A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

D

D, Abk. u. a. für Dosis oder Dioptrie.


DAB

DAB, Abk. für → Deutsches Arzneibuch.


Dachziegelverband

Dachziegelverband, ein Verband aus sich überlagernden Heftpflasterstreifen, wie er zur Behandlung einer Luxation oder Fraktur einer Zehe verwendet wird.


Dachziegelverband

Dachziegelverband, eine früher gebräuchliche Methode zur Behandlung einer unkomplizierten Rippenfraktur. Dabei wurden mehrere lange Pflasterstreifen dachziegelartig um den Brustkorb gelegt.


dacry...

dacry..., dakry..., Vorsilbe bei Begriffen, die sich auf Träne beziehen.


DAGNÄ

DAGNÄ, Abk. für Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e. V.


DAH

DAH, Abk. für → Deutsche AIDS-Hilfe e. V..


Dakryoadenitis

Dakryoadenitis, Tränendrüsenentzündung, meist einseitig und verbunden mit schmerzhafter Schwellung im inneren Augenbereich, oft aufgrund von Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen.


Dakryolith

Dakryolith, ein Stein, der sich in den Tränenwegen gebildet hat und der ein Abflusshindernis für die Tränenflüssigkeit darstellen kann.


Dakryorhinostomie

Dakryorhinostomie, eine Operation, bei welcher der natürliche Tränenabflussweg wiederhergestellt wird, beispielsweise nach einem Verschluss des Tränenkanals.


Dakryostenose

Dakryostenose, eine Verengung des Tränenkanals. Eine Dakryostenose kann angeboren oder erworben sein, z. B. als Folge von wiederholten Tränendrüsenentzündungen. Das typische Symptom einer Dakryostenose ist das Tränenträufeln. Die Verengung des Tränenkanals kann durch eine Sondierung oder durch eine Operation behandelt werden.


Dakryozystitis

Dakryozystitis, die Entzündung eines Tränensacks. Man unterscheidet eine akute und eine chronische Form. Bei der akuten Dakryozystitis, die meistens durch Bakterien hervorgerufen wird, kommt es zur Eiterbildung und zu einer entzündlichen Schwellung des Ober- und manchmal auch des Unterlids. Es besteht die Gefahr, dass sich die Entzündung in das umgebende Gewebe ausbreitet (Phlegmone). Eine chronische Dakryozystitis tritt in der Regel bei älteren Menschen auf. Die Therapie besteht in der Gabe von Antibiotika und eventuell einer Inzision, um den Eiter abzuleiten. Eine besondere Form der Dakryozystitis ist die Dakryozystitis bei neugeborenen Kindern, die durch einen angeborenen Verschluss des Tränengangs verursacht wird. Die Symptome sind Tränenträufeln und eine kugelige, aber nicht entzündliche Schwellung im Lidwinkel. Durch eine regelmäßige Massage des Tränensacks in den ersten Lebenswochen öffnet sich der Tränenkanal manchmal spontan. Ansonsten muss der Tränenkanal sondiert werden, um einen normalen Tränenabfluss zu gewährleisten.


daktyl...

daktyl..., daktylo..., voranstehender Wortteil bei Begriffen, die sich auf Finger oder Zehen beziehen.


Daktyloskopie

Daktyloskopie, Prüfung von Finger- und Zehenabdrücken, Untersuchung der Hautleistenmuster an den Finger- und Zehenbeeren. Die Daktyloskopie wird überwiegend für gerichtsmedizinische und kriminologische Zwecke benutzt, z. B. zum Vergleich von Fingerabdrücken.


Damm

Damm, Perineum, die ca. drei Zentimeter lange Weichteilbrücke zwischen dem After und den äußeren Geschlechtsorganen (Vagina bzw. Hoden).


Dämmerzustand

Dämmerzustand, kurz oder länger andauernde Bewusstseinstrübung z. B. vor oder nach epileptischen Anfällen, nach Unfällen, bei Vergiftungen oder im Rahmen psychischer Erkrankungen. Ein Patient im Dämmerzustand ist zwar noch in der Lage, sich zu orientieren, ist sich seiner Handlungen aber kaum bewusst.


Dammnaht

Dammnaht, Wundnaht eines Dammrisses oder -schnittes. Eine Dammnaht ist häufig nach einer Geburt erforderlich.


Dammriss

Dammriss, Einriss der Dammhaut, oft auch der Damm-Muskulatur und der vorderen Scheidenwand, während der Geburt. Zu einem Dammriss kommt es, wenn der Kopf des Kindes größer ist, als sich die äußere Scheidenöffnung erweitern kann.


Dammschnitt

Dammschnitt, → Episiotomie.


Dammschutz

Dammschutz, der Schutz des Damms vor einem → Dammriss während der Geburt. Dabei versucht die Hebamme mit besonderen Handgriffen die Spannung auf den Damm zu vermindern, die beim Austritt des kindlichen Kopfes entsteht.


Dampfbad

Dampfbad, Bad in heißer, mit Wasserdampf gesättigter Luft. Meist wird das Dampfbad als Vollbad in drei Räumen mit verschiedenen Temperaturstufen durchgeführt: Warmluft: 40-50°C, Heißluft: 60-70°C, Dampf: 40-50°C. Dampfvollbäder führen zu starkem Schwitzen. Die Hitze lockert verspannte Muskulatur, belastet aber Herz und Kreislauf. Als Teilbäder, z. B. Kopfdampfbäder mit Zusatz von Kräutern oder ätherischen Ölen, werden Dampfbäder häufig bei entzündlichen Erkrankungen der oberen Atemwege angewandt. Eine weitere Form des Dampfbads ist die Dampfdusche, dabei wird ein Dampfstrahl mit einer Temperatur von ca. 40°C auf bestimmte Körperregionen gerichtet.


Dampfsterilisation

Dampfsterilisation, Sterilisation mittels bis zu 130°C heißem, unter Überdruck stehendem Wasserdampf in einem → Autoklaven. Die Dampfsterilisation vernichtet auch hitzeresistente Bakterien. Sie dient u. a. zur Sterilisation von medizinischen Instrumenten, Operations- und Verbandsmaterialien.


Dämpfung

Dämpfung, dumpfer Klopfschall über lufthaltigen Körperteilen, z.B. der Lunge. Über der Lunge ist der Klopfschall normalerweise hohl. Eine Dämpfung deutet darauf hin, dass die Luft durch Flüssigkeit oder anderes verdrängt worden ist (z.B. bei einer Lungenentzündung).


Dämpfung

Dämpfung, → Sedierung.


Dandy-Walker-Syndrom

Dandy-Walker-Syndrom, eine Missbildung, bei der gewisse Teile des Kleinhirns nicht angelegt werden und sich stattdessen eine Zyste bildet. In der Folge kann es zu einem Hydrozephalus kommen, manchmal liegen auch noch weitere Missbildungen des Zentralnervensystems vor (z. B. eine Syringomyelie). Die Symptome eines Dandy-Walker-Syndroms sind Hirndruckzeichen sowie Bewegungs- und Sehstörungen. Der Hydrozephalus wird durch das Einlegen eines Shunts behandelt.


Dantrolen

Dantrolen, ein Wirkstoff mit muskelentspannenden Eigenschaften.


Dapson

Dapson, Antibiotikum zur Behandlung der Lepra.


Darm

Darm, Intestinum,, Bezeichnung für den gesamten Verdauungstrakt vom Magenausgang bis zum After. Der Darm. wird aufgeteilt in Dünndarm (Jejunum und Ileum), Dickdarm (Colon) und Mastdarm (Rektum). Im Darm wird die Nahrung weiterverdaut, eingedickt und aus dem Körper herausgeführt.


Darmamöbe

Darmamöbe, Kleinstlebewesen im menschlichen Darm. Viele Amöbenarten sind unschädlich, manche können jedoch schwere Darmerkrankungen auslösen, wie z. B. → Entamöba histolytica, die Ruhramöbe.


Darmatonie

Darmatonie, Darmlähmung, Ausfall oder starke Verminderung der Darmbeweglichkeit. Eine Darmatonie wird u. a. durch Infektionen, Intoxikationen oder starke Einengung eines Darmabschnittes hervorgerufen. Auch → Ileus.


Darmatresie

Darmatresie, angeborener Verschluss eines Darmabschnittes, am häufigsten im Bereich des Zwölffingerdarms (Duodenalatresie) und des Enddarms. Eine Darmatresie äußert sich kurz nach der Geburt je nach Lokalisation durch Erbrechen oder Ausbleiben des Mekoniumabgangs. Die Therapie besteht in einer Operation.


Darmausgang, künstlicher

Darmausgang, künstlicher, → Anus praeter.


Darmbad

Darmbad, Spülung des Darms durch intensive Einläufe mit 20-30 Litern Wasser (sog. hoher Schwenkeinlauf). Die Flüssigkeit erreicht auch höhere Darmabschnitte. Das Spülwasser wird teilweise aus dem Darm aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden. Dadurch erhöht sich die Urinproduktion. Das Darmbad wird angewandt vor Darmoperationen und im Rahmen ausleitender Therapien in der Komplementärmedizin. Auch → ausleitende Verfahren, → Hydro-Colon-Therapie.


Darmbakterien

Darmbakterien, → Darmflora.


Darmbauch

Darmbauch, der untere Teil des Abdomens, der den Dünn- und den Dickdarm enthält (im Gegensatz zum oberen Drüsenbauch).


Darmbewegung

Darmbewegung, → Darmperistaltik.


Darmblutung

Darmblutung, versteckte (okkulte) oder offensichtliche Blutung aus dem Darm. Eine okkulte Darmblutung wird vom Betroffenen nicht bemerkt, kann aber zu Blutarmut führen und wird bei entsprechenden Beschwerden oder im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung durch Stuhluntersuchung nachgewiesen. Eine größere Blutung führt zu Blutabgang aus dem Darm oder zu schwarzem Stuhl (Teerstuhl). Meist wird eine Darmblutung durch ein Zwölffingerdarmgeschwür oder Darmkrebs ausgelöst. Auch → Hämatemesis, → Melaena.


Darmdivertikel

Darmdivertikel, Ausstülpung der Darmwand. Auch → Colondivertikel, → Meckel-Divertikel.


Darmeinklemmung

Darmeinklemmung, → Inkarzeration.


Darmentkeimung

Darmentkeimung, Abtötung der normalerweise im Darm lebenden Bakterien durch Antibiotika vor Dickdarmoperationen. In dieser Situation könnten die sonst harmlosen und für die Verdauung wichtigen Darmbakterien zu Krankheiten führen.


Darmentleerung

Darmentleerung, vollständige Entleerung des Darmes durch intensives Fasten oder drastische Abführmaßnahmen wie Trinken von mehreren Litern salz- und mineralstoffhaltiger Flüssigkeit oder Einläufe. Auch → Colon-Hydro-Therapie, → Defäkation.


Darmentzündung

Darmentzündung, → Enteritis.


Darmfistel

Darmfistel, Verbindungsgang zwischen dem Darm und anderen Organen oder zwischen Darm und Körperoberfläche. Eine Darmfistel kann entweder als neuer Darmausgang künstlich angelegt werden oder bei bestimmten Krankheiten entstehen. Auch → Fistel.


Darmflora

Darmflora, normalerweise im Darm, vor allem im Dickdarm lebende, harmlose Bakterien, die an Verdauungsvorgängen beteiligt sind. Die Darmflora kann durch die Einnahme von → Antibiotika gestört werden mit der Folge von Blähungen und Bauchschmerzen.


Darmgangrän

Darmgangrän, das Absterben eines Darmabschnitts infolge einer ungenügenden Sauerstoffzufuhr. Ursachen einer Darmgangrän sind z. B. ein → Mesenterialinfarkt oder Einklemmung eines Darmabschnitts bei einer inkarzerierten Hernie. Bei einer Darmgangrän nekrotisiert die Darmwand und Darmbakterien treten in die freie Bauchhöhle aus. Dies löst eine heftige Entzündung aus (Peritonitis). Die Behandlung besteht in einer operativen Entfernung des gangränösen Darmabschnitts.


Darmgase

Darmgase, diejenigen Gase, die im Darm von Bakterien gebildet werden. Die meisten Darmgase wie Wasserstoff, Kohlendioxid oder Methan entstehen im Dickdarm durch den Abbau von unverdaulichen Nahrungsanteilen. Eine übermäßige Bildung von Darmgasen kann Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und Völlegefühl verursachen (Meteorismus).


Darmgeräusche

Darmgeräusche, Geräusche, die im Darm durch die Bewegung und den Transport des Darminhalts entstehen und mit dem Stethoskop hörbar sind. Bei fehlenden Darmgeräuschen besteht Verdacht auf eine Darmlähmung oder einen Verschluss (paralytischer Ileus).


Darmgeschwür

Darmgeschwür, → Ulcus duodeni.


Darmgrippe

Darmgrippe, umgangssprachliche Bezeichnung für eine akute, meist durch Viren ausgelöste → Enteritis.


Darminfektion

Darminfektion, → Enteritis.


Darminvagination

Darminvagination, → Invagination.


Darmkarzinom

Darmkarzinom, Darmkrebs, bösartige Geschwulst im Darm, meistens im Dickdarm. Das Darmkarzinom kann aus der Darmschleimhaut oder als Tochtergeschwulst eines anderen Krebses entstehen. Anfänglich ruft das Darmkarzinom in der Regel wenig Beschwerden hervor. In fortgeschrittenem Stadium führt es zu versteckten oder sichtbaren Blutungen, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und verändertem Stuhlgang. Ein Darmkarzinom kann auch zu einem Darmverschluss führen. Auch → Colonkarzinom.


Darmkatarrh

Darmkatarrh, → Enteritis, → Colitis.


Darmkolik

Darmkolik, akute, meist anfallsartig auftretende, dumpfe Bauchschmerzen. Eine Darmkolik kann wehen- oder krampfartig sein. Die Schmerzen werden durch eine Verkrampfung der Darmmuskulatur oder durch eine übermäßige Dehnung des Darmes hervorgerufen. Die Ursachen sind vielfältig, z. B. Entzündung, Infektion, Geschwür, Ileus.


Darmkrebs

Darmkrebs, → Darmkarzinom.


Darmlähmung

Darmlähmung, → Ileus.


Darmparasiten

Darmparasiten, im Darm schmarotzende Kleinstlebewesen, z. B. Würmer oder → Amöben. Der Befall mit Darmparasiten kann zu vielfältigen Beschwerden führen, vor allem Bauchschmerzen und Gewichtsverlust.


Darmpassage

Darmpassage, Transport des Nahrungsbreies durch den Darm.


Darmperforation

Darmperforation, die Entstehung eines Lochs oder eines Risses in der Darmwand. Relativ häufige Ursachen einer Darmperforation sind ein Darmgeschwür, → Darmdivertikel, der Durchbruch eines entzündeten Blinddarms oder auch ein Bauchtrauma. Das Ausfließen des Darminhalts in die freie Bauchhöhle führt rasch zu einer Peritonitis. Eine Darmperforation muss so rasch wie möglich operativ verschlossen werden, die Peritonitis wird mit Antibiotika behandelt.


Darmperistaltik

Darmperistaltik, zum After hin gerichtete Bewegungen des Darms durch Zusammenziehen und Erschlaffen der Darmwand. Die Darmperistaltik kommt durch rhythmische Bewegungen der ringförmigen und der längsgerichteten Darmmuskulatur zustande. Durch die Bewegungen wird der Speisebrei vermischt und weitertransportiert.


Darmpolyp

Darmpolyp, in das Darmlumen hinein ragende Geschwulst der Darmschleimhaut. Auch → Polyposis.


Darmreinigung

Darmreinigung, Säubern des Darms mittels Einläufen oder Abführmitteln. Auch → Colon-Hydro-Therapie.


Darmresektion

Darmresektion, operative Entfernung eines Darmabschnittes und Vernähung der beiden erhaltenen Darmenden. Durchgeführt wird eine Darmresektion z. B. bei Tumoren, Verletzungen, Einengungen oder massiven Entzündungen des Darmes.


Darmrohr

Darmrohr, ein weiches Rohr aus Gummi, das in den Dickdarm eingeführt wird. Mit einem Darmrohr werden z. B. Darmgase abgeleitet oder Flüssigkeiten in den Darm eingebracht (Einlauf).


Darmsonde

Darmsonde, ein Schlauch aus Gummi oder Kunststoff, der in den Dünndarm eingeführt wird (durch Nase, Mund oder die Haut). Eine Darmsonde kann diagnostisch (Analyse des Darmsafts) oder therapeutisch (z. B. zur künstlichen Ernährung) eingesetzt werden.


Darmspiegelung

Darmspiegelung, Inspektion des Darminneren durch einen biegsamen, mit einer Glasfaseroptik ausgestatteten Schlauch (Endoskop), der durch den Mund oder durch den After eingeführt wird. Auch → Enteroskopie, → Gastroskopie, → Coloskopie.


Darmspülung

Darmspülung, Säuberung des Dickdarms und Mastdarms durch Einläufe. Die Darmspülung wird z. B. zur Vorbereitung auf eine Röntgenuntersuchung oder Operation des Darms durchgeführt. Auch → Colon-Hydro-Therapie.


Darmstein

Darmstein, → Koprolith.


Darmstenose

Darmstenose, Einengung eines Darmabschnitts z. B. durch eine Narbe nach Geschwür oder Entzündung, eine Geschwulst oder ein Organ, das von außen auf den Darm drückt. Tumoren können den Darm sowohl von innen wie auch von außen stenosieren, wenn der Tumor im Darm bzw. in einem angrenzenden Organ wächst. Symptome einer Darmstenose sind z. B. Verstopfung, Durchfall und Bauchschmerzen.


Darmträgheit

Darmträgheit, → Obstipation.


Darmtuberkulose

Darmtuberkulose, ein Befall des Darms mit Tuberkulosebakterien. Es bilden sich bevorzugt im unteren Abschnitt des Ileums Darmgeschwüre. Durch eine Auftreibung der Darmwand kann es auch zu Darmstenosen kommen. Symptome sind Durchfall, Fieber und Blähungen, manchmal treten auch Schmerzen auf. Die Therapie besteht in der Gabe von Tuberkulostatika. Auch → Tuberkulose.


Darmtumor

Darmtumor, eine gut- oder bösartige Geschwulst im Dünn- oder Dickdarm. Zu den Darmtumoren gehören beispielsweise das Colonkarzinom oder Dickdarmpolypen.


Darmverengung

Darmverengung, → Darmstenose.


Darmverschlingung

Darmverschlingung, ein → Volvulus eines Darmabschnitts.


Darmverschluss

Darmverschluss, → Ileus.


Darmwandbruch

Darmwandbruch, → Hernie.


Darmwandperforation

Darmwandperforation, örtlich begrenzte Zerstörung der Darmwand. Eine Darmwandperforation kann als freie Perforation mit Austritt von Darminhalt in die Bauchhöhle vorkommen oder als gedeckte Perforation, bei der das Loch durch umgebendes Gewebe oder eine Entzündungsreaktion gedeckt wird. Ursachen einer Darmwandperforation können z. B. Geschwüre, bakterielle oder andere Entzündungen, Tumoren oder Divertikel sein. Die Symptome bestehen in heftigen Bauchschmerzen, Übelkeit und Kreislaufstörungen bis hin zum Kreislaufschock. Eine freie Darmwandperforation muss notfallmäßig operiert werden. Bei einer gedeckten Darmwandperforation ist eine konservative Therapie riskant, aber grundsätzlich möglich. Auch → Peritonitis.


Darmzotten

Darmzotten, dünne, fingerförmige Ausstülpungen der Darmwand. Darmzotten vergrößern die innere Oberfläche des Darmes und dienen der Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm. Darmzotten sind besonders ausgeprägt im Dünndarm zu finden.


D-Arzt / D-Ärztin

D-Arzt / D-Ärztin, →  Durchgangsarzt.


Daseinsanalyse

Daseinsanalyse, psychotherapeutisches Konzept, das sich an verschiedenen Philosophen orientiert. Die Daseinsanalyse betrachtet die Therapeut-Patienten-Beziehung als gleichberechtigt (das Dasein ist beiden gemeinsam). In der Daseinsanalyse wird darauf verzichtet, von Symptomen und Krankheiten zu sprechen.


Datenschutz

Datenschutz, das Recht einer jeden Person auf Persönlichkeitsschutz bei der Datenverarbeitung. In der Medizin geht es beim Datenschutz hauptsächlich um die Verarbeitung von medizinischen Daten. So dürfen Ärzte z. B. keine Patienteninformationen ohne Einwilligung des Patienten an Drittpersonen weitergeben (Schweigepflicht).


Dauerausscheider / Dauerausscheiderin

Dauerausscheider / Dauerausscheiderin, Person, die eine Infektionskrankheit überstanden hat, aber die Keime (Bakterien, Viren oder Amöben) weiterhin im Körper beherbergt und diese über Speichel, Blut, Stuhl oder Urin ausscheidet. Dauerausscheider sind klinisch gesund, können aber andere Personen anstecken. Nach überstandener Salmonelleninfektion z. B. kommt es häufig zu einer Dauerausscheidung von Salmonellen. Solche Personen müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Auch → Salmonellen.


Dauerblutung

Dauerblutung, eine länger als zehn Tage andauernde Menstruationsblutung (→ Menorrhagie).


Dauerdrainage

Dauerdrainage, Langzeitableitung von Körperflüssigkeiten oder Luft aus dem Körper, z. B. aus einer Wunde. Auch → Bülau-Drainage.


Dauerkatheter

Dauerkatheter, Verweilkatheter, Gummi- oder Kunststoffschlauch, der über längere Zeit in der Harnblase belassen wird, um den Urin abzuleiten. Ein Dauerkatheter ist z. B. nach größeren Operationen oder Verletzungen notwendig. Er dient auch dazu, bei Schwerkranken die Menge des produzierten Urins genau zu überwachen. Ein Dauerkatheter bedeutet ein Risiko für Harnwegsinfektionen und muss daher sorgfältig gepflegt werden.


Daumen

Daumen, kleinster und nur zweigliedriger Finger an der Innenseite der Hand.


Daumenballen

Daumenballen, → Thenar.


Daumenballenatrophie

Daumenballenatrophie, ein Schwund der Muskeln, die den Daumenballen bilden. Eine mögliche Ursache für eine Daumenballenatrophie ist die Schädigung des Medianusnervs, z. B. im Rahmen eines Karpaltunnelsyndroms.


Daumengrundgelenk

Daumengrundgelenk, das Gelenk, das sich zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem ersten Phalangen des Daumens befindet.


Daumengrundgelenkluxation

Daumengrundgelenkluxation, die Ausrenkung des Daumengrundgelenks. Eine häufige Ursache ist das Einhängen des Daumens in der Schlinge eines Skistocks mit anschließendem Zug auf das Gelenk. Symptome sind Schmerzen, Schwellung und eine Fehlstellung des Daumens. Zur Therapie muss das Gelenk wieder eingerichtet und danach ruhig gestellt werden. Wenn gleichzeitig noch Bänder gerissen sind, ist unter Umständen eine Operation nötig.


dB

dB, Abk. für → Dezibel.


DD

DD, Abk. für → Differenzialdiagnose.


DDC

DDC, Abk. für → Zalcitabin.


DDI

DDI, Abk. für → Didanosin.


DDT

DDT, Abk. für die Substanz Dichlordiphenyltrichloräthan. DDT wurde früher als Insektizid eingesetzt, z. B. zur Bekämpfung von Läusen, Flöhen, Fliegen oder Mücken. Da DDT sich in der Umwelt anreichert (Bioakkumulation) und dort zu Schäden führen kann, wurde seine Verwendung verboten.


Debilität

Debilität, allgemeine Bezeichnung für Schwäche; auch leichter Grad geistiger Behinderung. Eine Debilität kann angeboren sein oder als Folge einer schweren Krankheit oder eines Unfalls zurückbleiben.


Débridement

Débridement, operative Lösung von Verwachsungen (Briden), die nach Operationen im Bauchraum entstehen können.


Débridement

Débridement, Entfernen von abgestorbenen Gewebeteilen aus einer Wunde. Auch → Wundtoilette.


Decarboxylase

Decarboxylase, ein Enzym, das Kohlendioxyd von einer Substanz abspaltet. Decarboxylasen spielen im Stoffwechsel an verschiedenen Stellen eine wichtige Rolle.


Decidua

Decidua, → Dezidua.


Deckglas

Deckglas, dünnes Glasplättchen, mit dem das zur mikroskopischen Untersuchung vorbereitete Material abgedeckt wird. Auch → Objektträger.


Deckzelle

Deckzelle, eine Zelle an der Oberfläche einer serösen Haut.


Decrescendo

Decrescendo, abnehmende Lautstärke eines Geräusches. Auch → Herzgeräusch.


Decubitus

Decubitus, Dekubitus, Druckgeschwür, Wundliegen, örtlicher Gewebsuntergang, bedingt durch Mangeldurchblutung infolge hohen Drucks auf einen Körperteil. Ein Decubitus entsteht z. B. bei bettlägerigen Patienten, die sich nicht genug bewegen, oder an der Druckstelle einer schlecht sitzenden Prothese. Ein Decubitus beginnt mit einer Hautrötung; im Verlauf bildet sich eine offene Wunde mit Zerstörung des darunter liegenden Gewebes einschließlich der Muskeln und Knochen. Da über einem Decubitus die Schutzbarriere der Haut fehlt, ist der Bereich infektionsgefährdet. Decubituswunden heilen nur sehr langsam. Bei bettlägerigen Patienten wird daher die sog. Decubitusprophylaxe mit regelmäßiger Umlagerung durchgeführt; zudem sollte die Haut an den besonders gefährdeten Stellen (Fersen, Steiß) beobachtet und besonders gepflegt werden, z. B. mit durchblutungsfördernden Salben. Offene Wunden müssen sorgfältig desinfiziert und feucht verbunden werden; in schweren Fällen ist eine Hauttransplantation erforderlich.


Defäkation

Defäkation, Stuhlentleerung, Entleerung des Mastdarmes.


Defekt

Defekt, angeborenes oder durch eine Krankheit oder Operation erworbenes Fehlen eines Organteiles oder einer Organfunktion. Nach einer schweren Lungentuberkulose oder der Entfernung eines Lungenflügels entsteht z. B. ein Defekt im Bereich der Lunge. Ein Defekt kann unter Umständen durch andere Teile des Organs ausgeglichen werden. Auch → Defektheilung.


Defektheilung

Defektheilung, eine unvollständige Heilung nach einer Verletzung. Eine Defektheilung geht mit einer bleibenden Störung der Struktur oder Funktion des betroffenen Körperteils einher. Auch → Narbe.


Défense musculaire

Défense musculaire, Abwehrspannung der Muskulatur, z. B. in der Umgebung einer Organ- oder Nervenverletzung. Typisch ist die Défense musculaire der Bauchmuskulatur bei einer Bauchfellentzündung.


deferens

deferens, ableitend, abführend z. B. → Ductus deferens.


Deferoxamin

Deferoxamin, eine Substanz, die als → Chelatbildner wirkt. Deferoxamin fördert die Ausscheidung von Eisen und Aluminium aus dem Körper und wird zur Therapie einer Eisen- oder Aluminiumüberladung des Organismus eingesetzt. Klassische Indikationen für eine Behandlung mit Deferoxamin sind z. B. eine Eisenüberladung des Körpers nach wiederholten Bluttransfusionen oder bei einer Hämochromatose.


Defibrillation

Defibrillation, Beseitigung von Herzkammerflattern oder -flimmern durch Medikamente oder Elektroschocks. Eine Defibrillation durch Stromstöße von 50 - 350 Wattsekunden wird häufig bei Wiederbelebungsmaßnahmen angewandt, um einen Herzstillstand infolge Kammernflimmern zu durchbrechen.1. äußere Defibrillation: zwei breitflächige Elektroden werden auf den Brustkorb gedrückt, um einen elektrischen Strom durch den Körper zu leiten. Dieser Stromstoß führt in vielen Fällen zum normalen Rhythmus (Sinusrhythmus) zurück.2. innere Defibrillation: Ein implantierter Defibrillator löst bei Kammerflimmern oder Kammerflattern einen Stromstoß aus, um das Herz in seinen normalen Rhythmus zurückzuführen.


Defibrillator

Defibrillator, elektrisches Gerät, das bei Herzrhythmusstörungen, die zu einem Zusammenbruch des Kreislaufs führen (Kammerflimmern), zur → Defibrillation genutzt wird. Dabei versetzt man dem Körper einen elektrischen Schlag in einer Stärke zwischen 50 und 350 Wattsekunden. Der Gleichstrom wird über zwei Elektroden geleitet, die direkt auf den Brustkorb des Patienten gelegt werden - und zwar im Verlauf der Herzachse von rechts oben nach links unten. Durch den Stromstoß - evtl. durch mehrere - werden die Zellen des → Erregungsleitungssystems des Herzens gleichzeitig erregt. Dadurch entsteht eine geordnete Aktion. Der Patient muss im Rahmen der Reanimation vor einer Defibrillation u. a. gut mit Sauerstoff versorgt sein. Die sog. → Kardioversion beruht auf einem ähnlichen Prinzip, allerdings richtet sich der Zeitpunkt des abgegebenen Stromstoßes nach der Herzaktion.


Defizienz

Defizienz, Mangel oder Fehlen einer Organfunktion, eines Organteiles oder bestimmter Stoffwechselprodukte.


Defizit, neurologisches

Defizit, neurologisches, der Ausfall einer Nervenfunktion, der sich z. B. in einer Lähmung, einer Bewegungs- oder einer Sprachstörung äußert. Neurologische Defizite können flüchtig, vorübergehend oder dauerhaft sein. Auch → Multiple Sklerose, → Hirninfarkt.


Deflexionshaltung

Deflexionshaltung, eine Geburtslage, bei der das Kinn des Kindes von der Brust abgehoben ist. Man unterscheidet je nach vorangehendem Kindsteil unterschiedliche Deflexionslagen: die Scheitellage, die Vorderhauptslage, die Stirnlage oder die Gesichtslage. Im Unterschied zu der normalen → Hinterhauptslage ist bei der Deflexionshaltung der Durchmesser des Kopfes im Geburtskanal vergrößert, was die Geburt verlangsamen oder unmöglich machen kann.


Defloration

Defloration, Zerreißen des Jungfernhäutchens (Hymen) der Frau. Die Defloration erfolgt in der Regel beim ersten Geschlechtsverkehr.


Deformation

Deformation, Deformität, eine Formveränderung des Körpers. Eine Deformation ist entweder angeboren (Missbildung) oder entsteht durch eine Krankheit (z. B. Verstümmelungen infolge einer Lepra-Erkrankung) oder durch einen Unfall (z. B. Amputation einer Hand, eines Arms, eines Fußes, eines Beins).


Degeneration

Degeneration, Abbau und Funktionseinbuße von Organteilen oder Organfunktionen. Eine Degeneration ist meist altersbedingt, z. B. die Einschränkung der Beweglichkeit von Gelenken im Alter.


Degeneration, hepatolentikuläre

Degeneration, hepatolentikuläre, → Morbus Wilson.


Degeneration, striatonigrale

Degeneration, striatonigrale, eine degenerative Erkrankung des Gehirns, bei der ähnliche Symptome auftreten wie bei der → Parkinson-Krankheit.


Degeneration, tapetoretinale

Degeneration, tapetoretinale, eine erbliche Erkrankung, bei welcher sich die Netzhaut zurückbildet. Die Folge ist eine Erblindung. Es werden verschiedene Formen der tapetoretinalen Degeneration unterschieden; die meisten treten im Rahmen einer → Speicherkrankheit auf.


degenerativ

degenerativ, durch Degeneration bedingt oder mit Degeneration einhergehend. Gelenkprobleme sind bei älteren Menschen meist degenerativ bedingt.


Dehiszenz

Dehiszenz, Auseinanderweichen, Auseinanderklaffen von Binde- oder Stützgewebe. Nach Operationen kann es z. B. zu einer Dehiszenz der Operationsnaht kommen (Nahtdehiszenz).


Dehnungsrezeptor

Dehnungsrezeptor, Empfangseinrichtung eines Organs oder eines Organteils, die auf Dehnung des entsprechenden Gewebes anspricht. Dehnungsrezeptoren finden sich z. B. in den Muskeln, der Lunge, im Magen-Darm-Trakt und im Herzmuskel. Die Dehnungsrezeptoren einer Herzkammer z. B. messen, wie sehr der Herzmuskel durch das hineinströmende Blut gedehnt wird. Das Ausmaß der Dehnung bestimmt dann die Kraft des nächsten Herzschlages.


Dehydratation

Dehydratation, Dehydration, → Exsikkose.


Dehydrogenase

Dehydrogenase, ein Enzym, das Wasserstoff abspalten kann (Dehydrierung). Die verschiedenen Dehydrogenasen spielen im Stoffwechsel eine wichtige Rolle.


Déjà-vu-Erlebnis

Déjà-vu-Erlebnis, das Gefühl, eine Situation schon einmal gesehen oder erlebt zu haben. Ein Déjà-vu-Erlebnis kann bei Psychosen und Neurosen, aber auch bei Erschöpfungszuständen vorkommen.


Dekompensation

Dekompensation, Entgleisung einer Organfunktion oder eines Stoffwechselprozesses. Eine dekompensierte Herzinsuffizienz z. B. ist eine so ausgeprägte Verminderung der Herzleistung, dass nicht mehr genügend Blut gepumpt wird und sich Flüssigkeit in den Lungen oder anderen Teilen des Körpers einlagert.


dekompensiert

dekompensiert, entgleist, bei einem dekompensierten Diabetes mellitus z. B. sind die Blutzuckerwerte und alle damit zusammenhängenden Stoffwechselvorgänge außer Kontrolle geraten.


Dekompression

Dekompression, Medikamentöse, operative oder mechanische Druckentlastung von Organen, die einem zu hohen Druck ausgesetzt sind. Zur Dekompression des Gehirns bei erhöhtem Hirndruck wird zum Beispiel ein Loch in die Schädeldecke gebohrt, wenn Medikamente nicht genügend helfen.


Dekompression

Dekompression, Druckausgleich nach großen Höhenunterschieden, z.B. bei Tauchern, die aus großer Tiefe wieder auftauchen. Auch → Caissonkrankheit.


Dekompressionskrankheit

Dekompressionskrankheit, → Caissonkrankheit.


Dekontamination

Dekontamination, Reinigung von radioaktiv oder mit Krankheitskeimen verseuchtem Material, z. B. Kleidungsstücken, Wohn- und Arbeitsflächen, Lebensmitteln usw. Auch der menschliche Körper kann mit geeigneten Mitteln dekontaminiert werden.


Dekortikation

Dekortikation, → Dezerebration.


Dekubitus

Dekubitus, → Decubitus.


Delegationsverfahren

Delegationsverfahren, die Möglichkeit von Ärzten, bestimmte Tätigkeiten an ihnen untergeordnetes, z. B. nichtärztliches Personal zu delegieren. Dieser Vorgang findet im Rahmen einer → Anordnung statt.


Deletion

Deletion, → Chromosomendeletion.


Delfintherapie

Delfintherapie, Behandlungsmethode, bei der der Kontakt mit Delfinen als therapeutisches Mittel bei behinderten Kindern eingesetzt wird; hauptsächlich bei → Autismus, → Down-Syndrom, → Lernbehinderungen, → Schädel-Hirn-Traumen oder → Sprachstörungen.


Delirium

Delirium, Bewusstseinstrübung mit Wahnvorstellungen, Unruhe und Orientierungsstörungen. Ein Delirium ist in der Regel vorübergehend, z. B. bei Alkoholentzug (→ Delirium tremens).


Delirium tremens

Delirium tremens, → Alkoholdelir.


Dellwarze

Dellwarze, → Molluscum contagiosum.


Delphinium consolida

Delphinium consolida, → Rittersporn.


Deltamuskel

Deltamuskel, der große Schultermuskel, der am Schlüsselbein und am Schulterblatt entspringt und am Humerus ansetzt. Der Deltamuskel hebt den Arm bis in die Waagerechte.


Deltastrahlen

Deltastrahlen, eine besondere Form von ionisierenden Strahlen.


Delta-Virus

Delta-Virus, → Hepatitis-D-Virus.


Deltawellen

Deltawellen, in der Gehirnstromkurve (EEG) auftretende Wellen mit niedriger Frequenz. Deltawellen kommen normalerweise während des Tiefschlafs und bei Kleinkindern vor. Ein Koma, zu hoher Hirndruck und Hirndurchblutungsstörungen können jedoch auch Deltawellen hervorrufen. Auch → Elektroenzephalogramm.


Demand-Schrittmacher

Demand-Schrittmacher, ein Herzschrittmacher, der nur im Bedarfsfall bei einem Aussetzen der spontanen Herztätigkeit das Herz elektrisch stimuliert. Der Herzrhythmus wird ansonsten durch das Herz und nicht durch den Schrittmacher bestimmt. Auch → Herzschrittmacher.


Dementia praecox

Dementia praecox, eine veraltete Bezeichnung für die → Schizophrenie.


Demenz

Demenz, eine sich über Jahre hinweg durch die Degeneration von Hirnzellen entwickelnde Geistesschwäche. Die Demenz kann mit verschiedenen Einbußen intellektueller Fähigkeiten einhergehen, z. B. Gedächtnisverlust, Merkschwäche, Wortfindungsstörungen und einer langsam fortschreitenden Persönlichkeitsveränderung. Eine zunehmende Demenz ist z. B. ein typisches Symptom der → Alzheimer-Krankheit.


Demenz, präsenile

Demenz, präsenile, eine Demenzerkrankung, die vor dem 65. Lebensjahr auftritt, in der Regel im Rahmen einer → Alzheimer-Krankheit.


Demineralisierung

Demineralisierung, Mineralstoffverlust des Körpers oder einzelner Organe. Bei der Osteoporose z. B. kommt es zu einer Demineralisierung des Knochens, d. h. er verliert an Kalzium.


Demografie

Demografie, die Beschreibung der Bevölkerungsbewegungen mithilfe der Bevölkerungsstatistik. Dazu gehören Geburten, Todesfälle, Ein- und Auswanderungen, Altersverteilung, die Anzahl der Eheschließungen usw.


Demyelinisierung

Demyelinisierung, Entmarkung, ein Krankheitsprozess des Nervensystems, bei dem die Myelinscheiden der Marksubstanz zerstört werden. Unregelmäßig verteilte entzündliche Demyelinisierungsherde (Plaques) erscheinen z. B. bei der multiplen Sklerose.


denaturiert

denaturiert, in seiner natürlichen Struktur verändert oder ungenießbar gemacht; bei Eiweißen: in der Struktur verändert. Manche denaturierten Stoffe sind für den Menschen leichter genießbar, z. B. gekochtes oder gebratenes Fleisch. Andere Stoffe werden denaturiert ungenießbar (vergällt), wie beispielsweise mit bestimmten Chemikalien versetzter Alkohol. Auch → Denaturierung.


Denaturierung

Denaturierung, unwiderrufliche Veränderung bzw. Zerstörung der natürlichen Struktur eines Stoffes, z. B. durch Erhitzen.


Dendrit

Dendrit, stark verästelter Fortsatz einer Nervenzelle. Auch → Axon.


Denervierung

Denervierung, Unterbrechen von Nervenbahnen zwischen dem Gehirn und einem Organ. Das betreffende Organ wird dadurch gefühllos oder bewegungsunfähig. Eine Denervierung kann durch Unfälle, Operationen oder Krankheiten entstehen. Sie wird manchmal aber auch gezielt vorgenommen, z. B. zur Schmerzausschaltung (Chordotomie).


Dengue-Fieber

Dengue-Fieber, eine Tropenkrankheit, die durch das Dengue-Virus ausgelöst wird. Das Virus wird mit Stichen der Aedes-Mücke übertragen. Die Symptome sind hohes Fieber, Muskelschmerzen, Hautausschläge und Übelkeit. Nach zwei bis drei Tagen geht das Fieber zurück, etwa am siebten Tag steigt es nochmals an. Eine spezifische Behandlung ist nicht möglich.


Dengue-Virus

Dengue-Virus, ein Virus aus der Familie der Flaviviren. Das Dengue-Virus verursacht das → Dengue-Fieber.


Denkstörung

Denkstörung, ein Symptom bei psychischen Erkrankungen, z. B. bei Depressionen oder Schizophrenie. Meistens ist das Denken bei einer Denkstörung verlangsamt und umständlich. Aber auch zu schnelles, ungenaues Denken mit Zerfahrenheit oder Ideenflucht kommt vor.


Dens

Dens, → Zahn.


Dens

Dens, Bezeichnung für zahnförmige Knochenteile, z.B. Dens axis für den nach oben gerichteten, zahnartigen Fortsatz des zweiten Halswirbels.


Densitometrie

Densitometrie, Bezeichnung für die Messung einer Dichte, z. B. der Knochendichte (Osteodensitometrie).


dental

dental, die Zähne betreffend, von den Zähnen ausgehend.


Dentalfluorose

Dentalfluorose, Veränderungen des Zahnschmelzes, die durch eine zu hohe Zufuhr von Fluor entstehen. Der Zahnschmelz weist weißliche Punkte auf, in schweren Fällen bilden sich sogar Löcher.


Dentalgie

Dentalgie, → Zahnmedizin.


Dentalhygiene

Dentalhygiene, Zahnpflege, alle Maßnahmen zur Säuberung der Zähne und ihrer Umgebung. Dazu gehören Zähneputzen, die Mundspülung, die Reinigung mittels Zahnseide, speziellen Bürsten oder auch die professionelle Zahnreinigung durch die Zahnärztin oder die Dentalhygienikerin. Auch → Kariesprophylaxe.


Dentes

Dentes, Mehrzahl von dens (Zahn), die Zähne.


Dentin

Dentin, knochenähnliche Stützsubstanz des Zahnes. Sie umschließt das Zahnmark und wird außen, d. h. zur Mundhöhle hin, vom Zahnschmelz bedeckt. Auch → Zahnkaries.


Dentinoblast

Dentinoblast, → Odontoblast.


Dentist / Dentistin

Dentist / Dentistin, Zahnarzt, früher hat man auch Zahnheilkundige ohne Hochschulprüfung als Dentist / Dentistin bezeichnet.


Dentitio difficilis

Dentitio difficilis, eine erschwerte → Dentition, die unter Umständen mit Beschwerden verbunden ist. Leichte Beschwerden beim Zahnen, wie z. B. vermehrter Speichelfluss oder leichte Schmerzen, treten bei vielen Kindern auf. Schwerere Symptome können vorkommen, wenn die Zähne sich beim Durchbruch gegenseitig behindern, z. B. weil der Kiefer zu schmal ist. Bei erwachsenen Menschen kann eine Dentitio difficilis beim Durchbruch der Weisheitszähne auftreten.


Dentition

Dentition, Zahnen, Durchbruch der Zähne. Die Dentition der Milchzähne erfolgt in den ersten zweieinhalb Lebensjahren. Danach folgt im Alter von sechs bis vierzehn Jahren die Dentition der bleibenden Zähne (Zahnwechsel). Als Letztes brechen im Alter von ca. 17-25 Jahren die Weisheitszähne durch. Auch → Gebiss.


Dentitio tarda

Dentitio tarda, ein verspäteter Durchbruch der Zähne, z. B. im Rahmen einer Rachitis.


dentogen

dentogen, durch einen Zahn, durch die Zähne bedingt.


Dependenz

Dependenz, → Abhängigkeit.


Depersonalisation

Depersonalisation, Verlust des Ichgefühls, Persönlichkeitsverlust. Zu einer Depersonalisation kann es bei psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie kommen aber auch im Rahmen von Erschöpfungszuständen. Bei einer Depersonalisation fühlt sich der Patient "fremd" in der Welt, die Umwelt erscheint unwirklich.


Depigmentierung

Depigmentierung, angeborener oder erworbener (z. B. durch Medikamenteneinnahme) Verlust der Hautpigmentierung. Eine Depigmentierung kann lokal begrenzt oder auf der ganzen Haut auftreten. Auch → Albinismus, → Vitiligo.


Depolarisation

Depolarisation, die Änderung des elektrischen Spannungszustandes einer Muskel- oder Nervenzelle. Die Depolarisation kommt durch eine Ladungsänderung der Zellmembran zustande. Im Rahmen von Krankheiten, z. B. einer Epilepsie, oder durch Medikamente kann sich das Depolarisationsverhalten einer Zelle verändern, was zu einer Unter- oder Übererregbarkeit führt. Auch → Membranpotenzial.


Depolarisierung

Depolarisierung, das Herbeiführen oder Auftreten einer Depolarisation.


Depot

Depot, Speicher. Im Körper gibt es verschiedene Speicher, z. B. das Eisen- oder das Fettdepot. Auch → Speicherkrankheit, → Depotpräparat.


Depotfett

Depotfett, Fettgewebe, das dem Körper zur Isolation und zur Energiespeicherung dient.


Depotinjektion

Depotinjektion, die Injektion einer Substanz, die sehr langsam und möglichst konstant aus dem Gewebe (Subkutis oder Muskel) in das Blut abgegeben wird, z. B. mit Zink komplexiertes Insulin, Vitamin B12 oder Hormone zur Empfängnisverhütung.


Depotinsulin

Depotinsulin, Insulin, das durch resorptionsverzögernde Zusätze, chemische Abwandlung oder Mikrokristallisation so präpariert ist, dass der Wirkstoff über längere Zeit freigesetzt wird. Die verschiedenen Depotinsuline wirken acht bis vierundzwanzig Stunden und werden bei der Behandlung der Zuckerkrankheit eingesetzt. Auch → Insulin.


Depotpräparat

Depotpräparat, Medikament, das seinen Wirkstoff über längere Zeit, Stunden oder Tage, freigibt. Durch die verzögerte Freigabe lassen sich viele kleine Einzeldosen ersetzen. Auch → Depotinsulin.


Depression

Depression, psychische Erkrankung, die durch Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit gekennzeichnet ist. Depressionen können unterschiedliche Ursachen haben, z. B. eine Stoffwechselstörung der Neurotransmitter im Gehirn (endogene Depression). Eine Depression tritt oft ohne erkennbaren Grund auf. Sie geht in der Regel mit körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Herz- oder Magen-Darm-Beschwerden einher, die Arzt und Patient diagnostisch in die Irre führen können (larvierte Depression). Eine Depression kann auch zu Selbstmordabsichten führen. Die Behandlung besteht in der Gabe von → Antidepressiva und Psychotherapie.


Depression, bipolare

Depression, bipolare, → manisch-depressive Erkrankung.


Depressionszustand des Neugeborenen

Depressionszustand des Neugeborenen, Bezeichnung für den Zustand eines neugeborenen Kindes, dessen Atmung, Kreislauf und Reaktionen herabgesetzt sind oder gar fehlen. Eine Richtlinie für den Arzt zur Festlegung des Depressionszustands bildet der → Apgar-Index.


depressiv

depressiv, niedergeschlagen, traurig, antriebslos. Ein Mensch kann als Reaktion auf einen erschütternden Vorfall depressiv sein oder als Ausdruck einer psychischen Erkrankung.


Deprivation

Deprivation, Entzug, Beraubung z. B. von intellektueller oder seelischer Zuwendung, aber auch von Nahrung oder Wasser.


Deprivationssyndrom

Deprivationssyndrom, Hospitalismus, seelischer und körperlicher Entwicklungsrückstand eines Kindes oder Jugendlichen aufgrund fehlender emotionaler Bindung. Ein Deprivationssyndrom wird vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern nach längerem Aufenthalt in Krankenhäusern oder Heimen beobachtet.


De-Qi

De-Qi, Reaktion auf die Akupunktion. Der Behandelte verspürt in den genadelten oder auch in einem entfernteren Körperteil ein Ziehen, Spannen oder auch einen leichten elektrischen Schlag. Ein De-Qi mit der entsprechenden Heilwirkung kommt nur bei einem intakten Nervensystem und bei optimaler Stichtechnik des Akupunkteurs zustande.


De-Qi-Gefühl

De-Qi-Gefühl, Reaktion, die während der Akupunktur an den behandelten oder auch an entfernteren Körperteilen auftritt.


Derealisation

Derealisation, das Gefühl, die Umwelt oder die Menschen hätten sich verändert, Vertrautes sei fremd geworden. Die Derealisation ist ein typisches Symptom einer Psychose.


derm...

derm..., derma..., Wortteil mit der Bedeutung Haut.


Dermabrasion

Dermabrasion, ein Abschleifen der oberen Hautschichten, meist mit Schleifgeräten oder auch mit Sandpapier. Eine Dermabrasion wird u. a. zur Behandlung kosmetisch störender Narben oder eines Rhinophyms (Knollennase) eingesetzt.


dermal

dermal, von der Haut ausgehend, die Haut betreffend.


Dermatikum

Dermatikum, → Dermatologikum.


Dermatitis

Dermatitis, Hautentzündung, zu der großen Gruppe der Dermatitiden gehören z. B. die → Ekzeme und der → Sonnenbrand. Symptome einer Dermatitis sind beispielsweise Hautrötung und die Bildung von Papeln, Krusten oder Schuppen. Eine Dermatitis kann viele Ursachen haben, z. B. UV-Licht, Medikamente, Allergien, eine Infektion mit Krankheitserregern oder eine andere Grundkrankheit. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Behandlungsformen.


Dermatitis, atopische

Dermatitis, atopische, → Neurodermitis.


Dermatitis herpetiformis

Dermatitis herpetiformis, eine Autoimmunkrankheit, bei der sich auf der Haut Blasen bilden. Die Dermatitis herpetiformis geht mit heftigem Juckreiz einher.


Dermatitis, periorale

Dermatitis, periorale, eine Hautentzündung, bei der sich im Gesicht - unter Aussparung des Bereichs um den Mund - ein akneähnlicher Ausschlag bildet. Die periorale Dermatitis tritt hauptsächlich bei Frauen auf.


Dermatitis solaris

Dermatitis solaris, → Sonnenbrand.


Dermatofibrom

Dermatofibrom, ein gutartiger Hauttumor, der aus Kollagenfasern und Fibroblasten besteht.


Dermatoglyphen

Dermatoglyphen, die Hautleisten auf den Fingern, in der Handfläche, an den Zehen und an der Fußsohle. Die Dermatoglyphen sind genetisch bestimmt und bei jedem Menschen anders ausgebildet.


Dermatologie

Dermatologie, medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Haut- und Geschlechtskrankheiten befasst.


Dermatologikum

Dermatologikum, Dermatikum, Medikament oder Mittel zur äußerlichen Behandlung der Haut. Dermatologika sind z. B. Salben, Cremes, Gels, Puder, Lotionen, Tinkturen oder Pasten. Sie enthalten medizinische Wirkstoffe wie z. B. Pflanzenextrakte, Harnstoff, Teere, Salicylsäure oder Kortison.


Dermatom

Dermatom, Hautgebiet, das von einem bestimmten Rückenmarksnerv versorgt wird. Auch → Head-Zone.


Dermatom

Dermatom, Instrument zum Herausschneiden von Hautlappen aus der intakten Haut für eine Transplantation. Auch → Hauttransplantation.


Dermatomyiasis

Dermatomyiasis, der Befall der Haut mit Fliegenmaden. Die Fliegen legen ihre Eier z. B. in Wunden, dort schlüpfen die Maden aus und können zu Entzündungen und verzögerter Wundheilung führen.


Dermatomykose

Dermatomykose, Hautpilz, Befall von Haut und Nägeln (Onychomykose) durch Pilze. Der Fußpilz gehört z. B. in die Gruppe dieser Erkrankungen. Die Symptome sind je nach auslösendem Pilz und nach Lokalisation des Pilzes sehr unterschiedlich, z. B. trockene Schuppung oder Rötung der Haut sowie Juckreiz. Behandelt wird eine Dermatomykose mit Antimykotika. Auch → Tinea, → Candidamykose.


Dermatomyositis

Dermatomyositis, Autoimmunerkrankung, die Haut und Muskeln befällt. Die Ursache ist unbekannt. Zu den Hauptsymptomen der Dermatomyositis gehören gerötete Schwellungen in der Umgebung der Augen und Muskelschmerzen, vorwiegend im Schulter- und Beckengürtel. Auch → Polymyositis.


Dermatophyt

Dermatophyt, Pilz, der Haut, Haare und Nägel befällt. Auch → Dermatomykose.


Dermatose

Dermatose, Sammelbegriff für alle Arten krankhafter Hautveränderungen.


Dermatosklerose

Dermatosklerose, Verhärtung und Straffung der Haut. Die Dermatosklerose ist ein Hauptsymptom der → Sklerodermie.


Dermatozoonose

Dermatozoonose, eine Hauterkrankung durch in die Haut eingedrungene Parasiten, beispielsweise Milben oder Fliegenlarven.


Dermis

Dermis, Lederhaut, Korium,
Dermis
Die von Gefäßen und Nerven durchzogene Dermis liegt zwischen der Ober- und Unterhaut.
die zwischen der Epidermis und der Subkutis gelegene, bindegewebige Schicht der Haut. Die Dermis besteht aus kollagenen und elastischen Fasern und enthält Blut- und Lymphgefäße sowie Nervenendigungen und Zellen für die Immunabwehr. Man unterscheidet auf Grund der Faseranordnung in der Dermis zwei Schichten: außen die Papillar- und innen die Geflechtschicht. Auch → Haut.


Dermografie

Dermografie, Dermografismus, Hautschrift. Nach einem Reiz, z. B. Bestreichen der Haut mit einem spitzen Gegenstand, kommt es zu einer umschriebenen Veränderung der Hautfarbe; es entsteht entweder ein roter oder ein weißer Strich. Die Dermografie gibt Auskunft über den Zustand und die Reizbarkeit der Haut.


Dermoidzyste

Dermoidzyste, eine mit Epidermis ausgekleidete Zyste, die eine talgartige Masse, evtl. vermischt mit Zahn-, Knochen- und Nervengewebe enthält. Dermoidzysten treten vorwiegend an den Eierstöcken (gutartiger Keimzelltumor) und in der Haut auf.


Dermolyse

Dermolyse, eine blasenförmige Abhebung der Haut von dem Unterhautgewebe, z. B. bei allergischen Reaktionen oder bei Arzneimittelunverträglichkeiten.


Desault-Verband

Desault-Verband, Spezialverband zur Ruhigstellung von Arm und Schultergürtel nach einem Schlüsselbeinbruch.


descendens

descendens, absteigend, von oben nach unten verlaufend, in der Medizin vom Kopf zu den Füßen, z. B. Aorta descendens, der absteigende Teil der Hauptschlagader, oder Colon descendens, der absteigende Teil des Kolons. Der Begriff kann sich auch auf ein Konzentrationsgefälle beziehen.


Descensus

Descensus,
Descensus
Der Descensus des Hodens aus dem Leistenkanal in den Hodensack sollte im 1. Lebensjahr abgeschlossen sein.
Deszensus, Absenkung eines Organs. Ein Descensus kann physiologischerweise vorkommen, wie z. B. der Descensus der Hoden von der Bauchhöhle in den Hodensack während der Embryonalzeit. Ein Descensus kann aber auch durch Gewebsschwäche oder Krankheiten hervorgerufen werden. Auch → Descensus uteri.


Descensus testis

Descensus testis, die Verlagerung der Hoden von der Bauchhöhle in den Hodensack. Der Descensus testis ist normalerweise bis zur Geburt des Kindes abgeschlossen. Der vollständige Descensus testis ist ein → Reifezeichen.


Descensus uteri

Descensus uteri, Gebärmuttersenkung, Absenkung der Gebärmutter beim Pressvorgang bis auf Höhe des Scheideneingangs. Ursache ist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, z. B. als Folge einer oder mehrerer Geburten. Die Gebärmuttersenkung geht häufig einher mit Schmerzen im unteren Rückenbereich und unwillkürlichem Harnabgang (Harninkontinenz). Die Therapie besteht in leichten Fällen in Beckenbodengymnastik, ansonsten in einer Operation mit Verkürzung der Aufhängungsbänder der Gebärmutter. Auch → Uterusprolaps.


Desensibilisierung

Desensibilisierung, Hyposensibilisierung, Aufheben oder Abschwächen der allergischen Reaktionsbereitschaft des Körpers auf Allergene, z. B. Bienengift oder Gräserpollen. Eine Desensibilisierung wird durch Verabreichung zunächst kleinster und dann ansteigender Dosen des Allergens erzielt, um das Immunsystem daran zu gewöhnen. Auch → Allergie.


Desiderium

Desiderium, Wunsch. Als negatives Desiderium wird in der Medizin der Wunsch einer Frau nach einem Schwangerschaftsabbruch bezeichnet.


Designerdroge

Designerdroge, synthetisch hergestelltes Rauschmittel. Meist handelt es sich dabei um die Abwandlung einer bereits bekannten Droge. Auch → Ecstasy, → LSD.


Desikkation

Desikkation, Entwässerung von Gewebe, z. B. zur Konservierung von Transplantationsmaterial.


Desinfektion

Desinfektion, Abtötung, Inaktivierung oder Entfernung von Krankheitserregern, meist durch geeignete chemische Mittel (→ Desinfektionsmittel), aber auch durch radioaktive Strahlen oder Hitze (sog. physikalische Desinfektion). Auch → Sterilisation.


Desinfektionsmittel

Desinfektionsmittel, Desinfiziens, Chemikalie zur Abtötung, Entfernung oder Inaktivierung von Krankheitskeimen. Zu den am häufigsten gebrauchten Desinfektionsmitteln gehören Seife, Alkohole, Jod, Wasserstoffperoxid und Chlor.


Desipamin

Desipamin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antidepressiva.


Desmoid

Desmoid, ein semimaligner Tumor aus Bindegewebszellen.


Deodorant

Deodorant, Mittel zur Überdeckung von schlechten Gerüchen.


desorientiert

desorientiert, verwirrt. Desorientierte Menschen wissen oft nicht, wo sie sind und sind unsicher in Bezug auf das Datum, die Tages- oder die Jahreszeit. Desorientiert in Bezug auf die eigene Person ist jemand, der seine persönlichen Daten nicht mehr kennt (z. B. Name, Geburtsdatum, Anzahl der Kinder, Wohnort oder Beruf).


Desorientierung

Desorientierung, gestörtes Empfinden von Raum und Zeit, Orientierungsschwierigkeit. Desorientierung tritt z. B. bei Bewusstseinstrübung und Psychosen auf.


Desoxyribonucleinsäure

Desoxyribonucleinsäure, DNS, DNA,
Replikation
Bei der Replikation werden die zuvor aufgetrennten DNS-Stränge zu zwei identischen DNS-Kopien ergänzt.
Desoxyribonukleinsäure
Die DNA-Moleküle enthalten den Bauplan jeder einzelnen Zelle. In Form der Chromosomen repräsentieren die DNA-Moleküle Hunderttausende von Genen. Diese kodierten Segmente bestimmen die individuelle Haarfarbe, Größe, Charakteristika und Anfälligkeit gegenüber bestimmten Erkrankungen. Die Gene sind als Doppelhelix, d.h. als schraubenförmiger Doppelstrang angeordnet.
das auf den → Chromosomen jeder Zelle gespeicherte Erbmaterial. Grundlage der Desoxyribonucleinsäure sind die vier chemischen Basen Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin. Verdrillt in einer Doppelhelix stehen sich jeweils zwei Basen gegenüber. Jede Base ist mit einem Zuckermolekül verbunden. Der Zucker dient als Stützgerüst der Desoxyribonucleinsäure. Die Reihenfolge der Basen (Basensequenz) bestimmt die Zusammensetzung der Eiweißkörper, die aus der Information der Desoxyribonucleinsäure hergestellt werden. Auch genetischer → Code, → Transkription, → Translation.


Desquamation

Desquamation, Schuppung, normale oder krankhaft vermehrte Abschilferung der obersten verhornten Hautschicht. Eine Ablösung der Haut in Form von krankheitsspezifisch geformten Schuppen ist ein charakteristisches Merkmal bestimmter Erkrankungen, z. B. des Scharlachs, bei dem in der Genesungsphase die Haut an Handtellern und Fußsohlen in großen Fetzen abgestoßen wird.


Desquamationsphase

Desquamationsphase, Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut während der Menstruation. Auch → Menstruationszyklus.


Destillation

Destillation, chemisches Verfahren, Verdampfung von Flüssigkeit durch Wärmezufuhr zur Trennung der Inhaltsstoffe. Die Flüssigkeiten werden bei unterschiedlichen Temperaturen je nach Siedepunkt oder Dampfdruck gasförmig und können nach der Abkühlung getrennt wieder aufgefangen werden. Dieses Verfahren wird z. B. in der Mineralölverarbeitung verwendet; durch Destillation wird z. B. auch Wasser von Fremdstoffen gereinigt (→ Aqua destillata).


destruktiv

destruktiv, zerstörend.


destruktives Wachstum

destruktives Wachstum, Wachstum einer Krebsgeschwulst mit Zerstörung des umgebenden, gesunden Gewebes.


deszendierend

deszendierend, absteigend.


Deszensus

Deszensus, → Descensus.


Detergenz

Detergenz, Substanz, z. B. Seife, zur Veränderung der Oberflächenspannung von Wasser oder anderen Flüssigkeiten, so dass sich Flächen damit leichter und vollständiger benetzen lassen.


determiniert

determiniert, abhängig von, vorherbestimmt. Die Kraft eines Herzschlages wird z. B. durch die Dehnung der Herzkammern determiniert.


Detritus

Detritus, abgestorbene, zerfallene Zellen, Gewebstrümmer. Detritus bildet z. B. bei Nekrosen und in Abszessen (Eiter).


Detrusor

Detrusor, Kurzform für Musculus detrusor, den Muskel, der für die Entleerung der Harnblase zuständig ist. Der Detrusor ist ein mehrschichtiger Hohlmuskel, der sich beim Harnabgang zusammenzieht. Bei chronischer Harnblasenüberdehnung kann es zu einer Schwäche des Detrusors kommen, die sich in einem schwachen Harnstrahl und verzögerter Harnentleerung äußert. Auch → Miktionsstörung, →  Prostatahypertrophie.


Deuteranopie

Deuteranopie, Grünblindheit,
Deuteranopie
Auf dem X-Chromosom ist neben anderen Erbkrankheiten auch die Deuteranopie (Grünblindheit) lokalisiert.
eine angeborene, erbliche Farbsinnstörung (Farbfehlsichtigkeit). Die Deuteranopie beruht auf einem Defekt der grünempfindlichen Sehzapfen. Betroffene können grüne Farbtöne nur in Grautönen sehen. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen - rund 1,5 Prozent der Männer sind deuteranop. Eine leichtere Grünstörung wird als Deuteranomalie bezeichnet.


Deutsche AIDS-Hilfe

Deutsche AIDS-Hilfe, Abk. DAH, bundesweite AIDS-Selbsthilfeorganisation. Sie umfasst 120 regionale Mitgliederorganisationen in ganz Deutschland, in denen Betroffene und Fachleute zusammenarbeiten.


Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Abk. DGE, unabhängige Gesellschaft, die ernährungswissenschaftliche Forschungsergebnisse sammelt, auswertet und in Empfehlungen zusammenfasst. Das Ziel der DGE ist es, die Ernährungsgewohnheiten und den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern.


Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e. V.

Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e. V., Abk. DGHS, Organisation, die das Ziel verfolgt, Menschen ein selbstbestimmtes, menschenwürdiges Sterben zu ermöglichen. In diesem Rahmen informiert sie u. a. über die Erstellung eines Patiententestaments und setzt sich gegen das in der Bundesrepublik geltende, generelle Verbot einer aktiven → Sterbehilfe ein. Auch → Sterbebegleitung.


Deutsche Krebshilfe

Deutsche Krebshilfe, eine aus Spendengeldern finanzierte Organisation, die Krebskranke in allen Fragen und Anliegen im Zusammenhang mit einer bösartigen Krankheit unterstützt. Die Deutsche Krebshilfe informiert auch die Bevölkerung über alle Probleme im Zusammenhang mit Krebs. Weiterhin unterstützt die Deutsche Krebshilfe Studien der Krebsforschung.


Deutsches Arzneibuch

Deutsches Arzneibuch, Abk. DAB, enthält die Vorschriften über Herstellung und Handhabung der wichtigsten Arzneimittel.


Deutsches Grünes Kreuz e. V.

Deutsches Grünes Kreuz e. V., Abk. DGK, Organisation, die Öffentlichkeit und Fachleute mit Presse- und Informationsdiensten über Themen der Gesundheitsvorsorge informiert mit dem Ziel, zu gesundheitsbewusstem Verhalten zu motivieren.


Deutsches Rotes Kreuz e. V.

Deutsches Rotes Kreuz e. V., Abk. DRK, einer der sechs Spitzenverbände der → freien Wohlfahrtspflege. Diese umfasst alle sozialen Hilfen der Bevölkerung, die gemeinnützig und organisiert erfolgen. Das DRK gehört zudem zu den privaten sog. Hilfsorganisationen, die der Allgemeinheit in Notfällen (Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Zivilschutz) zur Verfügung stehen. Das DRK organisiert u. a. das → Blutspendewesen. Auch → Rotes Kreuz.


Devagination

Devagination, Maßnahme zur Behandlung einer → Invagination des Darms. Eine Möglichkeit besteht in der Gabe von Röntgenkontrastmitteln; diese Methode wirkt jedoch nicht immer. Meistens wird eine Invagination chirurgisch behandelt.


Deviation

Deviation, Abweichung vom geraden Verlauf, von der vorgesehenen Achse. Eine Deviation der Nasenscheidewand liegt z. B. vor, wenn diese nicht gerade in der Mitte der Nase verläuft, sondern z. B. nach einem Nasenbeinbruch abgeknickt ist.


Deviation conjugée

Deviation conjugée, die Abweichung beider Augäpfel nach einer Seite. Eine Deviation conjugée kann bei Hirntumoren oder bei einem epileptischen Anfall auftreten.


Dexamethason

Dexamethason, synthetisch hergestelltes → Glucocorticoid. Es wirkt entzündungshemmend, antiallerigsch und immunsuppressiv. Diese Wirkung von Dexamethason ist stärker als die von Cortison.


Dexpanthenol

Dexpanthenol, eine Vorstufe des Vitamins Pantothensäure. Dexpanthenol wird als Medikament häufig zur Behandlung von Haut- und Schleimhautverletzungen eingesetzt. Auch → Pantothensäure.


dexter

dexter, rechts.


Dextran

Dextran, ein hochmolekularer Mehrfachzucker, der in verdünnter Form als → Plasmaexpander eingesetzt wird. Bei Verwendung von Dextran können allergische Reaktionen auftreten.


Dextrokardie

Dextrokardie, die Verlagerung des Herzens auf die rechte Seite des Brustkorbs, z. B. bei einem Situs inversus oder bei einer Verziehung des Mediastinums nach rechts (beispielsweise bei einem Pneumothorax).


Dextromethorphan

Dextromethorphan, Morphinabkömmling mit Wirkung gegen Husten, aber nicht gegen Schmerzen, und sehr geringem Suchtpotenzial. Es unterdrückt den Hustenreiz, indem es in den Nerven die Reizschwelle für den Hustenreflex heraufsetzt.


Dextrose

Dextrose, → Glucose.


Dezeleration

Dezeleration, Geschwindigkeits- oder Frequenzabnahme.


Dezerebration

Dezerebration, Enthirnung, Entkoppelung von Hirnmantel und Hirnstamm bzw. des oberen und unteren Hirnstamms. Eine Dezerebration tritt z. B. auf, wenn das Großhirn durch Blutung, Sauerstoffmangel oder eine Verletzung nicht mehr funktioniert. Beim Patienten kommt es zur Enthirnungsstarre mit Bewusstlosigkeit, Streckhaltung des Körpers, Beugung der Arme, Lähmungen, Anstieg von Blutdruck, Atem- und Herzfrequenz. Diese Symptomatik wird auch als Enthirnungsstarre, Dezerebrationssyndrom, Mittelhirnsyndrom oder → apallisches Syndrom bezeichnet.


dezi...

dezi..., voranstehender Wortteil vor Begriffen, die ein Zehntel eines Ganzen bedeuten, z. B. Deziliter.


Dezibel

Dezibel, Abk. dB, Einheit zur Bezeichnung des Schall- oder Geräuschpegels. Ein dB ist der kleinste Lautstärkenunterschied, den das menschliche Gehör noch erfassen kann.


Dezidua

Dezidua, Decidua, die in der Gebärmutter zwischen dem Embryo und der Gebärmutterwand liegende Schleimhaut, Teil der Fruchtblase.


Deziduazelle

Deziduazelle, nährstoffreiche Zelle der Gebärmutterschleimhaut. Die Deziduazellen enthalten Kohlenhydrate und Fett und bilden während der Schwangerschaft die → Dezidua.


Dezimalpotenz

Dezimalpotenz, Abk. D-Potenz, Verdünnung eines Wirkstoffes um den Faktor zehn (1:10). Dezimalpotenzen sind bei homöopathischen Arzneimitteln gebräuchlich.


DGE

DGE, Abk. für → Deutsche Gesellschaft für Ernährung.


DGHS

DGHS, Abk. für →  Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e. V.


DGK

DGK, Abk. für → Deutsches Grünes Kreuz e. V.


DHE

DHE, Abk. für → Dihydroergotamin.


DHS

DHS, Abk. für Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V.


di...

di..., Wortteil mit der Bedeutung zwei oder doppelt.


dia...

dia..., Wortteil mit der Bedeutung hindurch.


Diabetes

Diabetes, → Diabetes mellitus, → Diabetes insipidus.


Diabetesdiät

Diabetesdiät, → Diabeteskost.


Diabetes insipidus

Diabetes insipidus, Wasserruhr,
Blutzucker
Die Höhe des Blutzuckers (Zuckerspiegel) schwankt im Laufe des Tages abhängig von der Körperbelastung und der Einnahme von Mahlzeiten.
übermäßige Harnausscheidung, die zu gesteigertem Durst führt und unter Umständen einen Kreislaufkollaps verursachen kann. Die Ursache ist meist eine verminderte Produktion des antidiuretischen Hormons (ADH) in der Hypophyse (z. B. durch eine Blutung oder einen Tumor) oder ein vermindertes Ansprechen der Rezeptoren in der Niere auf antidiuretisches Hormon.


Diabetes, juveniler

Diabetes, juveniler, → Diabetes mellitus vom Typ 1, der schon bei Kindern oder Jugendlichen auftritt.


Diabeteskost

Diabeteskost, Diät zur alleinigen oder unterstützenden Behandlung des Diabetes mellitus. Der Fett-, der Eiweißgehalt und besonders die Menge an Zucker und Kohlenhydraten ist bei der Diabeteskost genau bilanziert. Häufig wird ein individueller, an die Bedürfnisse des einzelnen Patienten angepasster Diätplan erstellt. Durch die verbesserten Möglichkeiten der Insulintherapie ist die Diät jedoch bei weitem nicht mehr so streng wie früher einzuhalten. Auch → Broteinheit.


Diabetes mellitus

Diabetes mellitus, Zuckerkrankheit,
Blutzucker
Die Höhe des Blutzuckers (Zuckerspiegel) schwankt im Laufe des Tages abhängig von der Körperbelastung und der Einnahme von Mahlzeiten.
Störung des Zuckerstoffwechsels. Der Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselkrankheit der westlichen Welt. Die dem Diabetes mellitus zugrunde liegende Störung besteht in einer Unterproduktion von Insulin infolge einer Zerstörung der Betazellen in den Langerhans'schen Inseln der Bauchspeicheldrüse (Typ I, Jugenddiabetes). Aufgrund des Insulinmangels kann der Körper aufgenommene Kohlenhydrate nicht ausreichend abbauen, so dass der Blutzuckerspiegel steigt. Der sog. Altersdiabetes (Typ 2) beruht primär auf einer Insulinresistenz, d. h. es wird genug Insulin produziert, die Insulinempfindlichkeit der Zellen ist jedoch herabgesetzt, so dass das Insulin nicht wirken kann. Die antidiabetischen Tabletten erhöhen die Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin. Im weiteren Verlauf kann sich jedoch zusätzlich ein Insulinmangel entwickeln. Dann muss auch beim Altersdiabetes Insulin gegeben werden. Der erhöhte Zuckergehalt im Blut schädigt auf Dauer die kleinen Arterien und führt an verschiedenen Organen, vor allem den Augen und Nieren, zu Fehlfunktionen (Sehstörungen, Erblindung, Niereninsuffizienz). Auch die Nerven werden geschädigt. Durchblutungsstörungen und mangelndes Schmerzempfinden führen besonders an den Füßen zu schlecht heilenden Wunden. Diabetiker sind auch besonders anfällig für Infektionen. Symptome bei Typ 1-Diabetes sind Gewichtsverlust, starker Durst und Müdigkeit. Ohne Gabe von Insulin würden die Patienten innerhalb kurzer Zeit versterben. Der Typ 2-Diabetes geht lange ganz ohne Symptome einher und wird daher oft erst entdeckt, wenn bereits Spätschäden aufgetreten sind. Alle Diabetiker müssen eine Kohlenhydrat-bilanzierte Diät einhalten und auf ausreichend Bewegung achten. Auch → Coma diabeticum, → diabetische Gangrän, → Insulin.


Diabetiker / Diabetikerin

Diabetiker / Diabetikerin, eine Person, die an → Diabetes mellitus leidet.


Diabetiker-Lebensmittel

Diabetiker-Lebensmittel, Nahrungsmittel, bei denen die genaue Zusammensetzung aus Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten und die Anzahl der Broteinheiten (BE) angegeben ist. Vermerkt sind besonders die Art und Menge des verwendeten Süßungsmittels, z. B. Aspartam, Sorbit oder Fruchtzucker. Auch → Broteinheit.


diabetisch

diabetisch, durch Diabetes hervorgerufen, mit Diabetes zusammenhängend, z. B. ein diabetisches Koma.


diabetogen

diabetogen, Eigenschaft von vor allem Hormonen und bestimmten Medikamenten, eine Stoffwechsellage im Organismus zu erzeugen, die dem Diabetes mellitus gleicht, also die Glukosekonzentration im Blut steigert bzw. dem Insulin entgegenwirkt. Hormone mit dieser Wirkung sind z. B. Glukagon, Cortisol oder Adrenalin.


Diacetylmorphin

Diacetylmorphin, → Heroin.


Diadochokinese

Diadochokinese, schneller und geordneter, rhythmischer Ablauf von gegensinnigen Bewegungen, z. B. das Auf- und Abschütteln einer verschlossenen Flasche. Auch → Dysdiadochokinese.


Diagnose

Diagnose, Erkennung und Benennung einer Krankheit oder Gesundheitsstörung. Auch → Differenzialdiagnose.


Diagnosenschlüssel

Diagnosenschlüssel, ein speziell für die Krankheiten im Bereich der → Rehabilitation und Frühberentung ausgewählter Auszug aus der sog. Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD). Darin sind zur Erleichterung der Kennzeichnung alle Krankheiten aufgelistet und einer Zahl zugeordnet.


Diagnostik

Diagnostik, alle Maßnahmen und Verfahren, die zur Erkennung einer Krankheit oder Gesundheitsstörung dienen. Dazu gehören u. a. der körperliche Befund des Patienten, Labortests, Röntgen- und Spezialuntersuchungen.


Diagnostik chronischer Irritationen

Diagnostik chronischer Irritationen, Abk. DCI, die Anwendung diagnostischer Methoden zur Abklärung chronischer Gesundheitsprobleme. DCI wird z. B. zur Suche nach einem Herd als Erklärung für hartnäckige Schmerzen, wiederkehrende Infekte oder Befindlichkeitsstörungen eingesetzt.


Diagnostikum

Diagnostikum, Mittel, das zur Erstellung einer Diagnose eingesetzt wird. Bei den meisten Diagnostika handelt es sich um chemische Substanzen, z. B. Kontrastmittel zur Röntgendarstellung von Blutgefäßen oder Reagenzien für die Labordiagnostik.


Dialysat

Dialysat, eine Lösung, die für die Hämo- oder Peritonealdialyse verwendet wird. Das Dialysat besteht aus Wasser, Glucose und verschiedenen Elektrolyten. Im Verlauf der Dialyse wandern die Substanzen, die aus dem Körper entfernt werden sollen, aus dem Blut des Patienten in das Dialysat.


Dialysator

Dialysator,
Hämodialyse
Schematische Darstellung des Ablaufs einer Hämodialyse.
Teil des Dialysegeräts, in dem zwei Flüssigkeiten durch eine Membran mit einem bestimmten Porendurchmesser getrennt werden. Abhängig von der Größe der Membranporen können Bestandteile von der einen in die andere Flüssigkeit übertreten. In einem Dialysator können beide Flüssigkeiten stehen oder bewegt werden. Auch → Hämodialyse, → Peritonealdialyse.


Dialyse

Dialyse,
Peritonealdialyse
Bei der Peritonealdialyse wird bis zu fünfmal täglich Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle geleitet.
physikalische Methode zur Trennung bzw. zum Austausch der in zwei Flüssigkeiten gelösten Teilchen in Abhängigkeit von ihrer Größe. In der Medizin wird das Prinzip der Dialyse verwendet, um das Blut niereninsuffizienter Patienten von giftigen Stoffwechselprodukten zu reinigen ("Blutwäsche"). Auch → Hämodialyse, → Peritonealdialyse.


Dialyse-Arthropathie

Dialyse-Arthropathie, eine Gelenkerkrankung, die während einer Langzeit-Hämodialyse auftreten kann. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer → Arthritis. Die Ursache besteht in einer Zerstörung gewisser Proteine durch die Dialyse. Diese Proteine führen zu einer Stoffwechselstörung in den Gelenken.


Dialysebehandlung

Dialysebehandlung, Dialysetherapie, eine Therapie mit dem Ziel, harnpflichtige Substanzen mittels → Dialyse aus dem Körper zu entfernen, wenn der Organismus dazu nicht (mehr) selbst in der Lage ist, z. B. bei akutem oder chronischem Nierenversagen oder bestimmten Vergiftungen. Eine Dialysebehandlung ermöglicht niereninsuffizienten Patienten das Überleben. Nach einer Dialysebehandlung über längere Zeit können Komplikationen auftreten, z. B. Stoffwechselstörungen, Folgeerkrankungen oder Infektionen an der Stelle, wo bei der → Hämodialyse das Blut aus dem Körper entnommen wird, oder bei der → Peritonealdialyse die Dialyselösung in die Bauchhöhle eingebracht wird. Trotz einer Dialysebehandlung sind die betroffenen Patienten in ihrer Lebensführung eingeschränkt. Der Zeitaufwand für die Dialysebehandlung ist sehr hoch: Eine Hämodialyse dauert drei bis vier Stunden und muss bei einer vollständigen Niereninsuffizienz mindestens zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt werden. Viele Patienten leiden auch unter Komplikationen und Folgeerkrankungen, die nach einer längeren Dialysebehandlung auftreten können. Außerdem müssen sich die Patienten an Diätvorschriften halten und Medikamente einnehmen (z. B. zur Substitution von Elektrolyten oder Erythropoetin oder zur Behandlung einer Hypertonie). Deshalb wird bei vielen niereninsuffizienten Patienten angestrebt, die Dialysebehandlung durch die Transplantation einer gesunden Niere zu ersetzen.


Dialyselösung

Dialyselösung, Flüssigkeit mit je nach Bedarf verschiedenen Eigenschaften bzw. gelösten Teilchen, die zur Dialyse benutzt wird, z. B. Zuckerlösungen mit unterschiedlichen Zuckerkonzentrationen bei der Peritonealdialyse.


Dialyse-Osteopathie

Dialyse-Osteopathie, Knochenveränderungen, die infolge einer → Dialyse auftreten können. Die Ursachen sind eine verminderte Produktion von Vitamin D bei einer Niereninsuffizienz sowie die Veränderungen der Elektrolyte während einer Dialyse. Symptome einer Dialyse-Osteopathie sind Knochenschmerzen und eine erhöhte Frakturtendenz der Knochen. Die Behandlung der Dialyse-Osteopathie besteht in einer Substitution von Vitamin D und Calcium.


Dialyseshunt

Dialyseshunt, Shunt, operativ hergestellte Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene eines dialysepflichtigen Patienten. Der Dialyseshunt wird meist an Ober- oder Unterarm angelegt. Durch den erhöhten Blutfluss erweitert sich die Vene. Es entsteht ein dauerhafter Gefäßzugang, über den Blut (ca. 200 bis 300 Milliliter pro Minute) zur Hämodialyse-Behandlung entnommen werden kann. Die erweiterte Vene des Dialyseshunt wird zu Beginn jeder Dialysebehandlung mit üblicherweise zwei Kanülen punktiert. Über eine Nadel wird Blut entnommen und der Hämodialysemaschine zugeführt. Das gereinigte Blut wird über eine zweite Nadel dem Patienten wieder zurückgegeben. Auch → Hämodialyse.


Dialysetherapie

Dialysetherapie, die Behandlung von Patienten mittels → Dialyse, mittels derer die für den Körper giftigen Stoffe, die sich bei einer Nierenfunktionsstörung ansammeln, eliminiert werden. Als Verfahren wird die → Hämodialyse oder die → Peritonealdialyse verwendet.


Diamin

Diamin, ein Kohlenwasserstoff mit zwei Aminogruppen. Zu den Diaminen gehört z. B. die Substanz Histamin.


Diapedese

Diapedese, Wanderung von zellulären Blutbestandteilen durch unverletzte Wände von Blutkapillaren. Bei einer Entzündung kommt es z. B. zur Diapedese von weißen Blutkörperchen, die infolge → Chemotaxis ins entzündete Gebiet gelockt werden, um dort Abwehrfunktionen auszuüben.


Diaphanoskopie

Diaphanoskopie, eine Diagnosemethode, bei der ein Organ oder Körperteil mit Licht durchleuchtet wird, damit man die Transparenz beurteilen kann. Die Diaphanoskopie der Kieferhöhle vom Mund aus dient v. a. der Diagnose einer → Sinusitis: Wenn sich entzündliches Sekret in der Kieferhöhle befindet - wie es für eine Sinusitis typisch ist -, ist die betroffene Kieferhöhle weniger durchscheinend als die gegenüberliegende. Mit der Diaphanoskopie des Hodens können Hodentumoren oder eine Hydrozele (Ansammlung von Flüssigkeit, sog. Wasserbruch), diagnostiziert werden.


Diaphorese

Diaphorese, → Schweißsekretion.


Diaphragma

Diaphragma,
Diaphragma
Das Diaphragma, das Zwerchfell, senkt sich bei der Einatmung und hebt sich bei der Ausatmung.
medizinischer Ausdruck für das → Zwerchfell, die muskulöse Scheidewand zwischen Brust- und Bauchraum.


Diaphragma

Diaphragma, → Scheidendiaphragma (Verhütungsmittel).


Diaphragmapessar

Diaphragmapessar, → Scheidendiaphragma.


Diaphyse

Diaphyse, das markhaltige Mittelstück, der Schaft der langen Röhrenknochen.


diaplazentar

diaplazentar, durch die Plazenta hindurch. Diaplazentar dient meist als Beschreibung für den Übertritt von Blutbestandteilen von einer Seite der Plazenta auf die andere, d. h. vom mütterlichen in den kindlichen Blutkreislauf oder umgekehrt.


Diarrhö

Diarrhö, Durchfall, flüssiger oder schleimiger Stuhl, der öfter als dreimal täglich auftritt. Diarrhö ist häufig mit Bauchschmerzen verbunden. Eine Diarrhö kann z. B. bei einer Enteritis oder bei chronischen Darmentzündungen auftreten. Auch → Enteritis regionalis, → Colitis ulcerosa, →  Reisediarrhö.


Diaskopie

Diaskopie, Wegdrücken einer Hautrötung mittels eines Glasspatels. Die Diaskopie wird zur Beurteilung der Eigenfarbe von Hautveränderungen benutzt, z. B. bei einem entzündeten und geröteten Ekzem oder bei Verdacht auf ein Melanom.


Diastase

Diastase, das Auseinanderklaffen, Auseinanderstehen von Organen oder Organteilen. Auch → Rektusdiastase.


Diastole

Diastole, Erschlaffungsphase des Herzmuskels, in der sich die Herzkammern mit Blut füllen. Das Blut strömt während der Diastole aus den Herzvorhöfen in die Herzkammern. Während der Diastole sinkt der Blutdruck in den Arterien ab. Auch → Systole.


Diastolikum

Diastolikum, Herzgeräusch, das während der Diastole auftritt. Bei einer Verengung der Klappe zwischen dem linken Herzvorhof und der linken Herzkammer tritt meist ein Diastolikum auf.


Diät

Diät, speziell zusammengesetzte Nahrung. Sie dient entweder als Kranken- bzw. Schonkost oder dazu, Stoffwechselentgleisungen bei bestimmten Krankheiten zu vermeiden bzw. zu behandeln. Eine Diät bei Diabetes mellitus trägt z. B. dazu bei, zu hohe Blutzuckerspiegel zu vermeiden. Auch → Fasten.


Diätassistent / Diätassistentin

Diätassistent / Diätassistentin, Heilberuf; in Zusammenarbeit mit dem Arzt führt der Diätassistent prophylaktische oder therapeutische Ernährungsberatungen durch. Er berät z. B. Patienten, die unter Diabetes oder massivem Übergewicht leiden und stellt auch individuelle Ernährungspläne auf. Auch → Oecotrophologie.


Diät, cholesterinarme

Diät, cholesterinarme, bestimmte Form der gezielten Ernährung, deren Cholesterin möglichst niedrig ist. Da Cholesterin vor allem im Eigelb, in tierischen Fetten und in Krabben enthalten ist, muss im Rahmen einer cholesterinarme Diät auf diese Produkte weitestgehend verzichtet werden; stattdessen sollten mehr pflanzliche Fette und bestimmte Fischsorten gegessen werden, die eher → ungesättigte Fettsäuren enthalten.


Diätetik

Diätetik, Lehre und Wissenschaft von den verschiedenen Ernährungsformen. Die Diätetik befasst sich sowohl mit therapeutischen wie auch mit vorbeugenden Diäten, z. B. solchen zur Regulierung des Blutfettspiegels oder zur Schonung des Magens.


Diätfehler

Diätfehler, die fehlerhafte Zusammensetzung der Nahrung. Oft entstehen Diätfehler dadurch, dass zu wenig lebenswichtige Stoffe wie z. B. Vitamine oder Kalzium aufgenommen werden. Einer der häufigsten Diätfehler in den westlichen Industrienationen besteht darin, dass zu viel, zu fett, zu salzig und zu süß gegessen wird. Diätfehler können Krankheiten zur Folge haben (z. B. Hypovitaminosen bei der zu geringen Zufuhr von Vitaminen) oder die Entstehung einer Krankheit fördern (z. B. Arteriosklerose bei zu großem Fettkonsum). Diätfehler bei Personen, die eine bestimmte Diät einhalten müssen, können den Verlauf einer Krankheit verschlechtern (z. B. Zuckerkonsum bei Diabetes mellitus oder Alkoholgenuss beim Vorliegen von Gicht).


Diät, glutenfreie

Diät, glutenfreie, eine Diät, die bei einer Gliadinunverträglichkeit eingehalten werden muss. Das → Gliadin bildet zusammen mit dem Glutelin das Gluten. Die korrekte Bezeichnung wäre also "gliadinfreie Diät". Gluten macht ungefähr 80% des Eiweißgehaltes von Weizenkörnern aus. Auch → Zöliakie.


Diathermie

Diathermie, Erzeugung von Wärme im menschlichen Körper durch elektrischen Strom. In der Chirurgie kommt es bei der Elektrokoagulation zu einer lokalen Diathermie.


Diathese

Diathese, Anfälligkeit des Körpers für bestimmte Erkrankungen. Als haemorrhagische Diathese z. B. bezeichnet man eine Blutungsneigung, der verschiedene Störungen, u. a. die Bluterkrankheit, zugrunde liegen können. Auch → Disposition.


Diät, natriumarme

Diät, natriumarme, eine Form der Ernährungsbeschränkung, bei der vor allem Kochsalz reduziert wird. Eine natriumarme Diät kann z. B. in der Behandlung der arteriellen Hypertonie oder bei Nierenerkrankungen wirksam sein.


Diät, purinarme

Diät, purinarme, die bei → Gicht oder Harnsäure-Nierensteinen empfohlene Ernährungsweise zur Verringerung der Harnsäurekonzentration in Blut und Urin. Purine sind in vielen Nahrungsmitteln als Teil der DNS enthalten, z. B. im Fleisch (besonders Innereien) und in Pilzen. Diese Nahrungsmittel dürfen bei einer purinarmen Diät nur in kleinen bis mäßigen Mengen eingenommen werden.


Diät, schlackenarme

Diät, schlackenarme, leicht verdauliche Kost, die keine Vollkornprodukte und keine faserreichen Gemüse- und Obstsorten enthält und vor allem bei der Behandlung von Magen- und Darmerkrankungen eingesetzt wird.


Diättherapie

Diättherapie, die Behandlung einer Krankheit oder Gesundheitsstörung durch eine bestimmte Ernährungsweise, z. B. die Therapie des Diabetes mellitus mit einer Diabetes-Diät.


Diazepam

Diazepam, synthetisch hergestelltes Beruhigungsmittel. Es wird zur Behandlung von Nervositäts-, Angst- und Unruhezuständen, aber auch bei Krampfleiden eingesetzt. Diazepam gehört zu der Gruppe der Benzodiazepine, die regelmäßige Einnahme führt zu Abhängigkeit. Auch → Benzodiazepin.


DIC

DIC, Abk. für disseminated intravasal coagulation, → disseminierte intravasale Gerinnung.


Dichromasie

Dichromasie, gestörtes Farbensehen, bestimmte Form der Farbenblindheit. Die Betroffenen können nur zwei der drei Grundfarben (Rot, Grün, Blau) erkennen.


Dichte

Dichte, die Masse eines Stoffs pro Volumeneinheit.


Dickdarm

Dickdarm, → Colon.


Dickdarmadenom

Dickdarmadenom, ein polypartiger Tumor des Dickdarms. Ein Dickdarmadenom ist grundsätzlich gutartig, kann jedoch zu einem bösartigen Adenokarzinom entarten. Ein tubuläres Dickdarmadenom ist gestielt und lässt sich bei einer Endoskopie mit der Schlinge abtragen. Ein villöses Dickdarmadenom sitzt breitbasig auf und birgt ein höheres Risiko für eine maligne Entartung. Auch → Dickdarmpolyp.


Dickdarmdivertikel

Dickdarmdivertikel, → Colondivertikel.


Dickdarmentzündung

Dickdarmentzündung, → Colitis.


Dickdarmkarzinom

Dickdarmkarzinom, → Colonkarzinom.


Dickdarmpolyp

Dickdarmpolyp, in die Öffnung des Dickdarmes hineinragende Geschwulst der Dickdarmschleimhaut. Dickdarmpolypen können gestielt oder breitbasig der Schleimhaut aufsitzen. Kleine Dickdarmpolypen verursachen in der Regel keine Beschwerden. Große Dickdarmpolypen können zu Blutungen führen. Gewisse Dickdarmpolypen, die villösen Adenome, gelten als Vorstufe des Dickdarmkrebses. Auch → Dickdarmadenom.


Dickdarmpolypose

Dickdarmpolypose, Auftreten zahlreicher Dickdarmpolypen. Dickdarmpolypose kommt oft familiär gehäuft vor. Wegen der Entartungstendenz der Polypen müssen die betroffenen Patienten engmaschig ärztlich überwacht werden und sich regelmäßig einer → Coloskopie unterziehen.


Dickdarmspiegelung

Dickdarmspiegelung, → Coloskopie.


dicker Tropfen

dicker Tropfen, luftgetrockneter und nach Hämolyse Giemsa-gefärbter Blutstropfen. Parasiten sind im dicken Tropfen bis zu 60fach stärker angereichert, als im Blutausstrich. Die Methode dient hauptsächlich zum Nachweis von Malariaerregern.


Diclofenac

Diclofenac, Schmerzmittel, das häufig zur Behandlung von Knochen-, Muskel- und Gelenkschmerzen eingesetzt wird. Die Einnahme von Diclofenac kann als Nebenwirkung zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Auch → NSAR.


Dicloxacillin

Dicloxacillin, eine Form von → Penizillin.


Dicrocoelium dendriticum

Dicrocoelium dendriticum, eine Art der Saugwürmer (kleiner → Leberegel). Dicrocoelium dendriticum schmarotzt in den Gallengängen von Rindern, Schafen und Rehen. Menschen werden nur selten befallen.


Didanosin

Didanosin, Abk. DDI, ein Wirkstoff, der die Vermehrung von Retroviren hemmt. Didanosin wird in Kombination mit anderen Wirkstoffen zur Behandlung einer HIV-Infektion angewendet.


Didymus

Didymus, der → Hoden.


Diencephalon

Diencephalon, Zwischenhirn, als Teil des Hirnstamms der Abschnitt des Gehirns, der zwischen dem Mittelhirn und dem Endhirn (oder Großhirn) liegt. Das Diencephalon bildet den Boden des III. Hirnventrikels, einem der mit Hirnflüssigkeit gefüllten Räume. Das Diencephalon umfasst den Thalamus mit dem Epithalamus und der Epiphyse (Zirbeldrüse) sowie den Hypothalamus, der mit der Hypophyse sowohl anatomisch als auch funktionell eng verbunden ist.


Differenzialblutbild

Differenzialblutbild, speziell gefärbter Blutausstrich, in dem die verschiedenen Blutzellen einzeln sichtbar sind. Durch Auszählen (mindestens 100 Stück) wird ihr prozentualer Anteil an der Gesamtzellzahl des Blutes ermittelt; Veränderungen an dem prozentualen Anteil geben Hinweise auf verschiedene Krankheiten (z. B. die Vermehrung oder ein erhöhter Anteil an unreifen Formen der weißen Blutkörperchen (Linksverschiebung) bei einer Infektionskrankheit). Im Differenzialblutbild lassen sich auch krankhafte Formen einzelner Blutzellen erkennen, z. B. veränderte weiße Blutkörperchen bei einer Leukämie.


Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnose, die Berücksichtigung aller für die Erklärung einer krankhaften Erscheinung in Frage kommenden Diagnosen. Zur Differenzialdiagnose des Symptoms Rückenschmerzen gehören z. B. Bandscheibenvorfall, Fehlhaltung, Wirbelkörperveränderungen u. a.


Differenzierung

Differenzierung, Weiterentwicklung von Zellen mit Spezialisierung ihrer Funktionen. Die Differenzierung ist durch die Entstehung bestimmter anatomischer und biochemischer Merkmale in der Zelle möglich. Die Fähigkeit von Zellen, sich zu differenzieren, ist eine grundsätzliche Voraussetzung dafür, dass sich aus einer befruchteten Eizelle ein ganzer Organismus mit den dafür nötigen unterschiedlichsten Zell- und Gewebetypen entwickeln kann (auch → Pluripotenz). Wenn Zellen dagegen entarten, also zu Tumorzellen werden, entdifferenzieren sie zum Teil, das heißt, sie verlieren ihre Spezialisierungsmerkmale.


diffus

diffus, unscharf, ohne klare Begrenzung ausgebreitet. Bauchschmerzen können z. B. diffus auftreten, d. h. sie lassen sich nicht genau in einer Bauchregion oder auf einem genauen Punkt lokalisieren, "der ganze Bauch tut weh".


Diffusion

Diffusion, gleichmäßige Verteilung eines Stoffes in zwei Räumen. Übertritt eines Stoffes von einem Verteilungsraum in einen anderen, bis die Konzentration in beiden gleich ist. In der Lunge z. B. diffundiert Sauerstoff aus der Atemluft durch die Lungenbläschen ins Blut, bis dieses genügend Sauerstoff enthält.


Diffusionskapazität, pulmonale

Diffusionskapazität, pulmonale, Maß für das Vermögen eines Gases, von den Lungenalveolen ins Blut oder vom Blut in die Lungenalveolen zu diffundieren. Die pulmonale Diffusionskapazität des Sauerstoffs nimmt z. B. bei Vorliegen einer Lungenfibrose ab. Auch → Diffusion.


Diffusionsstörung

Diffusionsstörung, gestörter Übertritt von Sauerstoff durch die Lungenbläschen ins Blut. Ursache kann z. B. eine Funktionsstörung zahlreicher Lungenbläschen durch eine Lungenentzündung sein.


DiGeorge-Syndrom

DiGeorge-Syndrom, eine seltene, angeborene Krankheit mit Ausfall der zellulären Abwehr infolge einer → Thymusaplasie, Störungen des Nebenschilddrüsenstoffwechsels, einem Herzfehler und weiteren Missbildungen (z. B. Veränderungen der Ohrmuscheln). Bei einem Drittel der Betroffenen ist ein Defekt am langen Arm des Chromosoms 22 nachweisbar. Die meisten Patienten sterben bereits im Kindesalter. Die Therapiemöglichkeiten beschränken sich auf operative Korrekturen der Missbildungen, vor allem des Herzens, sowie Kalzium und Vitamin D, unter Umständen kann eine Thymustransplantation durchgeführt werden.


Digestion

Digestion, → Verdauung.


Digestionsmittel

Digestionsmittel, die Verdauung fördernde Mittel zur Anregung der Produktion von Verdauungssäften.


Digestionstrakt

Digestionstrakt, → Verdauungstrakt.


digestiv

digestiv, mit der Verdauung zusammenhängend, auf die Verdauung bezogen.


digital

digital, mit dem Finger, z.B. die digitale Untersuchung des Rektums.


digital

digital, fingerförmig.


digital

digital, auf die Finger und Zehen bezogen, von den Fingern oder Zehen ausgehend.


digital

digital, durch Ziffern dargestellt.


Digitalis

Digitalis, → Fingerhut.


Digitalisglykosid

Digitalisglykosid, auf das Herz wirkendes Medikament, das die Kontraktionskraft des Herzmuskels steigert. Digitalisglykoside werden zur Behandlung der Herzinsuffizienz eingesetzt. Ursprünglich wurden sie aus einer Pflanze, dem roten Fingerhut (Digitalis purpurea), gewonnen. Heute stellt man sie synthetisch her.


Digitalisintoxikation

Digitalisintoxikation, Digitalisvergiftung, Überdosierung von Digitalisglykosiden. Eine Digitalisintoxikation kommt meistens durch eine gestörte Ausscheidung des Medikaments, z. B. bei Nierenfunktionsstörungen, zustande. Zu den Frühsymptomen einer Digitalisintoxikation gehören Übelkeit und Erbrechen. Später treten auch Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Unruhe, Kopfschmerzen und Schwindel sowie Sehstörungen auf.


Digitalistherapie

Digitalistherapie, Digitalisierung, Behandlung mit Digitalisglykosiden bei Herzinsuffizienz.


Digitaloid

Digitaloid, eine ähnlich wie ein → Digitalisglykosid wirkende Substanz, die aber nicht aus dem Fingerhut (Digitalis), sondern aus einer anderen Pflanze gewonnen wird.


Digitoxin

Digitoxin, ein Digitalisglykosid mit langsam einsetzender, dafür aber sehr lang andauernder Wirkung. Wegen der langen Wirkdauer kann es zu einer Kumulation des Wirkstoffs im Blut kommen. Digitoxin wird im Darm fast vollständig resorbiert und nicht über die Nieren ausgeschieden. Es eignet sich daher auch zur Behandlung von Patienten mit Nierenfunktionsstörungen.


Digitus

Digitus, der Finger bzw. die Zehe, z. B. Digitus malleus, die Hammerzehe.


Digitus valgus

Digitus valgus, ein Finger oder eine Zehe, die vom Körper weg gebogen ist, z. B. nach einem schlecht verheilten Knochenbruch oder infolge einer Wachstumsstörung oder rheumatischen Erkrankung.


Digitus varus

Digitus varus, ein Finger oder eine Zehe, die zum Körper hin gebogen ist. Die Ursachen sind z. B. eine Wachstumsstörung oder ein schlecht verheilter Knochenbruch.


Dignität

Dignität, Charakter, Wertigkeit; im medizinischen Sinn ist mit Dignität die Gut- oder Bösartigkeit einer Geschwulst gemeint (Benignität oder Malignität).


Digoxin

Digoxin, ein Digitalisglykosid mit schnellem Wirkungseintritt und relativ kurzer Wirkungsdauer. Digoxin wird über die Nieren ausgeschieden und muss daher bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion entsprechend vorsichtig dosiert werden.


Dihydralazin

Dihydralazin, ein blutdrucksenkendes Medikament. Dihydralazin entspannt die Muskulatur der kleinen Arterien; durch die daraus resultierende Gefäßerweiterung sinkt der Blutdruck.


Dihydroergotamin

Dihydroergotamin, Abk. DHE. Ein Medikament zur Erhöhung des Venentonus, wird zur Behandlung eines zu niedrigen Blutdrucks mit Schwindel und Kollapsneigung und bei Migräne eingesetzt.


Dihydrofolatreduktase

Dihydrofolatreduktase, ein Enzym, das im Dünndarm am Stoffwechsel der Folsäure beteiligt ist. Die Wirkung der Dihydrofolatreduktase kann durch Folsäureantagonisten gehemmt werden.


Dihydrotestosteron

Dihydrotestosteron, die biologisch wirksamste Form des männlichen Geschlechtshormons → Testosteron. Dihydrotestosteron entsteht aus freiem Testosteron.


Dihydroxyphenylalanin

Dihydroxyphenylalanin, Abk. DOPA, ein Zwischenprodukt des Katecholaminstoffwechsels. Aus DOPA entsteht im weiteren Verlauf des Stoffwechsels → Dopamin.


Dijodthyronin

Dijodthyronin, eine jodhaltige Substanz, die während des Stoffwechsels der Schilddrüsenhormone produziert wird.


Dijodthyrosin

Dijodthyrosin, eine Vorstufe von → Thyroxin und → Trijodthyronin, den hauptsächlich wirksamen Schilddrüsenhormonen.


Dilatation

Dilatation, die Aufdehnung oder Erweiterung eines Hohlraumes durch eine Krankheit, z. B. eine Dilatation des Herzens bei einer Herzmuskelerkrankung, oder therapeutisch, z. B. die Dilatation verengter Herzkranzarterien mit einem Ballonkatheter.


Dilatator

Dilatator, Instrument zur Erweiterung eines krankhaft verengten Organhohlraumes oder Ringmuskels. Je nach Bedarf kann ein Dilatator stift- oder ballonförmig, länglich oder olivenartig, spreizbar, starr oder biegsam sein. Auch der Finger des Therapeuten kann als Dilatator dienen, z. B. zur vorsichtigen Erweiterung eines verkrampften Analkanals.


Dill

Dill, Anethum graveolens, eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Dill kann über einen Meter hoch werden; als Gewürz und Heilkraut werden die Samen und das Kraut verwendet. Traditionellerweise kommen Dilltees oder Dillextrakte bei Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen, Krämpfen und Hämorrhoiden zum Einsatz.


Diltiazem

Diltiazem, Wirkstoff aus der Gruppe der → Kalziumantagonisten.


Dilution

Dilution, Verdünnung; z. B. die Hämodilution, "Blutverdünnung", mit Medikamenten zur Verbesserung der Mikrozirkulation durch Erhöhung des Plasmavolumens.


Dimer

Dimer, die chemische Verbindung von zwei gleichen Molekülen.


Dimeticon

Dimeticon, ein Mittel zur Behandlung von Aufstoßen und Blähungen. Dimeticon wirkt als "Entschäumer" der Verdauungssäfte. Dimeticon wird häufig vor Ultraschalluntersuchungen des Bauches und vor bzw. während einer Darmspiegelung eingesetzt.


Dimorphismus

Dimorphismus, die Zweigestaltigkeit, z. B. der geschlechtliche Dimorphismus des Embryos.


Dioptrie

Dioptrie, die Maßeinheit der Brechkraft optischer Systeme, z. B. der menschlichen Augenlinse. Die Stärke eines Brillenglases oder einer Kontaktlinse wird ebenfalls in Dioptrien ausgedrückt. Sammellinsen, die bei Weitsichtigkeit eingesetzt werden, haben eine positive, Streuungslinsen bei Kurzsichtigkeit eine negative Dioptrienzahl.


Dioxin

Dioxin, chemische Verbindung, die bei der industriellen Herstellung verschiedener chemischer Substanzen entsteht. Manche Dioxine sind hochgiftig: 2,3,7,8-Tetrachlordibenzoparadioxin (TCDD) wurde als Sevesogift bekannt. Zu den Vergiftungserscheinungen gehören u. a. Chlorakne, Leberschäden und Missbildungen Neugeborener.


Dipeptid

Dipeptid, ein Eiweiß, das aus zwei Aminosäuren besteht.


Dipeptidase

Dipeptidase, ein Enzym, das ein → Dipeptid in die einzelnen Aminosäuren aufspaltet. Dipeptidasen kommen im Dünndarm vor und sind an der Verdauung von Proteinen beteiligt.


Diphenhydramin

Diphenhydramin, Antihistaminikum, Medikament mit beruhigenden, Übelkeit und Husten unterdrückenden Eigenschaften. Diphenhydramin wird meist in Kombinationspräparaten zur Behandlung von Schlafstörungen oder Erkältungskrankheiten eingesetzt. Auch → Antihistaminikum.


Diphtherie

Diphtherie, ansteckende, fieberhafte, durch Corynebacterium diphtheriae ausgelöste Infektionskrankheit. Betroffen sind meistens Kinder. Die Krankheit wird durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Betroffen sind hauptsächlich die oberen Atemwege und der Kehlkopf. Bei Kehlkopfbefall kommt es zu Heiserkeit, bellendem Husten (echter Krupp) und Atemnot, oft mit Erstickungsanfällen. Deshalb wurde die Diphtherie früher auch "Würgeengel der Kinder" genannt. Typisch sind grau-weißliche Beläge im Rachen, auf den Tonsillen und im Kehlkopfbereich mit möglichem Übergreifen auf die Luftröhre und die Bronchien. Die Behandlung besteht in der Verabreichung von Diphtherie-Antiserum und Antibiotika. Als Komplikationen der Diphtherie können eine Schädigung des Herzens, der Nerven, der Nieren und der kleinen Arterien auftreten. Vor der Einführung der Schutzimpfung führte die Diphtherie oft zum Tod durch Ersticken. Dank der Schutzimpfung ist die Erkrankung in der westlichen Welt selten geworden. Die Impfung gegen Diphtherie gehört zu den dringend empfohlenen Standardimpfungen.


Diphtheriebakterium

Diphtheriebakterium, → Corynebacterium diphtheriae.


Diphtherieimpfstoff

Diphtherieimpfstoff, ein Mittel zur Immunisierung gegen Diphtherie. Es wird aus abgeschwächtem Diphtherietoxin zur Bildung antitoxischer Antikörper hergestellt. Häufig wird der Diphtherieimpfstoff als Kombinationspräparat zusammen mit Tetanus- oder Masernimpfstoff verabreicht.


Diphtherieserum

Diphtherieserum, ein Impfserum mit hohem Gehalt an Antitoxinen gegen Diphtherie; Diphtherieserum kann zur sofortigen Therapie von akut erkrankten Diphtheriepatienten angewendet werden.


diphtheroid

diphtheroid, Bezeichnung für eine Krankheit, die einen ähnlichen Verlauf aufweist wie die → Diphtherie.


Diphyllobothriose

Diphyllobothriose, die Infektion mit dem → Fischbandwurm. Die Larven der Würmer werden mit nicht oder ungenügend gekochtem Fischfleisch aufgenommen. Symptome der Diphyllobothriose sind Durchfall, Appetitlosigkeit und ein Vitamin-B12-Mangel. Behandelt wird mit einem → Anthelminthikum.


Diphyllobothrium latum

Diphyllobothrium latum, → Fischbandwurm.


Diplakusis

Diplakusis, eine Hörstörung, bei der auf einem Ohr die Töne tiefer oder höher wahrgenommen werden als auf dem anderen Ohr.


Diplegie

Diplegie, die doppelseitige Lähmung paariger Körperteile, z. B. eine Diplegie der Kaumuskulatur aufgrund eines Unfalls oder die spastische Diplegie der Beine bei infantiler → Cerebralparese.


diplo...

diplo..., Wortteil mit der Bedeutung doppelt, z. B. → Diplokokken.


diploid

diploid, einen doppelten, d. h. einen mütterlichen und einen väterlichen Chromosomensatz enthaltend. Auch → haploid.


Diploidie

Diploidie, das normale Vorliegen zweier vollständiger Chromosomensätze (eines doppelten Chromosomensatzes) im Kern jeder Körperzelle außer in den Geschlechtszellen. Auch → Haploidie.


Diplokokkus

Diplokokkus, paarweise auftretendes, kugelförmiges Bakterium, z. B. Diplokokkus pneumoniae, der Erreger der Pneumokokken-Lungenentzündung.


Diplommediziner / Diplommedizinerin

Diplommediziner / Diplommedizinerin, akademischer Grad in der Medizin nach Abschluss des Medizinstudiums in der ehemaligen DDR.


Diplopie

Diplopie, Doppelsehen, dasselbe Bild wird, mit mehr oder weniger großer Verschiebung, zweimal nebeneinander liegend gesehen (Doppelbilder). Eine Diplopie ist meist durch Störungen am Auge bedingt, z. B. durch eine Augenmuskellähmung oder durch einen Brechungsfehler der Linse.


dipso...

dipso..., voranstehender Wortteil bei Begriffen, die sich auf Durst beziehen.


Dipsomanie

Dipsomanie, Trunksucht mit periodischem Auftreten von Trinkphasen und längeren Phasen von Abstinenz. Alkoholiker mit diesem Verhalten werden auch als "Quartalssäufer" bezeichnet. Auch → Alkoholkrankheit.


Dipylidium caninum

Dipylidium caninum, eine Bandwurmart, die v. a. im Darm von Hunden und Katzen vorkommt, gelegentlich aber auch den Menschen befallen kann.


dis...

dis..., Vorsilbe mit der Bedeutung getrennt, auseinander, gegenteilig.


Disaccharid

Disaccharid, ein Zucker (Doppelzucker), dessen einzelne Einheiten aus zwei verschiedenen Zuckern (Einfachzuckern) bestehen. Z. B. ist der "Haushaltszucker" Saccharose ein Disaccharid aus Glucose und Fructose.


Disaccharidase

Disaccharidase, ein Enzym, das Disaccharide in Monosaccharide spalten kann. Disaccharidasen kommen im Dünndarm vor und spielen eine wichtige Rolle bei der Verdauung von Kohlenhydraten. Zu den Disaccharidasen gehören die Maltase und die Laktase.


disciformis

disciformis, scheibenförmig.


Discitis

Discitis, eine Entzündung der Bandscheibe ohne Mitbeteiligung der angrenzenden Wirbel. Auch → Discus.


Discus

Discus, Diskus, Bezeichnung für alle runden, flachen und plattenförmigen Organe im Körper, z. B. Discus nervi optici, der weiße, scheibenförmige Anfang des Sehnervs oder Discus intervertebralis, die Bandscheibe.


Discus intervertebralis

Discus intervertebralis, → Bandscheibe.


Disease-Management-Programm

Disease-Management-Programm, Abk. DMP, strukturiertes Behandlungsprogramm bei ausgesuchten chronischen Krankheiten. Interdisziplinär abgestimmte, standardisierte Diagnose- und Therapieverfahren sollen die Qualität der Krankenversorgung verbessern und die Prävention stärken.


diskontinuierlich

diskontinuierlich, unterbrochen, nicht zusammenhängend.


Diskopathie

Diskopathie, Oberbegriff für einen Bandscheibenschaden.


diskordant

diskordant, in der Genetik bedeutet diskordant eine unterschiedliche Ausprägung von einzelnen Merkmalen bei Zwillingen.


diskordant

diskordant, entgegengesetzte Ausschlagrichtung im EKG.


diskret

diskret, im medizinischen Gebrauch gering ausgeprägte Zeichen oder Symptome, kaum sichtbarer Befund, z. B. eine diskrete Schwellung.


Diskrimination

Diskrimination, die Fähigkeit, zwei Reize unterscheiden zu können. Die Diskrimination wird u. a. im Rahmen einer neurologischen Untersuchung getestet, um die Funktionsfähigkeit der Sinnesorgane zu prüfen. Die zeitliche Diskrimination gibt an, mit welchem Zeitabstand zwei Reize (z. B. Berührung der Haut) noch als zweigeteilt empfunden werden. Als örtliche Diskrimination bezeichnet man die Fähigkeit, zwei Reize an zwei verschiedenen Stellen des Körpers zu lokalisieren. Bei der qualitativen Diskrimination wird die Qualität von zwei Reizen unterschieden, z. B. spitz und stumpf oder heiß und kalt.


Diskus

Diskus, → Discus.


Diskushernie

Diskushernie, Bandscheibenvorfall, Bandscheibenprolaps, Diskusprolaps, Verlagerung oder Austritt des Bandscheibenkerns (Nucleus pulposus) durch Risse im Bandscheibenring (Anulus fibrosus). Das ausgetretene Material drückt auf den benachbarten Spinalnerv und führt zu Schmerzen, gegebenenfalls auch zu Sensibilitätsstörungen und Lähmungen in dem Versorgungsbereich des Nerven. Je nach Höhe der Diskushernie können auch die Nerven von Blase und Mastdarm komprimiert werden und Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang verursachen. Kleine abgebrochene Knochenteile (Sequester) können Reizungen tiefer gelegener Nerven hervorrufen. Eine Diskushernie tritt meistens im Bereich der Lendenwirbelsäule auf (Ischiassyndrom). Bei starken Beschwerden ist eine operative Versorgung der Diskushernie erforderlich. Unbehandelt kann eine Diskushernie zu gravierenden neurologischen Ausfällen führen. Auch → Discus.


Diskusprolaps

Diskusprolaps, → Diskushernie.


Dislokation

Dislokation, Lageveränderung, Verschiebung, z. B. eine Dislokation der Bruchstücke bei einem Knochenbruch.


Disomie

Disomie, der Zustand einer Zelle mit einem diploiden Chromosomensatz. Auch → Trisomie.


Dispersion

Dispersion, sehr feine Verteilung eines Stoffes in einem anderen, z. B. die Verteilung eines Arzneimittels in Wasser. Auch → Aerosol, → Suspension.


Disposition

Disposition, Prädisposition, Diathese, die Veranlagung oder Bereitschaft des Körpers zu einer bestimmten Krankheit oder gesundheitlichen Störungen. Prädisponierende Faktoren sind z. B. das Erbgut (genetische Einflüsse), Vorerkrankungen, die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sowie das Alter. Auch → Diathese.


dissecans

dissecans, spaltend, trennend, z. B. → Aneurysma dissecans.


Dissektion

Dissektion, Spaltung, Auftrennung. Eine Dissektion kann durch einen krankhaften Prozess entstehen wie z. B. die Dissektion der Aorta bei einem Aneurysma dissecans. Eine Dissektion kann auch operativ herbeigeführt werden, z. B. bei der Abtrennung und Entfernung von krankem Gewebe.


Dissemination

Dissemination, die Ausbreitung, Aussaat von infektiösen Krankheitserregern oder Tumorzellen in einem Organ oder im Körper, die zu weiterem Organbefall führt. Eine Dissemination erfolgt über die Lymph- und Blutbahnen. Auch → Generalisierung, → Metastasierung.


disseminiert

disseminiert, ausgebreitet (in Bezug auf eine Krankheit), entweder über das gesamte Organ oder den gesamten Körper. Bei einer disseminierten Tuberkulose sind z. B. beide Lungen und weitere Organe befallen.


Dissimilation

Dissimilation, Abbau und Verwertung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen im Organismus zur Energiegewinnung. Auch → Assimilation.


Dissimulation

Dissimulation, das bewusste Vortäuschen von Gesundheit, obwohl Krankheitssymptome vorliegen. Die Dissimulation steht im Gegensatz zur → Simulation.


Dissolution

Dissolution, die Auflösung.


Dissoziation

Dissoziation, der Zerfall eines Moleküls in einzelne Teilchen.


Dissoziation

Dissoziation, allgemeine Bezeichnung für Aufspaltung.


Disstress

Disstress, die negative, krank machende Form von → Stress. Auch → Eustress.


distal

distal, von der Körpermitte oder von einem Körperteil entfernt. Der Dickdarm z. B. liegt distal des Magens, der Unterschenkel distal des Oberschenkels.


Distanzgeräusch

Distanzgeräusch, ein sehr lautes Herzgeräusch, das ohne Stethoskop hörbar ist.


Distension

Distension, eine Vergrößerung, Überdehnung, z. B. die Distension von Gelenkbändern oder Gelenkkapseln nach wiederholten Zerrungen bzw. Gelenkergüssen.


Distensionsluxation

Distensionsluxation, die Ausrenkung eines Gelenks infolge einer → Distension der Gelenkkapsel.


Distorsion

Distorsion, Verstauchung, Verstauchung eines Gelenkes durch eine drehende Bewegung unter Krafteinwirkung (Drehtrauma), z. B. eine Distorsion des Fußgelenkes durch "Umknicken". Bei einer Distorsion werden häufig Bänder und Gelenkkapsel mit verletzt. Symptome einer Distorsion sind Schwellung, Bluterguss, Schmerzen und Einschränkung der Beweglichkeit. Durch eine Röntgenuntersuchung sollte ein Knochenbruch ausgeschlossen werden.


Distraktion

Distraktion, das Auseinanderziehen von Knochenfragmenten bei einer Fraktur. Das Ziel einer Distraktion ist es, gegeneinander verschobene oder ineinander verkeilte Knochenstücke voneinander zu lösen und wieder in die richtige Stellung zu bringen. Auch → Extraktion.


Distress

Distress, die negative, krankmachende Form von → Stress. Auch → Eustress.


Disulfiram

Disulfiram, Antabus RRR, ein Medikament zur Alkoholentwöhnung. Es hemmt den Alkoholabbau und erzeugt eine künstliche Alkoholunverträglichkeit. Disulfiram muss vorsichtig anwendet werden, da es bei einem zu hohen Alkoholgehalt im Körper zu tödlichen Zwischenfällen führen kann.


Diszision

Diszision, die chirurgische Spaltung einer Kapsel, z. B. der Gelenkkapsel oder der Kapsel der Augenlinse.


Diurese

Diurese, die Produktion und Ausscheidung von Harn.


Diurese, forcierte

Diurese, forcierte, eine medikamentös verstärkte Harnausscheidung zur Beschleunigung der Ausscheidung toxischer Substanzen über die Nieren, z. B. bei Vergiftungen. Zur Förderung der Urinproduktion werden stark wirkende → Diuretika verabreicht und gleichzeitig große Mengen Flüssigkeit und Elektrolyte zugeführt. Die forcierte Diurese muss intensivmedizinisch überwacht werden.


Diuresestörung

Diuresestörung, eine Störung der Ausscheidung von Urin im Rahmen von Nierenerkrankungen (z. B. akute oder chronische Niereninsuffizienz) oder Erkrankungen der ableitenden Harnwege (z. B. Harnleitersteine, Blasentumoren oder Prostatavergrößerung).


Diuretikum

Diuretikum, ein harntreibendes Medikament. Diuretika werden zur Ausschwemmung überschüssiger Flüssigkeitsmengen im Körper eingesetzt, z. B. bei Ödemen im Rahmen einer Herzinsuffizienz oder bei Hypertonie.


diuretisch

diuretisch, die Urinproduktion und Ausscheidung betreffend, harntreibend.


divergens

divergens, auseinander gehend, z. B. Strabismus divergens, das Auswärtsschielen, im Gegensatz zum Strabismus convergens.


Divergenz

Divergenz, das Auseinanderweichen, ein nicht paralleler Verlauf zweier Strahlen oder stabförmiger Strukturen. Eine Divergenz der Blickrichtung kommt z. B. normalerweise beim beidseitigen Blick nach oben vor, aber auch beim Schielen.


Divertikel

Divertikel, lokalisierte Wandausstülpung eines Hohlorgans nach außen. Man unterscheidet echte Divertikel, bei denen alle Wandschichten betroffen sind, und sog. falsche Divertikel, bei denen sich nur die Schleimhaut durch eine Muskellücke in der Wand vorwölbt. Divertikel kommen überwiegend im Magen-Darm-Trakt vor. Auch → Colondivertikel.


Divertikulitis

Divertikulitis, die Entzündung eines oder mehrerer Kolondivertikel, z. B. durch eine Kotstauung in einem Divertikel. Zu den Symptomen gehören lokalisierte Bauchschmerzen, Fieber und manchmal Blutabgang aus dem After. Eine Divertikulitis kann sich zu einem medizinischen Notfall entwickeln, wenn sie zu einem Ileus oder zu einer Darmperforation führt. Die Behandlung der unkomplizierten Divertikulitis besteht in ballaststoffreicher, aber nicht blähender Kost und gegebenenfalls in der Gabe von Antibiotika. Eine schwere Divertikulitis muss operiert werden.


Divertikulose

Divertikulose, das Vorliegen zahlreicher Divertikel, vor allem im linksseitigen Dickdarm. Eine Divertikulose verursacht keine Beschwerden. Es besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für eine → Divertikulitis.


Divinator

Divinator, ein Diagnostiker, der mit Hilfe übersinnlicher Wahrnehmungen und seherischer Fähigkeiten nach den Ursachen für gesundheitliche Störungen sucht. Auch → Heiler.


dizygot

dizygot, zweieiig.


DMP

DMP, Abk. für → Disease-Management-Programm


DNA

DNA, DNS, Abk. für desoxyribonucleicacid, der englische Begriff für → Desoxyribonucleinsäure.


DNS

DNS, Abk. für → Desoxyribonucleinsäure.


DNS-Polymerase

DNS-Polymerase, ein Enzym, das an einem einzigen DNS-Strang einen genau dazu passenden DNS-Strang synthetisieren kann (»Kopie«), so dass wieder eine doppelsträngige DNS entsteht. DNS-Polymerasen sind im Organismus an der → Replikation und an der Reparatur von DNS-Schäden beteiligt, sie werden aber auch in der Forschung und in der Gentechnologie eingesetzt. Auch → Polymerasekettenreaktion.


DNS-Replikation

DNS-Replikation,
Replikation
Bei der Replikation werden die zuvor aufgetrennten DNS-Stränge zu zwei identischen DNS-Kopien ergänzt.
Verdopplung des Erbmaterials vor der Zellteilung. Durch Lösung der beiden Wasserstoffbrücken zwischen den Basenpaaren der DNS kommt es zur Trennung der beiden Einzelstränge der DNS. Zu jedem Strang wird ein komplementärer neuer hergestellt, so dass am Ende die gesamte DNS doppelt vorhanden ist. Jeder Doppelstrang besteht aus einem alten und einem neuen Einzelstrang (semikonservative Replikation). Auch → Desoxyribonucleinsäure, → Mitose.


DNS-Virus

DNS-Virus, Virus, dessen genetisches Material aus DNS besteht, z. B. Herpesviren oder Pockenviren. Auch → Virus, → RNS-Virus.


Dobutamin

Dobutamin, Wirkstoff mit sympathomimetischen Eigenschaften. Dobutamin wird zur Therapie eines Herzversagens eingesetzt.


Döderlein-Stäbchen

Döderlein-Stäbchen, stäbchenförmige Bakterien, die zur normalen Scheidenflora gehören (Lactobacillus). Werden sie, z. B. durch Antibiotika, geschädigt oder reduziert, kann es zu einer → Kolpitis kommen.


Dokumentationspflicht

Dokumentationspflicht, rechtliche Pflicht des Arztes, alle medizinisch wichtigen → Patientendaten zu dokumentieren, z. B. in Form einer Krankenakte. Die Dokumentationspflicht gilt u. a. für diagnostische Erkenntnisse, therapeutische Maßnahmen und den Behandlungsverlauf. Die Aufzeichnungen müssen vom Arzt nach Abschluss der Behandlung für mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden. Auch → Krankengeschichte.


dolent

dolent, schmerzempfindlich, schmerzhaft.


Dolor

Dolor, → Schmerz.


dominant

dominant, beherrschend, vorherrschend. Eine dominante Erbanlage setzt sich gegenüber einer → rezessiven durch, z. B. dunkle Haarfarbe gegenüber heller. Erbkrankheiten werden zum Teil dominant vererbt, z. B. Zystennieren. Auch → dominanter Erbgang.


Dominanz

Dominanz, die Eigenschaft eines Erbfaktors, sich gegenüber einem anderen durchzusetzen. Auch → dominanter Erbgang.


Domperidon

Domperidon, ein Wirkstoff, der als → Antiemetikum eingesetzt wird.


Donati-Naht

Donati-Naht, eine Nahtmethode zum Verschluss einer Wunde. Bei der Donati-Naht wird zweimal durch die Haut gestochen, so dass die beiden Enden des Nahtfadens auf dieselbe Seite der Wunde zu liegen kommen (so genannte Rückstichnaht).


Donor

Donor, → Spender.


Dopa

Dopa, Abk. für → Dopamin.


Dopamin

Dopamin, eine körpereigene Substanz, die zu den Katecholaminen gehört. Dopamin ist die Vorstufe von Adrenalin und Noradrenalin bzw. der Melanine. Dopamin ist an der Blutdruckregulierung beteiligt, es wirkt aber auch als Neurotransmitter im Gehirn und ist bei der Parkinson-Krankheit vermindert. Als Medikament wird Dopamin bei schwerer Hypotonie eingesetzt. Auch → Catecholamin, → Neurotransmitter, → Parkinson-Krankheit.


dopaminerg

dopaminerg, über Dopamin, durch Freisetzung von Dopamin oder über eine Interaktion mit dem Dopamin-Rezeptor wirksam, die Wirkung von Dopamin betreffend.


Dopamin-Rezeptor

Dopamin-Rezeptor, auf der Oberfläche einer (Nerven-)Zelle lokalisierte Empfangsstelle für Dopamin. Dopamin-Rezeptoren sind u. a. im Gehirn lokalisiert, wo sie maßgeblich an der Übertragung verschiedener Reize beteiligt sind. Auch → Parkinson-Krankheit.


Dopamin-Rezeptorenblocker

Dopamin-Rezeptorenblocker, Substanz, die an einem Dopamin-Rezeptor andockt und diesen dadurch für eine Interaktion mit Dopamin blockiert. Dopaminantagonisten und einige → Neuroleptika wirken auf diesem Weg.


Doping

Doping, die Einnahme von Substanzen zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, um vor allem beim Hochleistungssport bessere Ergebnisse zu erzielen. Zu den verwendeten Substanzen gehören z. B. Anabolika, die das Muskelwachstum fördern, anregende - z. B. Amphetamine - oder beruhigende - z. B. Sedativa - Medikamente, Schmerzmittel und das Hormon Erythropoetin, das die Bildung von Erythrozyten anregt. Gedopte Sportler sind u. a. gefährdet, weil sie ihr Leistungsvermögen überschätzen und körpereigene Mechanismen, die vor einer Überforderung schützen sollen (z. B. Schmerz oder Erschöpfung) - unterdrückt werden. Um das Doping einzuschränken bzw. zu kontrollieren, werden Sportler zu teilweise aufwendigen Untersuchungen von Blut und Urin verpflichtet.


Doppelbilder

Doppelbilder, → Diplopie.


Doppelblindstudie

Doppelblindstudie, eine klinische Studie, bei der weder der Arzt noch der Patient darüber informiert ist, ob der Patient mit einer wirksamen Substanz oder einem Placebo therapiert wird. Das Doppelblind-Verfahren soll eine psychische Beeinflussung der Erkrankung durch Arzt und Patient vermeiden. Auch → Placebo.


Doppelblindversuch

Doppelblindversuch, eine Versuchsanordung, bei der weder der Proband noch der Versuchsleiter wissen, ob der Proband mit einem Wirkstoff oder → Placebo behandelt wird. Auch → Blindversuch.


Doppelfehlbildung

Doppelfehlbildung, eine Missbildung, die durch eine unvollständige Trennung der Embryonalanlage entsteht. Bei einer vollständigen Trennung entstehen zwei selbstständige Embryonen, bei einer unvollständigen Trennung bleiben die Embryonen an einer Körperstelle miteinander verbunden (sog. siamesische Zwillinge). Ob eine operative Trennung der Kinder nach der Geburt möglich ist, hängt davon ab, ob die lebenswichtigen Organe (z. B. Gehirn oder Herz) zweifach angelegt sind.


Doppelhelix

Doppelhelix, die räumliche Darstellung der schraubenförmig gegeneinander verdrillten Stränge der →  Desoxyribonukleinsäure.


doppelkohlensaures Natrium

doppelkohlensaures Natrium, → Natriumbicarbonat.


Doppelmittel

Doppelmittel, Bezeichnung für ein homöopathisches Arzneimittel, das zwei Wirkstoffe gleichzeitig enthält, die durch verschiedene Mechanismen dasselbe Krankheitssymptom behandeln sollen.


Doppelniere

Doppelniere, eine Fehlbildung der Nierenanlage, bei der zwei Nierenanteile auf einer Seite nicht vollständig miteinander verschmolzen sind.


Doppelsehen

Doppelsehen, → Diplopie.


Doppler-Effekt

Doppler-Effekt, Bezeichnung für das Phänomen, dass sich die Frequenz einer Schallwelle mit der relativen Bewegung von Sender und Empfänger zueinander ändert. Im Alltag lässt sich der Doppler-Effekt z. B. daran erkennen, dass sich der Ton einer Autosirene ändert, wenn das Auto nicht mehr auf den Beobachter zu, sondern von ihm weg fährt. Der Doppler-Effekt wird in der → Doppler-Sonografie zu diagnostischen Zwecken genutzt.


Doppler-Sonografie

Doppler-Sonografie, Ultraschalldoppler, Duplex-Sonografie, Untersuchungsmethode, die sowohl das Prinzip des Ultraschalls als auch das des sog. Doppler-Effekts ausnutzt. Dieser Effekt beschreibt, wie ein sich bewegendes Objekt, z. B. ein Blutkörperchen im strömenden Blut, aufeinander folgende Schallwellen reflektiert. Durch das Muster der Reflexion lässt sich berechnen, mit welcher Geschwindigkeit sich das Teilchen in welche Richtung - auf die Quelle der Schallwellen zu oder von ihr weg - bewegt. Mithilfe der Doppler-Sonografie lässt sich z. B. eine unregelmäßige oder gestörte Strömung in Gefäßen oder im Bereich der Herzklappen darstellen.


Dornwarze

Dornwarze, → Verruca plantaris.


dorsal

dorsal, rückwärtig oder auf der Rückseite eines Organs liegend, den Rücken oder die Hinterseite von etwas betreffend, z. B. ist der dorsale Teil des Kehlkopfes der zur Wirbelsäule hin gelegene Teil.


Dorsalflexion

Dorsalflexion, die Beugung eines Körperteils nach rückwärts.


Dorsalgie

Dorsalgie, Rückenschmerzen.


Dorsum

Dorsum, der Rücken, die Rückseite eines Körperteils oder Organs.


Dosha

Dosha, Begriff aus der ayurvedischen Lehre. Doshas sind die grundlegenden biologischen Prinzipien. Sie werden in die beiden primär geistigen (Rajas und Tamas) sowie die primär körperlichen (Vata, Pitta und Kapha) eingeteilt. Auch → Ayurveda.


Dosieraerosol

Dosieraerosol, ein in einem Treibgas gelöstes Arzneimittel, das in genauen Dosen (Hüben) verabreicht wird. Meist geschieht dies über ein spezielles Pump- oder Sprühgefäß. Asthmamittel werden z. B. häufig als Dosieraerosol angewandt. Auch → Aerosol, → Aerosoltherapie.


Dosimeter

Dosimeter, ein Messgerät zur Bestimmung einer Strahlendosis. Dosimeter werden vor allem zur Überwachung von Personal eingesetzt, das mit radioaktiven Strahlenquellen umgeht, z. B. in einer Röntgen- oder nuklearmedizinischen Abteilung. Je nach Art der Strahlenquelle werden Film-, Stab- oder Ringdosimeter verwandt. Auch → Strahlendetektor.


Dosimetrie

Dosimetrie, Verfahren zur Messung der Stärke ionisierender (radioaktiver) Strahlung. Auch → Dosimeter.


Dosis

Dosis, die verabreichte Menge einer wirksamen Substanz, z. B. eines Arzneimittels, aber auch einer Strahlenmenge bei Röntgenaufnahmen oder in der Strahlentherapie.


Dosisäquivalent

Dosisäquivalent, Parameter in der → Dosimetrie für das Risiko einer ionisierenden Strahlung. Das Dosisäquivalent wird als das Produkt aus Energiemenge und Art einer Strahlung berechnet, die Einheit des Dosisäquivalents wird in Sievert (Sv) angegeben.


Douglas-Abszess

Douglas-Abszess, Eiteransammlung im → Douglas-Raum, z. B. infolge einer → Appendizitis oder einer → Adnexitis. Zu den Symptomen gehören vor allem Beschwerden beim Wasserlassen, krampfhafte Bauchschmerzen, ständiger Stuhldrang, Schleimabgang und Stuhlinkontinenz. Ein Douglas-Abszess muss punktiert und evtl. drainiert werden, um den Eiter abzuleiten.


Douglas-Raum

Douglas-Raum, Raum zwischen der Hinterwand der Gebärmutter bzw. Harnblase und dem Mastdarm; der Douglas-Raum ist der am tiefsten gelegene Raum im kleinen Becken, deshalb sammelt sich dort bevorzugt Flüssigkeit oder Eiter an.


Down-Syndrom

Down-Syndrom, Trisomie 21,
Down-Syndrom
Die Ursache des Down-Syndroms liegt in einem genetischen Fehler: Statt wie üblich doppelt liegt bei den Betroffenen das Chromosom 21 dreifach vor (Trisomie 21).
Symptomenkomplex, der auf einem überzähligen Chromosom 21 beruht und mit einer geistigen Behinderung einhergeht. Kinder mit einem Down-Syndrom haben schräggeschnittene Augen ("Mongolenfalte"), eine große Zunge, tief sitzende Ohren, Vierfingerfurche in der Hand und schlaffen Muskeltonus. 40-60% aller Betroffenen haben einen Herzfehler. Auch Seh- und Hörstörungen gehören zu den häufigen Komplikationen. Die geistige und körperliche Entwicklung ist verzögert, es besteht eine - individuell sehr unterschiedlich ausgeprägte - geistige Behinderung. Das Risiko eines Down-Syndrom steigt mit dem Alter der werdenden Mutter an. Im Rahmen der → pränatalen Diagnostik kann die Trisomie des Feten mittels → Amniozentese oder → Chorionzottenbiopsie festgestellt werden. Die frühere Bezeichnung "Mongolismus" wird von den Betroffenen und ihren Angehörigen als diskriminierend empfunden und deshalb nicht mehr verwendet.


Doxorubicin

Doxorubicin, ein Wirkstoff mit zytostatischen Eigenschaften.


Doxycyclin

Doxycyclin, ein bakteriostatisches Antibiotikum, das wahrscheinlich durch die Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese wirkt.


D-Potenz

D-Potenz, Abk. für → Dezimalpotenz.


dpt

dpt, Abk. für → Dioptrie.


DPT-Impfstoff

DPT-Impfstoff, die Bezeichnung für einen Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Pertussis und Tetanus zur regelhaften Immunisierung. Bei akuten Verletzungen wird isoliert die Tetanusimpfung aufgefrischt. Auch → Tetanus.


DPT-Impfung

DPT-Impfung, eine aktive Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Tetanus (Wundstarrkrampf). Für eine zuverlässige Immunisierung sind drei bis vier Impfungen sowie spätere Auffrischimpfungen notwendig.


Dracunculus medinensis

Dracunculus medinensis, ein Fadenwurm, Erreger der → Drakunkulose.


Dragee

Dragee, ein tablettenförmiges Arzneimittel, das mit einem Überzug aus Zucker oder Fett glasiert ist und unzerkaut eingenommen wird.


Drain

Drain, ein Röhrchen, meistens aus Kunststoff, das zur Ableitung angestauter oder krankhaft vermehrter Körperflüssigkeiten eingesetzt wird. Nach Operationen werden Blut und Wundsekret z. B. oft über einen Drain abgeleitet. Auch → Drainage.


Drainage

Drainage, die Ableitung von Körperflüssigkeiten oder Gasen mittels eines Röhrchens, meist aus Kunststoff, das in den entsprechenden Körperteil eingelegt wird. Drainagen werden oft kurzfristig nach Operationen zur Ableitung von Blut und Wundsekret eingesetzt, sie können eingepflanzt werden zur ständigen Ableitung, z. B. bei → Hydrozephalus. Auch → Bülau-Drainage, → Drain.


Drakunkulose

Drakunkulose, eine durch den Fadenwurm Dracunculus medinensis ausgelöste Tropenkrankheit. Die Würmer befallen das Unterhautgewebe. Dort entwickelt sich eine örtliche Entzündung. Wenn die Haut mit Wasser in Kontakt kommt, reißt sie auf und der Vorderteil eines weiblichen Wurms wird sichtbar. Dieser Wurm entleert Larven ins Wasser und stirbt nachher ab. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme der Wurmlarven über infiziertes Trinkwasser. Symptome der Drakunkulose sind Entzündungen, allergische Reaktionen und die Bildung von Abszessen im Unterhautgewebe. Die Behandlung erfolgt durch ein → Anthelminthikum und die operative Entfernung der Würmer aus der Haut.


Dranginkontinenz

Dranginkontinenz, → Urge-Inkontinenz.


Drastikum

Drastikum, ein stark wirksames, die Schleimhaut reizendes Abführmittel. Drastika sind meistens pflanzlicher Herkunft, z. B. Harze. Sie werden heute nur noch selten verwendet.


Drehschwindel

Drehschwindel, ein Schwindel, bei dem der Betroffene das Gefühl hat, seine Umgebung drehe sich um ihn herum oder er selbst drehe sich im Raum. Meistens wird der Drehschwindel von einem Nystagmus begleitet, oft auch von Blässe, Übelkeit oder Erbrechen. Ein Drehschwindel wird in der Regel durch eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr hervorgerufen, z. B. durch eine → Menière-Krankheit.


Drei-Ebenen-Modell

Drei-Ebenen-Modell, ein Erklärungsmodell in der Homöopathie zur Deutung von Gewicht und Bewertung von Symptomen. Die Beschwerden und Erkrankungen werden den drei Seinsebenen des Menschen (geistig, seelisch, körperlich) zugeordnet.


Dreifachimpfung

Dreifachimpfung, eine kombinierte Schutzimpfung mit drei verschiedenen Impfstoffen (Tripelvakzin), z. B. DTP (Diphtherie, Tetanus, Pertussis) oder MMR (Masern, Mumps, Röteln).


Dreigefäßerkrankung

Dreigefäßerkrankung, das Vorliegen von Verkalkungen in allen drei Herzkranzarterien. Die Symptomatik besteht in anfallsweisen oder ständigen Angina-pectoris-Beschwerden, die durch eine Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff entstehen. Therapeutisch kommen eine Dilatation der betroffenen Gefäßabschnitte oder ein aortokoronarer Bypass in Frage. Sind diese beiden Verfahren nicht durchführbar, bleibt die Möglichkeit einer medikamentösen Erweiterung der Herzkranzarterien. Auch → Bypass, koronare → Herzkrankheit.


Dreigläserprobe

Dreigläserprobe, Untersuchungsmethode zur Bestimmung, in welchem Abschnitt der männlichen Harnwege eine Entzündung oder ein anderer krankhafter Prozess vorliegt. Dabei lässt der Patient den Harn nacheinander in drei verschiedene Gläser. Eine Trübung oder Verfärbung des Harns in allen drei Gläsern weist auf eine Erkrankung der oberen Harnwege hin (Nierenbecken, Harnleiter oder Blase). Ist der Harn nur im ersten und/oder zweiten Glas getrübt, ist eher eine Erkrankung der unteren Harnwege anzunehmen (Prostata, Harnröhre). Bei Verdacht auf eine Prostatitis wird die dritte Harnportion nach einer rektalen Prostatamassage gewonnen.


Dreigliederung, funktionale

Dreigliederung, funktionale, ein Begriff aus der anthroposophischen Medizin, Bezeichnung für den Ablauf von Nerven-/Sinnestätigkeiten und Bewegungs-/Stoffwechselleistungen, die durch rhythmische Bewegungen in einem gesunden Gleichgewicht gehalten werden. Auch → anthroposophische Medizin.


Dreimonatskoliken

Dreimonatskoliken, Bezeichnung für das besondere Schrei-Verhalten vieler neugeborener Kinder in den ersten drei Lebensmonaten. Die Babys schreien oft stundenlang (gehäuft gegen Abend und in der Nacht), ohne dass eine Erkrankung vorliegt oder ein sonstiger Grund erkennbar wäre. Die Ursache der Dreimonatskoliken ist nicht genau bekannt. Man vermutet eine Unreife des Verdauungstrakts, der zu Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen führt. In manchen Fällen können auch unerkannte Allergien (z. B. auf Kuhmilch) zu vermehrtem Schreien führen. In den meisten Fällen lässt sich aber keine Ursache für das Schreien des Kindes feststellen. In der Regel hören die Dreimonatskoliken gegen Ende des dritten Lebensmonats auf.


Dreimonatsspritze

Dreimonatsspritze, Depotinjektion zur Empfängnisverhütung. Die Dreimonatsspritze enthält das weibliche Geschlechtshormon Gestagen und gilt als sicheres Kontrazeptivum. Allerdings führt sie häufig zu Zyklusstörungen und zum Ausbleiben der Menstruation. Auch → Ovulationshemmer.


Dreipunktekorsett

Dreipunktekorsett, ein Korsett, das zur Stützung der Wirbelsäule angelegt wird. Das Dreipunktekorsett ist auf dem Brustbein, an der → Symphyse und an der Lendenwirbelsäule abgestützt.


Dreitagefieber

Dreitagefieber, Exanthema subitum, ein ca. drei Tage andauerndes, hohes Fieber mit nachfolgendem flüchtigen Hautausschlag. Das Dreitagefieber ist eine harmlose Krankheit des Kleinkindes und wird durch ein Herpesvirus hervorgerufen. Die Infektion klingt spontan wieder ab, die Therapie ist symptomorientiert, z.B. Fieber senken.


Dreitagefieber

Dreitagefieber, Wechselfieber bei → Malaria.


Dreiviertelbad

Dreiviertelbad, ein kreislaufschonendes Bad, bei dem der Wasserspiegel unterhalb des Herzens verläuft. Das Dreiviertelbad ist in der Kneipp-Therapie sehr beliebt, es wird hauptsächlich bei älteren Menschen angewandt.


DRF

DRF, Abk. für Deutsche Rezeptformeln, die Zusammenstellung erprobter ärztlicher Verordnungsvorschriften.


Drillinge

Drillinge, die Entwicklung von gleichzeitig drei Kindern in der Gebärmutter. Bei eineiigen Drillingen entstammen alle Babys der gleichen Eianlage; eineiige Drillinge haben immer dasselbe Geschlecht. Bei mehreiigen Drillingen entstammen die Kinder zwei oder drei verschiedenen Eizellen. Auch → Mehrlinge.


DRK

DRK, Abk. für → Deutsches Rotes Kreuz e. V..


Drobs

Drobs, Abk. für → Drogenberatungsstelle.


Droge

Droge, getrocknete Heilpflanzen, die als Arzneimittel oder zur Zubereitung von Arzneimitteln verwendet werden.


Droge

Droge, Suchtmittel, illegales Rauschmittel, z.B. Heroin, LSD usw.


Drogenabhängigkeit

Drogenabhängigkeit, die Notwendigkeit, eine Substanz dem Körper immer wieder zuzuführen, um psychische oder körperliche Entzugssymptome zu vermeiden. Man unterscheidet eine psychische Drogenabhängigkeit, bei der ein zwanghaftes Verlangen vorliegt, die Droge wegen ihrer Auswirkungen auf die Psyche wiederholt einzunehmen, z. B. weil sie dämpfend oder halluzinogen wirkt, von einer körperlichen Drogenabhängigkeit. Hier treten beim Entzug der Droge körperliche Symptome wie z. B. Zittern, Schweißausbrüche oder Gliederschmerzen auf. Psychische und körperliche Drogenabhängigkeit treten oft zusammen auf und lassen sich oft nur schlecht voneinander abgrenzen.


Drogenbeauftragte / Drogenbeauftragter

Drogenbeauftragte / Drogenbeauftragter, Person, die in einer Institution die Maßnahmen zur Drogenbekämpfung organisiert. In den Bereich Drogenbekämpfung gehören Verhütung durch gesundheitliche Aufklärung und die Beratung, z. B. durch Drogenberatungsstellen.


Drogenberatung

Drogenberatung, umfassende Information über Drogenprobleme, Drogenprävention, Therapiemaßnahmen und -plätze in einer → Drogenberatungsstelle. Die Drogenberatung steht allen Interessierten offen und ist in der Regel kostenlos.


Drogenberatungsstelle

Drogenberatungsstelle, Abk. Drobs, Institution, in der vor allem Betroffene hinsichtlich der Abhängigkeit von Drogen, Alkohol oder Medikamenten beraten und betreut werden. Drogenberatungsstellen wurden sowohl vom öffentlichen Gesundheitsdienst als auch von der freien Wohlfahrtspflege und verschiedenen Selbsthilfeorganisationen eingerichtet.


Drogenentzug

Drogenentzug, eine Therapie, um einen Drogenabhängigen von der psychischen und körperlichen Drogensucht zu befreien. Dafür sind verschiedene Schritte nötig. Als Erstes muss der Körper entgiftet werden, meist stationär in einem Krankenhaus oder einer speziellen Einrichtung. Anschließend folgt in der Regel eine psychologische Nachbetreuung in einer Spezialklinik oder einer betreuten Wohngemeinschaft, wo der Betroffene lernen soll, sein Leben ohne den Suchtstoff zu meistern.


Drogensucht

Drogensucht, → Drogenabhängigkeit.


Drogerie

Drogerie, ursprünglich Geschäft, in dem überwiegend pflanzliche Drogen als Heilmittel verkauft wurden. In modernen Drogerien werden inzwischen auch u. a. Kosmetika, Reinigungsmittel und gewisse nicht rezeptpflichtige Arzneimittel vertrieben.


dromotrop

dromotrop, mit Wirkung auf die Erregungsleitung im Atrioventrikularknoten des Herzens. Der Sympathikus beschleunigt die Überleitung (positiv dromotrop), während der Parasympathikus (über den Nervus vagus) oder Digitalisglykoside negativ dromotrop wirken.


Drop-Attacke

Drop-Attacke, ein plötzlicher Sturz, bei dem es im Gegensatz zur → Synkope nicht zum Bewusstseinsverlust kommt. Die Ursache einer Drop-Attacke ist in der Regel eine Minderdurchblutung des Gehirns.


Droperidol

Droperidol, ein Neuroleptikum mit beruhigenden und den Würgereflex unterdrückenden Eigenschaften. Droperidol wird häufig im Rahmen von (Kurz-)Narkosen eingesetzt.


Drosophila melanogaster

Drosophila melanogaster, Fruchtfliege, kleines Insekt, das nur vier Chromosomen besitzt, sich leicht züchten lässt und eine kurze Generationenfolge hat. Fruchtfliegen sind darum ideale Versuchstiere für die Vererbungsforschung.


Drosselung

Drosselung, die Einschränkung der Fließgeschwindigkeit, z. B. von Blut in einer Ader. Eine Drosselung kann aufgrund eines krankheitsbedingten Strömungshindernisses vorkommen, z. B. durch einen Thrombus, aber therapeutisch notwendig werden, um den Blutfluss, z. B. während einer Operation, in einem Körpergebiet zeitweilig zu vermindern.


Druck

Druck, das Maß für die Kraft pro Flächeneinheit mit der Maßeinheit Pascal. Die Maße des Blutdrucks werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben.


Druckbeatmung

Druckbeatmung, eine Form der künstlichen Beatmung, bei der meist durch einen Endotrachealtubus Luft mit leicht erhöhtem Druck in die Lunge eingeblasen wird. Durch das so entstehende Druckgefälle zwischen den Lungenbläschen und dem Blutkreislauf gelangt Sauerstoff ins Blut.


Druckdolenz

Druckdolenz, Schmerzen, die durch Druck auf einen bestimmten Punkt an der Körperoberfläche ausgelöst werden.


Druckfallkrankheit

Druckfallkrankheit, → Caissonkrankheit.


Druckgeschwür

Druckgeschwür, → Decubitus.


Druck, intrakardialer

Druck, intrakardialer, der im Herzen herrschende Druck. Die Höhe des intrakardialen Drucks hängt vom Kontraktionszustand des Herzmuskels ab. In der linken Herzkammer liegt der intrakardiale Druck im Normalfall höher als in der rechten.


Druck, intrakranieller

Druck, intrakranieller, der innerhalb der Schädelhöhle herrschende Druck. Er ist sowohl vom Blutdruck als auch von der Menge und den Zirkulationsmöglichkeiten des Liquors abhängig. Bei verschiedenen Krankheiten, z. B. Hirntumoren oder Hirnverletzungen, steigt der intrakranielle Druck an. Die Hauptsymptome sind Kopfschmerzen, Sehstörungen und ein langsamer Herzschlag. Die Therapie besteht, außer in der Behandlung des Grundleidens, in einer medikamentösen Drucksenkung. Ein Bohrloch zur Druckentlastung wird nur im Extremfall angelegt. Auch → Hirndruck.


Druck, intraokulärer

Druck, intraokulärer, Augeninnendruck, der Druck des Kammerwassers auf die Innenwand des Auges. Eine Erhöhung des intraokulären Drucks wie z. B. beim → Glaukom kann lange unbemerkt bleiben, aber das Auge bis hin zur Blindheit schädigen.


Druck, intravasaler

Druck, intravasaler, der innerhalb der Blutgefäße herrschende Druck.


Druck, kolloidosmotischer

Druck, kolloidosmotischer, onkotischer Druck, der osmotische Druck in einer Lösung mit kolloidal gelösten Teilchen (10- bis 1000-mal größer als Atome oder Moleküle). Im Plasma hängt der kolloidosmotische Druck überwiegend vom Eiweißgehalt ab und ist entscheidend an der Verteilung des Wassers zwischen Gefäßsystem und Gewebe beteiligt.


Drucklähmung

Drucklähmung, eine Lähmung, die durch Druck auf einen Nerv verursacht wird.


Druckluftmassage

Druckluftmassage, eine Massageform, bei der die Haut mit Druckluft gereizt wird.


Druckmessgerät

Druckmessgerät, → Manometer.


Drucknekrose

Drucknekrose, das Absterben von Gewebe infolge von dauerndem Druck, der die Sauerstoffversorgung des Gewebes beeinträchtigt. Ein typisches Beispiel für eine Drucknekrose ist ein → Decubitus.


Druck, onkotischer

Druck, onkotischer, → kolloidosmotischer Druck.


Druckpunkt

Druckpunkt, eine Körperstelle, die typischerweise bei einer bestimmten Krankheit druckempfindlich ist, z. B. der Bereich über einem entzündeten Blinddarm. Auch → McBurney-Punkt.


Druckrezeptor

Druckrezeptor, → Barorezeptor.


Druckverband

Druckverband, → Kompressionsverband.


Druse

Druse, eine ca. stecknadelkopfgroße Kolonie aus Pilzen (Actinomyces) und Begleitbakterien im Eiter.


Druse

Druse, rundliche Ablagerungen unterschiedlicher Art, z.B. die Amyloid-Plaques im Gehirn von Alzheimerkranken.


Drüse

Drüse, Glandula,
Sekretion
Drüsenzellen sind für die Sekretion von Enzymen, Schweiß oder Hormonen zuständig.
ein sekretproduzierendes Organ, z. B. die Becherzellen im Magen, die Speicheldrüsen oder das Pankreas. Der von der Drüsenzellen produzierte Stoff wird entweder nach außen in ein Organ abgegeben (exokrine Drüse), z. B. die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse in den Darm, oder in die Blutbahn (endokrine Drüse), z. B. das Insulin aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Zu den vielen verschiedenen Drüsensekreten im menschlichen Körper gehören z. B. Verdauungssäfte, Hormone, Talg und Schweiß. Die größte Drüse des Körpers ist die Leber.


Drüse, ekkrine

Drüse, ekkrine, → Drüse, exokrine.


Drüse, endokrine

Drüse, endokrine,
Endokrine Drüsen
Das System der endokrinen Drüsen reguliert mit seinen Hauptboten, den Hormonen, die unterschiedlichen Stoffwechselprozesse.
eine Drüse, die ihr Sekret "nach innen", also direkt ins Blut abgibt. Eine endokrine Drüse ist z. B. die Schilddrüse.


Drüse, exokrine

Drüse, exokrine, eine Drüse, die ihr Sekret nach außen abgibt, z. B. die Brustdrüse oder eine Schweißdrüse, oder in ein anderes Organ, z. B. die Bauchspeicheldrüsensäfte in den Darm.


Drüsenbauch

Drüsenbauch, der obere Teil des Bauchs, der die Leber, die Milz und die Bauchspeicheldrüse enthält (im Gegensatz zum unteren Teil, dem Darmbauch).


Drüsenfieber

Drüsenfieber, → Mononucleosis infectiosa.


DSA

DSA, Abk. für digitale →  Subtraktionsangiografie.


DTP-Impfung

DTP-Impfung, eine aktive Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf) und Pertussis (Keuchhusten). Für eine zuverlässige Immunisierung sind drei bis vier Impfungen sowie spätere Auffrischimpfungen notwendig.


Dubin-Johnson-Syndrom

Dubin-Johnson-Syndrom, eine seltene Erbkrankheit, bei der → Bilirubin nur ungenügend in die Gallengänge ausgeschieden wird. Das Dubin-Johnson-Syndrom verläuft meistens ohne Beschwerden, manchmal können aber auch Oberbauchschmerzen auftreten.


Duchenne-Syndrom

Duchenne-Syndrom, Duchenne-Muskeldystrophie, eine rezessiv vererbliche Muskelerkrankung, die praktisch nur Jungen betrifft. Das Muskelgewebe wird fortlaufend durch Binde- und Fettgewebe ersetzt. Die ersten Symptome zeigen sich meistens im zweiten bis fünften Lebensalter: Die betroffenen Kinder lernen verspätet gehen und haben Mühe beim Aufstehen. Die Krankheit verläuft rasch progredient, die Patienten werden zwischen dem 8. und 15. Lebensjahr gehunfähig und sterben meistens innerhalb der ersten 30 Lebensjahre an Herzinsuffizienz und zunehmender Lähmung der Atemmuskulatur. Eine Behandlung existiert nicht.


Ductulus

Ductulus, ein kleiner Gang, z. B. ein Gallengang, Ductulus biliferi.


Ductus

Ductus, Gang, z. B. der Ductus deferens (Samenleiter) oder der Ductus pancreaticus (Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse).


Ductus arteriosus

Ductus arteriosus, → Ductus Botalli.


Ductus Botalli

Ductus Botalli, ein normalerweise im Kreislauf des ungeborenen Kindes vorkommender Verbindungsgang zwischen der Aorta und der großen Lungenvene. Der Ductus Botalli verhindert, dass beim Fetus Blut in die noch nicht funktionstüchtige Lunge gepumpt wird. Nach der Geburt, mit Einsetzen der Lungenatmung, verschließt sich der Ductus Botalli. Bleibt der Ductus Botalli offen, liegt ein angeborener Herzfehler mit Volumenbelastung des Lungenkreislaufes, die zu Atembeschwerden und einer Entwicklungsverzögerung führt. Bei der Untersuchung hört man ein typisches, maschinenartiges Herzgeräusch. Ist der offene Ductus klein, hat er keine oder nur geringe Auswirkungen auf den Kreislauf und schließt sich möglicherweise im Laufe der ersten Lebensjahre noch spontan. Ein großer Ductus Botalli wird operativ verschlossen.


Ductus choledochus

Ductus choledochus, der Hauptgallengang.


Ductus deferens

Ductus deferens, Samenleiter, ein etwa einen halben Meter langer und vier Millimeter dicker Gang, der vom Nebenhoden im Samenstrang durch den Leistenkanal in die Beckenhöhle und an der Harnblase entlang zieht und schließlich den Ductus ejaculatorius bildet, der durch die Prostata verläuft und in die Harnröhre führt. In den Ductus deferens mündet der Ausführungsgang der Samenblase. Über den Ductus deferens gelangen Spermien und die übrigen Bestandteile des Ejakulats in den Penis. Der Ductus deferens verläuft so gewunden, weil die Hoden und damit die Nebenhoden in der Entwicklung aus der Bauchhöhle in den Hodensack hinabwandern und ihn dabei mitziehen.


Ductus pancreaticus

Ductus pancreaticus, Pankreasgang, der längs durch das gesamte Organ verlaufende Hauptausführungsgang der Bauchspeicheldrüse, der gemeinsam mit dem Gallengang in den Anfangsteil des Dünndarms mündet. Die Öffnung nennt man Papilla duodeni major. Im Ductus pancreaticus werden Verdauungssekrete mit den Enzymen bzw. ihren Vorstufen aus dem Pankreas in den Dünndarm transportiert. Gelegentlich ist neben dem Ductus pancreaticus zusätzlich ein kleinerer Gang, der Ductus pancreaticus accessorius ausgebildet, der in einer Papilla duodeni minor mündet.


Duftdrüse

Duftdrüse, eine Drüse, die ein Sekret mit einem bestimmten Geruch produziert, z. B. eine Schweißdrüse oder eine Duftdrüse in den Schamlippen, die Pheromone produziert.


Dufttherapie

Dufttherapie, → Aromatherapie.


Dumpingsyndrom

Dumpingsyndrom, ein Symptomenkomplex, der durch Sturzentleerung eines operierten Magens entsteht. Die Nahrung gelangt in zu großen Portionen in den Dünndarm und führt zu Brechreiz und Hyper- bzw. Hypoglykämie. Infolge der zu schnellen Füllung des oberen Dünndarms mit hyperosmolarem Nahrungsbrei kommt es zu einem massiven Flüssigkeitseinstrom, der mit einer Verminderung des Plasmavolumens um bis zu 30% einhergeht und zusätzlich Kreislaufprobleme verursacht. Therapeutisch kommen außer Medikamenten kleine Mahlzeiten, Hinlegen nach der Nahrungsaufnahme oder eine operative Korrektur in Frage. Auch → Magenresektion.


Dunkeladaptation

Dunkeladaptation, die Einstellung der Augen auf Sehen in der Dunkelheit bzw. bei wenig Licht. Bei der Dunkeladaptation kommt es vorübergehend zum Verlust des Farbensehens und zu einer Abnahme der Sehschärfe. Normalerweise haben sich die Augen nach ungefähr 25 Minuten maximal an die Dunkelheit angepasst.


Dunkelfelduntersuchung

Dunkelfelduntersuchung, ein besonderes Abbildungsverfahren in der Mikroskopie. Der Untergrund ist dunkel, weil die aus dem Kondensor kommenden Lichtstrahlen am Objektiv vorbeigehen. Wenn ein Präparat in den Strahlengang gerät, wird das Licht am Präparat gebeugt und gelangt dann in das Objektiv. Das Präparat erscheint leuchtend vor einem dunklen Hintergrund. Mit der Dunkelfelduntersuchung werden v. a. Bakterien wie die Treponemen nachgewiesen.


Dünndarm

Dünndarm,
Villi
Zur Vergrößerung der Resorptionsfläche besitzt die Dünndarmschleimhaut zahlreiche Falten (linkes Bild) und darauf sitzende Villi (rechtes Bild), kleinste fingerförmige Erhebungen der Schleimhaut.
Dünndarm
Die Grafik zeigt einen Ausschnitt aus der Wand des Dünndarms, dem wichtigsten Verdauungsorgan unseres Organismus: Um eine effektive Verdauung und Aufnahme der gespaltenen Nahrungsbestandteile zu ermöglichen, ist die Dünndarmschleimhaut zur Vergrößerung der Resorptionsfläche gefaltet und zusätzlich mit Zotten ausgerüstet, die mit ihren feinsten Blutgefäßen für den Abtransport der Nährsubstanzen sorgen.
der Teil des Darmes, der zwischen dem Magen und dem Kolon gelegen ist. Der Dünndarm gliedert sich in das Duodenum, das Jejunum und das Ileum. In allen drei Darmabschnitten wird der Speisebrei mit Verdauungssäften durchmischt und die Nahrung in ihre Bestandteile aufgespalten. Die verschiedenen Nährstoffe werden durch die Darmwand in den Körper aufgenommen, Unverdauliches wird zur Ausscheidung in den Dickdarm weitergeleitet.


Dünndarmatresie

Dünndarmatresie, das angeborene Fehlen bzw. der Verschluss eines Dünndarmabschnitts. Meist handelt es sich um eine Duodenalatresie. Die Störung tritt häufiger bei Frühgeburten oder bei Vorliegen eines Down-Syndroms auf. Eine Dünndarmatresie muss durch eine Wiederherstellung der Darmöffnung operativ behoben werden.


Dünndarmgeschwür

Dünndarmgeschwür, ein Geschwür im Verlauf des Dünndarms, meist handelt es sich dabei um ein → Ulcus duodeni.


Dünndarmresektion

Dünndarmresektion, die operative Entfernung eines Dünndarmabschnitts, z. B. wegen eines Geschwürs, einer narbigen Stenose oder eines Tumors. Eine ausgedehnte Dünndarmresektion hat Auswirkungen auf die Verdauung, da die Resorptionsfläche für die Nahrung zu klein wird (Kurzdarmsyndrom). Je nach Ausdehnung und Lokalisation werden z. B. Nährstoffe oder bestimmte Vitamine nicht ausreichend aufgenommen, so dass sich Vitaminmangelzustände oder Untergewichtigkeit entwickeln.


Dünndarmspiegelung

Dünndarmspiegelung, → Enteroskopie.


Dünndarmtumor

Dünndarmtumor, eine gut- oder bösartige Geschwulst im Dünndarm. Dünndarmtumoren sind im Vergleich zu Magen- oder Dickdarmtumoren eher selten.


duodenal

duodenal, zum Duodenum gehörend, vom Duodenum ausgehend, in Zusammenhang mit dem Duodenum stehend.


Duodenalatresie

Duodenalatresie, angeborener Verschluss eines Duodenalabschnitts. Auch → Dünndarmatresie.


Duodenalfistel

Duodenalfistel, eine Darmfistel, die ihren Ursprung im Duodenum hat. Eine Duodenalfistel kann eine Verbindung nach außen zur Haut oder auch zu anderen Darmabschnitten herstellen. Die Ursachen einer Duodenalfistel liegen z. B. in einem Geschwür, einem Tumor oder in einer postoperativen Nahtinsuffizienz. Entsprechend verschieden können die Symptome sein, z. B. Schmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Gewichtsverlust. Therapeutisch kommen, je nach der Grunderkrankung, eine medikamentöse Behandlung oder eine Operation in Frage.


Duodenalgeschwür

Duodenalgeschwür, → Ulcus duodeni.


Duodenalsaft

Duodenalsaft, Duodenalsekret, der im Zwölffingerdarm befindliche Verdauungssaft. Es handelt sich um eine Mischung aus Sekreten, die von den Drüsen des Duodenums selbst produziert werden sowie Galle, Magensaft und Bauchspeicheldrüsensekreten.


Duodenalsonde

Duodenalsonde, ein dünner Schlauch, der durch Nase oder Mund in den Magen eingeführt und mit der Spitze im tieferen Zwölffingerdarm platziert wird. Die Duodenalsonde dient der Gewinnung von Duodenalsaft zu diagnostischen Zwecken, aber auch zur Verabreichung von Medikamenten oder zur enteralen Ernährung Schwerkranker. Auch → Sondenernährung.


Duodenoskopie

Duodenoskopie, endoskopische Untersuchung des Zwölffingerdarms. Auch → Gastroduodenoskopie.


Duodenum

Duodenum, Zwölffingerdarm, der oberste Teil des Dünndarms, der vom Magenausgang bis zum Jejunum reicht. In das ca. 30 Zentimeter lange Duodenum münden die Ausführungsgänge der großen Verdauungsdrüsen Leber und Pankreas. Auch → Duodenalsaft.


duplex

duplex, doppelt.


Duplex-Sonografie

Duplex-Sonografie, ein spezielles Ultraschallverfahren zur gleichzeitigen Darstellung von Weichteilen und Blutstrom. Dabei können außer den anatomischen Strukturen auch Richtung und Stärke des Blutflusses in den Gefäßen sichtbar gemacht werden. Auch → Farbdoppler.


Dupuytren-Kontraktur

Dupuytren-Kontraktur, eine Beugekontraktur, meist des vierten und fünften Fingers, die auf einer Schrumpfung der Sehnen und der Haut beruht. Die Dupuytren-Kontraktur tritt meist beidseitig auf, ihre Ursache ist unklar. Bei Leberkranken, Alkoholikern und Diabetikern kommt sie besonders häufig vor. Die Therapie besteht in einer operativen Durchtrennung der befallenen Sehnen.


Dura

Dura, Abk. für → Dura mater.


dural

dural, die Dura mater betreffend, zur Dura gehörig oder von ihr ausgehend.


Dura mater

Dura mater, harte Hirnhaut. Sie bildet an der Innenseite des Schädels die bindegewebige, derbe Schutzhülle des Gehirns und setzt sich als Dura mater spinalis bis ins Rückenmark fort. Auch → Meningen.


Durchblutungsstörung

Durchblutungsstörung, Zirkulationsstörung, eine temporäre oder permanente Störung des Blutflusses in einzelnen Organen oder Gliedmaßen. Die Ursachen können vielfältig sein, z. B. eine Arteriosklerose, eine Thrombose oder eine Embolie. Je nach Art und Lokalisation führt eine Durchblutungsstörung zu unterschiedlichen Beschwerden, z. B. Schwindel, Sehstörungen, Schmerzen oder Funktionsausfällen des betroffenen Organs. Therapeutisch kann eine Durchblutungsstörung medikamentös oder durch die z. B. operative Beseitigung des zugrunde liegenden Hindernisses angegangen werden. Auch → Ischämie.


Durchbruch

Durchbruch, → Perforation.


Durchfall

Durchfall, → Diarrhö.


Durchgangsarzt / Durchgangsärztin

Durchgangsarzt / Durchgangsärztin, ein orthopädisch oder chirurgisch ausgebildeter Arzt, der gesetzlich zur Behandlung Unfallverletzter ermächtigt ist, d. h. die Behandlungskosten werden von der Unfallversicherung übernommen.


Durchleuchtung

Durchleuchtung, die Inspektion von Organen und Knochen, die mittels Röntgenstrahlen auf einem Leuchtschirm sichtbar gemacht werden. Früher war die Durchleuchtung weit verbreitet, vor allem zur serienmäßigen Suche nach Tuberkulosekranken. Heute wird die Durchleuchtung wegen der hohen Strahlenbelastung für den Patienten kaum mehr angewendet.


Durchschlafmittel

Durchschlafmittel, ein Schlafmittel, das Schlafunterbrechungen unterbindet. Auch → Einschlafmittel, → Hypnotikum.


Durst

Durst, das Bedürfnis nach Flüssigkeitsaufnahme, Mechanismus des Körpers zur Regulierung des Flüssigkeitshaushalts. Durst tritt bei allen Formen von Flüssigkeitsverlusten des Körpers vermehrt auf, z. B. bei Schwitzen, Fieber, Durchfall, aber auch beim Diabetes Typ 1 (Jugenddiabetes). Auch → Exsikkose.


Durstfieber

Durstfieber, Fieber infolge von Wassermangel und Salzüberschuss im Körper, hervorgerufen entweder durch vermehrten Verlust, ungenügende Aufnahme von Flüssigkeit oder beides. Durstfieber kommt vorwiegend im Kleinkindalter vor. Auch → Dehydratation, → Exsikkose.


durus

durus, hart.


Dynamis

Dynamis, Lebenskraft, homöopathische Bezeichnung für die Reaktionsfähigkeit des Körpers, die für den Ablauf der Lebensvorgänge verantwortlich ist.


Dynamisierung

Dynamisierung, → Potenzierung.


dys...

dys..., Vorsilbe bei Begriffen, die sich auf eine Fehlfunktion oder ein Missverhältnis beziehen, z. B. Dysfunktion.


Dysakusis

Dysakusis, Hörstörung; dabei kann es sich sowohl um eine Schwerhörigkeit als auch um eine Geräuschüberempfindlichkeit handeln.


Dysarthrie

Dysarthrie, Sprachstörung, Artikulationsstörung, zu langsames oder zu schnelles Sprechen. Eine Dysarthrie kann durch eine Lähmung der Sprechmuskulatur, einen Schlaganfall, einen Gehirntumor oder Medikamente und Alkohol entstehen.


Dysästhesie

Dysästhesie, Missempfindung, eine sensible Empfindungsstörung, bei der bereits leichte Reize als unangenehm empfunden werden, z. B. Berührung als Schmerz. Dysästhesien können bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen auftreten, z. B. bei multipler Sklerose.


Dysbiose

Dysbiose, Begriff aus der Naturheilkunde, Bezeichnung für eine Störung der natürlichen Darmflora durch Bakterien oder andere Krankheitserreger. Eine Dysbiose wirkt sich negativ auf das Immunsystem des Menschen aus. Eine Verbesserung der Dysbiose erfolgt durch → Symbioselenkung.


Dysdiadochokinese

Dysdiadochokinese, Bewegungsstörung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass der Betroffene schnell aufeinander folgende Bewegungen - z. B. rasches Drehen der Hand im Handgelenk - nicht mehr oder nur sehr verlangsamt und unregelmäßig ausführen kann. Eine Dysdiadochokinese gehört zu den Koordinationsstörungen und ist typisch für Erkrankungen des Kleinhirns. Auch → Diadochokinese.


Dysenterie

Dysenterie, Ruhr, schwere, infektiös bedingte Durchfallerkrankung, z. B. durch Amöben (Amöbenruhr, → Amöbiasis) oder durch Shigellen-Arten → Bakterienruhr). Amöben bzw. Shigellen befallen den Dickdarm und führen zu schweren Durchfällen mit hohem Flüssigkeitsverlust und Fieber.


Dysfunktion

Dysfunktion, Funktionsstörung eines Organs. Eine Unterfunktion wird oft als → Insuffizienz bezeichnet.


Dysfunktion, erektile

Dysfunktion, erektile, → Potenzstörung.


Dysgenesie

Dysgenesie, die erblich bedingte Fehlbildung eines Organs oder Organteils, z. B. eine Hufeisenniere.


Dysgnathie

Dysgnathie, Bezeichnung für Kieferfehlbildungen, z. B. Gebissanomalien.


Dyshidrosis

Dyshidrosis, eine gestörte Schweißsekretion, zu starkes oder zu schwaches Schwitzen. Häufig geht die Dyshidrosis mit bläschenförmigen Hautveränderungen oder Ekzemen einher. Die Ursache einer Dyshidrosis bleibt häufig unklar, Auslöser können z. B. Allergien oder Medikamente sein.


Dyskinesie

Dyskinesie, Bewegungsstörung, eine Dyskinesie kann an Hohlorganen wie dem Herzen, z. B. durch eine Herzinfarktnarbe, oder an den Extremitäten auftreten. Die Dyskinesie der Arme und Beine beruht meist auf neurologischen Erkrankungen, z. B. Parkinson-Krankheit, oder auf der Einnahme von bestimmten Medikamenten, z. B. Neuroleptika.


Dyskrasie

Dyskrasie, ein Begriff aus der Viersäftelehre und der Homöopathie, der eine schlechte, fehlerhafte Zusammensetzung der Körpersäfte beschreibt. Auch → Eukrasie.


Dyslalie

Dyslalie, Dyslalie, eine Sprachstörung, bei der beim Sprechen einzelne oder mehrere Laute ausgelassen oder z. B. durch andere ersetzt werden. Ab dem vierten Lebensjahr wird Dyslalie als krankhaft gewertet. Es gibt verschiedene Ursachen für eine Dyslalie: 1. Dyslalie aufgrund von Fehlbildungen im Bereich des Mundes. 2. Dyslalie aufgrund von Hörproblemen bei Gehörlosen oder Schwerhörigen. 3. Dyslalie durch krankhafte Veränderungen im Bereich des Gehirns. 4. Dyslalie im Rahmen einer verzögerten Sprachentwicklung, z. B. durch psychische Störungen usw.


Dyslexie

Dyslexie, eine im Vergleich zur übrigen Schulleistung auffallende Leseschwäche bei normaler Intelligenz. Auch → Legasthenie.


Dyslipoproteinämie

Dyslipoproteinämie, →  Hyperlipoproteinämie.


Dysmelie

Dysmelie, die Missbildung eines Arms oder Beins mit starker Verkürzung oder völligem Fehlen. Eine Dysmelie. entsteht als Teil einer genetischen Erkrankung oder durch schädliche (teratogene) Einflüsse während der Embryonalphase. Auch → Amelie, → Phokomelie, → Thalidomid-Embryopathie.


Dysmenorrhö

Dysmenorrhö, eine schmerzhafte Menstruationsblutung. Eine Dysmenorrhö kann vorkommen, wenn eine organische Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane wie z. B. Endometriose oder Uterusmyome vorliegt. Viele Frauen leiden aber unter einer sog. funktionellen Dysmenorrhö, bei der die Menstruation mit Schmerzen einhergeht, obwohl keine Erkrankung der Geschlechtsorgane festgestellt werden kann. Auch → prämenstruelles Syndrom (PMS).


Dysmorphie

Dysmorphie, ein Sammelbegriff für körperliche Fehlbildungen aller Art, z. B. eine Dysmorphie der Gesichtszüge bei bestimmten angeborenen Missbildungen des Kiefers.


Dysostose

Dysostose, meist auf einzelne Skelettabschnitte begrenzte Störung der Knochenbildung oder des Knochenwachstums.


Dyspareunie

Dyspareunie, eine Sammelbezeichnung für Missempfindungen der Frau beim Geschlechtsverkehr. Meist bezieht sich der Ausdruck auf Schmerzen beim Koitus. Eine Dyspareunie kann z. B. durch Unterleibsnarben (Dammriss) oder durch psychische Probleme hervorgerufen werden.


Dyspepsie

Dyspepsie, Sammelbezeichnung für Verdauungsstörungen, meist des Kleinkindes.


Dyspepsie

Dyspepsie, Sammelbezeichnung für verschiedene, meist durch eine gestörte Motorik des Darms bedingte Magen-Darm-Beschwerden wie Schmerzen, Völlegefühl, Blähungen (Meteorismus) oder Durchfall. Eine Dyspepsie kann infektiöse, organische und funktionelle Ursachen haben. Entsprechend vielfältig sind die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.


Dysphagie

Dysphagie, Schluckstörung, eine Dysphagie kann neurologisch, durch einen Fremdkörper, eine Fehlbildung der Speiseröhre oder durch einen Tumor bedingt sein. Die Symptome sind je nach Ursache unterschiedlich: Schmerzen oder Druckgefühl beim Schluckakt, häufiges "Verschlucken" (Eindringen von Nahrungsbestandteilen in die Luftröhre) oder Würgereiz.


Dysphonie

Dysphonie, eine Störung der Stimme infolge veränderter Stimmbildung. Eine Dysphonie macht sich als heisere, belegte oder raue Stimme bemerkbar und beruht auf einer Erkrankung des Kehlkopfs, z. B. einer Entzündung (Laryngitis), einer Stimmbandlähmung oder einem Kehlkopfkarzinom (Larynxtumor).


Dysplasie

Dysplasie, eine Fehlbildung oder die Fehlentwicklung eines Organs oder Körperteils, z. B. eine Dysplasie des Hüftgelenkes.


dysplastisch

dysplastisch, fehlgebildet, fehlentwickelt.


Dyspnoe

Dyspnoe, Atemnot, Kurzatmigkeit, erschwerte Atmung bzw. Lufthunger. Ein messbarer Sauerstoffmangel entsteht z. B. durch eine Lungenstauung, ein Lungenödem, eine Lungenentzündung (Pneumonie) usw.; eine subjektive Dyspnoe ohne objektivierbaren Sauerstoffmangel oder zu hohe Kohlendioxidkonzentration im Blut ist in der Regel psychisch bedingt (Aufregung, Anspannung). Andererseits kann ein bestehender Sauerstoffmangel ohne subjektiv empfundene Dyspnoe einhergehen, vor allem bei chronischen Lungenerkrankungen.


dyspnoisch

dyspnoisch, nach Luft ringend, mühsam atmend, durch → Dyspnoe bedingt.


Dysproteinämie

Dysproteinämie, → Paraproteinämie.


Dysregulation

Dysregulation, Fehlregulation.


Dystonie

Dystonie, unzureichender Spannungszustand von Muskeln, Gefäßen, vegetativen Nerven oder Psyche (vegetative Dystonie, → psychovegetatives Syndrom). Auch → Eutonie.


Dystrophie

Dystrophie, Mangelversorgung einzelner Organe oder des ganzen Körpers.


Dystrophie

Dystrophie, durch Mangel bedingte Unter- oder Rückentwicklung des ganzen Körpers oder einzelner Organe, z.B. die körperliche Minderentwicklung eines unterernährten Säuglings.


Dystrophie

Dystrophie, genetisch bedingte Muskelerkrankungen (Muskelschwund). Auch → Duchenne-Syndrom.


Dysurie

Dysurie, erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen, z. B. bei einem Harnwegsinfekt oder einer Prostatavergrößerung.


D-Zelle

D-Zelle, ein Zelltyp, der im Hypophysenvorderlappen und in der Bauchspeicheldrüse vorkommt. Die D-Zellen produzieren das Hormon → Somatostatin.


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