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K

K, Abk. für Kalium.


Kabat-Methode

Kabat-Methode, ein krankengymnastisches Verfahren, das insbesondere zur Behandlung von Erkrankungen des peripheren Nervensystems und des Rückenmarks, bei Lähmungen, z. B. aufgrund eines Hirnschlags, sowie bei Verletzungen des Bewegungsapparats eingesetzt wird. Ziel der Behandlung ist es, nicht einzelne Muskeln, sondern ganze Muskelgruppen zu aktivieren und dadurch Bewegungsmuster wieder zu erlernen.


Kabuki-Syndrom

Kabuki-Syndrom, eine Gruppe charakteristischer Fehlbildungen unbekannter Ursache, die nach einer traditionellen Schminkart japanischer Schauspieler benannt wurde. Die Fehlbildungen betreffen vor allem das Gesicht, wie beispielsweise verlängerte Augenlidspalten, Umstülpungen der unteren Augenlider, Gaumenspalte und große, abstehende Ohren. Als weitere Anomalien treten geschwollene Fingerspitzen, Kleinwuchs und leichte geistige Behinderungen auf.


kachektisch

kachektisch, stark abgemagert, ausgezehrt.


Kachexie

Kachexie, Auszehrung, starke Abmagerung, z. B. im Rahmen schwerer chronischer Erkrankungen wie einem fortgeschrittenen Tumorleiden (Tumorkachexie), Herzerkrankungen (kardiale Kachexie), AIDS oder Tuberkulose, aber auch im hohen Alter in Zusammenhang mit Kräftezerfall, Appetitlosigkeit und manchmal einer Anämie (senile Kachexie). Die symptomatische Behandlung besteht in der Zufuhr eiweißreicher und hochkalorischer Ernährung, die bei Bedarf intravenös gegeben wird.


Kader-Fistel

Kader-Fistel, eine nach einer speziellen Technik operativ angelegte äußere Magenfistel, die zur künstlichen Ernährung unter Umgehung der Speiseröhre verwendet wird.


Kaffee

Kaffee, Coffea, Kaffeebaum, Man unterscheidet verschiedene Kaffeearten aus der Familie der Rötegewächse. Kaffee wird in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika angebaut. Durch das Rösten der Kaffeebohnen entstehen die bekannten Geschmacks- und Aromastoffe. Hauptbestandteil der Kaffeesamen ist das Alkaloid Koffein, das Gehirn, Herz und Kreislauf anregt. Das Auswurfvolumen des Herzens, die Pulsfrequenz und der Blutdruck nehmen zu. Als Anregungsmittel wird Kaffee vor allem bei körperlicher und geistiger Müdigkeit getrunken. Unerwünschte Nebenwirkungen sind eine Erhöhung des Cholesterinspiegels im Blut und vermehrte Magensäureproduktion.


Kahnbauch

Kahnbauch, eine durch Verkrampfungen der Muskulatur hervorgerufene kahnförmige Einziehung der Bauchdecke. Der Kahnbauch ist meist ein Zeichen für das Vorliegen einer Meningitis.


Kaiserschnitt

Kaiserschnitt, → Sectio caesarea.


Kakogeusie

Kakogeusie, ein schlechter Mundgeschmack, der evtl. ein Hinweis auf das Vorliegen einer Stoffwechselstörung oder einer Magen-Darm-Erkrankung sein kann.


Kalendermethode

Kalendermethode, → Knaus-Ogino-Methode.


Kaliektasie

Kaliektasie, die krankhafte Erweiterung eines Nierenkelchs, die durch eine Verengung des Kelchhalses, z. B. im Rahmen einer Nierentuberkulose, verursacht wird.


Kalilauge

Kalilauge, wässrige Kaliumhydroxidlösung, chemische Bezeichnung KOH, stark ätzende Base.


Kalium

Kalium, chemische Abk. K, chemisches Element; kommt beim Menschen überwiegend intrazellulär vor. Kalium ist für das Gleichgewicht des Salz-Wasser- und Säure-Basen-Haushalts, die Osmolarität sowie für das Funktionieren der Nerven und Muskeln von großer Bedeutung und wird hauptsächlich mit dem Urin ausgeschieden. Ein zu niedriger Kaliumspiegel entwickelt sich bei schweren Durchfällen und unter der Behandlung mit Diuretika, zu hohe Kaliumspiegel bei Niereninsuffizienz. Sehr stark erhöhte Kaliumwerte können Herzrhythmusstörungen bis hin zum tödlich verlaufenden Kammerflimmern auslösen.


Kaliumantagonist

Kaliumantagonist, Medikament aus der Gruppe der Antiarrhythmika zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, z. B. → Amiodaron.


Kaliummangel

Kaliummangel, → Hypokaliämie.


Kaliumpumpe

Kaliumpumpe, Transportsystem in der Zellwand, das unter Energieverbrauch aktiv positiv geladene Kaliumionen durch die Zellwand schleust. Die Kaliumpumpe ist unentbehrlich für den Aufbau einer elektrischen Potenzialdifferenz zwischen dem Extra- und Intrazellularraum und für die Zellerregung.


Kalkablagerung

Kalkablagerung, → Kalzifikation.


kallös

kallös, kallusartig, den → Kallus des Knochens betreffend.


Kallus

Kallus, Callus, harte Haut, Schwiele, Gewebe, das sich an Knochen oder Haut bildet, vor allem nach Schädigung oder Überbeanspruchung. Bei der Heilung z. B. eines mit Ruhegips versorgten Knochenbruchs entwickelt sich zunächst Kallusgewebe, dann Geflechtknochen und schließlich Lamellenknochen. Als Callus luxurians bezeichnet man die überschießende Neubildung von Knochengewebe infolge unzureichender Ruhigstellung. Bei starker Beanspruchung der Haut bildet sich ebenfalls Kallus, z. B. als Schwiele an den Handflächen oder Fersen.


Kalorie

Kalorie, Abk. cal, immer noch gebräuchliche, aber nicht mehr zugelassene Einheit für Energie, speziell für Wärmeenergie. Die heute gültige SI-Einheit für Energie ist Joule (J). Eine Kalorie entspricht etwa 4,2 Joule. Sie reicht aus, um ein Gramm bzw. einen Kubikzentimeter Wasser um 1 Grad Kelvin zu erwärmen.


Kalorienbedarf

Kalorienbedarf, Energiebedarf, der sich aus → Grundumsatz und Energieverbrauch zusammensetzt und von Körpergröße und Gewicht, Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und körperlicher Aktivität abhängt. Der Mittelwert beträgt etwa 30 Kilokalorien bezogen auf ein Kilogramm Körpergewicht und Tag; das entspricht einem Kalorienbedarf von 2100 kcal täglich bei einem Körpergewicht von 70 Kilogramm.


Kalorimetrie

Kalorimetrie, Messung der Verbrennungswärme.


kalorisch

kalorisch, auf Kalorien bezogen. Eine hochkalorische Ernährung besteht in der Zufuhr kalorienreicher Kost.


Kalotte

Kalotte, das gewölbte knöcherne Schädeldach ohne die Schädelbasis.


Kälteagglutininkrankheit

Kälteagglutininkrankheit, durch spezielle IgM-Antikörper ausgelöste → Hämolyse. Bei einer Umgebungstemperatur unter 20°C werden diese Kälteantikörper aktiv und führen zu einer erhöhten Agglutinationsbereitschaft der roten Blutkörperchen mit folgender Hämolyse. Die IgM-Kälteantikörper sind entweder angeboren oder sie entstehen nach einer Infektion (z. B. Lungenentzündung durch → Mykoplasmen) bzw. im Rahmen einer leukämischen Erkrankung. Da die Hämolyse bei tiefen Temperaturen zunimmt, sollte auf Kälteexposition unbedingt verzichtet werden; vor allem das Gewebe an den Finger- und Zehenspitzen, der Nase und dem Kinn kann bei Kälte irreversiblen Schaden erleiden.


Kälteallergie

Kälteallergie, durch Kälte ausgelöste allergische Symptome, juckende Hautrötung (Urticaria), Juckreiz oder Atembeschwerden durch Ödembildung einschließlich eines Asthmaanfalls. Die Ursache liegt in einer kältebedingten Histaminfreisetzung mit sekundärer Antikörperbildung.


Kälteanästhesie

Kälteanästhesie, die Anwendung von Kälte (Eis, Kohlensäureschnee oder Chloräthyl) zur lokalen Schmerzbehandlung vor kleineren chirurgischen Eingriffen. Kälte wirkt schmerzstillend (analgetisch), entzündungshemmend und abschwellend, kann allerdings auch das Gewebe schädigen und wird deshalb heute nur noch selten eingesetzt.


Kälteantikörper

Kälteantikörper, → Kryoglobulin.


Kältebehandlung

Kältebehandlung, → Kryotherapie.


Kältehämagglutinin

Kältehämagglutinin, ein IgM-Antikörper, der eine Agglutination von roten Blutkörperchen in Abhängigkeit von der Temperatur bewirkt. Zwar werden die Erythrozyten bei Körpertemperatur kaum beeinträchtigt, bei niedrigen Temperaturen (um vier Grad Celsius) hingegen kommt es zu einer spontanen Verklumpung der roten Blutkörperchen in den Kapillaren. Normalerweise kommen Kältehämagglutinine im Organismus in sehr kleinen Mengen vor, bei bestimmten Erkrankungen, wie z. B. bei der Kälteagglutinationskrankheit, bei Virusinfektionen, Lebererkrankungen oder bei der hämolytischen Anämie, sind die Konzentrationen jedoch erhöht.


Kältepannikulitis

Kältepannikulitis, eine schmerzhafte, kissenartige, meist im Gesicht lokalisierte Schwellung, die durch Kälteeinwirkung verursacht wird. Eine Kältepannikulitis tritt insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern auf und bildet sich in der Regel nach ca. drei Wochen von alleine wieder zurück.


kalter Knoten

kalter Knoten, umschriebener Schilddrüsenbezirk mit verminderter Aktivität, der sich infolge der lokal reduzierten Radiojodeinlagerung szintigrafisch darstellen lässt. Ursache ist entweder ein gutartiges, nicht hormonproduzierendes Schilddrüsenadenom oder ein bösartiger Tumor. Auch → heißer Knoten, →  Schilddrüsenszintigrafie.


Kälteurticaria

Kälteurticaria, eine → Urticaria, die durch Kälteeinwirkung hervorgerufen wird, z. B. durch den Kontakt mit kalten Gegenständen, kaltem Wasser oder kalter Luft. Die Quaddeln entwickeln sich innerhalb von Minuten bis Stunden, und zwar an den Stellen, die direkten Kontakt mit der Kältequelle hatten. Bei der familiären Kälteurticaria, einer autosomaldominant vererbten Erkrankung, treten neben der Quaddelbildung auch Fieber, Leukozytose und Gelenkschmerzen auf.


Kältezittern

Kältezittern, ein Zittern der Muskulatur, das als Reaktion auf starke Kälte vom Wärmeregulationszentrum im Hypothalamus ausgelöst wird. Das Kältezittern hat eine Steigerung des Muskelstoffwechsels zur Folge, was wiederum zur Bildung von Wärme führt.


Kaltlicht

Kaltlicht, eine Bezeichnung für Licht, das kaum Anteile an Infrarotlicht und damit auch keine Wärmestrahlung enthält. Kaltlicht wird z. B. in der Endoskopie eingesetzt.


Kalziferol

Kalziferol, → Vitamin D.


Kalzifikation

Kalzifikation, Verkalkung, Kalkablagerung in Geweben. Bei der Kalzifikation noch unverkalkter Knochengrundsubstanz handelt es sich um einen physiologischen Vorgang. Eine krankhafte Kalzifikation findet sich im Bereich von Nekrosen, z. B. in einem Tuberkulom (→ Kaverne) oder im Rahmen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, aber auch bei degenerativen Veränderungen des Bewegungsapparates und nach Vitamin-D-Überdosierung. Bei fortgeschrittener Arteriosklerose entstehen Verkalkungen an der Gefäßwand. Die Behandlung einer Kalzifikation richtet sich nach der Ursache.


Kalzitonin

Kalzitonin, → Calcitonin.


Kalzium

Kalzium, Calcium, Erdalkalimetall, das im menschlichen Körper vor allem im Knochen vorkommt (gebunden in Hydroxylapatit) und zu dessen Stabilität beiträgt. Im Blut und in den Körperzellen liegt Kalzium ungebunden in Form von Kalzium-Ionen vor und spielt eine wichtige Rolle in der Blutgerinnung sowie der Muskel- und Nervenfunktion. Die Konzentration von Kalzium im Blutplasma wird normalerweise durch die Hormone Calcitonin und Parathormon streng reguliert; bei ausgeprägtem Kalziummangel kommt es zu einer Steigerung der muskulären Erregbarkeit und eventuell zu Krämpfen (→ Tetanie). In der Therapie vor allem des Bluthochdrucks wird der Kalziumeinstrom in die Zellen durch → Kalziumantagonisten gehemmt. Durch Entspannung der Gefäßmuskulatur stellen sich die Blutgefäße weit und der Blutdruck sinkt.


Kalziumantagonist

Kalziumantagonist, Kalziumblocker, Medikament, das den Einstrom von Kalzium in die Zellen hemmt, indem es dessen Bindungsstellen (Rezeptoren) blockiert. Dadurch vermindert sich die Wirkung von Kalzium vor allem auf die Muskelzellen des Herzens und der Blutgefäße: Die Muskelzellen werden schwächer aktiviert und kontrahieren weniger. Dadurch erweitern sich die Gefäße, der Blutdruck fällt und die Muskeln arbeiten effizienter, weil sie weniger Sauerstoff verbrauchen. Kalziumantagonisten werden vor allem zur Behandlung des Bluthochdrucks eingesetzt.


Kalziumblocker

Kalziumblocker, → Kalziumantagonist.


Kalziumstoffwechsel

Kalziumstoffwechsel, die Gesamtheit von Kalziumaufnahme, Verteilung im Körper und Kalziumausscheidung. Den Kalziumstoffwechsel regulieren beim Menschen vor allem das Parathormon, Vitamin D und → Calcitonin. Sowohl der Knochenstoffwechsel als auch die Funktion von Muskeln und Nerven hängen von einem genau abgestimmten Kalziumstoffwechsel ab.


Kamille

Kamille, Chamomilla recutita, Heilpflanze aus der Familie der Korbblütler. Die in den Blütenköpfen enthaltenen ätherischen Öle wirken entzündungshemmend und fördern die Wundheilung. Als Tee aus den getrockneten Blüten oder als Fertigpräparat wird Kamille als Voll- oder Teilbad, zum Inhalieren oder zu Spülungen im Mund-Rachen-Raum oder im Genitalbereich verwendet.


Kammer

Kammer, → Ventrikel.


Kammerautomatismus

Kammerautomatismus, die Fähigkeit des Herzmuskels, selbstständig die rhythmischen Kontraktionen des Herzens auszulösen. Dieses sog. tertiäre Erregungsbildungszentrum wird als Ersatz z. B. bei einem totalen Ausfall des AV-Knotens aktiviert.


Kammerflattern

Kammerflattern, Herzflattern, eine gefährliche Herzrhythmusstörung mit einer Herzkammerfrequenz von 200 bis 300 Schlägen in der Minute. Dadurch ist das Auswurfvolumen stark erniedrigt. Ohne sofortige elektrische Defibrillation entwickelt sich hieraus das Kammerflimmern mit Herz-Kreislauf-Stillstand.


Kammerflimmern

Kammerflimmern, unregelmäßige Flimmerwellen des Herzmuskels in einer Frequenz von 300 bis 500 pro Minute ohne Kontraktion und Auswurf, die einem Herz-Kreislauf-Stillstand gleichzusetzen sind. Ohne sofortige Defibrillation tritt der Tod ein. Kammerflimmern entwickelt sich im Rahmen von Herzkrankheiten wie Infarkt oder Herzinsuffizienz, Elektrolytentgleisungen oder infolge eines Stromschlags.


Kammerscheidewand,

Kammerscheidewand,, Kammerseptum, → Ventrikelseptum.


Kammerwasser

Kammerwasser, klare, in den Fortsätzen des Ziliarkörpers gebildete Flüssigkeit in den Augenkammern, das durch den Schlemm-Kanal im Kammerwinkel der vorderen Augenkammer abfließt. Die Form des Augapfels wird weitgehend durch den vom Kammerwasser erzeugten Augeninnendruck aufrecht erhalten. Das Kammerwasser dient auch der Ernährung der Hornhaut, der Linse und des Glaskörpers.


Kammerwinkel

Kammerwinkel, spitzer Winkel der vorderen → Augenkammer am Übergang der Hornhaut zur Lederhaut und der Regenbogenhaut zum Ziliarkörper. Im Kammerwinkel liegt der Schlemm-Kanal, der das Kammerwasser aufnimmt und dessen Engstellung zu einer Abflussstörung mit Engwinkelglaukom führt. Auch → Glaukom.


Kampfer

Kampfer, Camphora, Angenehm riechender Wirkstoff, der im ätherischen Öl verschiedener Pflanzen vorkommt, meist aber aus dem Holz des Kampferbaumes gewonnen wird. Kampfer wirkt durchblutungsfördernd und entzündungshemmend und wird lokal bei Muskelschmerzen oder Kreislaufstörungen in Form von Salben oder einer alkoholischen Lösung angewendet. Bei Erkältungen wird Kampfer als Dampf eingeatmet oder als Salbe auf Brust und Rücken gerieben.


Kanamycin

Kanamycin, ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykosid-Antibiotika, das in Form von Salben oder Tropfen zur oberflächlichen Anwendung am Auge eingesetzt wird.


Kandida

Kandida, → Candida.


Kandidamykose

Kandidamykose, → Candidamykose.


Kantharidenpflaster

Kantharidenpflaster, → Cantharidenpflaster.


Kanüle

Kanüle, metallene Hohlnadel unterschiedlicher Länge und Dicke zum Punktieren von Blutgefäßen, Ergüssen, Gewebeproben und Luft oder zum Injizieren von Medikamenten. Spülungen von Wunden oder Körperhöhlen werden oft mit einer Kanüle mit kugelförmiger Spitze durchgeführt, der sog. Knopfsonde.


Kanüle

Kanüle, → Trachealkanüle.


kanzero...

kanzero..., cancero..., Wortteil, der sich auf einen bösartigen Tumor bezieht.


Kanzerose

Kanzerose, Krebsleiden, → Krebs.


Kapazität

Kapazität, Fassungsvermögen der Lungen (→ Vitalkapazität).


Kapazität

Kapazität, Fähigkeit, Leistungsvermögen eines Menschen oder eines Gerätes.


kapillär

kapillär, kapillar, haarfein, sich auf die Kapillargefäße des Blutgefäßsystems beziehend.


Kapillardruck

Kapillardruck,
Kapillardruck
Autoregulation des Kapillardrucks über die Veränderung der Weite der Blutgefäße.
Blutdruck in den Kapillaren des Blutgefäßsystems. Der Kapillardruck in Ruhe beträgt 15 mmHg in den venösen und 30 mmHg in den arteriellen Kapillaren in Herzhöhe.


Kapillare

Kapillare, Haargefäß,
Kapillare
Das Kapillarbett besteht aus einem weitläufigen Blutkapillarnetz, das Arterien und Venen miteinander verbindet. Sauerstoff und Nährstoffe können zur Versorgung der Organe die Wände der Blutkapillaren durchdringen. Das Abfallprodukt Kohlendioxid kann vom Gewebe aus zurück in die Kapillaren gelangen und danach über die Lungen ausgeschieden werden.
Feinstes Blutgefäß zwischen einer Arteriole und einer Venole von 6 bis 25 µm Durchmesser ohne Wandmuskulatur. Zwischen den Kapillaren und den umgebenden Zellen findet ein reger Stoffaustausch statt.


Kapillarpermeabilität

Kapillarpermeabilität, Durchlässigkeit der Kapillarwand. Zwischen den Kapillaren und den umgebenden Zellen werden Eiweiß, Glucose, Elektrolyte, Wasser, Sauerstoff und Kohlendioxid ausgetauscht.


Kapillarpuls

Kapillarpuls, sichtbare Pulsation der Kapillaren, die nach Aufpressen eines Objektträgers unter den Fingernägeln oder an den Lippen sichtbar wird. Ein Kapillarpuls ist Ausdruck einer krankhaft erhöhten Pulsamplitude bei schwerer Aortenklappeninsuffizienz.


Kaposi-Sarkom

Kaposi-Sarkom, bösartiger Tumor, der aus Blutgefäßen der Haut hervorgeht und meist schon zu Krankheitsbeginn an verschiedenen Körperstellen (primär disseminiert) in Form braunroter Läsionen auftritt und im weiteren Verlauf auf die Schleimhäute und inneren Organe übergreift. Man unterscheidet drei Formen: 1. In Osteuropa und Italien kommt das chronische Kaposi-Sarkom bei älteren Männern vor und verläuft fast immer ohne Organbeteiligung. 2. In Zentralafrika ist das Kaposi-Sarkom mit einer lymphatischen Erkrankung assoziiert, tritt besonders bei Kindern auf und verläuft oft gutartig; es wurden aber auch aggressive Verläufe beobachtet. 3. Transplantations-Kaposi-Sarkom bei Patienten mit ausgeprägter Immunsuppression im Rahmen einer Transplantation. Nach Absetzen der Therapie bildet sich das Kaposi-Sarkom teilweise zurück. 4. Am häufigsten findet sich das Kaposi-Sarkom als HIV-assoziierte, sehr bösartige Tumorkrankheit, die häufig von der Mundhöhle ausgeht. Die Behandlung besteht in einer Kombination aus Zytostatika, Virostatika und, sofern der Immunstatus der Patienten es zulässt, Interferon-alpha-Therapie.


Kapsel

Kapsel, Capsula, Bindegewebsschicht, die ein Organ oder ein Gelenk umhüllt.


Kapselfibrose

Kapselfibrose, die häufigste Komplikation, die nach einer → Mammaplastik auftritt. Dabei bildet sich eine harte bindegewebige Kapsel um die eingesetzte Silikonprothese herum und es kommt zu Verformungen des Implantats und der Brust. Die Kapselfibrose wird vermutlich durch eine entzündliche Reaktion des Brustgewebes auf Silikonteilchen verursacht.


Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse, Tropaeolum majus, eine zu den Kapuzinerkressegewächsen gehörende Pflanze, deren oberirdisch wachsende Teile u. a. Benzylsenföl enthalten. Dieser Inhaltsstoff wird aufgrund seiner bakteriostatischen und virostatischen Wirkung in Kombinationspräparaten zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und Infektionen der Harnwege verwendet.


Karbunkel

Karbunkel, eitrige, durch Staphylokokken hervorgerufene Entzündung mehrerer Haarfollikel und ihrer Umgebung durch das Zusammenfließen mehrerer → Furunkel. Ein Karbunkel tritt bevorzugt am Gesäß, Rücken oder Nacken auf und führt zu Lymphknotenschwellungen, Fieber und erhöhten Entzündungsparametern. Die Behandlung besteht in der Inzision und Drainage der Eiterherde und wird gegebenenfalls durch Antibiotika ergänzt.


Kardia

Kardia, Cardia, Mageneingang, Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen.


Kardiainsuffizienz

Kardiainsuffizienz, ungenügende Verschlussfunktion der → Kardia. Bei einer Kardiainsuffizienz fließt saurer Magensaft in den unteren Speiseröhrenabschnitt zurück (Reflux) und verursacht eine Entzündung (Refluxösophagitis). Bei zusätzlicher → Hiatushernie tritt ein Teil des Magens durch das Zwerchfell hindurch in den Brustraum. Eine Kardiainsuffizienz geht meistens mit Schluckstörungen und Oberbauchschmerzen einher. Je nach Befund wird entweder konservativ mit Medikamenten zur Hemmung der Säurebildung behandelt oder operiert.


Kardiakarzinom

Kardiakarzinom, ein bösartiger Tumor, meist in Form eines → Adenokarzinoms, der sich am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen befindet. Charakteristische Symptome für einen derartigen Tumor sind beispielsweise Sodbrennen, Schluckstörungen und Gewichtsverlust.


Kardiakum

Kardiakum, Medikament mit Wirkung auf das Herz, man unterscheidet: 1. Mittel, die auf den Herzmuskel wirken, z. B. Digitalis. Diese Arzneimittelgruppe stärkt die Kontraktionskraft, zeigt in geringerem Maße auch antiarrhythmische Wirkung und wird bei einer Herzinsuffizienz eingesetzt. 2. Antiarrhythmika mit Wirkung auf das Reizbildungssystem des Herzens. 3. Mittel zur Erweiterung der Koronargefäße zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit mit Angina pectoris, z. B. Nitrate. 4. Stoffe mit indirekter Wirkung auf das Herz, z. B. Beta(rezeptoren)blocker, die das Herz durch die Senkung von Blutdruck und Pulsfrequenz entlasten und antiarrhythmisch wirken.


kardial

kardial, cardial, das Herz betreffend.


kardiale Reanimation

kardiale Reanimation, → kardiopulmonale Reanimation, Herz-Kreislauf-Wiederbelebung.


kardio...

kardio..., cardio..., Wortteil mit der Bedeutung Herz.


Kardiografie

Kardiografie, eine allgemeine Bezeichnung für die Darstellung des Herzens bzw. seiner Funktion, z. B. in Form einer Elektrokardiografie (EKG).


Kardiologie

Kardiologie, Lehre von den Herz- und Gefäßkrankheiten, Teilgebiet der Inneren Medizin.


Kardiomegalie

Kardiomegalie, Vergrößerung des Herzens, meist infolge einer → Herzinsuffizienz. Eine Kardiomegalie kann aber auch Ausdruck einer Herzmuskelhypertrophie bei → koronarer Herzkrankheit oder → Hypertonie sein und kommt zudem bei Klappenfehlern oder einer → Herzdilatation vor. Die Kardiomegalie wird klinisch durch einen verbreiterten Herzspitzenstoß und radiologisch durch einen vergrößerten Herzschatten festgestellt.


Kardiomyopathie

Kardiomyopathie, Erkrankung des Herzmuskels ohne koronare, hypertensive oder valvuläre Ursachen. Eine primäre Kardiomyopathie ist angeboren oder entsteht aufgrund unbekannter Ursachen. Die sekundäre Kardiomyopathie entwickelt sich u. a. infolge entzündlicher Herzmuskelerkrankungen, Herzverfettung, Speicherkrankheiten oder eines chronischen Alkoholabusus. Beide Formen führen in der Regel zu einer schweren → Herzinsuffizienz, die medikamentös mit Digitalis, ACE-Hemmern und Diuretika behandelt wird. Häufig ist später eine Herztransplantation erforderlich.


Kardiopathie

Kardiopathie, Oberbegriff für Herzkrankheiten unterschiedlicher Ursache, z. B. Herzfehler, koronare oder hypertensive Herzkrankheit oder Kardiomyopathie.


Kardioplegie

Kardioplegie, ein Herzstillstand, der im Rahmen einer Operation am offenen Herzen künstlich herbeigeführt wird. Dabei wird die Herztätigkeit je nach verwendeter Technik durch Abklemmen der Hauptschlagader bei gleichzeitiger Unterkühlung des Körpers oder durch Einspritzen bestimmter chemischer Lösungen kurzzeitig für bis zu zwei Stunden unterbrochen.


Kardioptose

Kardioptose, ein auch als Wanderherz bezeichnetes, abnorm bewegliches Herz, das meist in Zusammenhang mit einer Eingeweidesenkung auftritt. Als Folge des Herztiefstands kann es zu Beklemmungen und Atemnot im Stehen oder in der Seitenlage kommen.


kardiopulmonal

kardiopulmonal, Herz und Lungen betreffend.


kardiopulmonale Reanimation

kardiopulmonale Reanimation, → Reanimation.


Kardiotechnik

Kardiotechnik, Vorbereitung der → Herz-Lungen-Maschine sowie Bedienung und Funktionskontrolle des Gerätes während einer Herzoperation durch einen Kardiotechniker einschließlich der Überwachung der Kreislauffunktionen des Patienten während eines Eingriffs mit extrakorporalem Kreislauf, z. B. einer Operation am offenen Herzen.


Kardiotokografie

Kardiotokografie, Cardiotokografie, Abk. CTG, routinemäßige Messung und Aufzeichnung der Herzfrequenz des ungeborenen Kindes und der Wehentätigkeit der Schwangeren vor oder während der Geburt, um eine eventuelle Sauerstoffunterversorgung des Feten möglichst früh erkennen zu können.


Kardiotraining

Kardiotraining, kardiovaskuläres Training, Ausdauertraining, Trainingsform, die - im Gegensatz zum → Krafttraining - durch dynamische Belastungen Herz und Kreislauf stärkt und die Ausdauer erhöht. Zu den Ausdauersportarten gehören u. a. Joggen, Schwimmen, Radfahren und Rudern.


kardiovaskulär

kardiovaskulär, Herz und Blutgefäße betreffend.


Kardioversion

Kardioversion, Maßnahme zur Wiederherstellung eines normfrequenten Sinusrhythmus bei tachykarden Herzrhythmusstörungen (→ Tachykardie), entweder durch Medikamente (Antiarrhythmika) oder elektrisch. Bei der elektrischen Kardioversion wird über zwei großflächige Elektroden auf der Brustwand des Patienten Gleichstrom zwischen 50 und maximal 400 Joule aus Kondensatoren entladen. Dieser Stromstoß soll das Erregungszentrum kurzzeitig ausschalten, um die normale Erregung des Herzens vom Sinusknoten her wieder zu ermöglichen.


Karditis

Karditis, Sammelbegriff für entzündliche Herzkrankheiten; man unterscheidet eine → Endokarditis, eine → Myokarditis und eine → Perikarditis. Sind alle Herzschichten betroffen, spricht man von Pankarditis.


Karenz

Karenz, Enthaltsamkeit, Verzicht auf Nahrung (Fasten), Genussmittel oder krankmachende Substanzen, z. B. Alkoholkarenz.


Karenzprobe

Karenzprobe, Verfahren zur Abklärung von Allergien; ein allergieverdächtiges Nahrungsmittel wird aus dem Speiseplan gestrichen und nach einer bestimmten Zeit wieder eingeführt. Tritt danach eine allergische Reaktion auf, kennt man das verantwortliche Allergen und kann es künftig meiden.


Karenztage

Karenztage, Karenzzeit, früher geltende Frist zwischen Erkrankungsbeginn und Einsatz der Krankengeldzahlung. Die Karenztage wurden durch das Lohnfortzahlungsgesetz aufgehoben.


Karies

Karies, → Zahnkaries.


Karies

Karies, Knochenkaries, mit Substanzverlust einhergehende, entzündliche Knochenerkrankung, z.B. bei → Osteomyelitis, → Tuberkulose oder → Syphilis.


Kariesprophylaxe

Kariesprophylaxe, Maßnahmen zur Vorbeugung oder Verminderung von → Zahnkaries. Dazu gehören die Vermeidung zuckerhaltiger Getränke oder Süßigkeiten, regelmäßiges Zähneputzen mit geeigneter Zahnbürste, regelmäßige Untersuchungen des Gebisses mit Plaqueentfernung durch einen Zahnarzt usw. Ziel dieser Maßnahmen ist es, kleine, bakteriell bedingte Kalkdefekte zu verringern und die Kalkschicht der Zähne wieder aufzubauen, z. B. durch Fluor in Zahnpasta, spezielle Lösungen oder in Tablettenform (für Kleinkinder). In manchen Ländern wird aus diesem Grund dem Trinkwasser in regelmäßigen Abständen Fluor zugesetzt.


kariös

kariös, durch Karies zerstört.


Karlsbader Salz

Karlsbader Salz, ein Gemisch aus Natrium- und Kaliumsulfat sowie Natriumhydrogensulfat und Natriumchlorid. Diese Salzmischung wird in lauwarmem Wasser gelöst und als Abführmittel verwendet.


Karminativum

Karminativum, die Bezeichnung für ein Arzneimittel, das bei Blähungen eingesetzt wird. Zu den Karminativa gehören z. B. Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander, Kamille und Wacholderbeeren.


Karnofsky-Index

Karnofsky-Index, eine Skala, mit deren Hilfe das Allgemeinbefinden und die Aktivität eines Patienten beurteilt werden können. So bedeutet z. B. ein Karnofsky-Index von 100 Prozent, dass der Patient beschwerdefrei ist und keine Krankheitszeichen aufweist. Bei 70 Prozent wird der Patient als arbeitsunfähig eingestuft, wobei er jedoch noch zur Selbstversorgung befähigt ist. Ist der Patient behindert und pflegebedürftig, entspricht einem Karnofsky-Index von 40 Prozent.


Karotis

Karotis, → Carotis.


Karotisangiografie

Karotisangiografie, radiologische Darstellung der Arteria carotis (Halsschlagader) durch Einspritzen eines wasserlöslichen, röntgendichten Kontrastmittels, z. B. zur Abklärung von Engpässen (Stenosen) der Arteria carotis. Die Untersuchung wird heute meistens durch eine Duplexsonografie oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) ersetzt.


Karotisdissektion

Karotisdissektion, die durch einen Einriss hervorgerufene Aufspaltung der Wand der Halsschlagader zwischen der inneren und der mittleren Wandschicht - meist aufgrund einer Blutung infolge unterschiedlicher Halsverletzungen. Dadurch kommt es zu einer mehr oder weniger starken Verengung der Arterie und zu Symptomen wie Kopf- und Halsschmerzen sowie zu Durchblutungsstörungen des Gehirns.


Karotispuls

Karotispuls, Puls der Arteria carotis. Der Karotispuls ist am Hals beidseits des Kehlkopfs gut tastbar und kann mit einem Druckmesser auch aufgezeichnet werden. Die Beurteilung des Karotispulses ist z. B. bei Verdacht auf einen Aortenklappenfehler aufschlussreich.


Karotissinus

Karotissinus, leichte Erweiterung an der Teilungsstelle der Arteria carotis interna und externa. Die Wand des Karotissinus enthält Barorezeptoren, die Blutdruckveränderungen wahrnehmen und an den Nervus vagus weiterleiten.


Karotissinusdruckversuch

Karotissinusdruckversuch, Druck auf den Karotissinus beidseits neben dem Kehlkopf. Dadurch wird den Barorezeptoren in der Wand des Karotissinus eine Blutdruckerhöhung signalisiert und dem Nervus vagus gemeldet, so dass Blutdruck und Puls reflektorisch abfallen, manchmal bis hin zum Herzstillstand. Der Karotissinusdruckversuch darf deshalb nur einseitig durchgeführt werden, z. B. therapeutisch bei Vorhoftachykardien.


Karotissinusreflex

Karotissinusreflex, durch Reizung der Barorezeptoren in der Wand des Karotissinus kommt es reflektorisch zu Blutdruck- und Pulsabfall, möglicherweise bis hin zum Herzstillstand, weil die Erregung der Barorezeptoren durch einen Ast des Nervus glossopharyngeus an die Kreislaufzentren im verlängerten Mark und an den Nervus vagus weitergeleitet werden. Ein Karotissinusreflex wird z. B. beim → Karotissinusdruckversuch ausgelöst.


Karotisstenose

Karotisstenose, Engpass im Bereich der Arteria carotis, der zu Durchblutungsstörungen im Gehirn mit vorübergehenden Sprach- und Sehbehinderungen oder Lähmungen führen, aber auch asymptomatisch bleiben kann. Oft hört man bei einer Karotisstenose mit dem Stethoskop über der Arterie ein Stenosegeräusch. Die Behandlung richtet sich nach der Lage und Ausprägung des Befundes und erfolgt entweder medikamentös oder chirurgisch.


Karotisverschluss

Karotisverschluss, Verschluss der Halsschlagader, z. B. durch eine Arteriosklerose mit Thrombenbildung oder einen Embolus. Die klinischen Symptome reichen von vorübergehendem Bewusstseinsverlust bis zu bleibenden Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen (Schlaganfall) oder epileptischen Anfällen. Bei Versagen der medikamentösen Maßnahmen wird, sofern der Abschnitt chirurgisch zugänglich ist, eine Gefäßplastik eingesetzt.


karpal

karpal, sich auf die Handwurzel beziehend.


Karpaltunnelsyndrom

Karpaltunnelsyndrom, Druckschädigung des Medianusnervs im Handwurzelkanal (Karpaltunnel) auf der Handflächenseite des Handgelenks. Das Karpaltunnelsyndrom entsteht entweder durch Schwellung der Sehnen oder Nerven im Karpaltunnel, z. B. bei einem Ödem oder einer Sehnenscheidenentzündung, durch Knochendeformitäten nach einer Fraktur und in seltenen Fällen auch durch eine Amyloidose mit Ablagerung von Proteinen im Karpaltunnel. Oft ist die Ursache jedoch unklar. Das Karpaltunnelsyndrom tritt vor allem bei Frauen im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt auf und führt zu Sensibilitätsstörungen der Hohlhand und Finger, zu Schmerzen und schließlich zu einer Atrophie des Daumenballens. Therapeutisch wird das den Karpaltunnel überziehende Halteband chirurgisch gespalten.


Karpektomie

Karpektomie, die operativ durchgeführte Entfernung der Handwurzelknochen.


Karpopedalspasmen

Karpopedalspasmen, durch eine Tetanie ausgelöste Krämpfe in den Händen und Füßen.


Kartoffel-Ei-Diät

Kartoffel-Ei-Diät, heute nicht mehr gebräuchliche, eiweißarme Diät zur Behandlung von Nierenkrankheiten. Da Eiweißabbaustoffe über die Nieren ausgeschieden werden, ist bei → Niereninsuffizienz die Drosselung der Eiweißzufuhr erforderlich. Mit einer Mischung Eiprotein (ein Drittel) und Kartoffelprotein (zwei Drittel) werden bei kleinstmöglicher Eiweißmenge alle essenziellen Aminosäuren mit der Nahrung zugeführt. Heute ist eine strenge Kartoffel-Ei-Diät durch vermehrtes Einsetzen der Dialyse nicht mehr erforderlich.


karyo...

karyo..., Wortteil mit der Bedeutung Kern, Zellkern.


Karyogamie

Karyogamie, die bei der Befruchtung einer Eizelle stattfindende Vereinigung der Zellkerne bzw. der Chromosomenbestände der beiden Keimzellen.


Karyogramm

Karyogramm, Karyotyp, Darstellung der Chromosomen des Zellkerns in einer vorgegebenen Reihenfolge paarweise und nach Form und Größe geordnet. Das Karyogramm ist für die Diagnose oder den Ausschluss einer Chromosomenanomalie von Bedeutung. Im Rahmen der pränatalen Diagnostik werden zur Erstellung eines Karyogramms Zellen des ungeborenen Kindes aus dem Fruchtwasser gewonnen, nach der Geburt aus der Wangenschleimhaut oder dem Blut.


Karyoplasma

Karyoplasma, Nukleoplasma, Plasma des Zellkerns mit Chromatin, Nukleolen und Karyolymphe.


Karyotyp

Karyotyp, Zahl und Form der im Zellkern vorhandenen Chromosomen. Auch → Karyogramm.


karzino...

karzino..., carcino..., Wortteil mit der Bedeutung "Krebs".


Karzinogen

Karzinogen, Substanz oder Strahlung mit krebsfördernder oder krebsauslösender Wirkung. Man unterscheidet: 1. organische oder anorganische chemische Karzinogene wie Teerbestandteile, Lösungsmittel, Insektizide, Chrom, Nickel oder Asbest. 2. Natürliche Karzinogene wie Aflatoxine oder manche Virenarten. 3. Physikalische Karzinogene wie ionisierende und ultraviolette Strahlen. Die Beziehung zwischen Dosis und Krebs erregender Wirkung ist bei den meisten Karzinogenen nicht geklärt. Es gibt daher keine verbindlichen Höchstwerte.


Karzinogenese

Karzinogenese, Onkogenese, die Entstehung eines bösartigen Tumors. Die Entartung normaler Zellen zu Krebszellen kann z. B. durch Strahlen, bestimmte Viren oder chemische Karzinogene ausgelöst werden. Auch die körpereigene Abwehr und die Psyche spielen eine Rolle. Die Karzinogene verläuft in drei Schritten: 1. molekulare Veränderung der ursprünglichen Zelle, 2. Bildung und Vermehrung von Krebszellen und 3. Krebsleiden mit entsprechenden klinischen Symptomen.


Karzinoid

Karzinoid, ein vor allem im Magen-Darm-Trakt, seltener auch in der Bauchspeicheldrüse oder in der Lunge auftretender, langsam wachsender, serotoninproduzierender Tumor, der sich aus mehreren, wenige Millimeter großen Tumoren zusammensetzt und im Verlauf Tochtergeschwülste (Metastasen) absetzt, zumeist in der Leber. Im medizinisch-pathologischen Sprachgebrauch werden Karzinoide auch unter dem Begriff neuroendokrine Tumoren zusammengefasst. Das Serotonin, ein biogenes Amin, löst das sog. Karzinoid-Syndrom aus: eine Flush-Symptomatik mit plötzlicher Hautrötung, häufig begleitet wird von Durchfall, Unterzuckerung, Herzrasen und Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Asthmaanfällen und allergischen Hautreaktionen. Das vermehrt mit dem Urin ausgeschiedene Abbauprodukte des Serotonins, 5-Hydroxyindolessigsäure, dient der Diagnose eines Karzinoids das, wenn möglich, operativ entfernt werden sollte. Im fortgeschrittenen Stadium wird zytostatisch behandelt.


Karzinom

Karzinom, Carcinoma, Krebs, bösartige Geschwulst aus Epithel- oder Drüsenzellen. Ein Bronchialkarzinom z. B. kann sich aus Plattenepithelzellen der Bronchialschleimhaut (→ Plattenepithelkarzinom) oder aus Zellen der Bronchialdrüsen (→ Adenokarzinom) entwickeln. Im Verlauf des Krebsleidens wird zunächst das ursprüngliche Organ zerstört, dann benachbarte Organe und schließlich durch die Bildung von Fernmetastasen, also Tochtergeschwülsten in Körperteilen, die weit vom Ursprungstumor entfernt liegen, der gesamte Körper.


Karzinophobie

Karzinophobie, die krankhafte Angst, an einer Krebserkrankung zu leiden, die mit objektiven Untersuchungsmethoden nicht bestätigt werden kann.


Karzinose

Karzinose, ausgedehnter Krebsbefall mehrerer Organe oder Körperhöhlen durch → Metastasen.


Käseschmiere

Käseschmiere, → Vernix caseosa.


Kaspar-Hauser-Syndrom

Kaspar-Hauser-Syndrom, eine Bezeichnung für einen schweren Entwicklungsrückstand bei Kindern, sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht. Das Kaspar-Hauser-Syndrom wird durch eine andauernde Vernachlässigung, mangelnde Pflege und Liebesentzug im frühen Kindesalter verursacht.


Kassenarzt / Kassenärztin

Kassenarzt / Kassenärztin, früher gültige Bezeichnung für den → Vertragsarzt.


Kassenpatient / Kassenpatientin

Kassenpatient / Kassenpatientin, Patient, der im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung durch einen Vertragsarzt behandelt wird. Die für einen Kassenpatienten erbrachten Leistungen werden mit der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet, die Leistungen für einen Privatpatienten zunächst direkt mit ihm (→  Gebührenordnung für Ärzte).


Kassenrabatt

Kassenrabatt, Reduzierung der Arzneimittelkosten für die gesetzliche Krankenversicherung; die für Apotheken geltenden Arzneimittelpreise werden durch die Arzneimittelpreisverordnung festgelegt.


Kassenwahlrecht

Kassenwahlrecht, Recht der Arbeitnehmer, unter den gesetzlichen Krankenversicherungen (RVO- oder Ersatzkassen) frei zu wählen.


Kastration

Kastration, Funktionsausschaltung der Keimdrüsen (Hoden bzw. Eierstöcke) vor oder nach Eintreten der Geschlechtsreife durch Operation oder Hormongabe, z. B. zur Behandlung eines hormonabhängig wachsenden Krebses. Eine Kastration vor der Pubertät verhindert die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale und verlängert die Phase des Längenwachstums (verspätete Verknöcherung der Wachstumsfugen) mit entsprechendem Großwuchs. Im Erwachsenenalter beendet eine Kastration die Zeugungs- und Befruchtungsfähigkeit, führt zu Libidoverminderung, psychischen Veränderungen wie Depressionen sowie zu vorzeitiger Osteoporose. Die zwangsweise Kastration ist in Deutschland verboten, die freiwillige Kastration darf nur gemäß dem Kastrationsgesetz (letzte Änderung 1998) vorgenommen werden.


Kasuistik

Kasuistik, klinische Fallvorstellung. Die Beschreibung und Diskussion verschiedener Krankheitsfälle gehört zur Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal.


Kat

Kat, die Rinde und die Blätter des Katstrauches, die u. a. Norpseudoephedrin enthalten. Aufgrund der leicht euphorisierenden Wirkung dieses Inhaltsstoffes werden die Blätter in Teilen Afrikas und im Jemen gekaut oder als Tee bzw. mit Honig vergoren getrunken. Über einen längeren Zeitraum regelmäßig angewendet, kann der Genuss von Kat allerdings zu einer Sucht in Form einer Amphetaminabhängigkeit führen.


katabol

katabol, den Abbaustoffwechsel betreffend, im engeren Sinn den Proteinabbau.


Katabolismus

Katabolismus, Stoffwechsel mit überwiegendem Eiweißabbau im Organismus. Das Gegenteil davon ist der Anabolismus mit vermehrtem Eiweiß- und Muskelaufbau. Ein Hormon mit kataboler Wirkung ist z. B. das Cortison.


Katalase

Katalase, Enzym aus der Gruppe der → Peroxidasen.


Katalepsie

Katalepsie, das Beibehalten einer bestimmten, auch unbequemen Körperhaltung, weil Bewegungsänderungen trotz intakter Körperfunktionen aufgrund eines erhöhten Muskeltonus unmöglich sind. Eine Katalepsie kommt bei einem Schädel-Hirn-Trauma, im Rahmen einer Schizophrenie oder infolge extrapyramidal-motorischer Störungen bei → Enzephalitis vor. Die Behandlung richtet sich nach der Grundkrankheit.


Katalysator

Katalysator, Substanz, die eine chemische Reaktion beschleunigt oder erst ermöglicht, indem sie an der Reaktion selbst teilnimmt, sich dabei aber nicht verändert. Der gesamte Stoffwechsel des menschlichen Körpers ist auf die Wirkung von Biokatalysatoren (Enzymen) angewiesen.


Katamnese

Katamnese, vom Arzt erstellter Bericht über Beginn, Verlauf, Behandlung und Therapieende für jeden Patienten.


Kataplasma

Kataplasma, ein heißer Breiumschlag, der z. B. aus Leinsamen, Eibischwurzeln, Fango oder Heilerde zubereitet wird. Er wird bei Schmerzen, oberflächlich gelegenen Entzündungen, rheumatischen Erkrankungen, Nervenentzündungen sowie nach Sportverletzungen angewendet.


Kataplexie

Kataplexie, kurz dauernde Tonusabnahme mehrerer Muskelgruppen mit Kontroll- aber ohne Bewusstseinsverlust. Die Kataplexie kann durch heftiges Lachen ("Lachschlag") oder großen Schreck ausgelöst werden, ist jedoch meist Ausdruck einer Hirnschädigung nach einer → Enzephalitis oder einem → Schädel-Hirn-Trauma und kommt auch im Rahmen einer → Narkolepsie vor.


Katarakt

Katarakt, → Cataracta.


Katarrh

Katarrh, Schleimhautentzündung mit Absonderung serösen oder eitrigen Sekrets im Bereich der Atmungsorgane als Schnupfen oder Bronchitis.


katarrhalisch

katarrhalisch, einen Katarrh betreffend.


katarrhalischer Infekt

katarrhalischer Infekt, Entzündung der Schleimhaut vor allem im Bereich der Atmungsorgane mit Absonderung serösen oder eitrigen Sekrets, z. B. Schnupfen oder Bronchitis.


Katastrophenmedizin

Katastrophenmedizin, Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Planung und Einübung von Notfallmaßnahmen bei zivilen oder militärischen Katastrophen befasst, um den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten, Seuchen vorzubeugen und nach vorangehender → Triage für die Behandlung der Patienten zu sorgen.


Katathymie

Katathymie, Veränderung des Denkens und der Wahrnehmung durch ein stark gefühlsbetontes Erlebnis. Die Katathymie wird in bestimmten Psychotherapien benützt (katathymes Bilderleben).


Katathymie

Katathymie, sprunghafte Stimmungsänderung.


Katatonie

Katatonie, Störung der Willkürmotorik und des Verhaltens im Rahmen psychiatrischer oder hirnorganischer Erkrankungen. Die Katatonie äußert sich als Bewegungsstarre (katatoner → Stupor) mit versteifter Muskulatur und Reglosigkeit oder als plötzlicher, ausgeprägter Erregungszustand (→ Raptus), in seltenen Fällen begleitet von hohem Fieber (perniziöse Katatonie), meist im Rahmen einer katatonen Schizophrenie. Die Katatonie wird medikamentös behandelt (Neuroleptika).


Katecholamin

Katecholamin, → Catecholamin.


Kater

Kater, Hang-over, Folge eines Alkoholrausches oder einer Narkose mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Zittern.


Katheter

Katheter, ein schlauchförmiges Instrument, das in Hohlorgane, Gefäße oder Körperhöhlen zur diagnostischen Probengewinnung bzw. Sondierung oder Druckmessung und therapeutisch zur Entlastung bzw. Flüssigkeits- und Medikamentengabe eingeführt werden kann. Auch → Blasenkatheter, → Venenkatheter, → Ballonkatheter, → Herzkatheter.


Katheterbiopsie

Katheterbiopsie, die mithilfe eines speziellen Katheters ausgeführte Entnahme von Gewebe aus dem peripheren Bronchialsystem. Eine derartige Biopsie wird insbesondere bei Verdacht auf das Vorliegen eines Bronchialkarzinoms im Rahmen einer Bronchoskopie vorgenommen.


Katheterdilatation, perkutane transluminale

Katheterdilatation, perkutane transluminale, Abk. PTCA, Beseitigung von Gefäßverengungen mit einem → Ballonkatheter. Auch → Angioplastie, → Ballondilatation.


Katheterfieber

Katheterfieber, ein akut auftretendes Fieber, das auf eine Katheterisierung der Harnwege mit nachfolgender bakterieller Infektion zurückzuführen ist. Bei schwerem Verlauf des Katheterfiebers kann es zu einer starken Blutvergiftung kommen.


Katheterisierung

Katheterisierung,
Blasenkatheter
Der Ballon des Blasenverweilkatheters verhindert das Zurückgleiten des Katheters.
das Einbringen eines Katheters in ein Hohlorgan, z. B. Herz oder Blase, und zwar sowohl zu Untersuchungs- als auch zu Behandlungszwecken.


Kathetertipmanometer

Kathetertipmanometer, ein kleines Druckmessgerät, das an der Spitze eines Katheters angebracht ist und zur direkten Blutdruckmessung in Blutgefäße oder Herzkammern eingeführt werden kann.


Katheterurin

Katheterurin, der Urin, der über einen Blasenkatheter entnommen wird.


Kathode

Kathode, negative Elektrode oder Minuspol beim elektrischen Stromfluss. Die Kathode zieht die positiv geladenen Ionen an und setzt die negativ geladenen frei. Eine Kathode wird z. B. auch in Röntgenröhren gebraucht. Das Gegenteil der Kathode ist die Anode.


Katzenkratzkrankheit

Katzenkratzkrankheit, Felinose, Infektion mit Bartonella henselae oder quintana, die durch den Biss oder Kratzer von Katzen vor allem bei Kindern und Jugendlichen auftritt und örtlich zu Rötung und Schwellung führt. Nach einer Inkubationszeit von vier bis sechs Tagen kommen schmerzhafte Lymphknotenschwellungen und manchmal auch Fieber und Muskelschmerzen hinzu. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.


Katzenräude

Katzenräude, eine durch Milbenbefall verursachte Räude bei Katzen, die auch auf Menschen übertragen werden kann. Die Erkrankung äußert sich durch Papelbildung und starken Juckreiz an der Kontaktstelle.


Katzenschreisyndrom

Katzenschreisyndrom, Cri-du-chat-Syndrom, Lejeune-Syndrom, seltene Chromosomenanomalie mit teilweisem Fehlen der kurzen Arme des Chromosoms 5 und zahlreichen Fehlbildungen, vor allem Herzfehlern, Störungen der Hirnentwicklung (Mikrozephalie) und schwerer motorischer Entwicklungsstörung; auffällig ist das schrille Schreien des Säuglings in den ersten Lebensmonaten, das an eine Katze erinnert und wahrscheinlich auf einer Kehlkopfmissbildung beruht. Die Lebenserwartung der Kinder ist drastisch verkürzt.


kaudal

kaudal, → caudal.


Kaudasyndrom

Kaudasyndrom, → Caudasyndrom.


Kaufmann-Schema

Kaufmann-Schema, eine Anleitung zur alternierenden Verabreichung von Gestagenen und Östrogenen, um einen regelhaften Menstruationszyklus und den Aufbau einer normalen Gebärmutterschleimhaut zu fördern. Diese Form der Hormonbehandlung wird eingesetzt bei einer mangelhaften oder fehlenden Funktion der Eierstöcke.


Kaumuskulatur

Kaumuskulatur, der Begriff umfasst alle am Kauen beteiligten Muskeln des Kopfes, insbesondere Musculus masseter, Musculus temporalis und Musculus pterigoideus lateralis und medialis.


Kaustikum

Kaustikum, eine auch als Ätzmittel bezeichnete Substanz, die in höheren Konzentrationen zur gezielten Zerstörung von Körpergewebe eingesetzt wird. Dabei handelt es sich v. a. um Schwermetallsalze (z. B. Eisenchlorid, Silbernitrat) oder um Mineralsäuren (z. B. Trichloressigsäure), die beispielsweise zur Entfernung von wucherndem Gewebe (wildes Fleisch), Warzen, Tätowierungen und zur Blutstillung eingesetzt werden.


Kauterisation

Kauterisation, die aus medizinischen Gründen durchgeführte Zerstörung von Gewebe, z. B. zur Blutstillung oder zum Entfernen kranken Gewebes. Zu diesem Zweck werden verschiedene Verfahren eingesetzt, z. B. Hitze (Brenneisen), Kälte (Kryokauter) oder chemische Mittel (Ätzmittel).


Kava-Kava

Kava-Kava, Wurzelextrakt eines strauchartigen Pfeffergewächses mit dem Namen → Piper methysticum mit angstlösender und euphorisierender Wirkung. Als Nebenwirkungen wurden eine vorübergehende Gelbverfärbung der Haut, Sehstörungen sowie ein vermindertes Reaktionsvermögen beobachtet.


Kava-Typ

Kava-Typ, eine spezielle Form der Metastasenbildung von Tumoren, die im Einstromgebiet der Vena cava (Hohlvene) liegen, wie z. B. primäre Leberzelltumoren. Dabei werden die metastasierenden Zellen zunächst über die Hohlvene in die Lunge transportiert, bilden dort die ersten Metastasen und gelangen dann vorn dort aus weiter in den großen Kreislauf.


Kaverne

Kaverne, ein krankhafter, mit Luft oder Flüssigkeit gefüllter Hohlraum in einem Organ, z. B. in der Lunge bei Tuberkulose oder bei einem Bronchuskarzinom. Tumorkavernen entstehen durch Zellnekrosen im Tumor selbst.


Kavernitis

Kavernitis, eine Entzündung der Schwellkörper des Penis, die durch Verletzungen oder eine Entzündung der Harnleiterschleimhaut ausgelöst werden kann.


Kavernosografie

Kavernosografie, eine röntgenologische Darstellung der Schwellkörper des Penis und der Harnwege zur diagnostischen Abklärung von auftretenden Erektionsstörungen.


Kawasaki-Krankheit

Kawasaki-Krankheit, Kawasaki-Syndrom, eine Autoimmunkrankheit mit akuter Gefäßentzündung unter Einbeziehung mehrerer Organe und hohem Fieber. Die Kawasaki-Krankheit kommt bei Kleinkindern vor allem in Japan, zunehmend aber auch in Europa vor. Im Vordergrund stehen eine nicht eitrige Konjunktivitis, eine Stomatitis, ein Hautexanthem und Lymphknotenschwellungen, selten sind auch die Herzkranzgefäße betroffen mit resultierenden Herzrhythmusstörungen und evtl. einem Herzinfarkt. Die Diagnose wird über den Nachweis von Autoantikörpern (cANCA, AntiNeutrophile Cytoplasmatic Autoantibodys) gestellt. Die Behandlung umfasst die Hemmung der Blutplättchenfunktion durch Thrombozytenaggregationshemmer, z. B. Acetylsalicylsäure, und die Gabe von intravenösen Immunglobulinen (IVIG).


Kayser-Fleischer-Kornealring

Kayser-Fleischer-Kornealring, grünbrauner, wenige Millimeter breiter Farbring am Rande der Hornhaut infolge Kupferablagerung, besonders bei → Morbus Wilson.


kcal

kcal, Abk. für Kilokalorie. Auch → Kalorie.


Kefir

Kefir, Getränk aus Sauermilch, das früher im Kaukasus aus Stutenmilch, heute in Europa aus Kuhmilch hergestellt wird und verdauungsfördernd wirkt.


Kehldeckel

Kehldeckel, → Epiglottis.


Kehlkopf

Kehlkopf, → Larynx.


Kehlkopfentzündung

Kehlkopfentzündung, → Laryngitis.


Kehlkopfkarzinom

Kehlkopfkarzinom, → Larynxkarzinom.


Kehlkopfkrebs

Kehlkopfkrebs, → Larynxkarzinom.


Kehlkopflähmung

Kehlkopflähmung, → Laryngoparese, Laryngoplegie.


Kehlkopfödem

Kehlkopfödem, → Larynxödem.


Kehlkopfoperation

Kehlkopfoperation, eine Operation am → Larynx. Je nach Indikation wird eine Spaltung des Kehlkopfs (Laryngotomie), eine Stimmbandoperation, eine teilweise Resektion des Kehlkopfskeletts oder eine vollständige Kehlkopfentfernung (Laryngektomie) bei einem Larynxkarzinom durchgeführt.


Kehlkopfpolyp

Kehlkopfpolyp, eine in der Regel gutartige Wucherung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfs und der Stimmlippen. Kehlkopfpolypen treten häufig in Zusammenhang mit einer chronischen Kehlkopfentzündung auf und äußern sich durch Symptome wie Heiserkeit, Beeinträchtigungen der Stimme (z. B. Stimmverlust) und Reizhusten.


Kehlkopfpräkanzerose

Kehlkopfpräkanzerose, eine meist makroskopisch sichtbare Veränderung in der Schleimhaut des Kehlkopfs, die als Vorstadium eines Kehlkopfkarzinoms angesehen wird. Heiserkeit, Räusperzwang und ein Fremdkörpergefühl im Hals sind Symptome, die auf das Vorliegen einer Kehlkopfpräkanzerose hinweisen. Die Entstehung einer Präkanzerose ist meist auf die Einwirkung von Schadstoffen wie z. B. Tabak oder Alkohol zurückzuführen. Nach einer operativen Entfernung des betroffenen Gewebes sollte der Befund über einen längeren Zeitraum überwacht werden.


Kehlkopfreflex

Kehlkopfreflex, bei einer Reizung des Kehlkopfs, z.B. durch einen Fremdkörper, erfolgt reflektorisch ein Verschluss der Stimmritze mit nachfolgendem Husten, um das Einatmen des Fremdkörpers zu vermeiden.


Kehlkopfreflex

Kehlkopfreflex, als physiologischer Kehlkopfreflex wird das Verschließen des Kehlkopfeingangs und der Stimmritze beim Schlucken bezeichnet.


Kehlkopfspiegel

Kehlkopfspiegel, → Laryngoskop.


Kehlkopfstenose

Kehlkopfstenose, eine Einengung der Kehlkopflichtung, die mit Heiserkeit und Atemnot, bei akutem Verlauf evtl. mit Erstickungsgefahr, einhergeht. Eine Kehlkopfstenose kann z. B. durch Entzündungen, Kehlkopfödeme oder Tumoren hervorgerufen werden.


Kehlkopftuberkulose

Kehlkopftuberkulose, eine Tuberkulose im Bereich des Kehlkopfs, die in den meisten Fällen als Komplikation einer offenen Lungentuberkulose entsteht. Klinische Symptome für eine Kehlkopftuberkulose sind länger andauernde Heiserkeit, Husten und Schluckbeschwerden.


Kehr-Zeichen

Kehr-Zeichen, Schmerzen im Oberbauch, die in die linke Schulter ausstrahlen und zusammen mit einer Überempfindlichkeit der Haut auftreten. Diese Symptomatik wird als Hinweis auf das Vorliegen eines Risses der Milz oder des Eileiters (z. B. bei Eileiterschwangerschaft) gewertet.


Keilwirbel

Keilwirbel, keilförmig veränderter Wirbelkörper, entweder angeboren oder als Folge einer Scheuermann-Krankheit oder einer Osteoporose mit mehr oder weniger ausgeprägter Wirbelsäulenverkrümmung. Im Zentrum der Behandlung steht die Kräftigung der Rückenmuskulatur, bei Bedarf Anpassung eines Korsetts und bei Osteoporose die Gabe von Kalzium und Vitamin D oder Bisphosphonaten.


Keim

Keim, ein Mikroorganismus, z.B. ein Bakterium oder ein Virus.


Keim

Keim, befruchtete Eizelle während der ersten Entwicklungstage.


Keimbahn

Keimbahn, Übertragung der Erbanlagen mit den Keimzellen von einer Generation auf die nächste. Auch → Oogenese.


Keimbahnintervention

Keimbahnintervention, Eingriff in die → Keimbahn, also in die Chromosomen der Ei- oder Samenzellen. Die Veränderung des Erbguts mittels Gentechnik ist in Deutschland gesetzlich verboten. Auch → Embryonenschutzgesetz.


Keimblatt

Keimblatt, jede der drei Zellschichten, die bei der Entwicklung eines Embryos sehr früh angelegt werden - das Ektoderm, Entoderm und Mesoderm. Aus diesen drei Schichten entstehen alle Zellen und das embryonale Gewebe. Bis zum Ende der zweiten Woche liegt eine zweiblättrige (Ektoderm und Entoderm), danach eine dreiblättrige Keimscheibe vor. Auch → Embryonalgenese.


Keimdrüse

Keimdrüse, → Gonade.


Keimentwicklung

Keimentwicklung, die Entwicklung der befruchteten Eizelle. Die Keimentwicklung wird in drei Perioden unterteilt: die → Blastogenese, die → Embryogenese und → Fetogenese.


keimfrei

keimfrei, → steril, → aseptisch.


Keimträger

Keimträger, Lebewesen, das nicht oder noch nicht erkrankt ist, aber krankmachende Keime trägt oder ausscheidet. Nach einer Typhuserkrankung z. B. kann ein klinisch gesunder Mensch weiterhin Salmonellen mit dem Stuhl ausscheiden und die Krankheit verbreiten (sog. Dauerausscheider).


Keimzahl

Keimzahl, Anzahl der Keime, vor allem der Bakterien, in einer bestimmten Menge eines untersuchten Körpersaftes, in einem Wundabstrich oder auf einem Bakteriennährboden.


Keimzelle

Keimzelle, → Gamet.


Keloid

Keloid, Narbenkeloid, wucherndes Bindegewebe von derber Konsistenz im Bereich einer verheilten Wunde, das die eigentlichen Narbenränder überschreitet und das Hautniveau wulstartig überragt, z. B. nach Hautverletzungen wie Verbrennungen, Verätzungen, schwerer Akne oder Operationen. Keloid kann kosmetisch störend sein und je nach Lokalisation und Größe die Beweglichkeit über Gelenken einschränken. Die Therapie besteht in lokal angewendeten Salben und Glucocorticoidinjektionen ins Keloid, Kältetherapie und eventuell Röntgenbestrahlung.


Kennmuskel

Kennmuskel, ein Muskel, dessen Lähmung ein Zeichen für eine Schädigung bzw. den Ausfall eines Spinalnervs ist. So deutet z. B. eine Lähmung des vorderen Oberschenkelmuskels auf eine Wurzelläsion im Bereich des vierten lumbalen Rückenmarksegments hin.


kephal

kephal, kranial, cepha, zephal, den Kopf betreffend.


Kephalgie

Kephalgie, → Kopfschmerz.


Kephalhämatom

Kephalhämatom, Bluterguss des Neugeborenen zwischen Schädelknochen und Knochenhaut. Die sicht- und spürbare fluktuierende Schwellung am Kopf des Neugeborenen entsteht durch Druckeinwirkung und Einreißen kleiner Gefäße beim Durchtritt des Kopfes durch den engen Geburtskanal und bildet sich in aller Regel spontan zurück.


Kephalometrie, intrauterine

Kephalometrie, intrauterine, ein Verfahren, mit dem die Größe des kindlichen Kopfes in der Gebärmutter gemessen werden kann. Aus der Kopfgröße können Rückschlüsse auf das Gewicht des Fetus und damit auch auf das Schwangerschaftsalter gezogen sowie evtl. auftretende Wachstumsstörungen des Fetus festgestellt werden.


Keratin

Keratin, Horn, schwefelreiches, festes Strukturprotein, das die verhornte äußere Hautschicht sowie Nägel und Haare bildet.


Keratitis

Keratitis, Hornhautentzündung, Entzündung der Hornhaut des Auges. Eine Keratitis kann durch Austrocknung bei mangelnder Tränenflüssigkeit, durch Viren (z. B. Herpesviren), Pilze oder Bakterien, durch ätzende Stoffe oder übermäßige Ultraviolettstrahlung entstehen und geht mit einer Rötung des Augapfels, enger Pupille, lokalem Schmerz und Lichtscheu einher. Die Therapie besteht u. a. in der Applikation entzündungshemmender oder antibakterieller Augentropfen oder -salben, bei Austrocknung in der zusätzlichen Verordnung eines Tränenersatzmittels.


kerato...

kerato..., Wortteil mit der Bedeutung Hornhaut oder Verhornung.


Keratoconjunctivitis

Keratoconjunctivitis,
Keratoconjunktivitis
Die schematische Darstellung des Auges zeigt eine Keratoconjunktivitis mit allen Merkmalen: wässrige Iriszeichnung infolge der entzündeten Hornhaut, rote Äderchen als Resultat der Bindehautenzündung und Tränenfluss.
oft viral bedingte Entzündung der Horn- und Bindehaut des Auges, die zu einem Lidödem, gerötetem und tränendem Auge mit starkem Schmerz und Lichtscheu führt. Die Behandlung erfolgt lokal mit entzündungshemmenden, abschwellenden und antiviral wirkenden Tropfen oder Salben.


Keratoconjunctivitis fotoelectrica

Keratoconjunctivitis fotoelectrica, Hornhautentzündung durch starke Lichteinwirkung, auch "Verblitzung" genannt, z. B. infolge ultravioletter Strahlung ("Schneeblindheit") sowie nach Höhensonnenbestrahlung oder Schweißarbeiten ohne Augenschutz. Die Patienten klagen über Lichtscheu, vermehrten Tränenfluss, Fremdkörpergefühl und Schmerzen im Auge, das sich kaum öffnen lässt. Die Keratoconjunctivitis fotoelectrica wird durch Auftragen desinfizierender Salben und einem fest sitzenden Verband zur Ruhigstellung behandelt, da selbst Blinzeln den Heilungsprozess aufhält. Bei konsequenter Therapie ist die Hornhautreizung meist nach 24 Stunden abgeklungen.


Keratokonus

Keratokonus, Hornhautverkrümmung, kegelförmige Hornhautveränderung des Auges, meist erblich bedingt, manchmal im Rahmen eines → Down-Syndroms. Die Erkrankung beginnt im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt und führt zu einer raschen Verschlechterung der Brechkraft. Zur Therapie stehen entsprechende Kontaktlinsen oder eine Hornhauttransplantation zur Verfügung.


Keratolyse

Keratolyse, normale Abschilferung der verhornten Hautschicht.


Keratolyse

Keratolyse, durch eine Krankheit wie die → Psoriasis vermehrte Schuppung der Haut.


Keratolyse

Keratolyse, durch lokale Anwendung von Weichmachern (Salicylsäure) absichtlich herbeigeführte Aufquellung der Hornhaut zur Therapie bestimmter Hautkrankheiten.


Keratom

Keratom, eine Verhornung bzw. eine Verdickung der Hornschicht der Epidermis (Oberhaut).


Keratometrie

Keratometrie, eine Methode, die in der Augenheilkunde zur Messung der Hornhautdicke und -krümmung des Auges eingesetzt wird.


Keratoplastik

Keratoplastik, Hornhauttransplantation, die erkrankte Hornhaut des Auges wird teilweise oder vollständig durch eine gesunde Spenderhornhaut oder ein künstliches Implantat ersetzt, z. B. bei Hornhauttrübungen oder -narben sowie bei fortgeschrittenem → Keratokonus.


Keratose

Keratose, Verhornung (der Haut). Auch Begriff für Verhornungsstörungen mit vermehrter Hautschuppung, z. B. bei Vitamin A-Mangel oder → Psoriasis.


Kerckring-Falten

Kerckring-Falten, ca. ein Zentimeter hohe, wellige Querfalten in der Dünndarmschleimhaut (→ Duodenum und → Jejunum), die die Darmoberfläche um etwa 30 Prozent vergrößern.


Kernfusion

Kernfusion, die Verschmelzung von Atomkernen. Leichte Kerne werden mit Energieaufwand zu einem schweren Kern vereinigt, dabei wird Energie freigesetzt. Eine künstliche Kernfusion konnte bisher nur als Wasserstoffbombe realisiert werden. Auch → Kernspaltung.


Kernikterus

Kernikterus, Bilirubinenzephalopathie, Ablagerung des Gallenfarbstoffs → Bilirubin in den Ganglienzellen des Hirnstamms beim Neugeborenen, vor allem als Folge vermehrten Hämoglobinabbaus beim → Morbus hämolyticus neonatorum, bei Störungen des Bilirubinstoffwechsels sowie im Rahmen einer Sepsis oder bei Sauerstoffmangel. Das Neugeborene fällt durch Trinkschwäche, Muskelhypotonie und Schläfrigkeit auf, später kommen Krämpfe und Atemnot bis hin zum Atemstillstand hinzu. Je nach Schweregrad der Krankheit kommen eine Austauschtransfusion und eine Fototherapie in Betracht. Trotz Behandlung können sich schwere Spätschäden mit geistiger Retardierung und zerebral bedingten Bewegungsstörungen entwickeln.


Kernpolymorphie

Kernpolymorphie, Größen- und Formunterschiede von Zellkernen des gleichen Gewebes, z. B. bei überstürztem Wachstum, wie es bei bösartigen Erkrankungen gegeben ist.


Kernspaltung

Kernspaltung, eine spontan auftretende oder künstlich durch hohe Energiezufuhr herbeigeführte Spaltung von schweren Atomkernen mit hoher Ordnungszahl. Dabei werden ungeladene Neutronen und Energie freigesetzt. Ein radioaktiver und instabiler Zwischenkern bleibt zurück, der dann wiederum zerfällt und eine Kettenreaktion auslöst. Die Kernspaltung wird in Form von gesteuerten Kettenreaktionen in Kernkraftwerken zur Energiegewinnung eingesetzt.


Kernspinresonanztomografie

Kernspinresonanztomografie, → Magnetresonanztomografie.


Kernteilung

Kernteilung, Teilung der Zelle und des Zellkerns. Auch → Mitose, → Meiose.


Kerntemperatur

Kerntemperatur, Temperatur im Inneren des Körpers, die am genauesten bei der rektalen Messung im Enddarm erfasst wird. Die Kerntemperatur wird präzise reguliert und unterliegt viel weniger Schwankungen als die Temperatur in den peripheren Körperabschnitten, z. B. unter der Achsel.


Ketamin

Ketamin, ein Anästhetikum, das als Injektionsnarkotikum, z. B. bei kleineren operativen Eingriffen, sowie in der Notfallmedizin verwendet wird.


Ketoazidose

Ketoazidose, Acetonämie, Bezeichnung für die Vermehrung von Ketonkörpern im Blut mit nachfolgender metabolischer → Azidose. Eine Ketoazidose spricht für lang andauerndes Hungern, z. B. im Rahmen einer Fastenkur, oder für einen schlecht eingestellten → Diabetes mellitus.


Ketoconazol

Ketoconazol, Antimykotikum. Mittel gegen Pilzinfektionen.


Ketonämie

Ketonämie, Vermehrung der Ketonkörper im Blut, z. B. beim Fasten oder bei Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus. Auch Ketoazidose.


Ketonkörper

Ketonkörper, Bezeichnung für Stoffwechselprodukte aus dem Fettabbau. Dazu gehören die Acetessigsäure, das Aceton und die Beta-Hydroxybuttersäure. Sie fallen beim Hungern und bei Insulinmangel vermehrt an und werden mit dem Urin ausgeschieden.


Ketonurie

Ketonurie, Acetonurie, Ausscheidung von Ketonkörpern im Urin im Rahmen einer Fastenkur und beim Diabetes mellitus.


Keuchhusten

Keuchhusten, Pertussis, Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufen wird. Aufgrund der Impfung im frühen Säuglingsalter ist die Krankheit in der westlichen Welt selten geworden. Der Keuchhusten wird durch Tröpfcheninfektion beim Atmen und Husten übertragen, die Inkubationszeit beträgt sieben bis 14 Tage. Mit der Krankheit wird eine mehrjährige Immunität erworben. Der Keuchhusten beginnt mit katarrhalischen Beschwerden der oberen Luftwege, einer Konjunktivitis und leichtem Fieber für ein bis zwei Wochen, gefolgt von dem drei bis sechs Wochen dauernden Konvulsivstadium mit Fieber und krampfartigen, heftigen Hustenanfällen, besonders nachts, mit Venenstauung an Hals und Kopf und Einblutung in die Augenlider und die Bindehaut, Erbrechen und Erstickungsgefahr. Durch Verengung der Stimmritze klingt das Einatmen laut und gequält, bis endlich zäher Schleim abgehustet werden kann. Das dritte und letzte Stadium des Abklingens, das zwei bis sechs Wochen anhält, zeichnet sich durch abnehmenden Husten und sinkendes Fieber aus. Am wichtigsten ist die Sicherstellung der Atmung während der Hustenanfälle. Die weitere Behandlung besteht in schleimlösenden und fiebersenkenden Medikamenten. Die frühzeitige Gabe von Antibiotika mildert den Krankheitsverlauf und beugt einer Lungenentzündung vor. Antitussiva (Mittel gegen Husten) versagen in der Regel.


KH

KH, Abk. für → Kohlenhydrat.


KHE

KHE, Abk. für koronare Herzerkrankung.


KHK

KHK, Abk. für koronare → Herzkrankheit.


Kiefer

Kiefer, zusammenfassende Bezeichnung für den Ober- (→ Maxilla) und den Unterkiefer (→ Mandibula).


Kiefer

Kiefer, eine Baumart aus der Gruppe der Kieferngewächse. Das aus den Nadeln, Zweigspitzen oder Ästen gewonnene ätherische Öl wird aufgrund seiner sekretolytischen (Schleim lösend) und leicht antiseptischen (Keim tötend) Wirkung zur Herstellung von Tees, Tinkturen, alkoholischen Lösungen, Badezusätzen, Ölen und Salben verwendet. Diese Präparate werden vor allem bei Infektionen der Atemwege sowie bei leichten Muskelschmerzen eingesetzt.


Kieferanomalie

Kieferanomalie, angeborene Fehlstellung oder Fehlform des Ober- oder Unterkiefers.


Kieferfehlbildung

Kieferfehlbildung, → Dysgnathie.


Kiefer-Gaumen-Spalte

Kiefer-Gaumen-Spalte, → Gnathopalatoschisis.


Kieferhöhle

Kieferhöhle, die größten, paarig angelegten Nasennebenhöhlen innerhalb des Oberkieferknochens. Auch → Nasennebenhöhlen.


Kieferhöhlenentzündung

Kieferhöhlenentzündung, → Sinusitis.


Kiefer-Lippen-Gaumen-Spalte

Kiefer-Lippen-Gaumen-Spalte, → Cheilognathopalatoschisis.


Kieferluxation

Kieferluxation, eine meist durch einen Unfall hervorgerufene Verrenkung der Gelenkköpfchen des Unterkiefers, so dass der Mund nicht mehr geschlossen werden kann. Zur Wiederherstellung der Kieferfunktion muss das Kiefergelenk manuell eingerenkt und anschließend ruhig gestellt werden. Eine habituelle Kieferluxation liegt vor, wenn die Verrenkung des Kiefergelenks aufgrund einer Gelenkkapselschlaffheit immer wieder auftritt und das Gelenk von alleine wieder in seine Ausgangsposition gleitet.


Kieferorthopädie

Kieferorthopädie, Orthodontie, Fachgebiet der Zahnmedizin und Kieferchirurgie, das sich mit der Diagnostik und Therapie von Zahn- und Kieferfehlstellungen befasst. Die Diagnosen werden klinisch und radiologisch gestellt. Behandelt wird meistens mit festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnspangen oder ähnlichen Vorrichtungen. Manchmal sind auch chirurgische Eingriffe nötig.


Kieferspalte

Kieferspalte, → Gnathoschisis.


Kiefersperre

Kiefersperre, Unvermögen, das Kiefergelenk zu bewegen und den Mund zu schließen. Eine Kiefersperre kommt bei einer Luxation (Ausrenkung) des Kiefergelenks, bei einer Fraktur des Kiefers oder nach Ecstasykonsum vor. Die Luxation kann mit einem Handgriff behoben werden, bei einer Fraktur ist eine operative Einrichtung und Fixierung erforderlich.


Kieferzyste

Kieferzyste, Zahnzyste, krankhafter Hohlraum im Ober- oder Unterkiefer, entweder angeboren (Fehlbildung) oder im Verlauf einer Erkrankung (z. B. im Bereich der Zähne) erworben. Eine operative Entfernung ist nur bei Schmerzen oder anderen Störungen erforderlich.


Kieler Klassifikation

Kieler Klassifikation, Einteilung der → Non-Hodgkin-Lymphome nach Malignitätsgrad entsprechend ihrer feingeweblichen und immunologischen Eigenschaften, nach der sich die Therapie richtet.


Killerzelle

Killerzelle, zu den Lymphozyten gehörende Zelle, die andere Zellen abtöten kann. Killerzellen sind für die Bekämpfung viraler Infektionen und entarteter Zellen von großer Bedeutung, allerdings auch für die Transplantatabstoßung verantwortlich.


Kilokalorie

Kilokalorie, noch immer gebräuchliche Messeinheit der Energie, insbesondere der Wärmemenge. Eine Kilokalorie wird mit kcal abgekürzt und entspricht 1000 Kalorien. Offiziell wurde die Einheit von der Angabe in Joule abgelöst (→ Kalorie).


Kinästhesie

Kinästhesie, die Wahrnehmung der Muskelbewegungen und der Lage des Körpers im Raum.


Kindbett

Kindbett, → Puerperium.


Kindbettfieber

Kindbettfieber, → Puerperalfieber.


Kindchenschema

Kindchenschema, Aussehen und Verhalten von Kindern als Schlüsselreize, die den Pflegetrieb der Erwachsenen auslösen, z. B. große runde Augen, ein molliges Gesicht, eine hohe runde Stirn und tapsige Bewegungen.


Kinderfrüherkennungsuntersuchung

Kinderfrüherkennungsuntersuchung, eine Untersuchung, die zur frühzeitigen Erkennung von körperlichen und geistigen Fehlentwicklungen bei Kindern durchgeführt wird. Von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland wurde ein Programm entwickelt, das die Durchführung einer Reihe von Vorsorgeuntersuchungen in bestimmten zeitlichen Abständen von der Geburt an bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres vorsieht (U1 bis U9). Im Rahmen dieser Untersuchungen werden die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes in Bezug zum Lebensalter beurteilt, es werden Impfungen durchgeführt und Empfehlungen zur Vorbeugung von Rachitis und Karies gegeben.


Kinderheilkunde

Kinderheilkunde, → Pädiatrie.


Kinderkrankheiten

Kinderkrankheiten, Sammelbegriff für häufige, typischerweise im Kindesalter auftretende Infektionskrankheiten, z. B. Scharlach, Mumps, Röteln, Masern, Windpocken oder Ringelröteln.


Kinderlähmung

Kinderlähmung, → Poliomyelitis.


Kinderpsychiatrie

Kinderpsychiatrie, Teilgebiet der Psychiatrie zur Diagnostik und Therapie psychiatrischer Krankheiten bei Kindern.


Kindersterblichkeit

Kindersterblichkeit, Mortalität im Kindesalter und im weiteren Sinn auch im Säuglingsalter. Die Kindersterblichkeit wird in der Regel pro 1000 Lebendgeburten für den Zeitraum von der Geburt bis zum fünften Lebensjahr angegeben. In den wohlhabenden Staaten ist die Kindersterblichkeit dank der Verbesserung der medizinischen Versorgung und der hygienischen Verhältnisse in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen (z. B. in Deutschland von 26 im Jahr 1970 auf 5 im Jahr 2005). In vielen armen Ländern ist die Kindersterblichkeit nach wie vor extrem hoch (z. B. in Sierra Leone im Jahr 2005: 282 Todesfälle pro 1000 Lebendgeburten).


Kindesmisshandlung

Kindesmisshandlung, Battered-child-Syndrom, absichtlich herbeigeführte Verletzung eines Kindes durch körperliche Gewalt (z. B. Schläge, Schütteltrauma) und psychische Schädigung (z. B. Vernachlässigung, Verwahrlosung). Äußerliche Hinweise auf eine Kindesmisshandlung sind ungewöhnliche Spuren von Gewaltanwendung (z. B. zahlreiche blaue Flecken, Verbrennungen oder Knochenbrüche), bei Vernachlässigung stehen psychische Auffälligkeiten im Vordergrund. Bei Verdacht auf eine Kindesmisshandlung sollten ein Kinder- oder Hausarzt und das Jugendamt verständigt werden.


Kindheit

Kindheit, Lebensabschnitt von der Geburt an bis zur Pubertät.


Kindsbewegungen

Kindsbewegungen, Bewegungen des ungeborenen Kindes, die von der werdenden Mutter in der ersten Schwangerschaft etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche, bei weiteren Schwangerschaften bereits ab der 16. Woche wahrgenommen werden. Kindsbewegungen sind ein sicheres Zeichen einer bestehenden Schwangerschaft.


Kindslage

Kindslage, Fruchtlage, Ausrichtung des Kindes im Uterus; die Kindslage kann durch Abtasten des Bauches oder durch Sonografie bestimmt werden. Als Kindslage im engeren Sinn gilt die Ausrichtung der Längsachse des Kindes zur Längsachse der Gebärmutter. Zur Kindslage gehören auch die Position des Rückens und des vorangehenden Kindsteils sowie die Haltung des Kindes in der Gebärmutter. Bei etwa 96% aller Geburten findet sich eine Längs- und Kopflage.


Kindspech

Kindspech, → Mekonium.


Kindsteile

Kindsteile, mit einer Ultraschalluntersuchung oder durch Palpation erkennbare Teile des Kindes in der Gebärmutter, z. B. Kopf, Becken oder Extremitäten. Der Nachweis der Kindsteile ist ein sicheres Schwangerschaftszeichen.


Kindstod, plötzlicher

Kindstod, plötzlicher, Sudden infant death syndrome, SIDS, der unerwartete, aus völliger Gesundheit heraus eintretende Tod im Säuglingsalter. Meistens werden die Kinder in Folge eines Herz- oder Atemstillstandes im Bett tot aufgefunden. Selten finden sich unerkannte Herzfehler oder fulminant verlaufende Infektionen der oberen Luftwege als Ursache. In der Regel findet sich keinerlei Erklärung. Als Risikofaktoren gelten u. a. Rauchen, bestimmte Infektionen und niedriges oder hohes Alter der Mutter. Risikofaktoren des Kindes sind u. a. schlafen in Bauchlage, nicht gestillt werden, Überwärmung und Frühgeburt. Vorbeugung in erster Linie durch Vermeidung der Risikofaktoren: u. a. schlafen in Rückenlage, stillen, kein Rauchen in der Schwangerschaft und in der Umgebung des Kindes, Umgebungstemperatur beim Schlafen unter 18 Grad.


kine...

kine..., Wortteil mit der Bedeutung Bewegung.


Kinekardiografie

Kinekardiografie, eine → Angiokardiografie, die zusammen mit röntgenologischen Serienaufnahmen des Herzens durchgeführt wird. Durch diese Kombination von zwei diagnostischen Verfahren wird eine genaue Beurteilung der Anatomie und der Funktionsfähigkeit der Herzinnenräume und der Herzklappen ermöglicht.


Kinesiologie

Kinesiologie, komplementärmedizinisches Verfahren zur Erkennung und Behandlung eines gestörten Energiegleichgewichts im Körper, das durch besondere Muskeltests nachgewiesen und z. B. mit Massagen, Entspannungsübungen, Bewegung und Ernährungsumstellung behandelt wird. Die Kinesiologie wird oft vorbeugend eingesetzt, als Therapie kommt sie u. a. bei Rückenschmerzen, Verspannungen, Depressionen oder Übergewicht zur Anwendung. Durch eine Art "Hirngymnastik" (Brain Gym) werden Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, aber auch vermehrter Stress angegangen.


Kinesiotherapie

Kinesiotherapie, → Bewegungstherapie.


Kinetose

Kinetose, Bewegungskrankheit, Reisekrankheit, Sammelbegriff für Symptome, die durch rasche oder ungleichmäßige Beschleunigung des Körpers, z. B. im Flugzeug, auf einem Schiff, im Auto oder auf einem Karussell, durch Reizung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr auftreten. Dazu gehören vor allem Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüche. Mit entsprechenden Medikamenten zur Herabsetzung der Empfindlichkeit für Bewegungsreize kann einer Kinetose vorgebeugt werden.


Kinin

Kinin, Sammelbegriff für verschiedene Gewebshormone. Es handelt sich um Peptidhormone, die bei Gewebeverletzungen oder Infektionen ins Blut freigesetzt werden und den Blutdruck senken, die Gefäßdurchlässigkeit erhöhen und die Bronchien engstellen. Kinine, vor allem das Bradykinin, spielen auch bei der Schmerzempfindung eine Rolle.


Kirlian-Fotografie

Kirlian-Fotografie, von der Schulmedizin nicht anerkanntes Verfahren zur Darstellung bioenergetischer Spannungen an der Hand oder am Fuß mit Darstellung der Energieentladungen der Haut.


Kirschner-Draht

Kirschner-Draht, langer Metalldraht, der für die operative Fixation einzelner Knochenfragmente bei Frakturen eingesetzt und später meistens wieder entfernt wird.


Kissing disease

Kissing disease, Kusskrankheit, im Volksmund gebräuchlicher Ausdruck für das Pfeiffer’sche Drüsenfieber. Auch → Mononucleosis infectiosa.


Kitzler

Kitzler, → Klitoris.


Klappe

Klappe, → Valva.


Klappenersatz

Klappenersatz, → Valvuloplastik.


Klappeninsuffizienz

Klappeninsuffizienz, angeborener oder erworbener Defekt einer Herz- oder Venenklappe mit Blutrückfluss. Eine Herzklappeninsuffizienz kann zu einer schweren Herzinsuffizienz führen und wird daher je nach Befund operativ korrigiert oder durch eine künstliche Klappe ersetzt. Herzklappenfehler sind mit dem Stethoskop hörbar und mittels Echokardiografie darstellbar. Eine Insuffizienz der Beinvenenklappen führt zu Krampfadern. Auch → Herzklappenfehler.


Klappenstenose

Klappenstenose, angeborene oder erworbene Verengung einer Herzklappe, so dass zu wenig Blut unter zu großem Druck durch die verengte Klappe gepumpt wird. Eine Herzklappenstenose ist mit dem Stethoskop hörbar und echokardiografisch darstellbar und führt je nach Lokalisation und Ausprägung zu Kreislaufstörungen und einer Herzinsuffizienz. Die Behandlung erfolgt entweder durch Sprengung der verengten Klappe oder künstlichen Klappenersatz.


Klappenvitium

Klappenvitium, Oberbegriff für einen Klappenfehler, meistens ist ein → Herzklappenfehler gemeint.


Klapp-Kriechen

Klapp-Kriechen, eine Art der Gymnastik, die bei einer leichten Skoliose angewendet wird. Dabei werden verschiedene aktive Kriechübungen zur Stärkung der Wirbelsäulenmuskulatur durchgeführt.


Klassifikation

Klassifikation, in der Medizin systematische Einteilung von Merkmalen, Krankheiten oder Medikamenten anhand von Gemeinsamkeiten, z. B. die Kieler Klassifikation zur Unterteilung bösartiger Lymphome.


Klatschmohn

Klatschmohn, Papaver rhoeas, in Mitteleuropa heimische Pflanze aus der Familie der Mohngewächse mit roten Blütenblättern, aus denen Substanzen zum Einschlafen und Abhusten gewonnen werden. Auch → Mohn.


Klaustrophilie

Klaustrophilie, die im Rahmen einer Angstneurose oder bei Verfolgungswahn auftretende, krankhafte Angst, die Wohnung zu verlassen bzw. die ebenso krankhafte Neigung, sich in einem Raum einzuschließen.


Klaustrophobie

Klaustrophobie, Platzangst, Angst in geschlossenen Räumen, z. B. in Aufzügen oder dicht gedrängten Menschenmengen. Sofern Behandlung notwendig ist, besteht sie in Verhaltenstherapie mit systematischer → Desensibilisierung. Auch → Angsterkrankung, → Phobie.


Klavikula

Klavikula, → Clavicula.


Klebsiella

Klebsiella, zu den Enterobakterien gehörendes, gramnegatives Stäbchenbakterium. Der wichtigste Vertreter ist Klebsiella pneumoniae als Auslöser von Pneumonien oder Blasenentzündungen.


Kleie

Kleie, Hülle des Getreidekorns. Beim Mahlen fällt die aus Schale und Keimling bestehende Kleieschicht ab. Wegen des hohen Ballaststoffanteils wird Kleie zur Verdauungsförderung eingesetzt. Aufgrund des hohen Vitamingehalts kommt sie auch in der Tierfütterung zum Einsatz.


Kleinhirn

Kleinhirn, → Cerebellum.


Kleinhirnataxie

Kleinhirnataxie, Störung der Koordination von Bewegungsabläufen durch eine Erkrankung des Kleinhirns. Auch → Ataxie.


Kleinhirninfarkt

Kleinhirninfarkt, umschriebener Gewebeuntergang im Kleinhirn durch einen Gefäßverschluss. Ein Kleinhirninfarkt äußert sich durch Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, Muskelhypotonie und eventuell Zittern. Die Behandlung erfolgt mit durchblutungsfördernden Medikamenten sowie Koordinations- und Gleichgewichtsübungen. Auch → Apoplexie.


Kleinhirntumor

Kleinhirntumor, gut- oder bösartige Geschwulst des Kleinhirns. Oft handelt es sich um ein bösartiges → Medulloblastom oder → Astrozytom. Klinische Symptome sind Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, Zeichen eines Hydrozephalus oder einer Mittelhirnschädigung. Je nach vorliegendem Befund wird operiert, bestrahlt und/oder eine Chemotherapie durchgeführt.


Kleinhirnzeichen

Kleinhirnzeichen, klinische Symptome bei Erkrankungen des Kleinhirns, z. B. Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, gestörte Haltereflexe, eine Hypotonie der Muskulatur, ein Tremor oder eine → Katalepsie.


Kleinkindalter

Kleinkindalter, Lebensabschnitt vom vollendeten ersten Lebensjahr an bis zum dritten Lebensjahr.


Kleinwuchs

Kleinwuchs, Mikrosomie, Minderwuchs, geringe Körpergröße, bei erwachsenen Männern unter 150 Zentimeter und bei erwachsenen Frauen unter 140 Zentimeter. Bei Kindern versteht man unter Kleinwuchs eine Körpergröße deutlich unterhalb der altersentsprechenden zehnten Perzentile. Die Ursachen sind vielfältig; neben familiärem Kleinwuchs kommen Chromosomenanomalien, hormonelle Störungen (Mangel an Wachstumshormon), Mangelernährung, Rachitis oder eine Niereninsuffizienz in Frage. Auch → Minderwuchs.


Kleptomanie

Kleptomanie, zwanghaftes Stehlen der verschiedensten Dinge, meistens mit Lustgefühl verbunden. Eine Kleptomanie kommt im Rahmen von neurotischen Störungen vor.


Klimaheilkunde

Klimaheilkunde, → Klimatherapie.


klimakterisch

klimakterisch, mit den Wechseljahren zusammenhängend.


Klimakterium

Klimakterium, Klimax, Wechseljahre,
Klimakterium
Das Klimakterium der Frau entsteht ursächlich durch die hormonellen Veränderungen ab der Lebensmitte.
Wechseljahre der Frau; die Jahre zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, in denen die Östrogenproduktion langsam nachlässt und die Menstruationsblutung unregelmäßig wird. Der zunehmende Hormonmangel geht individuell unterschiedlich mit Reizbarkeit, depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen, Hitzewallungen, Abnahme der Libido oder gelegentlichen → Tachykardien einher. Hormongaben in dieser Zeit lindern nicht nur die Symptome, sondern schützen auch vor → Osteoporose. Auch → Menopause.


Klimatherapie

Klimatherapie, Klimatotherapie, Aufenthalt in einem Klima (Gebirge, Meer, Wärme), das die Linderung von Symptomen und die Heilung bestimmter Krankheiten fördert. Salzhaltige Luft am Meer führt z. B. bei asthmatischen Erkrankungen oder einer chronischen Bronchitis zu einer Linderung der Beschwerden.


Klimax

Klimax, → Klimakterium.


Klimax

Klimax, → Orgasmus.


Klimax

Klimax, Phase einer Krankheit mit den stärksten Symptomen.


Klinefelter-Syndrom

Klinefelter-Syndrom, → Trisomie 47, Chromosomenaberration bei Männern mit drei Chromosomen 47 (XXY statt XY). Wenn nicht schon die auffallend kleinen Hoden zu einem ersten Verdacht führen, wird die Diagnose meist erst zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr aufgrund der ausbleibenden Pubertätsentwicklung gestellt. Das Klinefelter-Syndrom führt zu überschießendem Längenwachstum infolge verzögerter Verknöcherung der Wachstumsfugen und zu Unfruchtbarkeit. Der Testosteronmangel aufgrund der verkleinerten Hoden muss fast immer lebenslang behandelt werden.


Klinik

Klinik, Krankenhaus.


Klinik

Klinik, Begriff für die klinischen Zeichen und Symptome einer Krankheit, z.B. Fieber, Husten oder → Zyanose.


Kliniker / Klinikerin

Kliniker / Klinikerin, in einer Klinik tätiger Arzt im Gegensatz zum Praktiker, der Patienten in einer Arztpraxis betreut.


klinisch

klinisch, ein Krankenhaus betreffend.


klinisch

klinisch, die Krankheitssymptome eines Patienten betreffend.


klinische Chemie

klinische Chemie, Fachgebiet der Chemie, das sich mit normalen biochemischen Abläufen und deren Veränderungen bei Krankheiten befasst.


klinische Psychologie

klinische Psychologie, Teilgebiet der Psychologie, das sich der Diagnostik und Behandlung von Störungen im Verhalten und Erleben eines Patienten widmet. Im Gegensatz zum Psychiater ist der klinische Psychologe kein Arzt und setzt daher bei der Therapie keine (verschreibungspflichtigen) Medikamente ein.


Klipp

Klipp, → Clip.


Klistier

Klistier, Einlauf, Klysma, Einbringen von Flüssigkeit in den Enddarm mit Hilfe eines Schlauches oder einer speziellen, stumpfen Spritze zur Entleerung und Säuberung des Darms, z. B. vor Operationen, endoskopischen oder Röntgenuntersuchungen. Bei hartnäckiger Verstopfung werden kleinere Mengen eingesetzt. Auch Medikamente können über den Darm zugeführt werden.


Klitoris

Klitoris, Clitoris, Kitzler, Teil der weiblichen Geschlechtsorgane am vorderen Ende der kleinen Schamlippen, das sich nach Stimulation vergrößert. Zwei Schwellkörper (Corpus cavernosum clitoridis) bilden den Schaft der Klitoris, der die → Glans clitoridis trägt. Äußerlich sichtbar ist nur etwa ein Zehntel des gesamten Organs.


Klon

Klon, Gesamtzahl der Zellen oder Organismen, die durch Teilung (ungeschlechtliche Vermehrung) aus einer einzelnen Zelle oder einem einzigen Organismus hervorgegangen und daher erbgleich sind.


Klonierung

Klonierung, Verfahren der Gentechnologie zur künstlichen Erzeugung erbgleicher Zellen oder Organismen durch ungeschlechtliche Vermehrung einer einzigen Ursprungszelle. Klonierung. wird u. a. in der Arzneimittelherstellung angewandt.


klonisch

klonisch, ruckartig schüttelnd, einen Klonus betreffend, z. B. klonisch-tonischer Krampfanfall mit schnellem, ruckartigem Schütteln der Körperteile und erhöhtem Muskeltonus.


Klonus

Klonus, ruckartige Kontraktionen einzelner Muskelgruppen in rascher Abfolge als Antwort auf einen Dehnungsreiz, z. B. als Ausdruck einer Schädigung der Pyramidenbahn. → Reflexe.


Klopfmassage

Klopfmassage, → Tapotement.


Klopfschall

Klopfschall, Perkussion, durch Beklopfen der Körperoberfläche entstehender Ton, der auf die Beschaffenheit der darunter liegenden Gewebe schließen lässt. Der Klopfschall ist über den gesunden, belüfteten Lungen sonor (tief, klingend, niedrige Frequenzen) und nicht tympanitisch (schwingend) wie etwa über dem Bauch bei Blähungen und im Gegensatz zu dem festen, tonlosen Schall über Muskeln oder Knochen.


Kloßgefühl

Kloßgefühl, → Globussyndrom.


Klumpfuß

Klumpfuß, Pes equinovarus, meist angeborene Fehlstellung des Fußes mit Spitzfußstellung und Fußabdrehung nach innen, entweder infolge Vererbung oder durch eine Schädigung während der Schwangerschaft. Die Behandlung besteht in einer etappenweisen Stellungskorrektur durch Gips (Gipsredressment) mit anschließender Ruhigstellung, eventuell gefolgt von einer operativen Korrektur.


Klysma

Klysma, → Klistier.


KM

KM, Abk. für → Knochenmark.


KM

KM, Abk. für → Kontrastmittel.


KMP

KMP, Knochenmarkpunktion.


KMT

KMT, Abk. für →  Knochenmarktransplantation.


Knaus-Ogino-Methode

Knaus-Ogino-Methode, Kalendermethode, relativ unsichere Methode der Schwangerschaftsverhütung, bei der man von einer maximal zwölfstündigen Befruchtungsfähigkeit der Eizelle und einer maximal dreitägigen Lebensfähigkeit der Samenzellen ausgeht. Der Eisprung wird durch Messung der Basaltemperatur und der durchschnittlichen Länge des Monatszyklus ermittelt. Anhand dieser Faktoren errechnet man die fruchtbaren Tage rund um den Ovulationstermin, an denen auf Geschlechtsverkehr verzichtet wird.


Kneipp-Kur

Kneipp-Kur, Kurbehandlung mit Anwendung aller Verfahren der Kneipp-Therapie mit dem Ziel allgemeiner Abhärtung, Vorbeugung und eventuell Behandlung verschiedener Zivilisationskrankheiten.


Kneipp-Therapie

Kneipp-Therapie, Verfahren der Naturheilkunde, bei dem Güsse, Bäder, Tau- und Wassertreten, Waschungen, Duschen, Wickel und Packungen, Phytotherapie, Bewegungs- und Ordnungstherapie sowie eine weitgehend pflanzliche Diät angewendet werden. Die Kneipp-Therapie wird vor allem zur Vorbeugung und Behandlung von Stress, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt.


Knetung

Knetung, Pétrissage, ein Griff, mit dem meist ganze Muskeln massiert werden. Auch → Massage.


Knickfuß

Knickfuß, Pes valgus, angeborene oder erworbene Fehlstellung des Fußes mit Einknicken der Fußinnenseite. Leichte Formen eines Knickfußes sind oft Folge einer Fußmuskelschwäche oder erheblichen Übergewichts und werden mit kräftigenden Übungen, Schuheinlagen und Gewichtsreduktion behandelt.


Knie

Knie,
Kniegelenk
Die am Aufbau des Kniegelenks beteiligten Knochen und Bänder.
Bänderriss
Ein Bänderriss im Kniegelenk betrifft zumeist das Kreuzband und die beiden Seitenbänder.
gelenkige Verbindung von Ober- und Unterschenkel einschließlich Kniescheibe, → Kniegelenk.


Knie

Knie, Knickbildung im Verlauf eines Nervs oder Organanteils.


Knie-Ellenbogen-Lage

Knie-Ellenbogen-Lage, Lage eines Patienten auf den Knien und nach vorne gebeugt auf die Ellbogen gestützt. Die Knie-Ellenbogen-Lage wird bei Darmspiegelungen und verschiedenen operativen Eingriffen notwendig.


Kniegelenk

Kniegelenk,
Bänderriss
Ein Bänderriss im Kniegelenk betrifft zumeist das Kreuzband und die beiden Seitenbänder.
Kniegelenk
Die am Aufbau des Kniegelenks beteiligten Knochen und Bänder.
größtes Gelenk des menschlichen Körpers, das → Femur, (Oberschenkelknochen) → Tibia (Schienbein) und die → Patella (Kniescheibe) sowie die knorpeligen Gelenkscheiben (Menisken) miteinander verbindet und durch zwei Seiten- und zwei Kreuzbänder stabilisiert wird. Die beiden halbmondförmigen Menisken passen die Gelenkflächen von Femur und Tibia aneinander an. Unterhalb der Patella liegen der Fettkörper und mehrere Schleimbeutel. Man unterscheidet das Femorotibialgelenk zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein und das Femoropatellargelenk zwischen Oberschenkelknochen und Kniescheibe.


Kniegelenkbänder

Kniegelenkbänder, derbe, bindegewebige Bänder zur Stabilisierung des Kniegelenkes. Man unterscheidet die beiden Seitenbänder und die beiden innerhalb der Gelenkhöhle liegenden Kreuzbänder sowie die Bänder zwischen Femur und Patella, Bänder zur Verstärkung der Gelenkkapsel und das quer verlaufende Knieband. Kreuz- und Seitenbandläsionen gehören zu den häufigen Sportverletzungen.


Kniescheibe

Kniescheibe, → Patella.


Knoblauch

Knoblauch, Allium sativum, Pflanze aus der Familie der Liliengewächse. Die Sprosszwiebel enthält teilweise sehr geruchsintensive Stoffe mit antibakterieller und antimykotischer Wirkung, die außerdem die Blutfette senken und die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Allergien auf Knoblauch sind selten. Abgesehen von dem charakteristischen Geruch, den Haut und Atem annehmen, sind keine Nebenwirkungen bekannt.


Knöchel

Knöchel, → Malleolus.


Knöchelbruch

Knöchelbruch, → Malleolarfraktur.


Knöchelfraktur

Knöchelfraktur, → Malleolarfraktur.


Knöchelödem

Knöchelödem, Ödem rund um die Fußknöchel. Durch die Schwerkraft treten Ödeme meistens zuerst am Knöchel auf, meist im Zusammenhang mit Krampfadern, aber auch als erstes Zeichen einer Herzinsuffizienz bzw. bei Elektrolytverschiebungen. Die Behandlung richtet sich nach der Grundkrankheit und wird durch Stützstrümpfe und Hochlagern der Beine unterstützt.


Knochen

Knochen,
Wirbel
Zur Erfüllung ihrer spezifischen Aufgaben besitzen die Wirbel unterschiedliche Größen und Formen.
Metatarsus
Die Fußknochen mit dem langgestreckten von den Mittelfußknochen gebildeten Metatarsus.
Skelett
Das Skelett mit seinen unterschiedlichsten Knochen ist der Stützapparat des Körpers.
Begriff für die einzelnen Skelettteile; lange und kurze Röhrenknochen, flache (Plattknochen), würfelförmige und unregelmäßige Knochen, die sämtlich mit Knochenhaut überzogen sind.


Knochen

Knochen,
Knochen
Schnitt durch die Schichten und Strukturen eines Knochens.
Ausdruck für das Knochengewebe, das aus den Knochenzellen, kollagenem Bindegewebe und einer verkalkten Grundsubstanz besteht. Reifer, stabiler und gut durchbluteter Knochen wird als Lamellenknochen bezeichnet.


Knochenbildung

Knochenbildung, → Ossifikation.


Knochenbruch

Knochenbruch, → Fraktur.


Knochenbrüchigkeit

Knochenbrüchigkeit, erhöhte Bruchanfälligkeit der Knochen durch Struktur- oder Mineralisationsstörungen, meist infolge einer → Osteoporose. Knochenmetastasen führen in einem umschriebenen Bereich zu vermehrter Knochenbrüchigkeit mit der Gefahr einer pathologischen Fraktur, also einem Bruch bei geringem Trauma.


Knochenbruch, komplizierter

Knochenbruch, komplizierter, → komplizierte Fraktur.


Knochendystrophie

Knochendystrophie, krankhafte Veränderung des Knochenaufbaus mit gestörtem Knochenwachstum und geringerer Knochenfestigkeit, z. B. Osteodystrophia deformans (→ Paget-Syndrom).


Knochenentzündung

Knochenentzündung, → Osteomyelitis.


Knochenerweichung

Knochenerweichung, → Osteomalazie.


Knochenfissur

Knochenfissur, Rissbildung des Knochens, haardünne oder spaltartige Knochenfraktur ohne Dislokation (Verschiebung). Die Knochenfissur wird radiologisch diagnostiziert und konservativ behandelt.


Knochenhaut

Knochenhaut, → Periost.


Knochenkallus

Knochenkallus, → Kallus.


Knochenkern

Knochenkern, Ossifikationskern, in der Epi- oder Diaphyse langer Röhrenknochen oder innerhalb der Handknochen gelegenes Zentrum, von dem die Verknöcherung der knorpeligen Knochenvorstufen beim wachsenden Organismus ausgeht. Der Knochenkern ist radiologisch nachweisbar und wird zur Reifebestimmung von Neugeborenen und zur Bestimmung des Knochenalters bei Kindern herangezogen.


Knochenleitung

Knochenleitung, Schallleitung von außen über die Schädelknochen zur Schnecke des Innenohrs, die mittels schwingender Stimmgabel geprüft wird. Die Knochenleitung ist bei Innenohrschwerhörigkeit vermindert, bei Schallleitungsschwerhörigkeit, z. B. im Rahmen einer Mittelohrentzündung, erhöht.


Knochenmark

Knochenmark, zellreiches Gewebe innerhalb der Markhöhlen bzw. zwischen den Bälkchen der Schwammknochen (Spongiosa). Bei der Geburt ist nur rotes Mark vorhanden, das im Laufe der Zeit weitgehend durch Fettmark ersetzt wird und nur im Beckenknochen, im Brustbein, den Schulterblättern, den Wirbelkörpern und den platten Schädelknochen erhalten bleibt. Aus dem roten Mark (pluripotente Stammzellen) entwickeln sich alle Blutzelllinien und werden in reifer Form ins periphere Blut ausgeschwemmt. Zur Abklärung von Blutkrankheiten, z. B. einer Leukämie, wird das Brustbein oder der Beckenkamm in Lokalanästhesie punktiert und das gewonnene Knochenmark untersucht. Nach entsprechenden Vorbereitungen kann das Knochenmark eines passenden Spenders transplantiert werden.


Knochenmarkaplasie

Knochenmarkaplasie, ausgeprägte Verminderung aller Blutzellen und deren Vorstufen im Knochenmark, z. B. nach Bestrahlung, Chemotherapie oder im Rahmen verschiedener Blutkrankheiten (→ Panzytopenie) vor und führt zu Abwehrschwäche, → Anämie und verstärkter Blutungsneigung durch → Thrombo(zyto)penie. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.


Knochenmarkausstrich

Knochenmarkausstrich, Ausstreichen eines Knochenmarkpunktats auf einen Objektträger zur histologischen und histochemischen Untersuchung bei Blut- und Knochenmarkkrankheiten wie einer Leukämie.


Knochenmarkentzündung

Knochenmarkentzündung, → Osteomyelitis.


Knochenmarkpunktion

Knochenmarkpunktion, Entnahme von Knochenmark in Lokalanästhesie, meist aus dem Beckenkamm, seltener aus dem Brustbein (Sternalpunktion), mit einer scharfen Kanüle, entweder aus diagnostischen Gründen oder zur Gewinnung von Spendermark für eine Transplantation.


Knochenmarkriesenzelle

Knochenmarkriesenzelle, → Megakaryozyt.


Knochenmarktransplantation

Knochenmarktransplantation,


Stammzelltransplantation

Stammzelltransplantation, Knochenmarktransplantation, Der Ersatz kranker, nicht mehr funktionsfähiger Blutstammzellen durch gesunde. Blutstammzellen lassen sich aus dem roten Knochenmark, dem Blut oder aus dem Nabelschnurblut von Neugeborenen gewinnen. Eine Methode der Stammzellübertragung ist die Knochenmarktransplantation. Heute ist sie weitgehend von der Transplantation von Stammzellen abgelöst worden, die direkt aus dem Blut gewonnen werden. Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Formen der Stammzelltransplantation unterscheiden. Bei der autologen Stammzelltransplantation werden die Stammzellen dem Patienten selbst entnommen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zugeführt. Dies ist z. B. bei verschiedenen Krebserkrankungen der Fall, deren Behandlung mit einer hochdosierten Chemotherapie auch das Knochenmark schädigt. Bei der allogenen Stammzelltransplantation erfolgt die Übertragung von einem gesunden Spender auf einen kranken Empfänger, z. B. bei Leukämien, aplastischer Anämie, → Non-Hodgkin-Lymphomen oder der Hodgkin-Krankheit. Hierbei ist wichtig, dass die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger möglichst weitgehend übereinstimmen. Um eine Abstoßung der transplantierten Stammzellen zu vermeiden, wird das Immunsystem des Empfängers zuvor durch eine Ganzkörperbestrahlung möglichst weitgehend geschwächt. Durch die Bestrahlung und eine Chemotherapie werden außerdem möglichst viele Tumorzellen abgetötet. Die Behandlung mit einer Stammzelltransplantation kann nur in spezialisierten Kliniken mit den erforderlichen Sterilabteilungen durchgeführt werden, da den Stammzellempfängern anfänglich jede körpereigene Abwehr fehlt. Zu den Komplikationen einer solchen Transplantation gehören schwere Infektionen, Blutungen und die →  Graft-versus-Host-Reaktion. In der ersten Zeit nach einer Stammzellübertragung müssen täglich Medikamente zur Unterdrückung einer Abstoßungsreaktion eingenommen werden.


Knochenmetastase

Knochenmetastase, Tochtergeschwulst eines bösartigen Tumors im Knochengewebe. Manche Karzinome, z. B. das Bronchial-, das Prostata- oder Mammakarzinom, neigen besonders zu einer Metastasierung in die Knochen. Eine Knochenmetastase ist radiologisch erkennbar und führt zu erheblichen Schmerzen, möglicherweise auch einer pathologischen Fraktur. Die Behandlung besteht meistens in einer Bestrahlung, bei osteolytischen Metastasen auch in der Gabe von → Bisphosphonaten.


Knochennagel

Knochennagel, Metallnagel zur Fixierung von Knochenfragmenten nach einer Fraktur. Auch → Marknagel, → Osteosynthese.


Knochennekrose

Knochennekrose, → Osteonekrose.


Knochenschwund

Knochenschwund, → Osteoporose.


Knochentransplantation

Knochentransplantation, Verpflanzung von Knochenspänen oder → Spongiosamaterial, z. B. aus dem Beckenkamm, zur Behandlung von Frakturen, zum Auffüllen eines Knochendefekts bei operierten Knochenmetastasen oder nach einer → Osteomyelitis.


Knochentumor

Knochentumor, gut- oder bösartige Neubildung aus Knochengewebe; gutartig ist z. B. das → Osteom, äußerst bösartige hingegen das → Ewing-Sarkom, das vom Knochenmark ausgeht, vor allem junge Leute betrifft und rasch zu Lungenmetastasen führt. Ein gutartige Knochentumor wird ausschließlich operativ behandelt, ein maligner mittels Operation, Bestrahlung und Chemotherapie.


Knochenzement

Knochenzement, Material aus Kunststoff, das intraoperativ zur Verankerung von Gelenkprothesen und zum Auffüllen von Knochendefekten verwendet wird.


Knochenzyste

Knochenzyste, hohlraumartiger Knochendefekt unterschiedlicher Größe, der bei Jugendlichen isoliert oder im Rahmen eines Hyperparathyreoidismus an vielen Stellen zugleich (generalisiert) auftritt. Die isolierte Knochentumor bedarf keiner Behandlung, beim Hyperparathyreoidismus wird die Grundkrankheit therapiert.


Knollenblätterpilz

Knollenblätterpilz, Amanita phalloides, der grüne Knollenblätterpilz, ein olivgrüner Lamellenpilz, wächst im Wald vor allem unter Eichen und Buchen und ist wegen seines Gehaltes an hochgiftigem Amanitin und Phalloidin einer der gefährlichsten Giftpilze. Die Giftstoffe werden durch Kochen oder Trocknen nicht zerstört. Die Vergiftung beginnt nach mehreren Stunden mit Erbrechen und Durchfall, später kommen Hämolyse und ein Leberkoma hinzu. Bei Auftreten der ersten Symptome nützen weder Aktivkohle noch Magenspülung, da die Giftstoffe bereits resorbiert worden sind. Bereits der Verzehr eines einzigen Pilzes kann zum Tode führen.


Knollennase

Knollennase, → Rhinophym.


Knorpel

Knorpel, Cartilago, Stützgewebe, das im Skelett, im Kehlkopf, in den Luftwegen und an der Ohrmuschel vorkommt und aus wasserreichen Knorpelzellen und einer mehr oder weniger faserreichen Knorpelgrundsubstanz besteht. Man unterscheidet: 1. Glasartiger (hyaliner) Knorpel, z. B. Gelenk- oder Rippenknorpel. 2. Elastischer Knorpel mit viel elastischen Fasern in der Grundsubstanz, z. B. Ohrknorpel. 3. Faserknorpel mit sehr faserreicher Grundsubstanz, z. B. die Zwischenwirbelscheiben.


Knorpeltumor

Knorpeltumor, gut- oder bösartige Neubildung aus Knorpelgewebe. Das → Chondrom ist ein gutartiger Knorpeltumor, das → Chondrosarkom hingegen sehr maligne. Bei gutartigen Tumoren wird ausschließlich operiert, bei bösartigen zusätzlich mit Bestrahlung und Chemotherapie behandelt.


Knoten

Knoten, Nodus, jhio


Knoten

Knoten, Nodus, → heißer Knoten der Schilddrüse mit vermehrter Aktivität. → kalter Knoten der Schilddrüse mit verminderter oder erloschener Aktivität.


Knoten

Knoten, Nodus, palpabler Knoten bei Neubildungen oder Zysten, z.B. in der weiblichen Brust oder der Haut.


Koagulabilität

Koagulabilität, Gerinnbarkeit des Blutes durch eine Kettenreaktion und unter Verbrauch verschiedener Gerinnungsfaktoren (→ Blutgerinnung). Die Koagulabilität des Blutes kann mit Medikamenten gesenkt werden (Antikoagulantien), z. B. zur Vorbeugung oder Behandlung von Durchblutungsstörungen oder → Thrombembolien.


Koagulation

Koagulation, Gerinnung oder Ausflockung von Blut oder Eiweiß, z. B. die normale Blutgerinnung. Eine Koagulation wird auch therapeutisch eingesetzt, z. B. als Elektro- oder Laserkoagulation zur Blutstillung. Die weit gehende Aufhebung der Blutgerinnung (→ Antikoagulation) dient der Vorbeugung oder Behandlung von Thrombembolien.


Koagulationsnekrose

Koagulationsnekrose, Gewebeuntergang infolge Eiweißdenaturierung, z. B. bei einer lokalen → Ischämie des Herzmuskels (Herzinfarkt) oder bei Verätzungen der Haut durch Säureeinwirkung. Auch → Nekrose.


Koagulopathie

Koagulopathie, Gerinnungsstörung, Gerinnungsstörung des Blutes, entweder im Form einer zu raschen Gerinnungsneigung (z. B. Thromboseneigung) oder als zu schwache Gerinnung (Blutungsneigung). Zu den angeborenen Gerinnungsstörungen gehören die → Hämophilie A und B und Erkrankungen, die durch den Mangel bestimmter Gerinnungsfaktoren bedingt sind und durch die Infusion von Konzentraten ersetzt werden. Eine erworbene Gerinnungsstörung mit erhöhter Blutungsgefahr ist die Verbrauchskoagulopathie, z. B. im Rahmen eines Schocks oder einer → Eklampsie. Auch → Antikoagulation.


Kobalamin

Kobalamin, → Vitamin B12.


Kobalt

Kobalt, → Cobalt.


kochlear

kochlear, → cochlear.


Kochsalz

Kochsalz, → Natriumchlorid.


Kochsalzlösung, isotone

Kochsalzlösung, isotone, physiologische →  Kochsalzlösung.


Kochsalzlösung, physiologische

Kochsalzlösung, physiologische, die wässrige Lösung mit 0,9% Kochsalz ist isoton mit dem Blutserum und wird für intravenöse Infusionen und Wundspülungen eingesetzt.


Kodein

Kodein, → Codein.


Koenzym

Koenzym, eine Substanz, die mit einem → Enzym reagiert bzw. auf die ein Enzym bei einer bestimmten Reaktion angewiesen ist. Das Koenzym kann frei vorliegen oder an das Enzym gebunden sein. Als Koenzyme dienen z. B. verschiedene Vitamine oder Spurenelemente; ihre Funktion besteht meist darin, bestimmte chemische Verbindungen oder einzelne Atome von einer Substanz auf eine andere zu übertragen. Das sog. → Acetyl-Koenzym A (CoA) ist in jeder Zelle vorhanden und spielt beim Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle.


Kofaktor

Kofaktor, → Cofaktor.


Koffein

Koffein, Coffein, Wirkstoff des Kaffeestrauches, der Teeblätter und Colanuss; regt Gehirn und Harnbildung an und wirkt gefäßverengend sowie pulsbeschleunigend.


Kognition

Kognition, Oberbegriff für Wahrnehmung, Erkennen, Denken, Gedächtnis, Erinnerung oder Lernen.


kognitiv

kognitiv, die Wahrnehmung oder das Denken betreffend.


Kohabitation

Kohabitation, Koitus, Kopulation, Fachausdruck für Geschlechtsverkehr.


Kohäsion

Kohäsion, Zusammenhalt der Moleküle innerhalb einer Substanz durch Anziehungskräfte zwischen den Molekülen.


Kohlendioxid

Kohlendioxid, Abk. CO2, farb- und geruchloses, nicht brennbares Gas, das beim Menschen als Abfallstoff verschiedener Stoffwechselvorgänge entsteht und hauptsächlich über die Atmung aus dem Körper entfernt wird. Kohlendioxid entsteht durch Verbrennung kohlenstoffhaltiger Verbindungen, z. B. bei Holz- und Kohlenfeuer oder Verbrennungsmotoren. Eine erhöhte Kohlendioxidkonzentration der Umgebungsluft, z. B. durch Luftverschmutzung in Städten, führt zu Kopfschmerzen, Tachykardie, Blutdruckanstieg und Atembeschwerden, eine Kohlendioxidvergiftung zu einer Kohlendioxidnarkose und zum Tod durch Ersticken.


Kohlenhydrate

Kohlenhydrate, Saccharide, Sammelbezeichnung für alle zuckerartigen chemischen Verbindungen (Mono-, Di-, Oligo- oder Polysaccharide). Die Kohlenhydrate stellen neben Fett und Eiweiß einen Hauptbestandteil der Nahrung dar. Glucose, eines der wichtigsten Kohlenhydrate., ist für zahlreiche Organfunktionen unentbehrlich, wird beim Menschen als Glycogen in der Leber gespeichert und bei Bedarf freigesetzt. Die beim Menschen mit der Nahrung zugeführten Kohlenhydrate werden mit Enzymen des Speichels und des Pankreas gespalten und als Monosaccharide im Dünndarm aufgenommen. In Pflanzen bilden Kohlenhydrate, z. B. Zellulose, wichtige Gerüststoffe.


Kohlenhydratstoffwechsel

Kohlenhydratstoffwechsel, Aufnahme, Auf-, Um- und Abbau der Kohlenhydrate im menschlichen Organismus. Die Kohlenhydrate werden vor allem als Di- und Polysaccharide mit der Nahrung aufgenommen, enzymatisch gespalten und als Monosaccharide im Dünndarm resorbiert. Das wichtigste Kohlenhydrat, die Glucose, ist unentbehrlich für die Energieversorgung der Zellen. Im Blutserum wird der Glucosespiegel vor allem durch Insulin und Glucagon konstant gehalten. Ein Teil der Glucose wird in der Leber in Form von Glycogen gespeichert und bei Hunger oder körperlicher Anstrengung freigesetzt. Glucose kann in einen anderen Zucker oder zu Fett umgebaut werden. Die häufigste Störung des Kohlenhydratstoffwechsels ist der Diabetes mellitus.


Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid, Abk. CO, farb-, geruch- und geschmackloses, giftiges und brennbares Gas, das bei allen unvollständigen Verbrennungsvorgängen aufgrund von Sauerstoffmangel entsteht, z. B. Schwelbränden. Kohlenmonoxid ist aber auch in Leuchtgas sowie Auto- und Industrieabgasen vorhanden und spielt bei der Luftverschmutzung eine große Rolle. Zu hohe Kohlenmonoxidmengen in der Atemluft führen zu einer Kohlenmonoxidvergiftung und Tod.


Kohlenmonoxidvergiftung

Kohlenmonoxidvergiftung, durch Einatmen von Kohlenmonoxid herbeigeführter Sauerstoffmangel des Organismus. Kohlenmonoxid bindet sich sehr viel rascher als Sauerstoff an Hämoglobin (CO-Hb) und verhindert so die Sauerstoffaufnahme ins Blut. Je nach Kohlenmonoxidkonzentration der Einatmungsluft treten leichte oder starke Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindel, Krämpfe und Bewusstseinstrübung oder der Tod ein. Typisch für eine Kohlenmonoxidvergiftung sind auffallend rosige Haut und hellrotes Blut. Die Therapie beinhaltet neben der Entfernung des Patienten aus der Gefahrenzone vor allem Überdruckbeatmung mit Sauerstoff (hyperbare Sauerstofftherapie).


Kohlensäure

Kohlensäure, schwache Säure aus Kohlendioxid und Wasser, die in Bicarbonat und Wasserstoff zerfallen kann. Kohlensäure spielt eine wichtige Rolle im Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Organismus.


Kohlensäureschnee

Kohlensäureschnee, → Trockeneis.


Kohlenstoff

Kohlenstoff, Abk. C, weit verbreitetes chemisches Element, wichtigster Bestandteil aller organischen Verbindungen, auch in Kunststoffen vorhanden. Diamant und Graphit bestehen ausschließlich aus Kohlenstoff.


Kohlenwasserstoff

Kohlenwasserstoff, organische chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Je nach chemischem Aufbau unterscheidet man ungesättigte und gesättigte, zyklische und aromatische Kohlenwasserstoffe, die in Erdöl, Kohle, Ruß, Autoabgasen und Zigarettenrauch vorkommen. Der Kohlenwasserstoff Benzpyren wirkt stark karzinogen.


Koitus

Koitus, → Kohabitation.


Kokain

Kokain, Cocain, Droge aus den Blättern des Cocastrauchs; wird aufgrund seiner euphorisierenden Wirkung eingeatmet oder gespritzt und unterliegt dem →  Betäubungsmittelgesetz.


Kokken

Kokken, Kugelbakterien; je nach Anordnung unterscheidet man Mono-, Diplo-, Ketten-, Haufen- und Paketkokken.


Koks

Koks, Jargon-Ausdruck für → Kokain.


Kolektomie

Kolektomie, operative Entfernung des gesamten Dickdarms, während der Enddarm (Rektum) möglichst erhalten bleibt; durch eine Verbindung zwischen Rektum und dem unteren Dünndarm (Ileum) wird die natürliche Darmentleerung ermöglicht. Bei Befall auch des Rektums wird das Ileum nach außen geleitet (Ileostoma) und ein künstlicher Darmausgang angelegt. Eine Kolektomie wird bei ausgedehntem Krebsbefall oder bei schwerer Colitis ulcerosa durchgeführt. → Anus praeter, → Colitis ulcerosa.


Kolibakterium

Kolibakterium, → Escherichia coli.


Kolik

Kolik, krampfartiger Schmerz durch krampfhaftes Zusammenziehen der glatten Muskulatur z. B. der Gallenblase, der Gallengänge oder der Harnleiter, oft infolge eines Steinleidens. Sie wird begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüchen. Neben der Behandlung der Grundkrankheit werden krampflösende und schmerzstillende Medikamente verabreicht.


Kolitis

Kolitis, → Colitis.


Kolitis, pseudomembranöse

Kolitis, pseudomembranöse, pseudomembranöse Enterokolitis, Antibiotika-assoziierte Kolitis, entzündliche Erkrankung des Dickdarms durch das Toxin des Bakteriums Clostridium difficile mit festen, weißlichen Belägen auf der Darmschleimhaut, oft als Folge einer Antibiotikabehandlung mit Zerstörung der normalen Darmflora, die normalerweise das Wachstum von Clostridium difficile unterdrückt. Die Patienten leiden unter starken, schmerzhaften Durchfällen und verlieren viel Flüssigkeit und Elektrolyte, die durch eine Infusion ersetzt werden müssen. Bei schweren Formen perforiert der Darm, Darminhalt gelangt in die Bauchhöhle und verursacht eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung. Bei der Therapie wird das auslösende Antibiotikum möglichst durch Vancomycin ersetzt.


kollabieren

kollabieren, das Bewusstsein verlieren, zusammenfallen → Kollaps.


Kollagen

Kollagen, stark quellendes und im menschlichen Körper weit verbreitetes Gerüsteiweiß. Kollagen kommt im Bindegewebe, in der Haut, in Sehnen, Knorpeln und Knochen in Form von feinen Fasern vor (→ kollagene Fasern).


kollagene Fasern

kollagene Fasern, aus Kollagen bestehende, dehnbare Fasern, die im Bindegewebe, in Sehnen und Muskeln, in Knorpel und Knochen vorkommen.


Kollagenose

Kollagenose, systemische, entzündliche, meist chronisch oder in Schüben verlaufende Autoimmunkrankheit des Bindegewebes, die zu den rheumatischen Erkrankungen gehört. Bei all diesen Kollagenosen finden sich allgemeine Entzündungszeichen und spezifische Autoantikörper im Blut. Kollagenosen führen zu schweren, entzündlichen Veränderungen der Haut, der Gelenke, der inneren Organe oder der Gefäße und werden mit → Immunsuppressiva, → Corticosteroiden und → Antirheumatika behandelt. Als Kollagenose bezeichnet man u. a. den Lupus erythematodes, die Sklerodermie, die Dermatomyositis und verschiedene Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitiden).


Kollaps

Kollaps, → Kreislaufkollaps.


Kollaps

Kollaps, Zusammenfallen eines Organs oder Organteils, z.B. Lungenkollaps. Dabei fällt die Lunge durch Druckeinwirkung von außen zusammen. Auch → Pneumothorax.


Kollaterale

Kollaterale, Kollateralgefäß, Nebenblutbahn, die bei zunehmender Verengung des eigentlichen Blutgefäßes als Umgehungsweg neu entsteht oder als bereits bestehendes Nebengefäß erweitert und vermehrt durchströmt wird. Die Entstehung von Kollateralen z. B. bei einem Beinarterienverschluss oder nach operativer Krampfadernentfernung ist ein wichtiger Mechanismus des Körpers, die Durchblutung von Organen und Geweben ganz oder teilweise aufrechtzuerhalten.


Kollateralkreislauf

Kollateralkreislauf, Umgehungskreislauf durch Ausbildung neuer oder Erweiterung bereits bestehender → Kollateralen, z. B. bei der arteriellen Verschlusskrankheit oder einer Verengung der Herzkranzgefäße. Die Erweiterung bestehender Kollateralen ist z. B. beim Schwitzen oder bei Fieber von Bedeutung, weil der Körper dadurch vermehrt Wärme abgeben kann und ein Wärmestau vermieden wird.


Kollath-Kost

Kollath-Kost, eine Art der vollwertigen Ernährung, die überwiegend aus Rohkost besteht. Statt Brot wird der Verzehr von Körnern empfohlen, statt Säften der Verzehr von Früchten.


Kolliquationsnekrose

Kolliquationsnekrose, Absterben und Verflüssigung von Gewebe, z. B. nach einem Hirninfarkt oder nach Laugenverätzungen der Haut. Auch → Nekrose.


Kolloid

Kolloid, gleichmäßige Verteilung von kleinsten Teilchen in einem Lösungsmittel, die lichtmikroskopisch nicht erkennbar sind. Abhängig von der Teilchengröße im Lösungsmittel unterscheidet man Suspensionen mit Aufschwemmung größerer Teilchen, die beim Stehen einen Bodensatz bilden, kolloidale Lösungen mit Aufschwemmung mittelgroßer Teilchen und echte Lösungen, in denen kleinste Teilchen gelöst sind, z. B. Kochsalzlösung.


Kollumkarzinom

Kollumkarzinom, → Zervixkarzinom.


Kolobom

Kolobom, angeborene Spaltbildung der Iris, der Linse, der Aderhaut und Netzhaut sowie der Scheibe des Sehnervs (Discus nervi optici).


Kolobom

Kolobom, im weiteren Sinn auch eine erworbene Spaltbildung der Iris und anderer Augenteile nach einer Operation oder einem Trauma.


Kolobom

Kolobom, angeborene oder erworbene Spaltbildung des Gesichtes, z.B. Lippenkolobom.


Kolon

Kolon, → Colon.


Kolondivertikel

Kolondivertikel, → Colondivertikel.


Kolonisation

Kolonisation, Besiedlung mit Mikroorganismen, im engeren Sinn die normale Besiedlung des Dickdarms, der Scheide, der Mundhöhle und der Haut mit Bakterien (Flora). Der Begriff umfasst auch eine krankhafte Kolonisation mit normalerweise nicht vorhandenen Keimen, z. B. Pilzen in der Mundhöhle nach einer Antibiotikabehandlung.


Kolonkarzinom

Kolonkarzinom, → Colonkarzinom.


Kolonmassage

Kolonmassage, → Colonmassage.


Koloskopie

Koloskopie, → Coloskopie.


Kolostomie

Kolostomie, chirurgisches Anlegen eines künstlichen Darmausgangs ( → Anus praeter ) mit einer einfachen oder doppelläufigen Dickdarmschlinge, entweder dauerhaft, z. B. nach einer Kolektomie bei Darmkrebs oder vorübergehend, z. B. bei einer entzündlichen Darmerkrankungen zur Schonung des erkrankten Dickdarmabschnitts. Der Darminhalt wird in einem auf die Bauchhaut aufgeklebten Beutel aufgefangen. Auch → Stoma, → Ileostoma.


Kolostrum

Kolostrum, Vormilch, Sekret der weiblichen Brustdrüse, das ab etwa der sechsten Schwangerschaftswoche bis wenige Tage nach der Geburt in kleinen, aber zunehmenden Mengen gebildet wird. Es ist reich an Donné-Körperchen (mit Fett beladene Leukozyten), gelblich durch Carotinoide und enthält für den Säugling wichtige Abwehrstoffe. Mit dem Milcheinschuss wenige Tage nach der Geburt wird das Kolostrum durch reife Muttermilch ersetzt.


Kolpitis

Kolpitis, → Vaginitis.


kolp...

kolp..., kolpo..., Wortteil mit der Bedeutung → Vagina.


Kolporrhaphie

Kolporrhaphie, operative Rekonstruktion der weiblichen Scheide durch eine vordere oder hintere Naht bei Scheidenvorfall oder Senkung der Scheide und der Gebärmutter.


Kolporrhexis

Kolporrhexis, Scheidenriss, eine Rissverletzung der Scheide, oft mit einem Abriss von der Gebärmutter verbunden, z. B. bei einer schweren Geburt oder einer Vergewaltigung.


Kolposkopie

Kolposkopie, Untersuchung der Scheide und des Muttermundes mit einem Spekulum und einer Lupe zur Inspektion und Entnahme eines Zellabstrichs bei Beschwerden oder als Vorsorgeuntersuchung zur Krebsfrüherkennung.


Koma

Koma, Coma, tiefe Bewusstlosigkeit. Beim Koma werden vier Stadien unterschieden:1. Bewusstlosigkeit ohne neurologische Ausfälle. 2. zusätzliche Störungen wie Lähmungen und Beeinträchtigung der Pupillenmotorik. 3. Streck- und Beugekrämpfe, aber erhaltene Lichtreaktion der Pupillen. 4. tiefe Bewusstlosigkeit, lichtstarre Pupillen, aber erhaltene Spontanatmung. Das Endstadium eines Komas ist der Hirntod mit Ausfall der Spontanatmung und fehlender elektrischer Hirnaktivität im Elektroenzephalogramm. In Klinik und Praxis wird das Stadium eines Komas anhand der Glasgow-Coma-Scale (GCS) eingestuft. Die Ursachen sind vielfältig, z. B. Vergiftung mit Alkohol oder Schlafmitteln, Hirnschlag, Kreislaufschock, Schädel-Hirn-Trauma oder Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus, Urämie, Leberkoma). Neben den lebensrettenden Sofortmaßnahmen wird die Ursache behandelt. Eine Sonderform des Koma ist das sog. Wachkoma (Koma vigile, apallisches Syndrom), bei dem der Betroffene zwar wach ist, aber nicht sinnvoll auf seine Umwelt reagieren kann; einige Reflexe sind erhalten bzw. pathologisch verstärkt.


komatös

komatös, mit tiefer Bewusstlosigkeit einhergehend, im → Koma liegend.


Kombinationsimpfstoff

Kombinationsimpfstoff, Impfstoff, der mehrere Krankheitserreger enthält, z. B. MMR (Mumps, Masern, Röteln).


Kombinationspräparat

Kombinationspräparat, Medikament mit zwei oder mehr Wirksubstanzen, z. B. die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen in Präparaten zur hormonellen Empfängnisverhütung.


Kombinationstherapie

Kombinationstherapie, Behandlung mit verschiedenen Medikamenten gleichzeitig, z. B. Zytostatika in der Tumorbehandlung.


Komedo

Komedo, Mitesser → Comedo.


Kommissur

Kommissur, → Commissura.


Kommissurenfasern

Kommissurenfasern, markhaltige Nervenfasern des Gehirns, die zur weißen Substanz gehören und die beiden Hemisphären des Großhirns miteinander verbinden, z. B. im Balken (Corpus callosum).


Kompakta

Kompakta,
Kompakta
Werden wir älter, so nimmt aufgrund von Veränderungen der Knochenstruktur die Knochendichte ab. Die äußere, kompakte Knochenschicht wird dünner, die innere, spongiöse Knochenschicht poröser. Sie wird schlechter durchblutet und ihr Kalziumanteil sinkt. Vor dem Erreichen des 30. Lebensjahrs sorgen regelmäßiges sportliches Training sowie die ausreichende Aufnahme von Kalzium und Vitamin D für eine hohe Knochendichte, so dass spätere Verluste ausgeglichen werden können.
äußere Randschicht des Knochens (Substantia compacta), die in die Knochenbälkchen übergeht und außen von der Knochenhaut überzogen ist. Die Kompakta ist aus typischen → Lamellenknochen aufgebaut.


Kompaktkur

Kompaktkur, teilstationäre Form der ambulanten → Kur für Patienten mit chronischen Erkrankungen oder besonderen Gesundheitsrisiken. Sie behandelt gezielt und besonders intensiv bestimmte Krankheitsbilder und sollte mindestens drei Wochen dauern. Schwerpunkt der Therapie ist neben medizinischen Anwendungen und Seminaren der Erfahrungsaustausch der Patienten untereinander.


Kompartiment

Kompartiment, Abteilung, abgeteilter Raum, der sich durch seinen Inhalt definiert. 1. Kompartiment innerhalb der Zelle, das sich durch seine Stoffwechselaufgaben von anderen unterscheidet. 2. von der Umgebung abgeschlossener Raum, z. B. die Muskulatur innerhalb einer Muskelloge oder ein Kanal mit Gefäßen und Nerven. 3. Raum im Organismus, in dem sich eine Flüssigkeit oder ein Arzneimittel gleichmäßig verteilt, z. B. das Venensystem oder das gesamte Extrazellularvolumen.


Kompatibilität

Kompatibilität, Blutgruppen- oder Gewebeverträglichkeit, wird vor Bluttransfusionen oder Organtransplantationen zur Vermeidung einer Unverträglichkeits- oder Abstoßungsreaktion geprüft. Auch →  Blutgruppeninkompatibilität, →  Histoinkompatibilität.


Kompensation

Kompensation, Ausgleich einer verminderten Organfunktion durch Gegenmaßnahmen des Organismus, z. B. Vergrößerung der Restniere nach Entfernung der anderen zur Kompensation der Funktionseinbuße.


kompensatorisch

kompensatorisch, ausgleichend, die Kompensation betreffend.


Komplement

Komplement, Komplementsystem, aus Proteinen im Serum und an Zelloberflächen (Komplementfaktoren) bestehendes System zur Abwehr körperfremder Substanzen oder Erreger. Die Komplementfaktoren (C1 bis C9) aktivieren sich untereinander (Komplementkaskade) und lösen →  Antigen-Antikörper-Komplexe aus. Inaktivatoren des Komplementsystems begrenzen die Aktivität. Die Bestimmung der Komplementfaktoren im Serum ist u. a. bei Krankheiten des rheumatischen Formenkreises (Kollagenosen) von Bedeutung.


komplementär

komplementär, ergänzend, die Komplementärmedizin bezeichnend.


Komplementärmedizin

Komplementärmedizin, Alternativmedizin, Erfahrungsmedizin, Paramedizin, nicht oder nur eingeschränkt zur Schulmedizin gehörende, alternative Heilmethoden, die mehr auf Überlieferung oder einem bestimmten Denkansatz als auf naturwissenschaftlicher Forschung beruhen, z. B. anthroposophische Medizin, traditionelle chinesische Medizin, Bioresonanztherapie, Fußreflexzonenmassage, Naturheilkunde usw.


Komplementbindungsreaktion

Komplementbindungsreaktion, Abk. KBR, serologisches Verfahren zum Nachweis von Antikörpern mit Hilfe von Antigenen oder von Antigenen mit Hilfe von Antikörpern. Die Komplementbindungsreaktion beruht auf einer →  Antigen-Antikörper-Reaktion, bei der das Komplement verbraucht wird. Zerfallen die später zugefügten, standardisierten Erythrozyten (Hämolyse), ist die KBR negativ, weil kein Antigen vorhanden ist, somit keine Reaktion stattgefunden hat und kein Komplement verbraucht wurde. Ist das Komplement aufgebraucht, ist Antigen vorhanden, die KBR positiv und die Erythrozyten bleiben unversehrt. Die Komplementbindungsreaktion wird zur serologischen Diagnostik bei viralen Infektionen eingesetzt.


Komplementsystem

Komplementsystem, → Komplement.


Komplex

Komplex, im Elektrokardiogramm eine Gruppe zusammengehörender elektrischer Aktionen des Herzens, z.B. der Kammerkomplex.


Komplex

Komplex, →  Antigen-Antikörper-Komplex.


Komplex

Komplex, psychologischer Begriff für eine aus dem Bewusstsein verdrängte Belastung, die das Fühlen, Handeln und Denken ungünstig beeinflusst, z.B. ein Minderwertigkeitskomplex.


Komplexmittel

Komplexmittel, homöopathisches Arzneimittel mit der Kombination mehrerer Stoffe, meist zur Potenzierung der Arzneimittelwirkung. Viele Homöopathen lehnen feste Kombination unterschiedlicher Wirkstoffe jedoch ab.


Komplikation

Komplikation, unerwartet auftretende Schwierigkeit bei einer Krankheit (z. B. Infektion einer offenen Fraktur), einem chirurgischen Eingriff (z. B. Blutung) oder einer Geburt (z. B. Steißlage).


Kompresse

Kompresse, kalter oder warmer Umschlag zur Behandlung verschiedener Schmerzzustände. Auch → Wickel.


Kompresse

Kompresse, Verbandstoff unterschiedlicher Größe zur Wundversorgung.


Kompression

Kompression, Quetschung eines Organs durch mechanischen Druck, z.B. bei einem Unfall oder durch einen Tumor.


Kompression

Kompression, das Abdrücken von Blutgefäßen zur Blutstillung.


Kompressionsstrumpf

Kompressionsstrumpf, Gummistrumpf, Stützstrumpf für die Beine aus festem elastischem Gewebe unterschiedlicher Kompressionsstärke bei Krampfadern zur Vorbeugung einer Beinvenenthrombose, aber auch bei Lymphödem oder Ödemen anderer Ursache. Ein Kompressionsstrumpf muss noch vor dem Aufstehen angezogen werden.


Kompressionsverband

Kompressionsverband, Druckverband, Verband mit elastischen Binden zur Blutstillung durch dosierten Druck auf eine arterielle Blutung; auch statt → Kompressionsstrumpf zur Therapie von Krampfadern.


Kondensation

Kondensation, Gas verdichtet sich zu Flüssigkeit durch Temperaturerniedrigung, z.B. Wasserdampf zu Wasser.


Kondensation

Kondensation, chemische Reaktion zweier Stoffe unter Abspaltung eines dritten, z.B. Wasser bei der Veresterung.


kondensiert

kondensiert, durch Druck oder Abkühlung herbeigeführte Änderung des Aggregatzustandes, z. B. von Wasserdampf zu Wasser.


Kondition

Kondition, Verfassung des Körpers oder der Psyche, im engeren Sinn auch die körperliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer beim sportlichen Training.


Kondom

Kondom, → Präservativ.


Konduktion

Konduktion, Wärmeübertragung von einem Körper oder Stoff auf einen anderen.


Konduktor / Konduktorin

Konduktor / Konduktorin, Überträger, Mensch, der eine Krankheitsanlage weitervererbt, ohne selbst daran zu leiden, z. B. die → Hämophilie, an der nur Männer erkranken, die aber von gesunden Frauen mit den entsprechenden Erbanlagen an ihre Söhne weitergegeben wird.


Kondylom

Kondylom, → Condyloma.


Kondylus

Kondylus, → Condylus.


Konfabulation

Konfabulation, Erzählen von wahren oder erfundenen Geschichten ohne Zusammenhang mit der Situation, z. B. zum Überspielen von Gedächtnislücken, meist aufgrund einer Hirnerkrankung oder im Rahmen einer Psychose.


konfluieren

konfluieren, zusammenfließen, sich vereinigen, z. B. konfluierende Bläschen bei einer Herpesinfektion.


kongenital

kongenital, → congenital.


Koniose

Koniose, im allgemeinen eine Bezeichnung für eine Erkrankung, die durch Staubablagerungen verursacht wird, im engeren Sinn die Staublungenerkrankung (→ Pneumokoniose).


Koniotomie

Koniotomie, notfallmäßiger Luftröhrenschnitt knapp unterhalb des Kehlkopfes zwischen Schild- und Ringknorpel bei Erstickungsgefahr durch Verlegung der oberen Luftwege ohne Intubationsmöglichkeit, z. B. bei Fremdkörperaspiration, Kehlkopfödem oder -karzinom. Durch den Einschnitt kann ein Tubus zur künstlichen Beatmung eingeführt werden.


Konisation

Konisation, Portiokonisation, chirurgische Entnahme eines Gewebekegels aus dem Gebärmuttermund bei → Präkanzerose.


Konjunktiva

Konjunktiva, → Conjunctiva.


Konjunktivitis

Konjunktivitis, → Conjunctivitis.


konkav

konkav, nach innen gewölbt, im Gegensatz zu konvex.


Konkavlinse

Konkavlinse, Streuungslinse, Minusglas, Linse, die in der Mitte dünner und am Rand dicker ist und Lichtstrahlen zerstreut. Das entsprechende Brillenglas hat einen negativen Dioptriewert und wird zur Korrektur der Kurzsichtigkeit eingesetzt.


konkomitierend

konkomitierend, begleitend → concomitans.


Konkrement

Konkrement, Stein, feste, steinartige Masse aus normalerweise gelösten Stoffen in Hohlorganen des Körpers, z. B. Urinsteine aus Kalzium, Harnsäure oder Oxalat im Nierenbecken oder im Ureter, Gallensteine in der Gallenblase oder den Gallengängen, Speichelsteine in der Ohrspeicheldrüse. Ein Konkrement kann herausoperiert oder zertrümmert werden.


konnatal

konnatal, → connatal.


konsensuelle Reaktion

konsensuelle Reaktion, gleichzeitige Reaktion auf beiden Körperseiten, übereinstimmende Reaktion beider Pupillen auf Licht. Bei bestimmter Hirn- und Augenerkrankungen reagieren die Pupillen unterschiedlich.


konservativ

konservativ, erhaltend, das Gegenteil von chirurgisch.


Konserve

Konserve, durch Abtötung von Mikroorganismen oder Zusatz von konservierenden Stoffen haltbar gemachte biologische Substanz, z. B. eine Blutkonserve.


Konservierung

Konservierung, Haltbarmachen von Nahrungsmitteln durch Keimabtötung mittels Erhitzen, Tiefkühlen, Trocknen oder Gefriertrocknen, Bestrahlen, Zuckern oder Salzen, Räuchern oder Zusatz chemischer Konservierungsstoffe.


Konservierung

Konservierung, Haltbarmachen von Organen oder Geweben, z.B. die Konservierung von Blut durch den Zusatz gerinnungshemmender Mittel.


Konservierungsstoff

Konservierungsstoff, chemische Substanz zum Haltbarmachen von Nahrungsmitteln, organischen Strukturen oder ganzen Organen gemäß der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung, z. B. Benzoesäure, Sorbinsäure oder in Medikamenten Phenol und Formalin.


Konsiliararzt / Konsiliarärztin

Konsiliararzt / Konsiliarärztin, Konsiliarius, beratender Arzt, der über spezielle Kenntnisse und Erfahrungen verfügt.


Konsilium

Konsilium, Beratung zu Diagnose und Therapie einer Erkrankung durch einen hinzugezogenen Facharzt oder die Vorstellung und Diskussion des Falls in einem Ärztegremium.


Konsistenz

Konsistenz, Beschaffenheit oder Festigkeit eines Stoffes, z. B. flüssig, zähflüssig, schwammig, weich oder hart.


Konsolidierung

Konsolidierung, Verfestigung, z. B. eines Heilerfolgs, Stabilisierung eines Zustandes oder Stillstand einer an sich chronisch fortschreitenden Krankheit.


Konstitution

Konstitution, Veranlagung, die Gesamtheit der körperlichen und psychischen Eigenheiten eines Organismus.


konstitutionell

konstitutionell, anlagebedingt, sich auf die Konstitution beziehend.


Konstitutionsmittel

Konstitutionsmittel, homöopathisches Arzneimittel, das der Konstitution des Patienten ähnelt und daher zur Behandlung von bestimmten Erkrankungen eingesetzt wird.


Konstriktion

Konstriktion, Zusammenziehen, Kontraktion der Wandmuskulatur eines Hohlorgans, z. B. der Bronchien (Bronchokonstriktion). Auch → Vasokonstriktion.


Konsultation

Konsultation, ärztliche Beratung, im weiteren Sinn auch der Arztbesuch selbst.


konsumierende Krankheit

konsumierende Krankheit, auszehrende Krankheit, die zu Gewichtsverlust (Kachexie) und Schwäche führt. Gemeint sind in der Regel Krebserkrankungen, AIDS oder Tuberkulose.


kontagiös

kontagiös, → infektiös.


Kontagiosität

Kontagiosität, Infektiosität.


Kontaktallergen

Kontaktallergen, Stoff, der bei allergischer Veranlagung und Hautkontakt einen allergischen Hautausschlag (Kontaktekzem) hervorruft, z. B. Nickel, das in Modeschmuck oder Knöpfen enthalten ist, Lösungsmittel, Säuren, Basen, Kosmetika, Waschmittel oder Gummihandschuhe. Auch → Allergen, → Allergie.


Kontaktallergie

Kontaktallergie, durch ein → Kontaktallergen hervorgerufene allergische Reaktion in Form einer → Kontaktdermatitis oder eines → Kontaktekzems. Auch → Allergie.


Kontaktdermatitis

Kontaktdermatitis, zur Chronifizierung neigender Hautausschlag infolge wiederholten Hautkontakts mit einem → Kontaktallergen. Bei einer chronischen Kontaktdermatitis trocknet die Haut aus, schuppt und ist sehr verletzlich. Die Behandlung besteht vor allem in Allergenkarenz, also der Vermeidung des auslösenden Antigens. Auch → Kontaktekzem.


Kontaktekzem

Kontaktekzem, juckendes, leicht schuppendes oder nässendes Exanthem der Haut im Rahmen einer → Kontaktallergie. Die Behandlung besteht in Allergenkarenz und bei Bedarf lokaler Anwendung einer Cortisonsalbe. Auch → Allergie.


Kontaktinfektion

Kontaktinfektion, Krankheitsübertragung durch direkten (von Mensch zu Mensch) oder indirekten (von infiziertem Gegenstand zu Mensch) Kontakt mit einem Krankheitserreger.


Kontaktlinse

Kontaktlinse, Haftschale, harte oder weiche durchsichtige Kunststofflinse, die der Hornhaut angepasst und aufgesetzt wird zur Korrektur einer Kurz- bzw. Weitsichtigkeit oder eines → Astigmatismus. Der Vorteil gegenüber einer Brille liegt in der besseren Korrektur starker Kurzsichtigkeit, weil die verkleinernde Wirkung der konkaven Brillengläser entfällt. Bei Aphakie (fehlender Linse) reicht eine einseitige Kontaktlinse aus.


Kontaktperson

Kontaktperson, → Keimträger.


Kontaktschale

Kontaktschale, ein Schutzglas für die Augen ohne Linsenfunktion, z. B. zum Schutz nach einer Augenoperation. Auch → Kontaktlinse.


Kontamination

Kontamination, Verseuchung oder Verunreinigung von Räumen, Wasser, Erde, Luft, Gegenständen, Menschen oder Tieren mit Schadstoffen, z. B. mit radioaktiven Strahlen in einem Atomkraftwerk, Giftgasen, chemischen Stoffen. Auch Verseuchung mit Krankheitserregern, z. B. bei der unhygienischen Herstellung von Nahrungsmitteln.


Kontinenz

Kontinenz, die Fähigkeit, Urin und Stuhl willkürlich zu entleeren. Die Kontinenz ist das Ergebnis des Zusammenspiels von Schließmuskeln und Nervenimpulsen. Das Gegenteil der Kontinenz ist die Inkontinenz. Auch → Harninkontinenz, → Stuhlinkontinenz.


Kontinenzorgan

Kontinenzorgan, Enddarm, die umgebende Beckenbodenmuskulatur und der Schließmuskel sowie Harnblase, Harnröhre und Beckenbodenmuskulatur.


Kontinuität

Kontinuität, zeitlicher oder örtlicher Zusammenhalt, in der Medizin der nahtlose Übergang von Organen und Geweben ineinander.


kontra...

kontra..., Wortteil mit der Bedeutung "gegen".


Kontraindikation

Kontraindikation, Gegenanzeige, z. B. eine Krankheit, die die Anwendung eines Medikamentes verbietet. Das Gegenteil ist die Indikation, also eine Erkrankung, die mit einem bestimmten Medikament behandelt werden kann.


kontraktil

kontraktil, zusammenziehbar, zur Kontraktion und Verkürzung fähig.


Kontraktilität

Kontraktilität, Zusammenziehbarkeit, Fähigkeit, sich zu verkürzen. Diese Fähigkeit haben vor allem die Muskelzellen. Auch → Kontraktion.


Kontraktion

Kontraktion, Muskelkontraktion, Zusammenziehung, Verkürzung der Muskelzellen oder des ganzen Muskels durch das Ineinandergleiten der Myofilamente. Man unterscheidet die isotonische Kontraktion ohne wesentliche Zunahme des Muskeltonus und die isometrische Kontraktion mit deutlicher Erhöhung des Muskeltonus ohne wesentliche Verkürzung.


Kontraktur

Kontraktur, reversible oder irreversible Dauerverkürzung eines oder mehrerer Muskeln mit eingeschränkter Beweglichkeit und einer Zwangshaltung des betroffenen Gelenks, z. B. durch Narbenbildung nach Verbrennungen, nach Verletzungen und Entzündungen, Erkrankungen des Nervensystems sowie Veränderungen der Gelenke. Die Behandlung besteht in mobilisierender Physiotherapie oder einer operativen Korrektur.


kontralateral

kontralateral, gegenseitig, zur gegenüberliegenden Seite gehörend. Das Gegenteil von kontralateral ist ipsilateral oder kollateral (gleichzeitig).


Kontrasteinlauf

Kontrasteinlauf, Kolonkontrasteinlauf, Kontrastmittelfüllung des Dickdarms mittels Einlauf vor einer Röntgendarstellung nach gründlicher Darmreinigung. Nach Ablassen des Kontrastmittels wird der Darm zur besseren Reliefdarstellung der Darmschleimhaut mit Luft gefüllt (Doppelkontrastdarstellung).


Kontrastmittel

Kontrastmittel, Röntgenkontrastmittel, röntgendichte Substanz, die sich gut von den umgebenden Geweben abhebt und mit deren Hilfe Hohlorgane oder Gefäße dargestellt werden können. Positive Kontrastmittel, z. B. Bariumsulfat oder Jodverbindungen, absorbieren Röntgenstrahlen stärker als das umgebende Gewebe, negative Kontrastmittel wie Luft oder Edelgase absorbieren Röntgenstrahlen schwächer als ihre Umgebung. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten.


Kontrastmittelreaktion

Kontrastmittelreaktion, allergische Reaktion auf ein Röntgenkontrastmittel. Die schwerste Form einer Kontrastmittelreaktion ist der → anaphylaktische Schock.


Kontrastuntersuchung

Kontrastuntersuchung, Röntgenuntersuchung eines Organs, z. B. der Blase oder des Magen-Darm-Trakts, nach vorausgehender Füllung mit → Kontrastmitteln. Auch → Kontrasteinlauf.


Kontrazeption

Kontrazeption, Antikonzeption, Konzeptionsverhütung, Empfängnisverhütung, Schwangerschaftsverhütung,
Intrauterinpessar
Ein Intrauterinpessar (Spirale) wird mithilfe einer Sonde über Scheide und Muttermund in die Gebärmutter geführt. Über den Kontrollfaden wird der korrekte Sitz geprüft.
Spirale
Die Spirale wird unter sterilen Bedingungen in die Gebärmutter eingesetzt.
der Begriff umfasst alle Methoden zur Schwangerschaftsverhütung, also natürliche, chemische, mechanische und hormonelle Methoden sowie die operative Sterilisation von Mann oder Frau. Der Sicherheitsgrad einer kontrazeptiven Methode wird mit dem Pearl-Index angegeben.1. Kontrazeption ohne Hilfsmittel: → Coitus interruptus oder → Knaus-Ogino-Methode mit geringer Sicherheit.2. chemische Kontrazeption: spermienabtötende Stoffe, die in die Scheide eingeführt werden.3. mechanische Kontrazeption: → Präservativ, → Pessars oder Diaphragma.4. hormonelle Kontrazeption: regelmäßige Zufuhr von Östrogenen und Gestagenen zur Verhinderung der Follikelreifung und der Ovulation (→ Ovulationshemmer). Die Hormone können als Tablette oder mittels einer Depotinjektion verabreicht werden.5. Kontrazeption durch Sterilisation: Die → Vasektomie beim Mann und die → Tubensterilisation bei der Frau werden als irreversible Eingriffe nach abgeschlossener Familienplanung durchgeführt. Auch → Interzeption.


Kontrazeptivum

Kontrazeptivum, Verhütungsmittel, Antikonzeptivum,
Spirale
Die Spirale wird unter sterilen Bedingungen in die Gebärmutter eingesetzt.
Präparat zur Empfängnisverhütung, z. B. Spermizide, die vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden, Präservative, Pessare oder → Ovulationshemmer. Den überwiegenden Teil der Kontrazeptiva bilden die Hormonpräparate. Auch → Kontrazeption.


Kontusion

Kontusion, Contusio, Prellung, Quetschung, die Einwirkung stumpfer Gewalt auf Augen, Muskeln, Knochen oder innere Organe mit Gewebsverletzung und Blutung. Eine Hirnkontusion (→ Contusio cerebri) ist als Schädel-Hirn-Trauma mittleren Grades definiert. Bei einer Muskelkontusion entwickelt sich durch die Verletzung von Muskelzellen und Blutgefäßen ein Hämatom. Eine Knochenkontusion zeigt sich durch eine harte Schwellung der Knochenhaut ("Beule"). Bei einfacher Kontusion reicht Kühlung, schwerere Formen sollten ärztlich versorgt werden.


Konus

Konus, Kegel, kegelförmiges Gebilde.


Konussyndrom

Konussyndrom, Symptome nach Ausfall des untersten, kegelförmig auslaufenden Rückenmarkteils, sehr tief liegende → Paraplegie mit Lähmung der Blase und des Enddarms, Impotenz und Sensibilitätsstörungen (sog. Reithosenanästhesie). Ein Konussyndrom ist meist traumatisch oder durch einen ausgeprägten Bandscheibenvorfall, seltener durch einen Tumor bedingt.


Konvergenzreaktion

Konvergenzreaktion, Einwärtsbewegung beider Augen beim Nahsehen, → Akkommodation der Pupillen auf den Nahbereich mit Engstellung.


Konversion

Konversion, Umkehrung, Umwandlung, z. B. → Serokonversion nach Infektion und Antikörperbildung. Als Konversionsneurose wird die Umwandlung seelischer Konflikte in körperliche Symptome bezeichnet, z. B. hysterische Lähmungen.


konvex

konvex, nach außen gewölbt im Gegensatz zu → konkav.


Konvexlinse

Konvexlinse, Sammellinse, Plusglas, eine Linse, die in der Mitte dicker ist als am Rand und die Lichtstrahlen bündelt. Ein entsprechendes Brillenglas mit einem positiven Dioptriewert wird zur Korrektur der Weitsichtigkeit gebraucht, weil das Glas das Bild auf die Netzhaut des zu kurzen Augapfels scharf projiziert.


Konvolut

Konvolut, Knäuel, Bezeichnung für Verwachsungen oder Verschlingungen von Darmabschnitten oder Blutgefäßen.


Konvulsion

Konvulsion, → Krampfanfall.


konvulsiv

konvulsiv, krampfartig, sich auf einen Krampfanfall beziehend.


Konzentration

Konzentration, die Menge gelöster Stoffe in einem bestimmten Volumen Flüssigkeit, z.B. die Salzmenge in Salzwasser oder die Menge gelöster Stoffe im Urin.


Konzentration

Konzentration, die bewusst erhöhte Aufmerksamkeit bei einer bestimmten Tätigkeit, um Aufnahmefähigkeit und Sorgfalt zu steigern.


Konzentrationsschwäche

Konzentrationsschwäche, verminderte Fähigkeit, die Aufmerksamkeit längerfristig auf ein bestimmtes Thema, einen Gegenstand oder eine Situation zu richten. Eine Konzentrationsschwäche kann durch Übermüdung, Medikamente und Drogen, schwere psychische Traumata, Verletzungen des Gehirns oder infolge einer Teilleistungsstörung entstehen.


Konzeption

Konzeption, Empfängnis, die Vereinigung von Ei- und Samenzelle im Eileiter.


Konzeptionsverhütung

Konzeptionsverhütung, → Kontrazeption.


Koordination

Koordination, abgestimmtes Zusammenwirken verschiedener Organe untereinander, z. B. die Koordination der unterschiedlichen Muskeln beim Gehen, Tanzen, beim Sport oder beim Halten des Gleichgewichts. Angeborene oder erworbene Störungen der Koordination kommen bei Erkrankungen des Nervensystems vor.


Kopf

Kopf, → Caput.


Kopfgeschwulst

Kopfgeschwulst, → Geburtsgeschwulst.


Kopfhaar

Kopfhaar, das → Haar im Kopfbereich, dessen Stärke, Farbe und Struktur abhängig ist von Geschlecht, Alter und Rasse. Das Kopfhaar geht beim erwachsenen Mann in das Barthaar über.


Kopflage

Kopflage, häufigste (96%) und für die Geburt günstigste Lage des Kindes im Mutterleib. Bei der Kopflage geht während der Geburt der kindliche Kopf voraus und sorgt für eine genügende Dehnung der Geburtswege. Auch → Kindslage.


Kopflaus

Kopflaus, → Pediculus humanus.


Kopfschmerz

Kopfschmerz, Kephalgie, Cephalgie, Cephalea,
Migräne
Diagnosekriterien für Migräne im Vergleich zu Spannungs- und Cluster-Kopfschmerz.
Schmerzen im Kopf- und/oder Nackenbereich, die sich in Lokalisation, Schmerzdauer, -intensität und -charakter sowie Anfallshäufigkeit stark unterscheiden. Primäre Kopfschmerzen treten ohne erkennbaren Grund, sekundäre infolge einer bekannten Ursache auf, z. B. bei Tumor, Herpes zoster, Hirnschlag, arterieller Hypertonie, bestimmten Medikamenten, Entzündungen oder posttraumatischen Veränderungen. Beim selteneren sekundären Kopfschmerz richtet sich die Behandlung nach dem Grundleiden. Bei den sehr viel häufigeren primären Kopfschmerzen unterscheidet man: → Migräne mit typisch einseitigem, pulsierendem Kopfschmerz, der Stunden bis Tage anhält und oft mit Erbrechen oder Lichtscheu einhergeht, bei der komplizierten Migräne auch mit Sprach- und Sehstörungen. 2. Spannungskopfschmerz mit beidseitigen, ziehenden Schmerzen in Nacken und Schultern, der über mehrere Stunden andauert. 3. Horton-Neuralgie (Cluster-Kopfschmerz) mit starken Schmerzen vor allem hinter den Augen. 4. Trigeminusneuralgie mit anfallsweise blitzartig einschießendem, einseitigem Schmerz im Bereich der Augenhöhle, der Schläfe oder des Kiefers. Primäre Kopfschmerzen werden u. a. mit Medikamenten, Entspannungsübungen oder Massagen behandelt.


Kopfschuppe

Kopfschuppe, → Schuppe.


Koppelung

Koppelung, in der Genetik gemeinsame Vererbung verschiedener Eigenschaften, die auf demselben Chromosom liegen.


Koppelung

Koppelung, in der Anatomie gemeinsame Lage einer Arterie und mehrerer Venen in einer bindegewebigen Scheide mit Übertragung des arteriellen Pulsschlags auf die Venen, die den venösen Rückfluss in den Beinvenen fördert. Auch elektromechanische Koppelung.


Koppelung, elektromechanische

Koppelung, elektromechanische, Umwandlung der elektrischen Erregung einer Muskelzelle in eine mechanische Kontraktion der Muskelfasern. Die elektrische Erregung der Zellmembran führt zum Einstrom von Kalziumionen, die über eine Aktivierung von Actin und Myosin eine Kontraktion auslösen. Auch motorische → Endplatte.


Koprolalie

Koprolalie, zwanghafte Wiederholung von Wörtern aus der Fäkalsprache, z. B. bei schweren psychischen Störungen.


Koprolith

Koprolith, Kotstein, eingedickte, steinharte Kotablagerung im Dickdarm bei schwerer Obstipation.


Koprophagie

Koprophagie, Kot essen, z. B. bei geistigen Entwicklungsstörungen oder psychischen Erkrankungen.


Koprostase

Koprostase, Stauung von Kot im Dickdarm durch Stuhlverhärtung und gestörte Stuhlentleerung. Die Behandlung besteht in reichlicher Flüssigkeitszufuhr und Einläufen.


Kopulation

Kopulation, → Kohabitation.


Kopulation

Kopulation, Vereinigung von Ei- und Samenzelle zur Zygote.


Korium

Korium, → Dermis.


Kornea

Kornea, → Cornea.


Kornealreflex

Kornealreflex, durch feine mechanische Reizung der Hornhaut des Auges (z. B. mit einem Wattestäbchen) ausgelöster Lidschlussreflex, wird in der Anästhesie zur Beurteilung der Narkosetiefe geprüft.


koronar

koronar, die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) des Herzens betreffend.


Koronarangiografie

Koronarangiografie, röntgenologische Darstellung der Koronargefäße; dazu wird die Femoralarterie punktiert, ein Katheter durch die Aorta bis zum Abgang der rechten und linken Koronararterie geschoben und das Kontrastmittel eingespritzt. Mit der Koronarangiografie. können Veränderungen wie Wandunregelmäßigkeiten und Stenosen der Koronararterien dargestellt werden.


Koronarangioplastie

Koronarangioplastie, Aufdehnung einer oder mehrerer Äste der Koronararterien, meist als perkutane transluminale koronare Angioplastie (PTCA) mit einem Ballonkatheter oder Laser. Das Verfahren wird bei Angina pectoris oder einem frischen Myokardinfarkt zur Eröffnung verengter oder frisch verschlossener Gefäße angewendet.


Koronararterie

Koronararterie, Koronarie, Herzkranzgefäß, ein Herzkranzgefäß, das für die Blutversorgung des Herzmuskels verantwortlich ist. Sowohl die rechte (dextra) als auch die linke (sinistra) Koronararterie zweigt unmittelbar oberhalb der Aortenklappe von der Aorta ab. Die rechte Koronararterie zieht um den rechten Herzrand und als Ramus interventricularis posterior bis zur Herzspitze. Die linke Koronararterie verzweigt sich bald in den kräftigen Ramus interventricularis anterior an der Herzvorderwand und in den Ramus circumflexus an der Rückseite. Eine Verengung oder ein Verschluss eines Koronararterienastes führt zu einer koronaren Herzkrankheit.


Koronarchirurgie

Koronarchirurgie, Sammelbegriff für alle chirurgischen Eingriffe an den Koronargefäßen zur Behebung von Stenosen, am häufigsten in Form des aortokoronaren Venen-Bypasses. Dabei wird ein Stück einer Unterschenkelvene zur Überbrückung des verengten Koronararterienabschnittes eingenäht, um die Durchblutung des Myokards zu verbessern.


Koronardilatation

Koronardilatation, → Koronarangioplastie.


Koronarie

Koronarie, → Koronararterie.


Koronarinsuffizienz

Koronarinsuffizienz, mangelhafte Blutversorgung des Myokards durch Veränderungen der Koronargefäße, meist infolge einer, die zu einer koronaren Herzkrankheit mit Angina pectoris oder Myokardinfarkt führen kann.


Koronarsklerose

Koronarsklerose, Arteriosklerose der Koronararterien, die ab einer bestimmten Ausprägung zur koronaren Herzkrankheit führt.


Koronarstenose

Koronarstenose, Verengung eines oder mehrerer Äste der Koronararterien, meist infolge einer Arteriosklerose.


Koronarthrombose

Koronarthrombose, Thrombenbildung an der Wand einer Koronararterie mit Verengung oder Verschluss eines Koronararterienastes und resultierendem Myokardinfarkt.


Körper

Körper, → Corpus.


Körperbehinderung

Körperbehinderung, Beeinträchtigung eines Menschen durch eine Fehlentwicklung, eine Erkrankung oder einen Unfall. Gesetzlich anerkannt wird nur eine gravierende Einschränkung im Alltag, die mindestens sechs Monate lang bestehen bleibt. Man unterscheidet zwischen körperlicher, → geistiger und → psychischer Behinderung. Das Ausmaß einer oder mehrerer Behinderungen wird als → Grad der Behinderung angegeben. Behinderte haben Anspruch auf intensive Rehabilitation.


Körperdosis

Körperdosis, Obergrenze für die Menge ionisierender Strahlen nach dem gesetzlichem Strahlenschutz.


Körperersatzstück

Körperersatzstück, → Prothese.


Körperflüssigkeit

Körperflüssigkeit, Intra- und Extrazellularflüssigkeit.


Körperflüssigkeit

Körperflüssigkeit, Blut, Lymphe, Speichel und Urin.


Körpergewicht

Körpergewicht,
Bodymass-Index
Bodymass-Index: Eine gerade Linie zwischen Ihrem Ist-Gewicht und der Körpergröße schneidet die BMI-Skala in Ihrem persönlichen Gewichtsbereich.
Gewicht des ganzen Körpers. Das Körpergewicht ist abhängig vom Alter, vom Geschlecht und von der Körpergröße, der Ernährung und dem Gesundheitszustand. Das Körpergewicht wird nach dem → Bodymass-Index klassifiziert. Auch → Normalgewicht, → Idealgewicht.


Körpergröße

Körpergröße, Länge des aufrecht stehenden Körpers von der Fußsohle bis zum Scheitel. Die Körpergröße ist abhängig von Alter, Geschlecht und Rasse. Krankheiten, z. B. das Down-Syndrom oder der hypophysäre Zwergwuchs, gehen mit Minderwuchs einher, das Klinefelter-Syndrom hingegen mit Hochwuchs. Bei Neugeborenen und Säuglingen wird die Körpergröße liegend mit ausgestreckten Beinen gemessen. Auch → Großwuchs, → Kleinwuchs.


Körperhaltung

Körperhaltung, aufrechte Haltung des Menschen. Die Körperhaltung ist abhängig von den natürlichen Krümmungen der Wirbelsäule sowie der Bauch- und Rückenmuskulatur. Erkrankungen der Wirbelsäule führen zu einer schlechten Haltung, entweder aufgrund eingeschränkter Beweglichkeit oder einer Schonhaltung bei Schmerzen. Schlaffe Bauch- und Rückenmuskeln verschlechtern die Körperhaltung ebenfalls.


Körperkreislauf

Körperkreislauf, Teil des → Kreislaufs, der die Bauchorgane mit Blut versorgt. → Lungenkreislauf.


Körperoberfläche

Körperoberfläche, gesamte Hautfläche, die anhand von Normogrammen berechnet wird und in der Klinik für die Dosierung von Kalorien, Flüssigkeit und Medikamenten von Bedeutung ist. Die durchschnittliche Körperoberfläche eines gesunden Erwachsenen beträgt 1,73 Quadratmeter, schwankt jedoch in Abhängigkeit von Größe und Gewicht.


Körperpflege

Körperpflege, alle Maßnahmen zur Reinigung und Pflege von Haut, Nägeln, Haaren und Zähnen. Diese reichen vom Waschen und Bürsten der Haut und dem Auftrag von Hautpflegemitteln bis hin zur Bartpflege.


Körpertemperatur

Körpertemperatur,
Körpertemperatur
Da der Körper ständig Wärme an seine Umgebung abgibt, nimmt die Körpertemperatur von innen nach außen ab.
Temperatur im Innern des Körpers, normalerweise um 37°C. Die gemessenen Werte schwanken je nach Messort: Bei axillärer Messung beträgt die normale Körpertemperatur 36,8°C, bei rektaler Messung bis zu 37,4°C, unter der Zunge und im äußeren Gehörgang bis 37,0°C. Zahlreiche Erkrankungen gehen mit einem Anstieg (Fieber) oder eine Senkung (Hypothermie) der Körpertemperatur einher.


Körpertherapie

Körpertherapie, Sammelbegriff für verschiedene Methoden der Alternativmedizin, z. B. Bewegungs-, Atem- oder Haltungsübungen, Meditation u. a.


Körperverletzung

Körperverletzung, sämtliche Schädigungen von außen oder Eingriffe am lebenden Körper, z. B. durch Unfall, strafbare Handlungen oder → iatrogen. Medizinische Eingriffe gelten juristisch als Körperverletzung und sind ohne Einwilligung des Patienten strafbar, sofern nicht ein Notfall vorliegt. Bei Bewusstlosen kann ein medizinischer Eingriff ohne Einwilligung vorgenommen werden.


Korpuskarzinom

Korpuskarzinom, Uteruskarzinom, Endometriumkarzinom, bösartige Geschwulst der Gebärmutter, meist ein Adenokarzinom, seltener ein Plattenepithelkarzinom, das zu Blutungen außerhalb der Menstruation oder in der Menopause zu blutigem Ausfluss führt. Die Gebärmutter wird entfernt und bei Bedarf nachbestrahlt. Auch → Zervixkarzinom.


Korpuskularstrahlen

Korpuskularstrahlen, energiereiche, ionisierende Strahlen aus geladenen oder ungeladenen beweglichen Teilchen wie z. B. Alpha-, Beta- oder Neutronenstrahlen. Können zur Strahlentherapie bösartiger Tumoren eingesetzt werden.


Korrigenz

Korrigenz, → Corrigens.


Korsakow-Syndrom

Korsakow-Syndrom, amnestisches Syndrom, eine organische → Psychose mit Gedächtnis- und Merkfähigkeitsstörungen, Desorientiertheit und → Konfabulation, vor allem bei chronischem Alkoholmissbrauch, aber auch bei Vitaminmangelzuständen, Intoxikationen und anderen Gehirnerkrankungen.


Korsett

Korsett, einteiliges Mieder zur Entlastung und Abstützung der Lenden- oder Brustwirbelsäule bei verschiedenen Wirbelsäulenerkrankungen, im Handel als elastische Mieder mit oder ohne Verstärkung durch Stäbe oder Dreipunktekorsette erhältlich.


Kortex

Kortex, → Cortex.


kortikal

kortikal, → cortical.


kortiko...

kortiko..., Wortteil mit der Bedeutung "Rinde".


Kortikoide

Kortikoide, → Corticosteroide.


Kortikosteroide

Kortikosteroide, → Corticosteroide.


kortikotrop

kortikotrop, die Nebennierenrinde anregend; der Begriff bezieht sich auf Hypophysenhormone, die die Ausschüttung von Nebennierenrindenhormonen bewirken.


Kortisol

Kortisol, → Cortisol.


Kortison

Kortison, → Cortison.


kosmetische Behandlung

kosmetische Behandlung, Behandlung, die entweder ausschließlich der Schönheit und Pflege dient oder zusätzlich heilende Wirkung hat. Auch → kosmetische Chirurgie.


kosmetisches Mittel

kosmetisches Mittel, Mittel, das äußerlich zur Pflege, zur Reinigung von Haut, Haaren oder Mundhöhle des Menschen, zur Beseitigung von (unangenehmem) Geruch oder zur Veränderung des Aussehens verwendet wird. Die Substanzen unterliegen dem Lebensmittelgesetz.


kostal

kostal, costal, eine Rippe betreffend.


Kostenerstattung

Kostenerstattung, Prinzip, nach dem der Versicherte Behandlungskosten zunächst selbst bezahlt und sie anschließend von der Krankenkasse vollständig oder teilweise zurückerhält. Während die privaten Krankenkassen grundsätzlich nach diesem Vorgehen abrechnen, wenden die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel das → Sachleistungsprinzip und nur in Ausnahmefällen die Kostenerstattung an, obwohl es seit 1997 prinzipiell möglich ist.


Kostform, alternative

Kostform, alternative, Art der Ernährung, die von der üblichen Ernährung abweicht, z. B. durch Bevorzugung vollwertiger Nahrungsmittel oder Rohkost; auch beim Anbau und bei der Verarbeitung der Nahrungsmittel wird auf biologische Verfahren Wert gelegt. Auch → Vollwertkost.


Koterbrechen

Koterbrechen, → Miserere.


Kotstein

Kotstein, → Koprolith.


Koxalgie

Koxalgie, Coxalgie, Hüftschmerz.


Koxarthrose

Koxarthrose, → Coxarthrose.


Koxitis

Koxitis, → Coxitis.


Kräftigungsmittel

Kräftigungsmittel, → Roborans.


Krafttraining

Krafttraining, Gewichtstraining, Trainingsform, die - im Gegensatz zum → Kardiotraining - durch Muskelarbeit gegen Widerstand (Training mit Hanteln und Gewichten) die Muskelkraft erhöht und die Knochen kräftigt.


Krähenfüße

Krähenfüße, fächerförmig ausgebildete kleine Hautfalten an den Außenseiten der Augen.


Krampf

Krampf, Muskelkrampf, → Spasmus.


Krampf

Krampf, Konvulsion, → Krampfanfall.


Krampfader

Krampfader, → Varize.


Krampfanfall

Krampfanfall, Konvulsion, Convulsion, Krampf,
Epilepsie
Die Krampfanfälle eines Epilepsie-Kranken resultieren aus Störungen bei der Erregungsübertragung im Gehirn.
plötzliche Kontraktion mehrerer Muskelgruppen oder der Muskulatur des gesamten Körpers durch eine Störung im Gehirn, z. B. bei → Epilepsie; man unterscheidet fokale - von einem umschriebenen Hirnbereich ausgehende - und generalisierte Krampfanfälle, bei denen verliert der Betroffene grundsätzlich das Bewusstsein verliert, während es bei einem fokalen Krampfanfall erhalten bleiben kann. Ein Krampfanfall kann auch unabhängig von einer Epilepsie vorkommen, z. B. im Rahmen von → Fieberkrämpfen, bei Stoffwechselstörungen wie Hypoglykämien, bei Durchblutungsstörungen, Geschwulst- oder Narbenbildungen im Gehirn, bei Vergiftungen oder als psychisch bedingter Anfall.


krampflösendes Mittel

krampflösendes Mittel, Mittel zur Vorbeugung und Behandlung epileptischer Krampfanfälle, → Antiepileptikum.


krampflösendes Mittel

krampflösendes Mittel, Mittel zur Behandlung schmerzhafter Krämpfe der glatten Muskulatur, → Spasmolytikum.


kranial

kranial, den Schädel betreffend, zum Kopf gehörend, kopfwärts.


Kraniektomie

Kraniektomie, chirurgische Entfernung eines Knochenstückes aus der Schädelkalotte zur Druckentlastung bei erhöhtem → Hirndruck.


kranio...

kranio..., Wortteil mit der Bedeutung Schädel oder Kopf.


Kraniopharyngeom

Kraniopharyngeom, gutartiger zystischer Gehirntumor vor allem bei jungen Menschen, der aus embryonalen Resten im Bereich der Hypophyse hervorgeht. Das Kraniopharyngeom wächst langsam, metastasiert nicht, kann aber zu Halbseitenblindheit und Hirndruckzeichen führen und wird operativ entfernt.


Kranio-Sakral-Therapie

Kranio-Sakral-Therapie, → Cranio-Sacral-Therapie.


Kraniotabes

Kraniotabes, vermehrte Eindrückbarkeit des Schädels im Bereich des Hinterhauptbeins und der Scheitelbeine, vor allem bei Säuglingen mit Rachitis oder Osteogenesis imperfecta.


Kraniotomie

Kraniotomie, operative Schädeleröffnung durch → Trepanation.


Kranium

Kranium, → Schädel.


Krankengeld

Krankengeld, 70% des Bruttoarbeitseinkommens, den die Krankenkassen bei Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in der Regel im Anschluss an die sechswöchige Lohnfortzahlung übernehmen. Ist der Versicherte über einen langen Zeitraum wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig, erhält er für 78 Wochen innerhalb von drei Jahren Krankengeld, ansonsten wird es in der Regel zeitlich unbegrenzt gezahlt.


Krankengeschichte

Krankengeschichte, die Gesamtheit der Unterlagen, die einen Patienten betreffen. Der Arzt ist für die vollständige Aufzeichnung sämtlicher Daten eines Patienten von Rechts wegen verpflichtet. Die Krankengeschichte umfasst alle anamnestischen Angaben, die diagnostischen und therapeutischen Schritte, den Krankheitsverlauf sowie alle Untersuchungsbefunde. Der Patient hat das Recht, seine Krankengeschichte jederzeit einzusehen.


Krankengymnastik

Krankengymnastik, → Physiotherapie.


Krankenhaus

Krankenhaus, Klinik, Hospital, Spital, . Gebäude mit der gesamten Infrastruktur für die Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung von Patienten mit verschiedensten Krankheiten und Unfallverletzungen. Im Krankenhaus werden Patienten u. a. ambulant und stationär, nach Vereinbarung oder notfallmäßig behandelt. Viele Krankenhäuser verfügen zudem über eine Abteilung für Geburten. Man unterscheidet das → Akutkrankenhaus von Rehabilitationskliniken. Ein Krankenhaus besitzt abhängig von seiner Größe und seinem Auftrag neben fachlich geschultem Personal eine Notfallaufnahme, ein Ambulatorium, eine Bettenstation, Therapieräume, Röntgenräume, Laboratorien, einen Operationstrakt und eine Intensivstation.


Krankenhaushygiene

Krankenhaushygiene, die besonders im Krankenhaus zu beachtenden Vorschriften zur Hygiene sowie die Untersuchung der Faktoren, die im Krankenhaus aufgrund mangelnder Hygiene zu Schäden führen können. Im Krankenhaus spielt besonders die Erkennung und Reduktion nosokomialer - im Krankenhaus erworbener - Infektionen eine Rolle, da diese meist durch mehrfach resistente Keime verursacht werden. Auch → Hygieneplan.


Krankenhausinfektion

Krankenhausinfektion, → Nosokomialinfektion.


Krankenhausnotopfer

Krankenhausnotopfer, nach dem zweiten Neuordnungsgesetz der Gesundheitsreform auf die Jahre 1997 bis 1999 befristeter, festgelegter Betrag von 20 D-Mark, die jeder Versicherte pro Kalenderjahr zahlen musste, um Aufwendungen für die Instandhaltung der Krankenhäuser zu finanzieren; ausgenommen waren Versicherte mit niedrigem Einkommen.


Krankenhausstruktur

Krankenhausstruktur, Organisation der Krankenhäuser hinsichtlich der verschiedenen Arbeitsbereiche und der hierarchischen Ebenen. Der sog. Krankenhausträger bestimmt die Geschäftsführung des Hauses, die sich aus dem leitenden Arzt (Chefarzt), der leitenden Pflegekraft sowie dem Verwaltungsdirektor zusammensetzt. Der Chefarzt ist den Oberärzten, Assistenzärzten und Ärzten in der Weiterbildung übergeordnet; die Ärzte übernehmen ihren Fachgebieten entsprechend die ärztliche Versorgung der Patienten. Die Pflegedienstleitung ist dem Pflegepersonal übergeordnet. Die Verwaltung ist für Qualität und Wirtschaftlichkeit der pflegerischen und ärztlichen Leistungen im Krankenhaus verantwortlich.


Krankenhausträger

Krankenhausträger, die für die Funktion des Krankenhauses insgesamt verantwortliche, tatsächliche oder juristische Person. Der Träger kann eine Körperschaft des öffentlichen Rechts wie ein Bundesland oder der Staat sein, eine soziale, kirchliche o.a. Vereinigung oder eine Privatperson.


Krankenhilfe

Krankenhilfe, Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Form ärztlicher bzw. zahnärztlicher Behandlung und der Versorgung mit Arznei- und Hilfsmitteln für die Versicherten. Fehlt der Schutz einer Krankenversicherung, übernimmt das Sozialamt die Kosten.


Krankenkasse

Krankenkasse, Körperschaft des öffentlichen Rechts, die als Träger der gesetzlichen Krankenversicherung fungiert. Dazu gehören neben den drei ältesten Kassen - den allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK), den Betriebskrankenkassen (BKK) und den Innungskrankenkassen (IKK) - die Ersatzkassen sowie einige Sondereinrichtungen für bestimmte Berufsgruppen: die Seekrankenkasse, die landwirtschaftliche Krankenkasse und die Bundesknappschaft. Mit Ausnahme der AOK sind alle Kassen berufsbezogen organisiert; die BKK für Produktionsbetriebe, die IKK für Handwerksbetriebe und einige Ersatzkassen ebenfalls für bestimmte Berufsgruppen - z. B. die Technikerkrankenkasse oder die Handelskrankenkasse. Mit der Einführung des → Kassenwahlrechts 1996 öffneten sich die Kassen allerdings auch für andere Berufszweige. Die Krankenkassen wählen jeweils einen Verwaltungsrat und einen Vorstand, unterliegen insgesamt jedoch der staatlichen Rechtsaufsicht und - in bedingtem Rahmen - der Wirtschaftlichkeitsprüfung. Alle Krankenkassen sind auf Bundes- oder Länderebene jeweils zu Verbänden zusammengeschlossen, die die sozialpolitischen Interessen vertreten. Auch private → Krankenversicherung.


Krankenkost

Krankenkost, Diät, die bezüglich Zusammensetzung, Menge und Zubereitungsart der Nahrungsmittel auf die Bedürfnisse eines Patienten zugeschnitten ist, z. B. eine Diabetes- oder Reduktionsdiät sowie Breikost für Patienten mit Schluckschwierigkeiten u. s.w. Auch → Diät.


Krankenpflege

Krankenpflege, umfassende Betreuung kranker Menschen durch ausgebildetes Personal. Dazu gehören die Berücksichtigung seelischer, körperlicher und sozialer Bedürfnisse des Kranken, Planung und Gewährleistung einer auf den Patienten abgestimmten Pflege zur Förderung seiner Genesung, Motivation und Beratung, Schmerzlinderung, die Vorbereitung auf eine Operation oder die Entlassung, Sterbebeistand, die Überwachung ärztlicher Anordnungen, Assistenz bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, die Zusammenarbeit mit dem übrigen Pflegepersonal, den Ärzten und den Angehörigen. Eine Pflegeanamnese, die Pflegeplanung und die Dokumentation der Maßnahmen sind Pflicht.


Krankenpflegeberufe

Krankenpflegeberufe, Berufsgruppen, die nach abgeschlossener Ausbildung als Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger oder Krankenpflegehelfer mit der Organisation und Durchführung der → Krankenpflege betraut sind. Die Aus- und Weiterbildung ist im Krankenpflegegesetz geregelt; einige Hochschulen bieten einen Studiengang für Pflegewissenschaften an.


Krankenpflege, häusliche

Krankenpflege, häusliche, häusliche Pflege, die Gesamtheit der pflegerischen und sozialen Leistungen, die ein Pflegebedürftiger zu Hause erhält. Die häusliche Krankenpflege wird in der Regel von einer Sozialstation oder einem privaten Pflegedienst mit ausgebildetem Personal durchgeführt; die Kosten übernimmt die Krankenkasse bzw. seit 1995 die Pflegeversicherung. Die häusliche Krankenpflege wird bei der Pflegeversicherung beantragt, das Ausmaß der Leistungen vom medizinischen Dienst der Krankenkassen festgelegt. Eine häusliche Krankenpflege wird genehmigt, wenn eine Behandlung im Krankenhaus unmöglich ist oder wenn eine Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt werden kann; die häusliche Krankenpflege übernimmt neben der eigentlichen Krankenpflege auch die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung. Auch → Pflegebedürftigkeit.


Krankenpfleger / Krankenschwester

Krankenpfleger / Krankenschwester, Pflegeperson, die eine staatlich anerkannte Ausbildung in der Krankenpflege absolviert hat.


Krankenschein

Krankenschein, bis zur Einführung der → Krankenversichertenkarte der Berechtigungsnachweis für eine ärztliche oder zahnärztliche Behandlung. Jeder gesetzlich Versicherte erhielt von seiner Krankenkasse Krankenscheine.


Krankenschein, internationaler

Krankenschein, internationaler, umgangssprachlicher Begriff für die Bestätigung einer gesetzlichen Krankenversicherung, auch die Kosten für Behandlungen ihrer Versicherten im Ausland zu übernehmen, sofern die Bundesrepublik Deutschland mit dem Land ein entsprechendes Abkommen geschlossen hat.


Krankenversichertenkarte

Krankenversichertenkarte, elektronisch lesbare Karte anstelle des früher üblichen Krankenscheins als Nachweis der gesetzlichen Krankenversicherung eines Patienten. Auf der Krankenversichertenkarte sind Name, Geburtsdatum, Adresse, die Krankenkasse und die Gültigkeitsdauer der Versicherung angegeben; die Krankenversichertenkarte berechtigt zur Behandlung durch einen → Vertragsarzt.


Krankenversicherung, gesetzliche

Krankenversicherung, gesetzliche, Abk. GKV, Krankenversicherung im Rahmen der Sozialversicherung. Im Gegensatz zu den privaten Krankenversicherungen arbeitet die GKV nach gesetzlichen Vorschriften. Pflichtversicherte der GKV sind Arbeiter, Angestellte, Auszubildende, Landwirte, Künstler und Studenten, sofern sie ein bestimmtes Einkommen nicht überschreiten. Sie können zwischen den verschiedenen Krankenkassen wählen. Die Krankenkassen sind angehalten, das Gesundheitsbewusstsein der Versicherten zu fördern und bieten in diesem Rahmen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung oder Krankheitsverhütung an. Im Krankheitsfall übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Krankenbehandlung und gegebenenfalls Rehabilitation; zu den Leistungen gehören darüber hinaus die Mutterschaftshilfe und die → Empfängnisregelung einschließlich eines Schwangerschaftsabbruchs oder einer Sterilisation. Hinsichtlich dieser Leistungen müssen die Krankenkassen auf Qualität und Wirtschaftlichkeit achten; genügen Methoden der alternativen Medizin diesen Kriterien, übernehmen Krankenkassen auch deren Kosten, schulmedizinisch anerkannte Verfahren werden grundsätzlich vergütet. Bei Medikamenten besteht Zuzahlungspflicht, sofern der Versicherte nicht als Härtefall anerkannt ist. Die Versicherten zahlen ihre Beiträge nach dem → Solidarprinzip.


Krankenversicherung, private

Krankenversicherung, private, Abk. PKV, private Versicherungsträger, die einer staatlichen Aufsicht unterstehen. Mitglieder der privaten Krankenversicherung sind freiwillig versichert und können sich, sofern ihr Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Kassen liegt, als Arbeitnehmer privat versichern. Das Gleiche gilt für bestimmte Personengruppen, z. B. Selbstständige (außer Künstlern, Landwirten und Publizisten) oder Beamte und deren Familienangehörige. Gesetzlich Versicherte können jedoch zusätzlich zu ihrer Pflichtversicherung eine zusätzliche private Krankenversicherung abschließen, z. B. für einen Auslandsaufenthalt, oder sich hinsichtlich der Übernahme von besonderen Leistungen im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes oder Verdienstausfall bei Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit zusätzlich privat absichern. Grundsätzlich bietet die private Krankenversicherung ähnliche Leistungen wie die gesetzliche Krankenversicherung einschließlich der Pflegeversicherung. Mitgliedschaft, Beitragshöhe und Leistungen werden allerdings in Abhängigkeit von gesundheitlichen Risikofaktoren individuell geregelt. Versicherte erhalten keine Sach- und Dienstleistungen, sondern bekommen die anfallenden Kosten für ärztliche Maßnahmen erstattet.


Krankenversicherungsbeitrag

Krankenversicherungsbeitrag, der Betrag, den jeder Versicherte monatlich an seine Krankenkasse zu zahlen hat; die Gesamtheit der Beiträge entspricht dem Einkommen der Kassen. Während die Höhe der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung von dem Einkommen der Versicherten (→ Beitragsbemessung) sowie dem jeweiligen Satz der Kasse abhängt, richten sich die Beiträge bei den privaten Kassen nach individuell unterschiedlichen Faktoren wie Alter, gesundheitlichen Risikofaktoren, Krankheit usw. Grundsätzlich zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte des gesetzlichen Krankenversicherungsbeitrags; freiwillig Versicherte müssen für den gesamten Betrag selbst aufkommen. Familienversicherte (→ Familienversicherung) zahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung keine eigenen Beiträge.


Krankenversicherungspflicht

Krankenversicherungspflicht, gesetzliche Verpflichtung für alle Arbeitnehmer und Auszubildenden, Arbeitslosen, Rentner, Studenten, bestimmte Gruppen von Selbstständigen (Künstler, Landwirte, Publizisten) und einige schutzbedürftige Personenkreise, z. B. Behinderte, einer gesetzlichen Krankenversicherung beizutreten. Diese Pflicht besteht, solange das Einkommen unterhalb der sog. Beitragsbemessungsgrenze liegt. In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es neben Pflichtversicherten auch Familienversicherte und freiwillig Versicherte.Ab dem 1. Januar 2009 besteht erstmalig für alle Bundesbürgerinnen und -bürger, die Pflicht, eine Krankenversicherung abzuschließen, wenn kein ausreichender anderer Schutz besteht. Wer den Versicherungsschutz verloren hat, kehrt in seine letzte Versicherung zurück. Dies gilt gleichermaßen für die gesetzliche wie die private Krankenversicherung.


Krankenwohnung

Krankenwohnung, im Rahmen der Arbeit von → Sozialstationen eingerichtete Wohnungen für Personen, die 24 Stunden am Tag versorgt werden müssen.


Krankheit

Krankheit, Störung in einzelnen Organen oder dem gesamten Organismus mit seelischen oder körperlichen Veränderungen, die subjektiv empfunden und meistens objektiv festgestellt werden können. Man unterscheidet Krankheiten durch äußere Einflüsse, z.B. Infektionskrankheiten, Verletzungen und Unfälle, und Erkrankungen durch innere Ursachen wie Vererbung, Abnutzung, Bewegungsmangel oder Überarbeitung.


Krankheit

Krankheit, Bezeichnung für eine umschriebene Einheit bestimmter Befunde, die u.a. die Krankheitsentstehung, Organveränderungen oder Laborbefunde umfassen und als einheitliches Krankheitsbild zusammengefasst werden.


Krankheitserreger

Krankheitserreger, Mikroorganismus mit der Fähigkeit, eine Krankheit zu erzeugen, z. B. Bakterien, Viren, Pilze, Prionen und Protozoen.


Krankheitskonzept

Krankheitskonzept, Gesamtheit der eine Krankheit betreffenden Erklärungen und Vorstellungen, die dem Patienten zwecks Information dargestellt werden.


Krankheitsprophylaxe

Krankheitsprophylaxe, Krankheitsverhütung, alle Maßnahmen zur Vorbeugung von Erkrankungen. Zu den allgemeinen Maßnahmen gehören eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Vermeidung oder Verringerung von Überlastung bzw. Stress usw. Zu den speziellen Maßnahmen zählen u. a. → Impfung, der → Arbeitsschutz oder gezielte Maßnahmen vor einer Reise in tropische Länder. Auch → Malariaprophylaxe.


Krankheitsursache

Krankheitsursache, → Ätiologie.


Krätze

Krätze, → Skabies.


Kratztest

Kratztest, → Intrakutantest.


Kraurosis

Kraurosis, → Craurosis.


Kräuterheilkunde

Kräuterheilkunde, → Phytotherapie.


Kreatin

Kreatin, eine Substanz, die in Leber und Niere aus verschiedenen Aminosäuren gebildet wird und in den Muskeln als Kreatinphosphat vorliegt. Kreatin wird zu Kreatinin abgebaut und mit dem Urin ausgeschieden.


Kreatinin

Kreatinin, Creatinin, Abbauprodukt des → Kreatins, das in den Muskelzellen aus Kreatinphosphat entsteht und mit dem Urin ausgeschieden wird; die Ausscheidungsmenge beträgt etwa ein Gramm pro Tag. Durch Bestimmung des Kreatininspiegels im Serum, der Kreatininausscheidung im 24-Stunden-Urin und des Urinvolumens in 24 Stunden wird die Funktionsfähigkeit der Nieren als Kreatinin-Clearance geprüft, z. B. bei Verdacht auf eine beginnende Niereninsuffizienz und als Verlaufskontrolle bei Nierenkrankheiten.


Kreatinin-Clearance

Kreatinin-Clearance, Nierenfunktionsuntersuchung anhand des harnpflichtigen Stoffwechselprodukts → Kreatinin.


Kreatinkinase

Kreatinkinase, → Creatinkinase.


Kreatinphosphat

Kreatinphosphat, → Creatinphosphat.


Krebs

Krebs, Karzinom,
Onkogen
Karzinogene aktivieren die in jeder Zelle vorhandenen Proto-Onkogene. Das Onkogen bewirkt eine Entartung der Zelle. Durch unkontrollierte Zellteilung entsteht der Tumor.
Krebs
Geschlechtsspezifisch sind die hier hervorgehobenen Organe am häufigsten von Krebs betroffen.
gebräuchliche Bezeichnung für jeden bösartigen Tumor. Die Bezeichnung beruht auf den krebsartigen Ausläufern des Tumors ins Nachbargewebe. Ein Krebs entwickelt sich durch überschießende, viel zu schnelle und fehlerhafte Zellteilung mit infiltrativem und destruktivem Wachstum und Metastasierung in andere Organe und Gewebe durch hämatogene (über das Blut) oder lymphogene (über die Lymphbahnen) Streuung. Im Gegensatz zu gutartigen Tumoren bestehen Krebsgeschwülste oft aus atypischen und entdifferenzierten Zellen.


Krebsdiät

Krebsdiät, eine Ernährungsform, die ein Tumorleiden heilen oder das Tumorwachstum aufhalten soll. Die Krebsdiät wird von der Schulmedizin nicht anerkannt, obwohl ein Zusammenhang zwischen ballaststoffarmer Ernährung mit hohem Fleischanteil und der Entstehung von Darmkrebs inzwischen als sehr wahrscheinlich angesehen wird.


Krebsgen

Krebsgen, → Onkogen.


Krebsnoxe

Krebsnoxe, → Karzinogen.


Krebsregister

Krebsregister, Registrierung aller Krebserkrankungen einer bestimmten Region; die gewonnenen Daten werden von Tumorzentren u. a. im Hinblick auf Gemeinsamkeiten der erkrankten Personen ausgewertet, um Risikofaktoren definieren zu können. Krebsregister. haben große Bedeutung für die Krebsforschung; sie sind unterschiedlich organisiert und unterliegen verschiedenen gesetzlichen Vorschriften, die im Krebsregistergesetz festgehalten sind.


Krebsvirus

Krebsvirus, → Onkovirus.


Krebsvorsorgeuntersuchung

Krebsvorsorgeuntersuchung, regelmäßige Untersuchungen im Rahmen der Gesundheitsvorsorge zur →  Früherkennung von Krebserkrankungen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenversicherungen getragen werden.


Krebszyklus

Krebszyklus, → Citratzyklus.


Krebszyklus

Krebszyklus, Krebs-Henseleit-Zyklus, eine Kette von Enzymen, die aus der Ammoniumgruppe NH3 des Proteinabbaus den Harnstoff bildet. Die zum Teil giftigen Aminverbindungen werden zum großen Teil durch Leberenzyme abgebaut ("Entgiftung").


Kreislauf

Kreislauf,
Kreislauf
Das Blutkreislaufsystem umfasst neben dem Herzen das gesamte Netzwerk der Blutgefäße. Es transportiert sauerstoffreiches Blut vom Herzen in sämtliche Körperbereiche und leitet sauerstoffarmes Blut zum Herzen zurück, von wo es zur Lunge gepumpt und von neuem mit Sauerstoff angereichert wird.
der geschlossene Blutkreislauf, der aus Herz, Arterien, Arteriolen, Kapillaren, Venolen und Venen besteht und die Körpergewebe mit Blut versorgt. Man unterscheidet den großen oder Körperkreislauf und den kleinen oder Lungenkreislauf. Von der linken Herzkammer aus fließt das sauerstoffreiche Blut durch die Aortenklappe in die Arterien und Arteriolen des Körperkreislaufs. In den Kapillaren findet der Gas- und Nährstoffaustausch statt und durch die Venolen und Venen strömt das sauerstoffarme Blut in den rechten Vorhof des Herzens zurück. Durch die Trikuspidalklappe gelangt das Blut in die rechte Kammer und von dort durch die Pulmonalklappe schließlich in die rechte und linke Pulmonalarterie des Lungenkreislaufs. In den Lungenkapillaren wird das sauerstoffarme Blut mit Sauerstoff angereichert, fließt durch die vier Pulmonalvenen in den linken Vorhof zurück und gelangt durch die Mitralklappe wieder in die linke Herzkammer.


Kreislauf

Kreislauf, → enterohepatischer Kreislauf


Kreislauf

Kreislauf, Als extrakorporalen Kreislauf bezeichnet man ein blutführendes System außerhalb des Körpers, z.B. die Herz-Lungen-Maschine oder ein Hämodialysegerät, das an den natürlichen Kreislauf angeschlossen ist. → Fetalkreislauf.


Kreislauf, enterohepatischer

Kreislauf, enterohepatischer, Zirkulation von Substanzen aus der Leber in den Darm und vom Darm aus wieder zurück in die Leber. Die Leber scheidet zusammen mit der Galle verschiedene Stoffe in den Dünndarm aus, die in den Dickdarm gelangen, dort teilweise resorbiert werden und mit dem Blut der Pfortader vom Darm wieder in die Leber transportiert werden. Der enterohepatischer Kreislauf spielt eine wichtige Rolle bei der Rückgewinnung von Gallenbestandteilen, Steroidhormonen, Glucocorticoiden und manchen Medikamenten.


Kreislaufkollaps

Kreislaufkollaps, 1. als Orthostase-Syndrom bezeichneter Blutdruckabfall infolge einer gestörten Kreislaufregulation durch den Sympathikus, vor allem bei raschem Aufstehen oder langem Stehen, mit Schwindelgefühlen oder einer → Synkope ohne krankhaften Organbefund.2. vasovagale Synkope: Blutdruck- und Pulsfrequenzabfall, der u.a. bei Angst oder Schmerz reflektorisch durch eine Vagusreizung ausgelöst wird. In beiden Fällen reicht eine Flachlagerung zur Induktion einer → Autotransfusion mit verbesserter Hirndurchblutung aus.


Kreislaufregulation

Kreislaufregulation, Aufrechterhaltung des Blutdrucks und der Organdurchblutung durch körpereigene Mechanismen, die vom Kreislaufzentrum in der Medulla oblongata gesteuert werden. Bei Blutdruckabfall werden die Gefäße eng-, bei vermehrtem Blutbedarf der Organe weitgestellt. Damit bleiben sowohl der Blutdruck als auch die Durchblutung der Organe stets bedarfsgerecht erhalten.


Kreislaufstörung, funktionelle

Kreislaufstörung, funktionelle, vorübergehend oder dauerhaft niedriger Blutdruck ohne organische Ursache, der Beschwerden bereitet. Meistens sind jüngere, schlanke, untrainierte Frauen betroffen. Zu den Symptomen gehören Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Frösteln und Schwarzwerden vor den Augen bis hin zu Synkopen. Im Zentrum der Behandlung stehen regelmäßiges körperliches Training, Zufuhr von genügend Kochsalz und Flüssigkeit, langsames Aufstehen aus Liegen und anfänglich blutdrucksteigernde Medikamente.


Kreislaufversagen

Kreislaufversagen, → Schock.


Kreislaufzentrum

Kreislaufzentrum, Areale im Zentralnervensystem, die an der Kreislaufregulation beteiligt sind; sie liegen in der → Medulla oblongata, im Diencephalon bzw. Hypothalamus und im Rückenmark (spinales Kreislaufzentrum).


kreißen

kreißen, nicht mehr gebräuchlicher Ausdruck für gebären.


Kreißsaal

Kreißsaal, Gebärsaal, Entbindungsraum.


Kremasterreflex

Kremasterreflex, wichtiger → Fremdreflex, der dem zweiten und dritten lumbalen Segment des Rückenmarks zugeordnet ist. Durch Bestreichen der Haut auf der Oberschenkelinnenseite zieht sich der gleichseitige Hoden durch eine Kontraktion des Musculus cremaster reflektorisch hoch.


Krepitation

Krepitation, → Crepitatio.


Kretin

Kretin, Kind mit angeborener → Hypothyreose durch Jodmangel oder nicht ausreichend behandelter Hypothyreose der Mutter während der Schwangerschaft. Auch → Kretinismus.


Kretinismus

Kretinismus, klinisches Bild des angeborenen Schilddrüsenhormonmangels durch Jodmangel oder nicht kompensierte → Hypothyreose der Mutter während der Schwangerschaft. Der Mangel an Schilddrüsenhormon während der Fetalentwicklung führt zu irreversiblen Störungen mit allgemeinem Reiferückstand, Kleinwuchs, verminderter Intelligenz bis zur Debilität, Skelettdeformitäten, Gangstörungen, Innenohrschwerhörigkeit oder Taubheit und Schielen. Die Haut ist kühl, trocken und schuppig, Gesicht und Unterschenkel sind ödematös verquollen, die Augen schlitzförmig, die Nase platt, die Stimme leise und scheppernd und die Bewegungen verlangsamt. Neben den äußerlich sichtbaren Veränderungen leiden die Kinder unter Schwäche, rascher Ermüdbarkeit und vermehrtem Schlafbedürfnis, vermehrtem Frieren, Konzentrationsstörungen, Obstipation bis hin zu einem Ileus, Gewichtszunahme, Durchblutungsstörungen, allgemeiner Verlangsamung und Missempfindungen in den Extremitäten. Die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen führt zu einer Verbesserung der Beschwerden, beeinflusst jedoch nicht die Fehlbildungen oder die Intelligenzminderung. Seit der Verbreitung jodierten Speisesalzes kommt ein Kretinismus als Neuerkrankung in Europa kaum noch vor. Auch → Hypothyreose.


Kreuzband

Kreuzband, Band im Kniegelenk; das vordere und hintere Kreuzband dienen der Stabilisierung des Kniegelenkes, vor allem in gebeugter Stellung.


Kreuzbandriss

Kreuzbandriss, Ruptur des vorderen oder hinteren oder sogar beider Kreuzbänder, häufig durch ein Trauma beim Sport, mit Destabilisierung des gebeugten Kniegelenks, Schmerzen, Schwellung und Gangunsicherheit. Ein Kreuzbandriss wird meist arthroskopisch operiert.


Kreuzbein

Kreuzbein, → Sakrum.


Kreuzimmunität

Kreuzimmunität, die gegen ein spezielles Antigen gerichteten Antikörper immunisieren auch gegen Antigene mit ähnlichen Eigenschaften.


Kreuzprobe

Kreuzprobe, Prüfung der Blutgruppenverträglichkeit von Spender und Empfänger vor einer Bluttransfusion. Dabei werden Erythrozyten des Spenders mit Blutserum des Empfängers und Serum des Spenders mit Erythrozyten des Empfängers auf einem Objektträger zusammengebracht (gekreuzt) und bei 37°C inkubiert. Bei Verklumpung der Erythrozyten besteht Blutgruppenunverträglichkeit.


Kreuzresistenz

Kreuzresistenz, Unempfindlichkeit von Bakterien gegenüber einem bestimmten Antibiotikum, die sie auch ähnlichen Antibiotika gegenüber unempfindlich macht; z. B. sind Bakterien mit Penizillinresistenz meistens auch gegen Cephalosporine resistent. Auch → Resistenz.


Kreuzschmerzen

Kreuzschmerzen, Sammelbegriff für tief sitzende Rückenschmerzen, z. B. infolge degenerativer Veränderungen der Lendenwirbelsäule oder eines → Bandscheibenvorfalls; häufiger ist jedoch eine Überlastung der Muskeln oder Bänder für Kreuzschmerzen verantwortlich. Ein- oder beidseitige tiefe Rückenschmerzen in Ruhe kommen vor allem bei entzündlichen Veränderungen der → Iliosakralgelenke vor. Je nach Grundleiden kommen therapeutisch kalte oder warme Wickel, eine Elektrotherapie, Analgetika und Krankengymnastik in Frage. Auch → Lumbago, → Rückenschmerzen.


Krippentod

Krippentod, plötzlicher → Kindstod.


Krise

Krise, Crisis, die akute Verschlechterung einer Krankheit, z. B. ein plötzlicher, massiver Blutdruckanstieg (hypertone Krise) oder eine plötzliche Bewegungsunfähigkeit beim Parkinson-Syndrom (akinetische Krise). Eine Krise ist potenziell lebensbedrohlich.


Krise, hämolytische

Krise, hämolytische, akut drastisch gesteigerter Erythrozytenabbau bei Patienten mit → hämolytischer Anämie mit deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustandes, → Tachykardie, Fieber, Gelbsucht, Nachweis von Hämoglobin im Urin und Kreislaufzusammenbruch.


Krise, hypertensive

Krise, hypertensive, Hochdruckkrise, Blutdruckkrise, hypertone Krise, plötzlicher massiver, unter Umständen lebensbedrohlicher Blutdruckanstieg mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen, Schwindelgefühl, Angina pectoris und Krampfanfällen. Die Krise kann zu einer Hirnblutung oder Herzversagen führen. Eine hypertensive Krise ist prinzipiell bei jeder Form der → Hypertonie möglich, z. B. nach dem Absetzen blutdrucksenkender Medikamente, gehört jedoch vor allem zu den klassischen Symptomen eines → Phäochromozytoms. Eine hypertensive Krise stellt eine Notfallsituation dar und muss schnell und energisch behandelt werden.


Krisenintervention

Krisenintervention, ambulante oder stationäre psychiatrische Behandlung bei akuter seelischer Notlage, z. B. bei Selbstmordgedanken. Das Hilfsangebot umfasst die Gesprächsmöglichkeiten, Lösungsansätze in Konfliktsituationen, Kontaktaufnahme mit sozialen und kirchlichen Institutionen sowie Schlafmöglichkeit und bei Bedarf medikamentöse Behandlung.


Krone

Krone, sichtbarer, von Zahnschmelz überzogener Teil des Zahns. Als Krone wird auch der künstliche Teilersatz eines Zahnes aus Gold oder Kunststoff bezeichnet.


Kropf

Kropf, → Struma.


Krummdarm

Krummdarm, → Ileum.


Krupp-Syndrom

Krupp-Syndrom, → Pseudokrupp.


kryo...

kryo..., Wortteil mit der Bedeutung Kälte.


Kryochirurgie

Kryochirurgie, chirurgische Eingriffe mit Kälteanwendung (Kältechirurgie), z. B. mit flüssigem Stickstoff oder Kohlenstoff, durch die das zu entfernende Gewebe abstirbt (Vereisung). Die Kryochirurgie wird u. a. in der Augenheilkunde, der Urologie und Dermatologie angewandt, z. B. bei Linsenentfernungen, Prostataoperationen, der Abtragung von Warzen oder Hämorrhoidenverödung. Auch → Kälteanästhesie.


Kryoglobulinämie

Kryoglobulinämie, Vorhandensein von → Kryoglobulinen im Blut, die zu Verklumpungen der Erythrozyten und Thrombozyten und somit zu einer Störung der Mikrozirkulation und der Blutgerinnung führen. Klinisch manifestiert sich eine Kryoglobulinämie in Form des → Raynaud-Phänomens, als Thrombosen der Netzhautgefäße oder innerer Organe sowie punktförmiger Hautblutungen, meist im Rahmen von Plasmozytomen oder Autoimmunkrankheiten.


Kryoglobuline

Kryoglobuline, Kälteantikörper, Immunglobuline im Serum, die bei Abfall der normalen Körpertemperatur geleeartig werden und im Serum bei weniger als vier Grad Celsius reversibel als Präzipitat ausfällen. Kryoglobuline lösen Erythrozyten auf oder verkleben sie und führen dadurch zu einer Störung der Mikrozirkulation (→ Raynaud-Syndrom). Kryoglobuline kommen z. B. beim → Plasmozytom, bei rheumatischen Erkrankungen und anderen Autoimmunkrankheiten vor.


Kryokonservierung

Kryokonservierung, Aufbewahrung bzw. Konservierung mittels Kälte. Durch flüssigen Stickstoff werden Temperaturen bis zu minus 190°C erreicht; die Kryokonservierung eignet sich für Zellen - z. B. Samenzellen -, Gewebe und Organe.


Kryotherapie

Kryotherapie, Kältebehandlung, kühlende Behandlung mit Eispackungen, kalten Wickeln oder Kaltluft bei lokalen Entzündungen und Schmerzen oder als Kältebad bzw. Kältekammer zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung des ganzen Körpers, z. B. bei rheumatischen Erkrankungen. Auch → Kryochirurgie.


Krypte

Krypte, Einbuchtung, Schleimhautgrübchen, Bezeichnung der Schleimhautbuchten im Dünndarm im Gegensatz zu den Dünndarmzotten.


Krypte

Krypte, Einbuchtung, Schleimhautgrübchen, Epitheltaschen der Gaumen- und Rachenmandeln, in denen sich bei Infektionen Bakterien festsetzen.


Kryptokokkose

Kryptokokkose, Pilzinfektion durch Cryptococcus neoformans, die sich nur bei Immunschwäche entwickelt, z. B. im Rahmen einer Tumorchemotherapie oder einer HIV-Infektion. Beim Menschen löst dieser Pilz nach Granulombildung in der Lunge durch das Einatmen infizierten Staubs eine Meningoenzephalitis aus. Der Pilz kann im Liquor gut nachgewiesen werden. Die Behandlung erfolgt mit der Kombination verschiedener Antimykotika.


Kryptorchismus

Kryptorchismus, Maldescensus testis, Hodenhochstand, Leistenhoden, Verbleib eines oder beider Hoden in der Bauchhöhle. Die Hoden entwickeln sich in der Embryonal- und Fetalzeit intraabdominal und sinken normalerweise bis zur Geburt in den Hodensack. Sind die Hoden bei der Geburt nicht im Hodensack tastbar, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Kryptorchismus, der gegen Ende des zweiten Lebensjahres operativ korrigiert werden muss, um späteren Fertilitätsproblemen vorzubeugen. Ein unvollständiger Kryptorchismus liegt beim → Pendelhoden und → Gleithoden vor. Dabei lassen sich die Hoden mehr oder weniger leicht in den Hodensack verlagern, ziehen sich aber bei Loslassen wieder in die Leiste zurück.


kubital

kubital, → cubital.


Küchenschelle

Küchenschelle, Pulsatilla vulgaris, Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Die getrockneten Blüten und Blätter enthalten u. a. das lokal stark reizende Ranunculin, das innerlich angewendet zunächst erregend, dann sedierend wirkt. Der Extrakt wird daher zur Beruhigung u. a. bei Bauchkrämpfen, Kopfschmerzen oder Menstruationsbeschwerden eingesetzt.


Kugelzelle

Kugelzelle, → Sphärozyt.


Kugelzellenanämie

Kugelzellenanämie, → Sphärozytose.


Kuhmilchallergie

Kuhmilchallergie, Allergie gegen das Lactoglobulin in der Kuhmilch, hauptsächlich im Säuglings- und Kleinkindesalter, die bei der Gabe von Kuhmilch zu Bauchkrämpfen, Erbrechen, Durchfall oder Asthmaanfällen führt. Eine wirksame Prophylaxe ist das längerfristige Stillen.


Kuhpocken

Kuhpocken, Pockenerkrankung der Rinder, die auch auf den Menschen übertragen werden kann, aber im Gegensatz zur klassischen Pockenerkrankung eher harmlos mit einem lokalen pockenartigen Hautausschlag verläuft. Gegenüber den klassischen Pocken besteht → Kreuzimmunität. Auf dieser Erkenntnis basiert die Pockenschutzimpfung mit dem Vakziniavirus, das dem Kuhpockenvirus ähnelt.


Kultur

Kultur, Anzucht von Bakterien oder Pilzen auf geeigneten Nährböden oder die Anzucht von Zellen.


Kumarin

Kumarin, → Cumarin.


Kümmel

Kümmel, Carum carvi, Pflanze aus der Familie der Doldengewächse. Die Früchte enthalten ein spasmolytisch und antibakteriell wirkendes, ätherisches Öl. Als Tee zubereitet wird Kümmel gegen Bauchkrämpfe und Blähungen und zur Anregung des Milchflusses eingenommen und auch Säuglingen mit Dreimonatskoliken verabreicht.


Kumulation

Kumulation, Anhäufung; in der Medizin die Anhäufung von Arzneimitteln im Organismus, wenn die Ausscheidung des Medikamentes geringer ausfällt als die Aufnahme: Bei einer Kumulation besteht die Gefahr einer Überdosierung oder Intoxikation, vor allem bei Medikamenten, die über die Niere ausgeschieden und niereninsuffizienten Patienten verabreicht werden. Zur Vermeidung einer Kumulation wird bei eingeschränkter Nierenfunktion die Dosis reduziert.


Kunstfehler, ärztlicher

Kunstfehler, ärztlicher, strafbares fehlerhaftes Vorgehen eines Arztes, z. B. durch einen nicht angebrachte diagnostische oder therapeutische Eingriff oder mangelnde Sorgfalt, die zu einer vorübergehenden oder bleibenden Schädigung des Patienten führt.


Kunststofflinse

Kunststofflinse, → Kontaktlinse.


Kunststofflinse

Kunststofflinse, Linsenersatz aus Kunststoff, z.B. nach einer Kataraktoperation. Auch → Linsenimplantation.


Kunsttherapie

Kunsttherapie, Behandlung vor allem von psychischen Störungen oder Erkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankungen oder Suchtkrankheiten durch künstlerische Tätigkeit. Im Vordergrund stehen kreative Therapien, die als nicht-verbale Methoden im Rahmen psychotherapeutischer Verfahren angewendet werden;, z. B. Gestaltung von Bildern und Gegenständen aus Ton, Holz, Papier oder Stein usw., auch im Rahmen der Ergotherapie. Auch → Gestalttherapie.


Kupfer

Kupfer, chemisches Element, rotgoldfarbiges, dehnbares Schwermetall, das sehr gut leitet; wichtiges Spurenelement, das in vielen Enzymen vorkommt. Meerestiere, Innereien, Nüsse, Getreide und Kakao enthalten reichlich Kupfer Bei Kupfermangel entwickeln sich eine Anämie, Knochenschwund und Hautveränderungen.


Kupferspeicherkrankheit

Kupferspeicherkrankheit, → Morbus Wilson.


kupieren

kupieren, in der Medizin den Verlauf einer Krankheit aufhalten, unterdrücken oder stark abkürzen.


Kur

Kur, Aufenthalt in einem Kurort mit geeignetem Klima oder mit einem Bad zur Vorbeugung oder Behandlung verschiedener Krankheiten, z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder rheumatischen Krankheiten. Viele Kuren werden bei ärztlicher Verordnung von den Krankenkassen zum Teil oder ganz übernommen.


kurabel

kurabel, heilbar.


kurativ

kurativ, heilend. Mit einer Therapie in kurativer Intention wird die vollständige Heilung einer Krankheit angestrebt im Gegensatz zur palliativen Behandlung, die lediglich Beschwerden lindern soll.


Kürbissamen

Kürbissamen, Cucurbitae peponis semen, die Samen des Ölkürbis (Cucurbita pepo). Kürbissamen enthalten Öle, Cucurbitin, verschiedene Aminosäuren, Elektrolyte, Spurenelemente und Vitamin E. Die zerkleinerten Samen werden bei benigner →  Prostatahyperplasie und bei Reizblase, aber auch gegen Band- und Spulwürmer sowie gegen Schwangerschaftserbrechen eingenommen.


Kürettage

Kürettage, → Curettage.


Kurklinik

Kurklinik, Krankenhaus, in dem vor allem Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge, zur Behandlung chronischer Erkrankungen oder zur Rehabilitation im Rahmen einer Kur durchgeführt werden. Neben der Diagnostik handelt es sich dabei vorwiegend um die ganzheitliche Versorgung der Patienten mit physikalischer Therapie, balneologischen oder hydrotherapeutischen sowie diätetischen Verfahren. Kurbegleitend werden Vorträge oder Kurse zur Gesundheitsaufklärung angeboten.


Kurortmedizin

Kurortmedizin, Teilgebiet der Medizin, das sich auf die Behandlung und Versorgung von Kranken in Kurkliniken bezieht. Der hier zuständige Kurarzt wird auch als Badearzt bezeichnet. Je nach den Gegebenheiten des Kurorts und der speziellen Ausrichtung der Kurklinik werden neben allgemeinen Maßnahmen spezifische Behandlungen (Klima-, Balneo-, Hydro-, Diättherapie) angeboten.


Kurpfuscherei

Kurpfuscherei, strafbare Beratung oder Behandlung von Patienten bei unzureichender Ausbildung oder fehlender Bewilligung zur Berufsausübung.


Kurvatur

Kurvatur, → Curvatura.


Kurzatmigkeit

Kurzatmigkeit, → Dyspnoe.


Kurzfingrigkeit

Kurzfingrigkeit, → Brachydaktylie.


Kurznarkose

Kurznarkose, intravenöse Allgemeinnarkose von kurzer Dauer, die kleine diagnostische oder therapeutische Eingriffe gestattet.


Kurzsichtigkeit

Kurzsichtigkeit, → Myopie.


Kurzwellentherapie

Kurzwellentherapie, Behandlung mit hochfrequenten Strömen mit einem elektrischen Kondensator oder einer Magnetspule zur Erwärmung des Gewebes. Die Kurzwellentherapie wird zur Behandlung degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt, manchmal auch bei chronischen Entzündungen, nicht jedoch bei akuten. Verbrennungsgefahr besteht in der Umgebung einer metallenen Endoprothese, z. B. eines Schrittmachers, oder von Metallschmuck.


Kurzzeitgedächtnis

Kurzzeitgedächtnis, Fähigkeit zu kurzfristiger Speicherung verschiedener Daten, die nur vorübergehend gebraucht und zur Entlastung des → Langzeitgedächtnisses wieder vergessen werden. Gedächtnisstörungen können ausschließlich das Kurzzeitgedächtnis, das Langzeitgedächtnis oder beide betreffen. Auch → Amnesie.


Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege, zeitlich begrenzte Pflege speziellen Einrichtungen, z. B. im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt, wenn eine Behandlung im Krankenhaus nicht (mehr) nötig, die selbstständige Versorgung zu Hause aber noch nicht möglich ist. Die Kosten für die Kurzzeitpflege übernimmt für maximal jährlich vier Wochen und bis zu einem bestimmten Betrag die → Pflegeversicherung.


Kussmaul-Atmung

Kussmaul-Atmung, große Atmung, regelmäßige, normalfrequente und vertiefte Atmung, typischerweise bei metabolischer Azidose wie z. B. beim Coma diabeticum; sie dient der vermehrten Abatmung von saurem Kohlendioxid zur Korrektur der Übersäuerung.


kutan

kutan, die Haut betreffend.


Kutis

Kutis, → Cutis.


Kwashiorkor

Kwashiorkor, schwere Eiweißmangelerkrankung aufgrund von Unter- bzw. Fehlernährung, die mit Wachstumsstörungen, Ödemen, Leberschäden, Osteoporose und Muskelatrophie einhergeht. Auffälligstes Symptom ist der große Wasserbauch. Auch → Aszites.


Kyphose

Kyphose, Krümmung der Wirbelsäule nach außen; die Krümmung der Brustwirbelsäule ist eine natürliche Kyphose Bei Rachitis, der Scheuermann-Krankheit, der Bechterew-Krankheit oder bei der Osteoporose kommt es zu einer krankhaft verstärkten Kyphosierung bis hin zur Gibbusbildung ("Buckel"). Eine schlechte Körperhaltung täuscht eine vermehrte thorakale Kyphose vor. Eine angeborene verstärkte Kyphosierung kommt u. a. bei Fehlbildungen von Wirbelkörpern oder bei der Osteogenesis imperfecta vor. Die Behandlung umfasst die Therapie des Grundleidens und rückenstärkende Krankengymnastik. Nur bei schwerster Deformierung oder bei Behinderung der Atmung wird eine Aufrichteoperation durchgeführt.


Kyphoskoliose

Kyphoskoliose, verstärkte Kyphose der Wirbelsäule mit gleichzeitiger seitlicher Verkrümmung. Die Kyphosierung wird meistens durch eine Torsion der Wirbelsäule mit entsprechendem Rippenbuckel vorgetäuscht. Bei schwerer Deformierung und Atmungsbehinderung wird eine Aufrichteoperation durchgeführt. Auch → Skoliose.


kyst...

kyst..., → cyst...


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