A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

e

e, Abk. für Elektron.


E

E, Abk. für Energie.


E

E, Abk. für das Antigen E.


Eales-Syndrom

Eales-Syndrom, Periphlebitis retinae, eine v. a. bei jüngeren Männern vorkommende Augenerkrankung, die sich in wiederholt auftretenden Netzhaut- und Glaskörperblutungen äußert. Das Eales-Syndrom ist auf einen Verschluss und die anschließende Neubildung von Venen in der Netzhaut zurückzuführen.


Early lesions

Early lesions, die Einlagerung von Lipiden in der innersten Gefäßwand von Arterien bei Jugendlichen. Diese Einlagerungen werden als erste Anzeichen für die Entstehung einer Arteriosklerose angesehen.


EAV

EAV, Abk. für → Elektroakupunktur nach Voll.


Ebbecke-Reaktion

Ebbecke-Reaktion, die nach einer mechanischen Reizung der Haut auftretende verstärkte Hautreaktion in Form einer Quaddel mit rotem Hof. Diese verstärkte → Dermografie wird durch eine Fehlregulation der lokalen Gefäßmotorik verursacht.


Ebbinghaus-Test

Ebbinghaus-Test, ein so genannter Lückentest, der zur Prüfung der Intelligenz angewendet wird. Dabei muss der Proband die fehlenden Wörter oder Silben in einem Satz ergänzen, also z. B. »Bei Regen spanne ich einen ... auf.«


Ebola-Viruskrankheit

Ebola-Viruskrankheit, eine bisher nur in Zentralafrika aufgetretene Infektionskrankheit, die durch das zur Familie der Filoviren gehörende Ebola-Virus verursacht wird. Das Virus wird durch Schmierinfektion übertragen, d. h. durch direkten Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren. Nach einer Inkubationszeit von 4 bis 16 Tagen tritt plötzliches hohes Fieber auf, das von Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Muskelschmerzen, Rachenentzündungen usw. begleitet wird. Im späteren Stadium kommt es zu Blutungen v. a. im Magen-Darm-Bereich, zu Leberzellnekrose, Lungenentzündung und Koma. Die Sterblichkeit beträgt 50 bis 90 Prozent. Bisher steht keine Schutzimpfung zur Verfügung.


Ebullismus

Ebullismus, ein auch als »Aufkochen des Bluts« bezeichnetes Auftreten von Gasblasen in Blut und Gewebe. Diese Gasblasen entstehen durch die Freisetzung von Gasen, die in den Körperflüssigkeiten gelöst sind. Diese Freisetzung wird wiederum durch einen plötzlichen Druckabfall ausgelöst, wie z. B. bei der → Caissonkrankheit.


Eburneation

Eburneation, Eburnifikation, eine Zunahme von Knochensubstanz in Form einer lokalen, elfenbeinartigen Knochenbildung.


Eburnifikation

Eburnifikation, → Eburneation.


EBV

EBV, Abk. für → Epstein-Barr-Virus.


Echinacea

Echinacea, Sonnenhut, verschiedene Pflanzen aus der Familie der Korbblütler. Zum Einsatz kommen in erster Linie Echinacea angustifolia (schmalblättriger Sonnenhut) und Echinacea pupurea (roter Sonnenhut). Aus den Wurzeln der Pflanzen wird ein Extrakt gewonnen, der immunstimulierend, antibakteriell und entwässernd wirkt. Echinaceaextrakt wird in der Naturheilkunde als Immunstimulans eingesetzt, vor allem zur Vorbeugung von Grippe, Erkältungskrankheiten und bei häufigen Infektionskrankheiten.


Echinococcosis

Echinococcosis, → Echinokokkose.


Echinococcus

Echinococcus, → Echinokokkus granulosus, → Echinokokkus multilocularis.


Echinokokkose

Echinokokkose, Echinococcosis, eine parasitäre Erkrankung, die durch Ansteckung mit → Echinokokkus granulosus oder Echinokokkose multilocularis hervorgerufen wird. Die Infektion wird auf den Menschen durch Aufnahme von Eiern des Hunde- oder Fuchsbandwurms in verseuchter Nahrung übertragen. Bei der zystischen Echinokokkose gelangen die im Darm freigesetzten Larven durch die Darmwand in die Leber und führen dort zu großen, flüssigkeitsgefüllten Höhlen (Echinokokkose -Zysten). Betroffen sind häufig auch die Lungen und die Milz, selten die Nieren, Muskeln und andere Organe. Die zystische Echinokokkose kommt weltweit vor. Das Frühstadium verläuft häufig ohne Erkrankungszeichen; Appetitlosigkeit, Übelkeit und Oberbauchschmerzen kommen aber vor. Die in der Leber gebildeten Zysten können platzen und zu schweren allergischen Reaktionen (→ anaphylaktischer Schock) und einer → Superinfektion führen. Die alveoläre Echinokokkose führt zu einer Lebervergrößerung mit starker Gelbsucht und zerstört das Gewebe der Leber sowie der meist mit befallenen Milz. Ein Befall der Lunge macht sich durch Reizhusten und zunehmende Atembeschwerden bemerkbar. Bei fortgeschrittener Erkrankung ist eine operative Entfernung oder Teilentfernung der befallenen Organe unumgänglich. Die Behandlung wird medikamentös mit Mebendazol oder Albendazol fortgeführt.


Echinokokkus

Echinokokkus, Echinokokkus granulosus, Hundebandwurm: Bei Infektionen des Menschen bilden sich in der Leber Zysten, in denen die Bandwurmköpfe enthalten sind. Diese Zysten, die auch in Lunge und Milz entstehen können, werden sehr groß und verdrängen das normale Gewebe zunehmend.


Echinokokkus

Echinokokkus, Echinokokkus multilocularis, Rotfuchsbandwurm: Diese Art bildet zuerst in der Leber viele kleine Zysten und breitet sich von dort in umgebende Organe aus.


Echokardiografie

Echokardiografie, Untersuchung des Herzens, seiner Strukturen und des Blutflusses auf krankhafte Veränderungen mittels Ultraschall. Dabei wird entweder ein Schallkopf auf der linksseitigen Brustwand über dem Herzen platziert oder ein Schallkopf in die Speiseröhre eingeführt und so in die Nähe des Herzens gebracht ("Schluckecho"). Das zweite Verfahren ergibt bessere Bilder, weil weder die Rippen noch das Lungengewebe störenden Einfluss auf die Bildgebung ausüben. Die Monitordarstellung erfolgt je nach verwendeter Ultraschalltechnik bandförmig mit gleichzeitiger EKG-Ableitung als zweidimensionales Bild der Herzstrukturen oder gleichzeitig mit einer farbkodierten Darstellung des Blutflusses ("Farbecho"). Die Echokardiografie wird häufig zur Beurteilung der Herzgröße, der Funktion der Herzklappen und der Herzleistung verwendet. Die Untersuchung ist für den Patienten ungefährlich (keine Strahlung) und gibt dem Arzt auf einem Bildschirm detaillierte Informationen über die Funktion des Herzens. Auch → Ultraschall.


Echokinese

Echokinese, → Echopraxie.


Echolalie

Echolalie, ein zwanghaftes Nachreden von Wörtern und Sätzen, die meist keinen Sinn ergeben und nicht in den Zusammenhang passen. Eine Echolalie kommt als Teil der normalen Sprachentwicklung bei Kindern zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr vor. Bei Erwachsenen ist eine Echolalie meist Ausdruck einer psychischen Erkrankung oder einer Störung der intellektuellen Leistungsfähigkeit.


Echoophthalmografie

Echoophthalmografie, der Einsatz der → Ultraschall-Diagnostik in der Augenheilkunde. Dabei kommen die verschiedenen Ultraschallverfahren je nach Verwendungszweck zum Einsatz. So wird die A-Bild-Methode v. a. für Längenmessungen am Auge verwendet, die B-Bild-Methode zur zweidimensionalen Darstellung des Glaskörpers, der Netzhaut sowie von Tumoren, Augenmuskeln und Sehnerv. Das Strömungsverhalten des Bluts und die Kontraktionen der Augenmuskeln können mit dem Doppler-Verfahren erfasst werden. Auch → Doppler-Sonografie.


Echopraxie

Echopraxie, Echokinese, das v. a. im Rahmen einer Schizophrenie oder bei seniler Demenz vorkommende zwanghafte Nachahmen der Bewegungen anderer Personen.


ECHO-Virus

ECHO-Virus, Abk. für "enteric cytopathogenic human orphan"-Virus. Sammelbegriff für RNA-Viren, die eine Vielzahl von grippeähnlichen Erkrankungen mit Magen-Darm-Beteiligung hervorrufen. Die ECHO-Viren verursachen Durchfall, Fieber, Bronchitis und selten auch Hirnhautentzündung.


Eclampsie

Eclampsie, → Eklampsie.


E. coli

E. coli, → Escherichia coli.


Economy-class-Syndrom

Economy-class-Syndrom, eine → Beinvenenthrombose, "Thrombose des ersten Ferientags", die akut nach einer längeren Flugreise (oder Busfahrt) auftritt. Ursachen sind Bewegungsmangel mit fehlender Muskelpumpe, Abknickung der Vene in der Kniekehle bei enger Sitzgelegenheit und unzureichende Flüssigkeitszufuhr.


Ecstasy

Ecstasy, MDA, MDMA,, ein synthetisch hergestelltes Rauschmittel, auch als Designerdroge bezeichnet. Es gehört zur Gruppe der → Amphetamine, beeinflusst die Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn und wirkt vorwiegend stimulierend und anregend. Selbstbewusstsein, Kraft und Leistung scheinen erhöht, Appetit und Schlafbedürfnis werden reduziert. Unerwünschte Wirkungen sind u. a. Angst, Übelkeit, Kopfschmerzen, hoher Blutdruck, Temperaturanstieg und Herzrhythmusstörungen. Jugendliche sind bei Techno-Partys durch die direkten Wirkungen der Droge und zusätzlich durch mangelnde Flüssigkeitszufuhr bei erhöhtem Flüssigkeitsverlust durch Tanzen und Temperaturanstieg gefährdet; diese Konstellation kann zu Schock und akutem Nierenversagen führen.


Ecthyma

Ecthyma, Ekthyma, linsen- bis münzengroße, nur langsam heilende Hautgeschwüre, die v. a. im Bereich der Beine auftreten und durch eine Infektion mit hämolysierenden Streptokokken hervorgerufen werden. 1. Ecthyma contagiosum: eine auch als »Schafpocken« bezeichnete Viruserkrankung bei Schafen und Ziegen, die durch direkten Kontakt auch auf Menschen, wie z. B. auf den Melker oder den Tierpfleger, übertragen werden kann. Nach einer Inkubationszeit von vier bis sechs Tagen bilden sich an den Händen und den Armen rötliche, nässende Bläschen oder Pusteln, die nach ca. vier Wochen wieder abheilen. 2. Ecthyma gangraenosum: eine über den ganzen Körper verteilte Blasen- und Geschwürbildung, die meist bei Personen mit einer geschwächten Immunabwehr auftritt, oft auch in Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt.


Edelkastanie

Edelkastanie, Castanea sativa, Die Edelkastanie gehört zur Familie der Buchengewächse. Die Blätter der Kastanie enthalten Gerbstoffe und Flavonoide. In der Naturheilkunde werden Aufgüsse der getrockneten Blätter oder Fertigpräparate verwendet, um Erkrankungen der Atemorgane oder der Blutgefäße zu behandeln.


Edelsteintherapie

Edelsteintherapie, eine Behandlungsmethode der Komplementärmedizin. Es wird angenommen, dass von den verschiedenen Edelsteinarten unterschiedliche elektromagnetische Wellen ausgehen, die eine positive Wirkung auf den Menschen ausüben.


Edwards-Syndrom

Edwards-Syndrom, Trisomie 18, eine Form einer numerischen Chromosomenabweichung, bei der aufgrund eines Fehlers während der → Meiose das Chromosom 18 dreimal im Genom vorhanden ist. Diese Chromosomenabweichung, die mit einer Häufigkeit von 1:5000 auftritt, hat ein komplexes Fehlbildungssyndrom zur Folge. Dabei sind die Anomalien sehr unterschiedlich, insbesondere treten jedoch Symptome auf wie Minderwuchs, Skoliose, Rippenanomalien, Fehlentwicklungen des Brustbeins und des Beckens, Missbildungen des Kopfes (z. B. ausladender Hinterkopf, fliehendes Kinn oder fehlgestaltete Ohren), Herzfehler und Fehlbildungen innerer Organe sowie eine allgemeine Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Entwicklung. Ein typisches Zeichen für das Vorliegen einer Trisomie 18 ist eine eigenartige Haltung der Finger, wobei die Finger gebeugt und übereinander gekreuzt sind. Die Sterblichkeitsrate für Säuglinge mit einem Edwards-Syndrom beträgt 90 Prozent im ersten Lebensjahr.


EEG

EEG, Abk. für → Elektroenzephalogramm.


Efeu

Efeu, Hedera helix, eine weit verbreitete Kletterpflanze, deren Inhaltsstoffe schleimlösend wirken. Efeuextrakte werden daher bei Erkrankungen der Atemwege (Bronchitis, Keuchhusten) verwendet. Auch Beschwerden durch Rheuma und Gicht bessern sich unter Efeuextrakten.


effektiv

effektiv, wirksam, nützlich.


Effektivität

Effektivität, die Wirksamkeit oder der Nutzen einer therapeutischen Maßnahme oder eines Medikaments.


efferens

efferens, efferent, herausführend, wegführend. Ein Vas efferens bezeichnet ein wegführendes Blutgefäß, insbesondere eine jeweils vom Nierenglomerulus wegführende kleine Arterie. Ein efferenter Nerv leitet Informationen vom Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) weiter in den Körper hin zu den Muskeln oder inneren Organen.


Efferenz

Efferenz, eine wegführende Erregungsleitung, z. B. von einer Nervenzelle zu einem Zielorgan.


Efflation

Efflation, → Ruktation, Herausblasen, Luft ablassen.


Effloreszenz

Effloreszenz, Fachbegriff für eine krankhafte Hautveränderung, z. B. Blase, Quaddel, Knötchen, Pustel.


Effluvium

Effluvium, Ausfluss, Entleerung, Ausfall, z. B. Effluvium capillorum, der Haarausfall.


Effluvium capillorum

Effluvium capillorum, → Haarausfall.


Egel

Egel, Sammelbegriff für Ringelwürmer (Annelida). Dazu gehören zwei verschiedene Gruppen, die → Blutegel (Hirudinea) und die Saugwürmer (Trematodes). Die Blutegel wurden früher in der sog. Schröpftherapie eingesetzt. Dabei setzte man die Egel an verschiedenen Körperstellen an und ließ sie solange Blut saugen, bis sie abfielen. Heute werden Egel in der Naturheilkunde bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen und Entzündungskrankheiten innerer Organe eingesetzt. Die Saugwürmer werden je nach befallenem Organ als Darm-, Lungen- oder Leberegel bezeichnet.


Ehlers-Danlos-Syndrom

Ehlers-Danlos-Syndrom, eine Gruppe von erblichen Bindegewebskrankheiten mit einer abnorm elastischen Haut, überdehnbaren Gelenken oder erhöhter Blutungsneigung. Die Störung liegt in der Kollagen-Synthese.


Ei

Ei, Ovum, Eizelle, die weibliche Keimzelle. Eizellen reifen in den paarig angelegten Eierstöcken heran. Bei der geschlechtsreifen Frau kommt es einmal im Monat, etwa am 15. Tag nach Einsetzen der Monatsblutung, zu einem sog. Eisprung (→ Ovulation), bei dem eine reife Eizelle den Eierstock verlässt und vom Eileiter aufgenommen wird. Wird die Eizelle befruchtet, nistet sie sich in der Gebärmutter ein. Eine nicht befruchtete Eizelle wird im Rahmen der Menstruation ausgestoßen. Auch → Ovar.


EIA

EIA, Abk. für → Enzymimmunoassay.


Eichel

Eichel, → Glans penis.


Eichelentzündung

Eichelentzündung, → Balanitis.


Eichenrinde

Eichenrinde, Rinde des Eichenbaums, enthält Gerbstoffe, die entzündungshemmend wirken und bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute als Heilmittel verwendet werden. Die einige Minuten in Wasser gekochte Rinde wird verworfen, eine Kompresse mit dem Eichensud getränkt und auf den entzündlichen Hautbereich gelegt. Die Therapie kann auch als Teil- oder Vollbad erfolgen.


Eid des Hippokrates

Eid des Hippokrates, → Hippokratischer Eid.


Eierstock

Eierstock, → Ovar.


Eierstockentzündung

Eierstockentzündung, → Oophoritis, → Adnexitis.


Eierstockkrebs

Eierstockkrebs, → Ovarialkarzinom.


Eierstockschwangerschaft

Eierstockschwangerschaft, → Extrauteringravidität.


Eifersuchtswahn

Eifersuchtswahn, die krankhafte, ungerechtfertigte Vorstellung, vom Lebenspartner betrogen zu werden. Der Eifersuchtswahn kommt häufig als alkoholischer Eifersuchtswahn in Zusammenhang mit einer Alkoholsucht vor, aber auch bei Paranoia oder Schizophrenie.


Eifollikel

Eifollikel, → Follikel, → Ovulation.


Eigenbluttherapie

Eigenbluttherapie, Eigenblutbehandlung, eine naturheilkundliche Methode zur Behandlung von Rheuma, Erkrankungen der Atem- und Harnwege und bei allergischen Erkrankungen. Das aus einer Vene entnommene Eigenblut wird dem Patienten in die Muskulatur gespritzt. Die dadurch hervorgerufene Entzündungsreaktion soll das Immunsystem stimulieren.


Eigenbluttransfusion

Eigenbluttransfusion, → autologe Bluttransfusion.


Eigenharnbehandlung

Eigenharnbehandlung, → Eigenurintherapie.


Eigenreflex

Eigenreflex, Muskeleigenreflex, durch eine kurzzeitige Dehnung eines Muskels auftretende, kurze Kontraktion. Der Eigenreflex wird durch einen leichten Schlag mit einem Reflexhammer auf die Sehne des Muskels ausgelöst (z. B. → Patellarsehnenreflex). Bei einer Lähmung des Nervs, der den Muskel innerviert, fehlt der Muskeleigenreflex.


Eigenurintherapie

Eigenurintherapie, Eigenharnbehandlung, eine Methode der Naturheilkunde, bei der der eigene Urin als Mittel zur Vorbeugung und Therapie verschiedener Erkrankungen verwendet wird. Der frische Eigenurin kann morgens getrunken oder nach Sterilisierung und Filtrierung in einer Dosis von einigen Millilitern in den Muskel gespritzt werden. Eine Eigenurintherapie wird bei Infektanfälligkeit, Migräne und verschiedenen vegetativen Beschwerden angewendet.


Eihäute

Eihäute, Eihüllen, Eihäute bilden die Fruchtblase, die das ungeborene Kind und das Fruchtwasser enthält. Die Eihäute bestehen aus → Amnion, → Chorion und → Dezidua.


Eileiter

Eileiter, Tuba uterina, Salpinx, ein röhrenförmiges Organ zwischen Gebärmutter und beiden Eierstöcken. Die beiden Eileiter haben die Aufgabe, die nach dem Eisprung freigewordene Eizelle aus dem Eierstock aufzunehmen und in Richtung Gebärmutter zu transportieren. Eine Befruchtung des Eis findet meist im ersten Drittel des Eileiters statt. Voraussetzung für eine Befruchtung ist u. a. die Durchgängigkeit des Eileiters.


Eileiterentzündung

Eileiterentzündung, → Salpingitis.


Eileiterschwangerschaft

Eileiterschwangerschaft, → Tubargravidität, →  Extrauteringravidität (EUG).


Eileitersterilisation

Eileitersterilisation, das Herbeiführen der Sterilität, indem die Durchgängigkeit des Eileiters unterbunden wird. Zu diesem Zweck wird der Eileiter entweder mechanisch mithilfe einer Klemme oder durch eine → Tubenligatur verschlossen oder vollständig durchtrennt.


Einatmung

Einatmung, → Inspiration.


eineiig

eineiig, aus einer (befruchteten) Eizelle entstanden, also mit identischen Chromosomen ausgestattet. Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich eine befruchtete Eizelle in einem sehr frühen Entwicklungsstadium so teilt, dass sich zwei vollständige, genetisch identische Individuen entwickeln. Auch → zweieiig.


Einflussstauung

Einflussstauung, Rückstau des Blutes im venösen Kreislauf, weil das Herz das einfließende Blut nicht schnell genug in den Lungenkreislauf pumpen kann. Typisches Zeichen für eine Einflussstauung ist ein deutliches Anschwellen der Halsvenen. Die Ursache einer Einflussstauung ist häufig eine Herzinsuffizienz, es können aber auch Lymphknotenschwellungen oder Tumoren dafür verantwortlich sein.


Einflussstauung

Einflussstauung, Rückstau des Urins infolge einer Abflussbehinderung zur Blase durch Steine oder Fehlbildungen der Harnleiter.


eingewachsener Nagel

eingewachsener Nagel, → Incarnatio unguis.


Eingeweide

Eingeweide, → Viscera.


Eingeweidebruch

Eingeweidebruch, → Hernie.


Eingeweidewürmer

Eingeweidewürmer, Helminthen, ein Sammelbegriff für Würmer, die in den Eingeweiden von Menschen und Tieren leben. Die Gruppe umfasst Zestoden, → Nematoden und → Trematoden.


Eingliederungshilfe

Eingliederungshilfe, Maßnahme mit dem Ziel, durch Rehabilitation die Eingliederung einer Person in das Arbeitsleben zu erleichtern bzw. zu ermöglichen.


Eingliederungshilfe

Eingliederungshilfe, Maßnahme im Rahmen der Sozialhilfe, die eine drohende Behinderung verhüten oder einem geistig, psychisch oder körperlich Behinderten die Eingliederung in die Gesellschaft erleichtern soll. Auch → Rehabilitation.


Einklemmung

Einklemmung, → Inkarzeration.


Einkoten

Einkoten, → Enkopresis.


Einlage

Einlage, Medikament, das in einen Zahn oder in eine Zahnwurzel eingebracht wird, z.B. zur Desinfektion.


Einlage

Einlage, Schuheinlage, die eine Fehlstellung des Fußes korrigiert.


Einlauf

Einlauf, → Klistier.


Einmalgeräte

Einmalgeräte, Einweggeräte, meist aus Plastikmaterial bestehende, sterile, medizinische Instrumente und Geräte, die zum einmaligen Gebrauch bestimmt sind.


Einmonatspille

Einmonatspille, ein Medikament, das einmal im Monat zur Hemmung des Eisprungs und somit zur Empfängnisverhütung eingenommen wird. Auch → Ovulationshemmer.


Einnässen

Einnässen, → Enuresis.


Einphasenmethode

Einphasenmethode, besondere Form der Empfängnisverhütung mittels → Ovulationshemmer. Während drei Wochen wird täglich eine Tablette eingenommen, die Östrogene und Gestagene in gleich bleibender Wirkstoffkonzentration enthält. Darauf folgt eine Woche, in der täglich eine Tablette ohne Wirkstoffe oder gar keine Tablette eingenommen wird. Auch → Zweiphasenmethode.


Einrenkung

Einrenkung, Reposition, ein von Hand durchgeführtes Verfahren, um einen ausgerenkten Knochen (→ Luxation) wieder in die richtige Stellung zu bringen. Am häufigsten kommt die Schultergelenksreposition vor. Die Einrenkung des Gelenkes sollte innerhalb kurzer Zeit erfolgen, um Schäden am Gelenk zu vermeiden. Die Einrenkung ist sehr schmerzhaft und wird daher meist in Narkose durchgeführt.


Einschlafen der Glieder

Einschlafen der Glieder, Taubheitsgefühl in einem Glied, das nach längerem Druck auf einen Nerven entsteht. Ein Einschlafen der Glieder kann auch durch mangelnde Blutversorgung (z. B. beim Überkreuzen der Beine) entstehen.


Einschlafmittel

Einschlafmittel, Hypnotikum, ein das Einschlafen erleichterndes Medikament mit relativ kurzer Wirkdauer. Auch → Durchschlafmittel.


Einschlafstadium

Einschlafstadium, das erste Stadium des physiologischen Schlafs, das durch relativ niedrige, langsame EEG-Wellen verschiedener Frequenzen sowie durch langsame Augenbewegungen gekennzeichnet ist.


Einschlafstadium

Einschlafstadium, Das auch als Einleitungsstadium bezeichnete erste Stadium der Narkose.


Einschleichen

Einschleichen, eine langsame Dosissteigerung eines Medikaments, um Nebenwirkungen zu minimieren oder eine Unverträglichkeit frühzeitig zu erkennen.


Einschlusskonjunktivitis

Einschlusskonjunktivitis, Schwimmbadkonjunktivitis, eine akute, schleimig-eitrige Bindehautentzündung des Auges durch → Chlamydia trachomatis, entweder bei dem Neugeborenen einer infizierten Mutter oder durch Badegewässer. Es kommt zu einer Entzündung der Augenlidinnenseite mit Lidschwellung und Bildung von kleinen Follikeln an der Bindehaut. Im Gegensatz zum → Trachom, das in tropischen Regionen verbreitet ist und durch einen verwandten Erreger entsteht, heilt die Einschlusskonjunktivitis meist narbenlos ab. Die Therapie besteht in lokaler und systemischer Erythromycin-Anwendung. Auch → Conjunctivitis.


Einschmelzung

Einschmelzung, Absterben und Verflüssigung von festem Gewebe, z. B. bei der Bildung eines Abszesses.


Einsichtsrecht

Einsichtsrecht, dem Patienten zugesprochenes Recht, die ihn betreffenden Krankenunterlagen einzusehen. Kopien der Unterlagen müssen vom Arzt gegen Erstattung der Kosten ausgehändigt werden. Auch → Krankengeschichte, → Dokumentationspflicht.


Einspritzung

Einspritzung, → Injektion.


Einstellung

Einstellung, das Herausfinden der wirkungsvollsten Dosis und der am besten geeigneten Darreichungsform von Medikamenten, die über einen längern Zeitraum eingenommen werden müssen, wie z.B. Insulin, Digitalis usw.


Einstellung

Einstellung, Das Testen und Festsetzen einer geeigneten Diätform für eine Person.


Einstellung

Einstellung, Ein Begriff aus der Geburtshilfe, der die Lage des vorangehenden Körperteils des Kindes im Verhältnis zum Geburtskanal bezeichnet.


Eintagsfieber

Eintagsfieber, Ephemera, insbesondere im Herbst und Winter auftretende Erkältungskrankheit mit ein- bis dreitägigem Fieber. Das Eintagsfieber geht häufig mit der Reaktivierung einer Infektion einhergeht, die durch das → Herpes-Simplex-Virus verursacht ist.


Einthoven-Dreieck

Einthoven-Dreieck, ein gleichseitiges, hypothetisches Dreieck, das durch die gedachte Verbindung zwischen rechtem und linkem Arm und linkem Fuß entsteht. An diesen Punkten werden die Extremitätenableitungen bei einem Elektrokardiogramm vorgenommen. Das Einthoven-Dreieck spielt eine Rolle bei der Auswertung eines Elektrokardiogramms.


Einweggeräte

Einweggeräte, → Einmalgeräte.


Einwegspritze

Einwegspritze, eine steril verpackte Spritze, die nur einmal verwendet wird.


Einwilligung

Einwilligung, die (schriftliche) Zustimmung eines Patienten zu einer geplanten diagnostischen oder therapeutischen Maßnahme. Die Einwilligung setzt eine Information des Patienten im Sinne der → Aufklärungspflicht des Arztes voraus.


Einzeller

Einzeller, Protozoon, ein Lebewesen, das nur aus einer Zelle besteht und selbständig existieren kann. Zu den Einzellern gehören Bakterien sowie einige Algen- und Pilzarten.


Einzelmittel

Einzelmittel, Verwendung eines einzigen Arzneimittels für eine homöopathische Behandlung. Nach der Verabreichung dieses Arzneistoffes wird die Wirkung abgewartet, um zu beurteilen, wie das Medikament auf die Krankheit Einfluss nimmt. Auch → Komplexmittel.


Einziehung

Einziehung, das deutlich sichtbare Einsinken z. B. der Zwischenrippenräume bei der Einatmung. Eine derartige Einziehung gilt als Hinweis auf eine erschwerte Atemtätigkeit, die z. B. in Zusammenhang mit einer Lungenentzündung auftreten kann.


Eireifung

Eireifung, die Reifung und Entwicklung der Urkeimzellen (→ Oogonien) zu reifen Eizellen in den weiblichen Eierstöcken. Bei Geburt hat bei allen Urkeimzellen die erste Reifeteilung begonnen, die im Rahmen der Follikelreifung (ab Beginn der Pubertät bis zum Ende der Geschlechtsreife) während des Ovarialzyklus beendet wird. Auch → Oogenese.


Eisbeutel

Eisbeutel, ein Eis enthaltender Kunststoffsack, der zur Kühlung von akuten Entzündungen oder Sportverletzungen eingesetzt wird. Statt Eisbeuteln mit natürlichem Eis können auch Eispackungen verwendet werden, die eine künstliche Kühlsubstanz (Gel) enthalten. Der Eisbeutel sollte nicht direkt auf die Haut aufgelegt, sondern eingepackt in ein Tuch verwendet werden, um einen Erfrierungsschaden der Haut zu vermeiden.


Eisen

Eisen, Ferrum,
Eisen
Im Zentrum der Hämoglobinmoleküle befindet sich jeweils ein Eisenatom.
ein Element der Metallreihe, das wichtige Funktionen im menschlichen Körper hat. Eisen kommt hauptsächlich im Hämoglobin vor, dem Sauerstoffträger der roten Blutkörperchen. In physiologischer Dosis wird Eisen in verschiedenen Organen gespeichert (Leber, Milz und Knochenmark). Die Speicherform des Eisens ist das → Ferritin. Im Myoglobin und in verschiedenen Enzymen (Zytochrome, Peroxidasen, Katalasen) hat Eisen ebenfalls eine wichtige Bedeutung. Das im Blut enthaltene Eisen ist an Transferrin gebunden. Bei einem Eisenmangel kommt es zur → Anämie.


Eisenbindungskapazität

Eisenbindungskapazität, das Aufnahmevermögen von Transferrin für das im Serum vorkommende Eisen. Transferrin ist das Transportprotein für Eisen und normalerweise zu einem Drittel mit Eisen gesättigt. Die unbesetzten Stellen des Transferrins, normalerweise zwei Drittel, nennt man freie Eisenbindungskapazität. Unter totaler Eisenbindungskapazität versteht man die maximale Aufnahmekapazität des Transferrins für Serumeisen.


Eisendrahtphlebitis

Eisendrahtphlebitis, eine Entzündung der Beinvenen, die durch eine starke Verhärtung des Gefäßes gekennzeichnet ist.


Eisenkraut

Eisenkraut, Verbena officinalis, eine Pflanze der Eisenkrautgewächse, deren getrocknete Blätter und Stängel in der Phytotherapie verwendet werden. Inhaltsstoffe sind u. a. Verbenalin und Verbascosid. Eisenkraut wird innerlich zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege und bei rheumatischen Beschwerden verwendet, äußerlich können Kompressen einige Hautleiden lindern.


Eisenmangel

Eisenmangel, ein Mangel an Eisen entsteht entweder bei zu geringer Eisenaufnahme mit der Nahrung, bei mangelhafter Aufnahme aus dem Verdauungstrakt oder bei hohem Eisenverlust. Ein Eisenmangel ist meist Folge eines chronischen Blutverlustes (starke Monatsblutung bei der Frau, Magen- und Dünndarmgeschwür usw.). Auch häufiges, starkes Nasenbluten sowie übermäßiges Blutspenden können zu Eisenmangel führen. Bei Schwangeren kommt infolge des erhöhten Eisenbedarfs relativ häufig ein Eisenmangel vor. Auch → Eisenmangelanämie.


Eisenmangelanämie

Eisenmangelanämie, die häufigste Form der Blutarmut oder Anämie aufgrund eines Eisenmangels. Eisen ist notwendig für die Hämoglobinproduktion. Das Hämoglobin transportiert den Sauerstoff in den roten Blutkörperchen zum Gewebe. Ein Mangel an Hämoglobin führt zu einer so genannten hypochromen mikrozytären Anämie (im Blutausstrich unter dem Mikroskop erscheinen die roten Blutkörperchen blass und kleiner als normal). Symptome einer Anämie sind Blässe, Müdigkeit, Schwindel und Atemnot bei Anstrengung. Trockene Haut, Einrisse der Haut an den Mundwinkeln und brüchige Nägel sind Zeichen eines Eisenmangels. Die Therapie einer Eisenmangelanämie besteht in der Gabe von Eisen.


Eisenquelle

Eisenquelle, eine natürliche Heilquelle mit einem Mindestgehalt von 10 Milligramm Eisen pro Kilogramm Wasser.


Eisenspeicherkrankheit

Eisenspeicherkrankheit, → Hämochromatose.


eiserne Lunge

eiserne Lunge, früher gebrauchte Maschine zur Unterstützung einer ungenügenden Spontanatmung. Der Patient befand sich in einem Metallgehäuse, das bis zum Hals hinaufreichte und durch Druckschwankungen die Atmung unterstützte. Heute ist dieses Verfahren durch moderne Beatmungsmethoden ersetzt worden. Auch → Beatmung, künstliche.


Eispackung

Eispackung, → Eisbeutel.


Eisprung

Eisprung, → Ovulation.


Eiter

Eiter, Pus, gelbliche Flüssigkeit, die bei einer eitrigen Entzündung abgesondert wird. Der Eiter enthält neutrophile Leukozyten (weiße Blutkörperchen, die Bakterien fressen) und verflüssigte Gewebebestandteile. Eingekapselter, angesammelter Eiter muss entfernt werden, z. B. durch Aufstechen des Eiterherdes oder Ableitung im Rahmen einer Operation.


Eiterbeule

Eiterbeule, → Furunkel.


Eiterbläschen

Eiterbläschen, → Pustel.


Eitererreger

Eitererreger, Bakterien, die zusammen mit den befallenen Zellen Eiter erzeugen. Dazu gehören in erster Linie Staphylokokken und Streptokokken, seltener auch Pneumokokken, Meningokokken und Pseudomonas aeruginosa.


Eiterflechte

Eiterflechte, → Impetigo contagiosa.


Eitergrind

Eitergrind, → Impetigo contagiosa.


Eitransport

Eitransport, die Wanderung des Eis durch den Eileiter in die Gebärmutter. Dabei wird die Richtung, in die sich das Ei fortbewegt, durch die → Peristaltik des Eileiters und die Flimmerbewegungen des Eileiterepithels bestimmt.


Eiweiß

Eiweiß, → Protein.


Eiweißallergie

Eiweißallergie, eine → Nahrungsmittelallergie gegen körperfremde Eiweißstoffe, z. B. Hühnereiweiß.


Eiweißausscheidung

Eiweißausscheidung, → Proteinurie.


Eiweißbestimmung

Eiweißbestimmung, Messung der ausgeschiedenen Eiweißmenge im Urin. Eine Eiweißmenge unter 150 Milligramm pro 24 Stunden ist normal, eine höhere Eiweißausscheidung gilt als Zeichen einer gestörten Nierenfunktion. Auch → Protein, diabetische → Nephropathie.


Eiweißelektrophorese

Eiweißelektrophorese, eine → Elektrophorese von Serumproteinen.


Eiweißmangel

Eiweißmangel, → Proteinmangel.


Eizelle

Eizelle, → Ei.


Ejaculatio praecox

Ejaculatio praecox, Fachbegriff für eine vorzeitige Ejakulation, d. h. für einen verfrühten Samenerguss, eine relativ häufige sexuelle Funktionsstörung des Mannes; kann durch Techniken zur Hinauszögerung des Orgasmus behandelt werden.


Ejaculatio retardata

Ejaculatio retardata, eine sexuelle Funktionsstörung des Mannes, bei der der Samenerguss während des Geschlechtsverkehrs stark verzögert oder zu spät eintritt.


Ejakulat

Ejakulat, → Sperma.


Ejakulation

Ejakulation, Samenerguss, Ausstoßen der Samenflüssigkeit (→ Sperma) während des Orgasmus beim Mann. Die Ejakulation wird durch unwillkürliche Muskelkontraktionen im Genitalbereich ausgelöst.


Ejakulationsreflex

Ejakulationsreflex, ein Reflex, der durch Reizung der Peniseichel ausgelöst wird und zur → Ejakulation führt. Der Ejakulationsreflex wird über ein Reflexzentrum im Kreuzbeinabschnitt des Rückenmarks gesteuert und ist stark beeinflussbar durch seelische Faktoren.


Ekchondrom

Ekchondrom, Bezeichnung für eine Form von gutartigen Tumoren, die vom Knorpelgewebe ausgehen und einzeln oder gehäuft auf dem Knochen aufsitzen.


EKG

EKG, Abk. für → Elektrokardiogramm.


ekkrin

ekkrin, exokrin, Bezeichnung für die Absonderung von Drüsensekret nach außen (z. B. Schweißdrüsen) bzw. in ein anderes Organ (z. B. Bauchspeicheldrüse) abzusondern. Auch → endokrin.


Eklampsie

Eklampsie, Eclampsie, eine Erkrankung mit Krampfanfällen, die vor allem bei Erstgebärenden in der Schwangerschaft auftritt und mit unerwarteten Krampfanfällen mit oder ohne Bewusstlosigkeit sowie mit Blutdruckanstieg und Kopfschmerzen einhergeht. Mutter und Kind sind gleichermaßen durch eine Eklampsie gefährdet; die wichtigste Therapie besteht in einer raschen Beendigung der Schwangerschaft durch Kaiserschnitt. Die Vorstufe einer Eklampsie ist die Präeklampsie (→ Gestose) mit Wasseransammlung im Gewebe, Eiweißausscheidung im Urin und hohem Blutdruck.


Ekstase

Ekstase, ein rauschhafter Gemütszustand, der mit extremen Glücksgefühlen, Entrücktheit, Bewusstseinsveränderung, Störung des Ich-Bewusstseins und einem Verlust der Selbstkontrolle einhergeht. Eine Ekstase wird entweder durch psychische Störungen wie z. B. eine Psychose oder eine Manie ausgelöst oder durch den Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen, wie z. B. LSD.


Ektasie

Ektasie, eine Innenraumerweiterung eines Hohlorgans. Ektasien kommen beispielsweise bei Bronchien (→ Bronchiektasien), Venen (→ Varizen) oder bei Arterien (→ Aneurysma) vor.


Ekthyma

Ekthyma, → Ecthyma.


ekto...

ekto..., ein Wortteil mit der Bedeutung nach außen, außerhalb, außen.


Ektoderm

Ektoderm, das äußere der drei → Keimblätter des Embryos, aus dem sich die Haut und Hautanhangsorgane sowie das Zentralnervensystem und Teile der Sinnesorgane entwickeln.


Ektomie

Ektomie, Herausschneiden einer Gewebestruktur oder eines Organs. Der Begriff Ektomie wird meist in Kombination verwendet (z. B. Appendektomie: Entfernung des Wurmfortsatzes).


Ektoparasit

Ektoparasit, ein auf der Oberfläche des Körpers lebender Parasit (z. B. Läuse). Gegenstück dazu ist → Endoparasit.


Ektopie

Ektopie, eine sich außerhalb der normalen anatomischen Lage befindende Struktur, z. B. ist eine Nierenektopie eine angeborene Verlagerung der Niere innerhalb des Bauchraums. Unter Linsenektopie versteht man eine angeborene oder nach einem Trauma auftretende Verlagerung der Augenlinse (die Linse ist dann z. B. in die Vorderkammer des Auges luxiert).


ektopisch

ektopisch, sich außerhalb der normalen anatomischen Lage befindend. Auch → Ektopie.


Ektotoxin

Ektotoxin, → Exotoxin.


Ektrodaktylie

Ektrodaktylie, eine angeborene Fehlbildung des Hand- oder Fußskeletts, die sich in einer Verstümmelung oder im Fehlen von Fingern oder Zehen äußert.


Ektropionierung

Ektropionierung, das vom Arzt durchgeführte Umstülpen des oberen oder unteren Augenlids, um einen Fremdkörper aus dem Auge zu entfernen oder um die Lidbindehaut zu untersuchen.


Ektropium

Ektropium, Ausstülpung der Bindehaut des Augenlides nach außen, wodurch beim geöffneten Auge ein Luftspalt zwischen Lid und Bindehaut frei wird. Ursachen eines Ektropium sind u.a. eine Lähmung des Nervus facialis, der den Augenschlussmuskel innerviert, eine Vernarbung des Lidrandes nach Verletzung oder eine Bindegewebsschwäche im Alter.


Ektropium

Ektropium, Eine Ektropie der Zervix bedeutet eine Verlagerung von Schleimhaut aus dem Gebärmutterhals zum Muttermund.


Ekzem

Ekzem, entzündliche, nicht infektiöse Hautkrankheit, die akut oder chronisch vorkommt. Ein Ekzem kann als Reaktion auf äußere Einflüsse entstehen (sog. → Kontaktekzem), z. B. als allergische Reaktion auf nickelhaltigen Schmuck. Ein endogenes Ekzem. kommt "von innen", also anlagebedingt (z. B. atopisches Ekzem oder → Neurodermitis). Beim akuten Ekzem ist die Haut gerötet und hat oft Bläschen, beim chronischen Ekzem kommt es zu Schuppenbildung und Hautverdickung.


Ekzem, atopisches

Ekzem, atopisches, → Neurodermitis.


Ekzem, seborrhoisches

Ekzem, seborrhoisches, eine Hauterkrankung, die in talgdrüsenreichen und somit eher fettigen Hautbereichen vorkommt (Gesicht, speziell Wangen und Stirn, behaarte Kopfhaut, vordere und hintere Schweißrinne, Genitalbereich). Als Ursache wird eine gesteigerte Aktivität der Talgdrüsen angenommen. Symptome eines seborrhoischen Ekzems sind gerötete, symmetrische, scharf begrenzte Hautareale mit fettigem Glanz und Schuppenbildung.


Elastin

Elastin, ein Protein des elastischen Bindegewebes, das für hohe Elastizität z. B. der Arterien sorgt.


elastische Fasern

elastische Fasern, aus → Elastin und Kohlenhydraten bestehende Fasern, die Bestandteile des Bindegewebes sind. Elastische Fasern bilden dehnbare Netze und Membranen und kommen, meist zusammen mit kollagenen Fasern, z. B. in den Stimmbändern, in elastischen Knorpeln oder in den herznahen Arterien vor.


Elastodystrophie

Elastodystrophie, die im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse stattfindende Abnahme elastischer Fasern in den Blutgefäßen, insbesondere in der Aorta. In der Folge kommt es zu einer Erweiterung der Gefäßlichtung.


Elastomere

Elastomere, natürlich vorkommende oder synthetisch hergestellte Stoffe, wie z. B. Kautschuk oder Silikon. Diese Stoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei Raumtemperatur mindestens bis auf das Doppelte ihrer Länge gestreckt werden können, ohne dadurch ihre Elastizität zu verlieren.


Eldridge-Syndrom

Eldridge-Syndrom, eine auch als Eldridge-Berlin-Money-McKusick bezeichnete Erbkrankheit, die autosomal-rezessiv vererbt wird. Typische, im Rahmen der Erkrankung auftretende Schädigungen sind eine beidseitige Innenohrschwerhörigkeit, Kurzsichtigkeit, eine verlangsamte Sprachentwicklung sowie leichte autistische Verhaltensstörungen.


elektiv

elektiv, auswählend, herausnehmend. Eine Elektivoperation z. B. ist eine Operation, deren Zeitpunkt gewählt werden kann und die nicht notfallmäßig durchgeführt werden muss.


Elektra-Komplex

Elektra-Komplex, ein Begriff aus der Psychologie, der sog. weibliche → Ödipus-Komplex. Kennzeichnend für den Elektra-Komplex ist die übermäßig starke Bindung der Tochter an den Vater bei gleichzeitiger Feindseligkeit der Mutter gegenüber. Der Name stammt aus der griechischen Mythologie: Elektra, die Tochter des Königs Agamemnon, plant den Mord an ihrer Mutter, um den getöteten Vater zu rächen.


Elektroakupunktur

Elektroakupunktur, eine Sonderform der klassischen Akupunktur, bei der Akupunkte über die eingestochenen Nadeln zusätzlich mit niederfrequentem Wechselstrom gereizt werden.


Elektroakupunktur

Elektroakupunktur, Elektroakupunktur nach Voll (Abk. EAV): eine eigene Form der Akupunktur, die keinen direkten Bezug zu der Akupunktur der chinesischen Medizin hat. Diese von Voll entwickelte Methode misst in neu definierten Körperpunkten die elektrische Leitfähigkeit des Gewebes. Das Verfahren soll bei der Diagnostik von Entzündungsherden hilfreich sein.


Elektroatriogramm

Elektroatriogramm, ein Abschnitt des → Elektrokardiogramms, der die elektrische Erregungsausbreitung in den Vorhöfen des Herzens wiedergibt.


Elektrochirurgie

Elektrochirurgie, zusammenfassende Bezeichnung für chirurgische Eingriffe, bei denen Hochfrequenzstrom verwendet wird, wie z. B. → Elektrokoagulation, Elektrotomie oder Galvanokaustik. Die Vorteile der Elektrochirurgie bestehen in einer Verminderung von Blutungen, einer Reduzierung der Verschleppung von Tumorzellen sowie in einer gesteigerten Keimfreiheit.


Elektrodefibrillation

Elektrodefibrillation, → Defibrillation.


elektrodermale Phänomene

elektrodermale Phänomene, im Bereich der Haut auftretende elektrische Prozesse, wie beispielsweise die elektrische Hautleitfähigkeit, der elektrische Hautwiderstand und das elektrische Hautpotenzial.


Elektrodiagnostik

Elektrodiagnostik, ein Sammelbegriff für verschiedene diagnostische Verfahren, die körpereigene elektrische Potenziale registrieren. Dazu gehören vor allem die → Elektromyografie und die → Elektroneurografie.


Elektroenzephalogramm

Elektroenzephalogramm, EEG, ein diagnostisches Verfahren, mit dem Potenzialschwankungen im Gehirn gemessen werden. Über Elektroden auf der Kopfhaut werden die Aktionsströme erfasst, verstärkt und kontinuierlich aufgezeichnet. Das Elektroenzephalogramm wird in der Diagnostik verschiedener Hirnerkrankungen eingesetzt, hauptsächlich bei Epilepsien, die mit charakteristischen Veränderungen einhergehen. Das EEG wird außerdem zur Feststellung des Todes eingesetzt, auch, um vor Organtransplantationen den Hirntod anhand der Nulllinie (keine Potenzialschwankungen mehr nachweisbar) zu belegen.


Elektrogalvanismus

Elektrogalvanismus, das Entstehen von elektrischen Strömen im Mund, und zwar zwischen Zahnfüllungen aus verschiedenen Materialien. Als Folge dieser elektrischen Ströme können sich an der Mund- und der Zungenschleimhaut oberflächliche, rezidivierende (wiederkehrende) Erosionen bilden.


Elektrohauttest

Elektrohauttest, ein komplementärmedizinischer, diagnostischer Test, mit dem die Reaktion der Haut auf einen elektrischen Reiz gemessen wird. Hautareale, auf die sich erkrankte Organe projizieren, sollen auf diesen Reiz anders reagieren als Hautareale, die gesunde Organe repräsentieren.


Elektrokardiogramm

Elektrokardiogramm, Elektrokardiografie, EKG,
PQ-Zeit
Eine Norm-Abweichung der PQ-Zeit wird in der EKG-Kurve als Verkürzung oder Verlängerung der PQ-Strecke sichtbar.
die Ableitung der elektrischen Aktivität des Herzmuskels und Aufzeichnung als Kurve über Elektroden für drei verschiedene Aufzeichnungen: Ableitung nach Einthoven (bipolare Extremitätenableitung), nach Goldberger (unipolare Extremitätenableitung) und Brustwandableitungen (V1-V6). Die Elektroden registrieren die bei der Erregung des Herzmuskels entstehenden Potenzialschwankungen und zeichnen die Summe der elektrischen Aktivität auf. Die Aufzeichnungen erlauben eine Beurteilung von Herzrhythmus, Herzfrequenz, elektrischem Lagetyp des Herzens, Art der Erregungsausbreitung, Störungen der Erregungsbildung, -ausbreitung und -rückbildung sowie ischämische Schädigungen des Herzmuskels. Das Elektrokardiogramm ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Diagnostik einer koronaren → Herzkrankheit. Auch → Belastungseelektrokardiogramm.


Elektrokauterisation

Elektrokauterisation, → Elektrokoagulation.


Elektrokoagulation

Elektrokoagulation, Elektrokauterisierung, ein in der Chirurgie angewendetes Verfahren zur Zerstörung von Gewebe mittels Strom. Die Elektrokoagulation erlaubt z. B. eine sofortige Blutstillung kleinerer Gefäße während einer Operation. Auch manche Tumoren können koaguliert oder Anteile der Hypophyse durch sog. Tiefenkoagulation aus therapeutischen Gründen zerstört werden. Bei verschiedenen endoskopischen Eingriffen ist die Elektrokoagulation eine Alternative zum Abtragen vorstehender gutartiger Gewebeteile.


Elektrokochleografie

Elektrokochleografie, ein elektronisches Untersuchungsverfahren, mit dessen Hilfe die Funktionsfähigkeit des Innenohrs und der Haarzellen in der Cochlea (Schnecke) beurteilt werden können.


Elektrokonversion

Elektrokonversion, → Kardioversion.


Elektrokortikografie

Elektrokortikografie, eine während der Operation stattfindende Ableitung von Hirnströmen von der freigelegten Oberfläche des Gehirns. Mithilfe der Elektrokortikografie kann eine Störung in der Hirnrinde während eines neurochirurgischen Eingriffs genau lokalisiert werden.


Elektrokrampftherapie

Elektrokrampftherapie, Elektroschocktherapie, in der Psychiatrie verwendete Behandlungsmethode, die heute nur noch sehr selten eingesetzt wird. Durch einen mittels Stromschlägen künstlich erzeugten zerebralen Krampfanfall sollen psychiatrische Krankheiten gebessert oder geheilt werden.


Elektrolarynx

Elektrolarynx, ein künstlicher elektronischer Kehlkopf, der über einen Luftröhrenschnitt oder über den Mund eingesetzt wird und die Erzeugung einer künstlichen Stimme ermöglicht.


Elektrolyse

Elektrolyse, eine in der Chemie durchgeführte Trennung von gelösten Substanzen in positive und negative Ionen. Zu diesem Zweck wird eine Gleichspannung an die Lösung angelegt, die die elektrisch positiv geladenen Teilchen (Kationen) zum Minuspol (Kathode) und die negativ geladenen Teilchen (Anionen) zum Pluspol (Anode) wandern lässt. In der Dermatologie versteht man unter Elektrolyse ein therapeutisches Verfahren, wobei mittels einer eingestochenen Nadelelektrode Haare oder kleine Warzen entfernt werden.


Elektrolyt

Elektrolyt, chemische Verbindung, die bei Zugabe zu wässriger Lösung in geladene Teilchen (→ Ionen) zerfällt. Elektrolyte übernehmen im menschlichen Organismus wichtige Funktionen; sie sorgen für ein ausgeglichenes inneres Flüssigkeitsverhältnis durch die Regulation von Flüssigkeitsaufnahme und -ausscheidung. Die wichtigsten Elektrolyte im Blut sind Natrium, Kalium, Kalzium, Chlorid und Bikarbonat.


Elektrolythaushalt

Elektrolythaushalt, Salzhaushalt, Mineralstoffwechsel, die Konzentration und Verteilung der Elektrolyte im menschlichen Körper. Der Elektrolythaushalt wird durch Aufnahme, Ausscheidung und Verteilung im Körperinnern reguliert und ist eng mit dem → Wasserhaushalt verknüpft. Der Elektrolythaushalt sorgt für ein ausgeglichenes Milieu hinsichtlich Flüssigkeitsmenge und Teilchenkonzentration (Osmolarität) in Blut und Geweben. Da im Blutserum die Summe der Kationen gleich groß wie die der Anionen ist, liegt Elektroneutralität vor. Eine Änderung der Säurekonzentration im Blut führt zu einer Elektrolytverschiebung, die in einem bestimmten Ausmaß den normalen pH-Wert des Blutes wiederherstellen kann. Störungen des Elektrolythaushalts entstehen bei schweren Durchfällen, Flüssigkeitsverlusten (auch unter Diuretikatherapie), großen Punktatmengen und bei endokrinologischen Krankheiten.


Elektrolyttherapie

Elektrolyttherapie, eine Therapie zur Korrektur eines Flüssigkeits- oder Elektrolytmangels im Körper. Die Elektrolyttherapie kann oral oder parenteral durch eine Infusion erfolgen. Häufig wird eine sog. Ringerlösung als Infusion verwendet, um einen akuten Flüssigkeitsverlust zu korrigieren. Diese Lösung kommt der Zusammensetzung des Blutplasmas sehr nahe.


Elektromedizin

Elektromedizin, ein Bereich der Medizin, der sich mit den diagnostischen und therapeutischen Einsatzmöglichkeiten der Elektrizität beschäftigt.


Elektromyografie

Elektromyografie, EMG, Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Muskelpotenziale. Dabei werden sowohl spontan auftretende wie auch provozierte Kontraktionen registriert. Die Elektromyografie dient der Diagnostik von Muskel- und Nervenerkrankungen.


Elektron

Elektron,
Atom
Mit dem 1911 vorgestellten Atommodell zeigte Ernest Rutherford das Atom als Einheit eines Kerns mit den um ihn kreisenden Elektronen.
ein stabiles, negativ geladenes Teilchen in der Elektronenhülle eines Atoms. Elektronen werden in der Medizin einerseits diagnostisch genutzt (Röntgen, Computertomografie), andererseits für die Bestrahlungstherapie (Beta-Strahler) verwendet.


Elektronenmikroskop

Elektronenmikroskop, ein hochauflösendes Mikroskop, das Elektronen in das zu untersuchende Gewebe aussendet und die zurückkommenden Signale in ein Bild umrechnet. Das so erreichte Auflösungsvermögen liegt bei ca. 0,1 Manometer.


Elektronensterilisation

Elektronensterilisation, eine insbesondere in der pharmazeutischen Produktion und der Lebensmittelindustrie angewendete Form der Sterilisation unter Verwendung von Betastrahlen.


Elektroneurografie

Elektroneurografie, Untersuchungsmethode, mit der sich über Elektroden die motorische und sensible Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) messen lässt, das heißt die Geschwindigkeit, mit der elektrische Signale im Nerven weitergeleitet werden. Um z. B. die motorische NLG zu bestimmen, reizt man einen peripheren Nerven elektrisch an einer von dem zugehörigen Muskel entfernten und einer nahen Stelle und leitet das sog. Antwortpotenzial des Muskels ab, also die entsprechende Muskelkontraktion. Die NLG ist abhängig davon, wie weit die beiden Reizpunkte auseinander liegen und wie unterschiedlich die sog. Latenzzeit ist, also die Zeit, die zwischen Reiz und Antwort vergeht. Die Elektroneurografie ist wichtig, um Schäden an peripheren Nerven - etwa bei einer Polyneuropathie - frühzeitig zu erkennen und den Verlauf zu verzögern.


Elektrophorese

Elektrophorese, ein Verfahren zur Trennung und Analyse von Substanzgemischen, z. B. von Proteinen. Das Gemisch wird in ein elektrisches Feld eingebracht; die einzelnen Substanzfraktionen verteilen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Ladungseigenschaften in charakteristischer Weise. Eine abnorme Verteilung der Eiweißanteile im Blut ist z. B. ein Hinweis auf eine Paraproteinämie.


Elektrophysiologie

Elektrophysiologie, die Lehre von der Entstehung und dem Ablauf der im Körper stattfindenden Erregungsvorgänge, wie z. B. der Weiterleitung von elektrischer Erregung in den Nerven.


Elektroprothese

Elektroprothese, eine Prothese, die mithilfe einer Batterie betrieben wird und vor allem bei Amputationen des Unterarms zum Einsatz kommt.


Elektroresektion

Elektroresektion, die Entfernung von Gewebe mittels Hochfrequenzstrom. Das Verfahren wird vor allem bei der transurethralen Prostataresektion angewendet.


Elektroschock

Elektroschock, → Elektrokrampftherapie.


Elektroschock

Elektroschock, Stromstoß zur → Defibrillation oder → Kardioversion.


Elektroschock

Elektroschock, Schockzustand nach einem Unfall mit elektrischem Strom.


Elektrosmog

Elektrosmog, eine Bezeichnung für alle elektromagnetischen Felder, die in einem Raum auftreten. Derartige elektromagnetische Felder werden durch jegliche Art von elektrischen Geräten erzeugt, ihre Einwirkung auf andere elektrische Ladungen, wie z. B. in Körperzellen, ist wahrscheinlich.


Elektrostimulation

Elektrostimulation, eine Anregung eines Organs oder Gewebes mit elektrischen Impulsen. Bei der Elektrostimulation des Herzens z. B. übernimmt ein Herzschrittmacher die elektrische Stimulation des Reizleitungssystems.


Elektrotherapie

Elektrotherapie, → Kardioversion.


Elektrotherapie

Elektrotherapie, Elektrostimulationsanalgesie; die Herabsetzung der Schmerzempfindung durch elektrische Stimulierung von Nerven wird therapeutisch genutzt.


Elektrotherapie

Elektrotherapie, → Elektroschock.


Elektrounfall

Elektrounfall, ein Unfall, bei dem ein Mensch durch das Anfassen eines defekten elektrischen Geräts versehentlich den Stromkreis zwischen dem Gerät und der Erde schließt. Der Durchfluss des Stroms durch den menschlichen Körper verursacht in Abhängigkeit von der Stromspannung und -stärke, dem Hautwiderstand und der Dauer der Stromeinwirkung unterschiedliche Schädigungen, wie z. B. örtliche Verbrennungen, Bewusstlosigkeit, Herz-, Kreislauf- oder Atemstillstand und Tod. Der Tod des Unfallopfers wird in der Regel durch Kammerflimmern des Herzens verursacht.


Element

Element, Grundstoff, ein durch chemische Methoden nicht weiter zerlegbares Materieteilchen (nur durch kernphysikalische Technik lässt sich ein Element in ein anderes umwandeln). Die über 100 bekannten, verschiedenen Elemente sind durch die Zahl der Protonen des Atomkerns charakterisiert. Auch → Periodensystem.


Elementarteilchen

Elementarteilchen, ein Sammelbegriff für nicht weiter teilbare Bausteine einer Materie. Darunter werden meist Protonen, Neutronen und Elektronen verstanden. Es gibt aber auch andere, kurzlebige Elementarteilchen. Einige werden in der Medizin für bildgebende Verfahren oder für die Strahlentherapie verwendet.


Elementtherapie

Elementtherapie, naturheilkundliche Methode, die eines der klassischen Elemente (Luft, Wasser, Erde und Licht) als Therapieprinzip nutzt (z. B. Hydrotherapie).


Elephantiasis

Elephantiasis, eine groteske Formen annehmende Anschwellung eines Körperteils, meist der Beine. Ursache ist eine chronische Lymphstauung, die zur Einlagerung von Wasser und später zur Vermehrung des Bindegewebes führt. Es gibt eine angeborene und eine erworbene Form der Elephantiasis; erworben wird sie z. B. durch mehrfache Venenentzündungen, bei → Filariose (Wurmbefall des Lymphsystems, Elephantiasis tropica) oder durch Bestrahlung von Lymphgefäßen.


Elevation

Elevation, das Anheben z. B. eines Arms über die Horizontalebene des Schultergelenks oder die nach oben gerichtete Bewegung des Augapfels.


Elimination

Elimination, Ausscheidung, Absonderung, Prozess der Beseitigung und Ausscheidung, z. B. die Verstoffwechselung und Ausscheidung eines eingenommenen Arzneimittels.


Eliminationsdiät

Eliminationsdiät, eine Diätform, bei der alle Nahrungsmittel, die eine Allergie verursachen, bis zur Besserung der Symptomatik weggelassen werden. Eine Eliminationsdiät sollte nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden.


ELISA

ELISA, Abk. für enzyme-linked immuno sorbent essay. → Enzymimmunoassay.


Elixier

Elixier, ein aus Pflanzen gewonnener Extrakt in einer alkoholischen Lösung. Oft wird auch eine Mixtur aus verschiedenen Substanzen als Elixier bezeichnet.


Elle

Elle, → Ulna.


Ellenbogen

Ellenbogen, Cubitus, Übergang vom Oberarm zum Unterarm einschließlich dem Ellenbogengelenk. Beim Ellenbogen valgus ist der Unterarm gegenüber dem Oberarm verstärkt in Richtung des Daumens geneigt, beim Ellenbogen varus verstärkt in Richtung des kleinen Fingers. Ursache sind angeborene Fehlstellungen oder Verletzungen; bei Frauen findet sich normalerweise ein leicht ausgeprägter Ellenbogen valgus.


Ellenbogenfraktur

Ellenbogenfraktur, ein Knochenbruch im Ellenbogengelenk mit Abbruch oder Abriss gelenknaher Knochenstrukturen.


Ellenbogenluxation

Ellenbogenluxation, Ellenbogenverrenkung, eine durch Sturz auf den gestreckten Arm entstehende Verrenkung im Ellenbogengelenk. Häufig kommt es dabei zu Schädigungen der Seitenbänder oder zu zusätzlichen Frakturen. Symptome sind Fehlstellung des Unterarms, Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit.


Elongation

Elongation, eine Bezeichnung für die krankhafte Verlängerung eines Organs. So bedeutet z. B. Elongatio colli die abnorme Verlängerung des Gebärmutterhalses. Diese Verlängerung tritt häufig bei körperlich überlasteten und in schneller Folge gebärenden Frauen auf und wird durch eine Massenzunahme und eine Abwärtsverlagerung der Gebärmutter verursacht.


Elternzeit

Elternzeit, bis Ende 2000 Erziehungsurlaub; ein gesetzlich geregelter Sonderurlaub, den Arbeitnehmer in Anspruch nehmen können, die ein Kind betreuen oder erziehen. Die Elternzeit wird bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes gewährt. Während dieser Zeit genießt der Arbeitnehmer Kündigungsschutz (bis vier Monate nach Wiederaufnahme der Arbeit).


EM

EM, Abk. für → Elektronenmikroskop.


Embolektomie

Embolektomie,
Embolektomie
Bei der Embolektomie wird der Embolus mithilfe eines speziellen Ballonkatheters vorsichtig aus dem Gefäß entfernt.
eine operative Entfernung eines arteriellen Embolus. Dieser gefäßchirurgische Eingriff erfolgt entweder offen durch Spaltung der Arterienwand oder durch Entfernung des Embolus mit einem Spezialinstrument (Katheter usw.).


Embolie

Embolie,
Embolektomie
Bei der Embolektomie wird der Embolus mithilfe eines speziellen Ballonkatheters vorsichtig aus dem Gefäß entfernt.
akuter Verschluss einer Arterie durch ein Blutgerinnsel (→ Embolus). Je nach Lokalisation unterscheidet man Embolien der Extremitäten, Lungenembolien oder Hirnembolien. Meist ist eine durch den Blutkreislauf verschleppte, tiefe Beinvenenthrombose die Ursache einer arteriellen Embolie, die mit Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigung des Gebietes oder Organs einhergeht, das von der verstopften Arterie versorgt wird. Auch → Thrombose.


Embolieprophylaxe

Embolieprophylaxe, vorsorgliche Heparininjektionen zur Verhinderung einer Thrombose oder Embolie. Die Embolieprophylaxe wird vor allem bei Patienten nach Operationen oder einer Geburt, bei längerer Bettlägerigkeit und bei Venenleiden durchgeführt, um embolische Komplikationen zu verhindern. Zur Embolieprophylaxe gehören darüber hinaus physikalische Methoden wie das Tragen von Kompressionsstrümpfen und Mobilisierung. Auch → Embolie.


Embolisation

Embolisation, der künstliche, mithilfe eines Gefäßkatheters herbeigeführte Verschluss von Arterien durch das Einbringen von Gewebeklebern und Kunststoffkügelchen oder -spiralen. Die therapeutische Embolisation wird zur Stillung von lebensbedrohenden Blutungen, z. B. aus Nieren- oder Blasengefäßen, eingesetzt oder in der Behandlung von inoperativen Leber- oder Nierenzelltumoren.


Embolus

Embolus, in der Regel ein wanderndes Blutgerinnsel aus zusammengelagerten Blutplättchen, das ein Blutgefäß verstopft. Selten besteht ein Embolus aus Luftblasen, Fettzellen, Fruchtwasser oder Tumormaterial.


Embryo

Embryo, das ungeborene Kind bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats. Auch → Fetus.


Embryofetopathia diabetica

Embryofetopathia diabetica, eine Entwicklungsstörung des Embryos, die durch einen schlecht eingestellten Diabetes der Mutter während der Schwangerschaft verursacht wird. Folge davon ist eine deutlich höhere Häufigkeit von Fehl- oder Totgeburten sowie eine höhere Sterblichkeit der Neugeborenen. Bei ca. zehn Prozent der überlebenden Neugeborenen werden Fehlbildungen insbesondere des Herzens, aber auch der Leber und der Nieren beobachtet. Darüber hinaus ist auch bei gesunden Neugeborenen der Stoffwechsel wesentlich labiler und bedarf während der ersten Lebenstage einer genauen Überwachung.


Embryogenese

Embryogenese, derjenige Entwicklungszeitraum des ungeborenen Kindes, der von der Bildung eines dreiblättrigen Keimblatts bis zum Ende der Entwicklung der Organanlagen reicht.


Embryologie

Embryologie, die Lehre von der Entwicklung des Embryos im Mutterleib.


embryonal

embryonal, zum Embryo gehörend.


Embryonalentwicklung

Embryonalentwicklung, → Embryogenese.


Embryonenschutzgesetz

Embryonenschutzgesetz, Abk. ESchG, Gesetz zum Schutz von Embryonen vom 13.12.1990, das die → In-vitro-Fertilisation und den Umgang und die Forschung mit den dabei erzeugten Embryonen regelt. Als Embryo ist in diesem Gesetz jede befruchtete, menschliche Eizelle sowie jede von einem Embryo entnommene Zelle definiert, die sich zu einem Embryo weiterentwickeln könnte. Nach dem Embryonenschutzgesetz darf nur ein Arzt eine künstliche Befruchtung durchführen und/oder eine bis höchstens drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter einer Frau übertragen, und zwar nur mit deren Einwilligung. Diese Maßnahmen darf er weiterhin nur vornehmen, um bei einer Frau eine Schwangerschaft unter Verwendung ihrer eigenen Eizelle herbeizuführen. Bei Zuwiderhandlung macht sich nur der Arzt, nicht jedoch die Frau strafbar, von der die Eizelle stammt. Verboten sind weiterhin Leihmutterschaft, künstliche Befruchtung von Eizellen zu Forschungszwecken, missbräuchliche Verwendung von Embryonen, künstliche Befruchtung mit einem nach dem gewünschten Geschlecht ausgesuchten Spermium, sofern die Auswahl nicht der Vermeidung einer geschlechtsgebundenen, schweren Erbkrankheit dient und die Einpflanzung von mehr als drei befruchteten Eizellen. Strafbar macht sich zudem, wer menschliche Keimbahnzellen zur Befruchtung absichtlich künstlich - etwa mittels Gentechnik - verändert oder menschliche Klone oder Hybride aus Mensch und Tier züchtet.


Embryopathie

Embryopathie, eine Krankheit oder Entwicklungsstörung, die beim ungeborenen Kind während der → Embryogenese auftritt. Dazu gehören Schädigungen des Embryos durch Infektionen (z. B. Röteln, Toxoplasmose), Stoffwechselerkrankungen, Genussmittel (Alkohol, Nikotin, Drogen), ionisierende Strahlen und Medikamente.


embryotoxisch

embryotoxisch, den Embryo schädigend. Eine schädliche bis tödliche Wirkung haben u. a. chemische Substanzen (das heute verbotene Thalidomid, Zytostatika), ionisierende Strahlung und Infektionen. Auch → Embryopathie.


Embryotransfer

Embryotransfer, eine Übertragung einer außerhalb der Gebärmutter befruchteten Eizelle in die Gebärmutter (→ In-vitro-Fertilisation).


Emesis

Emesis, Vomitus, Erbrechen, reflektorisch gesteuertes Auswerfen von Mageninhalt durch den Mund.


Emesis gravidarum

Emesis gravidarum, Schwangerschaftserbrechen, häufig in der frühen Schwangerschaft. Die Schwangere leidet unter Übelkeit und morgendlichem Nüchternerbrechen, meist zwischen der zweiten und der zwölften Schwangerschaftswoche. In der Regel hört das Erbrechen um die zwölfte bis 16. Schwangerschaftswoche von allein auf, besteht jedoch in seltenen Fällen während der gesamten Schwangerschaft fort und ist dann mit der Gefahr einer Mangelernährung für Mutter und Kind verbunden. Das Erbrechen resultiert vermutlich aus einer Anpassungsstörung des Organismus an die schwangerschaftsbedingten Veränderungen. Auch → Hyperemesis gravidarum.


Emetikum

Emetikum, Brechmittel, Wirkstoff, der zu Erbrechen führt. Alle Emetika wirken direkt oder indirekt über eine Beeinflussung des Brechzentrums, das sich im Hirnstamm befindet.


EMG

EMG, Abk. für → Elektromyografie.


Emission

Emission, Aussendung, Abgabe, z. B. von Strahlung, Materie, Wärme, Lärm.


Emissionscomputertomografie

Emissionscomputertomografie, Schichtszintigrafie, → Computertomografie.


Emmenagogum

Emmenagogum, eine Substanz, die zur Regulierung des weiblichen Zyklus und der Menstruation angewendet wird. In der Naturheilkunde werden zu diesem Zweck u. a. Nelken, Rosmarin, Safran oder Senf eingesetzt. Bei manchen Emmenagoga besteht bei höherer Dosierung die Gefahr, dass sie bei Vorliegen einer Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt führen können (abortive Wirkung).


Emmet-Riss

Emmet-Riss, ein Riss des Gebärmutterhalses. Ein Emmet-Riss entsteht durch eine Überdehnung des Gebärmutterhalses während der Geburt. Später kann es durch Narbenbildung zu Menstruationsstörungen und einer erschwerten Empfängnisfähigkeit kommen.


Emmetropie

Emmetropie, Normalsichtigkeit, Achsenlänge und Brechkraft des Auges stehen in einem normalen Verhältnis zueinander, die Sehschärfe ist gut. Die parallel ins Auge gelangenden Lichtstrahlen werden in einem Brennpunkt auf der Netzhaut gebündelt.


Emodine

Emodine, Abkömmlinge der Hydroxymethylanthrachinone, die Bestandteile von vielen pflanzlichen Abführmitteln sind, wie z. B. Senna, Frangula, Aloe, Rheum usw.


Emollientia

Emollientia, ein zusammenfassender Begriff für Mittel, die die Haut weich und geschmeidig machen, wie z. B. Seife, Fette oder Glyzerin. Emollientia werden bei Entzündungen, Hautausschlägen und zur Körperpflege angewendet. Auch warme Umschläge und spezielle Massagetechniken können als Emollientia bezeichnet werden.


Emotion

Emotion, Gefühl, Gemütsbewegung, positive Emotion (z. B. Freude), negative Emotion (z. B. Angst).


emotionale Intelligenz

emotionale Intelligenz, Einfühlungsvermögen, emotionales Reaktionsvermögen, Fähigkeit eines Menschen, mit seinen Gefühlen so umzugehen, dass sie sich positiv auf das Leben, die Beziehungen, die Arbeit, den Umgang mit Menschen usw. auswirken.


emotional

emotional, emotionell, gefühlsbetont, Gemütsbewegungen betreffend.


Emotionsstupor

Emotionsstupor, auch als Affektschock bezeichnete übermäßige Reaktion auf plötzliche, heftige seelische Erschütterungen wie z. B. Unfälle oder andere lebensbedrohende Katastrophen. Ein Emotionsstupor äußert sich in einem, meist vorübergehenden, Zustand psychischer Erstarrung, der z. T. auch mit dem Versagen der motorischen Fähigkeiten einhergeht. Als Spätschäden kann es zu Neurosen oder psychotischen Episoden kommen.


Empathie

Empathie, Fähigkeit, sich in die Lage einer fremden Person einzufühlen. Die Empathie des Arztes ist ein wichtiger Bestandteil eines guten Arzt-Patienten-Verhältnisses und Voraussetzung für die Arbeit als Psychoanalytiker.


Empfängnis

Empfängnis, → Konzeption.


Empfängnisregelung

Empfängnisregelung, Gebiet, das die Verordnung von Mitteln zur Schwangerschaftsverhütung, die Durchführung einer → Sterilisation sowie eines → Schwangerschaftsabbruchs betrifft und die entsprechende ärztliche Beratung umfasst. Bei diesen Leistungen, auf die gesetzlich Versicherte prinzipiell Anspruch haben, sind im Einzelfall besondere gesetzliche Vorschriften zu berücksichtigen. Auch → Kontrazeption.


Empfängnisverhütung

Empfängnisverhütung, → Kontrazeption.


Empfindung

Empfindung, die subjektive Wahrnehmung eines Reizes, der auf ein Sinnesorgan einwirkt.


Emphysem

Emphysem,
Lungenemphysem
Ein Emphysem zerstört die Wände zwischen den einzelnen Alveolen, so dass sie schließlich platzen. Dadurch verkleinert sich die Oberfläche der Lunge. Da dem Blut nun eine kleinere Fläche zur Kohlendioxidabgabe und Sauerstoffaufnahme zur Verfügung steht, ist der Gasaustausch nicht mehr so effektiv.
eine übermäßige Ansammlung von Luft in Körperorganen oder -geweben. Im medizinischen Alltag wird unter Emphysem ein → Lungenemphysem verstanden.


Emphysembazillus

Emphysembazillus, Bakterien der Art Clostridium perfringens, die das Gasödem hervorrufen.


Emphysembronchitis

Emphysembronchitis, eine chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut bei → Lungenemphysem. Auch → Bronchitis.


empirisch

empirisch, aus Erfahrung, auf Erfahrung beruhend.


Empyem

Empyem, eine Eiteransammlung in einer vorbestehenden Körperhöhle (z. B. Pleuraempyem) oder in einem Hohlorgan (z. B. Gallenblasenempyem). Ein Empyem wird chirurgisch durch Eröffnung der Eiterhöhle behandelt.


Empyomphalus

Empyomphalus, eine eitrige Infektion der Nabelwunde bei Neugeborenen, die z. B. im Zusammenhang mit einer Entzündung der Nabelschnurvene auftritt.


Emser Salz

Emser Salz, ein natürlich vorkommendes Salz, das als Zusatz zu Inhalationslösungen verwendet wird. Die Inhalation mit Emser Salz fördert den Schleimauswurf bei einer Bronchitis und hält die Schleimhäute feucht.


Emulgator

Emulgator, ein Stoff, der andere Stoffe in Lösung halten kann und die Bildung einer → Emulsion ermöglicht. Emulgatoren setzen die Oberflächenspannung herab.


Emulsifikation

Emulsifikation, ein Begriff aus der Augenheilkunde, der die Zertrümmerung des Kerns der Augenlinse bezeichnet. Eine Emulsifikation wird im Rahmen einer Staroperation durchgeführt.


Emulsion

Emulsion, ein Gemisch von zwei oder mehr Flüssigkeiten, die miteinander nicht vollständig löslich sind. Häufig ist eine Emulsion ein Gemisch von öl- oder fetthaltigen Substanzen und einer wässrigen Lösung unter Zusatz eines → Emulgators.


Enalapril

Enalapril, ein Medikament, das zur Gruppe der → ACE-Hemmer gehört und gegen hohen Blutdruck eingesetzt wird.


Enamelum

Enamelum, der Zahnschmelz, der die Zahnkrone umhüllt und schützt.


Enanthem

Enanthem, eine entzündliche Schleimhautveränderung, z. B. im Mund oder Rachen.


En-bloc-Resektion

En-bloc-Resektion, die gleichzeitige Entfernung sowohl eines bösartigen Primärtumors als auch der evtl. befallenen Nachbarorgane, wie z. B. der benachbarten Lymphknoten.


Encephalitis

Encephalitis, → Enzephalitis.


encephal...

encephal..., encephalo..., → enzephal(o)...


Encephalomalacie

Encephalomalacie, → Enzephalomalazie.


Encephalon

Encephalon, anatomischer Begriff für das Gehirn.


Encephalopathie

Encephalopathie, → Enzephalopathie.


Enchondrom

Enchondrom, ein knorpeliger, meist gutartiger Tumor, der innerhalb eines Knochens wächst. Davon betroffen sind meist die kleinen Röhrenknochen der Finger und Zehen. Enchondrome kommen aber auch in den Oberarm- und Oberschenkelknochen sowie in der Beckenschaufel vor. Auch → Chondroblastom.


Endangiitis

Endangiitis, eine Entzündung der inneren Wandschichten von Blutgefäßen.


Endangiitis obliterans

Endangiitis obliterans, Thrombangiitis obliterans, eine wiederholt auftretende, entzündliche Gefäßkrankheit, die vor allem bei Rauchern zwischen 20 und 50 Jahren auftritt. Durch die Entzündung der Arterienwand kommt es infolge Thrombenbildung zum teilweisen oder vollständigen Gefäßverschluss; meist sind die peripheren Extremitäten betroffen (Fuß, Hand usw.). Die aus den Gefäßveränderungen resultierenden Durchblutungsstörungen führen zu Kältegefühl, Kribbeln, manchmal auch zu Wasseransammlungen oder Gewebszerfall. Typisch ist eine zusätzlich vorhandene Venenentzündung.


Endaortitis

Endaortitis, eine Entzündung der innersten Wandschicht der Aorta, die normalerweise im Zusammenhang mit einer allgemeinen Entzündung der Arterienwände (→ Endangiitis) entsteht. Als Ursachen kommen sowohl Infektionskrankheiten als auch allergisch-rheumatische Erkrankungen infrage.


Endarteriektomie

Endarteriektomie, Thrombarteriektomie, eine operative Therapie zur Öffnung einer verschlossenen Arterie. Dabei wird der Thrombus mitsamt der arteriosklerotisch veränderten Gefäßinnenschicht herausgeschält. Eine Endarteriektomie kann unter direkter Sicht oder unter Zuhilfenahme eines Katheters erfolgen.


Enddarm

Enddarm, → Rektum.


Endemie

Endemie,
Cholera
Bei der siebenten Choleraepidemie breitete sich die Cholera von Asien über Afrika bis nach Europa aus.
anhaltendes Vorkommen einer Infektionskrankheit in der Bevölkerung eines örtlich begrenzten Gebietes. Auch → Epidemie, → Pandemie.


endemisch

endemisch, örtlich vorkommend, als Endemie auftretend.


endermal

endermal, in der Haut bzw. in die Haut hinein. Auch → intrakutan.


endo...

endo..., Wortteil mit der Bedeutung "innen".


Endobrachyösophagus

Endobrachyösophagus, → Barrett-Syndrom.


Endobronchialtubus

Endobronchialtubus, bei operativen Eingriffen an der Lunge verwendeter Tubus, mit dessen Hilfe der rechte oder linke Lungenflügel isoliert beatmet werden kann.


Endocard

Endocard, → Endokard.


Endocarditis

Endocarditis, → Endokarditis.


endogen

endogen, im Innern des Körpers entstehend, durch innere Ursache hervorgerufen.


Endokard

Endokard, Endocard, seröse Innenhaut des Herzmuskels. Die Herzklappen sind aus einer Verdoppelung des Endokards gebildet.


Endokardfibroelastose

Endokardfibroelastose, eine Verdickung der innersten Wandschicht des Herzens. Eine Endokardfibroelastose kann entweder angeboren sein oder infolge einer Infektion oder Entzündung entstehen. Die Verdickung des Endokards beruht auf einer Zunahme der elastischen und der kollagenen Fasern; eine zusätzliche Vermehrung der Muskelfasern führt zu einer fortschreitenden Einengung insbesondere der linken Herzkammer, was die Herzfunktion stark beeinträchtigt.


endokardial

endokardial, das Endokard bzw. die innere Schicht des Herzens betreffend.


Endokarditis

Endokarditis, Endocarditis, eine Entzündung der inneren Wandschicht des Herzens (Endokard). Als Folge einer Endokarditis können die Herzklappen verformt und in ihrer Funktion gestört werden (Herzklappeninsuffizienz). Aufgrund der Entstehungsursache werden zwei Formen der Endokarditis unterschieden:1. bakterielle Endokarditis: Ursache ist eine bakterielle Besiedelung des Endokards, häufig bei Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei der akuten Form kommt es zu hohem Fieber, Bewusstseinstrübung, evtl. Embolien und neu auftretenden Herzgeräuschen. Die subakute Endokarditis (Endokarditis lenta) hat einen eher schleichenden Verlauf mit weniger hohem Fieber, dafür vielen Allgemeinsymptomen wie Gewichtsverlust oder Gelenkbeschwerden. Typisch sind punktförmige Hautblutungen.2. rheumatische Endokarditis: Diese Form ist Folge einer immunologischen Reaktion auf Antigene von betahämolysierenden Streptokokken der Gruppe A (z. B. nach einer Scharlacherkrankung). Die rheumatische Endokarditis ist heute dank moderner Antibiotika seltener geworden.


endokrin

endokrin, in das Blut absondernd. Eine endokrine Drüse (z. B. Schilddrüse) gibt ihre Hormone direkt in die Blutbahn ab.


endokrine Organe

endokrine Organe,
Hormon
Übersicht über die Hormone produzierenden endokrinen Drüsen im menschlichen Körper von Frau und Mann.
endokrine Organe
Endokrine Drüsen liegen im ganzen Körper verteilt. Jedes einzelne dieser endokrinen Organe gibt bestimmte chemische Botenstoffe, die Hormone, ins Blut ab. Die Hormone wandern zu ihren Zielorganen in anderen Körperbereichen, wo sie eine Veränderung im Aufbau oder der Funktion bestimmter Zellen bewirken.
Organe, die hauptsächlich als endokrine Drüsen wirken und ihre Sekrete ins Blut abgeben. Zu den endokrinen Organen gehören Hypophyse, Schilddrüse, endokrines Pankreas, Nebennieren, Ovarien und Hoden.


Endokrinologie

Endokrinologie, Lehre von der Funktion der endokrinen Drüsen und der von ihnen produzierten Hormone.


Endokrinopathie

Endokrinopathie, eine Krankheit, der eine endokrine Störung zugrunde liegt. Ursächlich kommen eine Störung der Hormonproduktion, eine veränderte Hormonregulation, ein abnormes Ansprechen der Körperrezeptoren auf Hormone oder eine pathologische Hormonbildung außerhalb der Drüsen in Frage, z. B. bei hormonproduzierenden Tumoren.


Endolymphe

Endolymphe, die klare, visköse Flüssigkeit im Innern des häutigen Labyrinths im Innenohr. Die Endolymphe ist wie die Intrazellularflüssigkeit kaliumreich und natriumarm. Auch → Bogengang.


Endometriose

Endometriose, Wucherung von der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnlichem, gutartigem Gewebe außerhalb der normalen Schleimhautauskleidung der Gebärmutter. Eine Endometriose kann in der Muskulatur der Gebärmutter, aber auch in den Ovarien, im Bauchraum, in der Lunge usw. vorliegen. Meist kommt es während der Menstruation zu starken Schmerzen und verlängerten oder verstärkten Blutungen. Die Therapie besteht in der Gabe von Hormonen oder in einer operativen Entfernung der Schleimhautwucherungen.


Endometritis

Endometritis, eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, die meist durch aufsteigende bakterielle Krankheitserreger aus der Scheide entsteht. Sonderformen sind eine Endometritis nach einer Geburt oder nach einer Schwangerschaftsunterbrechung. Die alleinige Entzündung der Schleimhaut des Gebärmutterhalses wird als → Cervicitis bezeichnet.


Endometrium

Endometrium, die Schleimhautauskleidung der Gebärmutter. Während eines Monatszyklus wird der obere Teil des Endometriums zuerst aufgebaut (größte Dicke zur Zeit des Eisprungs) und bei nicht erfolgter Befruchtung zur Zeit der Menstruation wieder abgestoßen.


Endometriumkarzinom

Endometriumkarzinom, → Korpuskarzinom.


Endomyokarditis

Endomyokarditis, eine krankhafte Veränderung des Herzens in Form einer gleichzeitig auftretenden Entzündung sowohl der innersten Herzwandschicht (→ Endokarditis) als auch des Herzmuskels (→ Myokarditis). Eine Endomyokarditis tritt v. a. im Zusammenhang mit rheumatischem Fieber auf.


endonasal

endonasal, innerhalb der Nase.


Endonuclease

Endonuclease, ein Enzym, das Nukleinsäuren (RNS oder DNS) vom Innern des Moleküls her spaltet.


Endoparasit

Endoparasit, ein tierischer Schmarotzer, der im Organismus einer fremden Art lebt (z. B. Eingeweidewürmer). Auch → Ektoparasit.


Endophlebitis

Endophlebitis, eine Entzündung der innersten Wandschicht einer Vene. Man spricht von einer Endophlebitis obliterans, wenn als Folge der Venenentzündung eine → Thrombose entsteht.


Endophytie

Endophytie, nach innen gerichtetes Wachstum von Gewebe, wie z. B. die Wucherung von Tumoren in das Innere eines Hohlorgans.


endoplasmatisches Retikulum

endoplasmatisches Retikulum, ein schlauch- und bläschenförmiges Gebilde im Zellplasma, das nur unter starker Vergrößerung mit einem Elektronenmikroskop sichtbar ist. Das endoplasmatische Retikulum ist bei der Synthese von Proteinen und anderen Baustoffen sowie beim Transport von Stoffen innerhalb der Zelle beteiligt.


Endoprothese

Endoprothese, eine Prothese aus körperfremdem Material, die ins Innere des Körpers eingesetzt wird und dort zerstörte Gewebe- oder Organteile ersetzt (z. B. Hüftgelenksprothese).


Endoradiosonde

Endoradiosonde, ein auch als Heidelberger Kapsel bezeichneter Miniatursender, der verschluckt werden kann und dann während der Passage durch das Verdauungssystem fortlaufend die Konzentration an Wasserstoffionen misst. Die gemessenen Daten werden per Funksignal nach außen übertragen und daraus der pH-Wert ermittelt.


Endorphin

Endorphin, körpereigenes Morphin, das in der Hypophyse und in anderen Hirnstrukturen gebildet wird. Die Wirkung der Endorphine ist vielseitig, sie regulieren die Körpertemperatur, dämpfen Schmerzen und beeinflussen die Wahrnehmung verschiedener Sinnesreize.


Endoskop

Endoskop,
Endoskop
Mit dem Endoskop gelang 1901 erstmals der direkte Blick in Hohlorgane und Körperhöhlen des Menschen.
ein schlauchförmiges Instrument, das für eine Endoskopie verwendet wird. Das Endoskop enthält an der Spitze eine Lichtquelle und eine bewegliche Kamera, die Aufnahmen der inspizierten Schleimhautabschnitte (z. B. von Speiseröhre, Magen, Darm, Bronchien) erlaubt. Meist enthält das Endoskop auch eine Spül- und Saugvorrichtung sowie einen Kanal, durch den eine Biopsiezange zur Entnahme einer Gewebeprobe eingeführt werden kann.


Endoskopie

Endoskopie,
Gastroskopie
Bei der Gastroskopie wird das Gastroskop über die Speiseröhre in den Magen eingeführt. Ein Monitur zeigt das Innere des Magens und lässt den Arzt Erkrankungen (z.B. Geschwüre) erkennen.
eine Untersuchungsmethode (sog. "Spiegelung") zur Beurteilung von Hohlorganen oder Hohlräumen des Körpers. Mit einem → Endoskop kann die Schleimhautoberfläche von ansonsten schwer einsehbaren inneren Organen (Magen, Darm, Bronchien) beurteilt werden. Eine Endoskopie erlaubt auch eine Entnahme von Gewebsproben zur histologischen oder bakteriellen Untersuchung sowie die Möglichkeit zu kleineren therapeutischen Eingriffen (Sklerosierung von Blutgefäßen, usw.).


endoskopisch

endoskopisch, mittels Endoskopie.


Endosonografie

Endosonografie, die kombinierte Anwendung der → Endoskopie und der → Ultraschall-Diagnostik z. B. zur Untersuchung des oberen Magen-Darm-Trakts.


Endostatin

Endostatin, eine Substanz, die die Neubildung von Blutgefäßen hemmt und dadurch auch das Wachstum von Tumoren und Metastasen einschränkt.


Endostose

Endostose, das übermäßige Wachstum von Knochengewebe. Das neu gebildete Gewebe lagert sich im Inneren des Knochens ab und führt so zu einer zunehmenden Verengung der Markhöhle.


Endothel

Endothel, einschichtiges Plattenepithel, das Blutgefäße, Herz und verschiedene Hohlorgane auskleidet.


Endothelin

Endothelin, ein aus 21 Aminosäuren bestehendes Polypeptid, das von den Endothelzellen der Blutgefäße gebildet wird. Endotheline haben eine sehr starke, gefäßverengende Wirkung und spielen vermutlich eine Rol-le bei der Entstehung des Bluthochdrucks.


Endotoxin

Endotoxin, hitzestabiler Giftstoff, der an zelluläre Strukturen von Bakterien gebunden ist und erst nach Zerstörung der bakteriellen Zellwand freigesetzt wird. In schweren Fällen können Endotoxine einen → septischen Schock verursachen.


endotracheal

endotracheal, innerhalb der Luftröhre (Trachea).


Endotrachealkatheter

Endotrachealkatheter, ein Kunststoffschlauch, der zum Absaugen von Schleim aus den oberen Atemwegen (vor allem Luftröhre) eingesetzt wird.


Endotrachealtubus

Endotrachealtubus, Kunststoffschlauch, der durch Mund oder Nase in die Luftröhre eingeführt wird und der Beatmung eines narkotisierten Patienten dient. Ein sog. Cuff (Manschette) dichtet am trachealen Ende den Raum zwischen Endotrachealtubus und Luftröhre ab. Auch → Intubation.


Endplatte, motorische

Endplatte, motorische, Verbindung zwischen der Endigung eines peripheren Nervs und den quer gestreiften Muskelzellen. An der motorischen Endplatte wird die Erregungsleitung vom peripheren Nerven auf die Muskulatur übertragen. Dies geschieht durch Freisetzung von Acetylcholin, das als Botenstoff zur Zellmembran der Muskelzellen gelangt und dort eine Kontraktion auslöst.


Endstrombahn

Endstrombahn, terminale Strombahn, ein Abschnitt des Blutgefäßsystems, der aus Arteriolen, Kapillaren und Venolen besteht und dank den feinen Gefäßverästelungen einen Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Flüssigkeit zwischen Blut und Gewebe ermöglicht. Die Endstrombahn bildet den Bereich zwischen sauerstoffreichem und sauerstoffarmem Blut. Der verlangsamte Blutfluss in den feinen Gefäßen der Endstrombahn wird als Mikrozirkulation bezeichnet.


Energie

Energie, die Fähigkeit, Arbeit zu leisten. Physikalische Einheit der Energie ist das Joule, das einer Wattsekunde entspricht. Energie kann z. B. in mechanischer, chemischer, elektrischer Form oder als Wärme vorliegen.


Energiebedarf

Energiebedarf, Menge der aufzunehmenden Nahrung, die zur Deckung des erforderlichen Energiebedarfs erforderlich ist. Der Energiebedarf ist abhängig von Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, körperlicher Tätigkeit und klimatischen Besonderheiten. Der Energiebedarf setzt sich aus → Grundumsatz und → Leistungsumsatz zusammen. Der Energiebedarf wird meist in der Einheit Kilokalorie angegeben.


Energiebilanz

Energiebilanz, Verhältnis von Energieaufnahme zu Energieverbrauch. Bei einer positiven Energiebilanz wird mehr Energie aufgenommen als verbraucht. Eine positive Energiebilanz resultiert in einer Gewichtszunahme.


Energiedosis

Energiedosis, Menge der Energie, die durch ionisierende Strahlung auf eine Materie abgegeben wird. Die Energiedosis wird in der Strahlentherapie zur Berechnung einer Bestrahlungsdosis gebraucht. Einheit ist ein Gray bzw. ein Joule pro Kilogramm.


Energiefluss

Energiefluss, bezeichnet die Vorstellung des Fließens von Energie im menschlichen Körper. Besondere Bedeutung hat der Energiefluss in der östlichen Medizin (→ Qi), jedoch auch in der westlichen Medizin bei körperorientierten oder anthroposophischen Behandlungen. Wissenschaftlich konnte ein Energiefluss nicht nachgewiesen werden.


Energiegehalt

Energiegehalt, Menge an Energie, die in einem Lebensmittel enthalten und für den Körper verwertbar ist.


Energielehre

Energielehre, Lehrprinzip in der tibetischen Medizin, nach dem drei verschiedene Energien für die Erhaltung der körperlichen und geistigen Gesundheit nötig sind. Diese drei Energien werden mit Lung, Tipa und Bäken bezeichnet. Lung ist die im Zellkern konzentrierte Lebenskraft, Tipa die Energie, die vom Stoffwechsel durch enzymatischen Abbau der Nahrung erzeugt wird und Bäken die Kraft des aufbauenden Stoffwechsels bzw. der Eiweißsynthese. Als Gegenspieler zu diesen drei Energien werden drei negative Zustände (Begierde, Hass und Unwissenheit) angesehen.


Energieumsatz

Energieumsatz, Menge der produzierten Energie pro Zeiteinheit, die sich aus Arbeit und gebildeter Wärme zusammensetzt. Der Energieumsatz in Ruhe entspricht dem → Grundumsatz.


En-face-Nische

En-face-Nische, ein bei der röntgenologischen Kontrastmitteluntersuchung z. B. des Ösophagus oder des Magens gefundener »Schattenfleck«. Dieser Fleck, der von einer ringförmigen, aufgehellten Zone umgeben ist, kommt durch eine rundliche Ansammlung von Kontrastmittel zustande und ist ein eindeutiger Hinweis auf ein vorhandenes Ulkus (Geschwür).


Enfluran

Enfluran, ein Anästhetikum, das wegen seiner guten Steuerbarkeit häufig zur Inhalationsnarkose verwendet wird.


englische Krankheit

englische Krankheit, → Rachitis.


Engramm

Engramm, Erinnerungsbild, eine im Hirn "gespeicherte" Vorstellung. Ein Engramm ist eine komplexe Information, die strukturiert im Hirn festgehalten und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abrufbar ist.


Engwinkelglaukom

Engwinkelglaukom, → Glaukom.


Enhancement

Enhancement, Steigerung, Verstärkung oder Beschleunigung, wie z. B. die Steigerung der pharmakologischen Wirkung oder die Kontrastverstärkung bei der röntgenologischen Darstellung durch Gabe eines Kontrastmittels.


Enkopresis

Enkopresis, Einkoten, Stuhlinkontinenz bei Kindern nach dem vierten Lebensjahr aufgrund eine verzögerten Entwicklung oder als Reaktion auf Konfliktsituationen.


Enophthalmus

Enophthalmus, ein Zustand, bei dem der Augapfel tiefer als gewöhnlich in der Augenhöhle liegt, z. B. durch den Rückgang von Fettgewebe in der Augenhöhle (z. B. bei starker Abmagerung), Verlagerung des Augapfels nach unten bei einer sog. Blow-out-Fraktur, durch die der Boden der Orbita nach unten versetzt wurde, oder ein → Horner-Syndrom.


Entamoeba

Entamoeba, Gattung von tierischen Einzellern (Amöben). Entamoeba bewegen sich mittels sog. Pseudopodien (Geißeln) fort. Es gibt verschiedene Arten, deren Pathogenität für den Menschen unterschiedlich ist. Entamoeba coli ist eine Dickdarmamöbe ohne Krankheitswert, Entamoeba histolytica hingegen löst die → Amöbenruhr aus.


Entartung

Entartung, die Veränderung oder Umwandlung. Z. B. wird die Umwandlung eines anfänglich gutartigen Gewebes in einen bösartigen Tumor als maligne Entartung bezeichnet.


Entbindung

Entbindung, Geburtsleitung, im weiteren Sinn auch die Geburt selbst.


Entbindungslähmung

Entbindungslähmung, eine Lähmung des Nervus ischiadicus der Mutter, die durch die Entbindung verursacht wurde.


Entbindungslähmung

Entbindungslähmung, Eine Lähmung des Armplexus beim Kind, die durch Druck oder Zerrung während der Geburt entstanden ist. Dadurch kommt es zu neurologischen Ausfällen im Bereich der Arm- und der Schultergürtelmuskulatur.


Entbindungspfleger

Entbindungspfleger, Bezeichnung für einen Mann, der den Beruf der → Hebamme ausübt.


Entdifferenzierung

Entdifferenzierung, eine Umwandlung von vollständig differenzierten Zellen in einen weniger differenzierten (→ Dysplasie) oder undifferenzierten Zustand (→ Anaplasie). Entdifferenzierung ist ein wichtiges Merkmal von Tumorzellen. Auch → Differenzierung.


enteral

enteral, den Darm betreffend.


Enteritis

Enteritis, Darmentzündung, eine entzündliche Erkrankung des Dünndarms. Bei zusätzlicher Entzündung des Magens als → Gastroenteritis, bei zusätzlicher Beteiligung des Dickdarms als → Enterokolitis bezeichnet. Eine Enteritis tritt häufig bei Kindern während der Sommermonate auf und ist meist viral, gelegentlich aber auch durch Bakterien und Bakterientoxine bedingt. Symptome einer Enteritis sind Durchfälle, krampfartige Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und Fieber.


Enteritis allergica

Enteritis allergica, eine Entzündung des gesamten Darms als allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel, wie z. B. Milch, Eier, Schokolade, Nüsse, Käse, Früchte oder Gemüse. Auch Medikamente, wie z. B. Breitbandantibiotika, können eine Enteritis allergica hervorrufen.


Enteritis necroticans

Enteritis necroticans, eine auch als akuter Darmbrand bezeichnete, akute Form der Darmentzündung, die durch eine Infektion mit Gasödemerregern (Clostridium perfringens) hervorgerufen wird. Symptome sind schwere, blutige Durchfälle, Erbrechen, Darmkrämpfe, Kreislaufschwäche, evtl. Darmverschluss bzw. -durchbruch.


Enteritis regionalis

Enteritis regionalis, → Morbus Crohn.


entero...

entero..., Wortteil mit der Bedeutung Darm.


Enteroanastomose

Enteroanastomose, die operative Verbindung von zwei Darmabschnitten, z. B. nach der Entfernung eines Darmstücks.


Enterobacteriaceae

Enterobacteriaceae, gramnegative Stäbchenbakterien, die sehr verbreitet sind und hauptsächlich im Verdauungstrakt von Mensch und Tier vorkommen. Insgesamt werden 23 verschiedene Gattungen unterschieden (z. B. Salmonellen, Shigellen, Yersinien). Einige Enterobacteriaceae gehören zur natürlichen Darmflora (z. B. Escherichia coli), andere sind Erreger von zum Teil schweren, entzündlichen Durchfallerkrankungen.


Enterobiasis

Enterobiasis, Infektion des Darmes mit dem Madenwurm → Enterobius vermicularis (auch Oxyuris). Da die Wurmweibchen ihre Eier in der Haut um den Anus ablegen, klagen die Erkrankten - meist Kinder - über analen Juckreiz; die Haut entzündet sich in diesem Bereich.


Enterobius vermicularis

Enterobius vermicularis, Afterwurm, Madenwurm, ein weltweit vorkommender Darmparasit, der zur Klasse der Nematoden gehört. Nach oraler Aufnahme von infektiösen Eiern schlüpfen die Larven im Dünndarm und entwickeln sich zu erwachsenen Würmern. Typische Symptome eines Wurmbefalls (Enterobiasis) sind Juckreiz und Entzündung in der Aftergegend. Die Infektion mit Enterobius vermicularis kommt vor allem bei Kindern vor.


Enterocolitis

Enterocolitis, eine Entzündung der Schleimhäute von Dünn- und Dickdarm. Auch → Enteritis.


enterogen

enterogen, im Darm entstanden oder vom Darm ausgehend, wie z. B. Krankheiten.


Enterokarenz

Enterokarenz, ein Mangel an Nährstoffen, obwohl diese in ausreichenden Mengen zugeführt werden. Die Enterokarenz tritt z. B. nach einer Darmeröffnung oder ausgedehnter Dünndarmresektion auf und beruht auf einer zu schnellen Darmpassage und einer daraus resultierenden unzureichenden Aufnahme der Nahrung.


Enterokokken

Enterokokken, grampositive Kugelbakterien, die zur Familie der Streptokokken gehören.


Enterokolitis

Enterokolitis, → Enterocolitis.


Enterokolitis, pseudomembranöse

Enterokolitis, pseudomembranöse, → Colitis, pseudomembranöse.


Enteropathie

Enteropathie, Sammelbegriff für Darmerkrankungen.


Enteroptose

Enteroptose, die Absenkung des Darms oder der Eingeweide in der Bauchhöhle, die auf eine Lockerung des Bindegewebes zurückzuführen ist, z. B. infolge von Abmagerung oder nach mehreren Geburten. Als Folge kann es zu ziehenden, in Rückenlage nachlassenden Kreuzschmerzen, schneller Ermüdung und chronischer Verstopfung kommen.


Enteroskopie

Enteroskopie, Dünndarmspiegelung, die endoskopische Inspektion des Dünndarms mit einem extra langen Endoskop. Die Enteroskopie wird zur Diagnostik von Stenosen, Fisteln oder Tumoren in tiefer gelegenen Abschnitten des Dünndarms eingesetzt und im Rahmen von Bauchoperationen auch intraoperativ durchgeführt.


Enterospasmus

Enterospasmus, ein Krampf der Darmmuskulatur.


Enterostomie

Enterostomie, operatives Anlegen einer künstlichen Verbindung zwischen Darm und Körperaußenseite. Eine Enterostomie wird z. B. bei einem inoperablen Magenkarzinom durchgeführt, um die künstliche Ernährung von außen zu gewährleisten. Nach Darmresektionen wird ein vorübergehender oder dauerhafter → Anus praeter als künstlicher Darmausgang angelegt.


Enterotoxikation

Enterotoxikation, die Selbstvergiftung durch Gifte, die im eigenen Darm entstehen, wie z. B. bei einem Darmverschluss.


Enterotoxin

Enterotoxin, ein auf den Magen-Darm-Trakt wirkender Giftstoff, der von verschiedenen Bakterien produziert wird. Bedeutsam sind vor allem die Enterotoxine von Staphylococcus aureus, die gegen Wärme relativ unempfindlich sind und bei der üblichen Speisenzubereitung nicht zerstört werden.


Enterovirus

Enterovirus, ein weltweit verbreitetes RNS-Virus, das beim Menschen Magen- und Darmentzündungen hervorrufen kann (vor allem Durchfallerkrankungen). Enteroviren werden unterteilt in Poliomyelitis-Viren, Coxsackie-Viren und ECHO-Viren. Eine Infektion mit Enteroviren erfolgt hauptsächlich über eine Aufnahme von verunreinigter Nahrung oder über Tröpfcheninfektion.


Entfaltungsknistern

Entfaltungsknistern, ein Rasselgeräusch beim Einatmen, das bei bettlägerigen Patienten während der ersten Atemzüge nach dem Aufrichten zu hören ist. Dieses Geräusch wird durch das Entfalten der vorher durch das Liegen zusammengedrückten unteren Lungenteile verursacht.


Entfremdungsdepression

Entfremdungsdepression, eine Form einer endogenen Depression, die durch einen ausgeprägten Gefühlsmangel gekennzeichnet ist. So verliert der Patient z. B. die Fähigkeit zu lachen oder zu weinen, er empfindet alles als fremd oder leer. Auch → Depression.


Entgiftung

Entgiftung, ein physiologischer Prozess, der im Organismus (vor allem in der Leber) zur Beseitigung schädlicher Substanzen erfolgt.


Entgiftung

Entgiftung, eine therapeutische Maßnahme, die bei Vergiftungen eingesetzt wird, z.B. durch Aktivkohle, die Gifte im Magen-Darm-Trakt bindet, oder ein → Antidot, das spezifisch gegen ein bestimmtes Gift wirkt, oder ein Blutreinigungsverfahren (Dialyse) zur Entfernung giftiger Substanzen aus dem Blut.


Entgiftung

Entgiftung, erste Stufe des Drogenentzugs, aufgrund schwerer Entzugserscheinungen meist im Krankenhaus. Auch → Dialyse.


Enthaarung

Enthaarung, → Epilation.


Enthirnung

Enthirnung, → Dezerebration.


Enthirnungsstarre

Enthirnungsstarre, bei Einklemmung und Schädigung des Mittelhirns auftretende Muskelstarre. Die normalerweise hemmende Wirkung des Großhirns auf den Muskeltonus entfällt bei einer Einklemmung des Mittelhirns; es kommt zur Überstreckung des Körpers im Rückenbereich (→ Opisthotonus) infolge eines erhöhten Hirndrucks, durch Hirntumoren, Hirnblutung oder Hirnverletzungen mit Unterbrechung der Verbindung zwischen Großhirn und Hirnstamm. Auch → Dezerebration.


Entkeimung

Entkeimung, → Sterilisation.


Entlastungsoperation

Entlastungsoperation, ein chirurgischer Eingriff (meist notfallmäßig) zur Druckentlastung eines Organs. Bei einem Spannungspneumothorax wird z. B. durch sofortige Entlastungspunktion und Pleuradrainage zur Ableitung des Luftüberdrucks im Pleuraraum Lebensgefahr abgewendet.


Entlastungssyndrom

Entlastungssyndrom, die zusammenfassende Bezeichnung für einen Komplex von Symptomen, die als Folge einer plötzlichen körperlichen Entlastung auftreten, wie z. B. bei Hochleistungssportlern nach einer plötzlichen Beendigung des Trainings, nach Prüfungen oder im Urlaub bei zuvor stark belasteten Personen. Typisch ist z. B. die sog. Urlaubsmigräne, eine Häufung von Migräneanfällen, wenn der tägliche Rhythmus im Urlaub nicht mehr eingehalten wird.


Entlastungstrepanation

Entlastungstrepanation, die operative Eröffnung des Schädels zur Minderung eines bestehenden Hirndrucks, z. B. nach Schädelverletzungen mit Blutungen innerhalb des Schädels oder bei Hirntumoren.


Entmarkung

Entmarkung, → Demyelinisierung.


Entmarkungskrankheit

Entmarkungskrankheit, Krankheit, die mit einer Demyelinisierung bzw. Entmarkung von Nervenbahnen einhergeht. Bei der multiplen Sklerose z. B. wird die weiße Substanz oder Marksubstanz durch eine Entzündung geschädigt. Dadurch fällt das "Isoliermaterial" der Nervenbahnen weg, die Nervenleitung wird beeinträchtigt und es kommt zu neurologischen Ausfällen. Zu den Entmarkungskrankheiten zählen ferner die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die diffuse Hirnsklerose und die Leukodystrophie.


Entmündigung

Entmündigung, ein rechtlicher Entscheid, der die Rechts- und Geschäftsfähigkeit einer Person beschränkt oder aufhebt. Eine Entmündigung wird ausgesprochen bei schweren psychischen Erkrankungen, Geistesschwäche, Alkohol- oder Drogensucht. Einer Entmündigung gehen ein Antrag und ein schriftliches Gutachten durch einen Psychiater voraus.


Entoderm

Entoderm, das mittlere der drei Keimblätter des Embryoblasten. Aus dem Entoderm bilden sich in der späteren Entwicklung die Epithelien des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege sowie das Organgewebe von Tonsillen, Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Thymus, Leber und Pankreas. Auch das Epithel von Harnblase und Harnröhre sowie die Schleimhaut der Paukenhöhle und Ohrtrompete stammen aus dem Entoderm.


Entropium

Entropium, eine Einstülpung des Augenlides aufgrund eines krankhaften Prozesses. Bei einem Entropium wird der normalerweise freiliegende Lidrand mit den Augenwimpern nach innen gekehrt und kratzt auf der Horn- und Bindehaut, die chronische mechanische Reizung führt zu einer erheblichen, schmerzhaften Entzündung. Ein Entropium entwickelt sich infolge narbiger Veränderungen des Augenlides und Funktionsstörungen der Lidmuskulatur. Die Behandlung besteht in einer Operation des Augenlides.


Entschäumungspräparat

Entschäumungspräparat, Mittel gegen Blähungen, → Antiflatulans.


Entschlackung

Entschlackung, eine naturheilkundliche Kur, die eine Ausscheidung mutmaßlicher Stoffwechselprodukte aus dem Körper vorantreiben soll. Eine Entschlackung beinhaltet meist eine Kombination von Fasten oder speziellen Ernährungsformen (wie z. B. Schrothkur) und viel Bewegung an der frischen Luft.


Entspannung

Entspannung, Relaxation, Zustand der Ausgeglichenheit und innerlichen Ruhe, die sowohl den Körper - also eine relaxierte Muskulatur - als auch den Geist betrifft. Bei der Entspannung geht es darum, sich auf den eigenen Körper bzw. sich selbst zu konzentrieren und die Reize der Umgebung zu vernachlässigen. Zur Förderung der Gesundheit bzw. Bekämpfung von körperlicher und geistiger Anspannung und Stress gibt es verschiedene Entspannungstechniken, z. B. Yoga oder autogenes Training.


Entspannung, funktionelle

Entspannung, funktionelle, eine psychosomatische Entspannungsmethode, die von Marianne Fuchs begründet wurde. Ziel der Methode ist eine Verbesserung der Körperwahrnehmung sowie Regulierung und Normalisierung vegetativer Körperfunktionen. Über den Zugang zum Körpererleben werden vorhandene Konflikte oder fehlerhaftes Verhalten aufgedeckt. Die funktionelle Entspannung kann bei funktionellen Beschwerden, aber auch in der Prävention von Krankheiten eingesetzt werden.


Entspannungstechnik

Entspannungstechnik, Oberbegriff für verschiedene Methoden zur Entspannung des Körpers und zur Regulierung vegetativer Körperfunktionen. Zu den Entspannungstechniken zählt man u. a. das autogene Training, die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, die konzentrative Bewegungstherapie, Meditation, Yoga, Tai Chi Chuan, Qi Gong und Atemtherapien.


Entstauungstherapie

Entstauungstherapie, der Einsatz verschiedener Methoden der physikalischen Medizin zur Behandlung von Lymphödemen, wie z. B. manuelle Lymphdrainage, Kompressionsbandagen und spezielle Bewegungsübungen.


Entwicklungsgeschichte

Entwicklungsgeschichte, → Ontogenese.


Entwicklungsstörung

Entwicklungsstörung, die Beeinträchtigung der dem Lebensalter entsprechenden körperlichen oder geistigen Entwicklung, wie z. B. Wachstumsstörungen oder eine verzögerte Sprachentwicklung. Auch → Retardation.


Entwicklungstest

Entwicklungstest, ein psychologischer Test für Kinder zur Beurteilung des Entwicklungsstands im Verhältnis zum Lebensalter. Dabei werden Parameter wie z. B. die Funktionsfähigkeit der Sinne, die Körperbeherrschung, soziale Fertigkeiten und die Lernfähigkeit getestet.


Entwöhnung

Entwöhnung, → Entzug.


Entwöhnung

Entwöhnung, Übergang von der kontrollierten Beatmung zur Spontanatmung (Anästhesie).


Entwöhnung

Entwöhnung, → Abstillen des Säuglings.


Entwurmungsmittel

Entwurmungsmittel, → Anthelminthikum.


Entwurzelungsdepression

Entwurzelungsdepression, eine chronische Depression, die als Reaktion auf eine einschneidende Veränderung der Lebenssituation entsteht. Eine derartige Veränderung kann z. B. ein erzwungener Ortswechsel sein (bei Flüchtlingen oder Vertriebenen), der mit einem Verlust von Heimat, Besitz, Arbeitsplatz sowie allen sozialen Bindungen einhergeht.


Entziehungskur

Entziehungskur, Kur zur Entwöhnung von einem Suchtmittel. Auch → Entzug.


Entzug

Entzug, Entziehung, eine psychologische oder psychiatrische Therapie bei Suchtkranken nach Absetzen der Droge. Der Entzug hat Abstinenz zum Ziel. Die entstandene Bindung an ein Suchtmittel soll gelöst und durch neue Lebensinhalte ersetzt werden. Oft wird die Therapie in einer Klinik begonnen und ambulant weitergeführt. Neben dem Therapeuten spielen das soziale Umfeld und die Unterstützung durch Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle. Manchmal wird der Entzug durch Medikamente zur Linderung der Entzugsbeschwerden unterstützt.


Entzugssyndrom

Entzugssyndrom, Abstinenzsyndrom, Zustand mit körperlichen und psychischen Symptomen. Ein Entzugssyndrom tritt bei einem Entzug von Suchtmitteln (z. B. Alkohol, Heroin, Tabak oder Medikamente) auf. Zu den körperlichen Symptomen gehören u. a. Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall, Zittern, Unruhe, Halluzinationen oder Delirium. Zu den psychischen Symptomen gehören Angst, depressive Verstimmung, Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten.


Entzündung

Entzündung, Inflammation, Reaktion eines Gewebes oder Organsystems, um sich vor schädigenden Einflüssen zu schützen. Auf eine Gewebsschädigung reagiert der Körper stufenweise: Nach einer kurzfristigen Minderdurchblutung stellen sich die Gefäße weit, das Bindegewebe proliferiert und Immunzellen wandern in das geschädigte Gebiet. Es entwickeln sich die fünf Kardinalsymptome einer Entzündung: Rötung, Schwellung, Erwärmung, Schmerzen und Funktionseinschränkung (Rubor, Tumor, Calor, Dolor und Functio laesa). Eine Entzündung kann physikalische, chemische, mikrobielle und immunologische Ursachen haben. Als allgemeine Entzündungszeichen gelten Fieber, Leukozytose mit → Linksverschiebung (vor allem Zunahme der Granulozyten) und ein subjektives Krankheitsgefühl.


Entzündungshemmer

Entzündungshemmer, → Antiphlogistikum.


Entzündungshemmer, nichtsteroidaler

Entzündungshemmer, nichtsteroidaler, → Antiphlogistikum.


Enukleation

Enukleation, chirurgische Ausschälung eines Organs oder Körperteils oder eines abgekapselten Tumors. Typischerweise ist das zu entfernende Gewebe durch eine bindegewebige Kapsel vom umliegenden Gewebe getrennt und kann ohne Skalpell herausgelöst werden (z. B. Enukleation eines Myoms der Gebärmutter).


Enuresis

Enuresis, Einnässen, Bettnässen, ungewollte, wiederholte nächtliche Blasenentleerung nach Abschluss des vierten Lebensjahres. Der primären Enuresis (das Kind war nie trocken) können organische Ursachen wie eine → Spina bifida oder ein Harnwegsinfekt zugrunde liegen. Die sekundäre Enuresis (sechs oder mehr Monate, nachdem das Kind schon trocken war) beruht meist auf einer psychischen Reaktion auf familiäre Konflikte. Eine Therapie erfolgt häufig in Form einer Psycho- oder Familientherapie, manchmal auch durch die Gabe von Medikamenten zur Drosselung der Urinproduktion in der Nacht.


Enzephalitis

Enzephalitis, Encephalitis, eine Entzündung des Gehirns, manchmal unter Mitbeteiligung der Hirnhäute. Als Ursachen kommen Viren, Bakterien, Parasiten oder immunologische Reaktionen in Frage. Symptome sind plötzlich auftretendes Fieber, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, evtl. → Meningismus, aber auch Veränderungen des Bewusstseins oder der Psyche. Die Diagnose kann mittels Liquorpunktion oder Bildgebung bestätigt werden. Die Therapie einer Enzephalitis hängt von der Ursache ab.


enzephal...

enzephal..., enzephalo..., encephal..., Wortteil mit der Bedeutung Gehirn.


Enzephalografie

Enzephalografie, Oberbegriff für diagnostische Methoden wie → Elektroenzephalogramm, Echoenzephalografie, Pneumenzephalografie. Diese Untersuchungen geben gemäß ihren Möglichkeiten Aufschluss über funktionelle und anatomische Abnormitäten des Gehirns.


Enzephalomalazie

Enzephalomalazie, Encephalomalacie, Gehirnerweichung,, nach plötzlichem Verschluss einer Hirnarterie auftretendes Absterben von Hirngewebe im Versorgungsgebiet des Gefäßes (Hirninfarkt, Ischämie), bedingt durch eine Embolie oder eine arterielle Thrombose. Es kommt zu neurologischen Ausfällen, die den Funktionen des abgestorbenen Gewebes entsprechen (Herdsymptome). Auch → Apoplexie.


Enzephalomeningitis

Enzephalomeningitis, → Meningoenzephalitis.


Enzephalomyelitis

Enzephalomyelitis, Entzündung von Gehirn und Rückenmark. Eine Enzephalomyelitis ist meist durch Viren verursacht. Man unterscheidet zwischen einer Enzephalomyelitis durch direkten Virusbefall (z. B. Paramyxoviren oder Herpesviren) und einer immunologischen Reaktion auf eine virale Allgemeinerkrankung (sog. parainfektiöse Enzephalomyelitis). Symptome einer Enzephalomyelitis sind psychische Veränderungen, epileptische Anfälle und neurologische Ausfälle.


Enzephalopathie

Enzephalopathie, Encephalopathie, ein Sammelbegriff für nichtentzündliche Erkrankungen des Gehirns. Eine Enzephalopathie kommt bei Gefäßerkrankungen (z. B. Hirnembolien) oder bei Stoffwechselstörungen (z. B. Leberkoma oder Nierenversagen) vor. Symptome sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und psychische Veränderungen.


Enzephalorrhagie

Enzephalorrhagie, Hirnblutung, blutiger Schlaganfall, eine Blutung ins Innere des Gehirns, die nach Zerreißen einer Hirnarterie auftritt. Ursache für eine Blutung ist meist ein vorbestehendes → Aneurysma oder eine arteriosklerotisch geschädigte Arterie bei Hypertonie. Bei einer Enzephalorrhagie kommt es zu akut einsetzenden, heftigen Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen. Je nach Lage der Blutung im Gehirn resultieren ausgeprägte motorische Lähmungen (z. B. einseitig von Gesicht und Arm). Klinisch ist die Unterscheidung zwischen einer Hirnblutung und einem Hirninfarkt kaum möglich. Die Diagnose einer Enzephalorrhagie wird mittels Computertomografie bestätigt. Auch → Apoplexie.


Enzym

Enzym, Ferment,
Enzym
Katalysatoren des Körpers - Enzyme
ein Protein, das chemische Reaktionen als Biokatalysator beschleunigt. Im Organismus sind Enzyme bei der Synthese von Zellen, in der Regulation von Stoffwechselvorgängen und in der Verdauung von großer Bedeutung. Enzyme ermöglichen den Ablauf dieser Prozesse mit höherer Geschwindigkeit und niedrigerer Aktivierungsenergie, ohne dabei den chemischen Prozess zu verändern.


Enzymdefekt

Enzymdefekt, verminderte oder fehlende Enzymaktivität, → Enzymopathie.


Enzymdiagnostik

Enzymdiagnostik, labordiagnostische Bestimmung von Enzymaktivitäten aus Körperflüssigkeiten (meist aus dem Blutserum). Durch Enzymdiagnostik kann auf eine Funktionsstörung oder Schädigung eines Organs geschlossen werden, da eine Organschädigung (z. B. Entzündung der Leber) zur Freisetzung von intrazellulären Enzymen und einem im Blut messbaren Enzymanstieg führt, der z. B. für die Diagnostik eines Myokardinfarkts, einer Hepatitis oder einer Pankreatitis von großer Bedeutung ist.


Enzymimmunoassay

Enzymimmunoassay, Abk. EIA, eine präzise und empfindliche Methode für die Bestimmung von Substanzen, die als Antigene wirken (z. B. Proteine, Hormone, Tumormarker, Viren, Medikamente). Bei dieser Methode werden spezifische Antikörper oder Antigene eingesetzt, die mit einem Enzym markiert sind.


Enzyminduktion

Enzyminduktion, erhöhte Enzymproduktion, die durch eine Förderung der Syntheseleistung durch äußere oder innere Reize entsteht. So induzieren z. B. Barbiturate die vermehrte Bildung eines Leberenzyms. Eine Enzyminduktion führt zu erhöhter → Toleranz gegenüber bestimmten Substanzen.


Enzymopathie

Enzymopathie, eine Erkrankung, die auf einer gestörten Enzymaktivität beruht. Eine Enzymopathie kann genetisch oder durch äußere Einflüsse (wie Entzündung, Vergiftung) bedingt sein. Dabei kommt es zu einer mangelnden Synthese von biologischen Substanzen, zu einer Stoffwechselstörung oder zu Krankheiten, die auf einer Anhäufung von Substraten beruhen. Beispiele für relativ häufig vorkommende Enzymopathien sind die Galaktoseintoleranz, die Phenylketonurie, die Porphyrien oder die Thalassämie.


Enzymopenie

Enzymopenie, das Fehlen eines oder mehrerer Enzyme, die normalerweise im menschlichen Körper vorhanden sind. Eine Enzymopenie kann ohne Beschwerden verlaufen oder zu schwersten Erkrankungen führen.


Enzymtherapie

Enzymtherapie, eine Methode der Naturheilkunde, nach deren Theorie die orale Aufnahme von Enzymen eine positive Wirkung auf verschiedene Krankheiten haben soll. Eine Enzymtherapie wird angewendet bei Gefäßerkrankungen, Entzündungen der Atemwege und bei rheumatischen Erkrankungen. Ein Wirksamkeitsnachweis liegt bisher nicht vor.


Enzymurie

Enzymurie, das krankhafte Ausscheiden von Enzymen im Harn, das auf Enzymdefekte oder eine Störung im Enzymstoffwechsel zurückzuführen ist.


Eosin

Eosin, ein saurer, roter Farbstoff, der zur Färbung von Bestandteilen des Gewebes wie z. B. Zytoplasma, Erythrozyten und Spermatozoen verwendet wird.


Eosinopenie

Eosinopenie, starke Reduktion oder Fehlen der eosinophilen Granulozyten im Blut. Eine Eosinopenie kommt vor bei erhöhter Cortisolausschüttung infolge schwerer körperlicher Belastung, Stress, Cushing-Syndrom usw., bei einer Medikation mit ACTH oder Corticosteroiden und zu Beginn einiger Infektionskrankheiten (z. B. Typhus abdominalis).


eosinophil

eosinophil, eine Bezeichnung für die Eigenschaft von Zellen und Gewebestrukturen, sich nach Behandlung mit dem Farbstoff Eosin rot zu färben, z. B. eosinophile Granulozyten. Auch → Granulozyt.


Eosinophilämie

Eosinophilämie, → Eosinophilie.


Eosinophiler

Eosinophiler, → Granulozyt, eosinophiler.


Eosinophilie

Eosinophilie, Vermehrung der eosinophilen Granulozyten im Blut, die vor allem bei parasitären und allergischen Erkrankungen vorkommt. Eine Eosinophilie tritt auch in der Heilungsphase von Infektionen auf ("eosinophile Morgenröte"), bei eosinophilen Lungenerkrankungen (Löffler-Syndrom), bei verschiedenen Hauterkrankungen und bei Leukämie.


Eosinophilie-Myalgie-Syndrom

Eosinophilie-Myalgie-Syndrom, ein Symptomenkomplex, der in Zusammenhang mit der Einnahme von Tryptophan auftritt und vermutlich auf Verunreinigungen bei der Herstellung des Präparats zurückzuführen ist. Als Symptome zeigen sich Muskelschmerzen, → Eosinophilie, Krämpfe, Hautveränderungen und allgemeine Erscheinungen wie Fieber und Schwäche.


Ephedrin

Ephedrin, ein Sympathomimetikum, das lang dauernd auf den Kreislauf wirkt und zentrale Erregung verursacht. Die sympathomimetische Wirkung führt zu einer Engstellung der Gefäße (Vasokonstriktion) und Blutdruckanstieg. Ephedrin ist oft Bestandteil von Hustensäften und Nasentropfen. In höherer Dosis führt Ephedrin zu psychischer Erregung, Schlaflosigkeit und Herzklopfen. Häufige Einnahme von Ephedrin kann zur Abhängigkeit führen.


Epheliden

Epheliden, Sommersprossen, kleine pigmentierte Flecken, die vor allem auf sonnenexponierten Hautarealen vorkommen. Besonders zahlreich sind sie bei Menschen mit Hauttyp 1 (rotblonde Haare, helle, empfindliche Haut). Es besteht eine erhöhte Melaninproduktion bei normaler Melanozytenzahl.


Ephemera

Ephemera, → Eintagsfieber.


EPH-Gestose

EPH-Gestose, eine schwere Form einer → Gestose, die mit Ödemen (Edema), Proteinurie und Hypertonie einhergeht.


epi...

epi..., Vorsilbe mit der Bedeutung auf, über, oberhalb, bei.


Epichrosis

Epichrosis, eine Verfärbung der Haut, z. B. als Epichrosis alphosis, der erblich bedingte Albinismus.


Epicondylitis humeri

Epicondylitis humeri, Tennisellenbogen, eine entzündliche Veränderung am lateralen Epicondylus des Oberarmknochens. Eine Epicondylitis humeri entsteht bei einer Überbeanspruchung der Unterarmstreckmuskulatur mit Sehnenreizung. Symptome sind lokaler Druckschmerz über dem seitlichen Ellbogengelenk und Schmerzen beim Zurückbiegen der Hand. Die Therapie besteht in einer Schonung des Gelenks und in der Gabe von entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten.


Epicondylus

Epicondylus, ein gelenknaher Knochenvorsprung, an dem Muskelsehnen ansetzen (beim Oberarm- und Oberschenkelknochen).


Epidemie

Epidemie,
Cholera
Bei der siebenten Choleraepidemie breitete sich die Cholera von Asien über Afrika bis nach Europa aus.
ein innerhalb kurzer Zeit gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit in einem begrenzten Gebiet, die z. B. durch verseuchte Nahrungsmittel, Trinkwasser, als Schmier- oder als Tröpfcheninfektion übertragen wird. Auch → Endemie, → Pandemie.


Epidemiologie

Epidemiologie, eine wissenschaftliche Fachrichtung, die sich mit der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten in der Bevölkerung befasst. Dabei werden Krankheitsursachen, Krankheitsverlauf, Risikofaktoren und Übertragungswege von Krankheiten untersucht. Epidemiologische Studien belegen z. B. den Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck und der Entstehung einer koronaren Herzkrankheit.


epidemisch

epidemisch, als → Epidemie auftretend.


epidermal

epidermal, die → Epidermis betreffend.


Epidermis

Epidermis, Oberhaut, die äußerste Hautschicht, die aus verhorntem mehrschichtigem Plattenepithel besteht. Die Epidermis enthält keine Blutgefäße. Die unterste Schicht der Epidermis (Basalzellschicht) erneuert sich ständig. Die Epidermis ist rund 0,2 Millimeter dick; an der Hohlhand und an der Fußsohle misst sie bis zu 1,5 Millimeter.


Epidermitis

Epidermitis, eine Entzündung der Haut, die durch eine ekzematöse Kontaktdermatitis verursacht wird und sich in Schwellungen, Bläschenbildung und Hautnekrose äußert.


Epidermolysis

Epidermolysis, das Ablösen der Epidermis von der Dermis durch Blasen- und Spaltbildung. Verschiedene blasenbildende Hauterkrankungen (z. B. bullöses Pemphigoid) gehen mit einer Epidermolysis einher. Besonders gefürchtet ist die Epidermolysis acuta toxica, das "Syndrom der verbrühten Haut" infolge z. B. Medikamentenunverträglichkeit: → Lyell-Syndrom.


Epidermophyten

Epidermophyten, Gattung der Dermatophyten. Epidermophyten befallen die oberen Hautschichten und die Nägel. Wärme und Feuchtigkeit sind ideale Wachstumsbedingungen für Epidermophyten, deshalb entwickeln sich Hautpilzerkrankungen bevorzugt in Körperfalten und Zehenzwischenräumen.


Epididymektomie

Epididymektomie, die operative Entfernung des Nebenhodens, wobei meist auch Teile des Samenstrangs herausgenommen werden.


Epididymis

Epididymis, Nebenhoden,
Epididymis
Die Epididymis, der aus gewundenen Kanälchen bestehende Nebenhoden, dient den reifen Spermien als Wartesaal.
dem Hoden hinten und oben liegendes Organ, das aus den gewundenen, wegführenden Hodenkanälchen hervorgeht. Der Hauptteil der Epididymis besteht aus dem stark gewundenen Ductus epididymidis (Nebenhodengang), in dem die reifen Spermien gespeichert werden. Bei einer Ejakulation gelangen die Spermien aus der Epididymis über den Ductus deferens (Samenleiter) in die Harnröhre.


Epididymitis

Epididymitis, Nebenhodenentzündung, eine Epididymitis entsteht meist durch die Fortleitung einer Infektion der Harnröhre oder der Prostata, z. B. durch Dauerkatheterisierung oder sexuell übertragbare Krankheiten. Bei einer akuten Epididymitis kommt es zu starken Hodenschmerzen, insbesondere beim Anheben des Skrotums, mit Rötung und Schwellung. Die Therapie besteht in einer Hochlagerung des Hodens sowie der Gabe von Antibiotika und Schmerzmitteln. Die chronische Epididymitis ist meist die Folge einer akuten Infektion. Der Nebenhoden ist dabei leicht druckschmerzhaft und als verhärteter Strang tastbar.


epidural

epidural, auf bzw. außerhalb der harten Hirnhaut (→ Dura mater) gelegen. Im Schädelbereich entspricht der epidurale Raum dem zwischen äußerem Durablatt und Schädelknochen, im Bereich der Wirbelsäule dem mit Venen und Fettgewebe ausgefüllte Raum zwischen der Knochenhaut auf der Innenseite des Wirbelkanals und der Dura mater.


Epiduralanästhesie

Epiduralanästhesie, → Periduralanästhesie.


Epiduralhämatom

Epiduralhämatom, eine im → Epiduralraum gelegene Blutansammlung. Ein Epiduralhämatom im Schädelbereich entsteht meist beim Zerreißen der Arteria meningea media, die direkt unter dem Schläfenbein verläuft und bei einem Schädelbruch verletzt werden kann. Zeichen eines Epiduralhämatoms sind einseitige Kopfschmerzen, ein nach einem sog. freien Intervall wieder einsetzender Bewusstseinsverlust, eine Pupillendifferenz und evtl. eine Halbseitenlähmung. Ein Epiduralhämatom ist ein neurochirurgischer Notfall, der eine Trepanation der Schädeldecke zur Druckentlastung erforderlich macht. Ein Epiduralhämatom des Spinalkanals entsteht durch ein Trauma oder bei Blutgerinnungsstörungen.


epigastrisch

epigastrisch, im Oberbauch gelegen.


Epigastrium

Epigastrium, Oberbauch, Magengrube zwischen den Rippenbögen und unterhalb des Brustbeins.


Epiglottis

Epiglottis, Kehldeckel, aus elastischem Knorpel bestehender Teil des Kehlkopfs. Die Epiglottis verschließt während des Schluckakts den Eingang der oberen Luftwege, damit keine Nahrung in die Luftröhre gelangt.


Epiglottitis

Epiglottitis, eine meist bakterielle Entzündung (vor allem durch Hämophilus influenzae) von Kehldeckel und Kehlkopf, die vor allem bei Kleinkindern vorkommt. Sie führt zu ausgeprägten Schluckbeschwerden, kloßiger Sprache und schwerer Atemnot. Eine sofortige Krankenhauseinweisung und evtl. eine Intubation sind notwendig, da durch die starke Schwellung akute Erstickungsgefahr besteht.


Epikanthus

Epikanthus, eine angeborene Hautfalte, die seitlich des Nasenrückens vom oberen zum unteren Augenlid reicht. Ein Epikanthus kommt bei vielen Neugeborenen vor und verschwindet meist bis zum sechsten Lebensjahr. Krankheitswert besteht nur bei zusätzlichen Störungen, z. B. beim → Down-Syndrom. Bei asiatischen Völkern ist ein Epikanthus ein charakteristisches Merkmal und wird als Mongolenfalte bezeichnet.


Epikard

Epikard, inneres, seröses Blatt des Herzbeutels (→ Perikard), das dem Herzmuskel direkt anliegt. Das Epikard umgibt schützend den Herzmuskel und den Anfangsteil der großen Gefäße, die vom Herzen ausgehen.


Epikonus-Syndrom

Epikonus-Syndrom, ein Symptomenkomplex, der durch Fehlbildungen, Verletzungen, Entzündungen oder einen Tumor am unteren Ende des Rückenmarks (Epikonus medullaris), d. h. in Höhe des 1. oder 2. Lendenwirbels, ausgelöst wird. Je nach Schwere der Beeinträchtigung kann es zu Empfindungsstörungen, einem Ausfall des Achillessehnenreflexes, einer Lähmung verschiedener Oberschenkel- und Unterschenkelmuskeln, einer Schwäche des Blasenschließmuskels sowie zur vollständigen Blasen-Mastdarm-Lähmung kommen.


Epikrise

Epikrise, ein Abschlussbericht, der den bisherigen Verlauf einer Krankengeschichte zusammenfasst. Meist gehört eine Übersicht über gestellte Diagnosen und eine Therapieempfehlung dazu.


epikutan

epikutan, auf der Hautoberfläche liegend.


Epikutanprobe

Epikutanprobe, → Epikutantest.


Epikutantest

Epikutantest, Epikutanprobe, eine diagnostische Methode in der Dermatologie. Mit einem Epikutantest können Allergene identifiziert werden, die ein allergisches Kontaktekzem auslösen. Dazu werden auf dem Rücken des Patienten Kammern mit den vermuteten allergieauslösenden Substanzen sowie eine Standardreihe aufgeklebt. Der Patient ist gegen diejenigen Substanzen allergisch, gegen die sich nach 48 Stunden auf der Haut eine Entzündungsreaktion zeigt (Rötung, Schwellung).


Epilation

Epilation, Haarentfernung, eine Epilation geschieht meist aus kosmetischen Gründen, manchmal aus therapeutischer Überlegung oder vor einer Operation, und kann mit elektrischen, physikalischen (Rasur) oder chemischen Verfahren durchgeführt werden.


Epilepsie

Epilepsie,
Epilepsie
Die Krampfanfälle eines Epilepsie-Kranken resultieren aus Störungen bei der Erregungsübertragung im Gehirn.
wiederholtes Auftreten von epileptischen Krampfanfällen. Ein epileptischer Krampfanfall ist eine übermäßig starke Entladung von Neuronen im Gehirn ("Gewitter im Gehirn"), das zu Zuckungen, Muskelkrämpfen, kurzzeitigem Bewusstseinsverlust oder auch Dämmerzuständen führen kann. Für die Entstehung einer Epilepsie sind äußere Faktoren (Erkrankungen des Gehirns durch Trauma, Tumor usw.) oder eine Veranlagung (genetische Einflüsse, Stoffwechselstörungen) verantwortlich. Die Epilepsie wird unterteilt in fokale Anfälle (nur eine bestimmte Hirnfunktion fällt kurzfristig aus und führt z. B. zum Zucken eines Armes, sog. Petit mal) und generalisierte Anfälle (Absencen oder über den ganzen Körper verlaufende Krämpfe, sog. Grand-mal-Anfälle). Einem epileptischen Anfall können sog. Prodromi oder Vorboten vorausgehen (Aura). Während eines Anfalls sind im → Elektroenzephalogramm typische Veränderungen der Hirnaktivität sichtbar. Die Therapie einer Epilepsie besteht aus Prävention (Vermeiden von Schlafmangel usw.) und einer langfristigen Medikation mit sog. Antiepileptika. Auch → Krampfanfall.


epileptisch

epileptisch, die Epilepsie betreffend.


Epinephrin

Epinephrin, → Adrenalin.


Epinephritis

Epinephritis, Paranephritis, eine hämatogene Entzündung der Nierenfettkapsel, evtl. unter Beteiligung des umliegenden Gewebes. Eine Epinephritis wird meistens durch eine Infektion mit Staphylo- oder Streptokokken ausgelöst, die z. B. von eitrigen Hauterkrankungen und Eierstock- oder Nierenbeckenentzündungen ausgehen kann. Als Symptome treten eine schmerzhafte Vorwölbung in der Nierengegend, Fieber, eine beschleunigte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit sowie eine erhöhte Anzahl von Leukozyten im Blut auf.


Epipharynx

Epipharynx, der obere Teil des Rachenraums, der hinter der Nasenhöhle liegt.


Epiphora

Epiphora, Tränenträufeln, ein Überlaufen der Tränenflüssigkeit bei vermehrter Tränenproduktion, z. B. wegen eines Fremdkörpers im Auge, oder wegen einer Abflussbehinderung in den Tränenwegen, z. B. bei einer Entzündung des Tränenkanals.


Epiphyse

Epiphyse, Corpus pineale, Zirbeldrüse, eine an der Hirnbasis gelegene Drüse, deren Zellen Pinealozyten genannt werden und an der Melatoninbildung (Melatonin reguliert den biologischen Zeitrhythmus) beteiligt sind.


Epiphyse

Epiphyse, Gelenkende, das jeweils vom knorpelbeschichteten Ende eines Röhrenknochens gebildet wird.


Epiphysenfuge

Epiphysenfuge, eine dünne Knorpelschicht zwischen Epiphyse und Metaphyse eines Röhrenknochens, von welcher das Längenwachstum des Knochens ausgeht. Nach Abschluss des Längenwachstums verknöchern die Epiphysenfugen.


Epiphysenlösung

Epiphysenlösung, → Epiphysiolyse.


Epiphysennekrose

Epiphysennekrose, eine → Knochennekrose, die in einer Epiphyse auftritt, entweder als Komplikation einer Krankheit (Knochenhautentzündung, Tumor, Trauma) oder spontan am wachsenden Skelett von Kindern oder Jugendlichen (sog. aseptische Knochennekrose). Bei der aseptischen Form kommt es insbesondere im Knie-, Hand- und Fußbereich zu umschriebener Zerstörung der Knochenstruktur. Als Ursachen werden Durchblutungsstörungen und genetische Faktoren diskutiert.


Epiphysenschluss

Epiphysenschluss, Verschluss der Epiphysenfuge durch Umwandlung der knorpeligen in knöcherne Substanz. Mit dem Epiphysenschluss ist das Längenwachstum abgeschlossen, normalerweise mit dem Ende der Pubertät.


Epiphyseodese

Epiphyseodese, die operative Hemmung der Knochenbildung im Bereich der Epiphysen, um das Längenwachstum bei Jugendlichen zu bremsen oder um eine Achsenfehlstellung zu korrigieren. Für eine zeitlich begrenzte Epiphyseodese werden die Epiphysen des Oberschenkelknochens oder des Schienbeins durch eine Klammer so lange blockiert, bis die gewünschte Korrektur erreicht ist. Die Entfernung der Epiphysenscheibe mit nachfolgender Einpflanzung eines Knochenspans führt zu einer permanenten Epihyseodese.


Epiphysiolyse

Epiphysiolyse, Epiphysenlösung, eine Ablösung der knöchernen Epiphyse von der Metaphyse des Röhrenknochens im Bereich der Epiphysenfuge. Ähnlich wie bei einem Knochenbruch kann es zu einer Achsenfehlstellung des Knochens kommen. Eine Epiphysiolyse kommt vor allem bei Jugendlichen vor und ist meist Folge einer Entzündung oder eines Traumas.


Episiotomie

Episiotomie, Dammschnitt, eine häufig durchgeführte Maßnahme zur Vergrößerung des Geburtskanals bei der gebärenden Frau, um das Gewebe des Damms vor einem Einriss zu schützen. Je nach Schnittführung unterscheidet man eine mediane (in Mittellinie) von einer lateralen oder mediolateralen Episiotomie. Nach beendigter Geburt wird die entstandene Wunde der Episiotomie zusammengenäht.


Epispadie

Epispadie, Harnröhrenspalte, eine Fehlbildung der Harnröhre mit nach oben offener Rinne an der Oberseite des Penis.


Epistaxis

Epistaxis, Nasenbluten, häufig durch Verletzung der Kapillaren in der vorderen Nase (Locus Kiesselbachi) verursacht. Seltener ist Epistaxis das Symptom einer Allgemeinerkrankung (z. B. Hypertonie, Blutgerinnungsstörung, Gefäßkrankheit, Leukämie). Zur Behandlung einer Epistaxis wird der Oberkörper des Patienten hochgelagert und die Blutungsquelle durch leichten Druck verschlossen. Bei starker Epistaxis ist eine Nasentamponade erforderlich. Bei häufigem starken Nasenbluten wird eine Elektrokoagulation oder die Verödung der Blutungsquelle mittels Laser durchgeführt.


Epithel

Epithel, ein- oder mehrschichtiger, dichtgereihter Zellverband, der die Körperoberfläche und innere Organe bedeckt. Das Epithel schützt die Oberfläche vor äußeren Einflüssen, verhindert Austrocknung und nimmt Reize auf. Histologisch werden verschiedene Epitheltypen unterschieden, z. B. einschichtig unverhorntes Plattenepithel (Bauchfell), mehrschichtig unverhorntes (Auskleidung der Mundhöhle) oder verhorntes (Oberhaut) Plattenepithel, einschichtig hochprismatisches Epithel (Magenschleimhaut), Flimmerepithel (Auskleidung der Atemwege) oder Übergangsepithel (Auskleidung der Harnblase).


Epitheliom

Epitheliom, ein gut- oder bösartiger Tumor aus epithelialen Zellen. In die Gruppe der Epitheliome gehören Epithelzysten, Adenome, Papillome und Karzinome.


Epithelisierung

Epithelisierung, Epithelisation, Bildung oberflächlicher Hautzellen, die einen Hautdefekt wieder bedecken. Auch → Wundheilung.


Epithelzelle

Epithelzelle, Zelle einer Epithelschicht. Je nach Funktion ist die Epithelzelle platt, kubisch oder hochprismatisch.


Epithese

Epithese, ein individuell konstruiertes Ersatzstück zur Deckung eines oberflächlichen Körper- oder Organdefekts, z. B. an Nase, Ohren oder Augen.


EPO

EPO, Abk. für Erythropoietin.


EPS

EPS, Abk. für → extrapyramidales System.


Epstein-Barr-Virus

Epstein-Barr-Virus, Abk. EBV, der DNS-Virus, der zur Familie der Herpesviren gehört; ist Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers (→ Mononucleosis infectiosa) und wird meist über direkten Speichelkontakt übertragen (daher auch "Kusskrankheit" genannt). In Asien und Afrika besteht eine Beziehung zwischen einer EBV-Infektion und vermehrtem Auftreten eines Nasenrachentumors. EBV ist vermutlich auch an der Entstehung eines Burkitt-Lymphoms und einer Haarleukoplakie (bei HIV-Patienten) beteiligt.


Equisetum arvense

Equisetum arvense, → Schachtelhalm.


Eradikationstherapie

Eradikationstherapie, die Bezeichnung für eine Kombinationstherapie aus Antibiotika, H2-Rezeptorenblockern oder Säurehemmern mit dem Ziel, eine Besiedelung der Magenschleimhaut mit → Helicobacter pylori und daraus resultierende Erkrankungen vollständig zu beseitigen. Auch vorhandene Magengeschwüre können mit diesen Therapieschemata erfolgreich behandelt werden. Die Erfolgsquoten der Eradikationstherapie liegen bei 80-90%, die Rückfallrate für Magengeschwüre beträgt 0-10%.


Erbanlage

Erbanlage, → Gen.


Erbgang

Erbgang, das Vererben eines Merkmals über die Weitergabe von Genen an die Nachkommen.


Erbgang, autosomaler

Erbgang, autosomaler, die Vererbung von Genmerkmalen, die auf einem der 22 Autosomenpaare lokalisiert sind.


Erbgang, dominanter

Erbgang, dominanter, "dominantes" Verhalten eines Genmerkmals, das sich bei heterozygoter Ausprägung durchsetzt. Bei der Vererbung der Blutgruppe A sind die Genotypen AA oder A0 möglich, da sich das Blutgruppenmerkmal A dominant verhält. Bei der Vererbung einer dominanten Erbkrankheit wird die Erkrankung mit den pathologischen Genen von nur einem Elternteil übertragen. Das Vererbungsrisiko einer dominant vererbbaren Krankheit (bei einem heterozygot erkrankten Elternteil) beträgt für die Nachkommen 50%.


Erbgang, gonosomaler

Erbgang, gonosomaler, die Vererbung von Genmerkmalen, die auf einem der beiden paarig angelegten Geschlechtschromosomen (XX oder XY) lokalisiert sind. Beim X-chromosomalen Erbgang werden Gene vererbt, die auf dem X-Chromosom liegen. Gene des X-Chromosoms können sowohl von der Mutter wie vom Vater stammen. Beim Y-chromosomalen Erbgang werden Gene, die auf dem väterlichen Y-Chromosom liegen, auf männliche Nachkommen übertragen.


Erbgang, rezessiver

Erbgang, rezessiver, Vererbungsweise eines Gens, dessen Merkmale nur bei homozygoter Ausprägung zum Ausdruck kommen. Das Gen der Blutgruppe 0 verhält sich z. B. rezessiv, d. h. ein Kind hat nur die Blutgruppe 0, wenn es sowohl von der Mutter als auch vom Vater je ein Gen für die Blutgruppe 0 erhalten hat. Erhält es hingegen Merkmal für die Blutgruppe 0 und eines für die Blutgruppe B, so wird das Kind die Blutgruppe B haben.


Erbkrankheit

Erbkrankheit, eine vererbbare Krankheit, die in einer Familie gehäuft auftritt oder durch eine Mutation in einer Familie neu entsteht. Eine Erbkrankheit wird über Gene vererbt, die die Informationen für ein bestimmtes Merkmal enthalten. Ein Fehler in der Struktur eines Gens oder eines Chromosoms kann je nach → Erbgang auf die Nachkommen übertragen werden. Eine relativ häufige Erbkrankheit ist z. B. die Hämophilie. Auch → genetische Krankheit.


Erb-Punkt

Erb-Punkt, Stelle am linken Rand des Brustbeins über dem dritten und vierten Zwischenrippenraum. Hier lässt sich der Klappenschlusston der Aorta am besten mit dem Stethoskop abhören.


Erb-Punkt

Erb-Punkt, Stelle, die etwa drei Zentimeter oberhalb des Schlüsselbeins und zwei Zentimeter seitlich des Halsmuskels (Musculus sternocleidomastoideus) liegt. An dieser Stelle können die Nerven des → Plexus brachialis elektrisch gereizt werden, so dass sich verschiedene Muskeln der Schulter und des Oberarms zusammenziehen.


Erbrechen

Erbrechen, → Emesis.


ERCP

ERCP, Abk. für endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie. Die ERCP ist eine Methode zur Darstellung der Gallen- und der Pankreasgänge. Dazu wird ein Endoskop über den Magen und das Duodenum in den Hauptgallengang eingeführt. Eine Verabreichung von Kontrastmitteln ermöglicht die Darstellung der Gallenwege im Röntgenbild.


Erdbeergeleesputum

Erdbeergeleesputum, bei bösartigen Lungen- und Bronchialtumoren auftretender schleimiger Auswurf, der aufgrund einer Beimischung von Blut rosa bis rot gefärbt ist.


Erdbeerzunge

Erdbeerzunge, → Himbeerzunge.


Erdmagnetismus

Erdmagnetismus, Eigenschaften des Magnetfeldes der Erde. Nach naturheilkundlichen Anschauungen begünstigen unregelmäßige Erdmagnetismusfelder die Entstehung von Krankheiten.


Erdölasphaltkrebs

Erdölasphaltkrebs, eine Berufskrankheit, die bei Arbeitern in Erdölraffinerien oder Braunkohlenretortenanlagen auftritt. Im klinischen Erscheinungsbild äußert sich ein Erdölasphaltkrebs als chronische Dermatitis mit fleckenförmigen, dunklen Hautverfärbungen, einer übermäßigen Verdickung der Hornschichten der Haut und der Bildung von Warzen und Papillomen. Manchmal können auch die Schleimhäute im Schlund und in der Lunge befallen sein.


Erdstrahlen

Erdstrahlen, physikalisch nicht nachweisbare Strahlen, die von unterirdischen Wasseradern ausgehen sollen. Mit Pendel und Wünschelrute können solche Erdstrahlen erfasst werden. Eine mögliche schädliche Wirkung von Erdstrahlen auf den menschlichen Organismus wird diskutiert.


erektil

erektil, aufrichtbar, zu einer → Erektion fähig.


Erektion

Erektion, reflektorisches Anschwellen und Aufrichten des Penis oder der Klitoris infolge sexueller Erregung. Eine Erektion entsteht durch gesteigerte arterielle Blutzufuhr in die Schwellkörper bei gleichzeitig gedrosseltem venösem Blutabfluss.


Erektionshilfe

Erektionshilfe, Mittel zur Erreichung einer Erektion bei → Erektionsstörungen. Technische Mittel sind z. B. Vakuumpumpen oder Penisprothesen. Medikamentöse Hilfsmittel können als Tablette eingenommen werden, z. B. der Wirkstoff Sildenafilcitrat (Viagra®), als Gel aufgetragen werden oder auch direkt in den Schwellkörper injiziert werden.


Erektionsstörung

Erektionsstörung, → Potenzstörung.


Eremophobie

Eremophobie, die krankhaft gesteigerte Angst vor dem Alleinsein oder auch vor dem Aufenthalt an einsamen Plätzen.


Erfahrungsmedizin

Erfahrungsmedizin, → Komplementärmedizin.


Erfrierung

Erfrierung, schwerste Form der GeEwebeschädigung durch Kälteeinwirkung. Man unterscheidet drei Schweregrade: 1. Grad: blasse und gefühllose Haut während der Unterkühlung, bei Aufwärmung reaktive Hyperämie. 2. Grad: Entstehung von Blasen auf der Haut. 3. Grad: Absterben von Gewebe infolge fehlender Blutversorgung (Kälte führt zu Gefäßverengung). Nach einer starken Unterkühlung darf die Erwärmung nur langsam erfolgen. Auch Hypothermie.


Ergänzungskost

Ergänzungskost, Zusatznahrung zur Ergänzung einer qualitativ oder quantitativ unzureichenden Ernährung, z. B. die Einnahme von Vitaminpräparaten bei einseitiger Diät.


Ergocalciferol

Ergocalciferol, → Vitamin D2.


Ergometer

Ergometer, ein Gerät, mit dem die körperliche Leistungsfähigkeit gemessen wird. Dabei lässt sich die Belastungsintensität genau einstellen, z. B. ein Fahrradergometer oder ein Laufband. Auch → Ergometrie.


Ergometrie

Ergometrie, die Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit mit einem Ergometer. Dabei werden Veränderungen des Kreislaufs (Puls, Blutdruck, Elektrokardiografie) und evtl. die Atmung registriert und ausgewertet. Auch → Belastungs-EKG.


Ergonomie

Ergonomie, ein Wissenschaftszweig, der sich u. a. mit der Arbeitsplatzeinrichtung befasst, um möglichst gesunde und ökonomische Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Das wechselseitige Verhältnis von Mensch und Arbeit steht im Mittelpunkt der Ergonomie.


Ergotamin

Ergotamin, ein Mutterkornalkaloid, das wegen seiner gefäßverengenden Wirkung zur Behandlung von Migräne eingesetzt wird. Ergotamin führt zu Kontraktionen der Gebärmutter und ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.


Ergotherapie

Ergotherapie, Oberbegriff für verschiedene Beschäftigungs- und Arbeitstherapien, die bei Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen angewendet werden, um eine möglichst große Selbständigkeit im Alltag zu erreichen (auch → Rehabilitation). Dabei werden geistige und motorische Fähigkeiten geschult (z. B. Schreiben, Waschen, Ankleiden usw.).


Ergotismus

Ergotismus, eine Vergiftung mit Mutterkornalkaloiden, die früher wegen einer Vermischung des Getreides mit Mutterkorn relativ häufig auftrat. Mutterkorn ist ein Pilz, der häufig auf Getreide wächst. Beim Ergotismus kommt es zu Zyanose, Gefühlsstörungen der Extremitäten, vegetativen Beschwerden, Schwindel, Kopfschmerzen usw.


ergotrop

ergotrop, die Leistungsbereitschaft steigernd. Beim Menschen bewirkt der Sympathikus eine Mobilisierung der Energiereserven, um eine außergewöhnliche Leistung (z. B. Flucht) zu ermöglichen.


Erguss

Erguss, eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit ins Gewebe oder in einer vorgebildeten Körperhöhle. Ein Erguss kann u. a. bedingt sein durch eine Stauung des Blutabflusses, eine Hypoproteinämie und ein Exsudat im Rahmen einer Entzündung. Relativ häufig sind Ergüsse in Gelenkspalten, in der Bauchhöhle (Aszites) oder in der Pleurahöhle. Auch → Exsudat, → Transsudat.


Erhaltungsdosis

Erhaltungsdosis, pharmakologischer Begriff für die Menge eines Arzneimittels, die täglich benötigt wird, um eine bestimmte Wirkstoffkonzentration (bzw. das Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Ausscheidung des Arzneimittels) im Körper aufrechtzuerhalten.


Erholung

Erholung, ein Wiedergewinnen der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit z. B. nach einer Krankheit oder einer großen Anstrengung.


Erinnerungslücke

Erinnerungslücke, → Amnesie.


Erkältung

Erkältung, Erkältungskrankheit, grippaler Infekt, meist durch Viren verursachte Erkrankung der Atemwege (Rhinopharyngitis, Bronchitis, Laryngitis). Eine Unterkühlung kann Wegbereiter einer Erkältung sein, ist aber selten die eigentliche Ursache. Gehäuft tritt eine Erkältung zur Winterszeit oder bei einer Schwächung der Immunabwehr auf, z. B. bei Dauerstress. Typische Symptome bei einer Erkältung sind Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich; die symptomatische Behandlung besteht in lindernden Maßnahmen wie Bettruhe, Inhalation, Wickel oder der Gabe von schmerzstillenden und fiebersenkenden Medikamenten.


Erkrankung, interkurrente

Erkrankung, interkurrente, ein Begriff aus der Homöopathie für das Auftreten einer akuten Erkrankung, die unter Behandlung eines chronischen Leidens hinzukommt. Dabei kann es sich um ein erneutes Erscheinen der früheren Symptome handeln oder um einen Wechsel der Arzneimittelkonstitution.


Erlacher Schiene

Erlacher Schiene, eine Spezialschiene, mit deren Hilfe die Finger im Grundgelenk gebeugt werden und die zur Behandlung einer → Ulnarislähmung eingesetzt wird.


Ermächtigung

Ermächtigung, die Erlaubnis bzw. Zulassung eines Arztes, sich als Kassenarzt bzw. Vertragsarzt an der vertragsärztlichen Versorgung der Bevölkerung zu beteiligen. Die Vertragsärzte sind schulmedizinisch ausgebildete Hausärzte und Fachärzte. Hausärzte bzw. Ärzte für Allgemeinmedizin übernehmen in der Regel die Untersuchung und Behandlung der Patienten und überweisen sie gegebenenfalls an einen Facharzt. Die Vertragsärzte stehen in enger Verbindung zu den sog. kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), die die vertragsärztliche Versorgung sicherstellen. Die KVen erhalten von den Krankenkassen eine Vergütung für die Leistungen der Ärzte und verteilen diese nach einem Honorarverteilungsmaßstab an die Vertragsärzte.


Ermüdung

Ermüdung, die durch zuvor erbrachte Leistung hervorgerufene Minderung der körperlichen und geistigen Funktionsfähigkeit und des Leistungsvermögens. Die Ermüdungserscheinungen, wie z.B. das Nachlassen der Konzentration oder der Aufmerksamkeit oder der Muskelkraft, können durch Ausruhen oder Schlafen behoben werden.


Ermüdung

Ermüdung, die durch chronische Überlastung hervorgerufene Materialermüdung eines Gewebes oder auch eines Implantats, die z.B. eine → Ermüdungsfraktur zur Folge haben kann.


Ermüdungsfraktur

Ermüdungsfraktur, Stressfraktur, Ermüdungsbruch, Marschfraktur, ein Knochenbruch, der bei ungewohnter körperlicher Belastung als Folge wiederholter Mikrotraumen auftritt (z. B. Marschfraktur eines Mittelfußknochens bei einer untrainierten Person). Dabei kommt es zu plötzlichen Schmerzen und eingeschränkter Belastbarkeit. Gelegentlich ist der schmale Frakturspalt röntgenologisch erst in der Reparationsphase des Knochens erkennbar.


Ernährung

Ernährung,
Bodymass-Index
Bodymass-Index: Eine gerade Linie zwischen Ihrem Ist-Gewicht und der Körpergröße schneidet die BMI-Skala in Ihrem persönlichen Gewichtsbereich.
die Aufnahme von Flüssigkeit und Nährstoffen, die Energie (vor allem Kohlenhydrate und Fette) und Baustoffe (vor allem Proteine) sowie vom Körper nicht herstellbare Substanzen (Vitamine, Spurenelemente) liefert. Eine ausgewogene Ernährung dient der Erhaltung der Gesundheit und schützt vor Mangelkrankheiten.


Ernährung, bilanzierte

Ernährung, bilanzierte, eine Ernährung mit ganz bestimmten Nährstoffen, die meist industriell hergestellt werden. Die bilanzierte Ernährung wird flüssig oder als Pulver bei Patienten z. B. mit Darmerkrankungen eingesetzt.


Ernährung, künstliche

Ernährung, künstliche, die Ernährung eines Menschen über einen künstlichen Zugang zum Magen-Darm-Trakt, z. B. über eine Magensonde, die durch Nase, Rachen und Speiseröhre in den Magen eingeführt wird. Man verwendet für die künstliche Ernährung dickflüssige Sondenkost, die auch mittels einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) durch die Haut in den Magen eingebracht werden kann. Eine weitere Möglichkeit besteht in der intravenösen (parenteralen) Ernährung, bei der durch einen zentralen Venenkatheter eine hochprozentige Glukoselösung, Protein- und Lipidlösungen sowie Elektrolyte und Vitamine infundiert werden. Die künstliche Ernährung wird eingesetzt, wenn sich ein Patient auf natürlichem Weg nicht selber ernähren kann, z. B. bei Frühgeborenen, Schlucklähmung, Speiseröhrenkrebs oder Bewusstlosigkeit.


Ernährungsberatung

Ernährungsberatung, Aufklärung von Patienten durch einen Experten für Ernährung und Diät. Eine Ernährungsberatung beinhaltet Vorschläge und Empfehlungen für eine möglichst geeignete Form der Ernährung. Besonders wichtig ist eine Ernährungsberatung bei Patienten mit Stoffwechselstörungen und Übergewichtigen.


Ernährungsform, alternative

Ernährungsform, alternative, → Kostform, alternative.


Ernährungskur

Ernährungskur, eine Heilbehandlung mit einer bestimmten Ernährungsweise zur Verbesserung der Gesundheit (z. B. Schrothkur, Mayr-Kur) oder zur Gewichtsreduktion (verschiedene Diätformen).


Ernährungsmedizin

Ernährungsmedizin, die Berücksichtigung und Anwendung ernährungswissenschaftlicher Erkenntnisse in der Prävention und Therapie von Krankheiten.


Ernährungsstörung

Ernährungsstörung, Ernährungsstörung des Säuglings, eine Störung der Aufnahme oder Verwertung von Nahrung, die zu Störungen des Wachstums und der psychomotorischen Entwicklung führen kann. Als Ursachen kommen eine quantitativ oder qualitativ unzureichende Ernährung, eine Resorptionsstörung (z.B. bei Magen-Darm-Infektionen) oder auch psychische Faktoren in Frage.


Ernährungsstörung

Ernährungsstörung, Krankheit, die durch unausgewogene Ernährung oder ungenügende Kalorienzufuhr entsteht.


Ernährungstherapie

Ernährungstherapie, eine Behandlung bestimmter organischer Erkrankungen (insbesondere Stoffwechselstörungen) durch eine gezielte Ernährung. Z. B. bei Diabetes mellitus wird u. a. auf geeignete Kohlenhydrate und genügend Ballaststoffe geachtet. Bei einer Nahrungsmittelallergie wird das Allergen in der Ernährung möglichst vermieden.


Ernährungszustand

Ernährungszustand, Abk. EZ, die körperliche Konstitution, die durch die Ernährung bedingt ist. Der Ernährungszustand wird im Rahmen der körperlichen Untersuchung beurteilt und berücksichtigt Hautfarbe, Hautfaltendicke, Körpergröße und Körpergewicht. Auch → Bodymass-Index.


Ernährung, vollwertige

Ernährung, vollwertige, eine ausgewogene Ernährung, die den Bedarf des Organismus an essenziellen Nahrungsstoffen und an Energie abdeckt. Bei der Auswahl der Lebensmittel werden Erkenntnisse aus Epidemiologie und Ernährungswissenschaft berücksichtigt.


Eröffnungsperiode

Eröffnungsperiode, eine Phase der Geburt vom Beginn der Eröffnungswehen bis zur vollständigen Eröffnung des Muttermundes. Am Ende der Eröffnungsperiode ist die Fruchtblase stark vorgewölbt. Nach dem Blasensprung beginnt die Austreibungsperiode. Auch → Geburt.


Eröffnungswehen

Eröffnungswehen, rhythmische, schmerzhafte Kontraktionen der Gebärmutter während der Eröffnungsperiode. Die Eröffnungswehen folgen in regelmäßigen, immer kürzer werdenden Abständen aufeinander, eine einzelne Eröffnungswehe dauert rund 15-60 Sekunden. Auf die Eröffnungswehen folgen die Austreibungs- und Presswehen.


erogene Zonen

erogene Zonen, bestimmte Bereiche der Körperoberfläche, deren Reizung zu sexueller Erregung führen. Zu den erogenen Zonen gehören der Geschlechts- und Analbereich, Brustwarzen, Gesäß, Oberschenkelinnenseiten, Rücken, Hals, Lippen, Mund, Zunge und Ohren.


Erosion

Erosion, ein begrenzter oberflächlicher Gewebeverlust der Haut oder Schleimhaut, der ohne Narbenbildung abheilt. Eine Erosion kann sich z. B. im Magen auch zu einem Ulkus entwickeln.


Erotomanie

Erotomanie, auch als »Liebeswahn« bezeichnetes, krankhaft übersteigertes sexuelles Verlangen nach einer nicht erreichbaren Person bzw. der nicht gerechtfertigte Glaube, von einer solchen Person geliebt zu werden.


Erotophobie

Erotophobie, Bezeichnung für die krankhafte Abneigung, eine sexuelle Beziehung einzugehen.


Erregbarkeitsprüfung

Erregbarkeitsprüfung, die mithilfe einer direkten oder indirekten Reizung durchgeführte Prüfung der Funktionsfähigkeit von Muskeln und peripheren Nerven. Die Erregbarkeitsprüfung dient der Feststellung von Krankheiten der peripheren motorischen Neuronen sowie von entzündlichen Muskelerkrankungen (Myopathien). Auch → Myopathie.


Erreger

Erreger, Oberbegriff für Mikroorganismen (wie Viren, Bakterien, Pilze) und Parasiten, die eine Infektionskrankheit verursachen. Sog. opportunistische Erreger sind Keime, die nur bei Personen mit reduzierter Immunabwehr (z. B. chronischer Alkoholismus, HIV-Erkrankung) zu einer Erkrankung führen.


Erregung

Erregung, ein Zustand, der mit gesteigerter geistiger oder motorischer Funktion einhergeht. Eine Erregung kann in bestimmten Situationen physiologisch sein, andererseits Ausdruck einer psychischen Erkrankung oder eines Substanzmissbrauchs sein.


Erregung

Erregung, eine spezifische Reaktion einer Körperstruktur (z.B. Muskelzelle) auf einen äußeren Reiz oder einen automatisch entstehenden Impuls.


Erregungsausbreitung

Erregungsausbreitung, die im Herzen stattfindende Fortleitung der elektrischen Erregung, die im Sinusknoten entsteht. Vom Sinusknoten gelangt die Erregung über den rechten Vorhof zum AV-Knoten, zum His-Bündel und über den linken und rechten Tawara-Schenkel zu den Herzkammern. Auch → Erregungsleitungssystem.


Erregungsleitungsgeschwindigkeit

Erregungsleitungsgeschwindigkeit, die Geschwindigkeit, mit der die elektrische Erregung in einem Nerv fortgeleitet wird. Die Erregungsleitungsgeschwindigkeit ist bei markhaltigen Nervenfasern höher als bei marklosen.


Erregungsleitungsstörung

Erregungsleitungsstörung, eine Verzögerung oder ein Ausfall der normalen Erregungsleitung im Herzen. Dabei wird eine Erregungsleitungsstörung nach dem Ort im Erregungsleitungssystem benannt, wo die Weiterleitung gestört ist (z. B. AV-Block, Rechtsschenkelblock). Auch → Herzrhythmusstörung.


Erregungsleitungssystem

Erregungsleitungssystem, Reizleitungssystem,
Erregungsleitungssystem
Das Erregungsleitungssystem führt seine Impulse bis zu den Muskelfasern der Herzkammern.
ein Verbund von besonderen Herzmuskelzellen, deren Aufgabe die Weiterleitung der im Sinusknoten entstandenen elektrischen Erregung zu den eigentlichen Herzmuskelzellen ist. Normalerweise wird die Erregung rhythmisch im Sinusknoten gebildet, verläuft dann über den rechten Vorhof zum AV-Knoten und zum His-Bündel, das sich in der Kammerscheidewand in den rechten und den linken Tawara-Schenkel aufteilt. Die letzten Ausläufer dieser Schenkel sind die Purkinje-Fasern, die in der inneren Herzmuskelschicht enden. Nach jeder Erregungsbildung im Sinusknoten folgt ein Herzschlag.


Errötungsfurcht

Errötungsfurcht, → Erythrophobie.


Ersatzmagen

Ersatzmagen, ein operativ geschaffener, als Reservoir dienender Hohlraum, der nach einer → Gastrektomie den Magen ersetzt. Mit einem Ersatzmagen können wieder größere Mahlzeiten eingenommen werden und die Geschwindigkeit der Nahrungspassage wird verlangsamt. Ein Ersatzmagen wird meist aus Dünndarm gebildet.


Ersatzmutter

Ersatzmutter, → Leihmutter.


Ersatzrhythmus

Ersatzrhythmus, eine Herzrhythmusstörung; der Herzrhythmus wird nicht mehr vom Sinusknoten, sondern von einer tiefer im Erregungsleitungssystem gelegenen Stelle gebildet (AV-Knoten, Purkinje-Fasern).


Ersatzstimme

Ersatzstimme, das Schaffen einer künstlichen Stimme als Ersatz für die natürliche bei Patienten, deren Kehlkopf operativ entfernt wurde. Als Ersatzstimme kommen die → Ösophagusstimme, mechanische oder elektronische Sprechhilfen oder Stimmprothesen in Frage.


Erschöpfungsdepression

Erschöpfungsdepression, Depression, die infolge einer chronischen Überlastung oder Überforderung entsteht, z. B. durch Dauerstress. Eine Erschöpfungsdepression geht häufig mit körperlichen Symptomen wie Schmerzzuständen, Müdigkeit, Vergesslichkeit oder Konzentrationsstörungen einher.


Erschöpfungszustand

Erschöpfungszustand, ein Oberbegriff für schwere körperliche oder geistige Ermüdungserscheinungen, die sich als allgemeine Schwäche, Abgeschlagenheit und Energielosigkeit bemerkbar machen. Als Hilfe bei Erschöpfungszuständen werden - neben der Erholung - naturheilkundliche Behandlungen mit Ginsengpräparaten, Kaffee, Mate, Hafer usw. empfohlen.


erste Hilfe

erste Hilfe, erste lebensrettende Sofortmaßnahmen, die bei einem medizinischen Notfall von Laien oder Fachleuten durchgeführt werden müssen. Dazu gehören die korrekte Lagerung des Patienten, Offenhalten der Atemwege, Beatmung, Blutstillung usw. Wer trotz Zumutbarkeit keine erste Hilfe leistet, macht sich gemäß § 323 c StGB strafbar. Auch → Notfallmaßnahmen.


Erstgebärende

Erstgebärende, → Primipara.


Erstickung

Erstickung, durch Sauerstoffmangel herbeigeführter Tod. Bei einer sog. äußeren Erstickung sind Sauerstoffmangel der Außenluft, Verlegung der Atemwege oder eine Störung der Atemmechanik die Ursache. Bei einer inneren Erstickung liegt die Störung in den Erythrozyten oder im Gasaustausch (z. B. bei Kohlenmonoxidvergiftung).


Erstverschlimmerung

Erstverschlimmerung, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach begonnener Therapie. In der Homöopathie wird eine Erstverschlimmerung erwartet und als Zeichen für eine richtig gewählte Therapie verstanden. Eine Erstverschlimmerung kann innerhalb von Minuten oder Stunden, aber auch erst Tage nach Beginn der Behandlung einsetzen.


Ertrinken

Ertrinken, Tod, der durch Eindringen von Wasser in die Lungen und dem daraus resultierenden Sauerstoffmangel verursacht wird.


Eruption

Eruption, plötzliches Auftreten eines Hautausschlags. Auch der Ausschlag selbst wird als Eruption bezeichnet.


Erwärmungsversuch

Erwärmungsversuch, eine Methode zur Untersuchung von peripheren Durchblutungsstörungen. Dazu werden die Extremitäten direkt oder indirekt erwärmt und an diesen Stellen die Änderung der Hauttemperatur gemessen. Ein verminderter Temperaturanstieg ist ein Zeichen für das Vorliegen einer Durchblutungsstörung.


Erwartungsangst

Erwartungsangst, ein Angstzustand, der durch die Erwartung eines als belastend empfundenen Geschehens (z. B. eine Prüfung) ausgelöst wird. Diese Erwartungsangst kann auch bei ansonsten gesunden Menschen mit vegetativen Symptomen wie Erblassen, Herz- und Atemstörungen und Missempfindungen des Magen-Darm-Bereichs einhergehen. Eine krankhaft übersteigerte Erwartungsangst wird als Erwartungsneurose bezeichnet und äußert sich in Störungen z. B. der Sprachfähigkeit (Stottern).


Erweichung

Erweichung, eine Abnahme der festen Konsistenz eines Gewebes evtl. bis hin zur Verflüssigung. Eine Erweichung tritt z. B. in Zusammenhang mit einer Enzephalomalazie auf und hat eine teilweise oder vollständige Nekrose des Hirngewebes zur Folge.


Erwerbsfähigkeit

Erwerbsfähigkeit, Fähigkeit, seine Arbeitskraft wirtschaftlich zu verwerten (Definition nach der gesetzlichen Unfallversicherung) bzw. Fähigkeit, eine Erwerbstätigkeit in gewisser Regelmäßigkeit auszuüben (Definition nach der gesetzlichen Rentenversicherung). Eine Minderung der Erwerbsfähigkeit oder eine Erwerbsunfähigkeit wird vom Arzt aufgrund objektiver Befunde festgelegt.


Erwerbsunfähigkeit

Erwerbsunfähigkeit, Abk. EU, in der gesetzlichen Rentenversicherung definiert als eine wegen Krankheit oder Behinderung (auf nicht absehbare Zeit) fehlende Fähigkeit, eine Erwerbstätigkeit in gewisser Regelmäßigkeit oder von mehr als nur geringfügigen Einkünften auszuüben. Besteht eine ärztlich dokumentierte Erwerbsunfähigkeit und sind weitere Voraussetzungen erfüllt, besteht Anspruch auf eine Rente.


Ery

Ery, Abk. für → Erythrozyt.


Erysipel

Erysipel, Wundrose, eine akute Entzündung der Dermis, meist durch Streptokokken der Gruppe A. Die Bakterien dringen durch kleine Hauteinrisse ein, vorzugsweise in den Zehenzwischenräumen und im Gesicht. Neben einer starken, flammenartigen Hautrötung mit schmerzhafter Schwellung treten Fieber, Schüttelfrost und evtl. Lymphknotenschwellung auf. Als Komplikation kann es u. a. zu einer Verstopfung des Lymphabflusses mit nachfolgendem Ödem kommen. Die Therapie eines Erysipels besteht in der Ruhigstellung des erkrankten Körperteils und in einer systemischen Antibiotikatherapie.


Erysipeloid

Erysipeloid, Rotlauf, Schweinerotlauf, eine Infektionskrankheit, die durch den Bazillus Erysipelothrix rhusiopathiae hervorgerufen wird und vor allem bei Metzgern und Berufsfischern vorkommt. Die Bakterien dringen durch kleine Verletzungen der Hände in die Haut ein und lösen eine lokal begrenzte, juckende Schwellung mit bläulich roter Hautverfärbung aus. Zusätzlich kann es zu einer Entzündung der Lymphgefäße, selten auch zu einer Sepsis oder → Endokarditis kommen. Die Behandlung besteht in der Gabe von Antibiotika.


Erythem

Erythem, Hautrötung, der eine vermehrte Füllung der Blutgefäße zugrunde liegt. Ein Erythem kann im Rahmen einer Entzündung oder als Reaktion auf innere oder äußere Reize auftreten.


Erythema chronicum migrans

Erythema chronicum migrans, eine flächige, scharf begrenzte Hautrötung, die nach einer Infektion mit Borrelia burgdorferi auftritt, einem durch Zeckenbiss übertragbaren Bakterium. Ein Erythema chronicum migrans entsteht um die Zeckenbissstelle herum und dehnt sich langsam weiter aus ("Wanderröte"), oft mit zentraler Abblassung. Auch → Lyme-Borreliose.


Erythema infectiosum

Erythema infectiosum, Ringelröteln, fünfte Krankheit, eine infektiöse Hautkrankheit, die durch Parvoviren über Tröpfcheninfektion übertragen wird und vor allem bei Kindern im Schulalter auftritt. Nach allgemeinen Krankheitszeichen entwickelt sich eine schmetterlingsförmige Hautrötung im Gesicht mit Aussparung des Mundbereichs, danach entstehen ringförmige, juckende, rote Flecken an den Armen und Beinen und am Stamm. Nach ein bis zwei Wochen heilen die Ringelröteln spontan ab.


Erythralgie

Erythralgie, → Erythromelalgie.


Erythrämie

Erythrämie, eine Form einer akuten Leukämie beim Erwachsenen, bei der das System für die Neubildung der roten Blutkörperchen stark gestört ist. Als Folge davon kommt es zu Symptomen wie einer starken Vermehrung von unreifen Erythroblasten und deren Ausschwemmung ins Blut, Neigung zu Blutungen aufgrund eines Mangels an Blutplättchen, fortschreitender Anämie, Fieber und einer Vergrößerung der Leber und der Milz.


Erythrasma

Erythrasma, eine Infektionskrankheit der Haut durch den Erreger Corynebacterium minutissimum. Ein Erythrasma tritt bevorzugt bei Männern auf. Dabei kommt es zu rotbraunen, leicht schuppenden Flecken, insbesondere in der Gegend der Leiste, Oberschenkelinnenseite, Achselhöhle und zwischen den Zehen. Unter Wood-Licht erscheinen die Hautflecken rot fluoreszierend. Die Therapie besteht in der Gabe von Antibiotika und/oder Antimykotika.


erythro...

erythro..., Wortteil mit der Bedeutung "rot".


Erythroblast

Erythroblast, unreife Vorstufe des Erythrozyten, die im Knochenmark als kernhaltige Zelle aus einer sog. Stammzelle gebildet wird.


Erythroblastämie

Erythroblastämie, das krankhafte Auftreten von Erythroblasten im peripheren Blut, wie z. B. bei Erythrämie, Erythroleukämie, fetaler Erythroblastose oder auch bei akuten hämolytischen Anämien.


Erythrodermie

Erythrodermie, eine an der gesamten Hautoberfläche auftretende entzündliche Hautrötung. Die Haut ist ödematös verquollen und schuppend, der Patient leidet an Juckreiz und Fröstelgefühl. Eine Erythrodermie kann angeboren sein (→ Ichthyose) oder sich im Rahmen einer Allgemeinerkrankung (als allergische Reaktion auf ein Arzneimittel, bei Leukämie usw.) oder einer vorbestehenden Hauterkrankung (z. B. Psoriasis) entwickeln.


Erythromelalgie

Erythromelalgie, eine seltene Hauterkrankung, die mit Durchblutungsstörungen, anfallartigen Schmerzen in Händen und Füßen, einer Hyperämie und Ödembildung an den befallenen Körperteilen einhergeht. Als Ursachen werden verschiedene Grunderkrankungen wie z. B. Thrombozythämie, Gefäßerkrankungen oder Diabetes mellitus diskutiert.


Erythromycin

Erythromycin, ein altes, gut verträgliches Makrolid-Antibiotikum, das vor allem gegen grampositive und einige gramnegative Bakterien wirksam ist.


Erythropathie

Erythropathie, eine zusammenfassende Bezeichnung für Blutkrankheiten, die mit Fehlbildungen oder Schädigungen der roten Blutkörperchen einhergehen. Beispiele für Erythropathien sind z. B. die Sichelzellanämie und die Thalassämie. Aber auch Infektionen, Medikamente oder Chemikalien können zu Anomalien der Erythrozyten führen.


Erythropenie

Erythropenie, ein Mangel an roten Blutkörperchen im Blut. Auch → Anämie.


Erythrophagen

Erythrophagen, bei immunologisch bedingten hämolytischen Blutkrankheiten auftretende Makrophagen, die im Knochenmark, in der Milz, in der Leber und in der Lunge die roten Blutkörperchen abbauen.


Erythrophobie

Erythrophobie, Errötungsfurcht, die übertriebene Angst zu erröten. Häufig wird das Erröten durch die Erythrophobie verstärkt ausgelöst.


Erythropoese

Erythropoese, Erythrozytopoese, die Bildung und Reifung der roten Blutkörperchen im Knochenmark. Bei Zuständen, die mit vermindertem Sauerstoffgehalt im Gewebe einhergehen, wird → Erythropoetin freigesetzt, das die Erythropoese stimuliert. Aus einer Stammzelle im Knochenmark entwickeln sich kernhaltige Erythroblasten, die sich zu kernlosen Erythrozyten ausbilden und ins periphere Blut ausgeschwemmt werden.


Erythropoetin

Erythropoetin, Erythropoietin, Abk. EPO, ein hauptsächlich in den Nieren gebildetes Hormon, das die Stammzellen im Knochenmark zur Bildung roter Blutkörperchen anregt. Bei Sauerstoffmangel des Gewebes (Anämie, Höhenaufenthalt) und bei Nierentumoren ist die Ausschüttung von Erythropoetin erhöht.


erythropoetisches System

erythropoetisches System, Organe, Zellen und Substanzen, die an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt sind. Dazu gehören alle Vorläuferzellen der Erythrozyten im Knochenmark, die Gesamtheit der Erythrozyten sowie die Erythropoese steuernde, humorale Faktoren.


Erythrozyt

Erythrozyt,
Erythrozyt
Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) machen 44 Prozent des Blutvolumens aus.
rotes Blutkörperchen. Erythrozyten werden im Knochenmark gebildet und erfüllen im Blut die Aufgabe des Sauerstofftransportes. Das in den Erythrozyten enthaltene Hämoglobin, das Sauerstoff aufnehmen und abgeben kann, gibt den Erythrozyten die rötliche Farbe in der Pappenheim-Färbung. Ein Erythrozyt erscheint im Blutausstrich unter dem Lichtmikroskop als kleine scheibenförmige Zelle ohne Kern mit zentraler Eindellung. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Erythrozyten beträgt etwa 120 Tage. Auch → Anämie.


Erythrozytenanomalie

Erythrozytenanomalie, eine krankhafte Veränderung der roten Blutkörperchen, so dass sie z. B. in Bezug auf ihre Form, ihre Größe, ihre Anzahl oder in ihrem Hämoglobingehalt von der Norm abweichen. Erythrozytenanomalien können z. B. im Rahmen von Stoffwechselstörungen (z. B. Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel) oder bei Erkrankungen des Blutbildungssystems (z. B. Leukämie oder aplastische Anämie) entstehen. Aber auch angeborene Erkrankungen wie z. B. die Sichelzellanämie haben Veränderungen der Erythrozyten zur Folge.


Erythrozytenflexibilität

Erythrozytenflexibilität, die Fähigkeit der Erythrozytenmembran, sich stark zu verformen. Dadurch wird die Passage der roten Blutkörperchen auch durch engste Kapillaren und Poren ermöglicht. Darüber hinaus hat die Erythrozytenflexibilität einen Einfluss auf die Fließgeschwindigkeit des Bluts. So nimmt die Verformbarkeit der Erythrozyten z. B. bei einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Körpergewebes ab und es kommt infolgedessen zu einer Verschlechterung der Mikrozirkulation.


Erythrozytenkonzentrat

Erythrozytenkonzentrat, ein Blutersatzprodukt aus Erythrozyten, die durch Zentrifugation oder Sedimentation aus Vollblut gewonnen wurden. Im Unterschied zu anderen Blutkonserven werden bei einem Erythrozytenkonzentrat die Leukozyten und Thrombozyten entfernt, um das Risiko einer Antikörperbildung gegen diese Blutbestandteile zu eliminieren. Ein Erythrozytenkonzentrat wird zur → Bluttransfusion verwendet.


Erythrozytenresistenz

Erythrozytenresistenz, die Eigenschaft von Erythrozyten, dem Einfluss von osmotischem Druck (→ Osmolarität), von mechanischen Veränderungen (z. B. rasche Bewegung), von Wärme oder Säure bis zu einem gewissen Grad zu widerstehen. Gesunde Erythrozyten bleiben bei den entsprechenden Tests der osmotischen und mechanischen, der Wärme- und Säureresistenz intakt und funktionsfähig, erkrankte Erythrozyten verändern sich dagegen schnell oder werden zerstört. Bei bestimmten Formen einer Anämie, die auf einer Veränderung der Erythrozyten beruhen, werden die Erythrozyten z. B. zerstört, wenn sie Lösungen ausgesetzt sind, deren osmotischer Druck nur wenig von dem des Bluts abweicht (sog. hypotone Lösungen). Die verringerte osmotische Resistenz ist für die → Sphärozytose charakteristisch.


Erythrozytenzählung

Erythrozytenzählung, die Berechnung der Konzentration der roten Blutkörperchen im Blut, angegeben als Zahl (in Millionen) pro Kubikmillimeter Blut. Die Messung kann mikroskopisch mit einer Zählkammer oder elektronisch durchgeführt werden.


Erythrozytopenie

Erythrozytopenie, ein Mangel an roten Blutkörperchen im Blut, → Anämie.


Erythrozytose

Erythrozytose, eine erhöhte Erythrozytenzahl im Blut, → Polyglobulie.


Es

Es, ein Begriff aus der Psychoanalyse, der von Sigmund Freud geprägt wurde. Das Es beinhaltet den unbewussten Teil der Psyche, der aus Trieben und Wünschen besteht und als Quelle psychischer Energie verstanden wird. Die beiden anderen Organisationsstrukturen der Psyche sind das → Ich und das → Über-Ich.


ES

ES, Abk. für → Extrasystole.


Escherichia coli

Escherichia coli, E. coli, ein stäbchenförmiges, gramnegatives Bakterium, das Zucker unter Bildung von Säure und Gas spaltet. Insgesamt gibt es über 200 verschiedene Gruppen, von denen einige eine Harnwegsinfektion, eine Gastroenteritis bei Säuglingen (Säuglingsdiarrhö) oder bei Erwachsenen (auch →  Reisediarrhö) hervorrufen. Viele Escherichia coli -Stämme sind Bestandteil der physiologischen Darmflora. Escherichia coli hat große Bedeutung in der Biotechnologie, weil es zur Produktion z. B. von Insulin genutzt wird.


Esoterik

Esoterik, eine Bezeichnung für geistige Lehren, die nur von "Eingeweihten" verstanden werden. Voraussetzung für die Einsicht in eine esoterische Lehre sind u. a. eine offene Grundhaltung und langfristiges Bemühen um Erkenntnis. Im Unterschied zur klassischen Philosophie soll die Esoterik nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich sein.


Essential Drug List

Essential Drug List, die von der →  Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellte Auflistung aller Arzneimittel bzw. Wirkstoffe, die für die gesundheitliche Versorgung der Entwicklungsländer notwendig sind.


Essenz

Essenz, ein aus Pflanzen gewonnenes flüssiges Arzneimittel, das mit Alkohol versetzt ist.


Essenz

Essenz, die wesentlichen charakteristischen Merkmale eines Arzneimittels in der Homöopathie.


essenziell

essenziell, → idiopathisch, selbstständig.


essenziell

essenziell, Bezeichnung für lebensnotwendige Substanzen, die mit der Nahrung zugeführt werden müssen, weil der Organismus sie nicht selber herstellen kann, z.B. essenzielle Fettsäuren oder essenzielle Aminosäuren. Auch essenzielle →  Nahrungsmittelbestandteile.


essigsaure Tonerde

essigsaure Tonerde, → Tonerde, essigsaure.


Essstörung, psychogene

Essstörung, psychogene, psychische Erkrankung, bei der ein abnormales Verhältnis zur Nahrungsaufnahme oder zum Körpergewicht im Mittelpunkt steht. Zu den psychogenen Essstörungen werden → Anorexia nervosa, → Bulimia nervosa und → Adipositas gezählt.


Ester

Ester, eine chemische, neutrale Verbindung aus organischen oder anorganischen Säuren und Alkoholen. Viele Ester weisen einen fruchtartigen Geruch auf. Die Spaltung eines Esters zu Säure und Alkohol nennt man Verseifung.


Estradiol

Estradiol, Östradiol, natürlich vorkommendes weibliches Geschlechtshormon. Östradiol wird in den Eierstöcken gebildet und ist für die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsmerkmale, die Reifung weiblicher Eizellen und für Schwangerschaft und Geburt unentbehrlich. Auch → Östrogene.


Estriol

Estriol, Östriol, ein schwach wirksames Östrogen, Hauptausscheidungsprodukt des Östrogenstoffwechsels. Estriol wird während der Schwangerschaft in der Plazenta gebildet. Deshalb kann die Bestimmung von Estriol zur Diagnostik des fetalen Zustandes am Ende der Schwangerschaft verwendet werden. Estriol findet therapeutisch Verwendung in der Hormonersatztherapie bei Frauen im Klimakterium.


estro...

estro..., eine Vorsilbe zur Bezeichnung von → Östrogenen.


ESWL

ESWL, Abk. für extrakorporale →  Stoßwellenlithotripsie.


Etagennaht

Etagennaht, das schichtweise Vernähen tiefer Wunden, wobei die einzelnen Schichten in ihrer anatomischen Reihenfolge vernäht werden.


eth...

eth..., internationale Schreibweise für äth...


Ethambutol

Ethambutol, ein Medikament zur Behandlung der Tuberkulose, das kombiniert mit Isoniazid und Rifampicin eingesetzt wird. Mögliche Nebenwirkungen sind eine Entzündung des Sehnervs, eine Erhöhung der Harnsäurekonzentration im Blut und selten Hautreaktionen.


Ethanol

Ethanol, → Äthanol.


Ethikkommission

Ethikkommission, ein Ausschuss von Ärzten, Juristen, Theologen, Wissenschaftlern und Laien, die sich mit ethischen und rechtlichen Fragen in der Medizin befassen (z. B. Transplantationsmedizin, Gentechnologie, Sterbehilfe) und entsprechende Richtlinien erarbeiten.


Ethmoid

Ethmoid, Siebbein, kleiner Knochen an der Schädelbasis, der zwischen den beiden Augenhöhlen liegt und einen Teil der Nasennebenhöhlen bildet.


Ethnomedizin

Ethnomedizin, Volksmedizin, die von alters her überlieferten Kenntnisse der Heilkunde. Auch die Lehre von den medizinischen Konzepten in anderen Kulturen.


Ethylen

Ethylen, Äthylen, eine Kohlenwasserstoffverbindung aus der Gruppe der Olefine. Wegen der hohen Explosionsgefahr wird Ethylen nicht mehr als Inhalationsnarkotikum verwendet.


Etofibrat

Etofibrat, ein lipidsenkendes Medikament, das pharmakologisch zur Gruppe der Clofibrinderivate gehört. Etofibrat wird therapeutisch bei schwerer Hyperlipidämie verwendet.


eu...

eu..., Vorsilbe mit der Bedeutung "normal, gut".


EU

EU, Abk. für → Erwerbsunfähigkeit.


Eucalyptus globulus

Eucalyptus globulus, → Eukalyptus.


EUG

EUG, Abk. für →  Extrauteringravidität.


Eugenik

Eugenik, eine historische Bezeichnung für den Einbezug (früher) humangenetischer Erkenntnisse mit dem Ziel einer möglichst "gesunden" Bevölkerung durch Förderung der Geburten bei gesunden, jungen Menschen und die Unterdrückung der Nachkommenschaft bei gesundheitlich schwachen oder beeinträchtigten Menschen. Die während des Nationalsozialismus in Deutschland praktizierte Eugenik führte u. a. zur Zwangssterilisation von Hunderttausenden 'erblich minderwertigen' Menschen und zum Mord an mehr als 100.000 Behinderten.


Eugnathie

Eugnathie, die normale Ausbildung von Zahnreihen und Kieferbögen, die eine normale Funktion des Kausystems ermöglicht.


Eukalyptus

Eukalyptus, Eucalyptus globulus, ein Baum aus der Familie der Myrtengewächse. Das im Eukalyptus enthaltene ätherische Öl hat sekretlösende und auswurffördernde Wirkung und findet deshalb in der Behandlung von Erkältungskrankheiten Verwendung. In der Homöopathie wird Eukalyptus bei Bronchitis und Nierenbeckenentzündung eingesetzt.


Eukaryont

Eukaryont, Organismus, in dem das genetische Material im Zellkern auf Chromosomen angeordnet ist. Auch → Prokaryont.


eukaryot

eukaryot, einen Zellkern aufweisend, der durch eine Kernmembran vom Zellplasma getrennt ist. Auch → Eukaryont.


Eukrasie

Eukrasie, Begriff aus der → Viersäftelehre, die ausgewogene Verteilung aller Körpersäfte. Auch → Dyskrasie.


Eumyzeten

Eumyzeten, Eumycetes, Oberbegriff für sog. höhere → Pilze, zu denen Schlauchpilze, Ständerpilze und Fungi imperfecti gezählt werden.


Eunuch

Eunuch, ein Mann, der vor der Pubertät kastriert oder dessen Hoden stark geschädigt wurden. Ein Eunuch ist hoch gewachsen, hat eine unterentwickelte Muskulatur und neigt zur Fettsucht. Sekundäre männliche Geschlechtsmerkmale (Bartwuchs, Körperbehaarung und Stimmbruch) sind nur schwach ausgeprägt oder fehlen gänzlich.


Euphorie

Euphorie, ein gesteigertes Glücks- und Lebensgefühl, bei dem optimistische Zuversicht und persönliches Wohlbefinden dominieren. Eine Euphorie kann je nach Situation als normale Reaktion auf ein beglückendes Erlebnis auftreten, andererseits im Rahmen von Drogenmissbrauch, einem organischen Psychosyndrom oder einer Manie.


Euphrasia officinalis

Euphrasia officinalis, → Augentrost.


Euploidie

Euploidie, das Vorhandensein eines vollständigen Chromosomensatzes in einer Zelle, also z. B. beim Menschen 22 Paare autosomaler Chromosomen sowie zwei Geschlechtschromosomen.


Eurhythmie

Eurhythmie, Regelmäßigkeit des Herzschlags, im Gegensatz zur Arrhythmie.


Eurythmie

Eurythmie, eine in der Anthroposophie gepflegte Bewegungskunst. Eurythmie wird als Bewegungstherapie in der anthroposophischen Medizin angewendet und beinhaltet kombinierte Sprech- und Bewegungsübungen, rhythmische Bewegungsabfolgen usw.


Eurotransplant

Eurotransplant, zentrale Institution, die alle Daten von Transplantationskandidaten aus verschiedenen europäischen Ländern erfasst. Ziel einer zentralen Erfassung ist die Beschleunigung von Transplantationen.


Eustress

Eustress, eine Belastung von Geist oder Körper, die keine schädliche Wirkung hat und als positiv und anregend empfunden wird im Gegensatz zum → Distress.


Euthanasie

Euthanasie, → Sterbehilfe.


euthyreot

euthyreot, die normale Schilddrüsenfunktion betreffend.


Eutonie

Eutonie, ein normaler, ausgeglichener Spannungszustand des Organismus (Gegensatz zu Dystonie).


Eutonie

Eutonie, → Alexander-Technik.


Eutrophie

Eutrophie, ein guter Ernährungszustand (speziell beim Säugling).


Evacuatio

Evacuatio, Evakuation, eine Ausräumung oder Entleerung eines Hohlorgans, z. B. der Gebärmutter.


Evolution

Evolution, die Entstehung von neuartigen Lebewesen aufgrund genetischer Mutationen oder Neukombinationen und Selektion durch äußere Einflüsse. Über Milliarden von Jahren hinweg entwickelten sich im Rahmen der Evolution beispielsweise aus einfachen Organismen Säugetiere.


Ewing-Sarkom

Ewing-Sarkom, ein sehr bösartiger Tumor, der vom Mark eines Röhrenknochens ausgeht, besonders des Unter- und Oberschenkelknochens. Ein Ewing-Sarkom tritt vorwiegend im Alter zwischen 10 und 30 Jahren auf. Eine lokale Schwellung mit Schmerzen sind erste Hinweise auf diesen Knochentumor, der früh über das Blut in Knochen und Lungen metastasiert. Die Behandlung besteht in Bestrahlung, Zytostatikatherapie und eventuell chirurgischer Entfernung des Tumors, unter Umständen mit Amputation der betroffenen Extremität.


ex...

ex..., eine Vorsilbe mit der Bedeutung "aus, heraus".


Exanthem

Exanthem, eine entzündliche, großflächige Hautveränderung, "Ausschlag" mit einem je nach Krankheitsursache unterschiedlichem Verlauf. Exantheme kommen häufig im Rahmen klassischer Kinderkrankheiten (Masern, Röteln, Scharlach) vor. Auch die Einnahme eines Medikaments kann zu einem sog. Arzneimittelexanthem führen.


Exanthema subitum

Exanthema subitum, → Dreitagefieber.


Exazerbation

Exazerbation, Verschlimmerung einer Krankheit.


Excavatio

Excavatio, Exkavation, Aushöhlung. Eine Papillenexkavation bedeutet z. B. eine abnorme Ausbuchtung der Sehnervenpapille, wie sie bei einem Glaukom durch den erhöhten Augeninnendruck vorkommen kann.


Exfoliation

Exfoliation, wörtlich "Abblätterung", bei Hautkrankheiten ein allmähliches Ablösen des abgestorbenen Epithels oder übermäßige Hautschuppung.


Exhibitionismus

Exhibitionismus, sexuelles Verhalten, bei dem zwanghaft die Geschlechtsteile entblößt und fremden Personen gezeigt werden. Exhibitionisten (meist Männer) versuchen z. B. Passanten durch ihr Verhalten zu schockieren und sich dabei sexuell zu erregen.


Exhumierung

Exhumierung, Ausgraben einer Leiche aus dem Grab, meist aus gerichtsmedizinischen Gründen.


Exitus

Exitus, → Tod. Exitus letalis bezeichnet den tödlichen Ausgang einer Krankheit.


Exkrement

Exkrement, Ausscheidung, im engeren Sinn Stuhl oder Urin.


Exkret

Exkret, ein nach außen abgeschiedenes Stoffwechselprodukt. Auch → Sekret.


Exkretion

Exkretion, Ausscheidung (nach außen).


exkretorisch

exkretorisch, die Ausscheidung betreffend. Auch → Exkretion.


exogen

exogen, außerhalb des Körpers entstanden, von außen kommend. Auch → endogen.


exokrin

exokrin, nach außen absondernd. Exokrine Drüsen sondern ihr Sekret an eine Oberfläche oder in ein anderes Organ ab im Gegensatz zu endokrinen Drüsen, die ihr Sekret an den Blutkreislauf abgeben.


Exonuclease

Exonuclease, Enzym, das Nucleinsäuren (DNS oder RNS) spalten kann. Der Angriffsort zur Spaltung der Nucleinsäure ist im Unterschied zur Endonuclease am Ende und nicht innerhalb eines Einzel- oder Doppelstranges.


Exopeptidase

Exopeptidase, Enzym, das einzelne endständige Aminosäuren von Proteinen und Peptiden abspaltet. Exopeptidasen kommen in allen Zellen und besonders zahlreich in Lysosomen vor.


Exophthalmus

Exophthalmus, ein übermäßiges Hervortreten des Augapfels aus der Augenhöhle, das ein- oder beidseitig vorkommen kann. Ein Exophthalmus kann so ausgeprägt sein, dass der Lidschluss nur noch unvollständig möglich ist, dadurch kann die Hornhaut geschädigt werden. Ursachen eines Exophthalmus sind z. B. der → Morbus Basedow, ein Tumor in der Augenhöhle oder Schädelverletzungen.


Exorzist / Exorzistin

Exorzist / Exorzistin, ein Geisterbeschwörer, der durch spezielle religiöse Methoden (u. a. Anrufen höherer Mächte) versucht, Geister und krankmachende, überirdische Mächte aus einem Menschen oder einem Ort auszutreiben.


Exostose

Exostose, von der Knochenoberfläche nach außen ragender, spornartiger Knochenvorsprung, der aus überschüssiger Knochensubstanz besteht.


Exotoxin

Exotoxin, Ektotoxin, z. B. von Diphtherie-, Tetanus- oder Botulismusbakterien abgesonderte Giftstoffe.


expansives Wachstum

expansives Wachstum, ausgedehntes, verdrängendes Wachstum gutartiger Tumoren, die umgebende Organe verdrängen und evtl. durch Druck schädigen. Bei bösartigen Tumoren spricht man von → invasivem Wachstum.


Expektorans

Expektorans, auswurfförderndes Mittel, erleichtert das Abhusten von Bronchialschleim bei einer Bronchitis. Expektorantien wirken einerseits durch eine Verflüssigung zähen Schleims (Mukolytika), andererseits durch Förderung des Schleimtransportes nach außen (Sekretomotorika).


Expektoration

Expektoration, ein Abhusten von Bronchialschleim oder Fremdkörpern aus den Atemwegen.


Explantation

Explantation, chirurgische Entnahme eines Körperorgans oder -gewebes zur → Transplantation bzw. Entnahme eines transplantierten Organs bei einer schweren Abstoßungsreaktion.


Exploration

Exploration, körperliche Untersuchung von Körperhöhlen durch Abtasten oder mit Hilfe eines Instruments (z.B. vaginale Untersuchung).


Exploration

Exploration, Befragung eines Patienten (Anamnese).


Exposition

Exposition, Begriff, der alle krankmachenden äußeren Faktoren bzw. Umweltbedingungen umfasst, denen ein Mensch ausgesetzt ist. Im Gegensatz dazu beschreibt die Disposition die Veranlagung eines Menschen für eine bestimmte Krankheit.


Exposition

Exposition, der Kontakt mit Röntgenstrahlen oder radioaktiver Strahlung, die Strahlenbelastung.


Expositionsprophylaxe

Expositionsprophylaxe, vorbeugende, hygienische Maßnahmen, um die Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit zu vermeiden. Jeglicher Kontakt mit dem Krankheitserreger soll unterbleiben, z. B. durch Desinfektion oder die Isolation infizierter Patienten. Auch → Quarantäne.


Expositionstest

Expositionstest, ein Hauttest zur Bestimmung eines spezifischen Antigens, das für eine Kontaktallergie oder eine Berufsdermatose verantwortlich ist. Die vermuteten allergenen Substanzen werden aufgetragen, um später die Hautreaktion überprüfen zu können.


Exsikkose

Exsikkose, Austrocknung, Dehydratation, eine Abnahme des Körperwassers. Eine Exsikkose entsteht bei hohem Wasserverlust (Fieber, Durchfall, Schwitzen) oder ungenügender Flüssigkeitsaufnahme. Zeichen einer Exsikkose sind trockene Schleimhäute, stehende Hautfalten, eingesunkene Augen, Durst, geringe Harnausscheidung und, besonders bei Kindern und alten Menschen, auch Bewusstseinstrübung. Bei ausgeprägter Exsikkose besteht die Gefahr eines Kreislaufkollapses, bei Säuglingen und Kleinkindern Lebensgefahr.


Exspiration

Exspiration, Ausatmung,
Inspiration
Bei der Inspiration (links) weitet sich der Brustkorb, bei der Exspiration (rechts) geht er in seine Ursprungsform zurück.
Ausströmen der Luft aus den Lungenalveolen und den Atemwegen. Im Ruhezustand erfolgt die Exspiration ohne aktive Muskeltätigkeit allein durch elastische Rückstellkräfte der Lungen. Bei forcierter Atmung unterstützt die → Atemhilfsmuskulatur die Exspiration.


Exspirium

Exspirium, → Exspiration.


Exspirium, verlängertes

Exspirium, verlängertes, verlängerte Ausatmungszeit, die durch Beobachtung der Atemtätigkeit oder durch Abhören der Lungen mit einem Stethoskop festgestellt wird. Ein verlängertes Exspirium weist auf eine bronchiale Obsruktion hin, die vor allem die Ausatmung behindert, z. B. bei Lungenemphysem oder Asthma.


Exspirium, verschärftes

Exspirium, verschärftes, ein verstärktes Atemgeräusch während des Ausatmens. Ein verschärftes Exspirium ist beim Auskultieren der Lunge in der Nähe der Luftröhre normal, über anderen Lungenbezirken kann es Hinweis auf eine entzündliche Infiltration der Lunge oder eine bronchiale Stenose sein.


Exstirpation

Exstirpation, die chirurgische Entfernung eines krankhaft veränderten Organs oder eines Tumors.


Exsudat

Exsudat, die bei entzündlichen Prozessen aus Blut- und Lymphgefäßen abgesonderte Flüssigkeit. Ein Exsudat enthält mehr Eiweiß als ein → Transsudat und hat ein höheres spezifisches Gewicht. Je nach Zusammensetzung bezeichnet man ein Exsudat als hämorrhagisch (blutig), eitrig, serös oder fibrinös.


Exsudation

Exsudation, "Ausschwitzen" eines → Exsudats durch die entzündlich veränderten Gefäßwände in Nachbargewebe.


Extension

Extension, die Streckung in einem Gelenk, aktiv durch muskuläre Tätigkeit oder bei Prüfung der passiven Beweglichkeit durch den Untersucher.


Extension

Extension, Streckbehandlung, "Auseinanderziehen", therapeutische Maßnahme z.B. zur Einrichtung eines Knochenbruchs, dessen Enden sich gegeneinander verschoben haben, oder zur Entlastung einer belasteten Körperregion. Auch → Extensionsverband, → Reposition.


Extensionsschiene

Extensionsschiene, eine Schiene, die bei einem Knochenbruch angelegt wird, um die Knochenteile unter Zugkraft in einer für die Bruchheilung günstigen Position zu halten.


Extensionsverband

Extensionsverband, Streckverband, eine bei Knochenbrüchen oder Verrenkungen angewendete Form des Verbandes, der das Anbringen einer Zugvorrichtung erlaubt, z. B. eines Gewichts- oder Federzugs. Auf diese Weise wird das betroffene Glied in der Streckung gehalten und eine Verkürzung der Muskulatur während der Heilungsphase verhindert. Auch → Extensionsschiene.


Extensor

Extensor, Streckmuskel, ein Muskel mit Streckfunktion.


extern

extern, außen gelegen, äußerlich.


Externum

Externum, äußerlich anzuwendendes Arzneimittel (z. B. Salbe).


extra . . .

extra . . ., Wortteil mit der Bedeutung außerhalb, außen.


extrahepatisch

extrahepatisch, außerhalb der Leber gelegen; z. B. extrahepatische Gallengänge.


extrahieren

extrahieren, Isolation einer Substanz aus einem chemischen Gemisch mit Hilfe eines Lösungsmittels.


extrahieren

extrahieren, Herausziehen, z.B. einen Zahn aus dem Kiefer. Auch → Extraktion.


extrakardial

extrakardial, außerhalb des Herzens liegend.


extrakorporal

extrakorporal, außerhalb des Körpers.


extrakranial

extrakranial, außerhalb des knöchernen Schädels liegend.


Extrakt

Extrakt, ein durch → Extrahieren gewonnener Auszug aus Pflanzenbestandteilen.


Extraktion

Extraktion, Herausziehen, chirurgische Entfernung eines Organs, eines Fremdkörpers oder einer krankhaften Struktur, z.B. einer Augenlinse bei Katarakt. Auch → Zahnextraktion.


Extraktion

Extraktion, Herausziehen, Geburtshilfe: Herausziehen des Kindes aus dem Geburtskanal mit einer Vakuumsaugglocke oder einer Zange.


Extraktion

Extraktion, Herausziehen, Herauslösen eines Stoffes aus einer Substanz mit Hilfe eines Lösungsmittels.


extramural

extramural, außerhalb einer Organwand gelegen.


extraperitoneal

extraperitoneal, außerhalb des Bauchfells, jedoch innerhalb der Bauchhöhle gelegen.


extrapyramidal

extrapyramidal, außerhalb der Pyramidenbahn gelegen, zum → extrapyramidalen System gehörend.


extrapyramidaler Symptomenkomplex

extrapyramidaler Symptomenkomplex, Veränderungen, die auf eine Schädigung des extrapyramidalen Systems hinweisen. Eine Schädigung von Pallidum und Striatum im Gehirn führt vor allem zu Störungen des Muskeltonus, der Körperhaltung und des Bewegungsablaufs. Ein extrapyramidaler Symptomenkomplex ist typisch beim Parkinson-Syndrom.


extrapyramidales System

extrapyramidales System, Bezeichnung für alle motorischen Kerngebiete und die dazugehörigen Bahnen des Zentralnervensystems, die nicht zur → Pyramidenbahn gehören. Das extrapyramidale System liegt vor allem in den Stammganglien und in davon ausgehenden Bahnen, die im Rückenmark als Vorderseitenstrang verlaufen. Das extrapyramidale System dient der Motorik, indem u. a. Muskeltonus, Koordination und Ausmaß der Bewegungen gesteuert werden.


extrarenal

extrarenal, außerhalb der Niere gelegen.


Extrasystole

Extrasystole, ein außerhalb des normalen Grundrhythmus auftretender Herzschlag, der unter Umständen als "Herzstolpern" (Palpitation) bemerkt wird. Gelegentliche Extrasystolen kommen auch bei Herzgesunden vor. Bei supraventrikulären Extrasystolen entsteht die Erregung in Sinusknoten, Vorhof oder AV-Knoten. Ventrikuläre Extrasystolen haben ihren Ursprung in der Herzkammermuskulatur. Extrasystolen werden mit Hilfe des Elektrokardiogramms diagnostiziert. Je nach Ausmaß, Häufigkeit und Bildungsort der Extrasystolen wird entschieden, ob eine Therapie (z. B. Einnahme von Antiarrhythmika oder das Einsetzen eines Herzschrittmachers) nötig ist oder nicht.


extrauterin

extrauterin, außerhalb der Gebärmutter gelegen.


Extrauteringravidität

Extrauteringravidität, Abk. EUG, eine Schwangerschaft, bei der sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet (1-2% aller Schwangerschaften), am häufigsten im Eileiter (Tubargravidität), seltener im Eierstock (Ovarialgravidität) oder in der Bauchhöhle (Peritonealgravidität). Bei ausbleibender Menstruation kommt es meist im zweiten Schwangerschaftsmonat zu krampfartigen, einseitigen Bauchschmerzen im Unterleib und evtl. zu einer vaginalen Blutung. Eine innere Blutung bei einer Ruptur des Eileiters kann zu einem gefährlichen Schockzustand führen. Für die Diagnose einer Extrauteringravidität sprechen ein positiver Schwangerschaftstest und ein auffälliger sonografischer Befund. Das Schwangerschaftsprodukt muss in der Regel operativ entfernt und die Blutung gestillt werden. Ein Austragen des Kindes außerhalb der Gebärmutter ist nicht möglich.


extravasal

extravasal, außerhalb eines Gefäßes liegend.


extrazellulär

extrazellulär, außerhalb einer Zelle gelegen.


Extrazellularflüssigkeit

Extrazellularflüssigkeit, Abk. EZF, das gesamte Flüssigkeitsvolumen, das sich nicht innerhalb der Körperzellen befindet. Die Extrazellularflüssigkeit ist aufgeteilt in die interstitielle Flüssigkeit (im Gewebszwischenraum), das Blutplasma, die Lymphe und das transzelluläre Wasser. Etwa ein Drittel des Gesamtkörperwassers ist Extrazellularflüssigkeit.


Extrazellularraum

Extrazellularraum, Abk. EZR, der Raum, in dem sich die →  Extrazellularflüssigkeit befindet.


Extremität

Extremität, Gliedmaße, Arm oder Bein.


Extremitätenableitung

Extremitätenableitung, die Anordnung von Elektroden an Armen und Beinen, um ein Elektrokardiogramm abzuleiten. Die Extremitätenableitung nach Einthoven (auch → Einthoven-Dreieck) und die Extremitätenableitung nach Goldberger sind Ableitungen in der Frontalebene des Herzens und ermöglichen eine Registrierung von Herzrhythmus, Lagetyp des Herzens, Erregungsausbreitung und pathologischen Veränderungen des Herzmuskels.


Extrinsic Asthma

Extrinsic Asthma, eine Form des → Asthma bronchiale, das auf Allergenkontakt beruht. Inhalationsallergene (vor allem Blütenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare), Nahrungsmittel und Insektengifte kommen als Auslöser eines Extrinsic Asthma in Frage. Auch → Intrinsic Asthma.


Extrinsic Factor

Extrinsic Factor, → Vitamin B12.


Extrinsic System

Extrinsic System, derjenige Teil des Blutgerinnungssystems, der durch einen äußeren Einfluss (z. B. Schnittverletzung) durch Freisetzung des im Gewebe enthaltenen Thromboplastin aktiviert wird. Dieses Gewebethromboplastin aktiviert Faktor VII, dieser wiederum Faktor X, anschließend wird unter Einwirkung von Kalzium und verschiedenen Gerinnungsfaktoren Prothrombin zu Thrombin umgewandelt. Thrombin bewirkt eine Zusammenlagerung von Fibrinmolekülen, die einen wichtigen Teil der physiologischen Blutstillung darstellt. Auch → Blutgerinnung.


extrinsisch

extrinsisch, extrinsic, von außen wirkend, von außen her kommend.


Extubation

Extubation, das Herausziehen des Beatmungstubus, z. B. nach einer beendeten Intubationsnarkose.


Exulzeration

Exulzeration, Exulceration, die Bildung eines Geschwürs, ein geschwüriger Zerfall. Auch → Ulcus.


Exzision

Exzision, das Herausschneiden von Gewebeteilen mit einem Skalpell unter Vernachlässigung von Organgrenzen und Gewebestrukturen, z. B. im Rahmen einer Wundversorgung zur optimalen Adaptation der Wundränder.


EZF

EZF, Abk. für →  Extrazellularflüssigkeit.


EZR

EZR, Abk. für → Extrazellularraum.


Zum Seitenanfang

Suchen


E-Mail-Formular


Call-Back


Newsletter


Gesundheitsakte/ MedikamentenShop


Barrierefreiheit