprünglich gefäßerweiterndes Antihypertensivum, das in der Aufbereitung als Lotion bei lokaler Anwendung auch gegen den männlichen Haarausfall (Alopecia androgenetica) helfen soll.Minusglas
Minusglas, → Konkavlinse.Sehen Sie auch: → Konkavlinse
Miosis
Miosis, Verengung der Pupille bei Lichteinfall. Die Iris wird dabei von dem ringförmigen Musculus sphincter pupillae als Blende über der Linse zusammengezogen. Eine pathologische Miosis findet sich bei neurologischen Störungen (→ Horner-Syndrom) und als typische Nebenwirkung nach Opiateinnahme. Auch → Lichtreflex, → Mydriasis.Miotikum
Miotikum, Augentropfen oder -salben, die zu einer Engstellung der Pupille führen und zur Senkung des Augeninnendrucks bei → Glaukom und vor Augenoperationen eingesetzt wird. Miotika wirken als Parasympathomimetika direkt am Sphinktermuskel der Iris.Sehen Sie auch: → Glaukom
Mischgeschwulst
Mischgeschwulst, → Mischtumor.Sehen Sie auch: → Mischtumor
Mischinsulin
Mischinsulin, Injektionslösung mit einer Kombination aus einem schnell und einem langsam wirkenden Insulin. Das gelöste Insulin wirkt innerhalb von 30 Minuten für acht Stunden, → Depotinsulin innerhalb von 90 Minuten für 24 Stunden. Mit Mischinsulin kann ein → Diabetes mellitus mit weniger Injektionen pro Tag behandelt werden als mit Einzelpräparaten. Auch → Insulin.Mischkost
Mischkost, natürliche Ernährungsform des Menschen, bei der grundsätzlich alle Nahrungsmittelgruppen eingenommen werden: Getreideprodukte, Früchte, Gemüse, Pflanzenöle, Milchprodukte, Fleisch und Fisch enthalten zum Teil unterschiedliche Nahrungsfaktoren und Spurenelemente, die sich gegenseitig ergänzen. Die Hälfte des Kalorienbedarfs sollte mit Kohlenhydraten, ein Viertel mit Fett bzw. Öl und ein Viertel mit Protein gedeckt werden.Mischtumor
Mischtumor, Mischgeschwulst, ein Tumor, an dem mehrere Gewebearten beteiligt sind und die evtl. unterschiedliches Wachstumsverhalten zeigen, z. B. ein embryonales → Teratom.Sehen Sie auch: → Teratom
Miserere
Miserere, Koterbrechen, Stuhlerbrechen, das Erbrechen von Darminhalt bei komplettem Ileus (Darmverschluss) als Zeichen einer ungünstigen Prognose.Misoprostol
Misoprostol, Prostaglandin zur Therapie und Prophylaxe von Magen- und Duodenalgeschwüren, insbesondere bei Einnahme von nichtsteroidalen Entzündungshemmern. Prostaglandine verstärken den Säureschutzmantel der Magenschleimhaut.Missbildung
Missbildung, vorgeburtliche Störung der Organbildung oder Organausreifung, die isoliert oder im Rahmen eines Syndroms auftritt und bereits bei Geburt äußerlich erkennbar sein kann (z. B. → Fallot-Tetralogie) oder sich erst später manifestiert (z. B. ein leichter Herzfehler). Viele Missbildungen sind chirurgisch korrigierbar (z. B. Lippenspalte, Analatresie), bei anderen ist das Neugeborene nicht lebensfähig. Aus der Art der Missbildung lässt sich auf den Zeitpunkt der Störung in der Embryonal- oder Fetalentwicklung schließen. Missbildungen entstehen auf verschiedene Weise (genetisch, durch Abschnürung mit Amnionfäden, teratogene Substanzen, Virusinfektionen, ionisierende Strahlung), meist findet sich jedoch keine Ursache. Auch → Thalidomid-Embryopathie.Missbrauch
Missbrauch, → Abusus.Sehen Sie auch: → Abusus
Missbrauch, sexueller
Missbrauch, sexueller, Form der Misshandlung, bei der ein Kind oder Jugendlicher von einem Erwachsenen durch sexuelle Handlungen bedrängt oder verletzt wird. Der Begriff sexueller Missbrauch reicht von der Nötigung des Opfers, den Täter zu berühren, bis zum erzwungenen Geschlechtsverkehr. Außerdem fallen darunter erzwungene sexuelle Handlungen des Opfers mit einem Dritten. Sexueller Missbrauch ist grundsätzlich strafbar; das Ausmaß der Strafe hängt vom Alter des Opfers, der Art der Handlung und dem Ausmaß der Schädigung ab, ferner davon, ob der Täter ihm untergeordnete Personen (Unzucht mit Abhängigen) oder widerstandsunfähige Personen missbraucht hat. Sexueller Missbrauch ist juristisch von sexueller Nötigung und Vergewaltigung abzugrenzen.Missempfindung
Missempfindung, → Dysästhesie.Sehen Sie auch: → Dysästhesie
Mistel
Mistel, Viscum album, immergrüne, parasitäre Pflanze, die auf dem Holz von Laub- und Nadelbäumen wächst. Die Wirkung der unterschiedlichen Mistelextrakte wird noch erforscht. Dennoch wird Mistel komplementärmedizinisch in der Krebsbehandlung eingesetzt, weil man ihr eine immunstimulierende Wirkung zuschreibt. Homöopathen verordnen sie außerdem bei Bluthochdruck, Atherosklerose und rheumatischen Erkrankungen.Mitesser
Mitesser, → Comedo.Sehen Sie auch: → Comedo
Mitochondrien
Mitochondrien, für die zelluläre Sauerstoffatmung und Energiegewinnung zuständige Zellorganellen mit einer äußeren und einer gefältelten inneren Membran, in denen ein großer Teil des → Citratzyklus abläuft. Durch Zuckerverbrennung entsteht in den Mitochondrien unter Sauerstoffverbrauch Adenosintriphosphat (ATP), das die Energie für zahlreiche biochemische Vorgänge liefert. Die → Cytochrome auf der inneren Membran und ihre Enzyme katalysieren die Reaktionen der → Atmungskette; einige Zellgifte (z. B. Zyanid) wirken über die Blockierung dieser Enzyme. Mitochondrien sind vom restlichen Zellstoffwechsel weitgehend unabhängig und vermehren sich selbständig. Vermutlich stammen die Mitochondrien von Zyanobakterien (blaugrüne Algen) ab und wurden von Einzellern vor rund zwei Milliarden Jahren als Energiefabriken einverleibt (Endosymbionten-Hypothese).Mitose
Mitose,
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Sehen Sie auch: → Meiose
Mitosegift
Mitosegift, Antimitotikum, Mitosehemmer, Wirkstoff, der die Zellteilung hemmt, entweder durch Veränderung der Chromosomen bzw. des für die Ausrichtung der Chromosomen wichtigen Spindelapparates oder durch Verhinderung der abschließenden Teilung in zwei Tochterzellen. Zu diesen Substanzen gehören Alkaloide wie Colchicin oder Vincristin, die zum Teil auch als Zytostatika in der Krebstherapie verwendet werden.Mitoserate
Mitoserate, Teilungs- und Vermehrungsgeschwindigkeit von Zellen im Körper oder in einer Zellkultur. Die Mitoserate wird durch Zählung der sich in Teilung (Mitose) befindenden Zellen unter dem Mikroskop bestimmt. Zu den Körpergeweben mit hoher Mitoserate zählen z. B. die Epidermis, die Dünndarmschleimhaut und das Knochenmark. Bösartige Tumoren haben extrem hohe Mitoseraten, daher reagieren ihre Zellen besonders empfindlich auf Mitosegifte. Dieser Umstand wird in der Zytostatikatherapie genutzt.Mitralklappe
Mitralklappe, Valva atrioventricularis sinistra, Valva mitralis, Bikuspidalklappe, zweizipflige Segelklappe, die als Ventil zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer liegt. Zu Beginn der Systole schließt sich die Mitralklappe durch die Druckerhöhung in der Herzkammer passiv, so dass kein Blut aus der Herzkammer zurück in den linken Vorhof gelangt. Die beiden Segel sind über Sehnenfäden und Papillarmuskeln an der Innenwand der linken Herzkammer befestigt. Auch → Herzklappe, → Herzklappenfehler.Mitralklappenfehler
Mitralklappenfehler, → Mitralvitium.Sehen Sie auch: → Mitralvitium
Mitralklappeninsuffizienz
Mitralklappeninsuffizienz, Erschlaffung der Mitralklappe mit Blutrückstrom in den linken Vorhof während der Systole. Durch die Mehrbelastung der linken Herzhälfte und die Drucksteigerung im Lungenkreislauf kommt es zu Atemnot und einem → Lungenödem. Eine Mitralklappeninsuffizienz ist entweder angeboren oder entsteht nach rheumatischem Fieber oder einem → Myokardinfarkt im Bereich der Papillarmuskeln. Ein Riss der Sehnenfäden (Chordae tendineae) bei bakterieller Endokarditis führt zu einer schweren akuten Mitralklappeninsuffizienz. Durch die reaktive Vergrößerung des überlasteten Herzens verschlimmert sich die Mitralklappeninsuffizienz, da die Klappensegel im ausgeweiteten Herz noch schlechter schließen. Das Ausmaß der Regurgitation (Blutrückfluss in den Vorhof) lässt sich mittels Doppler-Echokardiografie bestimmen. Mit gefäßerweiternden Mitteln kann das Herz zwar entlastet werden, eine schwere Mitralklappeninsuffizienz erfordert jedoch eine operative Korrektur, z. B. mit Klappenersatz.Mitralklappenstenose
Mitralklappenstenose, Verengung der Mitralklappe mit resultierendem Druckanstieg im linken Vorhof und damit auch im Lungenkreislauf, häufig infolge eines → rheumatischen Fiebers; die Symptome treten erst Jahre nach der akuten Erkrankung auf, wenn sich die angegriffene Klappe verdickt und verkalkt hat. Bei körperlicher Belastung steigt der Druck im Lungenkreislauf an und führt zu einem akuten Lungenödem als Erstmanifestation einer Mitralklappenstenose. Durch die pulmonale Hypertonie kommt es zu Bluthusten und Rechtsherzinsuffizienz. Eine leichte Mitralklappenstenose kann mittels Herzkatheter aufgedehnt werden; kompliziertere Formen bedürfen der operativen Versorgung.Sehen Sie auch: → rheumatischen Fiebers
Mitralsegelprolaps
Mitralsegelprolaps, meist angeborene Vorwölbung eines oder beider Mitralklappensegel in den linken Vorhof nach Klappenschluss, die bei der Herzauskultation während der Systole als Klick zu hören ist. Ein Mitralsegelprolaps ist in der überwiegenden Zahl der Fälle harmlos, kann aber zu einer minimalen bis ausgeprägten → Mitralklappeninsuffizienz führen.Sehen Sie auch: → Mitralklappeninsuffizienz
Mitralvitium
Mitralvitium, Mitralklappenfehler, Verengung (→ Mitralklappenstenose) oder Erschlaffung (→ Mitralklappeninsuffizienz) der Mitralklappe. In ca. 30% liegen beide Phänomene vor (kombiniertes Mitralvitium).Mittelblutung
Mittelblutung, in der Regel harmlose, schwache Zwischenblutung aus der Gebärmutter zur Zeit des Eisprungs.Mittelfuß
Mittelfuß, → Metatarsus.Sehen Sie auch: → Metatarsus
Mittel, galenisches
Mittel, galenisches, → Galenikum.Sehen Sie auch: → Galenikum
Mittelhand
Mittelhand, → Metacarpus.Sehen Sie auch: → Metacarpus
Mittelmeeranämie
Mittelmeeranämie, → Thalassämie.Sehen Sie auch: → Thalassämie
Mittelmeerfieber
Mittelmeerfieber, familiäres Mittelmeerfieber, erbliche, vermutlich autoimmunbedingte Krankheit mit wiederholten Fieberattacken und Schmerzen in Bauch, Brustkorb und Gelenken. Die Krankheit kommt besonders bei Völkern des Nahen Ostens vor. Für die Lebenserwartung ist eine lebenslange Anfallsprophylaxe mit Colchicin entscheidend, da die Anfälle das Risiko eines Nierenversagens drastisch erhöhen.Mittelmeerfieber
Mittelmeerfieber, → Brucellose, Malta-Fieber, eine durch Brucella melitensis verursachte, bakterielle Infektionskrankheit.Sehen Sie auch: → Brucellose
Mittelohr
Mittelohr, Auris media, der zwischen Trommelfell und Innenohr gelegene Abschnitt des Gehörorgans. Das Mittelohr ist eine lufthaltige Einbuchtung in der Schädelbasis und vom Innenohr, vom Gehirn und von der Vena jugularis nur durch eine dünne Knochenschicht getrennt. In der Paukenhöhle (Tympanum) liegen die drei → Gehörknöchelchen, die die Trommelfellvibrationen an das Innenohr weitergeben. Nach vorn steht das Mittelohr über die Tuba auditiva mit dem Rachen in Verbindung, hinten geht die Paukenhöhle in die Kammern des Mastoids über. Zwei Muskeln, die an den Gehörknöchelchen ansetzen, regulieren über ihre Spannung die Verstärkung der Schallwellen.Sehen Sie auch: → Gehörknöchelchen
Mittelohrentzündung
Mittelohrentzündung, → Otitis media.Sehen Sie auch: → Otitis media
Mittelohrschwerhörigkeit
Mittelohrschwerhörigkeit, Beeinträchtigung des Gehörs aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung des Mittelohrs. Eine Schallleitungsstörung im Mittelohr entsteht z. B. bei einem Riss des Trommelfells, bei Mittelohrentzündung oder bei einem Cholesteatom (gutartige Geschwulst aus verhornendem Plattenepithel). Zerstörte Gehörknöchelchen können mittels → Tympanoplastik ersetzt werden. Auch → Innenohrschwerhörigkeit, → Schallempfindungsschwerhörigkeit.Mittelschatten
Mittelschatten, Bezeichnung für das → Mediastinum in der Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax), das sich beim Gesunden deutlich vom Lungengewebe abhebt. Auf der Thoraxaufnahme sind die Umrisse des Herzens und der großen Blutgefäße (z. B. Aortenbogen) sowie die Wirbelsäule und das Brustbein zu erkennen.Sehen Sie auch: → Mediastinum
Mittelschmerz
Mittelschmerz, harmloser, evtl. einseitiger Unterleibsschmerz zum Zeitpunkt des Eisprungs.Mittelstrahlurin
Mittelstrahlurin, Urinprobe, die in der Mitte des Wasserlassens gewonnen wird, damit Bakterien, die sich evtl. in der Harnröhrenöffnung befinden, nicht in die Probe gelangen. Dadurch wird die bakteriologische Untersuchung aussagekräftiger.Mixtur
Mixtur, flüssige Arzneimischung. Schüttelmixturen müssen zur homogenen Verteilung der Inhaltsstoffe vor Gebrauch geschüttelt werden.Mnemotechnik
Mnemotechnik, Lernmethode zur Verbesserung der Gedächtnisleistung.mnestisch
mnestisch, das Gedächtnis betreffend. Auch → Amnesie.Sehen Sie auch: → Amnesie
Mo
Mo, Abk. für Molybdän, chemisches Element (Schwermetall) und essenzielles Spurenelement für den Menschen.Mo
Mo, die klinische Abkürzung für → Morphin (Opiat).Sehen Sie auch: → Morphin
Mobbing
Mobbing, ungerechtfertigte, systematische Ausgrenzung und Verspottung von Einzelpersonen durch eine Gruppe, besonders in Schulklassen oder am Arbeitsplatz. Die betroffenen Personen entwickeln infolge der psychischen Probleme häufig psychosomatische Beschwerden wie Schmerzen, Müdigkeit, Depressionen oder Magen-Darm-Krankheiten.mobil
mobil, beweglich, in der Medizin oft im Sinne von "zu beweglich" verwendet.Mobilisationstherapie
Mobilisationstherapie, die Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit nach einer Verletzung oder Erkrankung. Im engeren Sinn bezeichnet die Mobilisationstherapie das passive Durchbewegen versteifter Gelenke mit gezielter Kraftanwendung zur Lösung von synovialen Verklebungen. Im weiteren Sinn versteht man unter Mobilisationstherapie auch andere physiotherapeutische Übungen zur Verbesserung einer eingeschränkten Gelenkfunktion.Mobilisierung
Mobilisierung, stufenweise körperliche Aktivierung nach langer Bettlägerigkeit, einer Operation oder einem Herzinfarkt. Der Begriff Mobilisierung kann auch nur ein Gelenk betreffen: → Mobilisationstherapie.Sehen Sie auch: → Mobilisationstherapie
Mobilität
Mobilität, Grad der Beweglichkeit eines Patienten, insbesondere der Gehfähigkeit. Die Einschränkung der Mobilität kann durch Krankheit oder Unfall verursacht oder zur Schonung verordnet werden, z. B. nach Herzinfarkt. Unter Gelenkmobilität versteht man die Beweglichkeit einzelner Gelenke.Modalität
Modalität, die Art und Weise, wie sich Krankheitssymptome im Alltag beeinflussen lassen (in der Homöopathie).Modalität
Modalität, subjektive Qualität von Empfindungen.MOF
MOF, Abk. für "Multiple organ failure", → Multiorganversagen.Sehen Sie auch: → Multiorganversagen
Mohn
Mohn, Papaver somniferum, Pflanzengattung mit mehreren Arten, darunter der Klatschmohn und der Schlafmohn (Papaver somnium). Aus dem Milchsaft der Fruchtkapsel des Schlafmohns wird Opium gewonnen.Mol
Mol, internationale Zähleinheit der Stoffmenge in der Chemie. Ein Mol einer chemisch einheitlichen Substanz enthält 6,023 x 10 23 Teilchen (Atome oder Moleküle). Zum Abmessen eines Mols, z. B. für eine chemische Reaktion, wiegt man die Menge einer Substanz in Gramm ab, die ihrem Molekulargewicht entspricht. Das Mol ist über den Kohlenstoff (Atomgewicht 12) definiert; 12 Gramm Kohlenstoff entsprechen damit einem Mol.Molalität
Molalität, Molanzahl eines gelösten Stoffes pro Kilogramm Lösungsmittel. Auch → Molarität.Sehen Sie auch: → Molarität
molar
molar, die Mahlzähne (Backenzähne) betreffend ( → Molar ).Sehen Sie auch: → Molar
molar
molar, die → Molarität betreffend: Konzentration einer Substanz in einem Liter Lösungsmittel.Sehen Sie auch: → Molarität
Molar
Molar, Mühlstein, Mahlzahn (Backenzahn) des bleibenden Gebisses mit zwei- bzw. dreiteiliger Wurzel. Im Ober- und Unterkiefer rechts und links sind jeweils drei Molaren vorhanden. Der hinterste Molar (sog. Weisheitszahn) erscheint nicht vor dem 16. Lebensjahr und ist auch nicht bei allen Menschen ausgebildet.Molarität
Molarität, Konzentration einer Substanz in einem Liter Lösungsmittel, mol/l (nicht Kilogramm). Auch → Molalität.Sehen Sie auch: → Molalität
Molekül
Molekül, aus zwei oder mehr Atomen bestehender Verband, der durch kovalente, "chemische" Bindungen zusammengehalten wird und nicht weiter teilbar ist, ohne seinen Eigenschaften zu verändern. Chemisch reine Substanzen bestehen aus identischen Molekülen. Viele anorganische Moleküle setzen sich aus wenigen Atomen zusammen; organische Moleküle zeichnen sich durch Kohlenstoffketten und -ringe aus und können sehr groß sein (z. B. DNS-Strang, d. h. ein Chromosom). Diese von Lebewesen hergestellten, komplexen Verbindungen werden auch als Biomoleküle bezeichnet.Molekularbiologie
Molekularbiologie, Fachrichtung der Biologie, die den molekularen Aufbau von Lebewesen und ihre biochemischen Reaktionen untersucht, z. B. die Struktur und Funktion von Nukleinsäuren und Enzymen, Transportmechanismen in der Zellmembran und die genauen Wirkmechanismen von Medikamenten. Heutzutage ist man davon überzeugt, dass in lebendigen Organismen dieselben Naturgesetze gelten wie in der unbelebten anorganischen Materie. Auch → Genetik.Sehen Sie auch: → Genetik
Molenschwangerschaft
Molenschwangerschaft, → Blasenmole.Sehen Sie auch: → Blasenmole
Molke
Molke, fett- und kaseinfreie Milch, die bei der Käseherstellung anfällt. Kasein ist das Hauptprotein der Milch; es kann durch Säurezugabe ausgeflockt werden ("Milchgerinnung"). Molke ist kalorienarm und enthält Laktose, Proteine, Vitamine und Spurenelemente.Molkekur
Molkekur, befristete Reduktionsdiät mit viel frischer Molke (sog. Molkefasten) zur Gewichtsabnahme.Molluscum contagiosum
Molluscum contagiosum, Dellwarze, Hautinfektion durch ein Virus der Pockengruppe, das durch direkten Kontakt übertragen wird und weiche Hautpapeln mit einer zentralen Delle von zwei bis fünf Millimetern Durchmesser verursacht. Die Papeln treten oft gruppiert auf und verschwinden nach Wochen, manchmal auch erst nach Jahren.Monarthritis
Monarthritis, Entzündung eines einzelnen Gelenks im Gegensatz → Polyarthritis, z. B. bei Tuberkulose oder Gonorrhö.Sehen Sie auch: → Polyarthritis
Monatsblutung
Monatsblutung, → Menstruation.Sehen Sie auch: → Menstruation
Mönchspfeffer
Mönchspfeffer, Agnus castus, eine Pflanze aus der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae), deren Inhaltsstoffe den Hormonhaushalt (z. B. Prolaktin) beeinflussen.Mongolenfleck
Mongolenfleck, ein tief in der Haut (Dermis) liegender großer, bläulich erscheinender Nävus (Nävus caeruleus) oberhalb des Gesäßes ohne Krankheitswert, wie er häufig bei asiatischen Völkern nach der Geburt zu beobachten ist.Mongolismus
Mongolismus, → Down-Syndrom.Sehen Sie auch: → Down-Syndrom
Monitoring
Monitoring, Überwachung, kontinuierliche, über einen längeren Zeitraum durchgeführte Beobachtung und Aufzeichnung lebenswichtiger Funktionen bei Risikopatienten (z. B. auf einer Intensivstation), aber auch aus diagnostischen Gründen (z. B. in einem Schlaflabor). Die registrierten Parameter beziehen sich vor allem auf Atmung und Kreislauf, bei Bedarf können aber weitere Daten wie EEG, Hirndruck, Körpertemperatur, Körperposition oder Muskelaktivität registriert, an eine zentrale Rechnereinheit geleitet und dort auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Der Computer kann so programmiert werden, dass bei Über- oder Unterschreitung bestimmter Grenzwerte ein Alarm ausgelöst wird. Während einer Operation mit Narkose werden beim Monitoring zusätzlich die Sauerstoff-, Kohlendioxid- und Narkosegas-Konzentrationen in der Atemluft gemessen. Im weiteren Sinn bezeichnet Monitoring jegliche Art von Überwachung oder regelmäßiger Kontrolle.mono...
mono..., einzel, einzeln, ein. Auch → poly..., → multi...Monoaminoxidase
Monoaminoxidase, → MAO.Sehen Sie auch: → MAO
Monoaminoxidase-Hemmer
Monoaminoxidase-Hemmer, → MAO-Hemmer.Sehen Sie auch: → MAO-Hemmer
Monoarthritis
Monoarthritis, → Monarthritis.Sehen Sie auch: → Monarthritis
Monochromasie
Monochromasie, seltene, angeborene Farbsinnstörung, bei der nur einer der drei Zapfentypen, meist der blaue, in der Netzhaut vorhanden ist. Monochromaten können gewisse Farbtöne erkennen bzw. erraten, sind also nicht komplett farbenblind. Ein vollständiges Fehlen der Sehzapfen führt zur totalen Farbenblindheit (ebenfalls selten) mit reinem Schwarzweiß-Sehen: → Achromatopsie oder Monochromasie im weiteren Sinn.Sehen Sie auch: → Achromatopsie
monoklonal
monoklonal, von einem einzigen Zellklon abstammend, z. B. monoklonale → Antikörper. In den Siebzigerjahren wurden Methoden entwickelt, um einzelne B-Lymphozyten in der Zellkultur zu vermehren und zur Produktion monoklonaler Antikörper anzuregen. Diese Antikörper sind untereinander identisch, damit sehr spezifisch und werden therapeutisch und diagnostisch genutzt. Bei der natürlichen Immunantwort im Körper produzieren die B-Lymphozyten polyklonale Antikörper. Auch → Klon.monokular
monokular, nur ein Auge betreffend; mit nur einem Auge (z. B. Sehtest). Auch → binokular.Sehen Sie auch: → binokular
Mononeuritis
Mononeuritis, Mononeuropathie, Entzündung eines einzelnen Nervs. Sind mehrere voneinander unabhängige Nerven betroffen, spricht man von Mononeuritis multiplex. Auch → Polyneuritis.Sehen Sie auch: → Polyneuritis
Mononucleosis infectiosa
Mononucleosis infectiosa, Pfeiffer-Drüsenfieber, Monozytenangina, Kissing disease, Drüsenfieber, Kusskrankheit, grippeähnliche Erstinfektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), die im Kindesalter in der Regel kaum bemerkt wird, bei Infektion im jungen Erwachsenenalter jedoch zu Fieber, Rachenentzündung mit schmutzig-grauen Belägen auf den Rachenmandeln und schmerzhaften Lymphknotenschwellungen im Halsbereich führt. Das Virus wird durch Speichel übertragen (daher Kusskrankheit) und vermehrt sich in den B-Lymphozyten des Rachenraums. Die Mononukleose, also der Nachweis von 60% bis 80% leukämieähnlicher, großer, einkerniger lymphoider Leukozyten (Downey-Zellen) im Blutbild bei Erhöhung der Gesamtleukozytenzahl auf 25.000/mm³, resultiert aus der Ausschleusung reaktiv veränderter, atypischer T-Lymphozyten aus den infizierten lymphatischen Geweben. Die Diagnose wird durch den Nachweis spezifischer Antikörper (im Schnelltest) bestätigt. Komplikationen (hämolytische Anämie, Milzschwellung und -riss, Gehirn- und Herzmuskelentzündung) sind selten.Mononucleotide
Mononucleotide, einzelne Nukleinsäuren, aus denen durch Polymerisation die DNS- und RNS-Ketten aufgebaut werden. Ein Mononucleotid besteht aus drei Untermolekülen: einer Base (Adenin, Guanin, Thymin, Uracil oder Cytosin), einem Zucker (Ribose oder Desoxyribose) und einer Phosphatgruppe.mononukleär
mononukleär, einkernig (besonders Leukozyten), eine Zelle mit einem einzelnen, unsegmentierten Zellkern (im peripheren Blut Lymphozyten und Monozyten).Mononukleose
Mononukleose, Vermehrung von (evtl. abnormen) einkernigen (mononukleären) Leukozyten im Blutbild, z. B. bei Leukämie und bei der → Mononucleosis infectiosa (Pfeiffer-Drüsenfieber).Sehen Sie auch: → Mononucleosis infectiosa
Monoparese
Monoparese, → Monoplegie.Sehen Sie auch: → Monoplegie
Monoplegie
Monoplegie, Lähmung einer einzelnen Muskelgruppe bzw. einer einzelnen Extremität, z. B. durch Schädigung eines Nervs oder einer Spinalwurzel. Auch → Hemiplegie, → Paraplegie.Monosaccharid
Monosaccharid, Einfachzucker, Grundmoleküle der zusammengesetzten → Kohlenhydrate. Die verschiedenen Monosaccharide unterscheiden sich in der Anzahl der Kohlenstoffatome und der räumlichen Anordnung der OH-Gruppen. Aus Monosacchariden bilden sich unter Abspaltung von Wasser Di-, Oligo- und Polysaccharide. Viele Monosaccharide schmecken süß, z. B. Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) und Galaktose.Sehen Sie auch: → Kohlenhydrate
Monotherapie
Monotherapie, medikamentöse Behandlung mit nur einem Wirkstoff, das Gegenteil der Kombinationstherapie.monozygot
monozygot, eineiig, aus einer einzigen befruchteten Eizelle (Zygote) entstanden, z. B. Zwillinge.Monozyt
Monozyt, Vorläuferzelle der → Makrophagen mit unsegmentiertem Kern, die rund drei Tage im peripheren Blut kreisen, bevor sie in verschiedene Gewebe einwandern und dort zu gewebsspezifischen, ortsständigen Makrophagen ausreifen. Die Monozyten machen ca. fünf Prozent der Gesamtleukozyten im peripheren Blut aus.Sehen Sie auch: → Makrophagen
Monozytenangina
Monozytenangina, → Mononucleosis infectiosa.Sehen Sie auch: → Mononucleosis infectiosa
Monozytopenie
Monozytopenie, eine Verminderung der Monozyten im Blut; die untere Normgrenze liegt bei 200 Zellen pro Mikroliter.Monozytose
Monozytose, Erhöhung der Monozyten im Blut auf mehr als 8%, z. B. in der Erholungsphase nach einer Infektion oder Chemotherapie (monozytäre Abwehrphase), aber auch bei → Malaria oder → Hepatitis.Mons pubis
Mons pubis, anatomische Bezeichnung für das Fettpolster im Bereich der Schambehaarung bzw. der Symphyse ("Venushügel") bei Frauen.Montezumas Rache
Montezumas Rache, umgangssprachliche Bezeichnung für Durchfallerkrankungen während oder nach einer Reise in südliche Länder. Auch → Reisedurchfall.Sehen Sie auch: → Reisedurchfall
Moorbad
Moorbad, Liegebad in einer warmen bis heißen, halbflüssigen Torf-Wasser-Mischung mit hoher Wärmekapazität. Als Vorstufe der Braunkohle besteht Torf aus anaerob abgebautem Pflanzenmaterial und enthält u. a. Huminsäuren, Gerbsäure, Mineralsalze und Östrogene. Moorbäder werden vor allem bei rheumatischen Erkrankungen und gynäkologischen Hormonstörungen eingesetzt.Moorpackung
Moorpackung, lokale Anwendung einer heißen Torf-Wasser-Mischung als Wickel. Auch → Moorbad.Sehen Sie auch: → Moorbad
Moos, isländisches
Moos, isländisches, Lichen islandicus, Flechte mit Schleim- und Bitterstoffen mit appetitanregender und leicht antimikrobieller Wirkung.Mora-Therapie
Mora-Therapie, → Bioresonanztherapie, bei der schwache elektromagnetische Schwingungen an der Körperoberfläche abgeleitet, verarbeitet und dem Organismus wieder zugeführt werden. Dadurch sollen störende Schwingungen neutralisiert werden.Sehen Sie auch: → Bioresonanztherapie
morbid
morbid, krank; in schlechtem Allgemeinzustand.Morbidität
Morbidität, Prozentsatz einer Bevölkerung, die an einer bestimmten Krankheit leidet. Auch → Inzidenz, → Prävalenz.Morbilli
Morbilli, → Masern.Sehen Sie auch: → Masern
morbilliform
morbilliform, masernähnlicher Ausschlag, z. B. bei allergischer Reaktion. Auch → Masern (Morbilli).Sehen Sie auch: → Masern
Morbus
Morbus, Krankheit, Krankheitsbild, das nach dem Erstbeschreiber benannt wird, z. B. Morbus Basedow, Morbus Crohn oder Morbus Wilson.Morbus Addison
Morbus Addison, → Addison-Krankheit.Sehen Sie auch: → Addison-Krankheit
Morbus Basedow
Morbus Basedow, Basedow-Krankheit, autoimmunentzündliche Erkrankung der Schilddrüse mit gesteigerter Produktion von Schilddrüsenhormonen, die zu Nervosität, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Tremor, Wärmeunverträglichkeit und Gewichtsabnahme trotz gesteigertes Appetits führt. Das auffälligste klinische Zeichen ist der → Exophthalmus (vortretende Glanzaugen). Beim Morbus Basedow handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper die Schilddrüse zu übermäßiger Hormonproduktion stimulieren. Die Therapie erfolgt medikamentös, durch Bestrahlung mit Radioiod oder operativ.Sehen Sie auch: → Exophthalmus
Morbus Crohn
Morbus Crohn, Crohn-Krankheit, Enteritis regionalis, chronisch-entzündliche, schubförmig verlaufende Erkrankung des Dünn- und Dickdarms, selten unter Einbeziehung von Magen und Speiseröhre, vermutlich aufgrund einer immunologischen Dysregulation. Die Darmschleimhaut ist stellenweise ödematös aufgetrieben (sog. Pflastersteinrelief) und über lange Strecken geschwürig verändert. Die Erkrankung geht mit teilweise heftigen Schmerzzuständen, schweren, manchmal blutigen Durchfällen, Gewichtsverlust, Fieber, Abszessen in der Analgegend und den typischen Fistelbildungen einher. Die Therapie erfolgt überwiegend medikamentös (Mesalazin, Sulfasalazin, Immunsuppressiva, in akuten Schüben Kortisonpräparate lokal und systemisch). Manchmal ist eine chirurgische, möglichst sparsame Resektion von besonders schwer befallenen Darmabschnitten nicht zu umgehen.Morbus haemolyticus neonatorum
Morbus haemolyticus neonatorum, Neugeborenenerythroblastose, hämolytische Anämie des Neugeborenen durch mütterliche Antikörper gegen die kindlichen Erythrozyten, z. B. wenn die Mutter Rhesus-negativ und das Kind Rhesus-positiv ist. In leichten Fällen kommt es durch den Erythrozytenabbau nur zu einer Anämie mit Bilirubinerhöhung im Blut des Kindes. In schweren Fällen erschöpfen sich die Blut bildenden Organe, so dass sich eine schwere → Anämie entwickelt, die zu Sauerstoffunterversorgung und Schäden des ganzen Organismus führt. Bei hohen Bilirubinwerten besteht darüber hinaus die Gefahr eines Hirnschadens (→ Kernikterus). Die Erkrankung beginnt bereits während der Schwangerschaft durch Plazentapassage der vom mütterlichen Immunsystem gebildeten Antikörper. Bei leichten Fällen reicht eine → Fototherapie aus, in schwereren Fällen ist eine Austauschtransfusion erforderlich. Auch → Rhesus-Inkompatibilität.Morbus Parkinson
Morbus Parkinson, → Parkinson-Krankheit.Sehen Sie auch: → Parkinson-Krankheit
Morbus Wilson
Morbus Wilson, Wilson-Syndrom, Kupferspeicherkrankheit, hepatolentikuläre Degeneration, autosomal rezessiv vererbte Störung des Kupferstoffwechsels infolge einer gestörten Coeruloplasminsynthese. Coeruloplasmin hat die Aufgabe, Kupfer zu binden und zu transportieren; 95% des Serumkupfers liegen normalerweise gebunden vor. Aufgrund des Coeruloplasminmangels lagern sich freie Kupferionen über Jahre im gesamten Körper ein und führen u. a. zu einem Zerfall von → Ganglienzellen im Nervensystem mit überschießender Bildung abnormer → Gliazellen in den Stammganglien, bräunlicher Hautverfärbung und Leberschäden. Daraus resultieren motorische und psychische Störungen mit ausgeprägten intellektuellen Einbußen, Hepatitis und Leberzirrhose sowie der charakteristische Kayser-Fleischer-Ring der Hornhaut (grünbräunliche, ringförmige Kupferablagerungen). Mit Kaliumsulfat zur Hemmung der Kupferaufnahme und Penicillamin zur Förderung der Kupferausscheidung lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern.moribund
moribund, sterbenskrank.Morning-after-Pille
Morning-after-Pille, "Pille danach", hochdosierte Progesteron-Östrogen-Kombination, die bis zu zwei Tagen nach erfolgter Befruchtung eine Schwangerschaft verhütet, indem sie die Einnistung des befruchteten Eis in die Gebärmutterschleimhaut verhindert. Aufgrund der hohen Hormonbelastung sollte diese Art der Schwangerschaftsverhütung Ausnahmefällen vorbehalten bleiben, da sie meist mit starken Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen) einhergeht. Auch → Interzeption.Sehen Sie auch: → Interzeption
Moro-Reflex
Moro-Reflex, physiologischer Primitivreflex des Neugeborenen und Säuglings, der durch kurzzeitiges Kippen des Kopfes nach hinten in Rückenlage in Form einer Umklammerungsbewegung der Arme ausgelöst wird ("Schreckreflex" durch Vestibularisreizung). Der Moro-Reflex verschwindet nach dem vierten bis sechsten Lebensmonat.Morphe
Morphe, Form, Erscheinungsbild.Morphin
Morphin, Morphium, Hauptinhaltsstoff des Schlafmohns bzw. Opiums mit hohem Suchtpotenzial und Prototyp der Opiate; hochwirksames Schmerzmittel, das der → Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung unterliegt und speziell nach Operationen, bei Tumorschmerzen und bei Herzinfarkt eingesetzt wird. Außerdem wirkt es sedierend, ein Nebeneffekt, der manchmal erwünscht, manchmal unerwünscht ist. Zu den Nebenwirkungen gehören Pupillenverengung, Verstopfung, Atemdepression (bei Überdosierung Atemlähmung) und eine Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie). Morphin bindet als reiner Agonist an verschiedene Typen von Opiatrezeptoren im Rückenmark und Gehirn und ist chemisch eng mit Heroin verwandt.Sehen Sie auch: → Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung
Morphinantagonist
Morphinantagonist, → Opiatantagonist.Sehen Sie auch: → Opiatantagonist
Morphium
Morphium, Morphin, Morphinum, veraltete Bezeichnung für → Morphin.Sehen Sie auch: → Morphin
Morphologie
Morphologie, Erscheinungsform, die Gestalt.Morphologie
Morphologie, in der Zoologie der anatomische Vergleich verschiedener Organismen.Mortalität
Mortalität, Sterberate, Sterbeziffer, Anteil der Bevölkerung, der innerhalb eines definierten Zeitraums an bestimmten Erkrankungen verstorben ist (Sterbefälle pro 100.000 Männer bzw. Frauen und Jahr, aufgeteilt nach Todesursachen). Die Mortalität einer Krankheit kann durch bessere Behandlungsmethoden oder geeignete Vorbeugungsmaßnahmen gesenkt werden. Klinisch wird der Begriff auch im Sinne von → Letalität verwendet; dabei werden die Todesfälle nur auf erkrankte Personen bezogen.Sehen Sie auch: → Letalität
Morula
Morula, Maulbeere, Bezeichnung für den menschlichen Keim in den ersten Tagen ("Maulbeerstadium"), nachdem die befruchtete Eizelle begonnen hat, sich zu teilen und bevor die Anlagen für den eigentlichen Embryo und die Plazenta in der → Blastozyste ("Bläschenstadium") erkennbar werden.Sehen Sie auch: → Blastozyste
Moskito
Moskito, Stechmücke, Stechfliege, Überträger zahlreicher tropischer Infektionskrankheiten, z. B. Malaria, Filariose, Gelbfieber und anderer hämorrhagischer Fieber. Zu den biologischen Gattungen von medizinischer Bedeutung zählen u. a. Culex (Gehirnentzündungen), Anopheles (Malaria), Tsetse (Schlafkrankheit) und Aedes (Gelbfieber, Dengue-Fieber etc.).Motilität
Motilität, Bewegungsaktivität der glatten Muskulatur, meist des Magen-Darm-Trakts. Die Magen-Darm-Motilität kann medikamentös gesteigert (z. B. bei Obstipation) oder gehemmt werden (z. B. bei Durchfall).Motologie
Motologie, Lehre der Bewegungsabläufe und -vorgänge beim Menschen und der entsprechenden Funktionen des Bewegungsapparats. Der akademische Grad Diplom-Motologe wird nach einem entsprechenden Studium verliehen; er ermächtigt zur Mototherapie - also der Behandlung von Bewegungsstörungen. Auch → Motopädie.Sehen Sie auch: → Motopädie
Motoneuron
Motoneuron, efferente Nervenzelle, die direkt die willkürliche Muskulatur versorgt. Die Zellkörper der Motoneurone liegen im Vorderhorn des Rückenmarks (bzw. im Hirnstamm). Sie erhalten erregende und hemmende Impulse aus dem motorischen System, insbesondere "Befehle" aus dem motorischen Kortex über die Pyramidenbahn. Das Axon des Motoneuron verläuft als motorische Faser in den Nerven und bildet für eine Gruppe von Muskelzellen die motorischen Endplatten. Spezielle Motoneurone innervieren die Muskelspindeln. Auch → Muskeldehnungsreflex, → Pyramidenbahn, → Reflexbogen.Motopädie
Motopädie, der Mototherapie nahe stehende Behandlung von Patienten mit Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen, die sich auch auf das psychische Befinden auswirken kann. Die berufliche Qualifikation beruht auf einer Zusatzausbildung nach Abschluss eines anderen Heilberufes, z. B. Krankengymnastik.Motorik
Motorik, Fähigkeit, die willkürlichen Muskeln gezielt und koordiniert zu bewegen; daran sind das Gehirn (Rinde, Kleinhirn, Hirnkerne), das Rückenmark, die peripheren Nerven und die Muskeln beteiligt. Komplexe motorische Störungen liegen z. B. bei der → Parkinson-Krankheit, einer → Cerebralparese und bei einigen psychischen Erkrankungen vor.motorisch
motorisch, die → Motorik bzw. das motorische System betreffend.Sehen Sie auch: → Motorik
Mototherapie
Mototherapie, Behandlung von Bewegungsstörungen. Auch → Motopädie.Sehen Sie auch: → Motopädie
Mouches volantes
Mouches volantes, fliegende Mücken, optische Erscheinung durch Trübungen im Glaskörper des Auges ("Mückensehen").Moxibustion
Moxibustion, Moxa, ostasiatische Therapieform, bei der Heilkräuter an bestimmten Körperstellen verbrannt werden, z. B. getrocknete Beifußblätter, und die hauptsächlich der Konstitutionsstärkung und der Vorbeugung von Krankheiten dient.MPA
MPA, Abk. für → Praxisassistentin, medizinische.Sehen Sie auch: → Praxisassistentin, medizinische
MRI
MRI, Abk. für Magnetic resonance imaging, → Magnetresonanztomografie.Sehen Sie auch: → Magnetresonanztomografie
m-RNA, m-RNS
m-RNA, m-RNS, Messenger-RNS, einsträngige, komplementäre Ribonukleinsäure-Kopie des DNS-Doppelstrangs. Diese "Boten"-RNS trägt die Geninformation aus dem Zellkern ins Plasma, wo im endoplasmatischen Retikulum gemäß der m-RNS-Basensequenz spezifische Proteine entstehen. Zwischen der → Transkription und der → Translation wird die m-RNS verarbeitet, d. h. es werden Abschnitte herausgeschnitten. → Auch Ribonucleinsäure.MRT
MRT, Abk. für → Magnetresonanztomografie.Sehen Sie auch: → Magnetresonanztomografie
MS
MS, Abk. für → Multiple Sklerose.Sehen Sie auch: → Multiple Sklerose
MSA
MSA, Abk. für → Multisystematrophie.Sehen Sie auch: → Multisystematrophie
MTA
MTA, Abk. für medizinisch-technischer Assistent / medizinisch-technische Assistentin.Mucin
Mucin, Muzin, Sammelbezeichnung für (in Verbindung mit Wasser) schleimbildende Substanzen, z. B. Zucker-Protein-Komplexe unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung.Mücken
Mücken, → Anopheles, → Moskito.Mückensehen
Mückensehen, → Mouches volantes.Sehen Sie auch: → Mouches volantes
muco...
muco..., → muko...Sehen Sie auch: → muko...
Mucolyticum
Mucolyticum, → Mukolytikum.Sehen Sie auch: → Mukolytikum
Mucopolysaccharid
Mucopolysaccharid, Substanz aus einer Gruppe chemischer Verbindungen, die aus einer Kohlenhydratkette mit verschiedenen sulfat- und aminhaltigen Gruppen bestehen. Mucopolysaccharide bilden die Grundsubstanz für muköse Sekrete (Schleim) und das lockere Bindegewebe.Mucopolysaccharidose
Mucopolysaccharidose, Gruppe der lysosomalen Speicherkrankheiten, bei denen ein überwiegend autosomal-rezessiv erblicher Enzymdefekt zur Akkumulation von → Mucopolysacchariden (vor allem Heparan- und Dermatansulfat) in den Zellen führt, die mit Knochen- und Gelenkschäden, Hornhauttrübung und - bei einigen Formen - mit geistiger Behinderung einhergeht; die Klinik ist jedoch sehr variabel. Eine Therapie ist nicht möglich. Betroffene Familien können durch pränatale Gendiagnostik erfahren, ob das ungeborene Kind den Enzymdefekt geerbt hat.Sehen Sie auch: → Mucopolysacchariden
Mucosa
Mucosa, → Mukosa.Sehen Sie auch: → Mukosa
Mucus
Mucus, → Mukus.Sehen Sie auch: → Mukus
Müdigkeitssyndrom
Müdigkeitssyndrom, → Chronic Fatigue Syndrome.Sehen Sie auch: → Chronic Fatigue Syndrome
muko...
muko..., muco..., schleimartig, Schleim betreffend.mukokutan
mukokutan, Haut und die Schleimhäute betreffend.Mukolytikum
Mukolytikum, Mucolyticum, Expektorans, Sekretolytikum, Substanz bzw. Medikament, das bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr zähen Schleim in den Atemwegen löst und das Abhusten erleichtert.mukös
mukös, schleimig, schleimproduzierend. Drüsen mit viskösem Sekret werden als mukös, Drüsen mit wässrigem Sekret als serös bezeichnet.Mukosa
Mukosa, Schleimhaut, nicht verhornendes Epithel der inneren Körperoberflächen, z. B. des Mundes, des Magen-Darm-Trakts und der Bronchien. Die Mukosa enthält Zellen oder Drüsen, deren Schleim die Oberfläche feucht hält und sie vor schädigenden Einflüssen schützt. Zudem dient die Mukosa der Abgabe und Aufnahme von Substanzen im Magen.Mukoviszidose
Mukoviszidose, zystische Fibrose, CF, häufigste schwere, autosomal-rezessiv vererbte genetische Erkrankung in Europa. Der Gendefekt betrifft ein Ionentransport-Protein in der Zellmembran. Er führt dazu, dass die → exokrinen Drüsen sehr zähes, salzreiches Sekret produzieren, das besonders in den Bronchien (→ Bronchopneumonien), im Darm (→ Malabsorption), in der Leber (→ Leberzirrhose) und in der Bauchspeicheldrüse (→ Pankreasinsuffizienz) Probleme verursacht. Im Kindesalter häufen sich Infektionen der Luftwege, die im Laufe der Jahre zu einer Lungenfibrose mit pulmonaler Hypertonie und Rechtsherzversagen (Cor pulmonale) führt. Mit der Zeit kommt eine Pankreasinsuffizienz hinzu, die medikamentös und diätetisch bis zu einem gewissen Grad behandelbar ist; bei Neugeborenen ist ein Darmverschluss z. B. als → Mekoniumileus möglich. Die Diagnose wird über den Nachweis eines erhöhten Salzgehalts im Schweiß gestellt. Heute ist die Diagnose auch pränatal durch genetische Untersuchungen möglich. Die Krankheit verläuft trotz verbesserter Therapie tödlich; etwa 80% der Patienten erreichen das 30. Lebensjahr.Sehen Sie auch: → exokrinen → Bronchopneumonien → Malabsorption → Leberzirrhose → Pankreasinsuffizienz → Mekoniumileus
Mukozele
Mukozele, Zyste, die durch Schleimretention in einer Drüse entstanden ist, z. B. durch ein mechanisches Hindernis im Ausführungsgang oder zu zähes Sekret.Mukus
Mukus, Schleim, Mucus, von Schleimdrüsen und Schleimzellen produziertes, zähflüssiges Sekret, das die Schleimhaut überzieht, sie vor schädlichen Einflüssen schützt und z. B. im Verdauungstrakt als Gleitmittel dient.Mull
Mull, steriler, lockerer Verbandsstoff, der als Tupfer, Kompressen o.ä. verwendet wird.multi...
multi..., poly..., mehrfach.multifaktoriell
multifaktoriell, eine Krankheit oder ein Symptom, das durch mehrere Faktoren bedingt ist.Multifokalglas
Multifokalglas, spezielles Brillenglas, das scharfes Sehen in mehreren Entfernungen ermöglicht. Das Bifokalglas ist für die Nah- und Fernsicht getrennt geschliffen.Multiinfarktdemenz
Multiinfarktdemenz, hochgradige intellektuelle Einschränkung aufgrund von zahlreichen kleinen → Hirninfarkten infolge ausgeprägter Arteriosklerose der kleinen Hirnarterien, die mit auffälliger Vergesslichkeit einhergeht. Die Therapie beschränkt sich auf eine Verzögerung des Prozesses.Sehen Sie auch: → Hirninfarkten
Multimorbidität
Multimorbidität, gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Erkrankungen bei einer Person, die sich teilweise überschneiden oder in ihrer Auswirkung auf die Gesundheit gegenseitig verstärken. Bei einem multimorbiden Patienten sind die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt, da Interaktionen zwischen verschiedenen Medikamenten berücksichtigt werden müssen.Multiorganversagen
Multiorganversagen, akutes Versagen mehrerer Organe gleichzeitig bei einem Kreislaufschock oder einer Vergiftung. Die mangelhafte Blut- und Sauerstoffzufuhr im Organismus führt zum Funktionsverlust vitaler Organe wie Gehirn, Nieren, Leber, Lunge und Herz; bei längerer Dauer kommt es zu bleibenden Schäden zum Hirntod. Mit intensivmedizinischer Unterstützung (Beatmung, Flüssigkeitskontrolle usw.) ist eine Erholung unter Umständen möglich.Multipara
Multipara, eine Frau, die mehrere Kinder geboren hat.Multiple-Chemical-Sensitivity-Syndrom
Multiple-Chemical-Sensitivity-Syndrom, Abk. MCS-Syndrom, vielfache Chemikalienüberempfindlichkeit. Weitgehend ungeklärtes Krankheitsbild. U. a. können Abgeschlagenheit, Atemwegsbeschwerden, Konzentrationsschwierigkeiten, Herz-Kreislauf- u. Verdauungsprobleme Symptome der Erkrankung sein. Als Ursache werden eine Vielzahl chemischer Umweltfaktoren diskutiert.Multiple Sklerose
Multiple Sklerose,
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Sehen Sie auch: → Optikusneuritis
Multisystematrophie
Multisystematrophie, Abk. MSA, Erkrankung mit Degenerationserscheinungen und Verlust von Nervenzellen in mehreren Strukturen des zentralen Nervensystems.Mumifikation
Mumifikation, Konservierung einer Leiche aus rituellen Gründen, wie es aus dem alten Ägypten und aus Andenkulturen bekannt ist; die Konservierung kann auch unabsichtlich, z.B. durch Kälte oder rasche Austrocknung, stattfinden.Mumifikation
Mumifikation, "trockenes", infektionsfreies Absterben eines Körperteils, meist wegen mangelnder Durchblutung. Auch → Gangrän.Sehen Sie auch: → Gangrän
Mumps
Mumps, Ziegenpeter, akute Virusinfektion (Kinderkrankheit) mit Befall der Speicheldrüsen und manchmal der Bauchspeicheldrüse, der Hoden, des Gehirns und anderer Organe. Die Übertragung erfolgt durch Speichel (Tröpfcheninfektion); nach einer Inkubationszeit von zwei bis drei Wochen kommt es zu Fieber und einer schmerzhaften Entzündung der Speicheldrüsen, besonders der Ohrspeicheldrüsen (Parotitis). Zwar verläuft eine Mumpsinfektion oft harmlos, wegen der möglichen Komplikationen (z. B. Infertilität bei Jungen durch Hodenbeteiligung oder Taubheit durch Nervenschädigung) wird die aktive Immunisierung dringend empfohlen. Mumps ist eine hochinfektiöse Erkrankung und breitet sich daher in Kindergärten und Schulen rasch aus. Auch → Mumps-Meningoenzephalitis, → Mumps-Orchitis.Mumps-Meningoenzephalitis
Mumps-Meningoenzephalitis, Befall der Hirnhäute und des Gehirns als Komplikation einer Mumpsinfektion. Eine leichte Entzündungsreaktion im Liquor (Pleozytose) mit gering ausgeprägtem → Meningismus tritt bei ca. 30% der Fälle auf und bleibt ohne Folgen. Eine schwere Enzephalitis kann zu einem → Hirnödem, Krämpfen, bleibender Taubheit und als Spätkomplikation zu einem → Hydrocephalus führen.Mumps-Orchitis
Mumps-Orchitis, Befall der Hoden als Komplikation bei einer Mumpsinfektion; tritt bei ca. einem Viertel der Fälle auf. Die schmerzhafte Entzündung dauert einige Tage und verschwindet meist ohne Folgen. Sind beide Hoden betroffen, kann sich eine Hodenatrophie mit resultierender Sterilität entwickeln.Münchhausen-Syndrom
Münchhausen-Syndrom, psychiatrische Erkrankung, bei der die Betroffenen eine Krankheit vortäuschen und sich selber körperliche Schäden zufügen, um (medizinische) Aufmerksamkeit zu erregen und eine stationäre Behandlung oder eine Operation zu erzwingen. Häufig handelt es sich um Personen aus medizinischen Berufen. Das Münchhausen-Syndrom gilt nicht als Simulation oder Versicherungsbetrug, sondern als Ausdruck einer behandlungsbedürftigen neurotischen Fehlentwicklung.Mundbeatmung
Mundbeatmung, lebensrettende Notfallmaßnahme bei bewusstlosen Patienten ohne selbstständige Atemtätigkeit, z. B. bei Schädel-Hirn-Trauma oder Vergiftung. Dabei bläst der Helfer im normalen Atemrhythmus Luft durch den Mund in die Lungen des Patienten (→ Mund-zu-Mund-Beatmung oder → Mund-zu-Nase-Beatmung). Bei stabilem Kreislauf und freien Atemwegen erhält der Bewusstlose damit genügend Sauerstoff, um das Überleben zu sichern, bis er wieder spontan atmet oder maschinell beatmet werden kann.Mundentzündung
Mundentzündung, → Stomatitis.Sehen Sie auch: → Stomatitis
Mundfäule
Mundfäule, ungenaue Bezeichnung für eine schwere, ulzeröse Infektion der Mundhöhle, besonders bei bakterieller (Super-)Infektion oder einer → Stomatitis durch Herpesviren.Sehen Sie auch: → Stomatitis
Mundgeruch
Mundgeruch, Geruch der Ausatmungsluft, der in vielen traditionellen Medizinsystemen und auch in der modernen Medizin diagnostisch verwertet wird (Foetor). Die menschliche Nase erkennt flüchtige Stoffe wie Ethanol (nach Alkoholgenuss), Amine (bei Leberversagen), Ammoniak (bei Nierenversagen) oder Ketone (bei diabetischem Koma).Mundgeruch
Mundgeruch, bei mangelnder Mundhygiene oder chronischen bakteriellen Infektionen der Luftwege oder Mundhöhle (z.B. Tonsillitis) entsteht ein unspezifischer, unangenehmer Mundgeruch.Mundtrockenheit
Mundtrockenheit, → Xerostomie.Sehen Sie auch: → Xerostomie
Mundwasser
Mundwasser, → Speichel, besonders das seröse Speicheldrüsensekret, das in Aussicht auf eine Mahlzeit vermehrt produziert wird.Sehen Sie auch: → Speichel
Mundwasser
Mundwasser, Lösung zur Mundspülung mit desinfizierender Wirkung.Mundwinkelrhagade
Mundwinkelrhagade, schmerzhafter entzündlicher Hauteinriss im Bereich der Mundwinkel, z. B. bei Gebissproblemen, einer Candida-Infektion, Vitaminmangel oder bei → atopischer Dermatitis.Sehen Sie auch: → atopischer Dermatitis
Mund-zu-Mund-Beatmung
Mund-zu-Mund-Beatmung, Methode der → Mundbeatmung, bei der die Hilfsperson nach Nasenblockade (Zuhalten) die Luft durch den Mund des Bewusstlosen in die Lungen bläst.Sehen Sie auch: → Mundbeatmung
Mund-zu-Nase-Beatmung
Mund-zu-Nase-Beatmung, die Methode der → Mundbeatmung, bei der die Hilfsperson die Luft durch die Nase des Bewusstlosen in die Lungen bläst. Dazu wird der Kopf des Patienten leicht nach hinten gekippt und sein Mund mit der Hand geschlossen.Sehen Sie auch: → Mundbeatmung
mural
mural, die Wand eines Hohlorgans betreffend. Auch → intramural.Sehen Sie auch: → intramural
Musculus
Musculus, Muskel, Abk. M., sämtliche Bezeichnungen für Muskeln des menschlichen Körpers beginnen in der anatomischen Nomenklatur mit Musculus.Musiktherapie
Musiktherapie, Behandlungsform, die die Auswirkungen von Musik auf den Menschen gezielt nutzt, entweder allgemein zur Beruhigung und Entspannung (z. B. bei Kindern vor einer Operation) oder spezieller zur Therapie schwerkranker Menschen. Dazu gehören u. a. Patienten, die lange bewusstlos waren oder psychisch Kranke, deren Fähigkeit, Kontakt mit der Umwelt aufzunehmen, durch eine Musiktherapie erleichtert oder erst (wieder) hergestellt wird. Musiktherapie kann man an verschiedenen Hochschulen oder privaten Schulen studieren.Muskarin
Muskarin, giftige Ammoniumverbindung, die in verschiedenen Pilzen (z. B. Fliegenpilz) vorkommt und zu gefährlichen körperlichen und seelischen Ausfällen führt. Die Wirkung kann mit Atropin aufgehoben werden.Muskat
Muskat, Myristica fragrans, eine Baumart, deren Samen (Muskatnuss) als Gewürz und zur Herstellung von Heilmitteln verwendet werden. Traditionellerweise werden Muskatnuss-Zubereitungen zur Behandlung von Durchfall und Verdauungsstörungen eingesetzt. Eine Überdosierung kann zu psychischen Symptomen wie Bewusstseinsveränderungen und Halluzinationen führen.Muskel
Muskel, Musculus,
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Sehen Sie auch: → distalen
Muskelatrophie
Muskelatrophie, Muskelschwund, Amyotrophie, Abnahme der Muskelmasse oder einer Muskelgruppe, z. B. infolge Trainingsmangels nach Ruhigstellung einer Extremität (Gipsverband). Eine Denervation eines Muskels, also die Schädigung seines Motoneurons durch Verletzung oder Krankheit führt ebenfalls zu einer Atrophie. Auch amyotrophische → Lateralsklerose.Sehen Sie auch: → Lateralsklerose
Muskelbiopsie
Muskelbiopsie, Entnahme einer Muskelprobe mit einer Hohlnadel o.ä. zur mikroskopischen und biochemischen Untersuchung, z. B. zur Diagnose einer neuromuskulären Erkrankung oder in der Sportmedizin.Muskeldehnungsreflex
Muskeldehnungsreflex, Sehnenreflex, unwillkürlicher einfacher Reflex, dessen Bahn weitgehend bekannt ist: Die kurzfristige Dehnung eines Muskels (z. B. durch sanften Schlag auf seine Sehne mit einem Reflexhammer oder der Handkante) löst über die Muskelspindeln einen afferenten Impuls im Hinterhorn des Rückenmarks aus. Dieser Impuls wird im Rückenmark direkt an das Motoneuron des gedehnten Muskels weitergegeben, der sich daher als Reaktion auf die Dehnung zusammenzieht. Über Zwischenneurone werden gleichzeitig die antagonistischen Muskeln gehemmt. Auch → Patellarsehnenreflex, → Reflex.Muskeldystrophie
Muskeldystrophie, heterogene Gruppe von Muskelerkrankungen, die zu allgemeiner Muskelschwäche führen. Die häufigste Muskeldystrophie ist das → Duchenne-Syndrom.Sehen Sie auch: → Duchenne-Syndrom
Muskeleigenreflex
Muskeleigenreflex,
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Muskelentspannung nach Jacobson
Muskelentspannung nach Jacobson, → Relaxation, progressive.Sehen Sie auch: → Relaxation, progressive
Muskelentspannung, progressive
Muskelentspannung, progressive, → Relaxation, progressive.Sehen Sie auch: → Relaxation, progressive
Muskelerkrankung, progressive
Muskelerkrankung, progressive, Sammelbezeichnung für eine unaufhaltsam fortschreitende Muskeldystrophie, z. B. die Duchenne-Dystrophie (→ Duchenne-Syndrom).Sehen Sie auch: → Duchenne-Syndrom
Muskelfaser
Muskelfaser, Muskelzelle,
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Muskel, glatter
Muskel, glatter, Muskeltyp der unwillkürlichen viszeralen Muskulatur (Eingeweidemuskulatur). Mikroskopisch sind die Myofibrillen kaum erkennbar, die Muskelzellen erscheinen glatt. Glatte Muskulatur wird vom vegetativen Nervensystem innerviert und ist in vielen Hohlorganen als Teil der Organwand vorhanden, z. B. im Magen-Darm-Trakt.Muskelkater
Muskelkater, leichte bis ausgeprägte Schmerzen im Anschluss an eine Überbelastung der Muskulatur. Die Schmerzen treten meist am Folgetag auf, verstärken sich evtl. und verschwinden nach einigen Tagen wieder. Als Ursache des Muskelkaters vermutet man diffuse mikroskopische Faserrisse im ermüdeten Muskel mit resultierenden Ödemen.Muskelkontraktion
Muskelkontraktion, Zusammenziehen eines Muskels mit Kraftfortleitung auf die Sehnen bzw. deren Ansatzpunkte. Unwillkürliche Kontraktionen eines Skelettmuskels werden als Zucken oder Krämpfe bezeichnet.Muskelkrampf
Muskelkrampf, Spasmus, unwillkürliche, willentlich nicht beeinflussbare, schmerzhafte Kontraktion eines Skelettmuskels, häufig durch ungenügende Blutzufuhr in einem statisch arbeitenden Muskel. Ein Muskelkrampf wird durch festen, stetigen Gegendruck gelöst.Muskel, quer gestreifter
Muskel, quer gestreifter, Muskeltyp der willkürlichen Skelettmuskulatur und des Herzens. Mikroskopisch bilden die ausgerichteten Myofibrillen deutliche Querstreifen. Quer gestreiftes Muskelgewebe ist leistungsfähiger als glattes und feiner innerviert. Die Herzmuskulatur ist quer gestreift, besitzt aber ein besonderes Reizleitungssystem und einen eigenen Impulsgenerator.Muskelreflexzonenmassage
Muskelreflexzonenmassage, Therapieform, bei der durch Anregung bestimmter Muskelgruppen (als sog. Projektionszonen) die inneren Organe beeinflusst werden. Die Muskelreflexzonenmassage wird vor allem bei Schmerzzuständen angewendet.Muskelrelaxans
Muskelrelaxans, Substanz zur Senkung des Muskeltonus. Zentral (über das Gehirn) wirkende Muskelrelaxantien werden als Spasmolytika bei neuromuskulären Erkrankungen eingesetzt. Peripher wirkende Substanzen blockieren die Signalübertragung in der motorischen Endplatte (curareähnliche Wirkung); sie führen zu einer kompletten Lähmung und werden nur bei Operationen mit Vollnarkose eingesetzt.Muskelschwund
Muskelschwund, → Muskelatrophie.Sehen Sie auch: → Muskelatrophie
Muskelspindel
Muskelspindel, Dehnungsrezeptor aus fünf bis zehn speziellen Muskelzellen, der in unterschiedlicher Zahl im Muskelgewebe vorhanden ist. Die intrafusalen Muskelfasern, also die in der Spindel gelegenen Zellen, werden gesondert motorisch innerviert. Bei Dehnung des Muskels bzw. der Muskelspindel entsteht ein afferenter Nervenimpuls. Durch die Muskelspindeln ist es möglich, die Lage des Körpers oder von Körperteilen im Raum wahrzunehmen.Muskeltest, kinesiologischer
Muskeltest, kinesiologischer, ein wichtiger Test in der → Kinesiologie. Dabei wird z. B. die Haltekraft des ausgestreckten Arms getestet, um eine Krankheitsursache (z. B. ein Allergen) zu eruieren oder das beste Heilmittel zu wählen.Sehen Sie auch: → Kinesiologie
Muskeltonus
Muskeltonus, Grundspannung eines Muskels. Ein Haltemuskel (z. B. Nackenmuskulatur) weist über lange Zeit einen relativ hohen Tonus auf. Eine pathologische Erhöhung des Muskeltonus wird je nach Form als Rigidität oder Spastizität bezeichnet. Der Muskeltonus ist die Summe der Einzelkontraktionen der Muskelzellen; er kann mit der Elektromyografie genau bestimmt werden.Muskelzelle
Muskelzelle, → Muskelfaser.Sehen Sie auch: → Muskelfaser
Muskelzerrung
Muskelzerrung, Muskelverletzung, bei der Muskelfasern überdehnt werden oder sogar reißen. Eine Muskelzerrung entsteht infolge eines Traumas, z. B. beim Sport ohne genügendes vorheriges Aufwärmen, und geht mit Schmerzen im betroffenen Muskel, evtl. auch einem sichtbaren Bluterguss einher. Behandelt wird mit Ruhigstellung und Kühlung. Eine Muskelzerrung heilt innerhalb weniger Tage bis Wochen ab.Muskelzittern
Muskelzittern, → Tremor.Sehen Sie auch: → Tremor
muskulär
muskulär, die Muskeln betreffend, durch die Muskeln bedingt. Auch → neuromuskulär.Sehen Sie auch: → neuromuskulär
Muskulatur
Muskulatur,
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Mutagen
Mutagen, eine chemische Substanz, ein Virus oder eine Strahlung (z. B. radioaktive Strahlung), die Veränderungen (Mutationen) am Erbgut (DNS) verursachen. Eine mutagene Substanz birgt große Gesundheitsrisiken; man vermutet, dass Mutagene auch als → Karzinogene wirken.Sehen Sie auch: → Karzinogene
Mutation
Mutation, Erbgutänderung. Mutationen spielen eine zentrale Rolle in der Genetik und der biologischen Evolution; sie sind für das plötzliche Auftreten neuer Erbmerkmale in einer Population verantwortlich. Einzelmutationen kommen durch den Austausch eines einzigen Basenpaars in der DNS (und damit einer Aminosäure) zustande (z. B. Sichelzellenanämie). Durch das Verschieben eines ganzen Genblocks (sog. springende Gene) entstehen ebenfalls Mutationen. Eine Mutation in einem Onkogen kann eine einzige Zelle zum Krebswachstum anregen. Mutationen in Körperzellen sind nicht vererbbar. Auch → Chromosomenaberration, → Chromosomenmutation.Mutilation
Mutilation, Verstümmelung, vor allem an Händen und Füßen. Mutilationen kommen z. B. bei → Lepra, → Sklerodermie und manchen Formen der → Porphyrie vor, Selbstverstümmelungen bei psychisch schwer kranken Menschen.Mutismus
Mutismus, Verweigerung bzw. Unfähigkeit, trotz funktionstüchtigem Sprechorgan zu sprechen, z. B. bei verschiedenen psychischen Erkrankungen (Depressionen, Schreckstarre, Stupor). Der akinetische Mutismus ist eine spezielle Form der Hirnschädigung.Mütterberatung
Mütterberatung, individuell ausgerichtete medizinische und soziale Empfehlungen für Frauen mit einem neugeborenen Kind, die auf der → Schwangerenberatung aufbauen. Mit Kleinkindern unerfahrene Frauen lernen in den Tagen vor und nach der Geburt, wie sie ihr Kind am besten ernähren und pflegen und welche Unterstützungsmöglichkeiten sie bekommen können.Sehen Sie auch: → Schwangerenberatung
Mutterkorn
Mutterkorn, Claviceps purpurea, ein auf Getreide (vor allem Roggen) wachsender Pilz, der einen braunvioletten Zapfen bildet. Die im Mutterkorn enthaltenen sog. → Mutterkornalkaloide können zu Vergiftungen führen, besonders zu Gefäßkonstriktionen mit Ischämie (→ Ergotismus oder Sankt-Antons-Feuer) und werden daher in vorsichtiger Dosierung zur Blutstillung bei Gebärmutterblutungen eingesetzt.Mutterkornalkaloid
Mutterkornalkaloid, Inhaltsstoff des Mutterkorns. Mutterkornalkaloide bestehen aus einem vierteiligen Ergolinring. Natürliche und (halb-)synthetische Mutterkornalkaloide wirken über verschiedene Rezeptortypen (u. a. über Serotonin- und Dopaminrezeptoren) und werden als Medikamente eingesetzt, z. B. Ergotamin (als Migräneprophylaxe), Bromocriptin (ein Dopamin-Agonist) oder Methylergometrin (bei Uterusnachblutung). Auch → Alkaloid.Sehen Sie auch: → Alkaloid
Mutterkuchen
Mutterkuchen, → Plazenta.Sehen Sie auch: → Plazenta
Muttermal
Muttermal, → Nävus.Sehen Sie auch: → Nävus
Muttermilch
Muttermilch, Frauenmilch, Sekret der weiblichen Brustdrüsen, das dem Säugling in den ersten Lebensmonaten als ausschließliche Nahrung dient. Die sog. reife Muttermilch wird erst ab dem zehnten bis fünfzehnten Tag nach der Geburt gebildet, zuvor wird die Flüssigkeit als Kolostrum und Übergangsmilch bezeichnet. Im Vergleich zur Kuhmilch enthält die Muttermilch mehr Laktose (sie schmeckt süßer) und weniger Proteine. Mit der Muttermilch nimmt der Säugling auch Antikörper auf. Viele fettlösliche Substanzen im Körper der Mutter, z. B. Medikamente oder Gifte, können über Muttermilch auf den Säugling übertragen werden.Muttermund
Muttermund, Öffnung der Gebärmutter zur Vagina. Bei einer Frau, die noch nie geboren hat, ist der Muttermund punktförmig auf der → Cervix uteri sichtbar, nach einer oder mehreren Geburten strich- oder sternförmig. Die Öffnung des Muttermundes unter der → Geburt ist für den Geburtshelfer ein wichtiger Hinweis darauf, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist. Bei komplett "verstrichenem" Muttermund (Öffnung größer als zehn Zentimeter) beginnt die Austreibungsphase.Mutterpass
Mutterpass, nach einem bestimmten Muster gefertigtes Heft, in das der behandelnde Arzt Angaben zu jeder Schwangerschaft, Entbindung und zum Zustand des Neugeborenen macht. Der Mutterpass enthält u. a. die Ergebnisse von Blutuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen, dem Zustand des Kindes, möglichen Risikofaktoren für die Schwangerschaft oder Entbindung usw.Mutterschaftsrichtlinien
Mutterschaftsrichtlinien, gesetzliche Richtlinien für die ärztliche Betreuung von Schwangeren und Frauen nach der Entbindung. Dazu gehören u. a. die Feststellung der Schwangerschaft, die regelmäßige Untersuchung der Schwangeren, die Beratung über Schwangerschaft und Geburt und die Ausstellung eines Mutterpasses. Auch → Schwangerenberatung, → Schwangerenvorsorgeuntersuchungen.Mutterschutzgesetz
Mutterschutzgesetz, Abk. MuSchG, besonderer rechtlicher Schutz für Schwangere und Mütter, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Nach dem Mutterschutzgesetz darf die Schwangere bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausüben (z. B. Nachtdienste), sie muss während der Zeit des Mutterschutzes über einen bestimmten Zeitraum vor und nach der Geburt nicht arbeiten, erhält jedoch einen finanziellen Ausgleich (Mutterschaftsgeld). Zusätzlich unterliegen die Schwangeren bzw. Mütter einem besonderen Kündigungsschutz und haben Recht auf Elternzeit.Müttersterblichkeit
Müttersterblichkeit, Anzahl der Todesfälle im Zeitraum des Wochenbetts, die auf eine Schwangerschaft, eine Entbindung oder deren Folgen zurückzuführen sind, pro 100.000 Lebendgeborenen.Muzin
Muzin, → Mucin.Sehen Sie auch: → Mucin
muzinös
muzinös, schleimig.Myalgie
Myalgie, Schmerzen in einem Muskel oder der gesamten Muskulatur. Der Muskelkater ist eine häufige und harmlose Form der Myalgie. Eine Muskelprellung verursacht heftige Schmerzen bei der Kontraktion des verletzten Muskels. Eine diffuse Myalgie ist typisch für grippale Infekte. Eine Myalgie tritt auch als Symptom bei rheumatischen Erkrankungen auf (sog. Weichteilrheumatismus), z. B. bei der → Polymyalgia rheumatica und dem systemischen Lupus erythematodes. Bei rheumatischen Erkrankungen sind oft auch die Muskelsehnen und deren Ansatzstellen betroffen.Sehen Sie auch: → Polymyalgia rheumatica
Myasthenia gravis
Myasthenia gravis, Muskelschwäche aufgrund einer autoimmunen Schädigung der motorischen Endplatten der Skelettmuskulatur. Die → Autoantikörper sind gegen die Acetylcholin-Rezeptoren gerichtet; deren Zahl bei der Myasthenia gravis vermindert ist. Es kommt zu rascher Ermüdbarkeit und Kraftlosigkeit. Als erste Muskeln sind oft die Augenlider (Ptose) und die Augenmuskeln (Doppelbilder) betroffen. Besonders gefürchtet sind Schluck- und Atemlähmungen. Der Verlauf ist variabel; durch die Gabe von Acetylcholinesterase-Hemmern (z. B. Prostigmin) und Immunsuppression kann der Krankheitsprozess meist verlangsamt werden.Sehen Sie auch: → Autoantikörper
Myasthenie
Myasthenie,
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Mycet
Mycet, → Pilz.Sehen Sie auch: → Pilz
myc...
myc..., myco..., myk(o)..., Wortteil mit der Bedeutung Pilz.Mycobacterium
Mycobacterium, vielfältige und weit verbreitete Bakteriengattung mit säurefester Zellwand, die einen hohen Lipidanteil hat (Wachshülle). In der Anfärbung erscheinen Mykobakterien als rote Stäbchen. Mycobacterium tuberculosis ist Erreger der Tuberkulose; seine Oberflächenlipide verhindern die erfolgreiche Phagozytose (die Bakterien überleben in den Makrophagen) und sind für den immunologisch komplexen Verlauf der → Tuberkulose verantwortlich. Die Lepra wird von einem ähnlichen Erreger, dem Mycobacterium leprae, verursacht. Eine Reihe anderer Mykobakterien sind nur unter bestimmten Umständen pathogen (atypische Mycobakteriose, z. B. bei Immunschwäche).Sehen Sie auch: → Tuberkulose
Mycosis fungoides
Mycosis fungoides, bösartige Erkrankung der T-Lymphozyten (Non-Hodgkin-Lymphom) mit Infiltrationen der Haut, die sich als gerötete Knoten manifestieren. In einem späteren Stadium können Tumornekrosen auftreten. Die Mycosis fungoides spricht nur mäßig auf Chemotherapie an.Mydriasis
Mydriasis, Mydriase, Pupillenerweiterung, physiologischerweise bei geringem Lichteinfall, also beim Dämmerungssehen, mit verminderter Tiefenschärfe. Die Mydriase kommt durch die Kontraktion des sympathisch innervierten Pupillenmuskels zustande. Die Einnahme stimulierender Substanzen, z. B. Kokain, führt ebenfalls zu einer Mydriasis. Auch → Miosis, → Mydriatikum.Mydriatikum
Mydriatikum, Medikament (meist in Form von Augentropfen) zur Erweiterung der Pupille (Mydriasis) vor einer Augenuntersuchung. Die parasympatholytischen Mydriatika (Atropin, Scopolamin) lähmen auch den Ziliarmuskel und verursachen somit eine Akkommodationsstörung; therapeutisch werden sie eingesetzt, um den vorderen Augenabschnitt bei einer Entzündung ruhig zu stellen. Die Wirkung der Sympathomimetika wie Phenylephrin ist auf die Pupille beschränkt.Myelin
Myelin, lipidhaltige Grundsubstanz, die Nervenaxone als → Myelinscheide umgibt. Das myelinhaltige Gewebe in Hirn und Rückenmark entspricht der weißen Substanz. Die Multiple Sklerose führt als sog. demyelinisierende Krankheit zu lokalisierten Myelinverlusten (Plaques) und damit zu neurologischen Ausfällen.Sehen Sie auch: → Myelinscheide
Myelinscheide
Myelinscheide, Markscheide, Nervenscheide, Hülle um Nervenaxone, die im ZNS von den Oligodendrozyten und in den peripheren Nerven von den Schwann-Zellen gebildet wird. Die Hilfszellen umgeben die Axone mit einer mehrfachen Doppelschicht aus Zellmembran, die in regelmäßigen Abständen Lücken (Ranvier-Schürringe) für die saltatorische Erregungsübertragung im Nerven aufweist.Myelitis
Myelitis, Entzündung des “Marks“. 1. → Osteomyelitis, eine meist bakterielle Infektion des Knochenmarks. 2. Entzündung des Rückenmarks, z. B. nach einer viralen Infektion, mit Rückenschmerzen und neurologischen Ausfällen, z. B. Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen. Auch → Meningomyelitis.myelo...
myelo..., Wortteil mit der Bedeutung "Mark", entweder Knochen- oder Rückenmark.Myeloblast
Myeloblast, jüngste Vorläuferzelle der Granulozyten im Knochenmark. Myeloblasten gehen direkt aus den Knochenmarkstammzellen hervor und reifen im Markraum heran.Myeloblastenschub
Myeloblastenschub, Myeloblastenkrise, akute Vermehrung und Ausschwemmung undifferenzierter weißer Frühformen in das periphere Blut bei einer chronischen myeloischen → Leukämie. Eine Chemotherapie bewirkt kaum etwas in dieser Situation; ein Blastenschub endet oft tödlich.Sehen Sie auch: → Leukämie
Myelodysplasie
Myelodysplasie, → myelodysplastisches Syndrom.Sehen Sie auch: → myelodysplastisches Syndrom
myelogen
myelogen, aus dem Knochenmark stammend.myelogen
myelogen, durch eine Rückenmarkschädigung verursacht.Myelografie
Myelografie, konventionelle radiologische Darstellung des Rückenmarks und der Spinalwurzeln nach Injektion von Röntgenkontrastmittel in den Epi- oder Subduralraum bei Verdacht auf Verengungen im Wirbelkanal, z. B. durch einen Tumor oder eine Diskushernie. Die Myelografie wurde zunehmend durch die Magnetresonanztomografie abgelöst.myeloisch
myeloisch, das Knochenmark betreffend. Auch → myelogen.Sehen Sie auch: → myelogen
myeloische Leukämie
myeloische Leukämie, → Leukämie.Sehen Sie auch: → Leukämie
Myelom
Myelom, ein von Knochenmarkzellen ausgehender solider Tumor. Im engeren Sinn das von den B-Lymphozyten ausgehende multiple Myelom oder → Plasmozytom.Sehen Sie auch: → Plasmozytom
Myelopathie
Myelopathie, Myelose, Oberbegriff für eine Schädigung oder Erkrankung des Knochenmarks oder des Rückenmarks.Myelose, funikuläre
Myelose, funikuläre, Erkrankung der Nervenbahnen des Rückenmarks, meist als Komplikation einer megaloblastären Anämie bei Vitamin-B 12 -Mangel durch Störung der Myelinsynthese, die zu irreversiblen Sensibilitätsstörungen, Missempfindungen, Bewegungskoordinationsstörungen, Lähmungen und einer Polyneuropathie führt. Die Therapie besteht in der Gabe von Vitamin B12. Auch → Spinalerkrankung.Sehen Sie auch: → Spinalerkrankung
Myelozele
Myelozele, → Meningomyelozele.Sehen Sie auch: → Meningomyelozele
Myelozyt
Myelozyt, Vorläuferzelle der Granulozyten im Knochenmark. Myelozyten stammen von den Myeloblasten ab und kommen normalerweise im peripheren Blutbild nicht vor.Myiasis
Myiasis, Hauterkrankung durch Fliegenlarven. Die Maden der in Europa vorkommenden Fliegenarten können sich meist nur in abgestorbenem Gewebe entwickeln, z. B. in einer Wunde. Durch ihre Beweglichkeit können die Maden auch Umgebung eindringen.myko...
myko..., → myco...Sehen Sie auch: → myco...
Mykologie
Mykologie, Pilzkunde, Spezialgebiet der Infektiologie. Auch → Mykose.Sehen Sie auch: → Mykose
Mykoplasma
Mykoplasma, relativ kleine (unter 0,5 Mikrometer), zellwandlose Bakterie aus der Familie der Mykoplasmen. Mycoplasma pneumoniae verursacht eine grippeähnliche Infektion der Luftwege oder eine atypische → Pneumonie. Andere wie Mycoplasma hominis oder Ureaplasma urealyticum sind für unspezifische Genitalinfektionen bei Mann und Frau verantwortlich. Da Mykoplasmen keine Zellwand haben, sind Antibiotika vom Penicillintyp unwirksam; die Therapie erfolgt mit Erythromycin oder Tetrazyklinen.Sehen Sie auch: → Pneumonie
Mykose
Mykose, Pilzinfektion, durch einen → Pilz verursachte Erkrankung. Häufig und relativ harmlos sind die → Dermatomykosen. Die selteneren (zum Teil endemischen) systemischen Mykosen (z. B. durch Cryptococcus oder Histoplasma) verursachen schwere Infektionen mit → Meningitis und Lungenentzündung. Opportunistische Mykosen (z. B. durch Candida oder Aspergillus) entstehen vor allem bei Immunschwäche.mykotisch
mykotisch, durch einen Pilz verursacht.myo...
myo..., Wortteil mit der Bedeutung Muskel.Myofibrille
Myofibrille, aus kurzen Proteinfäden, den sog. → Myofilamenten, aufgebaute Untereinheit einer quer gestreiften Muskelzelle. Myofibrillen befinden sich im Plasma der Muskelzelle und sind für die Kontraktion der Muskulatur verantwortlich.Sehen Sie auch: → Myofilamenten
Myofilament
Myofilament, fadenförmiges Muskelprotein, das die Kontraktur eines Muskels ermöglicht. Man unterscheidet → Actin und → Myosin. Auch → Muskel, → Myofibrille.Myogelose
Myogelose, tastbare, schmerzhafte Verhärtung in einem Muskel bei chronischer Fehlbelastung.Myoglobin
Myoglobin, hämoglobinähnliches Protein im Plasma der Muskelzellen mit eisenhaltigem Häm-Molekül; Myoglobin bindet Sauerstoff stärker als Hämoglobin und deckt den hohen Sauerstoffbedarf der Zellen bei Muskelarbeit.Myoglobinämie
Myoglobinämie, Auftreten von Myoglobin im Blut beim Untergang von Muskelzellen (z. B. bei einer Muskelverletzung).Myoglobinurie
Myoglobinurie, Auftreten von Myoglobin im Urin bei Untergang von Muskelgewebe, z. B. bei einer Muskelverletzung oder bei → Polymyositis, das mit dem Urin-Schnelltest für Blut (Hämoglobin) nachgewiesen wird. Eine schwere Myoglobinurie kann zu Nierenschäden führen (Crush-Syndrom).Sehen Sie auch: → Polymyositis
Myokard
Myokard, Herzmuskel, der die Hauptmasse des Herzens ausmacht; das Myokard besteht aus den quer gestreiften Herzmuskelzellen und dem Erregungsleitungssystem. Das Myokard der linken Herzkammer ist deutlich dicker als das der Vorhöfe und der rechten Kammer. Wegen seiner ununterbrochenen Pumparbeit ist das Myokard auf eine kontinuierliche Blut- und Sauerstoffversorgung über die Koronararterien angewiesen. Auch → Herz.Sehen Sie auch: → Herz
Myokardinfarkt
Myokardinfarkt, Herzinfarkt, Abk. HI. Untergang von Herzmuskelgewebe wegen einer Durchblutungsstörung in den Koronargefäßen infolge einer → koronaren Herzkrankheit durch → Arteriosklerose. Meist entsteht ein Myokardinfarkt durch die akute Thrombosierung einer vorgeschädigten (verengten) Koronararterie, die zu einer Nekrose in einem umschriebenen Bereich des Herzmuskels führt. Der Myokardinfarkt ist eine der häufigsten medizinischen Notfallsituationen und eine der häufigsten Todesursachen im Erwachsenenalter. Durch die Nekrose wird die Pumpfunktion des Herzens verschlechtert, am Rand der nekrotischen Zone entwickeln sich häufig gefährliche → Arrhythmien. Das Kardinalsymptom des Myokardinfarkts ist der starke, anhaltende Brustschmerz, der in den linken Arm, den Hals oder das Abdomen ausstrahlen kann; bei Diabetes mellitus kann ein Myokardinfarkt aber infolge der Nervenschädigung (diabetische Polyneuropathie) auch schmerzlos ablaufen. Der Myokardinfarkt geht mit Schweißausbruch, Todesangst, Übelkeit, Erbrechen und Atemnot einher. Bei Frauen sind die meisten Symptome unspezifischer und ein Infarkt ist schwieriger zu diagnostizieren. Im Elektrokardiogramm können die meisten Myokardinfarkte erkannt, lokalisiert und datiert werden. Im Blut sind lösliche Bestandteile der zerstörten Herzmuskelzellen nachweisbar, allerdings erst einige Stunden nach dem Ereignis (Creatinkinase (CK), Laktatdehydrogenase (LDH) und Troponin T). Die Therapie besteht in einer Schonung des Herzens durch Bettruhe, Schmerzbekämpfung (Morphin), Sauerstoffgabe und Betablocker. Mit Heparin und thrombolytischen Substanzen (→ Fibrinolysetherapie) wird versucht, den frischen Thrombus in der Koronararterie aufzulösen. Wegen der Arrhythmiegefahr müssen Myokardinfarkt-Patienten auf der Intensivstation überwacht werden. Nach dem akuten Stadium wird mittels Belastungs-EKG, Sonografie des Herzens und Koronarangiografie das genaue Ausmaß des Infarkts und der zu Grunde liegenden koronaren Herzkrankheit festgestellt. Auch → koronare Herzkrankheit.Sehen Sie auch: → koronaren Herzkrankheit → Arteriosklerose → Arrhythmien → Fibrinolysetherapie → koronare Herzkrankheit