A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

C

C, chemisches Symbol für Kohlenstoff.


C

C, ein wichtiges Antigen bei der Blutgruppenbestimmung im → Rhesus-System.


Ca

Ca, chemisches Symbol für Kalzium.


Ca

Ca, Abk. für Carcinoma (Karzinom).


Ca-Blocker

Ca-Blocker, → Kalziumantagonist.


CAD

CAD, medizinische Abk. für Coronary Artery Disease, koronare → Herzkrankheit.


Cadmium

Cadmium, chemisches Element, für den Menschen giftiges Metall, das entweder als Schwermetallpartikel oder als Cadmiumoxiddampf in den Körper gelangen kann. Eine Vergiftung führt akut zu Übelkeit, Bauchschmerzen, Krämpfen, Kollaps und Lungenschäden; bei chronischen Vergiftungen kommt es zu Veränderungen vor allem an Zähnen und Knochen (Osteoporose).


Cadmiumvergiftung

Cadmiumvergiftung, eine Vergiftung durch die Inhalation von Cadmium-haltigen Dämpfen. Cadmium hemmt bestimmte Enzyme im Körper. Eine akute Vergiftung führt zu vermehrtem Speichelfluss, Übelkeit, Bauchschmerzen, Krämpfen, Kollaps und Lungenschäden. Auf Dauer kommt es zu Veränderungen an Zähnen und Knochen.


Caecum

Caecum, Zäkum, Blinddarm, das zwischen Dünndarm und Dickdarm gelegene, etwa sieben Zentimeter lange, blind (an der Bauhin’schen Klappe) endende Darmstück, von dem der Wurmfortsatz (→ Appendix vermiformis) abgeht.


Caesium

Caesium, chemisches Element, ein einwertiges Metall. Caesium wird in der Radiotherapie angewendet.


Café-au-lait-Fleck

Café-au-lait-Fleck, hellbrauner Hautfleck, dessen Farbe der von Milchkaffee ähnelt. Diese Hautveränderungen unterschiedlicher Größe sind typisch für die sog. Neurofibromatosis generalisata, die Recklinghausen-Krankheit (→ Neurofibromatose).


Caissonkrankheit

Caissonkrankheit, Taucherkrankheit, Druckfallkrankheit,
Caissonkrankheit
Durch einen erhöhten Außendruck wird vermehrt Stickstoff (N2) in Blut und Gewebe gelöst (Abb. 1). Bei einem zu raschen Druckabfall bildet das Gas Bläschen (Abb. 2), und führt zu den typischen Zeichen der Caissonkrankheit.
Erkrankung, die dadurch entsteht, dass der Körper einem zu schnellen Druckabfall nach Überdruck (Dekompression) ausgesetzt ist, z. B. bei raschem Auftauchen aus der Tiefe oder nach dem Aufenthalt in großen Höhen. Durch den fallenden Druck wird Stickstoff als Gas aus Blut und Gewebe frei, in denen er zuvor gelöst war. Diese Bläschen können Blutgefäße verstopfen (→ Luftembolie) und das Gewebe schädigen. Die Betroffenen leiden u. a. an Knochen- und Gelenkveränderungen mit Schmerzen, häufig auch an einem Riss des Trommelfells; bei Verletzung des Rückenmarks können Nervenstörungen auftreten. Als Behandlung müssen die Patienten möglichst schnell wieder einem höheren Druck ausgesetzt werden, etwa in einer Druckkammer.


cal

cal, Kurzzeichen für → Kalorie.


Calcaneus

Calcaneus, Knochen, der die Ferse bildet und sowohl mit dem Sprungbein (Talus) als auch mit einem Knochen des Mittelfußes Gelenkverbindungen eingeht. Am hinteren Teil des Calcaneus setzt die Achillessehne an und zieht zum Wadenmuskel.


Calciferol

Calciferol, → Vitamin D.


Calcificatio

Calcificatio, Calcinosis, → Kalzifikation.


Calcinosis

Calcinosis, → Kalzifikation.


Calcinosis cutis

Calcinosis cutis, die Ablagerung von Kalk in der Haut. Eine Calcinosis cutis kommt z. B. beim Hyperparathyreoidismus vor. Aber auch ohne Störung des Kalziumstoffwechsels kann sich Kalk in Geweben ablagern, z. B. in Tumoren. Die Ursache für eine solche Verkalkung von Gewebe ist unbekannt.


Calcitonin

Calcitonin, Kalzitonin, Hormon, das besonders in der Schilddrüse gebildet wird. Es regelt gemeinsam mit dem → Parathormon den Kalziumstoffwechsel. Je höher die Konzentration von Kalzium im Blutplasma steigt, desto mehr Calcitonin schüttet die Schilddrüse aus, um die Kalziumkonzentration im Blut zu senken. Beim Kind verhindert Calcitonin den Kalziumabbau in den Knochen, beim Erwachsenen fördert es die Kalziumeinlagerung in die Knochen sowie die Ausscheidung von Kalzium, Phosphat und Natrium über Nieren und Darm. Bei Tumorleiden spielt Calcitonin eine Rolle als sog. → Tumormarker für das C-Zellkarzinom der Schilddrüse.


Calcitriol

Calcitriol, eine besonders aktive Form von Vitamin D (Vitamin D3). Calcitriol wird in der Niere produziert. Bei Störungen des Kalziumstoffwechsels wird Calcitriol auch therapeutisch eingesetzt.


Calcium

Calcium, → Kalzium.


Calciumantagonist

Calciumantagonist, → Kalziumantagonist.


Calculus

Calculus, ein kleines → Konkrement oder Kalksteinchen.


Caldwell-Luc-Operation

Caldwell-Luc-Operation, Operation zur Therapie einer chronischen Sinusitis der Kieferhöhle. Dabei wird die Kieferhöhle eröffnet und die entzündete Schleimhaut entfernt. Durch eine künstliche Verbindung zwischen Kieferhöhle und unterem Nasengang kann neu gebildetes Sekret direkt in die Nase abfließen.


Calendula officinalis

Calendula officinalis, → Ringelblume.


California-Enzephalitis

California-Enzephalitis, eine Enzephalitis, die durch Bunyaviren ausgelöst wird. Der Verlauf der Krankheit ist meistens leicht.


Callositas

Callositas, eine Hautschwiele, die z. B. durch eine Überbeanspruchung entsteht.


callosus

callosus, verdickt, schwielig.


Calluna vulgaris

Calluna vulgaris, → Heidekraut.


Callus

Callus, → Kallus.


Calor

Calor, Hitze, Überwärmung. Calor gehört zu den typischen Symptomen einer Entzündung.


Camazepam

Camazepam, ein Wirkstoff aus der Gruppe der → Benzodiazepine.


Camera anterior

Camera anterior, vordere Augenkammer, Vorderkammer, die vordere Kammer des Auges, also der Raum zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut (Iris) bzw. Linse. Den sog. Kammerwinkel bilden Hornhaut und Iris; hier wird die Flüssigkeit in den Augenkammern (→ Kammerwasser) ins Gewebe aufgenommen. Ist dieser Abfluss gestört, steigt der Druck in den Augenkammern (Augeninnendruck). Daraus resultiert der sog. grüne Star (→ Glaukom).


Camera posterior

Camera posterior, hintere Augenkammer, die hintere Kammer des Auges, also der Raum zwischen Iris und Glaskörper. Die Camera posterior ist ein Spalt rechts und links der Linse mit → Kammerwasser gefüllt.


cAMP

cAMP, Abk. für → cyclisches Adenosinmonophosphat.


Camphora

Camphora, → Kampfer.


Campylobacter

Campylobacter, Bakterium aus der Gruppe der sog. Stäbchenbakterien der Familie Spirillaceae, das vor allem bei Tieren vorkommt, aber auch den Menschen infizieren kann. Die Arten Campylobacter jejuni und Campylobacter coli sind häufige Erreger von Entzündungen des Dünn-, Dick- und Enddarms; Unterarten des relativ seltenen Campylobacter fetus verursachen ebenfalls Magen-Darm-Entzündungen, können aber auch schwerere Entzündungen der Hirnhäute, Gefäße, Gelenke, der Eileiter und Sepsis hervorrufen. Campylobacter-Infektionen werden im Allgemeinen symptomatisch, schwere Verläufe mit Tetrazyklinen und Aminoglykosid-Antibiotika behandelt.


Campylobacter pylori

Campylobacter pylori, → Helicobacter pylori.


Canaliculus

Canaliculus, anatomische Bezeichnung für einen kleinen Kanal.


Canalis

Canalis, Kanal, knöchern oder durch anderes Gewebe begrenzter, tunnelartiger Raum, durch den Gefäße, Nerven oder Sehnen u. a. ziehen. Der Canalis inguinalis, Leistenkanal, enthält beim Mann den Samenstrang (→ Funiculus spermaticus), bei der Frau das sog. Mutterband; im Canalis opticus in einem vorderen Schädelknochen (Keilbein, → Sphenoid) verlaufen der Sehnerv (Nervus opticus) und die das Auge versorgende Arterie.


Canavan-Krankheit

Canavan-Krankheit, eine sehr seltene Erbkrankheit, bei der sich das Gehirn degenerativ verändert. Man unterscheidet verschiedene Formen je nach Erkrankungsalter der Patienten. Neugeborene mit der Canavan-Krankheit überleben meistens nur wenige Tage. Beginnt die Krankheit im Erwachsenenalter, verläuft sie viel gutartiger. Symptome der Canavan-Krankheit sind Blindheit und Bewegungsstörungen.


Cancer

Cancer, → Krebs, → Karzinom.


Candida

Candida, Kandida, Bezeichnung für Sprosspilze der sog. Fungi imperfecti (→ Pilz). Einige Arten von Candida sind für den Menschen pathogen und verursachen die Candidamykosen. Diese Arten werden den sog. Hefen zugeordnet, darunter Candida albicans, der sowohl die Haut als auch die Schleimhäute, z. B. in Mund, Rachen oder Speiseröhre, befallen kann.


Candidagranulom

Candidagranulom, ein Granulom, das im Rahmen einer → Candidamykose auf der Mundschleimhaut auftritt.


Candidamykose

Candidamykose, Candidose, Kandidamykose, Soormykose, Erkrankung, die durch den Pilz Candida, meist die Art Candida albicans, verursacht wird. Dieser Erreger befällt Haut und Nägel, die Schleimhäute im Mund und im Genital- und Analbereich. Typisch sind weißliche, stippchen- oder flächenförmige, abwischbare Beläge. Die befallenen Stellen jucken oder schmerzen. Eine schwere Candidamykose, die z. B. von der Mundhöhle auf die Speiseröhre übergreift, ist häufig ein Hinweis auf eine andere Grunderkrankung, etwa eine Zuckerkrankheit. Auch Patienten mit einer Abwehrschwäche, z. B. AIDS-Kranke oder Krebspatienten nach einer Chemotherapie, entwickeln häufig exzessive Candidamykosen.


Candidose

Candidose, → Candidamykose.


caninus

caninus, Wortteil mit der Bedeutung Hund. Der Dens caninus ist der Eck- oder Reißzahn.


Cannabis

Cannabis, Hanf, der Harz der weiblichen Pflanze enthält Cannabinoide, darunter Tetrahydrocannabiol, die wegen ihrer rauscherzeugenden Wirkung als Drogen verwendet werden. Die getrockneten Teile der Pflanze werden als Haschisch oder Marihuana geraucht und führen zu Unruhe, Erregung, Euphorie, Dämmerzuständen, veränderter Wahrnehmung oder erhöhter sexueller Erregbarkeit. Da Cannabinoide auch appetitanregend wirken, diskutieren Mediziner deren Verwendung für schwerkranke, untergewichtige Patienten, z. B. mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen oder AIDS. Cannabinoide senken darüber hinaus den Blutdruck und vermindern die Krampfbereitschaft des Gehirns.


Cannabis sativa

Cannabis sativa, indischer → Hanf.


Cantharidenpflaster

Cantharidenpflaster, Pflaster für die Haut, das mit Cantharidin, dem Wirkstoff der spanischen Fliege, getränkt ist. Cantharidenpflaster werden in der alternativen Medizin im Rahmen der sog. ausleitenden Therapie vor allem bei Entzündungen der großen Gelenke verwendet. Auf die Haut geklebt, regen sie zur Ausscheidung von Körpersekreten an, die möglicherweise schädliche Substanzen enthalten.


Capillaria

Capillaria, bestimmte Formen von Fadenwürmern. Capillaria philippinensis kann beim Menschen eine Erkrankung mit schwerem Durchfall auslösen. Übertragen wird der Wurm durch den Verzehr von rohen Fischen.


capillaris

capillaris, haarförmig, fein wie ein Haar.


Capillitium

Capillitium, behaarte Kopfhaut. Capillus ist das Haupt- oder Barthaar.


Capillus

Capillus, das Haupt- oder Barthaar.


Capitulum

Capitulum, ein "Köpfchen" eines Knochens, der an ein Gelenk angrenzt, z. B. das Radiusköpfchen.


Capsula

Capsula, → Kapsel.


Captopril

Captopril, Medikament aus der Gruppe der sog. Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer (→ ACE-Hemmer), Mittel gegen Bluthochdruck. Das → Angiotensin-Converting-Enzym katalysiert die Bildung von Angiotensin im Körper, einer Substanz, die Blutgefäße verengt. Wird dieses Enzym durch Captopril gehemmt, bleiben die Gefäße eher geweitet, der Blutdruck fällt bzw. steigt nicht an. Auch → Angiotensin I, → Angiotensin II.


Caput

Caput, Kopf, Haupt, der Begriff Caput wird einerseits in der Anatomie als Bezeichnung für die oft verdickten Enden von Knochen verwendet, z. B. Caput ossis femoris, Kopf des Oberschenkelknochens (auch → Hüftkopf). Unter Caput medusae versteht man die dem "Haupt einer Medusa" ähnelnde Erweiterung der Venen in der Bauchhaut (vor allem bei Leberzirrhose), unter Caput obstipum den Schiefhals (Torticollis) und unter Caput succedaneum eine Geschwulst am Kopf, die bei der Geburt entstehen kann (Geburtsgeschwulst).


Carbamazepin

Carbamazepin, Medikament, das zur Vorbeugung von Krampfanfällen eingesetzt wird (→ Antiepileptikum). Carbamazepin erhöht die sog. Reizschwelle des Gehirns, das heißt die Erregungsschwelle, bei deren Überschreitung es zu einem Krampfanfall kommt. Anders als andere Antiepileptika wird Carbamazepin auch zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt, z. B. bei der → Trigeminusneuralgie.


Carbamid

Carbamid, → Harnstoff.


Carbamylphosphat

Carbamylphosphat, eine Substanz, die in der Leber und in der Niere beim Abbau von → Ammoniak entsteht.


Carbamylphosphatsynthetase-Mangel

Carbamylphosphatsynthetase-Mangel, eine erbliche Stoffwechselstörung, bei der das Enzym Carbamylphophatsynthetase fehlt und bei der deshalb Ammoniak im Organismus kaum abgebaut werden kann.


Carbapenem

Carbapenem, ein Antibiotikum aus der Gruppe der Carbapeneme, eine bestimmte Art von → Betalaktam-Antibiotikum mit einem sehr breiten Wirkungsspektrum.


Carbo

Carbo, Kohle.


Carboanhydrase

Carboanhydrase, ein Enzym, das für den Säure-Basen-Haushalt eine entscheidende Rolle spielt. In der Niere kann durch die Wirkung der Carboanhydrase Bikarbonat zurückresorbiert werden. Durch die Hemmung der Carboanhydrase (→ Carboanhydrasehemmer) kommt es zu einer verstärkten Diurese, aber mit der Zeit auch zu einer Azidose. Carboanhydrase kommt auch in den Erythrozyten und in der Magenschleimhaut vor.


Carboanhydrasehemmer

Carboanhydrasehemmer, Carboanhydraseinhibitoren, Medikamente, die das Enzym Carboanhydrase blockieren, z. B. Acetazolamid, und dadurch entwässernd wirken. Die Carboanhydrase kommt u. a. in Erythrozyten, im Auge und in den Nierenkanälchen vor, durch ihre Wirkung entstehen vermehrt freie Wasserstoffionen (Protonen). In den Nierenkanälchen wird durch Carboanhydrasehemmer infolge verschiedener Mechanismen mehr Wasser und Elektrolyte mit dem Harn ausgeschieden. Die nach wenigen Tagen einsetzende Übersäuerung (Azidose) hebt die diuretische Wirkung jedoch wieder auf. Daher verwenden Ärzte Carboanhydrasehemmer nicht zur Diurese, wohl jedoch als Mittel gegen die Erhöhung des Augeninnendrucks (→ Glaukom), da Carboanhydrasehemmer die Kammerwasserproduktion hemmen.


Carboanhydraseinhibitor

Carboanhydraseinhibitor, → Carboanhydrasehemmer.


Carbo medicinalis

Carbo medicinalis, Aktivkohle, gereinigtes Kohlepulver, das im Darm verschiedene Substanzen bindet (Adsorbens). Aktivkohle wird z. B. bei Vergiftungen oder bei Überdosierung von Medikamenten eingesetzt, weil es die geschluckten Mittel bindet. Dadurch gelangt weniger Gift in die Blutbahn. Carbo medicinalis wirkt außerdem bei verschiedenen Magen-Darm-Erkrankungen sowie bei Blähungen.


Carbonat

Carbonat, chemische Verbindung, die das Salz der Kohlensäure enthält, z. B. Natriumkarbonat oder Natriumbikarbonat.


Carboxylase

Carboxylase, ein Enzym, das bei der Verstoffwechselung von Kohlendioxid im Organismus eine entscheidende Rolle spielt.


Carbuterol

Carbuterol, ein Beta-2-Sympathomimetikum, das zur Behandlung von Asthma eingesetzt wird (Erweiterung der Bronchien). Als Nebenwirkungen können ein Ansteigen des Blutdrucks, Übelkeit und ein rascher Herzschlag auftreten.


carcino...

carcino..., onko..., karzino... eine Krebserkrankung betreffend.


carcinoembryonales Antigen

carcinoembryonales Antigen, Abk. CEA, Protein, das normalerweise nur von Zellen eines Embryos gebildet wird. Ein Anstieg der CEA-Konzentration im Blut beim Erwachsenen über einen bestimmten Wert hinaus ist als Hinweis auf das Wachstum bösartiger Zellen zu werten; vor allem bei einem Karzinom des Dickdarms, des Enddarms oder der Brust dient das CEA als → Tumormarker. CEA gehört zur Gruppe der sog. onkofetalen → Tumorantigene.


Carcinoma

Carcinoma, → Karzinom.


Carcinoma in situ

Carcinoma in situ, in einem sehr frühen Stadium befindliches Karzinom, das nur im oberflächlichen Gewebe wächst, also die Grenze (Basalmembran; → Zellmembran) zum darunter liegenden Bindegewebe noch nicht durchbrochen hat. Ist die Basalmembran überschritten, spricht man von einem invasiven Karzinom. Nur selten entdecken Ärzte ein Karzinom in einem so frühen Stadium. Das Carcinoma in situ hat eine sehr günstige Prognose.


Cardia

Cardia, → Kardia.


Cardia

Cardia, veraltete Bezeichnung für das → Herz, das heute als Cor bezeichnet wird. Im medizinischen Sprachgebrauch erinnert nur noch der Begriff "kardial", zum Herzen gehörend, an die frühere Bezeichnung.


cardiacus

cardiacus, zum Herzen oder Mageneingang gehörend.


cardial

cardial, cardial, zum Herzen gehörend, das Herz betreffend.


cardio...

cardio..., kardio...kardia...,das Herz oder den Mageneingang (Cardia) betreffend.


Cardiospermum

Cardiospermum, Ballonpflanze, Herzpflanze, Kletterpflanze, deren getrocknete Blätter und Samen als schmerzstillende und entzündungshemmende Mittel vor allem in der alternativen Medizin eingesetzt werden. In der Homöopathie wird das blühende Kraut u. a. bei allergischen und entzündlichen Hauterkrankungen oder bei erkrankten Gelenken verwendet; sonst auch als Mittel gegen rheumatische Beschwerden.


Cardiotokografie

Cardiotokografie, → Kardiotokografie.


carn...

carn..., Wortteil mit der Bedeutung Fleisch, z. B. Carnivoren, die Fleischfresser.


carneus

carneus, fleischig, fleischförmig.


Carnitin

Carnitin, eine vitaminähnliche Substanz, die in hohen Konzentrationen im Nebenhoden vorkommt.


Carnitinmangelkrankheit

Carnitinmangelkrankheit, eine erbliche Stoffwechselkrankheit, bei der es durch einen Mangel an Carnitin zu Muskelschwäche, evtl. auch zu Leberstoffwechselstörungen kommen kann.


Caro luxurians

Caro luxurians, wildes Fleisch, lockeres Gewebe mit zahlreichen Zellen und Gefäßen (Granulationsgewebe), das sich nach einer Verletzung rasch im Wundgebiet zum Schutz gegen äußere Einflüsse bildet. Im Verlauf der Wundheilung bildet sich festeres Bindegewebe (Narbengewebe) aus.


Carotin

Carotin, Provitamin A, pflanzlicher Farbstoff, der zu den sog. Carotinoiden gehört.


Carotinoid

Carotinoid, leuchtend rot oder gelb gefärbter pflanzlicher Farbstoff, der z. B. in Karotten oder Tomaten vorkommt. Man unterteilt die Carotinoide in die Carotine, zu denen das Alpha-, Beta- und Gamma-Carotin gehören, und die Xanthophylle. Carotine sind als Vorläufer (Provitamin) des → Vitamin A für den Menschen wichtig. Nur Pflanzen bilden Carotinoide und speichern sie vor allem in den Blättern. Tiere können Carotinoide umbauen und als Pigmente z. B. in Federn einlagern; manche Carotinoide werden als Farbstoffe für Lebensmittel verwendet.


Carotis

Carotis, Karotis, Kurzform für Arteria carotis, die Halsschlagader. Sie verläuft als Arteria communis vom Herzen aus rechts und links durch den Hals in Richtung Kopf und teilt sich an der sog. Karotisgabel in zwei Hauptäste, die Arteria carotis interna und die Arteria carotis externa.


Carpalia

Carpalia, → Handwurzelknochen.


Carpus

Carpus, → Handwurzel.


Carrier

Carrier, Träger. 1. Überträger einer infektiösen Erkrankung, z. B. ein Insekt; 2. Bestandteil eines Antigens: Carrier und das sog. Hapten (eine primär als → Antigen nicht wirksame Verbindung) bilden zusammen ein Antigen; 3. Substanz, die - in einem theoretischen Modell - an eine andere (z. B. ein Ion) bindet und diese an anderer Stelle, z. B. innerhalb einer Zelle, wieder frei lässt.


Cartilago

Cartilago, → Knorpel.


Carum carvi

Carum carvi, → Kümmel.


Caruncula

Caruncula, ein kleiner Gewebeknoten aus lockerem Bindegewebe, z. B. die Caruncula unter der Zunge.


caryo...

caryo..., → karyo...


Casein

Casein, aus Eiweiß und Phosphor aufgebaute, für die Ernährung wertvolle Substanz. Die Eiweißstoffe der Milch bestehen hauptsächlich aus Casein, besonders viel Casein ist in Quark und Käse enthalten.


Castellani-Lösung

Castellani-Lösung, eine Lösung, die zur Lokaltherapie von Ekzemen und bakteriellen Hauterkrankungen verwendet wird. Eine Castellani-Lösung enthält Fuchsin, Resorcin und andere Substanzen in einer alkoholischen Lösung.


Casus

Casus, ein Fall, Krankheitsfall.


Cataracta

Cataracta, Katarakt, grauer Star, die Trübung der Linse. Ursachen sind u. a. angeborene Krankheiten (→ Cataracta congenita), Linsenveränderungen im Alter (→ Cataracta senilis), Verletzungen des Auges (→ Cataracta traumatica), ein Glaukom, Zuckerkrankheit, eine Bestrahlung, ein Elektrounfall mit Starkstrom, eine längere Therapie mit Cortison oder verschiedene Vergiftungen. Die Trübung kann die gesamte Linse oder nur bestimmte Bereiche betreffen; ist das Sehvermögen stark beeinträchtigt, kann die Linse operativ durch eine Kunststofflinse ersetzt werden. Auch → Staroperation.


Cataracta congenita

Cataracta congenita, angeborener Katarakt, angeborener grauer Star, angeborene Trübung der Augenlinse, evtl. mit langsamer Erblindung. Ursachen sind u. a. verschiedene Virusinfekte während der ersten drei Schwangerschaftsmonate oder Störungen im Erbgut des Embryos. Sind bei Neugeborenen beide Augen stark betroffen, sollte möglichst früh eine Linsenoperation durchgeführt werden.


Cataracta senilis

Cataracta senilis, grauer Star im Alter, die Trübung der Linse im Alter. Eine Cataracta senilis kann zur Erblindung führen. Ursachen sind u. a. Störungen der Enzyme des Linsenstoffwechsels, Mangelernährung und ultraviolettes Licht. Die Cataracta senilis entwickelt sich über verschiedene Stadien; beginnender, fortgeschrittener, reifer und sehr reifer Star mit braunem Linsenkern. Das Endstadium ist durch eine Quellung der Linse gekennzeichnet. Je nach Lokalisation der Trübung unterscheidet man zusätzlich Rinden- und Kernkatarakt. Bei der Kataraktoperation wird die geschädigte Linse entfernt und durch eine Kunststofflinse ersetzt.


Cataracta traumatica

Cataracta traumatica, durch eine Verletzung bedingte Linsentrübung. Nach einer Prellung des Auges z. B. kann sich eine typisch geformte, rosettenförmige Trübung der Linse entwickeln, die sich später in den unteren Teil der Linse verschiebt. Auch das Eindringen von Metallsplittern ins Auge oder in die Linsenkapsel führt häufig zu einer Kataraktbildung.


Catecholamin

Catecholamin, Katecholamin, zusammenfassender Begriff für die natürlich im Körper vorkommenden Amine wie Noradrenalin, Adrenalin und Dopamin sowie künstlich hergestellte Amine (z. B. Isoprenalin). Die Catecholamine im Körper spielen vor allem als Botenstoffe im Nervensystem eine Rolle; Noradrenalin und Adrenalin wirken dabei über den sog. Sympathikus, einen Teil des → autonomen Nervensystems, und führen u. a. zu einem beschleunigten Pulsschlag und erhöhtem Blutdruck ("Stressreaktion"). Auch → Phäochromozytom.


Catgut

Catgut, ursprünglich aus Katzendarm, heute aus dem Darm eines Hammels hergestelltes Nahtmaterial für den chirurgischen Verschluss von Wunden, das vom Körper resorbiert wird.


Cauda equina

Cauda equina, "Pferdeschweif", anatomische Bezeichnung für die Nervenfasern des unteren Teils des Rückenmarks (kaudale Spinalnerven), die sich im Wirbelkanal in Strängen auffächern. Die Cauda equina beginnt etwa auf der Höhe des zweiten Lendenwirbels; das sog. Caudasyndrom bezeichnet Beschwerden, die durch eine Schädigung der Nerven der Cauda equina entstehen, dazu gehören vor allem Lähmungen, Schmerzen und Gefühlsstörungen der Beine sowie Blasen- und Mastdarmstörungen.


caudal

caudal, kaudal, unten bzw. hinten gelegen (z. B. beim Verdauungstrakt oder der Wirbelsäule), im Gegensatz zu → cranial.


Caudasyndrom

Caudasyndrom, Kaudasyndrom, die neurologischen Folgen einer Kompression der → Cauda equina im Wirbelkanal durch einen großen lumbalen Bandscheibenvorfall, Wirbelkörperbruch oder einen Tumor. Es kommt zu einer Schwäche oder Lähmung beider Beine sowie zu einer Reithosenanästhesie und Blasen- und Darmentleerungsstörungen. Um bleibende Nervenschäden zu verhindern, muss der Wirbelkanal operativ entlastet werden.


Causa

Causa, Grund, Ursache; Auslöser einer Krankheit.


Cava

Cava, Hohlvene, Kurzbezeichnung für Vena cava, Vene, die in den rechten Vorhof des Herzens einmündet. Man unterscheidet eine obere (Vena cava superior) und eine untere (Vena cava inferior) Hohlvene. Die obere ist relativ kurz. Sie transportiert das venöse Blut der oberen Körperhälfte zum Herzen und mündet von oben in den rechten Vorhof. Die untere Hohlvene ist die große Sammelvene für das venöse Blut der unteren Körperhälfte. Sie mündet von unten in den rechten Vorhof.


cave

cave, hüte dich vor, Achtung! Beachte! Vorsicht!


Caverna

Caverna, Höhle, Hohlraum, Hohlgeschwür, z. B. bei Lungentuberkulose


cavernosus

cavernosus, mit Hohlräumen versehen, z. B. die Corpora cavernosae, die Schwellkörper des Penis beim Mann und der Klitoris bei der Frau.


Cavitas

Cavitas, eine natürliche Körperhöhle, z. B. die Cavitas nasi (Nasenhöhle). Die Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) und die Brusthöhle (Cavitas thoracalis) sind sog. primäre Körperhöhlen und werden von den Verdauungsorganen bzw. den Lungenflügeln weitgehend ausgefüllt.


Cavum

Cavum, Höhle, Hohlraum, anatomischer Begriff z. B. für Cavum medullare (Markhöhle der Röhrenknochen) oder Cavum oris, die Mundhöhle.


CCD-Winkel

CCD-Winkel, der Winkel zwischen dem langen Anteil des Femurs und dem Schenkelhals. Dieser Winkel wird mit dem Alter immer kleiner: Beim Neugeborenen beträgt er 140-150 Grad, beim Schulkind 130-140 Grad, beim Erwachsenen durchschnittlich noch 125 Grad.


CCT

CCT, Abk. für craniale Computertomographie, eine → Computertomographie des Schädels.


CD4/CD8-Quotient

CD4/CD8-Quotient, das Verhältnis der CD4-Zellen im Blut (Helferzellen) zu den CD8-Zellen (Suppressorzellen). Normalerweise beträgt der Quotient zwischen 2 und 1.


CDC-Klassifikation

CDC-Klassifikation, Einteilung aller Krankheiten durch das Center for Disease Control (zentrale amerikanische Stelle zur Erfassung von Krankheiten).


CDE-System

CDE-System, das System zur Einteilung der Rhesusfaktoren. Auch → Rhesus-System.


CD-Nomenklatur

CD-Nomenklatur, die Bezeichnung von Antigenen auf den Oberflächen von Leukozyten. Das Antigen CD 3 beispielsweise ist auf T-Zellen zu finden, das Antigen CD 4 auf Helferzellen, CD 8 auf Suppressorzellen, CD 10 auf Stammzellen, CD 19-22 auf B-Zellen usw. Die CD-Antigene dienen als Marker für unterschiedliche Erkrankungen.


CEA

CEA, Abkürzung für → carcinoembryonales Antigen.


Cefaclor

Cefaclor, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cephalosporine der ersten Generation.


Cefadroxil

Cefadroxil, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cephalosporine der zweiten Generation.


Cefamandol

Cefamandol, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cephalosporine der zweiten Generation.


Cefazolin

Cefazolin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cephalosporine der ersten Generation.


Cefotaxim

Cefotaxim, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cephalosporine der dritten Generation.


Cefoxitin

Cefoxitin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cephalosporine der zweiten Generation.


Ceftazidim

Ceftazidim, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cephalosporine der drittten Generation. Ceftazidim wirkt besonders gut gegenüber dem Keim Pseudomonas aeruginosa.


Ceftriaxon

Ceftriaxon, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cephalosporine der dritten Generation.


celer

celer, schnell, rasch. Der Begriff wird hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Puls angewendet: Pulsus celer ist ein schneller Puls.


Cellula

Cellula, eine kleine Zelle, z. B. die Cellulae ethmoidales im Siebbein (Nasennebenhöhlen).


Cellulitis

Cellulitis, Zellulite, Zellulitis, Orangenhaut, Peau d'Orange, harmlose Veränderung des Bindegewebes, die vor allem Frauen betrifft. Cellulitis ist meist auf bestimmte Körperstellen wie Gesäß oder Oberschenkel begrenzt und geht mit einer Vermehrung des Fettgewebes, evtl. mit geringer Stauung des Lymphabflusses und Wassereinlagerung einher. Charakteristisch sind kleine Hauteinziehungen (Orangenhaut) sowie streifige Veränderungen der Haut. Eine Heilung der Cellulitis ist nicht möglich, durch Massage, Sport und Gewichtsreduktion lässt sich ein Fortschreiten der Cellulitis unter Umständen verlangsamen. Eine besonders stark ausgeprägte Cellulitis an der Brust kann Hinweis auf einen Stau von Lymphflüssigkeit sein, evtl. durch ein Mammakarzinom.


Cellulose

Cellulose, → Zellulose.


Celsius

Celsius, eine Einheit zur Messung der Temperatur. Bei null Grad Celsius beginnt Wasser zu gefrieren, bei 100 Grad Celsius beginnt Wasser zu kochen (auf Meereshöhe). Die normale Körpertemperatur des Menschen beträgt rund 37 Grad Celsius Weitere Temperatureinheiten sind Kelvin und Fahrenheit.


Cementum

Cementum, → Zement.


Centesimalpotenz

Centesimalpotenz, C-Potenz, Begriff aus der Homöopathie, der eine Verdünnung von 1:100 bei der → Potenzierung bezeichnet.


centr...

centr..., Wortteil mit der Bedeutung Mitte, Mittelpunkt.


cephal

cephal, zephal, in Richtung zum Kopf, den Kopf betreffend.


Cephalaea

Cephalaea, → Kopfschmerz.


Cephalgie

Cephalgie, → Kopfschmerz.


Cephalosporin

Cephalosporin, Antibiotikum. Cephalosporine sind ähnlich aufgebaut wie Penizilline und gegen zahlreiche Bakterien wirksam (Breitbandantibiotika). Sie hemmen die Synthese der Bakterienwand und töten die Erreger daher nur während der Wachstumsphase ab. Je nach Zusammensetzung können Cephalosporine eingenommen oder gespritzt werden. Wegen der zunehmenden Weiterentwicklung der Cephalosporine bezeichnet man die verschiedenen Gruppen mit erster, zweiter etc. Generation; je höher die Generation, desto neuer das Präparat. Mögliche Nebenwirkungen der Cephalosporine sind eine Schädigung der Nieren sowie eine Verringerung von Leukozyten und Thrombozyten im Blut. Bei bestehender Nierenerkrankung müssen die Nierenfunktionsparameter unter Cephalosporineinnahme kontinuierlich überprüft werden.


Cer

Cer, ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 58.


Cerclage

Cerclage, Ringnaht, eine ringförmige Umschlingung eines Organs, um dieses zu befestigen bzw. zu verschließen. So legen Ärzte eine Cerclage um den Muttermund, um eine Frühgeburt bei Zervixinsuffizienz zu verhindern. Auch Knochenbruchstücke können mit einer Cerclage aus Faden oder Draht zusammengehalten werden.


cerebellar

cerebellar, zum Cerebellum (Kleinhirn) gehörend.


Cerebellum

Cerebellum, Kleinhirn,
Cerebellum
Übermäßiger Alkoholkonsum kann unser Kleinhirn, das Cerebellum, vorübergehend außer Kraft setzen.
Zerebellum der relativ kleine Teil des Gehirns, der sich am hinteren Teil des Großhirns befindet und mit diesem über Nervenfasern verbunden ist. Das Cerebellum besteht aus zwei Hälften, zwischen denen der sog. Kleinhirnwurm liegt. Es gehört zum Hinterhirn; vor allem Funktionen der Bewegung, Koordination und des Gleichgewichts sind im Zerebellum lokalisiert. Bei einer Störung dieser Funktionen kann der Betroffene z. B. Arm- und Beinbewegungen nicht mehr koordinieren; auch der → Finger-Nase-Versuch gelingt nicht (→ Kleinhirnataxie, eines der → Kleinhirnzeichen).


cerebral

cerebral, zerebral, das Cerebrum (Gehirn) betreffend.


Cerebralparese, infantile

Cerebralparese, infantile, → Zerebralparese


Cerebralsklerose

Cerebralsklerose, → Zerebralsklerose


cerebro...

cerebro..., zerebro..., Wortteil bei Begriffen, die sich auf das Gehirn oder seine Funktionen beziehen.


cerebrospinal

cerebrospinal, zerebrospinal, das Gehirn und das Rückenmark betreffend.


cerebrovaskulär

cerebrovaskulär, zerebrovaskulär, die Blutgefäße des Gehirns betreffend.


Cerebrum

Cerebrum, → Gehirn.


Cerumen

Cerumen, Ohrenschmalz, Zerumen, ein gelblich-bräunliches Sekret, das von den Talg- und Schweißdrüsen des äußeren Gehörganges gebildet wird. Das Cerumen beinhaltet abgelöste Oberflächenzellen (Epithelzellen) und Haare sowie Schmutzteilchen, die sich im äußeren Gehörgang angesammelt haben. Verbleibt eine größere Menge Cerumen im äußeren Gehörgang, kann es zu einer Verlegung mit folgender Schwerhörigkeit kommen (Ceruminalpfropf).


Ceruminalpfropf

Ceruminalpfropf, eine verstärkte Ansammlung von → Cerumen im äußeren Gehörgang mit vollständiger Verlegung des Ganges. Ein Ceruminalpfropf geht mit einem dumpfen Gefühl im Ohr und Schwerhörigkeit einher. Die Entfernung eines Ceruminalpfropfs wird entweder mit einer Warmwasserspülung des äußeren Gehörganges oder instrumentell durchgeführt.


cerv...

cerv..., Wortteil mit der Bedeutung Hals oder Nacken.


cervical

cervical, → zervikal.


Cervicitis

Cervicitis, → Zervizitis.


Cervix

Cervix, → Zervix.


Cervix uteri

Cervix uteri, Zervix, Gebärmutterhals, der Teil der Gebärmutter, der in die Scheide (Vagina) übergeht und etwas in sie hinein ragt.


Cestoda

Cestoda, Bandwurm,
Cestoda
Jedes Glied der Cestoda enthält als echter Zwitter männliche und weibliche Geschlechtsorgane.
Wurm aus der Gattung Cestodes (Bandwürmer), die verschiedene Arten umfasst (z. B. Taenia oder Echinococcus). Bandwürmer befallen Menschen und Tiere, leben im Darm des Wirts und können über die Blut- oder Lymphbahnen auch in Organe eindringen. Die Ansteckung erfolgt meist über die Nahrung oder mit dem Trinkwasser. Die Bandwürmer bestehen aus Kopf, Hals und einer Gliederkette, die bis zu 15 Meter lang werden kann. Ein Befall mit Bandwürmern kann ohne Beschwerden einhergehen oder auch unspezifische Beschwerden wie Heißhunger, Appetitlosigkeit oder Abmagerung auslösen. Auch → Fischbandwurm, → Echinokokkus.


CE-Winkel

CE-Winkel, der Winkel zwischen der Längsachse durch das Zentrum des Hüftgelenkkopfs und dem äußersten Rand der Hüftgelenkpfanne. Dieser Winkel beträgt normalerweise bei Kindern rund 15 Grad, bei Erwachsenen mehr. Die Beurteilung des Winkels dient zur Abklärung einer angeborenen Fehlstellung im Hüftgelenk (Hüftgelenkluxation oder -dysplasie).


Ceylon-Zimt

Ceylon-Zimt, Cinnamomum verum, ein Baum aus der Familie der Lobeergewächse. Zimtrinde wird nicht nur als Gewürz, sondern auch als Arzneimittel verwendet, ebenso das aus Zimt gewonnene ätherische Öl. Ceylon-Zimt wird traditionell bei leichten Verdauungsbeschwerden, bei Übelkeit und bei Erkältung eingesetzt (z. B. als Zimttee oder als Aromatherapeutikum).


CF

CF, Abk. für "Christmas factor", ein Blutgerinnungsfaktor. Bei Patienten ohne CF besteht eine → Hämophilie.


CF

CF, cystische Fibrose, → Mukoviszidose.


CF

CF, chemisches Symbol für Californium.


C-Faser

C-Faser, eine Nervenfaser, die eine dünne Markscheide und eine langsame Leitungsgeschwindigkeit aufweist. Auch → Nervenfaser.


CFS

CFS, Abk. für → Chronic Fatigue Syndrome, Erschöpfungssyndrom.


Chagas-Krankheit

Chagas-Krankheit, Trypanosomiasis, eine Krankheit, die in Südamerika vorkommt. Erreger sind Protozoen der Gattung Trypanosoma cruzi, die Übertragung erfolgt durch Raubwanzen. Die Trypanosomen befallen vor allem Zellen des Blutes und der Muskeln. An der Infektionsstelle kommt es zu einer Schwellung, später treten Lymphknotenvergrößerungen und Fieber auf. Ein Befall des Herzens (Myokarditis, Kardiomyopathie) oder des Gehirns (Meningoenzephalitis) geht oft tödlich aus.


Chakra

Chakra, indischer Begriff aus der Tantra-Medizin für "Energieräume" im Körper. Die Chakren entsprechen sieben verschiedenen Elementen und Gefühlen (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum, Liebe und Kreativität) und ordnen sich der Reihe nach auf der Wirbelsäule an (von unten nach oben). In der Lehre der Anthroposophen sind Chakren Bereiche vermehrter Energie, die auch der Verbindung zwischen physischem und nichtphysischem Leib (Astralleib) dienen. Angelehnt an die Vorstellung der Chakren arbeiten verschiedene alternative Heilmethoden.


Chakra-Therapie

Chakra-Therapie, komplementärmedizinische Therapieform, bei der durch die Anregung der Chakren - als Zentren der »Lebensenergie« - Beschwerden gelindert oder geheilt werden sollen. Die Chakren spielen bei verschiedenen alternativen und esoterischen Therapiearten eine wichtige Rolle, z. B. beim → Reiki. Die Lebensenergien, die in den Chakren verdichtet sind, sollen von dort in den Körper strömen und die physiologischen Abläufe beeinflussen. Den einzelnen Chakren werden dabei verschiedene Farben und Energieformen zugeordnet, die auch unterschiedliche Organe oder Körperfunktionen beeinflussen können. Die Wirksamkeit einer Chakra-Therapie ist in der Schulmedizin umstritten. Auch → Chakra.


Chalasie

Chalasie, Entspannen, Nachlassen, aber auch Insuffizienz eines Schließmuskels. Eine passagere Chalasie des unteren Ösophagussphinkters kommt häufig bei jungen Säuglingen vor. Dabei besteht Neigung zum Erbrechen (vor allem beim flachen Liegen oder beim Schreien).


Chalazion

Chalazion, Hagelkorn, Entzündung der größten Drüsen der Augenlider (Meibom-Drüsen) durch Verschluss des Ausgangs, die im Gegensatz zum Hordeolum mit einem schmerzlosen, kleinen, harten Knötchen einhergeht. Ein Chalazion wird meist operativ entfernt. Auch → Hordeolum.


Chalkose

Chalkose, die toxische Wirkung von Kupfer auf das Auge, die entsprechende Augenkrankheiten mit Sehstörungen auslösen kann. Eine Chalkose wird üblicherweise durch einen kupferhaltigen Fremdkörper verursacht, der z. B. bei einer Augenverletzung ins Auge eindringen kann. Eine Chalkose äußert sich durch eine zunehmende Trübung der Augenlinse oder durch das Absterben der Sehzellen in der Netzhaut. Die Folge ist eine Erblindung.


Chalon

Chalon, eine körpereigene Substanz, welche die Zellteilung hemmt. Chalone regeln die normale Zellteilung in den Organen: Wenn bei einem Reparaturvorgang (z. B. nach einer Verletzung) genügend neues Gewebe gewachsen ist, sorgen die Chalone dafür, dass sich nicht noch mehr neue Zellen bilden. Die Chalone werden von den Zellen selbst produziert. Man nimmt an, dass die Chalone auch bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen. Entdifferenzierte Tumorzellen produzieren keine Chalone mehr und vermehren sich daher unaufhaltsam.


Chamomilla recutita

Chamomilla recutita, → Kamille.


Charakter

Charakter, die Persönlichkeit eines Menschen, zu der sein Erleben, seine Emotionen, seine Reaktionen und Wünsche gehören. Der Charakter entwickelt sich u. a. aus den Fähigkeiten, den Antrieben, dem Temperament, den Gefühlen und den Willensvorgängen eines Menschen. Auch die Intelligenz hat einen Einfluss auf den Charakter. Der Charakter entwickelt sich einerseits aus vererbten Anlagen, andererseits aus der Interaktion eines Menschen mit seiner Umwelt. Die Erziehung spielt bei der Bildung des Charakters eine wichtige Rolle. In der Psychologie werden verschiedene Charaktertypen unterschieden. Der Charaktertyp hat auch einen Einfluss auf die physische und psychische Gesundheit einer Person. So weiß man z. B., dass Menschen mit einem aufbrausenden Charakter, die sich leicht ärgern und rasch unter Stress leiden, besonders anfällig sind für Herz-Kreislauf-Krankheiten.


Charcot-Trias

Charcot-Trias, die drei Symptome Nystagmus, Intentionstremor und skandierende Sprache, die früher als typisch für die Multiple Sklerose galten. Inzwischen weiß man, dass nur rund 15% aller Patienten mit multipler Sklerose unter der Charcot-Trias leiden.


Charcot-Trias

Charcot-Trias, drei typische Symptome bei einer Cholangitis (Entzündung der Gallenwege): Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber mit Schüttelfrost und eine vorübergehende Gelbsucht.


CHD

CHD, Abk. für Coronary Heart Disease, die koronare → Herzkrankheit.


Check-up

Check-up, die Gesamtheit aller Untersuchungen, die zur Beurteilung des Gesundheitszustands erforderlich sind.


Chefarzt / Chefärztin

Chefarzt / Chefärztin, Leiter, häufig gleichzeitig Direktor einer Klinik. Ihm sind die Oberärzte untergeordnet.


Cheilitis

Cheilitis, die Entzündung der Lippen. Eine Cheilitis bezeichnet einerseits den Befall der Lippen mit Pilzen, Bakterien oder Viren; andererseits die Beteiligung der Lippen an verschiedenen Erkrankungen wie Schuppenflechte, Ekzemen, einem Sonnenbrand usw. Symptome einer Cheilitis sind Rötung, Schwellung und Spannung der Lippen.


Cheilitis actinica

Cheilitis actinica, eine Lippenentzündung aufgrund von Sonneneinstrahlung. Die akute Cheilitis actinica ist ein Sonnenbrand im Bereich der Lippen mit Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung der Lippen. Eine chronische Cheilitis actinica wird durch eine dauernde Sonneneinstrahlung hervorgerufen, z. B. bei Personen, die viel im Freien arbeiten. Die Symptome sind eine stellenweise Verdickung und Verhärtung des Lippenrots. Es besteht die Gefahr, dass diese Läsionen sich zu einer Krebsgeschwulst weiterentwickeln. Einer Cheilitis actinica kann durch geeignete Sonnenschutzmittel vorgebeugt werden.


cheil...

cheil..., cheilo..., die Lippe oder den Rand betreffend.


Cheilognathopalatoschisis

Cheilognathopalatoschisis, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, "Wolfsrachen", angeborene Missbildung mit einem Auseinanderklaffen der Oberlippe, des Oberkiefers und des Gaumens. Eine Cheilognathopalatoschisis wird für die ersten zwei bis drei Lebensjahre mit einer Platte (Obturator) versorgt und später stufenweise operativ verschlossen. Bei unzureichend versorgter Cheilognathopalatoschisis haben die Kinder Schwierigkeiten beim Sprechenlernen.


Cheilognathoschisis

Cheilognathoschisis, Lippen-Kiefer-Spalte, eine angeborene Fehlbildung im Bereich der oberen Mundlippe (sog. Hasenscharte) und des Oberkiefers, bei der durch gestörte Gewebsbildung in der frühen Embryonalphase eine Spalte (ein- oder beidseitig der Mittellinie des Gesichts) im Gesicht verblieben ist. Oft geht diese Spalte auch mit einer Spaltbildung des Gaumens einher (→  Cheilognathopalatoschisis).


Cheiloschisis

Cheiloschisis, Lippenspalte, Hasenscharte, eine angeborene Fehlbildung im Bereich der Oberlippe, bei der ein- oder beidseitig der Mittellinie durch gestörte Gewebsbildung in der frühen Embryonalphase eine Spalte verblieben ist. Häufig ist die Cheiloschisis auch mit einer Fehlbildung im Bereich des Kiefers und des Gaumens verbunden (→  Cheilognathopalatoschisis).


Cheilosis

Cheilosis, eine Rötung und Schwellung der Lippen, bei der oft schmerzhafte Schrunden bestehen. Als Ursachen kommen vor allem ein Kontaktekzem, eine Überdosis von Vitamin A oder ein Riboflavinmangel in Frage.


Chelat

Chelat, die stabile Verbindung eines Metalls mit einem organischen Stoff.


Chelatbildner

Chelatbildner, Substanz, die mit Metallen eine feste Verbindung, ein Chelat, eingeht. Chelatbildner können bei Vergiftungen mit Schwermetallen die Ausscheidung des Metalls aus dem Körper beschleunigen. Bei einer Vergiftung mit Blei, Quecksilber oder Kupfer kann der Chelatbildner D-Penicillinamin z. B. entweder eingenommen oder in eine Vene gespritzt werden, so dass die entsprechenden Metalle mit dem Urin ausgeschieden werden können.


Chelattherapie

Chelattherapie, Behandlung mit → Chelatbildnern, z. B. bei Vergiftungen.


Chelidonium majus

Chelidonium majus, → Schöllkraut.


Chemolitholyse

Chemolitholyse, die Auflösung von Gallen- oder Harnsteinen mit Medikamenten oder durch eine direkte Spülung. Bei der → Urolithiasis spielt auch der pH-Wert des Urins eine Rolle für die Löslichkeit der Harnsalze.


Chemolyse

Chemolyse, die Lösung einer Substanz durch Zugabe von chemischen Mitteln.


Chemoprophylaxe

Chemoprophylaxe, die vorbeugende Gabe von Medikamenten, um einer drohenden Erkrankung vorzubeugen, z. B. Malariaprophylaxe vor und während einer Reise in ein Malariagebiet.


Chemorezeptor

Chemorezeptor, bestimmte Zelle oder Nervenendigung, die darauf spezialisiert ist, chemische Reize in elektrische Erregung umzuwandeln und im Nervensystem weiterzuleiten. Geruchsnerven z. B. haben Chemorezeptoren, die auf chemische Substanzen in der Luft reagieren. Andere Chemorezeptoren "antworten" auf den Sauerstoffdruck oder den Säuregehalt des Bluts und sind für die Regulation der Atmung wichtig sind.


Chemosis

Chemosis, eine Flüssigkeitsansammlung in der Bindehaut des Augapfels, die sich von der darunter liegenden Lederhaut abhebt und Blasen bildet.


Chemotaxis

Chemotaxis, die Fähigkeit bestimmter Zellen, sich gezielt auf einen Reiz hin oder von ihm weg zu bewegen. Die Richtung der Bewegung wird durch das Konzentrationsgefälle von chemischen "Lockstoffen" (Chemotaxine) reguliert. Zur Chemotaxis sind vor allem die Zellen des Abwehrsystems fähig, z. B. die → Phagozyten.


Chemotherapeutikum

Chemotherapeutikum, Medikament, das Krankheitserreger oder bösartige Zellen in ihrem Wachstum hemmen oder abtöten kann. Zur Abtötung von Bakterien werden die verschiedenen Antibiotika eingesetzt, z. B. Penizilline, Cephalosporine, Makrolide usw., gegen Pilze Antimykotika, Fungizide bzw. Fungistatika, gegen Viren Virostatika; Medikamente für die Behandlung von Krebserkrankungen nennt man Zytostatika. Im klinischen Alltag wird der Begriff Chemotherapeutikum oft gleichbedeutend mit → Zytostatikum verwendet.


Chemotherapie

Chemotherapie, die Behandlung von Erkrankungen mit → Chemotherapeutika. Im engeren Sinn bezieht sich der Begriff Chemotherapie meist auf die Behandlung von bösartigen Tumoren unter Verwendung von → Zytostatika.


Chemotherapie, adjuvante

Chemotherapie, adjuvante, begleitende, unterstützende Chemotherapie. Die Behandlung eines bösartigen Tumors mit Zytostatika zusätzlich zu einer Operation oder Bestrahlung. Durch die adjuvante Chemotherapie sollen möglicherweise noch im Körper vorhandene Tumorzellen oder Mikrometastasen zerstört werden, die den chirurgischen Eingriff oder die Strahlentherapie überlebt haben.


Chemotherapie, palliative

Chemotherapie, palliative, die Behandlung eines Tumorleidens mit Zytostatika, um eine Linderung der Beschwerden bei unheilbar Kranken zu erzielen. Im Gegensatz dazu steht die sog. kurative Therapie, bei der meist stärkere Nebenwirkungen in Kauf genommen werden, um die Chancen einer Heilung zu verbessern.


Chenodeoxycholsäure

Chenodeoxycholsäure, eine Gallensäure, welche die Produktion von Cholesterin in der Leber hemmt. Als Medikament wird Chenodeoxycholsäure bei Cholesterin-Gallensteinen eingesetzt.


C-Hepatitis

C-Hepatitis, → Hepatitis, die durch das → Hepatitis-C-Virus ausgelöst wird.


Cheyne-Stokes-Atmung

Cheyne-Stokes-Atmung, Atmung, bei der die Atemzüge abwechselnd schneller und langsamer aufeinander folgen, die Atmung teils tiefer, teils oberflächlicher wird und es zu Atempausen kommt. Dieser Atmungstyp tritt bei (vorübergehendem) Sauerstoffmangel oder tief schlafenden gesunden Personen auf, ist ansonsten jedoch Ausdruck einer Schädigung des Atemzentrums im Gehirn (z. B. bei Durchblutungsstörungen oder Entzündung des Gehirns).


Chiari-Operation

Chiari-Operation, eine operative Maßnahme zur Behandlung einer angeborenen Hüftgelenkluxation. Zur Bildung eines künstlichen Pfannendachs wird der Beckenknochen absichtlich gebrochen und der obere Teil seitlich verschoben.


Chiasma opticum

Chiasma opticum, Kreuzung der Sehnerven, die Stelle im Gehirn, an der sich die beiden Sehnerven auf ihrem Weg von den Augen ins Gehirn kreuzen und miteinander verbunden sind. Im Chiasma opticum kreuzen tatsächlich nur die Nervenfasern, die medial (zur Gehirnmitte hin) im Sehnerv liegen, die äußeren (lateralen) Nervenfasern bleiben auf der Seite, von der sie kommen. Durch dieses Phänomen wird das rechte Gesichtsfeld beider Augen in die linke Hirnhälfte projiziert und dort verarbeitet, das linke Gesichtsfeld der Augen in der rechten Hirnhälfte.


Chiasmasyndrom

Chiasmasyndrom, Sehstörungen in Form einer sog. bitemporalen → Hemianopsie, also dem beidseitigen Ausfall einer Hälfte des rechten und linken Gesichtsfelds mit verminderter Sehschärfe und Atrophie eines oder beider Sehnerven. Ein Chiasmasyndrom entsteht u. a. durch mechanischen Druck auf das Chiasma opticum, z. B. durch einen Tumor der Hypophyse (die in unmittelbarer Nähe des Chiasma liegt), der Hirnhaut (Meningeom) oder des Chiasma selbst.


Chikungunya-Fieber

Chikungunya-Fieber, in Afrika und Südostasien vorkommende Virusinfektion, die durch Stechmücken übertragen wird. Die Krankheit ist durch plötzlich auftretendes hohes Fieber gekennzeichnet, begleitet von Schüttelfrost, Hautrötung und sehr starken Muskel- und Gelenkschmerzen, die etwa eine Woche andauern. Die Symptome ähneln denen des Denguefiebers. Die Behandlung erfolgt symptomatisch.


Chimäre

Chimäre, Organismus (oder Gewebe), der Anteile vom Erbgut verschiedener Arten enthält bzw. in dem das Erbgut verschiedener Arten künstlich - etwa durch Gentechnik - gemischt wurde.


Chinarestaurant-Syndrom

Chinarestaurant-Syndrom, typische Beschwerden, die gelegentlich etwa 15 Minuten nach dem Verzehr asiatischer Speisen auftreten und vermutlich durch die Zugabe von Glutamat zum Essen ausgelöst werden. Zu den Symptomen gehören Schwächegefühl, Schweißausbruch, schmerzhafte Lähmung der Arme, Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen und Störungen der Gesichtsmuskulatur. Das Chinarestaurant-Syndrom gehört zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die wie eine allergische Reaktion erscheinen, jedoch nicht durch → Antikörper ausgelöst werden.


Chinarinde

Chinarinde, Rinde des Cinchona pubescens-Baums, die getrocknet als Arzneimittel vor allem in der alternativen Medizin verwendet wird. Chinarinde enthält ca. 30 verschiedene sog. Alkaloide, darunter vor allem Chinin, das die Ausschüttung von Magen- und Darmsäften und damit den Appetit anregt. In der Homöopathie wird Chinarinde bei Blutarmut, Durchfall und anhaltenden Verdauungsstörungen eingesetzt. Als Nebenwirkungen können eine Überempfindlichkeitsreaktion sowie Übelkeit oder Erbrechen auftreten; Schwangere und Patienten mit Magen- bzw. Darmgeschwüren dürfen Chinarinde nicht verwenden.


chinesische Medizin

chinesische Medizin, traditionelle chinesische → Medizin.


Chinidin

Chinidin, ein Isomer des Chinins, das als Wirkstoff bei tachykarden Herzrhythmusstörungen verwendet wird. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Unverträglichkeitsreaktionen.


Chinin

Chinin, Alkaloid aus der Rinde des Chinabaums. Chinin wurde früher zur Behandlung der Malaria eingesetzt, heute wegen der starken Nebenwirkungen jedoch nur, wenn andere Mittel nicht helfen. Chinin kann zu Übelkeit, Erbrechen, starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Blutungen u. a. führen und löst Wehen aus.


Chininvergiftung

Chininvergiftung, eine Vergiftung mit hohen Dosen von Chinin. Symptome einer Chininvergiftung sind u. a. Schwindel, Hautausschläge, Erregungszustände, Zyanose und Sehstörungen bis zur Erblindung.


Chinolon

Chinolon, Chinolon-Antibiotikum, Medikament, das gegen verschiedene Bakterien und Protozoen (z. B. Amöben) wirksam ist, indem es das Enzym Gyrase hemmt. Da Chinolone das Wachstum des Knorpelgewebes beeinträchtigen, dürfen schwangere und stillende Frauen sowie Kinder in der Wachstumsphase nicht mit Chinolonen behandelt werden. Zu den weiterentwickelten Chinolonen gehören u. a. Ciprofloxacin und Ofloxacin; sie werden meist oral eingenommen, können jedoch auch gespritzt werden und sind selbst bei sehr schweren Infektionen mit verschiedenen Keimen wirksam. Chinolone können als Nebenwirkung zu einer Entzündung des Mundraumes, zu Schwindel, Nervenstörungen und Kopfschmerzen führen.


chir...

chir..., chiro..., eine Wortteil mit der Bedeutung Hand.


Chirologie

Chirologie, eine esoterische Lehre, nach der es möglich sein soll, aus der Beschaffenheit der Hand eines Menschen Rückschlüsse auf dessen Lebensverlauf zu ziehen (»Handlesen«). Dabei werden u. a. die Länge und die Form der Finger, die Vertiefungen und Erhöhungen in der Handfläche, die »Handlinien« und die Breite sowie Höhe der Handfläche beurteilt und entsprechend interpretiert.


Chiropraktik

Chiropraktik, Chirotherapie, Manualtherapie, manuelle Medizin, manuelle Behandlungsform, bei der der Therapeut durch bestimmte Handgriffe u. a. Verspannungen löst. Der Chiropraktor verschiebt z. B. Wirbelkörper gegeneinander, um dazwischen eingeklemmte Strukturen wieder einzurichten. Mit Chiropraktik werden in erster Linie Beschwerden wie Rücken- oder Nackenschmerzen behandelt. Die Chiropraktik erfordert Übung und Erfahrung und kann in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen verursachen, z. B. die Verletzung von Nerven oder Gefäßen.


Chirotherapie

Chirotherapie, → Chiropraktik.


Chirurg / Chirurgin

Chirurg / Chirurgin, ein Arzt, der sich auf dem Gebiet der → Chirurgie weitergebildet hat.


Chirurgie

Chirurgie, Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Untersuchung, Diagnostik, Therapie und Erforschung von Krankheiten befasst, die durch eine Operation gelindert oder geheilt werden können.


Chirurgie, kosmetische

Chirurgie, kosmetische, Teilgebiet der Chirurgie, in dem Ärzte sich mit der Operation von Gesicht und Körper aus kosmetischen Gründen beschäftigen. Eine Brustoperation im Rahmen der kosmetischen Chirurgie dient zum Beispiel einer gewünschten Brustvergrößerung oder -verkleinerung, während im Rahmen der → plastischen Chirurgie die Wiederherstellung einer Brust (Aufbauplastik) nach Entfernung, etwa wegen eines Karzinoms, vorgenommen wird. Aber auch Gesichtsoperationen, z. B. bei entstellenden Narben nach einem Unfall, fallen in den Bereich der kosmetischen Chirurgie.


Chirurgiemechaniker / Chirurgiemechanikerin

Chirurgiemechaniker / Chirurgiemechanikerin, ein dem Gesundheitshandwerk zugeordneter Beruf. Der Chirurgiemechaniker stellt chirurgische Instrumente und medizinische Geräte her, montiert sie gegebenenfalls am Arbeitsplatz und übernimmt Reparaturarbeiten.


Chirurgie, minimal invasive

Chirurgie, minimal invasive,
Chirurgie, minimal invasive
Schematische Darstellung einer Prostata-Entfernung mithilfe der minimalinvasiven Chirurgietechnik.
Sammelbezeichnung für moderne chirurgische Methoden, bei denen der Zugang zum Operationsgebiet über einen kleinen Hautschnitt mittels Sichtgerät und speziellen Instrumenten erfolgt ("Knopfloch-Chirurgie"). Durch die sehr kleinen Narben verläuft die Wundheilung schneller als bei der offenen Vorgehensweise. Mittels minimalinvasiver Chirurgie werden vor allem Gelenk- und Bauchoperationen durchgeführt.


Chirurgie, plastische

Chirurgie, plastische,
Chirurgie, plastische
Eine Nasenkorrektur wird in der plastischen Chirurgie vor dem Eingriff genau geplant.
wiederherstellende, rekonstruierende Chirurgie. In diesem Teilgebiet der Chirurgie erfolgen sowohl kosmetische Eingriffe als auch Operationen, durch die verletzte bzw. zerstörte Gesichts- und Körperformen wiederhergestellt werden.


Chlamydia

Chlamydia, Bakterium, das sich nur innerhalb fremder Zellen vermehren kann und dort verschiedene Stadien durchläuft. Chlamydien werden in die Formen Chlamydia psitacci, Chlamydia pneumoniae und Chlamydia trachomatis unterteilt; Chlamydia psitacci werden durch Vögel auf den Menschen übertragen und führen zu einer Lungenentzündung, Chlamydia pneumoniae breiten sich über Tröpfcheninfektion aus und führen zu Infektionen der Atemwege bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Chlamydia trachomatis verursachen verschiedene Entzündungen der Harnwege, Geschlechtsorgane sowie eine schwere Erkrankung des Bindegewebes der Augen, das sog. → Trachom. Eine Infektion mit Chlamydia trachomatis zählt zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen und hat in den Industrieländern sehr zugenommen.


Chloasma gravidarum

Chloasma gravidarum, Chloasma uterinum, bräunliche Hautflecken bei Schwangeren. Diese harmlosen hell- bis dunkelbraunen Hautveränderungen verschiedener Größe treten während der Schwangerschaft und Stillperiode v. a. im Gesicht auf und bilden sich danach meist zurück.


Chloasma uterinum

Chloasma uterinum, → Chloasma gravidarum.


Chlor

Chlor, gasförmiges chemisches Element (Halogen) mit der Kurzformel Cl. Chlor geht mit bestimmten Substanzen Verbindungen ein, z. B. mit Natriumchlorid, Kochsalz. Im Körper ist ungebundenes Chlor (als Chlorionen) für die Regulation des Säuregehalts in den Zellen und im Gewebe wichtig; gebunden an Wasserstoff bildet es die Salzsäure im Magen (HCl) und wirkt keimtötend. Wegen dieser Wirkung verwendet man Chlor auch als Desinfektionsmittel (z. B. in Schwimmbädern).


Chlorakne

Chlorakne, eine akneartige Hauterkrankung, die gekennzeichnet ist durch Komedonen (Mitesser), Verdickung der Hornschicht und evtl. Abszesse und Knoten im Gesichtsbereich sowie an exponierten Körperstellen. Ursache ist meist ein beruflich bedingter Kontakt zu chlorhaltigen Chemikalien wie Chlorphenol und Perchlornaphthalin.


Chloralhydrat

Chloralhydrat, stark wirkendes Schlafmittel. Chloralhydrat wird über den Verdauungstrakt aufgenommen und bei Schlafstörungen und Krampfanfällen (bei Kindern) eingesetzt. Da es Herz und Niere schädigen kann, darf es bei entsprechenden Vorerkrankungen nicht eingesetzt werden. Die Wirkung des Chloralhydrats wird durch Alkohol verstärkt.


Chloramphenicol

Chloramphenicol, Antibiotikum, das gegen verschiedene Keime, vor allem Salmonellen (Erreger u. a. von Typhus), wirksam ist. Chloramphenicol wird jedoch möglichst nur eingesetzt, wenn andere Medikamente nicht helfen, weil Chloramphenicol - neben anderen Nebenwirkungen - durch die Schädigung des Knochenmarks zu einer lebensgefährlichen Verminderung aller Zellen im Blut führen kann. Schwangere und Stillende sowie Patienten mit einer Leber- oder Blutbildungsstörung dürfen mit Chloramphenicol nicht behandelt werden.


Chlorhexidin

Chlorhexidin, antiseptisch wirkendes Mittel, das zur Desinfektion bzw. Keimabtötung verwendet wird, z. B. als Mundspülung.


Chlorid

Chlorid, Salz der Salzsäure, das im Körper hauptsächlich in Form von Natriumchlorid (Kochsalz) vorkommt. Chlorid liegt in ungebundener Form in den Chloridionen des Blutplasmas vor und ist wichtig für den Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt.


Chlorkalk

Chlorkalk, ein Desinfektionsmittel, das v. a. zur Desinfektion von Wasser verwendet wird.


Chlorkohlenwasserstoff

Chlorkohlenwasserstoff, → Halogenkohlenwasserstoff.


Chlorodontie

Chlorodontie, die grünliche Verfärbung der Milchzähne, nachdem das betroffene Kind einen → Morbus haemolyticus neonatorum durchgemacht hat.


Chloroform

Chloroform, zu den Halogenkohlenwasserstoffen gehörende Substanz (Trichlormethan), die früher zur Inhalationsnarkose eingesetzt wurde.


Chlorophyll

Chlorophyll, der grüne Farbstoff in Pflanzen, der zur Photosynthese unentbehrlich ist.


Chloroquin

Chloroquin, Medikament, das zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Malaria sowie beim systemischen → Lupus erythematodes eingesetzt wird. Chloroquin kann zu Beschwerden des Verdauungstrakts, Kopfschmerzen, Schwindel, Hörstörungen u. a. führen und lagert sich in Leber, Niere, Milz und den Augen ab. Während einer langfristigen Behandlung mit Chloroquin sollte ein Arzt daher regelmäßig die Augen des Patienten untersuchen.


Chlorose

Chlorose, Chlorosis, typische Blässe der Haut jüngerer Frauen - wahrscheinlich infolge einer Blutarmut wegen starken Eisenmangels.


Chlorothiazid

Chlorothiazid, ein Wirkstoff, der früher als → Diuretikum angewendet wurde.


Chlorphenamin

Chlorphenamin, ein Wirkstoff, der als → Antihistaminikum eingesetzt wird.


Chlorpromazin

Chlorpromazin, ein Wirkstoff, der als → Neuroleptikum zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt wird.


Chlortalidon

Chlortalidon, ein Wirkstoff, der als → Diuretikum eingesetzt wird.


Choana

Choana, Trichter, die paarig angelegte Öffnung (Choanen) der Nase nach hinten, also zum Rachenraum hin.


Choanalatresie

Choanalatresie, ein angeborener Verschluss der hinteren Nasenöffnung, die zum Nasen-Rachen-Raum führt. Der Verschluss kann durch eine Membran oder eine knöcherne Struktur bedingt sein und ein- oder beidseitig vorkommen. Ein beidseitiger Verschluss führt zu akuter Atemnot beim Neugeborenen; da es noch nicht zur Mundatmung fähig ist, wird zunächst ein Rachentubus zur Beatmung gelegt. Eine Choanalatresie wird operativ behandelt, weil das Kind ohne Nasenatmung nicht trinken kann.


Choanalpolyp

Choanalpolyp, ein Nasenpolyp, der die Choanen verlegt. Die betroffenen Patienten leiden unter einer behinderten Nasenatmung, Sprachstörungen (»Näseln«) und häufig unter wiederholten Nasen-Rachen-Infektionen. Die Therapie besteht in einer operativen Entfernung der Polypen.


Choanaltamponade

Choanaltamponade, → Bellocq-Tamponade.


chol...

chol..., die Galle (Gallenblase, -gänge, -flüssigkeit) betreffend.


Cholagogum

Cholagogum, Cholekinetikum, galletreibendes Mittel, Substanz, die die Entleerung der Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase in den Darm anregt bzw. beschleunigt, indem sie die Kontraktion der Gallenblase fördert. Zu den Cholagoga gehören Fette und Eigelb in der Nahrung sowie das Verdauungsenzym Cholezystokinin (Pankreozymin). Cholagoga werden bei Störungen des Gallenabflusses mit Oberbauchbeschwerden oder Schmerzen nach Genuss fettreicher Speisen eingesetzt. Bei den galletreibenden Mitteln handelt es sich entweder um chemische (Parasympathomimetika) oder pflanzliche Mittel aus verschiedenen Zubereitungen und Kombinationen (Ingwer, Pfefferminze, Baldrian, Ochsengalle).


Cholämie

Cholämie, das Auftreten von Gallenflüssigkeit im Blut.


Cholangie

Cholangie, eine nichtentzündliche Erkrankung der Gallenwege. Auch → Cholangitis.


Cholangiografie

Cholangiografie, die radiologische Darstellung der Gallenblase sowie der verschiedenen Gänge zwischen Leber, Gallenblase und Dünndarm mittels Kontrastmittel, das im Röntgenbild sichtbar wird. Durch eine Cholangiografie lassen sich der Verlauf der Gänge, Engstellungen oder eine Verstopfung durch Gallengangssteine beurteilen. Das Kontrastmittel wird oral oder intravenös verabreicht. Zum Nachweis oder Ausschluss einer Gallenblasenentleerungsstörung wird eine Reizmahlzeit verabreicht, die eine Kontraktion der Gallenblase bewirkt.


Cholangiografie, endoskopisch retrograde

Cholangiografie, endoskopisch retrograde, Abk. ERC, die röntgenradiologische Darstellung der Gallenblase. Um das Kontrastmittel in die Gallengänge einzubringen, wird im Rahmen einer Zwölffingerdarmspiegelung (Duodenoskopie) mittels Katheter das Gallensystem unter Röntgenkontrolle aufgefüllt. Auf diese Weise lassen sich außerhalb der Leber gelegene Abflusshindernisse für die Gallenflüssigkeit erfassen.


Cholangiografie, perkutane transhepatische

Cholangiografie, perkutane transhepatische, Abk. PTC, Darstellung des Gallensystems, bei dem das Kontrastmittel über eine sehr dünne Hohlnadel durch die Bauchhaut und Punktion der Leber in Lokalanästhesie in das Gallengangsystem eingebracht wird.


Cholangiom

Cholangiom, gutartiger (Gallengangadenom) oder bösartiger (Gallengangkarzinom) Tumor der Leber, der aus einem verzweigten Gängesystem aufgebaut ist. Das seltene Karzinom geht von den Gallengängen aus und verschließt sie, so dass es zu einer Gelbsucht kommt, die manchmal mit Oberbauchschmerzen verbunden ist. Es findet sich ein (schmerzloser) tastbarer Knoten im Bereich der Leber; die Prognose ist relativ schlecht.


Cholangiomanometrie

Cholangiomanometrie, die Messung des Drucks in den Gallenwegen. Der Messkatheter wird meistens während einer Operation in die Gallenwege eingeführt. Die Cholangiomanometrie wird angefertigt, damit man den Abfluss von Gallenflüssigkeit durch die äußeren Gallenwege besser beurteilen kann.


Cholangiopathie

Cholangiopathie, eine Erkrankung der Gallenwege, z. B. eine → Cholangitis oder eine Verlegung der Gallenwege durch einen Gallenstein.


Cholangioskopie

Cholangioskopie, Gallengangsendoskopie, Untersuchung der Gallengänge mit einem → Endoskop zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken, das entweder durch den Verdauungstrakt bis in den Dünndarm vorgeschoben oder perkutan (durch die Haut) eingeführt wird. Im Rahmen der endoskopischen Cholangioskopie können Ärzte auch einen evtl. vorliegenden Gallengangsstein entfernen.


Cholangitis

Cholangitis, Gallengangsentzündung, im engeren Sinn die oft eitrige Entzündung der in der Leber gelegenen Gallengänge. Im weiteren Sinn die Entzündung der innerhalb oder außerhalb der Leber verlaufenden Gallenwege. Meist wird eine Cholangitis durch Bakterien oder Parasiten verursacht und geht mit Schmerzen im rechten Oberbauch und Fieber einher. Die akute obstruktive Cholangitis entsteht durch die Verlegung eines Gallengangs durch Steine.


Cholecalciferol

Cholecalciferol, → Vitamin D.


Cholecystokinin

Cholecystokinin, → Cholezystokinin.


Choledocholithiasis

Choledocholithiasis, ein Gallensteinleiden, bei dem die Gallensteine im Ductus choledochus liegen. Auch → Cholelithiasis.


Choledochoskop

Choledochoskop, ein Instrument für die Endoskopie des Ductus choledochus. Mit einem Choledochoskop kann während einer Operation der Hauptgallengang eingesehen werden.


Choledochotomie

Choledochotomie, eine operative Eröffnung des Ductus choledochus, meist zur Entfernung eines Gallensteins.


Choledochus

Choledochus, Kurzform für Ductus choledochus, der Abschnitt der Gallengänge, der von der Gallenblase zum Dünndarm führt. Der Choledochus entsteht aus der Vereinigung des kurzen eigentlichen Gallenblasengangs (Ductus cysticus) und des Gallengangs, in den die kleineren Gänge aus der Leber münden (Ductus hepaticus communis).


Choledochuskarzinom

Choledochuskarzinom, eine Krebsgeschwulst, die vom großen Gallengang ausgeht (Ductus choledochus). Ein Choledochuskarzinom ist die häufigste Form eines Gallengangkarzinoms.


Choledochuszyste

Choledochuszyste, eine Zystenbildung im großen Gallengang, meist eine angeborene Fehlbildung. Eine Choledochuszyste kann eine Gelbsucht sowie eine Entzündung der Gallengänge auslösen. Nach der Diagnosestellung muss eine Choledochuszyste operativ entfernt werden.


Cholegrafie

Cholegrafie, → Cholangiografie.


Cholekalziferol

Cholekalziferol, → Vitamin D.


Cholekinetikum

Cholekinetikum, → Cholagogum.


Cholelithiasis

Cholelithiasis, Gallensteinleiden, Bildung von Steinen in den Gallenwegen oder der Gallenblase. Bei Befall der Gallengänge spricht man von Choledocholithiasis, bei Befall der Gallenblase von Cholezystolithiasis. Eine Cholelithiasis kommt vor allem bei Frauen mit zunehmenden Alter häufiger vor; während Steine der Gallenblase oft keine Beschwerden verursachen und nur zufällig entdeckt werden, z. B. bei der Ultraschalluntersuchung, verursachen Gallengangssteine meist starke Schmerzen. Die typischen Schmerzen einer sog. Gallenkolik sind im rechten Oberbauch lokalisiert, strahlen von dort aus und sind oft von Übelkeit, Erbrechen Gelbsucht begleitet. Gallensteine können per Ultraschall, durch eine → Cholangiografie oder → Cholangioskopie sichtbar gemacht werden. Sie lassen sich entweder laparoskopisch (durch ein Endoskop) entfernen, durch Medikamente auflösen (Litholyse) oder mittels Ultraschall oder Laser zertrümmern (Lithotripsie). Unter Umständen ist es nötig, die gesamte Gallenblase mit den Steinen operativ zu entfernen, um der Entwicklung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung vorzubeugen.


Cholelitholyse

Cholelitholyse, Gallensteinauflösung, mit Medikamenten, die entweder oral verabreicht oder direkt in die Gallengänge gespült werden. Die direkte Einbringung kann sowohl während einer offenen Operation als auch endoskopisch erfolgen. Die orale Verabreichung verhindert, dass nach einer erfolgreichen Steinentfernung neue Steine entstehen. Nur Cholesterinsteine lassen sich medikamentös durch Uro- und Chenodesoxycholsäure auflösen; die Therapie kann 12 bis 18 Monate dauern.


Cholelithotripsie

Cholelithotripsie, Gallensteinzertrümmerung, z. B. durch Ultraschall oder Laser. Wird häufig in Kombination mit einer medikamentösen Litholyse (Steinauflösung) angewendet. Auch → Stoßwellenlithotripsie


Cholera

Cholera,
Cholera
Bei der siebenten Choleraepidemie breitete sich die Cholera von Asien über Afrika bis nach Europa aus.
durch Bakterien (Vibrio cholerae) hervorgerufene Infektion des Darms. Die Patienten leiden unter starken, wässrigen Durchfällen und verlieren dadurch viel Wasser und wichtige körpereigene Substanzen (vor allem Elektrolyte). Dadurch kommt es u. a. zu einem Kollaps, Krämpfen, Herzrhythmusstörungen und schließlich einem Koma. Der Erreger der Cholera wird meist durch verschmutztes Trinkwasser übertragen. Unbehandelt sterben 20% bis 70% der Infizierten, bei rechtzeitiger Behandlung mit Flüssigkeits- und Elektrolytersatz durch Infusionen sowie Antibiotika (Tetracycline) ist eine Heilung möglich. Gegen Cholera kann man sich impfen lassen, sofern man in Epidemiegebiete reisen will.


Choleretikum

Choleretikum, Substanz, die die Gallensekretion der Leberzellen anregt, wie z. B. Ursodeoxycholsäure.


Choleriker / Cholerikerin

Choleriker / Cholerikerin, ein Mensch mit einem aufbrausenden, zu Zorn neigenden Temperament.


Cholestase

Cholestase, Gallenstauung, Stau der Gallenflüssigkeit in der Gallenblase oder den Gallengängen. Weil die Galle mit den darin enthaltenen Farbstoffen bei einer Cholestase nicht in den Darm abfließen kann, erkranken die Betroffenen an Gelbsucht (Ikterus), der Stuhlgang entfärbt sich, der Urin wird dunkler bis bräunlich. Eine Cholestase entsteht entweder durch eine Störung der Leberfunktion mit unzureichender Ausscheidung der Gallenflüssigkeit (z. B. Virushepatitis) oder durch einen Verschluss der Gallengänge durch Tumoren, Steine oder Engstellen.


Cholesteatom

Cholesteatom, eine gutartige Geschwulst im Bereich des Mittelohrs, die aus Granulations- und Bindegewebe sowie aus Plattenepithelzellen besteht. Ein Cholesteatom kann angeboren sein, meistens entsteht es jedoch infolge eines Entzündungsreizes im Mittelohr (z. B. bei Tubenventilationsstörungen) oder einer Perforation des Trommelfells. Ein Cholesteatom wächst tumorartig, was eine Zerstörung der Knochen und eine eitrige Entzündung zur Folge hat. Symptome sind Hörstörungen, Ausfluss aus dem Ohr sowie ein Defekt im Trommelfell. Ein Cholesteatom kann in umgebende Strukturen einbrechen, was entsprechende Komplikationen zur Folge hat, z. B. eine Zerstörung der Gehörknöchelchen mit einer Schallleitungsschwerhörigkeit, ein Einbruch in den Kanal des Fazialisnervs mit nachfolgender Fazialislähmung, ein Durchbruch in die Hirnhäute mit einer nachfolgenden Meningitis oder ein Druchbruch ins Labyrinth, was Schwindel und Gleichgewichtsstörungen auslöst. Ein Cholesteatom muss operativ ausgeräumt und mit Antibiotika behandelt werden.


Cholesteatose

Cholesteatose, Cholesterosis, Ansammlung von winzigen, mikroskopisch sichtbaren Cholesterin-Kristallen in der Schleimhaut der Gallenblase, die sich in bestimmten Zellen (Makrophagen) anhäufen. Eine solche Gallenblase wird auch Stippchengallenblase genannt.


Cholesterin

Cholesterin, Cholesterol, fettähnliche Substanz, die als Grundbaustein für körpereigene → Steroidhormone und → Gallensäuren dient. Cholesterin ist vor allem in Eigelb und tierischen Fetten enthalten, wird jedoch auch vom Körper selbst produziert. Je mehr Cholesterin mit der Nahrung aufgenommen wird, desto weniger davon bildet der Körper in der Leber und der Darmschleimhaut selbst. Obwohl Cholesterin in begrenzten Mengen für den Körper lebenswichtig ist, kann eine Störung des Cholesterinstoffwechsels oder -transports im Körper oder eine zu hohe Zufuhr zu krankhaften Ablagerungen an Gefäßen (Arteriosklerose) oder Cholesterinsteinen führen. Die Erhöhung der Konzentration von Cholesterin im Blutserum wird als →  Hypercholesterinämie bezeichnet und gehört zu den →  Hyperlipoproteinämien.


Cholesterinämie

Cholesterinämie, Erhöhung der Konzentration von Cholesterin im Blutserum über 180 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Serum. Ursachen für eine Cholesterinämie sind (selten) eine angeborene Störung des Cholesterin- bzw. Fettstoffwechsels, meistens eine zu hohe Cholesterinzufuhr über die Nahrung oder eine Begleitstörung anderer Krankheiten wie Diabetes mellitus, Hypothyreose oder Lebererkrankungen. Da Cholesterin sich an Gefäßwänden ablagern kann, gilt eine Cholesterinämie als Risikofaktor Nr. 1 für die Arteriosklerose mit allen Folgeschäden wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Patienten mit einer Cholesterinämie sollten den Anteil tierischer Fette in der Nahrung drastisch verringern, ihr Gewicht normalisieren und evtl. zusätzlich Medikamente einnehmen.


Cholesterinesterase

Cholesterinesterase, ein Enzym, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird und zur Verdauung beiträgt. Die Cholesterinesterase spaltet Cholesterinester in Cholesterin und Fettsäure.


Cholesterinstein

Cholesterinstein, ein → Gallenstein, der überwiegend aus Cholesterin besteht. Die meisten Gallensteine sind Cholesterinsteine.


Cholesterol

Cholesterol, → Cholesterin.


Cholesterosis

Cholesterosis, → Cholesteatose.


Cholezystektomie

Cholezystektomie, Gallenblasenentfernung, Grund für eine Cholezystektomie sind u. a. eine Entzündung der Gallenblase oder Gallenblasensteine. Eine Cholezystektomie führen Chirurgen entweder in einer offenen Operation oder als sog. Laparoskopie durch. Als Komplikation tritt manchmal das →  Postcholezystektomiesyndrom auf.


Cholezystitis

Cholezystitis, Gallenblasenentzündung, eine Cholezystitis entsteht meist durch den Befall einer steingefüllten Gallenblase (Cholezystolithiasis) mit Bakterien. Die akute Cholezystitis geht mit typischen, meist krampfartigen Schmerzen im Bereich der Leber (Gallenkolik) sowie Übelkeit, Erbrechen, hohem Fieber und Entzündungszeichen im Blut einher. Durch die Infektion und evtl. Ansammlung von Eiter kann die Gallenblase platzen und zu einer ausgedehnten Entzündung führen. Patienten mit einer Cholezystitis dürfen nichts essen und müssen antibiotisch, möglicherweise auch operativ behandelt werden. → Cholezystektomie.


Cholezystocholangiografie

Cholezystocholangiografie, die röntgenologische Darstellung der Gallenblase und der ableitenden Gallenwege.


Cholezystografie

Cholezystografie, die röntgenologische Darstellung der Gallenblase vor und nach Einnahme eines Kontrastmittels, das sich in der Gallenflüssigkeit anreichert. Die Cholezystografie ist heute durch die Ultraschall-Diagnostik weitgehend ersetzt worden.


Cholezystokinin

Cholezystokinin, Abk. CCK, in der Darmschleimhaut gebildetes Hormon, das die Ausschüttung von Gallenflüssigkeit fördert, indem es die Gallenblase anregt, sich zusammenzuziehen. Außerdem regt Cholezystokinin die Freisetzung von anderen Verdauungsenzymen aus der Bauchspeicheldrüse an.


Cholezystolithiasis

Cholezystolithiasis, Ansammlung von Gallensteinen in der Gallenblase. → Cholelithiasis.


Cholezystopathie

Cholezystopathie, Oberbegriff für verschiedene funktionell oder organisch bedingte Erkrankungen der Gallenblase.


Cholezystotomie

Cholezystotomie, kaum noch gebräuchliche chirurgische Eröffnung der Gallenblase, meist zur Gallensteinentfernung. Die Gallenblase wird dabei nicht entfernt, sondern nach Ausräumung ihres Inhalts vernäht. Heute entfernt man die Gallenblase komplett. Auch → Cholezystektomie.


Cholin

Cholin, Gallenfarbstoff, Grundbaustein für Lezithin, Phosphatide und Acetylcholin, ein Gewebshormon, das im autonomen Nervensystem und bei der Erregung von Muskelzellen eine Rolle spielt. Cholin ist in Blut, Galle, Harn und Sperma enthalten. Durch eine langfristige cholinarme Ernährung, z. B. ausschließlich durch Mais, kommt es zu Störungen des Fettstoffwechsels und zu einer Verfettung der Leberzellen, weil die → Triglyzeride nicht abgebaut werden können.


cholinerg

cholinerg, die Wirkung von Acetylcholin betreffend; cholinerge Rezeptoren bzw. Nervenzellen kommen vor allem im →  Parasympathikus und in den Muskeln vor. Adrenerge Nervenzellen reagieren auf die Überträgerstoffe Adrenalin und Noradrenalin und kommen vor allem im → Sympathikus vor.


Cholinergikum

Cholinergikum, → Parasympathomimetikum.


Cholinesterase

Cholinesterase, → Acetylcholinesterase.


Cholinesterasehemmer

Cholinesterasehemmer, Substanz, die das Acetylcholin abbauende Enzym Cholinesterase hemmt und dadurch die Wirkung von Acetylcholin verstärkt. In Medikamenten werden Cholinesterasehemmer zur Behandlung des Glaukoms eingesetzt. Sie sind auch in vielen Pflanzenschutzmitteln enthalten. Auch → Acetylcholin.


Cholsäure

Cholsäure, → Gallensäure.


chondr...

chondr..., Wortteil mit der Bedeutung Knorpel.


chondral

chondral, zum Knorpel gehörend.


Chondritis

Chondritis, die Entzündung eines Knorpels.


Chondroblast

Chondroblast, aus dem Bindegewebe stammende Vorläuferzelle des Chondrozyten, einer Knorpelzelle.


Chondroblastom

Chondroblastom, Chondrom, gutartiger Tumor aus Knorpelgewebe, der in Knochen (meist Oberschenkel oder Oberarm) wächst. Ein Chondroblastom ist häufig durch abgestorbenes Gewebe und Verkalkungen gekennzeichnet. Dieser Tumor wächst meist langsam und kann mit guten Heilungschancen operiert werden. Dagegen bezeichnet man eine bösartige Geschwulst aus Knorpelgewebe als → Chondrosarkom.


Chondrocalcinosis

Chondrocalcinosis, Chondrokalzinose, eine Kalzifizierung von Gelenkknorpel, z. B. bei Stoffwechselstörungen (Hyperparathyreoidismus, Hämosiderose, Gicht) oder bei Gelenkschädigungen (Arthrose, Arthritis, Fehlstellung im Gelenk). Wenn eine Chondrocalcinosis Symptome verursacht, spricht man von der Chondrokalzinose-Krankheit.


Chondrodysplasie

Chondrodysplasie, eine Erkrankung, die auf einer erblich bedingten Störung der Verknöcherung des Knorpels beruht. Da die normale Umwandlung des Knorpels zu Knochen in der Längenwachstumszone der Röhrenknochen ausbleibt, entwickeln sich Deformitäten des Skeletts und Minderwuchs.


Chondrodystrophie

Chondrodystrophie, → Achondroplasie.


chondrogen

chondrogen, vom Knorpel ausgehend, Knorpel bildend.


Chondrokalzinose

Chondrokalzinose, → Chondrocalcinosis.


Chondrokalzinose-Krankheit

Chondrokalzinose-Krankheit, eine → Chondrocalcinosis, bei der in den betroffenen Gelenken Beschwerden auftreten. Man unterscheidet eine Chondrokalzinose-Krankheit in den Gelenken der Extremitäten und eine Chondrokalzinose-Krankheit in der Wirbelsäule.


Chondroklast

Chondroklast, Zelle, die Knorpelgewebe "frisst" bzw. auflöst. In den Stadien der Knochenbildung (→ Ossifikation) wird zunächst Knorpelgewebe gebildet, das anschließend durch Knochengewebe ersetzt wird; bei diesem Vorgang sind Chondroklasten wichtig.


Chondrom

Chondrom, → Chondroblastom.


Chondromatose

Chondromatose, das Auftreten von vielen Chondromen in Knochen oder Gelenken. Auch → Chondroblastom.


Chondron

Chondron, eine Baueinheit eines Knorpels. Ein Chondron besteht aus Knorpelzellen und der umgebenden Knorpelsubstanz.


Chondropathie

Chondropathie, Erkrankung des Knorpelgewebes. Als Chondropathia patellae bezeichnet man die Knorpelveränderungen an der Kniescheibe, die durch Abbau des Gewebes (Degeneration) gekennzeichnet sind und eine Entzündung nach sich ziehen können. Diese Erkrankung ist meist schmerzhaft und kann in eine → Arthrose übergehen.


Chondrosarkom

Chondrosarkom, ein bösartiger Knochentumor, der häufig im Bereich der Längenwachstumszone (Metaphyse) von Röhrenknochen, aber auch im Becken und in den Rippen entsteht. Chondrosarkome entstehen aus embryonalen oder knorpeligen Zellen oder (selten) sekundär aus einem länger bestehenden, gutartigen Chondrom. Das Chondrosarkom ist nach dem Osteosarkom die zweithäufigste Form bösartiger Knochentumoren; die Heilungschancen sind bei radikaler chirurgischer Entfernung etwas besser als beim Osteosarkom.


Chondrozyt

Chondrozyt, eine reife Knorpelzelle, die sich aus einem Chondroblasten entwickelt.


Chorda

Chorda, Strang, Saite.


Chorda dorsalis

Chorda dorsalis, ein Organ, das sich beim Embryo vor dem Neuralrohr entwickelt. Aus der Chorda dorsalis entsteht im Verlauf der Embryonalentwicklung die Wirbelsäule. Bei einer Störung des Wachstums der Chorda dorsalis kommt es zu Fehlbildungen der Wirbelsäule.


Chordae tendineae

Chordae tendineae, dünne Sehnenfäden, die von den sog. Papillarmuskeln an der inneren Herzwand zu den Segelklappen ziehen. Als Segelklappen werden die beiden Herzklappen bezeichnet, die zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern liegen. Bei der Kontraktion des Herzmuskels halten die Chordae tendineae die Klappen geschlossen, damit das Blut nicht in die Vorhöfe zurückströmt.


Chorda spinalis

Chorda spinalis, → Rückenmark.


Chorda tympani

Chorda tympani, Strang aus Nervenfasern, der durch Anteile des Mittelohrs zieht, die sog. Paukenhöhle. Die Chorda tympani verläuft dicht am Trommelfell entlang und enthält Nervenfasern des Parasympathikus und Fasern, die von dem Mittelast des Nervus facialis ausgehen.


Chordom

Chordom, ein sehr selten auftretender Tumor, der sich aus Überresten der → Chorda dorsalis entwickelt.


Chordotomie

Chordotomie, eine Operation, bei der im Rückenmark bestimmte Nervenstränge durchtrennt werden. Eine Chordotomie dient der Schmerzlinderung bei starken, mit anderen Mitteln unstillbaren Schmerzen, z. B. bei Krebspatienten.


Chorea

Chorea, Erkrankung des sog. extrapyramidalen Systems im Gehirn, die zunächst nur mit Störungen der Bewegung einhergeht. Die Betroffenen zucken oder schlagen plötzlich ungewollt und nicht kontrollierbar mit Armen oder Beinen; diese Muskelbewegungen betreffen manchmal nur das Gesicht. In Ruhe ist die Muskulatur eher locker als angespannt. Eine sehr schwere Form der Chorea ist die autosomal dominant erbliche Chorea major oder Chorea Huntington: Die Krankheit manifestiert sich meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr und ist mit fortschreitender Demenz und schweren psychischen Störungen verbunden. Bei der Chorea minor oder Chorea Sydenham hingegen handelt es sich um die Folge einer Streptokokken-Infektion; sie betrifft eher Kinder und Jugendliche, vor allem Mädchen. Andere Choreaformen können während der Schwangerschaft, im Alter oder bei Durchblutungsstörungen des Gehirns auftreten. Eine Heilung ist bisher nicht möglich; die Behandlung richtet sich an den Symptomen aus.


Choreoathetose

Choreoathetose, ein Wechsel zwischen unkontrollierten, zuckenden und langsamen, wurmartigen Körperbewegungen, z. B. bei fortgeschrittener → Chorea.


chorio...

chorio..., Wortteil mit der Bedeutung Haut.


Chorioidea

Chorioidea, → Choroidea.


Chorioiditis

Chorioiditis, → Choroiditis.


Choriomeningitis

Choriomeningitis, die gleichzeitige Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) und des sog. → Plexus choroideus. Meist handelt es sich um eine sog. lymphozytäre Choriomeningitis, bei der im Liquor vermehrt → Lymphozyten auftreten. Ursache dieser Krankheit ist eine Virusinfektion, die mit Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und auch das Gehirn selbst oder - seltener - das Rückenmark betreffen kann.


Chorion

Chorion, Zottenhaut,
Chorion
Die Zottenbäume des Chorion bilden im Verlauf der Embryonalentwicklung die Plazenta.
mittlere Eihaut. Das Chorion entsteht u. a. aus dem Trophoblasten, einem Entwicklungsstadium der befruchteten Eizelle, und dem anliegenden Mesenchym. Die sich entwickelnden Zottenbäume bilden gemeinsam mit der Dezidua basalis die Plazenta. Die Dezidua entwickelt im schwangeren Uterus aus der Gebärmutterschleimhaut (→ Endometrium). Das Chorion produziert das humane Choriongonadotropin (HCG), das beim Schwangerschaftstest im Urin nachgewiesen wird.


Chorionadenom

Chorionadenom, ein bösartiger Trophoblasttumor, der von einer → Blasenmole ausgeht. Das Chorionadenom breitet sich bis in die Muskelschicht der Gebärmutter aus. Ein Chorionadenom muss operativ entfernt werden, evtl. wird sogar eine → Hysterektomie notwendig. Im Gegensatz zum → Chorionepitheliom bildet das Chorionadenom nur sehr selten Metastasen.


Chorionbiopsie

Chorionbiopsie, Chorionzottenbiopsie, die Entnahme von Gewebe des → Chorion, um während der Schwangerschaft Zellen der Leibesfrucht auf angeborene Krankheiten hin zu untersuchen. Bei der Chorionbiopsie sticht man unter Ultraschallkontrolle mit einer speziellen Nadel in einen Teil der Plazenta, um kindliche Zellen zu entnehmen. Die Chorionbiopsie ist ab der siebten Schwangerschaftswoche durchführbar. Auch → pränatale Diagnostik.


Chorionepitheliom

Chorionepitheliom, Chorionkarzinom, eine Krebsgeschwulst, die sich bei einer ehemals schwangeren Frau aus in der Gebärmutter verbliebenen Zellen des Embryos entwickelt. Das Chorionepitheliom durchwächst die Gebärmutter und bildet sehr rasch Metastasen, v. a. in der Lunge. Symptome eines Chorionepithelioms sind z. B. Blutungen aus der Scheide, eine Vergrößerung der Gebärmutter und evtl. Atemprobleme oder Husten, wenn bereits Lungenmetastasen vorliegen. Die Behandlung besteht in einer operativen Entfernung des Tumors und einer Chemotherapie.


Choriongonadotropin

Choriongonadotropin, Abk. HCG, ein Proteohormon, das ab der zweiten Schwangerschaftswoche in der Plazenta gebildet wird. Choriongonadotropin unterhält die Funktion des Gelbkörpers während der Schwangerschaft. Der Nachweis von menschlichem Choriongonadotropin im Blut oder Urin dient als Schwangerschaftstest. Diagnostisch wird Choriongonadotropin außerdem zur Feststellung von Reifestörungen des Fötus bzw. nach einer → Blasenmole zum Ausschluss eines bösartigen Wachstums verwendet. Therapeutisch findet Choriongonadotropin u. a. Anwendung zur Ovulationsauslösung bei primärer oder sekundärer Amenorrhö.


Chorionkarzinom

Chorionkarzinom, → Chorionepitheliom.


Chorionzotten

Chorionzotten, die zottenartigen Fortsetzungen des → Chorion, der äußeren kindlichen Eihaut. Die Zotten verbinden sich als Chorion frondosum mit der veränderten Gebärmutterschleimhaut, der Dezidua, und bilden die Plazenta.


Chorionzottenbiopsie

Chorionzottenbiopsie, → Chorionbiopsie.


Chorioretinitis

Chorioretinitis, eine Entzündung der Aderhaut des Auges, an die sich eine Netzhautentzündung anschließt, z. B. bei einem Toxoplasmosebefall des Auges. Auch → Choroidea.


Choroidea

Choroidea, Chorioidea, die Aderhaut des Auges, der Abschnitt der Uvea, der an der Hinterseite des Augapfels direkt unter der Netzhaut liegt und Gefäße und Farbpigmente enthält. Wenn bei einer Entzündung oder Erkrankung der Netzhaut (Retina) die Choroidea mit erkrankt, spricht man von einer Chorioretinitis.


Choroideasklerose

Choroideasklerose, eine Sklerose der Kapillaren in der Aderhaut des Auges. Eine Choroideasklerose kann ohne Symptome verlaufen oder auch mit Sehstörungen einhergehen.


Choroideatumor

Choroideatumor, eine Geschwulst, die von der Aderhaut des Auges ausgeht. Primäre Choroideatumoren sind z. B. ein malignes Melanom oder ein Hämangiom, sekundäre Choroideatumoren sind Metastasen von Krebsgeschwulsten.


Choroiditis

Choroiditis, Chorioiditis, eine Entzündung der Aderhaut des Auges, verursacht durch Infektionen wie z. B. Toxoplasmose, Tuberkulose und Candidamykosen. Am Augenhintergrund sind weißliche Flecken sichtbar. Oft besteht zusätzlich eine Entzündung der Retina (Chorioretinitis).


chrom...

chrom..., Wortteil mit der Bedeutung Farbe.


Chrom

Chrom, Metall mit dem chemischen Symbol Cr. Chrom reichert sich durch die Nahrungsaufnahme in geringer Menge u. a. im Gehirn an. Durch das Einatmen von Chromstaub oder -dampf entsteht die sog. Chromstaublunge, die zu einer schweren Bronchitis oder einer Lungenentzündung führen kann. Auch bösartige Entwicklungen in Form des Chromatlungenkrebses wurden beobachtet.


Chromatiden

Chromatiden, die zwei Hälften eines Chromosoms. Die beiden Chromatiden sind identisch. Bei der → Mitose trennen sich die Chromatiden, die sonst durch das → Zentromer zusammengehalten werden.


Chromatin

Chromatin, anfärbbare Substanz im Plasma des Zellkerns, die DNS, RNS und Zellproteine beinhaltet. Während der Zellteilung werden die Chromosomen sichtbar, die aus dem Chromatin hervorgehen.


chromato...

chromato..., Wortteil mit der Bedeutung Farbe, Färbung.


Chromatografie

Chromatografie, Verfahren zur Trennung von Substanzgemischen. Die Trennung erfolgt durch unterschiedliche physikalische Techniken in der Dünnschicht-, Papier- oder Säulenchromatografie, bei denen die zu untersuchende Substanz in einer Flüssigkeit gelöst ist. Bei Lösung der Flüssigkeit in einem Gas spricht man von Gaschromatografie. Bei beiden Verfahren bewegt sich das gelöste Gemisch über feste Stoffe, wobei die einzelnen Substanzen z. B. mittels Adsorption oder durch → Ionenaustauscher getrennt werden.


Chromhidrose

Chromhidrose, das Abschwitzen von verfärbtem Schweiß, z. B. bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten.


Chromobacterium

Chromobacterium, ein gramnegatives, begeißeltes Stäbchenbakterium, das v. a. im Boden und im Wasser vorkommt. Die Chromobakterien bilden in Kulturen Farbstoffe.


chromogen

chromogen, die Eigenschaft von Organismen, Farbstoffe zu bilden. So dienen chromogen Substanzen z. B. zum Nachweis von Enzymen über die Farbreaktion.


Chromomykose

Chromomykose, eine Tropenkrankheit, bei welcher sich chronische Hautgeschwüre bilden. Erreger der Chromomykose sind die Chromomyces (Schwärzepilze). Behandelt wird durch die Gabe eines → Antimykotikums.


chromophil

chromophil, leicht anfärbbar, im Gegensatz zum Begriff → chromophob.


chromophob

chromophob, farbabstoßend, Eigenschaft von Substanzen, sich nicht an Farbstoffe zu binden.


Chromopsie

Chromopsie, eine Sehstörung, bei der die Seheindrücke in einer bestimmten Farbe erscheinen, z. B. in einem Gelbton (Xanthopsie). Eine Chromopsie tritt v. a. bei Überdosierungen von Medikamenten oder bei Vergiftungen auf.


Chromosom

Chromosom,
Deuteranopie
Auf dem X-Chromosom ist neben anderen Erbkrankheiten auch die Deuteranopie (Grünblindheit) lokalisiert.
Träger der genetischen Information im Zellkern. Auf den Chromosomen sind die Gene in Form von Desoxyribonucleinsäure angeordnet. Beim Menschen sind alle Gene auf 23 Chromosomen-Paaren angeordnet, wobei je ein Teil eines jeden Paars von der Mutter und einer vom Vater stammt. 22 dieser Paare machen die sog. Autosomen aus, ein Paar sind Geschlechtschromosomen (Gonosomen) - beim Mann XY, bei der Frau XX. Eizellen und Spermien enthalten jeweils nur einen halben Chromosomensatz, der sich durch die Befruchtung wieder verdoppelt (diploider Chromosomensatz). Bestimmte angeborene Krankheiten sind durch Fehler in der Anzahl oder der Struktur der Chromosomen bedingt (→ Chromosomenaberration).


Chromosomenaberration

Chromosomenaberration, Chromosomenanomalie, Veränderungen in der Anzahl oder Struktur der Chromosomen, z. B. → Trisomie, Monosomie oder Chromosomenbrüche. Das Risiko von Chromosomenaberrationen in den Keimzellen steigt mit dem Alter an. Auch → Chromosomenmutation.


Chromosomenanalyse

Chromosomenanalyse, Untersuchung und Beurteilung aller Chromosomen einer Zelle nach Anzahl und Form, um Chromosomenaberrationen zu finden oder auszuschließen. Werden alle in einer Zelle vorhandenen Chromosomenpaare geordnet, ergibt sich das sog. → Karyogramm.


Chromosomenanomalie

Chromosomenanomalie, → Chromosomenaberration.


Chromosomendeletion

Chromosomendeletion, Vorgang, der zum Fehlen eines Chromosomenstücks führt, z. B. durch Bruch des Chromosoms. Durch eine Chromosomendeletion kann die Funktion des Chromosoms und damit der betroffenen Zelle gestört werden; allerdings verfügen Zellen über bestimmte Mechanismen, um solche Schäden (in begrenzter Anzahl) zu reparieren. Im Gegensatz zur Chromosomendeletion steht die Chromosomenduplikation, die Verdopplung eines Teilstücks eines Chromosoms.


Chromosomenkarte

Chromosomenkarte, bildliche Darstellung der auf den Chromosomen liegenden Gene.


Chromosomenmutation

Chromosomenmutation, Veränderung der in den Genen eines Chromosoms festgelegten Erbinformation. Eine Chromosomenmutation kann spontan entstehen oder Folge äußerer Einflüsse (z. B. Strahlung, Gifte, sog. Mutagene) sein. Mutationen, die an wichtigen Stellen eines Chromosoms liegen, können die Funktion der betroffenen Zelle einschränken, z. B. zu einem unkontrollierten Wachstum im Sinne eines Tumors führen. Auch → Mutation.


Chromosomensatz

Chromosomensatz, Anzahl und Art der unterschiedlichen Chromosomen einer Zelle. Beim Menschen besteht der Chromosomensatz aus 46 Chromosomen, die in allen Zellen - mit Ausnahme der reifen Keimzellen - paarig als sog. diploider Chromosomensatz vorliegen. Der Chromosomensatz der reifen Keimzellen ist dagegen → haploid, jede Keimzelle enthält also nur 23 Chromosomen.


Chromosomenzählung

Chromosomenzählung, die Zählung der einzelnen Chromosomen in einer Zelle. Eine Chromosomenzählung ist am besten möglich, wenn sich eine Zelle in der Metaphase der Mitose befindet. Deshalb werden vor einer Chromosomenzählung die Zellen zur → Mitose angeregt, in der Metaphase wird der Mitosevorgang gestoppt. Zusätzlich müssen die Chromosomen noch angefärbt werden. Eine Chromosomenzählung dient z. B. der Diagnose einer → Chromosomenaberration bei einem Embryo oder Fetus. Dabei zählt man die Chromosomen in den kindlichen Zellen, die durch eine → Chorionbiopsie oder eine → Amniozentese entnommen wurden.


Chromotherapie

Chromotherapie, → Farbtherapie.


Chromurie

Chromurie, das Auftreten von farbigen Stoffen im Urin. Nicht immer hat eine Chromurie Krankheitswert: Farbiger Harn kann auch nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel (z. B. Rote Bete) oder nach der Einnahme von Medikamenten auftreten. Als Symptom einer Krankheit oder Störung kommt eine Chromurie z. B. bei einer Gelbsucht, einer Porphyrie oder einer Hämolyse vor.


Chromvergiftung

Chromvergiftung, eine Vergiftung mit → Chrom. Typisch sind Reizungen der Schleimhäute oder allergische Ekzeme. Wenn jahrelang Chromstaub eingeatmet wird, kann es mit der Zeit zu einer so genannten Chromstaublunge kommen, die ähnliche Beschwerden wie eine chronische Bronchitis verursacht. Bei Vorliegen einer Chromstaublunge besteht auch ein erhöhtes Risiko, dass sich nach Jahren ein Bronchialkarzinom entwickelt.


Chronic Fatigue Syndrome

Chronic Fatigue Syndrome, Abk. CFS, chronisches Müdigkeitssyndrom. Eine Erkrankung, die von andauernder Erschöpfung und verminderter Leistungsfähigkeit geprägt ist. Die Betroffenen schlafen überdurchschnittlich viel und klagen über Kopf- und Muskelschmerzen. Als Ursache der Krankheit werden sowohl eine Virusinfektion als auch psychische Auslöser angenommen.


chronisch

chronisch, langandauernd, schleichend in der Entwicklung. Im Gegensatz dazu: akut.


chronische Polyarthritis

chronische Polyarthritis, → rheumatoiden Arthritis.


chronisch obstruktive Lungenerkrankung

chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Abkürzung COPD für englisch chronic obstructive pulmonary disease, fortschreitende Verengung der Atemwege bei bestehender → chronischer Bronchitis oder bei → Lungenemphysem, gekennzeichnet durch chronischen Husten, Auswurf und Atemnot. Hauptursache ist Rauchen. Daneben kommen berufliche Belastungen mit Stäuben, allgemein Luftverschmutzung, häufige Atemwegserkrankungen in der Kindheit und selten eine erbliche Stoffwechselerkrankung (Alpha1-Antitrypsinmangel) als mögliche Auslöser hinzu. Zur Abklärung der Erkrankung und ihres Schweregrades dienen vor allem Lungenfunktionstests. Die wichtigste Maßnahme, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern, ist die Aufgabe des Rauchens und das Vermeiden von Passivrauchen. Außerdem stehen verschiedene Medikamente zur Behandlung zur Verfügung.


chron...

chron..., chrono..., Wortteil mit der Bedeutung Zeit.


Chronobiologie

Chronobiologie, Wissenschaft von den rhythmisch ablaufenden Körperfunktionen, z. B. der Veränderung des Blutdrucks im Verlauf des Tages. Auch → Biorhythmus, → zirkadianer Rhythmus.


Chronopharmakologie

Chronopharmakologie, Fachgebiet der Pharmakologie, das sich mit der Frage befasst, ob und wie sich die Wirkung von Medikamenten in Abhängigkeit von der Tageszeit verändert, zu der sie eingenommen werden.


chronotrop

chronotrop, im engeren Sinn Eigenschaft des Nervensystems oder bestimmter Medikamente, die Herzschlagfrequenz zu beeinflussen. Mit positiv chronotrop wird eine Beschleunigung, mit negativ chronotrop eine Verlangsamung der Frequenz bezeichnet. Im weiteren Sinn versteht man unter chronotrop "den zeitlichen Ablauf betreffend".


Chrysose

Chrysose, die Ablagerung von Gold in der Haut und in den inneren Organen nach einer Goldbehandlung (z. B. bei rheumatoider Arthritis).


chyl...

chyl..., chylo..., Wortteil mit der Bedeutung Saft.


Chylomikronen

Chylomikronen, Lipomikronen, aus Fetten und Eiweißstoffen (Lipoproteinen) aufgebaute rundliche Partikel, die verschiedene fetthaltige Verbindungen (vor allem → Triglyzeride) im Blut und in der Lymphflüssigkeit transportieren. Bei der Aufnahme von Fetten aus der Nahrung und ihrer Spaltung im Darm werden die Triglyzeride in Chylomikronen "verpackt" und zum weiteren Um- und Abbau in sog. High-Density- (HDL), Low-Density- (LDL) und Very-Low-Density-Lipoproteins (VLDL) gespeichert.


Chylus

Chylus, Milchsaft, fettreiche Flüssigkeit in den Lymphgefäßen des Darms, die aus der Nahrung aufgenommene Fette enthält und schließlich - über die Verbindungsstelle zwischen Lymph- und Blutwegen - in die Blutgefäße gelangt.


Chymotrypsin

Chymotrypsin, Verdauungsenzym, das aus der unwirksamen Vorstufe → Chymotrypsinogen gebildet wird. Im Darmlumen spaltet Trypsin das aus dem Pankreas stammende Chymotrypsinogen und aktiviert dadurch Chymotrypsin, das Eiweiße in kürzere Aminosäureketten zerlegt, die sog. Oligopeptide.


Chymotrypsinogen

Chymotrypsinogen, ein im Pankreas gebildetes Enzym, das eine inaktive Vorstufe des Chymotrypsins ist. Chymotrypsinogen wird in den Darm abgesondert und spaltet dort nach Aktivierung durch Trypsin Proteine.


Chymus

Chymus, Speisebrei im Magen.


Cicatrix

Cicatrix, → Narbe.


Ciclosporin A

Ciclosporin A, Cyclosporin A, aus einem Pilz gewonnenes Medikament, das die Funktion des Abwehrsystems beeinträchtigt (Immunsuppressivum). Ciclosporin A wird z. B. bei sog. Autoimmunkrankheiten eingesetzt, bei denen das Abwehrsystem fälschlich körpereigenes Gewebe angreift, oder bei einer → Organtransplantation zur Unterdrückung der Abwehrreaktion.


Ciguatera

Ciguatera, Vergiftung durch das Gift Ciguatoxin, das in verschiedenen Fischen und Meerestieren enthalten ist. Die Symptome sind Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen, Krämpfe, Durchfall und Lähmungen.


Cilia

Cilia, → Zilie (Auge), → Zilie (Zellaufbau), → Zilie (Mikorobiologie).


Cimetidin

Cimetidin, Medikament, das die Ausschüttung der Salzsäure im Magen dadurch hemmt, dass es sog. H2-Histamin-Rezeptoren blockiert, deren Reizung die Säuresekretion aktiviert (→ H2-Blocker). Cimetidin wird Patienten mit einer Entzündung oder einem Geschwür der Magenschleimhaut verordnet, Erkrankungen, die vor allem durch (übermäßige) Produktion von Magensäure unterhalten werden.


Cimex

Cimex, → Wanze.


Cimicifuga racemosa

Cimicifuga racemosa, → Traubensilberkerze.


Cimicosis

Cimicosis, der Befall durch → Wanzen.


Cimino-Shunt

Cimino-Shunt, Cimino-Fistel, spezielle Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene. Dieser sog. Shunt ist unter der Haut leicht zu finden und kann mit einer dicken Nadel für die Hämodialyse punktiert werden. Beim Cimino-Shunt verbindet der Chirurg die große Arterie des Unterarms (Arteria radialis) mit der benachbarten Vene (Vena cephalica antebrachii) und stellt so einen blutgefüllten Kurzschluss her.


Cingulum

Cingulum, Gürtel, anatomische Bezeichnung für verschiedene Strukturen, z. B. den Beckengürtel (Cingulum membri inferiores) oder den Schultergürtel (Cingulum membri superiores).


Cinnamomum verum

Cinnamomum verum, → Ceylon-Zimt.


Cinnarizin

Cinnarizin, ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Durchblutungsstörungen eingesetzt wird.


Ciprofloxacin

Ciprofloxacin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der → Chinolon-Antibiotika.


Circulus

Circulus, Kreis, anatomische Bezeichnung für den Circulus arteriosus cerebri (Willisii), zwei Gefäßverbindungen an der Hirnbasis zwischen der Basilarisarterie und der Arteria carotis interna.


Circumcisio

Circumcisio, → Zirkumzision.


Cirrhosis

Cirrhosis, → Zirrhose.


Cisplatin

Cisplatin, ein Wirkstoff mit zytostatischer Wirkung. Cisplatin wird v. a. zur Chemotherapie bei Bronchialkarzinomen eingesetzt.


Citratblut

Citratblut, Zitratblut, mit Natriumzitrat versetztes Blut, das dadurch nicht mehr gerinnt und so für bestimmte Untersuchungen (→  Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit) genutzt werden kann.


Citratzyklus

Citratzyklus, Zitronensäurezyklus, Krebszyklus,
Citratzyklus
Die komplizierten Schritte des Citratzyklus dienen vor allem der Energiegewinnung.
Zitratzyklus, zentrale Stoffwechselreaktion, bei der unter Verbrauch von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß schließlich Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP) entsteht. Zitrat ist eines der zahlreichen Zwischenprodukte dieses Zyklus, aus dessen Reaktionen freier Wasserstoff entsteht, der in der sog. → Atmungskette mit Sauerstoff verbunden wird: Durch diesen Schritt wird die Bildung von ATP möglich. Bei der Spaltung von ATP wird Energie frei und kann für andere Reaktionen genutzt werden.


Citrobacter

Citrobacter, eine Gattung von gramnegativen Stäbchenbakterien. Die Citrobacter sind u. a. auch im Magen-Darm-Trakt zu finden und können gelegentlich opportunistische Infektionen verursachen (Pneumonien, Harnwegsinfektionen).


CJK

CJK, Abk. für → Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.


CK

CK, → Creatinkinase.


Clarithromycin

Clarithromycin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der → Makrolid-Antibiotika.


Claudicatio

Claudicatio, Hinken. Neben der → Claudicatio intermittens der Beine unterscheidet man in der Medizin die Claudicatio intermittens abdominalis, schmerzhafte Durchblutungsstörungen des Verdauungstrakts, und die Claudicatio spinalis, Durchblutungsstörungen des Rückenmarks mit vorübergehenden Nervenstörungen.


Claudicatio intermittens

Claudicatio intermittens, Schaufensterkrankheit, aufgrund einer Durchblutungsstörung der Muskulatur heftige Schmerzen in den Waden beim Gehen. Bleibt der Betroffene notgedrungen stehen (oft vor einem Schaufenster), lassen die Schmerzen wegen der verbesserten Durchblutung in Ruhe langsam nach. Auslöser der Claudicatio intermittens ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK). Bei fortgeschrittener Erkrankung können die betroffenen Gefäßabschnitte durch eine sog. Bypass-Operation umgangen werden.


Claviceps purpurea

Claviceps purpurea, → Mutterkorn.


Clavicula

Clavicula, Schlüsselbein, der schmale, etwas geschwungene Knochen, der auf jeder Seite vom Brustbein zum Schulterblatt zieht und deutlich tastbar ist.


Claviculafraktur

Claviculafraktur, Schlüsselbeinbruch. Die Behandlung erfolgt in der Regel konservativ durch einen Rucksackverband.


Clavulansäure

Clavulansäure, ein Wirkstoff aus der Gruppe der → Betalaktamaseninhibitoren.


Clavus

Clavus, Hühnerauge, Verdickung der Hornhaut mit einem dornartigen Fortsatz in der Mitte, der tief in das Gewebe reicht. Ein Clavus entsteht durch langdauernden Druck auf ein Hautareal, das auf einem Knochen liegt - vor allem an der Fußsohle oder an den Zehen -, und kann starke Schmerzen bereiten.


clean

clean, frei von der Abhängigkeit von Drogen bzw. die Fähigkeit ehemaliger Süchtiger, ohne Drogenkonsum zu leben.


Clearance

Clearance, die Menge an Blutplasma, die von den Nieren innerhalb einer bestimmten Zeit von harnpflichtigen gereinigt werden kann. Je höher die Clearance, desto leistungsfähiger sind die Nieren, je niedriger die Clearance, desto eingeschränkter die Nierenfunktion. Zu den harnpflichtigen Substanzen gehören vor allem die stickstoffhaltigen Zwischen- und Endprodukte des Eiweißstoffwechsels wie der → Harnstoff, die bei Nierenversagen zu einer Vergiftung führen.


Clemastin

Clemastin, Substanz, die sog. Histamin-1-Rezeptoren blockiert (→ H2-Rezeptorenblocker) und als Mittel gegen allergische Reaktionen eingesetzt wird.


Click

Click, das kurze, klickende Geräusch, das die Mitralklappe verursacht, wenn sie sich bei einem Mitralklappen- bzw. Mitralsegelprolaps in den linken Vorhof vorwölbt und nicht mehr richtig schließt. Dieses Geräusch hört man mit dem Stethoskop vor allem kurz nach der Kontraktion des Herzens (Systole).


Clindamycin

Clindamycin, spezielles Antibiotikum. Clindamycin kann als Nebenwirkung u. a. den Verdauungstrakt und die Leber schädigen. Das Präparat wird z. B. bei besonders schweren Infektionen mit Staphylokokken eingesetzt.


Clip

Clip, Klipp, Klammer, die meist aus Metall besteht und bei Operationen genutzt wird, um Gefäße oder ähnliche Strukturen abzuklemmen. Bei einer Methode der Sterilisation der Frau werden mit Clips die Eileiter undurchgängig gemacht.


Clitoris

Clitoris, → Klitoris.


CLL

CLL, Abk. für chronisch lymphatische → Leukämie.


Clobetasol

Clobetasol, ein → Glucocorticoid, das zur äußerlichen Behandlung bei Hautkrankheiten angewendet wird.


Clofibrat

Clofibrat, Medikament, das zur Behandlung einer Hyperlipidämie eingesetzt wird, da es die Konzentration von Fetten im Blut senkt. Clofibrat gehört zu den Fibraten und ist ein sog. → Lipidsenker.


Clomethiazol

Clomethiazol, ein Wirkstoff, der beruhigend, einschläfernd und antikonvulsiv wirkt und daher als Schlafmittel und bei Krampfanfällen angewendet wird. Besonders häufig wird Clomethiazol zur Behandlung eines Delirium tremens bei der Alkoholkrankheit eingesetzt.


Clomifen

Clomifen, ein Wirkstoff, der eine → Ovulation auslöst. Clomifen wird u. a. zur Therapie einer Sterilität verwendet, wenn bei der betroffenen Frau keine natürlichen Ovulationen auftreten.


Clonidin

Clonidin, Medikament, das dem Sympathikus entgegenwirkt und damit den Blutdruck senkt (Antihypertensivum). Als Nebenwirkungen können Müdigkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung u. a. auftreten. Im Gegensatz zu vielen anderen Antihypertensiva wirkt Clonidin über Rezeptoren im Gehirn und kann auch bei motorischer Unruhe im Rahmen eines Alkohol- oder Opiatentzugs eingesetzt werden.


Clostridium

Clostridium, im Boden, im Wasser sowie im menschlichen Verdauungstrakt vorkommender Keim, der nur unter Abschluss von Sauerstoff wächst und Sporen bildet. Von den über 50 Clostridiumarten sind vier als Krankheitserreger für den Menschen bedeutsam: → Clostridium botulinum, → Clostridium difficile, → Clostridium tetani und → Clostridium perfringens.


Clostridium botulinum

Clostridium botulinum, Bakterium, das Botulinustoxin produziert und dadurch die (Lebensmittel-) Vergiftung → Botulismus verursacht. Botulinumtoxin ist das stärkste bakterielle Gift. Bei oraler Aufnahme ist bereits 0,1 µg tödlich.


Clostridium difficile

Clostridium difficile, Bakterium, das eine spezielle Form einer Darmerkrankung mit Durchfällen verursacht, die sog. pseudomembranöse → Enterokolitis. Diese Krankheit kann infolge von Durchblutungsstörungen, eher jedoch nach einer langdauernden Behandlung mit Antibiotika entstehen, da die Antibiotika die normale Darmflora zerstören, die die Vermehrung von Clostridium difficile normalerweise limitiert. Die pseudomembranöse Enterokolitis wird mit dem Antibiotikum Vancomycin behandelt.


Clostridium perfringens

Clostridium perfringens, Gasbrandbazillus, siedelt sich vor allem in tiefen Wunden an (fortgeschrittener Dekubitus, Muskelnekrosen, tiefen, verschmutzten Verletzungen). Clostridium perfringens führt zu schweren ödematösen Prozessen innerhalb der Wunde mit Absterben von Zellmaterial und vergiftet den Körper durch zahlreiche Exotoxine.


Clostridium tetani

Clostridium tetani, Bakterium, dessen Toxine für den Wundstarrkrampf (→ Tetanus) verantwortlich sind. Der Erreger ist überall verbreitet (ubiquitär), gelangt z. B. durch verschmutzte Wunden ins Gewebe und bleibt dort, während sich die Toxine entlang der Nervenbahnen ausbreiten. Das Tetanospasmin führt zu den schmerzhaften Muskelkrämpfen, das Tetanolysin wirkt hämolytisch, zerstört also Blutzellen, und ist nach dem Botulinustoxin das zweitstärkste Bakteriengift. Die Tetanusimpfung gehört zu den dringend empfohlenen Standardimpfungen. Für die Therapie der Erkrankung steht ein spezielles Antitoxin zur Verfügung.


Clotrimazol

Clotrimazol, lokal Medikament zur Behandlung von Pilzinfektionen der Haut oder Übergangsschleimhäute. Clotrimazol steht als Salbe oder Lösung zur äußeren Anwendung zur Verfügung.


Clozapin

Clozapin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der → Neuroleptika.


Cluster

Cluster, beim unkontrollierten (bösartigen) Zellwachstum Bezeichnung für einen Haufen ungeordneter Zellen. In der Epidemiologie, also der Erforschung von der zeitlichen und räumlichen Verteilung von Krankheiten, wird dieser Begriff auch für die Anhäufung einer bestimmten Krankheit verwendet. Der sog. Cluster-Headache ist eine häufig wiederkehrende, schwerste Kopfschmerzattacke im Augen-Schläfen-Bereich.


Cluster-Kopfschmerz

Cluster-Kopfschmerz, → Horton-Neuralgie.


CML

CML, Abk. für chronisch myeloische → Leukämie.


CMV

CMV, Abk. für → Cytomegalie-Virus.


Co

Co, Abk. für Kobalt.


CO

CO, Abk. für die chemische Verbindung Kohlenmonoxid.


CO

CO, Abk. für Cardiac Output, das pro Minute vom Herzen in die Aorta beförderte Blutvolumen (→ Herzminutenvolumen).


CO2

CO2, Abk. für die chemische Verbindung Kohlendioxid.


CoA

CoA, Abk. für → Acetyl-Coenzym A.


Co-Abhängigkeit

Co-Abhängigkeit, Umschreibung typischer Verhaltensweisen von Bezugspersonen eines Suchtkranken, die die Sucht ungewollt unterstützen und eine rechtzeitige Behandlung verhindern. Co-abhängige Angehörige von Suchtkranken stimmen ihr Leben weitgehend auf die Symptomatik des Süchtigen ab. Sie leiden dadurch oft selbst unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen und benötigen ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe. Co-Abhängigkeit kann neben Familienmitgliedern des Suchtkranken auch Arbeitgeber, Kollegen und behandelnde Ärzte betreffen. Auch → Abhängigkeit.


Coagulum

Coagulum, → Thrombus.


Coarctatio aortae

Coarctatio aortae, eine angeborene, starke Verengung der Aorta an einer Stelle, meistens am Ende des Aortenbogens (Aortenisthmusstenose), selten auch in der Bauchaorta. Bei einer Coarctatio aortae ist typischerweise der Blutdruck in den Beinen erniedrigt.


Cobalamin

Cobalamin, → Vitamin B12.


Cobalt

Cobalt, Kobalt, Abk. Co, Schwermetall, das für den Menschen ein lebenswichtiges Spurenelement darstellt. Cobalt ist jedoch in größeren Mengen giftig bzw. schädlich; es kann zu Verätzungen, Leber-, Nieren- und Herzschäden oder zu einem Kontaktekzem führen. In der Strahlentherapie werden radioaktive Kobaltisotope als Strahlenquelle verwendet, in der Nuklearmedizin als Marker für Stoffwechselkrankheiten.


Cocain

Cocain, → Kokain.


Cocastrauch

Cocastrauch, Pflanze, aus deren Blättern das Alkaloid → Kokain hergestellt werden kann. Gekaute Cocablätter wirken anregend und unterdrücken das Hungergefühl; beim Kauen von Cocablättern ist die Gefahr einer Abhängigkeit gering.


Coccidioides-Mykose

Coccidioides-Mykose, eine Pilzerkrankung durch die Pilzart Coccidioides immitis. Die Sporen dieses Pilzes werden eingeatmet, was Symptome wie bei einer Erkältung hervorruft. Zusätzlich treten Gelenkschmerzen auf. Nach diesem Stadium kann die Coccidioides-Mykose ausheilen oder - in seltenen Fällen - sich auf innere Organe ausbreiten. Die Coccidioides-Mykose kommt hauptsächlich in den USA vor. Behandelt wird mit einem systemischen → Antimykotikum.


Coccus

Coccus, → Kokken.


coccy...

coccy..., Wortteil für Os coccygis (Steißbein), das Steißbein betreffend.


Cochlea

Cochlea, Schnecke,
Cochlea
Das eigentliche Hörorgan ist die knöcherne Schnecke. Sie besteht aus spiralförmig angeordneten Membranen, in deren Innern winzige Haarzellen Töne an das Gehirn weiterleiten.
Teil des Innenohres, des sog. Labyrinths, das wie ein Schneckenhaus gewunden ist. In diesen Windungen befindet sich die Endolymphe, die der Weiterleitung von Schallwellen dient. Durch die Bewegung der Endolymphe werden kleinste Sinneszellen (innere und äußere Haarzellen) mechanisch gereizt; dieser Reiz wird im Nervensystem als Signal weitergegeben und schließlich als Ton bzw. Höreindruck empfunden und verarbeitet.


Cochleaimplantat

Cochleaimplantat, kleines Gerät, das in die → Cochlea eingepflanzt werden kann, um eintreffende Schallwellen elektronisch zu verstärken bzw. statt der erkrankten Cochlea aufzunehmen und damit einer Innenohrschwerhörigkeit entgegenzuwirken. Ein Cochleaimplantat wird zur Behandlung einer Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit eingesetzt. Es ist nur sinnvoll, wenn die der Cochlea nachgeschalteten Bestandteile des Gehörs, also der Hörnerv und die Hörbahn im Gehirn, nicht beschädigt sind.


cochlear

cochlear, kochlear, zur → Cochlea gehörig.


Code, genetischer

Code, genetischer, die "Schrift", mit der die Information auf den Genen "lesbar" wird; Schlüssel für die Zuordnung bestimmter Aminosäuren zu der jeweiligen Abfolge von Basen der Ribonucleinsäure (RNS). Die Grundbausteine der RNS sind vier verschiedene Nukleotide (Adenin, Guanin, Cytosin, Uracil), die Abfolge dieser Nucleotide bestimmt die Reihenfolge von Aminosäuren, die bei der Proteinsynthese in der Zelle aneinander gehängt werden. Die Nucleotide "kodieren" jeweils in einer Dreier-Sequenz (sog. Codon) für eine bestimmte der 20 möglichen Aminosäuren.


Codein

Codein, Kodein, Methylmorphin, morphinähnliche Substanz, die vom Opium abstammt und daher zu den sog. Opioiden gehört. Weil Codein den Hustenreiz unterdrückt, wird es gegen starken Husten verwendet. Im Gegensatz zu Morphium wirkt Codein weniger stark gegen Schmerzen, führt - in den als Hustenmittel verwendeten Mengen - kaum zu einem Rausch und erzeugt kaum Abhängigkeit. Daher unterliegt es nicht dem Betäubungsmittelgesetz.


Codon

Codon, Basentriplett, die aus drei sog. Nucleotiden, Bestandteilen der Ribonucleinsäure, gebildete Sequenz (Triplett), die im genetischen → Code einer bestimmten Aminosäure entspricht.


coelo...

coelo..., Wortteil mit der Bedeutung Bauchhöhle. Coeliacus bedeutet "zum Bauchraum gehörend".


Coenzym

Coenzym, Koenzym, eine Substanz, die mit einem → Enzym reagiert bzw. auf die ein Enzym bei einer bestimmten Reaktion angewiesen ist. Das Coenzym kann frei vorliegen oder an das Enzym gebunden sein. Als Coenzyme dienen z. B. verschiedene Vitamine oder Spurenelemente. Ihre Funktion besteht meist darin, bestimmte chemische Verbindungen oder einzelne Atome von einer Substanz auf eine andere zu übertragen. Das sog. → Acetyl-Coenzym A (CoA) ist in jeder Zelle vorhanden und spielt beim Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle.


Coeruloplasmin

Coeruloplasmin, Eiweißstoff, der im Blut, der Leber und den Nieren vorkommt und Kupfer transportiert und speichert. Eine erhöhte Coeruloplasmin-Konzentration im Blutserum weist auf eine Infektion hin, kann aber auch durch eine Schwangerschaft bedingt sein.


Cofaktor

Cofaktor, Oberbegriff für einen Wirkstoff, der für das Funktionieren eines Enzyms erforderlich ist. Metallionen sind häufig Bestandteil von Cofaktoren. Auch → Koenzym.


Coffein

Coffein, → Koffein.


Coitus interruptus

Coitus interruptus, von einem Coitus interruptus spricht man, wenn der Mann seinen erigierten Penis kurz vor der Ejakulation aus der Scheide der Frau herauszieht, damit die Spermien nicht hinein gelangen. Der Coitus interruptus ist eine - eher unsichere - Methode der →  Empfängnisverhütung.


Colchicin

Colchicin, Inhaltsstoff der Herbstzeitlose, eine für Zellen und vor allem die Zellteilung giftige Substanz. Colchicin findet Anwendung vor allem in der Behandlung der akuten Gicht und als Zytostatikum bei rheumatischen Erkrankungen. Bereits geringste Mengen dieser Substanz können bei Kindern zu schweren Vergiftungen führen. Die tödliche Dosis für einen Erwachsenen liegt bei ca. 20 mg.


COLD

COLD, Abk. für chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (disease). Auch → Atemwegserkrankung, obstruktive.


Colecalciferol

Colecalciferol, → Vitamin D3.


Colibakterium

Colibakterium, → Escherichia coli.


Colitis

Colitis, Entzündung des Dickdarms, z. B. → Colitis ulcerosa (mit der schweren Verlaufsform der Colitis gravis), pseudomembranöse → Enterocolitis oder Morbus Crohn. Andere Formen einer Colitis sind z. B. mit der Bildung von schleimhaltigen Blasen verbunden (Colitis cystica) oder durch Durchblutungsstörungen des Darms bedingt (Colitis ischämica).


Colitis, pseudomembranöse

Colitis, pseudomembranöse, pseudomembranöse Enterocolitis, Antibiotika-assoziierte Colitis, entzündliche Erkrankung des Dickdarms durch das Toxin des Bakteriums Clostridium difficile mit festen, weißlichen Belägen auf der Darmschleimhaut; oft als Folge einer Antibiotikabehandlung mit Zerstörung der normalen Darmflora, die normalerweise das Wachstum von Clostridium difficile unterdrückt. Bei der Therapie wird das auslösende Antibiotikum möglichst durch Vancomycin ersetzt.


Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa, bestimmte Art einer meist schubförmig verlaufenden, chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, deren Ursache unbekannt ist. Bei der Colitis ulcerosa ist der Dickdarm - meist vom Enddarm ausgehend - kontinuierlich entzündet: Die Darmwand verändert sich, die Schleimhaut kann aufgrund von Geschwüren fast völlig verschwinden. Als Folge verengt und verkürzt sich der Darm. Die Betroffenen leiden unter zum Teil starken (krampfartigen) Schmerzen, blutigen Durchfällen, Gewichtsverlust und Schwäche. Die Colitis ulcerosa tritt in verschiedenen Schweregraden auf und reicht von geringen Beschwerden bis zu einem akut verlaufenden, schweren Krankheitsbild. Für die Behandlung stehen verschiedene Medikamente (u. a. Sulfasalazin, Mesalazin, Cortison, Immunsuppressiva) oder bei konservativ unbeeinflussbarem Verlauf auch eine Operation zur Verfügung; dabei wird der gesamte Dickdarm entfernt und der Schließmuskel mit dem Dünndarm verbunden (ileoanaler Pouch); die Operation führt häufig zu einer Heilung.


Collum

Collum, Hals, Collum uteri ist der Gebärmutterhals, auch Cervix uteri genannt, als Collum dentis bezeichnet man den Zahnhals, den Übergang von der Zahnkrone zur -wurzel.


Collum uteri

Collum uteri, → Cervix uteri.


colo...

colo..., zum Colon (Dickdarm) gehörend, das Colon betreffend.


Colon

Colon, Kolon, Dickdarm,
Colon
Der Dickdarm ist der letzte Abschnitt des Verdauungskanals. Dort wird der flüssige Speisebrei zu einer halbfesten Masse eingedickt, die als Stuhl oder Fäzes bezeichnet wird.
der auf den Dünndarm folgende, breitere, etwa eineinhalb Meter lange Darmabschnitt, der schließlich in den Mastdarm (Rektum) übergeht. Das Colon gliedert sich in vier Abschnitte: Der erste, sog. aufsteigende Teil beginnt mit dem Blinddarm (Caecum) im rechten Unterbauch, der zweite querverlaufende Teil zieht unter den Rippenbögen entlang, der dritte absteigende Teil zieht vom linken Oberbauch nach unten und geht in den vierten schleifenförmigen (Sigma) Teil über. Im Colon wird der Nahrungsbrei eingedickt, dessen Bestandteile durch die Darmbakterien (Darmflora) weiter aufgespalten und zum Teil resorbiert. Schließlich wird der entstehende Kot Richtung Rektum transportiert.


Colondivertikel

Colondivertikel, Kolondivertikel, Dickdarmdivertikel, Ausstülpung der Dickdarmschleimhaut durch die Darmmuskulatur. Colondivertikel entstehen hauptsächlich durch zu hohen Druck im Coloninnenraum. Meistens verursachen Colondivertikel keine Beschwerden. Sie können sich jedoch auch entzünden (→ Divertikulitis) und müssen dann unter Umständen operativ entfernt werden. Auch → Divertikulose.


Colon-Hydro-Therapie

Colon-Hydro-Therapie, komplementärmedizinische Behandlung, die aus Darmeinläufen besteht. Dabei wird Wasser, evtl. mit Zusätzen, vom Mastdarm aus hochgespült, um den Darm zu reinigen und den Körper zu entschlacken. Während Einläufe zur Darmreinigung, etwa vor einer Darmspiegelung, sehr sinnvoll sind, ist die Colon-Hydro-Therapie in ihrer Wirkung umstritten.


Colon irritabile

Colon irritabile, Reizkolon, Reizdarm, Krankheitsbild, das durch Verdauungsstörungen mit Obstipation und/oder Durchfall sowie meist krampfartigen Bauchbeschwerden und verstärkten Blähungen gekennzeichnet ist. Das Colon irritabile gilt als psychosomatische Krankheit. Um die Diagnose stellen zu können, müssen organische Ursachen der Beschwerden wie z. B. eine bösartige Dickdarmgeschwulst oder Darmentzündungen ausgeschlossen werden. Die Behandlung besteht u. a. in der Gabe von krampflösenden Mitteln, einer diätetischen Beratung sowie psychosomatischer Therapie. Ein Abführmittelmissbrauch kann zu ähnlichen Symptomen führen.


Colonkarzinom

Colonkarzinom, Kolonkarzinom, Dickdarmkarzinom, ein maligner Tumor im Bereich des Kolons. Ein Colonkarzinom kommt häufiger bei Frauen als bei Männern vor. Warnsymptome sind Blut- und Schleimauflagerungen des Stuhls, Veränderungen der Darmentleerung (Wechsel von Verstopfung und Durchfall, → Bleistiftkot usw.) und Gewichtsverlust. Die Diagnose wird durch eine → Koloskopie mit Biopsie gestellt. Die Therapie besteht in der operativen Entfernung des betroffenen Kolonabschnitts mit zusätzlicher Bestrahlung oder Chemotherapie.


Colonmassage

Colonmassage, Kolonmassage, bei der Colonmassage werden fünf Punkte über dem Dickdarm kreisförmig massiert. Die Bewegung in Richtung des Rektums wirkt sich günstig auf Darmträgheit und Stuhlverstopfung aus.


Coloskopie

Coloskopie, Koloskopie, Dickdarmspiegelung, die endoskopische Inspektion des Dickdarmes mit einem → Endoskop. Die Coloskopie wird eingesetzt, um Stenosen, Fisteln oder Tumoren im Dickdarm zu diagnostizieren, Biopsien für die feingewebliche Untersuchung zu entnehmen oder Kolonpolypen zu entfernen.


Colostomie

Colostomie, chirurgisches Anlegen eines künstlichen Darmausgangs (→ Anus praeter) mit einer einfachen oder doppelläufigen Darmschlinge, entweder dauerhaft, z.B. nach einer Darmentfernung bei Darmkrebs oder vorübergehend, beispielsweise bei einer entzündlichen Darmerkrankung zur Schonung des erkrankten Darmabschnitts. Der Darminhalt wird in einem auf die Bauchhaut aufgeklebten Beutel aufgefangen. Auch → Ileostoma, → Stoma.


colpo...

colpo..., zur Scheide (Colpos) gehörend, die Scheide betreffend.


Columbo-Syndrom

Columbo-Syndrom, geschwätziges, alles hinterfragendes Verhalten.


Columna

Columna, Säule. In der Anatomie bezeichnet der Begriff säulenförmige Strukturen, z. B. die Columnae anales (längs verlaufende Schleimhautfalten im Analkanal).


Coma

Coma, → Koma.


Coma diabeticum

Coma diabeticum, diabetisches Koma, zuckerkranke Patienten (Diabetiker) können aufgrund ihrer Erkrankung durch zwei Ursachen ihr Bewusstsein verlieren: Einerseits durch zu wenig Zucker im Blut, den sog. hypoglykämischen Schock, andererseits durch zu viel Zucker im Blut, das sog. hyperglykämische Koma. Die Unterzuckerung ist durch mangelnde Nahrungs-/Zuckerzufuhr oder zu viel Insulin bedingt; die Überzuckerung durch einen Mangel an Insulin, der die Ursache des Diabetes darstellt. Beide Arten der Zuckerentgleisung können lebensgefährlich sein; während die Hypoglykämie jedoch durch Zufuhr von Glucose meist rasch zu beheben ist, erfordert die Behandlung einer Hyperglykämie ein sehr differenziertes Vorgehen.


Coma vigile

Coma vigile, → apallisches Syndrom.


Comedo

Comedo, Komedo, Mitesser, durch übermäßige Absonderung von Talg bedingte Schwellung der Haarfollikel, die außerdem stärker verhornen (Hyperkeratose). Dadurch bildet sich ein kleiner Knoten an der Hautoberfläche, aus dem sich der Talg herausdrücken lässt. Komedonen sind ein Symptom der → Akne.


Commissura

Commissura, Kommissur, verbindende anatomische Struktur. Dazu gehört z. B. die Commissura alba, die weiße Substanz vor dem Zentralkanal des Rückenmarks, oder die Commissura labiorum, die vordere und hintere Verbindung der großen Schamlippen.


Common-Cold-Virus

Common-Cold-Virus, Virus, das eine Erkältung auslösen kann. Auch → Rhinovirus.


Commotio

Commotio, Erschütterung eines Organs. Neben der → Commotio cerebri (Gehirnerschütterung) und einer → Commotio spinalis mit vorübergehender Querschnittslähmung spricht man auch von einer Commotio cordis, der Erschütterung des Herzens nach einem Aufprall oder Stoß gegen den Brustraum sowie von einer Commotio retinae, der traumatischen Schädigung der Netzhaut.


Commotio cerebri

Commotio cerebri, Gehirnerschütterung, Schädigung des Gehirns durch ein Trauma (z. B. einen Sturz oder Aufprall), von der sich der Betroffene meist vollständig erholt. Bei einer Commotio cerebri erleidet das Gehirn im Gegensatz zur sog. Contusio cerebri oder zum Schädelhirntrauma keine Veränderungen in Form und Struktur, lediglich die Funktion ist vorübergehend eingeschränkt. Die Betroffenen können sich häufig nicht an die Zeit kurz vor und kurz nach dem Trauma erinnern, sind bis maximal eine Stunde bewusstlos, klagen über Kopfschmerzen und Erbrechen und können sich evtl. für einige Zeit nach dem Trauma weniger gut konzentrieren.


Commotio spinalis

Commotio spinalis, Erschütterung des Rückenmarks durch Aufprall mit vorübergehender Symptomatik einer Querschnittslähmung.


communis

communis, gemeinsam.


Compliance

Compliance, der Wille und die Bereitschaft des Patienten, mit dem Arzt bei der Diagnose und Behandlung der Beschwerden zusammenzuarbeiten. Zur Compliance gehört, sich beim Arzt regelmäßig vorzustellen, Ratschläge zur Vorbeugung von Krankheiten ernst zu nehmen, Medikamente wie verordnet einzunehmen oder andere Therapieanweisungen zu befolgen. Eine Compliance ist u.a. umso besser, je verständlicher der Arzt die Behandlung erklärt bzw. je besser die Verständigung zwischen Arzt und Patient ist, je weniger der Patient bei der Therapie seinen bisherigen Lebensstil ändern muss und je mehr der Patient unter seiner Erkrankung leidet.


Compliance

Compliance, die Fähigkeit des Lungengewebes und des Brustraumes insgesamt, sich den Veränderungen von vertiefter Atmung mittels Dehnung anzupassen (Dehnbarkeit).


Compressio

Compressio, → Kompression.


Compressio cerebri

Compressio cerebri, Druckerhöhung oder Quetschung des Gehirns. Als Compressio cerebri bezeichnet man die unter Umständen schwere Schädigung des Hirngewebes durch erhöhten Hirndruck. Ursache eines erhöhten Hirndrucks kann eine Blutung oder eine Verletzung sein, aber auch eine Abflussstörung der Gehirnflüssigkeit, z. B. bei Tumoren oder Abszessen im Hirn. Die Patienten klagen über Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und neurologische Störungen; im weiteren Verlauf treten Bewusstseinsstörungen bis zum Koma ein mit Puls- und Atemverschlechterung, die eine Beatmung nötig machen.


Compton-Effekt

Compton-Effekt, Bezeichnung für einen Vorgang, der bei der Wechselwirkung zwischen Photonenstrahlung und Materie auftritt: Ein Photon löst dabei ein Elektron aus der äußersten Atomhülle, was mit einer Energieübertragung verbunden ist. Der Compton-Effekt spielt in der Medizin v. a. in der Radiotherapie eine Rolle.


Computertomographie

Computertomographie,
Computertomographie
Die Computertomografie erstellt eine Serie von Querschnittsbildern.
Abk. CT, bildliche Darstellung von Organen im Körper mittels Röntgenbildern, die per Computer schichtweise aufgezeichnet und verarbeitet werden. Die Röntgenstrahlen durchdringen den Körper in verschiedenen Ebenen, so dass Schnittbilder des zu untersuchenden Organs entstehen, auf denen die unterschiedliche Dichte des Gewebes erkennbar ist. Auf diese Weise lassen sich sehr kleine Strukturen im Körper nachweisen, z. B. Tumoren, Metastasen oder Blutungen. Große Bedeutung hat die CT z. B. bei der Diagnose eines Schlaganfalls: Mit Hilfe einer CT des Gehirns (kraniales CT) lässt sich bereits innerhalb kurzer Zeit nach Einsetzen der Symptome feststellen, ob eine Einblutung oder eine Minderdurchblutung des Hirngewebes die Ursache des Schlaganfalls ist.


Concha nasalis

Concha nasalis, → Nasenmuschel.


concomitans

concomitans, begleitend, in der Medizin meist im Sinne von zusätzlich auftretenden Erkrankungen oder Beschwerden, die mit der Grunderkrankung nicht unbedingt in ursächlichem Zusammenhang stehen.


Conduit

Conduit, Röhre, Bezeichnung für eine Gefäßplastik aus Kunststoff, die z. B. als Ersatz einer arteriosklerotischen Aorta implantiert wird.


Conduit

Conduit, Röhre, eine künstlich geschaffene »Ersatzharnblase« aus einem Darmsegment. Eine Conduit-Blase wird dann angelegt, wenn die Harnblase z.B. infolge einer Krebserkrankung entfernt werden muss. Die Enden der beiden Harnleiter werden dabei in ein Stück stillgelegten Darms eingenäht, zur Ableitung des Harns nach außen wird das Darmstück mit der Bauchdecke vernäht (Stoma). Mit einer Conduit-Blase ist keine kontrollierte Abgabe des Harns (Kontinenz) möglich.


Condyloma

Condyloma, Feigwarze, Feuchtwarze, nässende kleine Erhebung der Haut im Genitalbereich.1. "spitze Feigwarzen", Condyloma acuminata, wenige Millimeter große Erhebungen der Haut im Genital- und Analbereich, die durch Viren (Humanpapillomvirus, HPV) verursacht und meist sexuell übertragen werden. Je nach auslösendem Virustyp sind Condylomata acuminata bei der Entstehung eines Zervixkarzinoms mitbeteiligt bzw. gelten als Risikofaktor. Eine mögliche Behandlungsmethode ist die → Elektrokoagulation. Bei der HIV-Infektion treten gehäuft schwer zu behandelnde Condyloma acuminata auf. Seit 2006 steht ein Impfstoff zur Verfügung. Die Impfung wird für Mädchen und junge Frauen vor dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen.2. "breite Feigwarzen", Condylomata lata, treten bei der → Syphilis auf.


Condylus

Condylus, Kondylus, das Knochenende mit dem Gelenkkopf. Ausgeprägte Condylen besitzt z. B. der Oberschenkelknochen (Femur), sie lassen sich im Bereich des Knies tasten. Die Verdickung am Knochenende besteht aus dem inneren (Condylus medialis) und dem äußeren (Condylus lateralis) Condylus. An den Condylen des Femurs setzen die Außenbänder des Kniegelenks an und ziehen zu Schien- und Wadenbein.


Congelatio

Congelatio, Erfrierung, z. B. eine Frostbeule.


congenital

congenital, kongenital, angeboren, bei der Geburt bereits vorhanden.


Conjugata vera

Conjugata vera, ein inneres Beckenmaß, das den Abstand zwischen Symphyse und Promontorium angibt. Die Conjugata vera gibt Aufschluss über die Weite des Beckens in der Sagittalebene und ist deswegen in der Geburtshilfe von Bedeutung.


Conjunctiva

Conjunctiva, Konjunktiva, Bindehaut des Auges, der Abschnitt der äußeren Haut des Auges, die unter den Lidern als Conjunctiva palpebrarum liegt und von dort die vordere Seite des Augapfels etwa bis zum äußeren Rand der Iris bedeckt. In der Conjunctiva verlaufen Blutgefäße und Nerven.


Conjunctivitis

Conjunctivitis, Konjunktivitis, Bindehautentzündung, Entzündung der Conjunctiva. Bei einer akuten Conjunctivitis ist die Bindehaut gerötet, geschwollen und "tränt", bei einer chronischen Conjunctivitis ist keine Schwellung vorhanden, die Oberfläche der Conjunctivitis erscheint jedoch etwas aufgeraut. Ursachen für eine Conjunctivitis sind Infektionen mit Bakterien oder Viren, Verletzungen, Staub, Fremdkörper oder eine Allergie. Zu den Sonderformen gehören die (harmlose) Conjunctivitis follicularis, bei der die Lymphfollikel an den Augenlidern anschwellen; die Conjunctivitis diphtherica oder pseudomembranacea, die eine seltene, aber schwere Conjunctivitis bei Neugeborenen von Müttern mit einer Gonorrhö auslöst; die Conjunctivitis trachomatosa beim → Trachom durch Chlamydia trachomatis; die Conjunctivitis vernalis, die im Rahmen einer Allergie (z. B. Heuschnupfen) auftritt.


connatal

connatal, konnatal, angeboren, bei der Geburt vorhanden. Connatal wird häufig mit kongenital gleichgesetzt.


Conn-Syndrom

Conn-Syndrom, Hyperaldosteronismus, eine Überproduktion des Hormons Aldosteron in der Nebennierenrinde. Ursache ist häufig ein gutartiger Tumor (Adenom) oder eine Gewebewucherung (Hyperplasie), sehr selten ein bösartiger Tumor. Aldosteron wirkt vor allem auf die Niere, die daraufhin vermehrt Natrium im Körper zurückhält und Kalium ausscheidet. Dadurch wird weniger Wasser ausgeschieden, was neben der direkten blutdrucksteigernden Wirkung des Aldosterons zu einem erhöhten Blutdruck führt. Beim Conn-Syndrom liegt also ein Bluthochdruck sowie ein Kaliummangel vor, der zu Sehstörungen, Muskelschmerzen, Lähmungen, Obstipation und evtl. lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen führen kann. Die Therapie besteht in einer Entfernung des Tumors. Beruht das Conn-Syndrom auf einer Hyperplasie, werden Hemmstoffen des Aldosteron (Aldosteron-Antagonisten) verordnet.


contagiosus

contagiosus, ansteckend, kontagiös.


Contergan®

Contergan® , Handelsname des Schlafmittels Thalidomid, das Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre verbreitet war. Contergan® führt bei Einnahme während der Schwangerschaft zu schweren Schäden des Embryos (→ Thalidomid-Embryopathie) und wurde daher verboten.


continua

continua, dauerhaft anhaltend; Febris continua ist anhaltendes Fieber.


contra

contra, kontra, gegen, entgegengesetzt.


Contrecoup

Contrecoup, Bezeichnung für eine typische Verletzung bei einer → Contusio cerebri: Hirngewebe ist nicht nur auf der Seite des Gehirns geschädigt, wo der Aufprall stattfand (Coup), sondern auch auf der gegenüberliegenden Seite (Contrecoup). Die Ursache dafür ist, dass das Gehirn auf der Gegenseite auf den harten Schädel aufprallt.


Contusio

Contusio, → Kontusion.


Contusio cerebri

Contusio cerebri, Verletzung des Gehirns durch ein Trauma ohne Einriss der harten Hirnhaut (Dura mater). Gefäße und Gewebe des Gehirns sind typischerweise auch an der dem Trauma gegenüberliegenden Stelle des Gehirns geschädigt, da durch den Stoß oder Aufprall auch die Gegenseite des Hirns verletzt wird. Die Patienten werden bewusstlos bis komatös, die Atmung oder bestimmte andere Hirnfunktionen setzen aus; häufig kommt es zu dauerhaften Folgeschäden in Form einer Epilepsie oder eines apallischen Syndroms (→ Koma).


Contusio spinalis

Contusio spinalis, eine Schädigung des Rückenmarks durch einen Aufprall, mit den gleichen Symptomen wie bei einer Querschnittslähmung.


Conus

Conus, Kegel, eine anatomische Bezeichnung für verschiedene kegelförmige Strukturen, z. B. den Conus arteriosus der rechten Herzkammer oder den Conus medullaris, das untere Ende des Rückenmarks.


Convenience food

Convenience food, meist unausgewogene, eher einseitige Nahrung, die einfach zubereitet und verzehrt werden kann, z. B. Konserven oder Kartoffelchips. In der Bedeutung dem → Fastfood ähnlich.


Convolut

Convolut, verschlungene Organmassen, z. B. Blutgefäße oder Darmschlingen.


Convulsion

Convulsion, → Krampfanfall.


Coombs-Test

Coombs-Test, der Nachweis von inkompletten, gegen Erythrozyten gerichteten Antikörpern mittels Antiglobulinen. Beim direkten Coombs-Test wird das Coombs-Serum zu den Erythrozyten des Patienten gegeben. Eine Agglutination (positiver Coombs) zeigt das Vorhandensein von gebundenen Antikörpern auf den Erythrozyten an. Beim indirekten Coombs-Test werden über einen Zwischenschritt (Inkubation von Testantikörpern mit Patientenserum) auch freie Antikörper nachgewiesen.


COPD

COPD, Abkürzung für chronic obstructive pulmonary disease, → chronisch obstruktive Lungenerkrankung


Coping

Coping, Bewältigung, Verhalten von Menschen, das dazu dient, mit einer Krankheit und den daraus resultierenden Problemen umgehen zu können. Dazu verhelfen u. a. sog. Coping-Strategien, zielgerichtete Verhaltensweisen, die auch erlernt werden können. Für ein erfolgreiches Coping spielt das soziale Umfeld eines Patienten eine wichtige Rolle.


Cor

Cor, das → Herz. Cor adiposum ist ein Fettherz; das Cor bovinum (Ochsenherz) ein krankhaft vergrößertes Herz, z. B. bei schwerer → Herzinsuffizienz oder Herzklappenfehlern.


Core

Core, der innerste Teil eines Virus.


Cornea

Cornea, Hornhaut des Auges, der durchsichtige Abschnitt der äußeren Augenhaut, der sich vor der Iris befindet und an deren Rand in die → Sclera übergeht. Die Cornea ist etwas stärker gewölbt als die Rundung des Augapfels und schützt das Auge nicht nur, sondern bricht auch die Lichtstrahlen zusätzlich zur Linse: Die Cornea hat als Sammellinse eine Brechkraft von 40 Dioptrien. Auch → Kornealreflex.


Cornu

Cornu, hornartiges Gebilde.


Corona

Corona, anatomische Bezeichnung mit der Bedeutung "Kranz", z. B. die Corona ciliaris: der Strahlenkranz des Ziliarkörpers; die Corona dentis: die Zahnkrone; Corona glandis: das ringartig aussehende, verdickte Gewebe am Rand der Eichel des Penis.


coronarius

coronarius, kranzförmig. Die Koronararterien (Arteria coronaria dextra und sinistra) sind die sog. Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen.


Coronavirus

Coronavirus, RNA-Virus aus der Familie der Coronaviren, die beim Menschen Infektionen der oberen Atemwege auslösen können.


Cor pulmonale

Cor pulmonale, die krankhafte Vergrößerung des Herzmuskels als Folge einer Veränderung des Lungengewebes, die dazu führt, dass der Druck im Lungenkreislauf steigt. Da die rechte Herzkammer das Blut in die Lunge befördert, kommt es zu einer → Rechtsherzhypertrophie. Ursache einer solchen Lungenveränderung kann die Verfestigung des Gewebes im Rahmen einer Lungenfibrose sein; ein akutes Cor pulmonale entwickelt sich bei einer → Lungenembolie infolge des Rückstaus, bei einem schweren Asthmaanfall oder durch Verletzungen des Brustraums (Spannungspneumothorax).


Corpus

Corpus, Körper, entweder der gesamte Organismus oder eine funktionelle Einheit im Organismus.


Corpus callosum

Corpus callosum, Balken, die breite Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften, die durch querverlaufende Nervenfasernzüge gebildet wird. Das Corpus callosum ermöglicht einen Informationsaustausch zwischen linker und rechter Hirnhälfte.


Corpus cavernosum

Corpus cavernosum, Schwellkörper, entweder in der Klitoris oder im Penis. Durch das Einströmen von Blut in das Corpus cavernosum wird eine Erektion möglich.


Corpus luteum

Corpus luteum, Gelbkörper, entsteht im Eierstock nach dem Eisprung aus dem geplatzten Follikel. Bei Eintreten einer Schwangerschaft wächst das Corpus luteum bis zum dritten Schwangerschaftsmonat. Es produziert die für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft erforderlichen Hormone Östrogen und Progesteron.


Corpus-luteum-Insuffizienz

Corpus-luteum-Insuffizienz, eine »Schwäche« des Gelbkörpers, die mit einer verringerten Produktion von Progesteron einhergeht. Eine Corpus-luteum-Insuffizienz kann zu einer Sterilität führen: Da die Schleimhaut der Gebärmutter in der zweiten Zyklushälfte infolge des Progesteron-Mangels nicht richtig aufgebaut wird, kann sich ein befruchtetes Ei dort nicht einnisten. Eine Corpus-luteum-Insuffizienz wird mit Hormonpräparaten behandelt.


Corpus pineale

Corpus pineale, → Epiphyse.


Corpus striatum

Corpus striatum, Striatum, ein Teil der → Basalganglien. Das Corpus striatum gehört zum → extrapyramidalen System.


Corpus uteri

Corpus uteri, Gebärmutterkörper, der Hauptteil der Gebärmutter, der die Gebärmutterhöhle bildet. Oben geht das Corpus uteri auf beiden Seiten in die Eileiter über, unten folgt der Gebärmutterhals (Collum uteri und Cervix uteri).


Corpus vitreum

Corpus vitreum, → Glaskörper des Auges.


Corrigens

Corrigens, Korrigenz, Zusatzstoff in Arzneimitteln, der keine pharmakologische Wirkung hat, sondern den Geschmack, Geruch oder das Aussehen verbessert.


Cortex

Cortex, Kortex, Rinde, als Cortex cerebelli wird die Rinde des Kleinhirns bezeichnet, als Cortex glandulae suprarenalis die → Nebennierenrinde. Neben der äußeren Organschicht bezeichnet Cortex auch die Rinde einer Pflanze.


Cortex cerebri

Cortex cerebri, Großhirnrinde,
Cortex cerebri
Die Hirnrinde ist die kompliziert gefaltete äußere Schicht des Gehirns und der Teil, der in erster Linie für bewusste Empfindungen und Handlungen zuständig ist. Sie kann in drei Hauptrindenfelder unterteilt werden. Das sensorische Rindenfeld verwertet eingehende Informationen aus den Sinnesorganen und Sinnesrezeptoren. Vom motorischen Rindenfeld ergehen Anweisungen an die Skelettmuskulatur. In den Assoziationsgebieten, die mehr als 75 Prozent der Hirnrinde beanspruchen, werden Informationen aus den sensorischen Rindenfeldern ausgewertet und die Leistungen des Intellekts gesteuert.
die äußere, ca. drei Millimeter dicke Schicht des Großhirns, die Nervenzellen enthält. Aufgrund ihres Aussehens wird sie - zusammen mit den Nervenzellkernen der → Basalganglien - als graue Substanz bezeichnet. Der Cortex cerebri unterteilt sich in verschiedene sog. Lappen: den Stirnlappen (Lobus frontalis), Scheitellappen (Lobus parietalis), Schläfenlappen (Lobus temporalis) und den Hinterhauptslappen (Lobus occipitalis). Diese Lappen werden durch Furchen voneinander getrennt; kleinere Furchen teilen die Hirnwindungen voneinander. Verschiedene Gebiete des Cortex cerebri haben bestimmte Funktionen, darunter das Gebiet für die willkürliche Bewegung oder das Sprachzentrum. Der Cortex cerebri ist als Schichtung von - je nach Funktion - fünf bis sechs Lagen verschiedener Zellen aufgebaut.


cortical

cortical, zur Hirnrinde gehörend, mit der Hirnrinde in Zusammenhang stehend oder von ihr ausgehend.


Corticosteroide

Corticosteroide, Kortikoide, Steroidhormone, Sammelbegriff für körpereigene Hormone, die aus Cholesterin aufgebaut werden. Die verschiedenen Corticosteroide werden in der Nebennierenrinde gebildet und in verschiedene Gruppen eingeteilt; zu den → Glucocorticoiden gehören Cortisol, Cortison und Corticosteron, zu den → Mineralocorticoiden Aldosteron und Desoxycorticosteron; zu den Steroidhormonen gehören die Geschlechtshormone → Androgen und → Östrogen. Mineralocorticoide regulieren den Natriumhaushalt. Glucocorticoide beeinflussen den Stoffwechsel von Kohlenhydraten und Eiweiß, verstärken die (z. B. stressbedingte) Wirkung des Sympathikus auf den Kreislauf, regen die Produktion von Magensäure an und wirken hemmend auf Entzündungen und das Immunsystem. Aufgrund dieser Wirkungen werden künstlich hergestellte Corticosteroide bei vielen verschiedenen Krankheiten als Medikamente verwendet; z. B. bei Tumorerkrankungen, bei chronisch entzündlichen (z. B. rheumatische Arthritis) oder allergischen Erkrankungen.


Corti-Organ

Corti-Organ, das Sinnesepithel der Gehörschnecke, das die → Cochlea des Innenohres auskleidet. Im Corti-Organ befinden sich die Sinneszellen (Haarzellen), die fortgeleitete Schallwellen als Reiz aufnehmen und als Nervensignal weiterleiten.


Cortisol

Cortisol, Kortisol, Hydrocortison, wichtigstes Hormon aus der Gruppe der → Glucocorticoide , das in der Nebennierenrinde produziert wird und dem Cortison sehr ähnlich ist. Auch → Corticosteroide.


Cortison

Cortison, Kortison, dem Cortisol ähnliches, in der Nebennierenrinde produziertes Hormon aus der Gruppe der → Glucocorticoide. Auch → Corticosteroide.


Cortisonismus

Cortisonismus, Hypercortisolismus, Krankheitsbild, das nach lang dauernder Therapie mit Corticosteroiden (Cortisol und Cortison) entsteht. Die Dosis, die noch nicht zu ausgeprägten Beschwerden führt, nennt man Cushing-Schwelle (→ Cushing-Syndrom); allerdings können Symptome auch bei niedrigerer Dosierung auftreten. Die Betroffenen leiden unter einer auffälligen Fettverteilung (Stammfettsucht) mit aufgedunsenem Gesicht (Vollmondgesicht), evtl. Corticoidakne, einem Corticoidglaukom oder einer der Zuckerkrankheit ähnlichen Stoffwechselstörung, einer Osteoporose oder psychischen Veränderungen. Die Beschwerden bilden sich nach Absetzen der Medikamente zurück, sofern auf die Cortisongabe verzichtet werden kann.


Corynebacterium

Corynebacterium, überall vorkommendes, unbewegliches Stäbchenbakterium, dessen Gruppe etwa 40 Arten umfasst. Nur wenige davon sind Überträger von menschlichen Krankheiten, z. B. → Corynebacterium diphtheriae und Corynebacterium pyogenes, das eine akute Rachenentzündung verursachen kann.


Corynebacterium diphtheriae

Corynebacterium diphtheriae, Diphtheriebakterium, Bakterium, das die → Diphtherie verursacht. Die Bakterien befallen die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum sowie im Kehlkopf, schädigen deren Oberflächen und bilden eine Pseudomembran aus Bakterien, Fibrin und totem Gewebe, das den typisch süßlichen Mundgeruch verursacht. Das im Blut zirkulierende Exotoxin greift die Gefäße an und erleichtert den Bakterien den Weg zu den inneren Organen, vor allem dem Herzen, den Nerven und den Nebennieren. Die Patienten leiden an Husten, Heiserkeit und - bei Rachen- und Kehlkopfbefall - an schwerster Atemnot; die Schädigung von Herz und Nervensystem führt zu schweren, manchmal tödlichen Komplikationen. Zur Behandlung steht ein → Antitoxin (Diphtherie-Immunserum) zur Verfügung, das bereits bei begründetem Verdacht auf eine Diphtherie gegeben werden sollte.


Coryza

Coryza, → Rhinitis.


Costa

Costa, → Rippe.


costal

costal, zur Rippe gehörend.


Cotrimoxazol

Cotrimoxazol, Mischpräparat aus zwei verschiedenen Antibiotika, deren Wirkungen sich ergänzen: Trimethoprim und Sulfamethoxazol. Cotrimoxazol wird z. B. bei Infektionen der Harnwege oder bestimmten Lungenentzündungen verwendet.


Cotton-wool-Herde

Cotton-wool-Herde, Cotton-wool-spots, typische Veränderungen auf der Netzhaut des Auges, die bei der Augenspiegelung sichtbar werden: wattebauschähnliche, weißliche, verwaschene, verschieden große Flecken durch Verschluss der kleinsten Blutgefäße und resultierendem Nervenplasmastau. Cotton-wool-Herde kommen z. B. bei der diabetischen oder hypertensiven → Retinopathie, bei HIV-Infektionen, Autoimmunkrankheiten oder bei einer Erkrankung der Netzhautgefäße vor (Retinitis angiospastica).


Couperose

Couperose, eine dauerhaft bestehende Rötung des Gesichts, die durch Ausbildung zahlreicher Teleangiektasien zu Stande kommt. Eine Couperose kann ein Vorstadium einer → Rosazea sein.


Courvoisier-Zeichen

Courvoisier-Zeichen, der typische Tastbefund einer stark vergrößerten, schmerzlosen Gallenblase bei bereits länger bestehendem Gallengangsverschluss mit Gelbsucht; meist ist das Courvoisier-Zeichen ein Hinweis auf einen Gallengangstumor.


Cowper-Drüse

Cowper-Drüse,
Cowper-Drüse
Die Schleim produzierende Cowper-Drüse ist Teil des männlichen Urogenitaltrakts.
Glandula bulbourethralis, eine paarig angelegte Schleimdrüse, die ihr Sekret in die männliche Harnröhre abgibt.


Coxa

Coxa, → Hüfte.


Coxalgie

Coxalgie, Koxalgie, Hüftschmerz.


Coxarthritis

Coxarthritis, → Coxitis.


Coxarthrose

Coxarthrose, Koxarthrose, Hüftarthrose, chronische, degenerative Erkrankung mit zunehmender Zerstörung des Hüftgelenks. Die Patienten klagen über Schmerzen, verminderte Beweglichkeit und nehmen eine Schonhaltung ein, die zu Fehlstellungen der Hüfte und der unteren Wirbelsäule sowie zu Verspannungen und zusätzlichen Schmerzen führt. Die Coxarthrose kann entweder primär entstehen, z. B. durch schwere (Fehl-) Belastung oder zunehmendes Alter, oder sekundär infolge verschiedener Erkrankungen wie Entzündungen oder Verletzungen der Hüfte oder angeborene Fehlstellungen mit Fehlhaltung.


Coxa valga

Coxa valga, ein abnorm steiler Winkel zwischen dem Hüftkopf und dem langen Teil des Oberschenkelknochens (vergrößerter → CCD-Winkel). Eine Coxa valga kann angeboren sein oder infolge von Erkrankungen auftreten, z. B. bei Lähmungen der Hüftmuskeln. Die größte Gefahr einer Coxa valga besteht darin, dass sich schon in jungen Jahren eine → Coxarthrose entwickeln kann. Zur Behandlung einer Coxa valga bei Erwachsenen muss der Hüftkopfknochen operativ durchtrennt und im richtigen Winkel fixiert werden (Varisierungsosteotomie).


Coxa vara

Coxa vara, eine Verkleinerung des Winkels zwischen dem Hüftkopf und dem langen Teil des Oberschenkelknochens (→ CCD-Winkel unter 125 Grad). Eine Coxa vara kann angeboren sein oder z. B. nach einer Rachitis oder einer Hüftkopfnekrose auftreten. Es kann zu Beschwerden wie Schmerzen im Hüftgelenk oder einer Gelenkinstabilität kommen. Die größte Gefahr besteht in der Entwicklung einer frühzeitigen → Coxarthrose. Zur Behandlung einer Coxa vara bei Erwachsenen muss der Hüftkopfknochen operativ durchtrennt und im richtigen Winkel fixiert werden (Valgisierungsosteotomie).


Coxiella

Coxiella, eine Gattung von gramnegativen Stäbchenbakterien aus der Familie der Rickettsien. Die Art Coxiella burnetii ist der Erreger des → Q-Fiebers.


Coxitis

Coxitis, Koxitis, Entzündung des Hüftgelenks, die entweder durch Bakterien ausgelöst wird oder sich im Rahmen einer entzündlichen Gelenkerkrankung wie der rheumatoiden Arthritis entwickelt. Die Patienten klagen - evtl. nach einer fieberhaften Erkrankung - über Schmerzen im Hüftgelenk und nehmen eine Schonhaltung ein.


Coxsackie-Virus

Coxsackie-Virus, weltweit verbreitetes Virus aus der Familie der → Picorna-Viren, das nach dem amerikanischen Ort Coxsackie benannt ist. Die Viren können fieberhafte Erkältungen, Meningitis, Perikarditis, Pleuritis oder die sog. Hand-Fuß-Mund-Krankheit auslösen. Die letztere betrifft meist Kinder und geht mit grau-weißlichen Bläschen an Händen, Füßen und im Mund einher. Die Bläschen heilen nach etwa einer Woche ab.


CP

CP, Abk. für chronische Polyarthritis, → rheumatoide Arthritis.


CP

CP, Abk. für → Creatinphosphat.


CP

CP, Abk. für Cerebral Palsy (infantile → Cerebralparese).


CPAP

CPAP, Abk. für Continuous Positive Airway Pressure, die Beatmung unter kontinuierlichem positiven Druck, eine bestimmte Form der maschinell gestützten → Beatmung, bei der das Beatmungsgerät ständig einen (geringen) Druck aufrechterhält, damit die kleinsten Lungenbläschen sich auch bei der Ausatmung nicht ganz schließen. Die Beatmung mit CPAP wird vor allem bei Neugeborenen mit Atemnotsyndrom angewendet.


C-Peptid

C-Peptid, Connecting-peptide, ein Abschnitt des Insulinvorläufers Proinsulin. Das C-Peptid wird bei der Bildung von Insulin frei und gelangt in den Blutkreislauf. Die Konzentration von C-Peptid im Körper lässt auf die Produktion von Insulin in den Inselzellen schließen und wird bei Zuckerkranken prognostisch genutzt.


CPK

CPK, Abk. für → Creatin(phospho)kinase.


C-Potenz

C-Potenz, Abk. für Centesimalpotenz, Maßeinheit bei der Herstellung von homöopathischen Arzneimitteln. Die C-Potenz gibt den Grad der Verdünnung des Wirkstoffs in einer Trägersubstanz in Schritten von jeweils 1:100 an; C2 z. B. nennt man ein Mittel, das einen Teil Wirkstoff und 99 Teile Trägersubstanz enthält. Da die Verdünnung offenbar nicht zu einer schwächeren, sondern eher zu einer verstärkten Wirkung der Arzneimittel führt, nennt man dieses Verfahren Potenzierung oder Dynamisierung. Die Verdünnung kann auch in Schritten von 1:10 (Dezimalpotenz) oder 1:50.000 (Quinquagesimillesimapotenz) erfolgen.


Crack

Crack, ein Suchtmittel auf der Basis von Kokain. Crack wird geraucht, die euphorisierende Wirkung hält nur kurze Zeit an. Crack erzeugt sehr rasch eine körperliche und psychische → Abhängigkeit.


Crampus

Crampus, → Krampf.


cranial

cranial, kopfwärts gelegen, im Gegensatz zu → caudal.


Cranio-Sacral-Therapie

Cranio-Sacral-Therapie, Kranio-Sakral-Therapie, komplementärmedizinisches Heilverfahren für verschiedene Erkrankungen, bei dem der Therapeut kleinste Fehlstellungen der Schädelknochen korrigiert. Die zugrunde liegende Theorie besagt, dass sich die Schädelknochen rhythmisch ausdehnen und zusammenziehen und eine Störung dieser Bewegung durch die Cranio-Sacral-Therapie ausgleichbar ist. Das Verfahren soll bei Schmerzen der Knochen oder der Muskulatur, bei Depressionen, bei Trigeminusneuralgie u. a. anwendbar sein.


Cranium

Cranium, → Schädel.


Crataegus

Crataegus, → Weißdorn.


Craurosis

Craurosis, Kraurosis, eine Veränderung der Übergangsschleimhäute, vor allem an Vulva und Penis, die mit einer Schrumpfung oder Verdickung und starkem Juckreiz einhergehen. Bei Nachweis von Zellatypien wird die Craurosis als Präkanzerose angesehen.


C-reaktives Protein

C-reaktives Protein, Abk. CRP, ein Eiweißstoff, dessen erhöhte Konzentration im Blutserum - neben anderen - auf eine Entzündung oder einen bösartigen Tumor im Körper hinweist (sog. akute Phase-Protein).


Creatinin

Creatinin, → Kreatinin.


Creatinkinase

Creatinkinase, Abk. CK, CPK, Creatin-Phosphokinase, Enzym, das in der Muskulatur für die Gewinnung von Energie eine wichtige Rolle spielt, da es die Reaktion von Kreatin plus ATP zu Kreatinphosphat und ADP katalysiert. Dabei entsteht vorwiegend ATP, das vom Muskel rasch genutzt werden kann. Eine Konzentrationserhöhung von Creatinkinase im Blut ist bei der Diagnose verschiedener Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Crush-Syndrom) von Bedeutung, da Creatinkinase den Untergang von Muskelgewebe anzeigt.


Creatinphosphat

Creatinphosphat, Kreatinphosphat, die chemische Verbindung von Kreatin und Phosphat, die in der Muskulatur der Energiegewinnung dient, da aus ihr → ATP gebildet werden kann. Diese Reaktion katalysiert das Enzym → Creatinkinase.


Credé-Handgriff

Credé-Handgriff, eine Maßnahme, die zur Lösung der Plazenta nach der Geburt vorgenommen wird (bei Plazentalösungsstörungen). Dabei ergreift der Geburtshelfer den Bauch der betroffenen Frau und drückt ihn gegen die Schambeinfuge. Durch den Druck soll sich die Plazenta von der Gebärmutter lösen.


Cremaster

Cremaster, Kurzbezeichnung für den Cremastermuskel, der den Hoden anhebt. Auch → Kremasterreflex.


Creme

Creme, eine Arzneiform zur lokalen Behandlung von Hautkrankheiten. Eine Creme besteht aus einem Gemisch von öligen und wässerigen Trägersubstanzen sowie den Wirkstoffen.


Crepitatio

Crepitatio, Krepitation, typisches Knirschgeräusch, das entsteht, wenn 1. zwei Knochenbruchstücke hörbar aneinander reiben; 2. durch eine Lungenentzündung verklebte Lungenbläschen sich mit dem Stethoskop hörbar voneinander lösen.


Crescendogeräusch

Crescendogeräusch, ein Geräusch, dessen Lautstärke zunimmt. In der Kardiologie bezeichnet Crescendogeräusch ein Herzgeräusch mit anschwellender Lautstärke.


CREST-Syndrom

CREST-Syndrom, eine besondere Verlaufsform der → Sklerodermie. Das CREST-Syndrom zeichnet sich durch fünf Symptome aus, deren Anfangsbuchstaben den Begriff CREST bilden: Calcinosis cutis (Kalkeinlagerungen in der Haut), Raynaud-Syndrom (Gefäßverengungen an den Fingern), Schluckbeschwerden infolge einer Fehlfunktion der Speiseröhre (auf Englisch esophagus), Sklerodaktilie (eine Verhärtung der Haut an den Fingern) und Teleangiektasien (Gefäßerweiterungen). Beim CREST-Syndrom sind die inneren Organe weniger stark betroffen als bei der typischen Sklerodermie.


Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, Jakob-Creutzfeld-Krankheit, subakute präsenile spongiöse Enzephalopathie, eine seltene Erkrankung des Gehirns, die im höheren Alter auftritt und zu den Prionenerkrankungen gezählt wird. Nach einer langen und klinisch stummen Inkubationszeit kommt es innerhalb kurzer Zeit zur Zerstörung von Neuronen im Hirngewebe. Unter dem Mikroskop sind schwammartige Löcher im Hirngewebe zu sehen. Klinisch stehen Gedächtnisstörungen, Demenz, Spastik, Myoklonien und generalisierte Krampfanfälle im Vordergrund. Bei jüngeren Patienten in Großbritannien wurde Mitte der 1990er Jahre eine atypische Form einer Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beobachtet, die in nur wenigen Jahren zum Tode führte. Ein Zusammenhang zwischen dieser Krankheitsform und der bovinen spongiösen Enzephalopathie (BSE, Rinderwahnsinn) wird diskutiert.


CRH

CRH, Abk. für Corticotropin-releasing-Hormon, ein Hormon, das im Hypothalamus produziert wird und das die Ausschüttung von → ACTH aus der Hypophyse bewirkt.


CRH-Test

CRH-Test, Test, mit dem die Funktionsfähigkeit des Hypophysenvorderlappens kontrolliert wird. Dem Patienten wird eine bestimmte Dosis → CRH injiziert, danach wird ihm in regelmäßigen Abständen Blut entnommen. In diesen Blutproben analysiert man anschließend die Menge an → ACTH. Wenn der Hypophysenvorderlappen normal funktioniert, steigt die ACTH-Konzentration im Blut nach der Gabe von CRH deutlich an.


Cri-du-chat-Syndrom

Cri-du-chat-Syndrom, → Katzenschreisyndrom.


Crisis

Crisis, → Krise.


Crista

Crista, Kamm. In der Anatomie dient der Begriff Crista als Bezeichnung für verschiedene Strukturen, z. B. für die Cristae cutis (Hautleisten), die Crista iliaca (Darmbeinkamm), Crista intertrochanterica (die Leiste zwischen den beiden Trochanteren des Femurs), die Crista pubica (eine Knochenleiste am Schambein) oder die Crista supraventricularis (eine Muskelleiste im rechten Herzventrikel).


Crocus sativus

Crocus sativus, → Safran.


Crohn-Krankheit

Crohn-Krankheit, → Morbus Crohn.


Cromoglicinsäure

Cromoglicinsäure, Medikament, das zur Vorbeugung allergischer Erkrankungen (z. B. Heuschnupfen) eingesetzt wird, da es die an einer allergischen Reaktion entscheidend beteiligten Mastzellen "abschirmt".


Crossing-over

Crossing-over, Mechanismus, bei dem die Arme der paarweise angeordneten homologen → Chromosomen sich bei der Meiose so überkreuzen, dass Chromosomen-Abschnitte zwischen ihnen ausgetauscht werden. Dies geschieht durch den Bruch eines Chromosomen-Teilstücks, das sich an der entsprechenden Stelle des anderen Chromosoms wieder einfügt. Das Crossing-over ermöglicht den Austausch von genetischer Information.


Cross-match

Cross-match, die Testung des Bluts von Spender und Empfänger vor einer Organtransplantation auf bestimmte Antikörper. Mithilfe des Ergebnisses eines Cross-match lässt sich besser beurteilen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Organabstoßung ist.


Croup

Croup, → Pseudokrupp.


Crouzon-Syndrom

Crouzon-Syndrom, ein erbliches Syndrom mit Fehlbildungen am knöchernen Schädel. Die Schädelnähte verknöchern frühzeitig, was u. a. die Bildung eines Turmschädels, Zahnanomalien, und Kieferanomalien zur Folge hat. Da das Gehirn des betroffenen Kindes nach dem Verschluss der Schädelnähte noch weiterwächst, kommt es zu Hirndruck mit entsprechenden Symptomen (Erbrechen, epileptische Anfälle). Die Verengung des knöchernen Kanals, durch den der Sehnerv verläuft, kann eine Druckschädigung des Nervs und damit eine Erblindung zur Folge haben. Die Therapie besteht in einer operativen Trennung der Schädelknochen.


CRP

CRP, Abk. für → C-reaktives Protein.


crural

crural, einen Unterschenkel betreffend.


Crus

Crus, Schenkel, anatomischer Begriff für den Unterschenkel.


Crus

Crus, Schenkel, Schenkel oder Teilstück eines Organs oder Körperteils; z.B. Crus laterale: seitlicher Schenkel des Zwerchfells bzw. des Leistenrings.


Crush-Syndrom

Crush-Syndrom, schwere Gewebeschäden an Niere und Leber infolge ausgedehnter, grober (Quetsch-) Verletzungen der Muskulatur oder Schäden an Organen durch stark verminderte Durchblutung. Durch den Zelluntergang der verletzten Organe werden mit dem Blut plötzlich große Mengen an Abbauprodukten (z. B. → Myoglobin, Eiweiß) zur Niere transportiert und schädigen deren Struktur und Funktion; die Folge ist ein Nierenversagen.


Crusta

Crusta, Kruste. Eine Crusta auf der Haut besteht aus eingetrockneten Sekreten (z. B. Wundsekret, Blutbestandteile) und kommt im Verlauf von verschiedenen Hauterkrankungen oder der Wundheilung vor.


CT

CT, Abk. für Computertomogramm bzw. → Computertomografie.


CTG

CTG, Abk. für Cardiotokogramm bzw. Cardiotokografie. Auch → Kardiotokografie.


cubital

cubital, zum Ellenbogen gehörig.


Cubitus

Cubitus, → Ellenbogen.


Cucurbitae peponis semen

Cucurbitae peponis semen, → Kürbissamen.


Cumarin

Cumarin, Kumarin, eine in vielen Pflanzen vorhandene Substanz, aus der Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung (→ Cumarinderivat) sowie Antibiotika hergestellt werden.


Cumarinderivat

Cumarinderivat, Medikament, das sich vom Cumarin ableitet und die Blutgerinnung im Körper hemmt. Cumarinderivate wirken dem Vitamin K entgegen und schränken dadurch die Bildung verschiedener → Faktoren der Blutgerinnung (Faktor II, VII, IX, X) ein, die auf Vitamin K angewiesen sind. Cumarinderivate wirken - im Gegensatz zu Heparin - erst nach etwa zwei Tagen. Als Nebenwirkungen einer Cumarintherapie können Blutungen, Schäden an den kleinsten Blutgefäßen mit nachfolgenden Hautschäden u. a. auftreten. Die Medikamente werden z. B. zur Vorbeugung von (weiteren) Blutgerinnseln bei Patienten mit tiefen Venenthrombosen, künstlichen Herzklappen oder Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Auch → Antikoagulans, → Markumarisierung, → Warfarin.


Cunnilingus

Cunnilingus, sexuelle Stimulation der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane mit dem Mund bzw. der Zunge im Rahmen eines orogenitalen Geschlechtsverkehrs. Auch → Fellatio.


Curare

Curare, Sammelbegriff für mehrere Substanzen, die aus der Rinde verschiedener amerikanischer Bäume gewonnen und als Pfeilgift verwendet wurden. Künstlich hergestelltes Curare (D-Tubocurarin) verwenden Ärzte während einer Narkose, weil es die Muskulatur lähmt bzw. entspannt. Auch → Muskelrelaxans.


Curcuma

Curcuma, → Gelbwurz.


Curettage

Curettage, Kürettage, operativer Eingriff, bei dem der Arzt mit einem scharfen Löffel (Kürette) Gewebe aus der Gebärmutter für eine Untersuchung gewinnt oder eine oberflächliche Schicht (Funktionalis) der Gebärmutter vollständig entfernt (Abrasio, Ausschabung). Letzteres wird für Untersuchungen, aber auch bei schweren Blutungen oder im Rahmen einer Schwangerschaftsunterbrechung vorgenommen.


Curie

Curie, früher gebräuchliche Maßeinheit für radioaktive Aktivität. Ein Curie (Ci) entspricht der Strahlung von einem Gramm Radium (Ra-266). Heute verwendet man als Einheit Becquerel (Bq).


Curvatura

Curvatura, Kurvatur, Krümmung.


Curvatura gastrica major

Curvatura gastrica major, die große Krümmung des Magens, die geschwungene Seite des Magens, die Richtung Becken und nach vorne zeigt.


Curvatura gastrica minor

Curvatura gastrica minor, die kleine Krümmung des Magens, die geschwungene Seite, die zum Brustraum und nach hinten zeigt.


Cushing-Syndrom

Cushing-Syndrom, eine Erkrankung, die durch zu hohe Konzentrationen an Corticoiden (vor allem → Cortisol) im Blut verursacht ist. Die Patienten leiden an einer auffälligen Fettverteilung im Gesicht ("Vollmondgesicht") und am Rumpf (Stammfettsucht), Bluthochdruck, Muskelschwäche, Osteoporose, einem gestörten Zuckerstoffwechsel u. a. Frauen entwickeln oft einen männlichen Behaarungstyp und Menstruationsstörungen, Männer zusätzlich Potenzprobleme. Ursache ist entweder eine Schädigung der Hypophyse (und des Hypothalamus), die die Produktion der Corticosteroide reguliert, ein hormonproduzierender Tumor der Nebennierenrinde oder ein sog. paraneoplastisches Syndrom. Am häufigsten wird ein Cushing-Syndrom jedoch durch die Gabe von glukocorticoidhaltigen Medikamenten ausgelöst, die z. B. bei einer Therapie von Autoimmunkrankheiten unverzichtbar sind. Ein Tumor sollte möglichst operativ entfernt werden; für die konservative Therapie stehen Hemmstoffe gegen die Cortisolwirkung zur Verfügung. Unbehandelt führt das Cushing-Syndrom rasch zum Tod.


cutan

cutan, kutan, auf die Haut bezogen, mit der Haut in Zusammenhang stehend oder von ihr ausgehend.


Cutis

Cutis, Kutis, → Haut. In der Medizin verwendet man den Begriff Cutis außerdem bei typischen Veränderungen der Haut; z. B. Cutis anserina, sog. Gänsehaut, bei der durch Kälte oder Angst kleinste Muskeln die Haare aufrichten, oder Cutis marmorata, die durch Abkühlung marmorierte Haut.


CVI

CVI, Abk. für chronisch-venöse → Insuffizienz.


CVI

CVI, Abk. für cerebrovaskulärer → Insult.


Cyanosis

Cyanosis, → Zyanose.


Cyclamat

Cyclamat, Zyklamat, ein Natrium- und Kalziumsalz der Cyclohexylsulfaminsäure, das als kalorienfreier Süßstoff verwendet wird.


cyclisches Adenosinmonophosphat

cyclisches Adenosinmonophosphat, Abk. cAMP, wichtiger "Vermittler" für den Hormonstoffwechsel im Körper; cyclisches Adenosinmonophosphat entsteht mit Hilfe des Enzyms Adenylcyclase aus Adenosintriphosphat (→ ATP) und wird durch ein anderes Enzym, die Phosphodiesterase, abgebaut. Cyclisches Adenosinmonophosphat aktiviert im Zellinnern z. B. Enzyme, die den Eiweißstoffwechsel beeinflussen.


Cyclitis

Cyclitis, Zyklitis, eine Entzündung des Ziliarkörpers im Auge. Die Entzündung tritt meist unter Mitbeteiligung der Iris auf (→ Iridozyklitis).


Cyclosporin A

Cyclosporin A, → Ciclosporin A.


cyst...

cyst..., zyst..., kyst..., Wortteil mit der Bedeutung "Blase".


Cystadenom

Cystadenom, → Zystadenom.


Cystein

Cystein, Zystein, Aminosäure, die Schwefel enthält. Durch eine Schwefelbindung (Disulfidbrücke) können sich zwei Moleküle Cystein zu einem Molekül → Cystin (Zystin) verbinden.


Cysticus

Cysticus, → Zystikus.


Cystin

Cystin, Zystin, Aminosäure, die unter Ausbildung von Schwefelbrücken (Disulfidbrücken) aus → Cystein entsteht. Bei der erblichen Erkrankung Zystinose lagert Cystin sich in verschiedenen Organen ab und führt zu Schäden der Augen sowie einer Sonderform der Knochenkrankheit Rachitis.


Cystitis

Cystitis, → Zystitis.


cysto...

cysto..., zysto..., Wortteil für Blase oder Harnblase.


cyto...

cyto..., zyto..., Wortteil mit der Bedeutung Zelle.


Cytochrome

Cytochrome, eisenhaltige Proteine (Hämproteine), die am sog. oxidativen Zellstoffwechsel beteiligt sind und z. B. in der → Atmungskette eine wichtige Rolle spielen. Cytochrome sind Bestandteil vieler Reduktions-Oxidations-(→ Redox-)-Systeme, da sie durch einen Ladungswechsel des Eisenatoms leicht Elektronen aufnehmen und wieder abgeben können.


Cytomegalie

Cytomegalie, Zytomegalie, CMV-Infektion, eine hauptsächlich im Säuglingsalter und bei abwehrgeschwächten Personen auftretende Infektionskrankheit, die durch das → Cytomegalie-Virus hervorgerufen wird. Die Infektion erfolgt entweder noch innerhalb der Gebärmutter über die Plazenta oder nach der Geburt über Speichel und Muttermilch. Typischerweise kommt es bei der Cytomegalie zur Bildung von Einschlusskörperchen in Epithelzellen (vor allem in den Speicheldrüsen). Bei Erwachsenen mit normaler Infektabwehr verläuft eine Erstinfektion mit Cytomegalie oft symptomlos oder in Form eines grippalen Infektes. Bei immungeschwächten Patienten kann es zu schweren, zum Teil tödlich verlaufenden Entzündungsreaktionen von Lunge, Leber und Gehirn kommen. Eine Infektion der Netzhaut mit CMV führt zur Erblindung. Auch die Atemorgane, der Magen-Darm-Trakt, die Speicheldrüsen und das Nervensystem (u. a. Sprachstörungen, Innenohrschwerhörigkeit) können in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei Neugeborenen treten vor allem Leberschäden, geistige Retardierung und Blutbildveränderungen auf. Zur Therapie stehen Immunglobuline und Interferone zur Unterstützung des Immunsystems sowie der Wirkstoff Ganciclovir zur Verfügung, der die Vermehrung des Virus hemmt.


Cytomegalie-Virus

Cytomegalie-Virus, Zytomegalie-Virus, Abk. CMV, ein DNS-Virus aus der Gruppe der Herpesviren. Nach einer Erstinfektion verbleibt CMV im Körper und wird bei einer drastischen Schwächung des Immunsystems durch bösartige Tumoren und ihre Behandlung, bei AIDS oder unter einer immunsuppressiven Therapie wieder reaktiviert. Die Übertragung kann unter der Geburt, durch Schmierinfektionen, Organtransplantationen, Bluttransfusionen usw. erfolgen. Auch → Cytomegalie.


Cytosin

Cytosin, Zytosin, ein Grundbaustein der Nukleinsäuren, der als sog. Pyrimidin-Base sowohl in der → RNS als auch der → DNS vorkommt.


C-Zellen

C-Zellen, bestimmte Zellen in der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse und dem Thymus, die das Hormon → Calcitonin produzieren, das für den Kalziumstoffwechsel von Bedeutung ist. Bestimmte bösartige Tumoren gehen von den C-Zellen der Schilddrüse aus, sog. C-Zell-Karzinome.


C-Zellen

C-Zellen, als C-Zellen werden auch die Zellen der Bauchspeicheldrüse bezeichnet, die das Hormon Somatostatin produzieren.


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