A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

B

B, Abk. für das chemische Element Bor oder die Blutgruppe B.


Babesia

Babesia, Protozoen, die durch Zeckenbisse übertragen werden, Erreger der → Babesiose.


Babesiose

Babesiose, eine Infektionskrankheit, die durch Babesien ausgelöst wird. Die Babesiose äußert sich ähnlich wie eine Malaria. Symptome sind u. a. Fieber, Blutarmut und Gelbsucht. Die Babesiose kann v. a. bei Patienten ohne Milz (nach einer Splenektomie) einen schweren Verlauf haben.


Babinski-Reflex

Babinski-Reflex, Großzehenreflex, beim festen Bestreichen des seitlichen Fußsohlenrandes erfolgt eine Rückwärtsbewegung der Großzehe. Bei Kindern im ersten Lebensjahr ist dieser Reflex normal, später hingegen als Zeichen einer Pyramidenbahnschädigung zu werten.


Bach-Blütenmittel

Bach-Blütenmittel, bestimmte Pflanzenzubereitungen, die bei der → Bach-Blütentherapie eingesetzt werden. Die Bach-Blütenmittel stellen eine homöopathische Aufbereitung der Auszüge aus 38 verschiedenen Pflanzen und Bäumen dar. Giftige Pflanzen oder übliche Nahrungspflanzen finden ausdrücklich keine Verwendung als Bach-Blütenmittel.


Bach-Blütentherapie

Bach-Blütentherapie, eine der Homöopathie sehr ähnliche komplementärmedizinische Methode, bei der → Bach-Blütenmittel zur Therapie eingesetzt werden. Die Bach-Blütentherapie kommt vor allem bei der Behandlung von Erkrankungen auf seelischer Ebene zum Einsatz. Die Bach-Blütentherapie wird als eine Hilfe zur Selbsthilfe bei psychischen Problemen aufgefasst. Ziel ist die Wiederherstellung des seelischen Gleichgewichts.


Bacillaceae

Bacillaceae, eine Gattung von grampositiven Stäbchenbakterien. Die Hauptvertreter der Bacillaceae sind die Gattungen → Bacillus und → Clostridium.


Bacillus

Bacillus, Bazillus, stäbchenförmiges, grampositives Bakterium, das Sporen bildet.


Bacitracin

Bacitracin, Polypeptid-Antibiotikum, das aus Bacillus subtilis gewonnen wird. Bacitracin ist gegen grampositive Bakterien, Neisserien, Hämophilus influenzae sowie Gono- und Meningokokken wirksam. Bacitracin wird nicht aus dem Darm resorbiert und ist bei intravenöser Gabe nierenschädigend. Deshalb wird Bacitracin vor allem zur äußerlichen Behandlung von Hautinfektionen angewendet.


Backe

Backe, die Seitenwand der Mundhöhle. Die Backe besteht aus der äußeren Haut, der inneren Schleimhaut (Mundschleimhaut) und dem dazwischengelagerten Muskel- und Fettgewebe. Dieses gibt dem Gesicht eine charakteristische Form (z. B. eingefallene Wangen, wenn das Fettgewebe nur wenig ausgeprägt ist).


Bäckerasthma

Bäckerasthma, Berufskrankheit, Asthma infolge einer Allergie auf Mehlinhaltsstoffe (Eiweißkörper, Mehlzusatzstoffe). Häufig besteht gleichzeitig auch ein Bäckerschnupfen durch das Einatmen von Mehlstaub.


Baclofen

Baclofen, ein Medikament aus der Gruppe der Muskelrelaxantien.


Bacterium

Bacterium, → Bakterium.


Bacteroidaceae

Bacteroidaceae, eine Familie von gramnegativen, anaeroben Stäbchenbakterien. Wichtigste Gattungen sind → Bacteroides und die → Fusobakterien.


Bacteroides

Bacteroides, eine Gattung der Bakterienfamilie → Bacteroidaceae. Verschiedene Bacteroidesformen sind Krankheitserreger wie Bacteroides fragilis, der Erreger von opportunistischen Infektionen in verschiedenen Organen, oder Bacteroides pneumosintes, der Sekundärinfektionen der oberen Atemwege oder Hirnabszesse auslösen kann.


Bad

Bad, natürliches Heilbad mit Quellwässern, die Mineralstoffe, radioaktive Zusätze oder feste Rohstoffe wie Moor, Schlick oder Fango enthalten.


Bad

Bad, medizinische Bäder, denen Öle, pflanzliche Auszüge, Sauerstoff, Mineralien oder Kohlensäure zugesetzt werden. Bäder können als Voll-, Halb- oder Teilbad (Füße, Hände) angewendet werden. Die Wassertemperatur kann, je nach gewünschtem therapeutischen Effekt, gleich bleibend oder im Verlauf des Bades auf- oder absteigend sein. Auch → Balneologie.


Badearzt / Badeärztin

Badearzt / Badeärztin, in einer Klinik eines Kurortes tätige Ärzte, die in der Kurortmedizin übliche Methoden anwenden.


Badedermatitis

Badedermatitis, → Zerkariendermatitis.


Bäderheilkunde

Bäderheilkunde, die Lehre von der Heilwirkung der Badetherapie, → Balneotherapie.


Bagatellarzneimittel

Bagatellarzneimittel, Arzneimittel, die nach dem Sozialgesetzbuch für Krankheiten eingesetzt werden, die die Gesundheit des Patienten nur gering beeinträchtigen. Bagatellarzneimittel sind damit von der Arzneimittelversorgung ausgeschlossen; sie können vom Arzt verordnet, müssen jedoch vom Patienten bezahlt werden. Zu den Bagatellarzneimitteln gehören u. a. Mittel, die gegen Husten, Schnupfen oder geringe Schmerzen bei Erkältungen helfen, Desinfektionsmittel für den Rachenraum, Abführmittel und Medikamente, die Reisekrankheiten vorbeugen.


Bailey-Reposition

Bailey-Reposition, eine Maßnahme zur → Reposition einer Radiusfraktur. Die Bailey-Reposition besteht aus vier Phasen: Zuerst wird während mehrerer Minuten Zug auf die Fraktur ausgeübt, dann wird die Hand in Richtung der Handfläche gebeugt. Anschließend wird die Hand in Richtung der Ulna abduziert, dann folgt eine Pronation der Hand.


BAK

BAK, Abk. für Blutalkoholkonzentration. Die BAK wird in Promille angegeben. Auch → Blutalkohol.


BÄK

BÄK, Abk. für → Bundesärztekammer.


Baker-Zyste

Baker-Zyste, Zyste in der Kniekehle. Die Baker-Zyste entsteht durch eine Schleimbeutelanschwellung im Rahmen chronischer Entzündungen, z. B. → Rheuma. Manchmal kann der Zysteninhalt durch Druck ins Kniegelenk entleert werden. Wenn die Baker-Zyste einreißt, kann es zu einer ausgeprägten Anschwellung des Unterschenkels und einer starken Entzündungsreaktion kommen. Die Zyste kann mittels Ultraschall diagnostiziert und beurteilt werden, bei starken Beschwerden wird sie operativ entfernt.


Bakteriämie

Bakteriämie, Übertritt von Bakterien ins Blut, u. a. aus eitrigen Krankheitsherden, nach therapeutischen und diagnostischen Eingriffen. Definitionsgemäß kommt es dabei aber nicht zu einer Absiedlung der Bakterien in anderen Organen oder zu einer Vermehrung der Erreger im Blut (→ Sepsis).


Bakterie

Bakterie, → Bakterium.


bakteriell

bakteriell, durch Bakterien verursacht.


Bakterienfärbung

Bakterienfärbung, Anfärbung von Bakterien zur Differenzierung der verschiedenen Bakterienarten sowie zur besseren Darstellung der Erreger bei der mikroskopischen Untersuchung. Typische Bakterienfärbungen sind die Gram-, die Ziehl-Neelsen- und die Methylenblaufärbung.


Bakterienflora

Bakterienflora, die ständige oder vorübergehende Besiedelung des Organismus mit Bakterien. Je nach Lokalisation spricht man von Mund-, Scheiden-, Darm- oder Hautflora. Die physiologische Bakterienflora kann den Organismus vor einer Besiedelung mit krankmachenden Keimen schützen und stimuliert die unspezifischen Abwehrkräfte. Antibiotika oder Cortison können die Bakterienflora schädigen.


Bakteriengift

Bakteriengift, → Toxin.


Bakterienklassifikation

Bakterienklassifikation, die systematische Einteilung der Bakterien in Ordnungen, Familien und Gattungen. Grob werden unterschieden: Bakterien mit einer dünnen Zellwand (Gracilicutes), Bakterien mit einer Kapsel (Firmicutes), Bakterien ohne feste Zellwand (Tenericutes) und Bakterien mit einer defekten Zellwand (Mendosicutes). Zu den Gracilicutes gehören folgende Ordnungen (in Klammer einige typische Gattungen): Spirochäten (Borrelia, Treponema, Leptospira), spiralige Bakterien (Campylobacter, Spirillum), aerobe Stäbchen und Kokken (Pseudomonas, Legionella, Neisseria, Brucella), fakultativ anaerobe Stäbchen (Citrobacter, Escherichia, Klebsiella, Proteus, Salmonella, Aeromonas, Haemophilus, Pasteurella, Gardnerella), anaerobe Stäbchen (Fusobacterium, Leptotrichia), anaerobe Kokken (Peptococcus), Rickettsien (Coxiella, Bartonella) und die Chlamydien (Chlamydia). Zu den Firmicutes, die meistens grampositiv sind, gehören u. a. die Gattungen Micrococcus, Staphylococcus, Streptococcus, Enterococcus, Clostridium, Lactobacillus, Listeria, Corynebacterium, Bifidobacterium, Mycobacterium, Nocardia und Streptomyces. Die genaue Klassifikation der Bakterien ist in der Medizin für die Identifikation der einzelnen Krankheitserreger (und die Auswahl der entsprechenden Therapie) besonders wichtig.


Bakterienruhr

Bakterienruhr, Dysenterie, durch → Shigellen hervorgerufene, schwere, infektiöse Erkrankung des Dickdarms. Die Bakterien werden mit dem Trinkwasser oder durch Nahrungsmittel aufgenommen. Die Bakterienruhr geht mit blutig-schleimigen Durchfällen, Geschwürbildung im Dickdarm und Fieber einher. Durch den großen Flüssigkeitsverlust droht Austrocknung. Bei Befall mit Shigellen der Gruppe A führen Bakteriengifte (Shiga-Toxin) zu Kreislaufversagen, Krämpfen und Bewusstseinsstörungen. Die in Europa sehr viel häufigeren Shigellen der Gruppen B, C und D bilden dieses Toxin nicht. Als Komplikationen einer Bakterienruhr können → Bauchfellentzündung und Gelenkschmerzen auftreten.


Bakteriologie

Bakteriologie, die Lehre von den Bakterien und den bakteriell verursachten Erkrankungen.


Bakteriolyse

Bakteriolyse, Auflösung von Bakterien.


Bakteriolysin

Bakteriolysin, ein spezieller Antikörper, der Bakterien auflösen kann - meistens unter Aktivierung von → Komplement. Es gibt verschiedene Bakteriolysine.


Bakteriophage

Bakteriophage, Virus, das Bakterien infiziert und sich in diesen vermehrt. Bakteriophagen bestehen aus Erbsubstanz, die von einer Eiweißhülle umgeben ist. Über einen speziellen Rezeptor werden die Bakteriophagen in das Wirtsbakterium eingeschleust. Die Erbsubstanz der Bakteriophagen veranlasst das Bakterium, phageneigene Eiweißbausteine zu produzieren. Nach der Vermehrung der Bakteriophagen wird das Bakterium zerstört und die Viren freigesetzt.


Bakteriostase

Bakteriostase, die Fähigkeit einer Substanz, die Vermehrung von Bakterien zu stoppen. Sobald der Einfluss der Bakteriostase aufhört, können sich die Bakterien wieder vermehren. Auch → Bakterizidie.


bakteriostatisch

bakteriostatisch, die Vermehrung von Bakterien hemmend. Bakteriostatische Substanzen oder Medikamente sind im Gegensatz zu → bakteriziden Substanzen nicht in der Lage, vorhandene Erreger abzutöten. Auch → Antibiotikum.


Bakteriotoxin

Bakteriotoxin, Bakteriengift, von Bakterien produzierter Giftstoff. Man unterscheidet zwischen Exotoxinen, die von lebenden Bakterien ausgeschieden werden, und Endotoxinen, die erst nach Auflösung der Erreger freigesetzt werden.


Bakterium

Bakterium, Bacterium, Bakterie,
Bakterium
Diese völlig unterschiedlich geformten Erreger gehören alle zur Klasse des Bakteriums.
einzelliges Lebewesen, das keinen echten Zellkern besitzt und zur Gruppe der → Prokaryonten zählt. Einteilung in aerobe (benötigen Sauerstoff zum Leben) und anaerobe (kommen ohne Sauerstoff aus oder können nur unter Sauerstoffabschluss leben) Organismen. Nach der Form unterteilt man die Bakterien in Stäbchenbakterien (Bazillen), spiralförmige Bakterien (Spirochäten) und kugelförmige Bakterien (Kokken), die wiederum in drei Untergruppen aufgeteilt werden: Staphylokokken, die sich in Haufen anordnen, Diplokokken, die paarweise auftreten, und Streptokokken, die sich kettenförmig lagern. Bakterien können Krankheitserreger sein oder zur normalen, unschädlichen Besiedelung von Haut und Organen gehören.


Bakteriurie

Bakteriurie, die Ausscheidung von Bakterien im Urin. Eine geringgradige Kontamination des Urins mit der physiologischen Bakterienflora der Harnröhre ist häufig und unbedenklich. Als signifikante Bakteriurie bezeichnet man deshalb erst das Vorkommen von mehr als 100.000 Keimen pro Milliliter Urin. Eine signifikante Bakteriurie weist auf eine Harnwegsinfektion hin.


bakterizid

bakterizid, Bakterien abtötend. Auch → Antibiotikum, → bakteriostatisch.


Bakterizid

Bakterizid, chemische Substanz, die Bakterien abtötet, z. B. viele → Antibiotika.


Bakterizidie

Bakterizidie, die Fähigkeit einer Substanz, Bakterien abzutöten. Die Wirksamkeit einer antibakteriellen Substanz wird nach ihrer bakteriziden Wirkung bemessen.


Balancetherapie

Balancetherapie, komplementärmedizinische Therapiemethode mit dem Ziel, durch bestimmte Übungen das Bewegungsgleichgewicht des Menschen wiederherzustellen. Die Balancetherapie wird vor allem bei Bewegungs- und Haltungsstörungen angewendet.


Balanitis

Balanitis, Eichelentzündung, Entzündung der Eichel des männlichen Gliedes, oft unter Beteiligung der Vorhaut. Häufige Ursachen sind Vorhautverengung, unzureichende oder übertriebene Genitalhygiene (sog. Reinlichkeitsbalanitis), zu enge Hosen, Zuckerkrankheit sowie Infektionen mit Hefepilzen oder anderen Krankheitserregern, außerdem durch eine Allergie gegen Kondome oder Medikamente. Im Rahmen der Balanitis kommt es zur Rötung und Schwellung von Eichel und Vorhaut. Behandelt wird die Balanitis u. a. mit desinfizierenden und entzündungshemmenden Wirkstoffen.


Balantidiose

Balantidiose, eine Entzündung des Dickdarms, die durch den Erreger → Balantidium coli ausgelöst wird. Häufig verläuft eine Balantidiose ohne Symptome, es kann aber auch zu blutigen Durchfällen und schmerzhaften Tenesmen kommen. Betroffen sind v. a. Personen, die beruflich mit Schweinen zu tun haben (z. B. Schweinezüchter).


Balantidium coli

Balantidium coli, ein eiförmiges Protozoon, das Zysten bildet, die im Dickdarm des Schweins vorkommen. Balantidium coli wird durch infizierte Nahrungsmittel übertragen und löst die → Balantidiose aus.


Baldrian

Baldrian, Valeriana officinalis, Heilpflanze, der beruhigende und schlaffördernde Wirkungen zugeschrieben werden. Zur Behandlung von Nervosität, Einschlafstörungen und nervösen Magen-Darm-Beschwerden werden vor allem die Wurzeln des Baldrian als Teeaufguss, Badezusatz oder in Tablettenform angewendet.


Balint-Gruppe

Balint-Gruppe, berufsbezogene Selbsthilfegruppe von Ärzten und Angehörigen anderer sozialer Berufe. Die Mitglieder einer Balint-Gruppe treffen sich in regelmäßigen Abständen, um unter der Leitung eines Psychotherapeuten Fälle aus der Praxis sowie berufliche Probleme und Konflikte zu diskutieren.


Balkan-Nephropathie

Balkan-Nephropathie, eine chronische → Nephropathie, die in bestimmten Regionen des Balkans besonders häufig vorkommt. Dabei fibrosiert die Niere allmählich, und es bilden sich Nekrosen und Narben. Die Symptome einer Balkan-Nephropathie sind u. a. Müdigkeit, Bauchschmerzen, Nierenkoliken und eine ausgeprägte Blutarmut. Häufig treten auch Tumoren der Harnwege auf. Die Balkan-Nephropathie verläuft chronisch bis zur terminalen Niereninsuffizienz. Die Ursache der Krankheit ist unbekannt.


Balken

Balken, → Corpus callosum.


Balkenblase

Balkenblase, balkenförmige Verdickung der Harnblasenmuskulatur, bedingt durch chronische Behinderung des Harnabflusses. Häufige Ursachen sind Harnröhrenverengungen, z. B. durch eine Prostatavergrößerung.


Ballaststoffe

Ballaststoffe, unverdauliche Nahrungsbestandteile, die vor allem in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten reichlich vorhanden sind. Ballaststoffe sorgen für eine Volumenzunahme des Darminhalts und fördern so die Darmtätigkeit. Eine zu geringe Ballaststoffaufnahme begünstigt Stuhlverstopfung und andere Erkrankungen des Darmtraktes.


Ballen

Ballen, die Muskelwülste unterhalb von Daumen und Kleinfinger sowie hinter der Groß- und der Kleinzehe. Die Ballen an den Füßen sind einer starken Druckbelastung ausgesetzt, deshalb kommt es an diesen Stellen oft zu einer vermehrten Hornhautbildung.


Ballismus

Ballismus, blitzartig und spontan einsetzende, kräftige Schleuderbewegungen der Arme und Beine. Der Ballismus wird durch Schädigungen in bestimmten Bereichen des Gehirns (Nucleus subthalamicus) verursacht. Ballismus kann einseitig oder seltener doppelseitig auftreten.


Ballonatrioseptostomie

Ballonatrioseptostomie, Maßnahme zur Behandlung von Neugeborenen mit einer → Transposition der großen Arterien. Dabei wird mit einem Ballonkatheter ein Loch in das Vorhofseptum gemacht, damit durch dieses Loch ein gewisser Blutaustausch zwischen sauerstoffreichem und sauerstoffarmem Blut erfolgen kann.


Ballondilatation

Ballondilatation, Angioplastie, perkutane transluminale Katheterdilatation, Aufdehnung von verengten Gefäßen mit einem Ballon, der an einem → Katheter befestigt ist. Der Katheter wird im Blutgefäß bis zur Verengung vorgeschoben und der Ballon dort aufgeblasen. Die Ballondilatation wird z. B. als Therapie bei einer Verengung der Herzkranzgefäße angewendet.


Ballonkatheter

Ballonkatheter, Katheter aus Kunststoff oder Gummi mit einem Ballonsegment, das durch Luft oder Flüssigkeit entfaltet werden kann, z. B. Harnröhren-Dauerkatheter, Angioplastie-Katheter.


Ballonpflanze

Ballonpflanze, → Cardiospermum.


Ballonsonde

Ballonsonde, Sonde aus Kunststoff oder Gummi mit einem meist endständigen Ballon, der durch Luft oder Flüssigkeit aufgedehnt werden kann. Die Ballonsonde wird z. B. zur Blutstillung bei Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) oder zur Gewinnung von Sekreten aus dem Dünndarm eingesetzt.


Ballontamponade

Ballontamponade, Auffüllen eines Hohlorgans mit einem Ballonkatheter oder einer Ballonsonde. Die Ballontamponade wird häufig zur Kompression bei Blutungen eingesetzt, z. B. bei Blutungen aus → Ösophagusvarizen.


Balneologie

Balneologie, Bäderheilkunde, auch → Balneotherapie.


Balneotherapie

Balneotherapie, Bäderheilkunde, Anwendung von natürlichen Heilquellen oder medizinischen Bädern in der Behandlung vielfältiger Beschwerden. Die Balneotherapie wird vor allem bei Hauterkrankungen, chronischen Entzündungen und psychovegetativen Beschwerden eingesetzt. Zur Balneotherapie gehört auch das Trinken oder die Inhalation von Heilwasser.


Balsam

Balsam, dickflüssiges, sirupartiges, meist wohlriechendes Gemisch aus ätherischen Ölen und Harzen, die entweder aus Pflanzensekreten gewonnen oder künstlich hergestellt werden.


Balsamum peruvianum

Balsamum peruvianum, → Perubalsam.


Bambusstabwirbelsäule

Bambusstabwirbelsäule, Bezeichnung für das Aussehen der Wirbelsäule im Röntgenbild bei der → Bechterew-Krankheit (Ossifikationen im Bereich der Bänder und der Bandscheiben).


banal

banal, belanglos. In der Medizin wird der Begriff v. a. im Zusammenhang mit Infektionen und Verletzungen angewendet. Eine banale Infektionskrankheit ist z. B. eine einfache Erkältung, eine banale Verletzung eine kleine Schürfung oder Schnittwunde.


Band

Band, → Ligamentum.


Bandage

Bandage, Wund-, Schutz-, Stützverband oder elastisches Mieder aus halbsteifem oder elastischem Material.


Bandagist / Bandagistin

Bandagist / Bandagistin, Angehörige einer Berufsgruppe, die zusammen mit den Orthopädiemechanikern dem sog. Gesundheitshandwerk angehören. Bandagisten fertigen und reparieren u. a. Prothesen, Orthesen oder Bandagen und passen diese orthopädischen Hilfsmittel, die ärztlich verordnet sind, den Patienten an. Für orthopädisches Schuhwerk und entsprechende Teile ist der sog. Orthopädieschuhmacher zuständig.


Bänderriss

Bänderriss,
Bänderriss
Ein Bänderriss im Kniegelenk betrifft zumeist das Kreuzband und die beiden Seitenbänder.
vollständige Durchtrennung eines oder mehrerer Bänder mit resultierender Instabilität des verletzten Gelenks. Ein Bänderriss ist oft die Folge eines Sport- oder Autounfalls. Häufig betroffen sind die Bänder im Knie- und Sprunggelenk, meist sind durch den Unfall gleichzeitig auch andere Gelenkstrukturen beschädigt. Meistens kommt es bei einem Bänderriss zu starken Schmerzen. Die Therapie besteht in einer Ruhigstellung des betroffenen Gelenks oder einer Operation.


Bandinsuffizienz

Bandinsuffizienz, die ungenügende Stabilität eines oder mehrerer Gelenkbänder, wodurch der Zusammenhalt und die Führung des Gelenks nicht mehr optimal ist. Eine Bandinsuffizienz entsteht nach einer traumatischen Bandschädigung oder bei starker Überbeanspruchung mit Bandüberdehnung.


Bandplastik

Bandplastik, der operative Ersatz eines Bandes, meistens unter Verwendung einer Muskelsehne. Eine Bandplastik dient zur Stabilisierung eines chronisch instabilen Gelenks (z. B. des Sprunggelenks bei Sportlern).


Bandruptur

Bandruptur, → Bänderriss.


Bandscheibe

Bandscheibe, Discus intervertebralis, Zwischenwirbelscheibe, eine knorpelige, scheibenförmige Struktur zwischen zwei knöchernen Wirbelkörpern. Eine Bandscheibe besteht aus einem inneren Kern (Nucleus pulposus) und einem derben äußeren Ring (Anulus fibrosus). Bandscheiben haben eine Pufferfunktion innerhalb der Wirbelsäule.


Bandscheibendegeneration

Bandscheibendegeneration, Alterungsvorgänge der Bandscheiben. Die Bandscheiben sind im Säuglingsalter noch gut durchblutet. Durch den aufrechten Gang nimmt die Druckbelastung auf die Bandscheiben zu und die Gefäßversorgung versiegt. Die Bandscheiben werden dann nur noch durch Diffusion mit den wichtigen Nährstoffen versorgt; das führt zu einer frühzeitigen Alterung mit Entquellung und Elastizitätsverlust des Bandscheibengewebes. Die Bandscheibendegeneration kann mit Schmerzen und/oder einem Bandscheibenprolaps einhergehen.


Bandscheibenoperation

Bandscheibenoperation, die operative Entfernung des Nucleus pulposus einer → Bandscheibe bei einem Bandscheibenvorfall (→ Diskushernie) zur Entlastung des Nervengewebes. Eine andere Form der operativen Behandlung einer Diskushernie bildet die → Laminektomie.


Bandscheibenprolaps

Bandscheibenprolaps, → Diskushernie.


Bandscheibenprotrusion

Bandscheibenprotrusion,
Bandscheibenprotrusion
Fehl- und Dauerbelastungen der Wirbelsäule schädigen die Bandscheiben.
Vorwölbung der gealterten äußeren Faserschicht bei noch unversehrter Bandscheibe. Es handelt sich um einen inkompletten Bandscheibenprolaps mit Rückenschmerzen, aber ohne Lähmungserscheinungen.


Bandscheibensyndrom

Bandscheibensyndrom,
Bandscheibenprotrusion
Fehl- und Dauerbelastungen der Wirbelsäule schädigen die Bandscheiben.
die verschiedenen Symptome, die ein → Bandscheibenvorfall oder eine -protrusion bei betroffenen Patienten auslöst: Schmerzen über der Wirbelsäule an der entsprechenden Stelle, die evtl. ins Bein ausstrahlen, Störungen der Sensibilität oder der Motorik und/oder weitere neurologische Ausfälle. Aufgrund der Schmerzen kommt es häufig zu einer Fehlhaltung der Wirbelsäule.


Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall,
Bandscheibenprotrusion
Fehl- und Dauerbelastungen der Wirbelsäule schädigen die Bandscheiben.
→ Diskushernie.


Bandverletzung

Bandverletzung, die Verletzung von einem oder mehreren Bändern eines Gelenks, z. B. ein → Bänderriss oder eine Bänderdehnung. Zeichen einer Bandverletzung sind Schmerzen, Schwellung und die Bildung eines Blutergusses. Unter Umständen ist auch das Gelenk instabil. Zur Abklärung einer Bandverletzung dienen verschiedene manuelle Untersuchungen, Röntgenaufnahmen (auch zum Ausschluss einer Fraktur), Magnetresonanzaufnahmen sowie die Arthroskopie, v. a. am Kniegelenk. Am häufigsten von Bandverletzungen betroffen sind das Sprunggelenk und das Knie. Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung. Bei einer Zerrung oder Dehnung eines Bandes genügt in der Regel eine Ruhigstellung des Gelenks im Gips oder Stützverband, bei einer Bandruptur oder einer ausgesprochenen Instabilität des Gelenks kann auch eine Operation notwendig werden.


Bandwurm

Bandwurm, → Cestoda.


BAO

BAO, Abk. für Bundesärzteordnung.


Bárány-Zeigeversuch

Bárány-Zeigeversuch, ein Test zur Prüfung der Koordination. Der Patient hält einen Arm bei geschlossenen Augen nach oben in die Senkrechte, dann senkt er den Arm bis in die Horizontale. Wenn der Arm des Patienten bei diesem Versuch wiederholt zu weit nach unten geführt wird oder stark nach rechts oder links abweicht, kann dies ein Hinweis auf eine Schädigung des Kleinhirns oder des Gleichgewichtsorgans sein.


Barbiturat

Barbiturat, je nach Dosis beruhigend, hypnotisch oder betäubend wirkendes Medikament, das von der → Barbitursäure abgeleitet ist. Barbiturate werden als Narkotika oder zur Therapie von Krampfanfällen eingesetzt. Bei regelmäßiger Anwendung besteht die Gefahr der Gewöhnung und Abhängigkeit.


Barbitursäure

Barbitursäure, schlecht lösliches Pulver, das den Grundbestandteil zahlreicher Schlaf- und Beruhigungsmittel darstellt.


Barfußgehen

Barfußgehen, Gehen ohne Schuhe oder Strümpfe. In der → Kneipp-Therapie wird Barfußgehen in kaltem Wasser, auf Steinen oder im Schnee als Abhärtungsmaßnahme eingesetzt.


Barium

Barium, chemisches Element. Lösliche Bariumverbindungen sind für den Menschen giftig. Barium in unlöslichen Verbindungen ist ein Röntgenkontrastmittel. Auch → Bariumsulfat.


Bariumbrei

Bariumbrei, Röntgenkontrastmittel zur Darstellung des Magen-Darm-Trakts. Der Bariumbrei besteht aus Bariumsulfat und Wasser. Auch → Magen-Darm-Passage.


Bariumsulfat

Bariumsulfat, unlösliche, gebundene und daher ungiftige Bariumverbindung, die vor allem als →  Röntgenkontrastmittel verwendet wird. Das in der Medizin verwendete Bariumsulfat muss chemisch rein, d. h. frei von löslichen, giftigen Bariumverbindungen sein.


Bariumvergiftung

Bariumvergiftung, eine Vergiftung durch lösliche Bariumverbindungen. Symptome einer Bariumvergiftung sind Erschöpfung, langsamer Puls, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Muskellähmung.


Bärlauch

Bärlauch, Allium ursinum, Waldknoblauch, Pflanze, die vor allem in feuchten, schattigen Wäldern gedeiht. Blütezeit April bis Juni, günstige Erntezeit Juli bis August. Anwendung von Bärlauch vor allem bei Durchfällen, Blähungen, Koliken und Appetitlosigkeit. Verwendung findet die ganze Pflanze.


baro...

baro..., Vorsilbe mit der Bedeutung "Druck".


Barorezeptor

Barorezeptor, Druckrezeptor, der sich in den Wänden der Körper- und Halsschlagadern befindet und an der Regelung des Blutdrucks beteiligt ist. Bei erhöhtem Blutdruck werden die Gefäßwände gedehnt und die Barorezeptoren aktiviert. Dies führt reflektorisch zu einer Weitstellung der Gefäße, durch die der Blutdruck im Rahmen des Regelkreises wieder gesenkt wird.


Barotrauma

Barotrauma, Druckfallkrankheit, Krankheitserscheinungen, die durch eine plötzliche Änderung des Luftdrucks bei mangelndem Druckausgleich verursacht werden und zu Trommelfellrupturen oder Lungenschäden durch den Druck der Atemluft führen können. Häufig bei Tauchern, Fliegern, Tunnelarbeitern oder Bergsteigern. Symptome sind u. a. Übelkeit und Bewusstseinsstörungen. Auch → Caissonkrankheit.


Barrett-Syndrom

Barrett-Syndrom, Entzündung und Geschwürbildung im unteren Anteil der Speiseröhre mit nachfolgender Vernarbung und Einengung. Häufig verursacht durch den Rückfluss von Magensäure. Nach Jahren kann sich im Bereich der Vernarbung ein Speiseröhrenkrebs entwickeln; deshalb sind bei bestehendem Barrett-Syndrom regelmäßige Spiegelungen der Speiseröhre notwendig.


Bartfinne

Bartfinne, Bartflechte, chronische, entzündliche Ekzeme und Pusteln im Bartbereich. Häufig sind Bakterien oder Pilze in den Hautveränderungen nachweisbar. Durch Rasieren werden die Erreger im Gesicht verteilt. Die Erreger müssen durch desinfizierende Maßnahmen beseitigt werden, sonst sind chronische Verläufe möglich.


Bartholin-Drüse

Bartholin-Drüse, Drüse, die sich im unteren Drittel der großen Schamlippen befindet. Die Bartholin-Drüsen bilden ein Sekret, das den unteren Bereich der Scheide anfeuchtet.


Bartholinitis

Bartholinitis, Entzündung der → Bartholin-Drüse. Eine der häufigsten Ursachen einer Bartholinitis ist eine → Gonorrhö. Die Entzündung der Bartholin-Drüse kann einen Verschluss des Ausführungsgangs verursachen. Durch den gestauten Eiter (Abszess) kann eine bis hühnereigroße, schmerzhafte Schwellung im Bereich der großen Schamlippen entstehen. Die Therapie besteht in der Entleerung des Eiters durch einen Hautschnitt.


Bartholin-Zyste

Bartholin-Zyste, die Bildung einer Zyste in einer → Bartholin-Drüse durch Sekretstauung im Ausführungsgang. Eine Bartholin-Zyste macht sich durch eine schmerzlose, kugelige Schwellung an der großen Schamlippe bemerkbar. Wenn die Zyste als störend empfunden wird, muss sie eröffnet oder ganz entfernt werden.


Bartonella

Bartonella, eine Gattung von gramnegativen Bakterien. Die Spezies Bartonella bacilliformis ist der Erreger der → Bartonellose.


Bartonellose

Bartonellose, eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Bartonella bacilliformis ausgelöst wird und die nur in bestimmten südamerikanischen Ländern vorkommt. Die Symptome einer Bartonellose sind hohes Fieber, eine hämolytische Anämie und die Bildung von warzenartigen Granulomen im Gesicht, an den Armen und an den Beinen. Behandelt wird mit Antibiotika. Unbehandelt verläuft die Bartonellose in bis zu 40 Prozent der Fälle tödlich.


Bartpilzflechte

Bartpilzflechte, Tinea barbae, Pilzinfektion der Bartregion. Die Ansteckung erfolgt vor allem durch den Kontakt mit infizierten Tieren, vor allem Rindern. Im Bartbereich entstehen Pusteln, Rötungen, Schuppung und zum Teil tiefe Abszesse. Die Lymphknoten am Hals schwellen an, Fieber kann hinzukommen. Oft ist eine Behandlung mit örtlich oder innerlich anzuwendenden Pilzmitteln notwendig.


basal

basal, an der Basis liegend.


Basalganglien

Basalganglien, Stammganglien, Kerngebiete von Nervenzellkörpern, die zur grauen Substanz des Gehirns gehören und unterhalb der Hirnrinde lokalisiert sind. Zu den Stammganglien im engeren Sinn gehören das Striatum und die Amygdala, im weiteren Sinn auch diejenigen Kerngebiete, die zum → extrapyramidalen System gehören.


Basaliom

Basaliom, Hautkrebs, der vornehmlich an den lichtbelasteten Körperstellen wie Stirn, Nase, Ohren oder Wangen, aber auch am Rumpf auftritt. Basaliomverdächtig sind glasige Knoten, schlecht heilende, krustig bedeckte Wunden oder kleine ekzemartige Hautveränderungen, die trotz Salbentherapie nicht abheilen. Das Basaliom ist ein so genannter "semimaligner" Tumor, d. h. er kann zwar in der Haut sehr ausgedehnt und zerstörend wachsen, streut aber fast nie Metastasen in den Körper aus. Jedes Basaliom sollte herausgeschnitten und feingeweblich untersucht werden.


Basalmembran

Basalmembran, homogenes Häutchen aus Fasern und Kittsubstanz, das im Körper Bindegewebe gegenüber nicht bindegewebigen Strukturen (wie z. B. Muskel oder Epithelien) abgrenzt. Die Basalmembran ist nur im Lichtmikroskop erkennbar.


Basaltemperatur

Basaltemperatur, Morgentemperatur, Körpertemperatur, die morgens vor dem Aufstehen im Mund oder Enddarm fünf Minuten lang gemessen wird. Anhand der Basaltemperatur können Aussagen zur Eierstockfunktion und dem Eisprung der Frau gemacht werden. Etwa einen Tag nach dem Eisprung steigt die Basaltemperatur um 0,4 bis 0,6°C an und fällt erst kurz vor der Menstruation wieder ab. Bleiben die Regelblutung und der Temperaturabfall aus, ist eine Schwangerschaft wahrscheinlich. Die Messung der Basaltemperatur kann auch zur natürlichen → Kontrazeption verwendet werden.


Basalumsatz

Basalumsatz, → Grundumsatz.


Basalzelle

Basalzelle, schmale, zylindrische Zelle, die der → Basalmembran bei Pflaster- oder Plattenepithelien aufsitzt. Von den Basalzellen geht die Erneuerung und Regeneration der Epithelien aus.


Basalzellkarzinom

Basalzellkarzinom, ein → Basaliom, das Metastasen bildet.


Base

Base, Lauge, anorganische chemische Verbindung, die alkalisch reagieren kann. Eine Base hat einen pH-Wert über 7, neutralisiert Säuren unter Bildung von Salzen und spaltet in wässrigen Lösungen Sauerstoff-Wasserstoff-Ionen ab.


Basedow-Krankheit

Basedow-Krankheit, → Morbus Basedow.


Basenabweichung

Basenabweichung Basenexzess, → Basenüberschuss.


Basenpaarung

Basenpaarung, bei der Verdoppelung der Erbsubstanz stattfindende Verbindung der passenden → Nukleinbasen. Adenin verbindet sich dabei mit Thymin, Guanin mit Cytosin.


Basensequenz

Basensequenz, Abfolge der Nukleinbasen Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin in der Erbsubstanz, der DNS bzw. RNS. Anhand der Basensequenz wird die Aminosäurensequenz bei der Eiweißbiosynthese bestimmt.


Basentriplett

Basentriplett, → Codon.


Basenüberschuss

Basenüberschuss, Basenabweichung, Basenexzess, zu hohe Basenkonzentration im Blut. Der Basenüberschuss wird ermittelt bei 37°C, unter Sauerstoffsättigung und einem Kohlendioxid-Partialdruck von 5,3 Kilopascal. Der Basenüberschuss ist ein wichtiger Parameter zur Diagnostik von Störungen im → Säure-Basen-Haushalt.


basilar

basilar, basilär, zur Basis gehörend.


Basilarisarterie

Basilarisarterie, die Arterie, die an der Schädelbasis verläuft und die einen großen Teil des Gehirns mit sauerstoffreichem Blut versorgt.


Basilaristhrombose

Basilaristhrombose, eine Thrombose in der → Basilarisarterie. Eine Basilaristhrombose hat einen Gehirninfarkt im Hirnstamm und in den Okzipitallappen zur Folge. Die Ursache ist meistens eine Embolie aus dem Herzen. Symptome sind Lähmungen, Bewusstseinsstörungen und Sehstörungen.


Basilikum

Basilikum, Ocimum basilicum, in den Mittelmeerländern heimisches Kraut, das sich vor allem durch einen hohen Gehalt ätherischer Öle auszeichnet. Basilikum wirkt entkrampfend auf den Magen-Darm-Trakt, regt die Milchbildung an und beruhigt die Nerven.


Basis

Basis, die Grundfläche, z. B. die Basis cranii, die Schädelbasis, oder die Basis pulmonis, der Teil der Lungen, der an das Zwerchfell grenzt.


basisch

basisch, → alkalisch.


Basisimpfung

Basisimpfung, Erstimpfung bei bisher nicht immunisierten Personen zur Bildung schützender → Antikörper. Durch Auffrischimpfungen kann der Spiegel spezifischer Antikörper auf einem erhöhten Niveau gehalten werden. Auch → Impfung.


basophil

basophil, anfärbbar mit basischen Farbstoffen.


Basophilie

Basophilie, vermehrtes Auftreten basophiler → Granulozyten im peripheren Blut. Häufig bei chronisch myeloischer Leukämie.


Basophilie

Basophilie, Eigenschaft bestimmter Gewebe (z.B. Knorpel, Kollagen) und Zellen, sich mit basischen Farbstoffen anzufärben.


Batrachotoxin

Batrachotoxin, das Gift des amerikanischen Pfeilgiftfrosches.


Battered-child-Syndrom

Battered-child-Syndrom, → Kindesmisshandlung.


Bauch

Bauch, → Abdomen.


Bauchatmung

Bauchatmung, → Zwerchfellatmung.


Bauchdeckenabszess

Bauchdeckenabszess, ein Abszess im Bereich der Bauchmuskulatur. Ein Bauchdeckenabszess kommt v. a. nach einer Bauchoperation vor, wenn sich die Wunde entzündet. Der Abszess muss eröffnet und drainiert werden.


Bauchdeckenreflex

Bauchdeckenreflex, Bauchhautreflex, Abdominalreflex, der Bauchdeckenreflex wird durch kurzes Bestreichen der Bauchhaut mit einem spitzen Gegenstand ausgelöst. Dadurch wird eine Kontraktion der gleichseitigen Bauchmuskeln ausgelöst.


Bauchdeckenspannung

Bauchdeckenspannung, Abwehrspannung der Bauchdeckenmuskeln, ausgelöst durch eine Reizung des Bauchfells, z. B. bei einer Blinddarmentzündung oder einer Darmperforation.


Bauchfell

Bauchfell, → Peritoneum.


Bauchfellentzündung

Bauchfellentzündung, → Peritonitis.


Bauchhautreflex

Bauchhautreflex, → Bauchdeckenreflex.


Bauchhöhle

Bauchhöhle, der Raum zwischen Zwerchfell und Becken. Die Bauchhöhle beherbergt u. a. den größten Teil des Magen-Darm-Trakts, Leber, Milz, Gefäß- und Nervenstränge.


Bauchhöhlenschwangerschaft

Bauchhöhlenschwangerschaft, → Extrauteringravidität.


Bauchkrämpfe

Bauchkrämpfe, umgangssprachliche Bezeichnung für krampfartige Schmerzzustände, die vom Bauchraum ausgehen oder sich auf den Bauchraum projizieren.


Bauchmuskeln

Bauchmuskeln, die Muskeln der Bauchdecke, zum Teil auch die ergänzend wirkende Rumpfmuskulatur des Lendenbereichs. Zu den Bauchmuskeln zählen: der Musculus obliquus externus und internus, der Musculus rectus abdominis, der Musculus transversus abdominis und der Musculus quadratus lumborum.


Bauchnabel

Bauchnabel, → Nabel.


Bauchpresse

Bauchpresse, willkürliche Anspannung des Zwerchfells, der Bauchmuskeln sowie des Beckenbodens. Durch das Zusammendrücken der Bauchorgane wird die Austreibung eines Inhalts in den Hohlorganen des Bauchraums unterstützt, z. B. der Stuhlgang aus dem Enddarm oder die Austreibung des Kindes unter der Geburt aus der Gebärmutter.


Bauchpunktion

Bauchpunktion, diagnostische oder therapeutische Punktion der Bauchhöhle zur Entleerung von Flüssigkeiten, z. B. bei → Aszites. Die Bauchpunktion darf nur nach Entleeren der Harnblase durchgeführt werden, um eine irrtümliche Punktion der Blase zu vermeiden. Die Bauchpunktion erfolgt mittels Kanüle meist vom linken Unterbauch aus.


Bauchraum

Bauchraum, → Abdomen.


Bauchregionen

Bauchregionen, die Grobeinteilung des Bauchgebietes. Man unterscheidet das Hypochondrium (unter den Rippen), die epigastrische (um den Magen), die umbilikale (um den Nabel) und die pubische (um das Schambein) gelegene Region sowie die seitlichen und lendennahen Bezirke.


Bauchschmerzen

Bauchschmerzen, Schmerzen, die vom Bauchraum ausgehen oder auf den Bauch projiziert werden. Bauchschmerzen können bei zahlreichen Erkrankungen auftreten, z. B. bei Darminfektionen, Lebensmittelvergiftung, Herzinfarkt oder Blinddarmentzündung.


Bauchschnitt

Bauchschnitt, Chirurgische Eröffnung der Bauchhöhle. Auch → Laparatomie.


Bauchspeicheldrüse

Bauchspeicheldrüse, → Pankreas.


Bauchspeicheldrüsenentzündung

Bauchspeicheldrüsenentzündung, → Pankreatitis.


Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs, → Pankreaskarzinom.


Bauchspiegelung

Bauchspiegelung, → Laparoskopie.


Bauchspülung

Bauchspülung, → Peritoneallavage.


Bauchtrauma

Bauchtrauma, Bauchverletzung, die Verletzung der Bauchorgane durch äußere Gewalteinwirkung, z. B. einen Schlag auf den Bauch (stumpfes Bauchtrauma) oder eine Stichwunde (spitzes Bauchtrauma). Bei einem stumpfen Bauchtrauma werden oft innere Organe gequetscht (z. B. die Leber oder die Milz). Bei starker Gewalt kann es auch zu einem Riss eines Organs kommen, was eine heftige Blutung und die Gefahr des Verblutens zur Folge hat. Bei einer Zerreißung des Zwerchfells können sich Bauchorgane in die Brusthöhle verlagern und starke Atemnot auslösen. Die Diagnose von solchen inneren Verletzungen ist meist schwierig. Einen ersten Hinweis geben oft die Symptome eines akuten Abdomens (Bauchschmerzen, Abwehrspannung der Bauchmuskeln) oder der Nachweis von Blut in der Bauchhöhle mittels einer → Peritoneallavage. Die Behandlung besteht in einer sofortigen Operation.


Bauchwand

Bauchwand, die Abgrenzung der Bauchhöhle nach vorne. Die Bauchwand besteht in erster Linie aus Fettgewebe, verschiedenen Muskeln (→ Bauchmuskeln) und Faszien. In den oberen Teil der Bauchwand sind die knöchernen Rippen eingebettet. Weiterhin verlaufen in der Bauchwand Blutgefäße, Nerven und Lymphgefäße.


Bauchwassersucht

Bauchwassersucht, → Aszites.


Bauhin-Klappe

Bauhin-Klappe, Bezeichnung für die Valva ileocaecalis, eine Schleimhautduplikatur zwischen dem Ileum (letzter Abschnitt des Dünndarms) und dem Dickdarm. Die Bauhin-Klappe ist nur in der Richtung vom Dünndarm in den Dickdarm durchgängig. Sie verhindert, dass Darminhalt vom Dickdarm in den Dünndarm zurückfließen kann.


Baunscheidt-Verfahren

Baunscheidt-Verfahren, komplementärmedizinisches Verfahren, bei dem durch Sticheln und Ritzen der Haut mit einem speziellen Instrument und anschließendem Auftragen von Pasten oder Ölen eine großflächige Reizung der Haut verursacht wird. Das Baunscheidt-Verfahren wird bei einer Vielzahl von Krankheiten angewendet, vor allem bei chronischen Entzündungen und Schmerzen.


Bazillen

Bazillen, → Bacillus.


Bazillus

Bazillus, → Bacillus.


BB

BB, Abk. für → Blutbild.


BCG

BCG, Abk. für Bacille-Calmette-Guérin. Nicht krankmachende Variante des Tuberkuloseerregers, aus der der BCG-Impfstoff für die Tuberkuloseimpfung hergestellt wird.


BCG-Impfstoff

BCG-Impfstoff, zur Tuberkulose-Schutzimpfung aus Bacille-Calmette-Guérin, einem abgeschwächten Stamm des Erregers der Rindertuberkulose, hergestellter Impfstoff.


BCG-Impfung

BCG-Impfung, Tuberkulose-Schutzimpfung, zur BCG-Impfung wird ein lebender Rindertuberkulosestamm (BCG) eingesetzt, der so vorbehandelt wurde, dass er keine fortschreitende Tuberkulose mehr auslösen kann. Die BCG-Impfung kann bei Neugeborenen und tuberkulinnegativen Erwachsenen durchgeführt werden, wenn eine besondere Gefährdung für eine Tuberkuloseansteckung besteht. Die BCG-Impfung wird in Deutschland nicht mehr generell empfohlen. Personen mit positivem → Tuberkulin-Test, Abwehrgeschwächte und akut Erkrankte dürfen nicht geimpft werden.


BE

BE, Abk. für Basenexzess (→ Basenüberschuss).


BE

BE, Abk. für → Broteinheit.


BE

BE, Abk. für → Beckenendlage.


Beatmung

Beatmung, künstliche Belüftung (Ventilation) der Lunge bei unzureichender oder nicht mehr vorhandener Spontanatmung. Die Beatmung kann kurzfristig durch Atemspende und Beatmungsbeutel oder langfristig durch einen → Respirator erfolgen.


Beatmungsgerät

Beatmungsgerät, Gerät zur Beatmung bei fehlender oder unzureichender Spontanatmung. 1. Beatmungsbeutel zur kurzzeitigen Notfallbeatmung bei fehlender Spontanatmung (Maskenbeatmung). 2. Respirator, ein elektrisch oder mit Druckluft arbeitendes Gerät zur maschinellen Langzeitbeatmung.


Becherzelle

Becherzelle, schleimbildende Drüsenzelle, die in den Luftwegen und im Darmtrakt vorkommt.


Bechterew-Krankheit

Bechterew-Krankheit, Spondylitis ankylosans, eine rheumatische Krankheit, bei der eine chronische Entzündung vor allem im Bereich der Wirbelsäule, der kleinen Wirbelgelenke, der Iliosakralgelenke und der Schambeinfugen vorliegt. Bei Beteiligung der Fersen leiden die Patienten unter einem ausgeprägten Fersenschmerz. Betroffen sind fast ausschließlich Männer, der Krankheitsbeginn liegt zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr. Typische Symptome sind nächtliche Schmerzen und frühmorgendliche Steifigkeit im Lendenwirbelbereich. Fast immer liegt eine genetische Veranlagung vor (Nachweis von HLA B-27). Im Lauf der Zeit kommt es zunehmend zur Versteifung der Wirbelsäule (Bambusstab-Wirbelsäule), im Endstadium bestehen ein lumbaler Flachrücken und eine ausgeprägte Buckelhaltung im Oberkörper.


Becken

Becken, Pelvis,
Becken
Das Becken bildet einen knöchernen, schützenden Ring für die in ihm liegenden Organe.
im engeren Sinn das knöcherne Becken, das aus dem Kreuzbein (Os sacrum) sowie den beiden Hüftbeinen (Os coxae) besteht. Jedes Hüftbein setzt sich wiederum zusammen aus dem Schambein (Os pubis), dem Sitzbein (Os ischii) und dem Darmbein (Os ileum). Die Linea terminalis unterteilt das Becken in das große und kleine Becken. Nach oben schließt sich an das Becken der Bauch, nach unten schließen sich die Beine an.


Beckenbindegewebe

Beckenbindegewebe, die Bindegewebsstränge im Becken. In die einzelnen Stränge sind die Nerven und Gefäße eingelagert, welche die Beckenorgane versorgen. Man unterscheidet das Paracysticum (Versorgung der Harnblase), das Parametrium (Versorgung der Gebärmutter), das Paracolpium (Versorgung der Scheide) und das Paraproctium (Versorgung des Enddarms).


Beckenboden

Beckenboden, der muskuläre Verschluss des Beckens nach unten. Der Beckenboden trägt die Beckenorgane und hat Öffnungen für die Harnröhre, den Mastdarm und bei der Frau auch die Scheide. Bei einer Schwäche des Beckenbodens (z. B. nach mehreren Geburten) kann es zu einer Absenkung der inneren Organe (z. B. Uterusprolaps) oder zur → Stressinkontinenz kommen.


Beckenbodentraining

Beckenbodentraining, das aktive Training der Beckenboden- und Damm-Muskulatur durch willkürliche Anspannungen der Beckenmuskeln. Ein Beckenbodentraining ist z. B. für die Geburtsvorbereitung geeignet. Nach der Geburt unterstützt Beckenbodentraining die Rückbildung der Veränderungen, die durch die Geburt entstanden sind. Beckenbodentraining wird außerdem zur Therapie einer Stressinkontinenz eingesetzt.


Beckenbruch

Beckenbruch, → Beckenfraktur.


Beckendurchmesser

Beckendurchmesser, gedachte Linien durch das kleine Becken. Es gibt zwei schräge Beckendurchmesser und einen geraden Beckendurchmesser (von vorne nach hinten). Ist bei einer Schwangeren einer der Beckendurchmesser kleiner als der Durchmesser des kindlichen Kopfs, wird eine normale Geburt unmöglich. Auch → Beckenebene.


Beckenebene

Beckenebene, gedachte Ebene im kleinen Becken. Man unterscheidet verschiedene Beckenebenen, z. B. die Beckeneingangsebene und die Beckenausgangsebene. Die Neigung und die Weite der unterschiedlichen Beckenebenen sind wichtige Parameter für den Verlauf der Geburt. Auch → Beckenmaße.


Beckenendlage

Beckenendlage, durch ausgebliebene Drehung des Kindes in der Gebärmutter ist bei Beckenendlage nicht der Kopf, sondern das Becken des Kindes der vorangehende Teil bei der Geburt. Etwa 3% der Geburten sind Beckenendlagen. Da eine Geburt mit Beckenendlage häufig zu Komplikationen führt, werden Kinder in Beckenendlage durch Kaiserschnitt entbunden. Man unterscheidet bei der Beckenendlage Fußlage, Knielage und Steißlage.


Beckenform

Beckenform, die Form des knöchernen Beckens. Abweichungen von der Normalform des Beckens sind v. a. dann von Bedeutung, wenn sie zum Geburtshindernis werden. Verengte und verkleinerte Beckenformen treten z. B. nach einer Rachitis, einer Osteomalazie oder nach einer Beckenfraktur auf.


Beckenfraktur

Beckenfraktur, Beckenbruch, Bruch des knöchernen Beckens. Je nach Lokalisation der Bruchlinie werden Beckenfrakturen in Beckenrand-, Beckenring- und Azetabulumfrakturen unterteilt. Mögliche Komplikationen einer Beckenfraktur können Nervenschädigungen und die Entwicklung einer Hüftarthrose sein.


Beckenhochlagerung

Beckenhochlagerung, Lagerung des Beckens über dem Schulterniveau. Die Beckenhochlagerung wird als Lagerung bei Operationen, im Rahmen bestimmter Untersuchungen und in der Geburtshilfe eingesetzt.


Beckenkammpunktion

Beckenkammpunktion, Punktion des Beckens im Bereich des Beckenkamms zur Gewinnung von Knochenmark. dient entweder der Diagnostik oder der Gewinnung von Knochenmark eines Spenders für eine Transplantation.


Beckenmaße

Beckenmaße, die verschiedenen Durchmesser und Abstände im Becken. Entscheidend dafür, ob eine normale Geburt möglich ist, sind die Maße des kleinen Beckens (innere Beckenmaße). Das wichtigste Beckenmaß ist die Conjugata vera, der Abstand zwischen der Symphyse und dem Promontorium, der normalerweise elf Zentimeter beträgt. Auch → Beckendurchmesser, → Beckenebene.


Beckenniere

Beckenniere, eine falsche Lage einer Niere im Becken, häufig auch mit Fehlbildungen der Niere assoziiert. Bei Frauen kann eine Beckenniere evtl. zum Geburtshindernis werden.


Beckenringlockerung

Beckenringlockerung, eine Auflockerung der Bänder und des Bindegewebes im Bereich der Symphyse und der Iliosakralgelenke während der Schwangerschaft. Die Beckenringlockerung ist ein natürliches Phänomen, das durch Hormone bedingt ist. Bei der Schwangeren können infolge der Beckenringlockerung Beschwerden wie Schmerzen oder verminderte Kraft beim Gehen auftreten.


Beckenschiefstand

Beckenschiefstand, eine Schiefstellung des knöchernen Beckens z. B. infolge eines verkürzten Beins. Ein Beckenschiefstand führt zu einer → Skoliose der Wirbelsäule und kann mit der Zeit Beschwerden wie Rückenschmerzen oder eine Hüftgelenksarthrose zur Folge haben.


Beck-Trias

Beck-Trias, drei Symptome, die typischerweise bei einer Herzbeuteltamponade auftreten: leise Herztöne, erniedrigter arterieller und erhöhter venöser Blutdruck.


Beclometason

Beclometason, halogeniertes, d. h. durch Einsatz eines Halogenatoms (hier Chlor) verändertes Cortison, das u. a. zur Behandlung von Asthma und Heuschnupfen eingesetzt wird.


Becquerel

Becquerel, SI-Einheit, mit der die Aktivität einer radioaktiven Substanz beschrieben wird. Ein Becquerel entspricht einem radioaktiven Zerfall pro Sekunde.


Bedside-Test

Bedside-Test, Kontrolle der Blutgruppe des Blutempfängers und des Spenderblutes unmittelbar vor einer Bluttransfusion am Krankenbett. Durch den Bedside-Test soll eine Verwechslung der Konserven und damit eine möglicherweise falsche Blutgruppe des Spenderblutes ausgeschlossen werden.


Befeuchterlunge

Befeuchterlunge, eine Alveolitis, die durch eingeatmete Schimmelpilze oder bakterielle Allergene ausgelöst wird, die sich in Luftbefeuchtern oder Klimaanlagen anreichern.


Befruchtung

Befruchtung, Fertilisation,
Befruchtung
Der Begriff Befruchtungbeschreibt den Zeitpunkt, an dem sich eine Samenzelle mit einer reifen Eizelle vereinigt, so dass daraus ein befruchtetes Ei (Zygote) entsteht. Auf der Wanderung der Zygote durch den Eileiter beginnen die ersten Zellteilungen, bis sich eine Zellkugel, die Morula, gebildet hat. Diese wird nach etwa vier Tagen zur Keimblase, die sich an die Gebärmutterschleimhaut anlagert. Nach der Einnistung entwickelt sich die Keimblase zum Embryo.
Vereinigung von Ei- und Samenzelle (je ein haploider Chromosomensatz) mit Verschmelzung der weiblichen und männlichen Vorkerne zu einem Kern. Daraus geht die Zygote hervor (mit diploidem Chromosomensatz).


Befruchtung, künstliche

Befruchtung, künstliche, → Insemination.


Befund

Befund, das Ergebnis einer ärztlichen Untersuchung. Die Gesamtheit aller Befunde (z. B. körperliche Untersuchung, Labortests, Röntgenaufnahmen usw.) wird als klinischer Befund bezeichnet.


Begleitsymptom

Begleitsymptom, Beschwerden, die im Rahmen einer Erkrankung auftreten können, für diese aber nicht typisch sind.


Behandlung

Behandlung, Therapie, Eingriff, 1. Konservative Behandlung: nicht operative Behandlung. 2. Palliative Behandlung: unterstützende, lindernde Maßnahmen bei unheilbaren Erkrankungen. 3. Kurative Behandlung: Therapie mit dem Ziel der Heilung.


Behandlungsfehler

Behandlungsfehler, ärztlicher Kunstfehler, ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn der Arzt die notwendige Sorgfalt in Diagnostik, Therapie oder Beratung außer Acht gelassen und nicht nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft gehandelt hat.


Behandlungsfreiheit

Behandlungsfreiheit, Recht eines Arztes oder Zahnarztes, die (weitere) Behandlung eines Patienten durchzuführen oder abzulehnen. Dieses Recht kann z. B. in Anspruch genommen werden, wenn ein Arzt der Meinung ist, eine Behandlung sei für den Patienten nicht (mehr) von Nutzen oder sogar schädlich. In dringenden Fällen darf ein Arzt die (sofortige) Behandlung eines Patienten jedoch nicht ablehnen; ebenso dürfen Vertragsärzte Kassenpatienten nur in begründeten Fällen nicht betreuen.


Behandlungspflicht

Behandlungspflicht, Pflicht zur Behandlung bzw. Erstversorgung von Patienten, der Ärzte und sonstige Berufsgruppen des Gesundheitswesens unterliegen. Die Behandlungspflicht wird durch den Behandlungsvertrag festgelegt, den Arzt und Patient bei Beginn der Behandlung schließen. Vor allem in akuten Fällen darf ein Arzt die Behandlung nicht ablehnen, die auch im Rahmen eines Hausbesuchs erfolgen kann. Ist die Behandlung von Erkrankungen nachts oder an Feiertagen durch einen Notdienst geregelt, gilt die Behandlungspflicht nicht für den einzelnen Arzt.


Behandlungsplan

Behandlungsplan, Heil- und Kostenplan, Aufstellung der Leistungen und Kosten, die ein zahnärztlicher Eingriff voraussichtlich verursachen wird. Der Behandlungsplan dient als Abrechnungsgrundlage für kieferorthopädische Behandlungen und Zahnersatz. Der Behandlungsplan erlaubt einerseits dem Versicherten und andererseits den Krankenkassen, den geplanten Eingriff und die Kosten zu prüfen. Der Behandlungsplan stellt eine besondere Vereinbarung dar, bei Zahnreparaturen gilt die Gebührenordnung für Zahnärzte.


Behaviorismus

Behaviorismus, Richtung der Psychologie, die versucht, durch Beobachtung von Verhaltensweisen Rückschlüsse auf seelische Merkmale eines Lebewesens zu ziehen.


Behcet-Krankheit

Behcet-Krankheit, vor allem in östlichen Mittelmeerländern und Japan auftretende, chronisch-entzündliche Erkrankung mit Aphthen der Mund- und Genitalschleimhaut als Leitsymptom sowie entzündlichen Augenveränderungen, die bis zur Blindheit führen können. Darüber hinaus können als Begleitsymptome Gelenkbeschwerden, Entzündungen des Magen-Darm-Trakts, des Nervensystems, der Gefäße und der Haut auftreten. Die Ursache der Behcet-Krankheit ist unbekannt, chronische Virusinfektionen werden diskutiert. Je nach Schwere der Erkrankung wird die Behcet-Krankheit mit Cortison, Immunsuppressiva, Zytostatika und Interferon alpha behandelt.


Behinderte

Behinderte, Personen, die unter einer angeborenen oder erworbenen geistigen, körperlichen oder seelischen Beeinträchtigung leiden.


Behindertenhilfe

Behindertenhilfe, verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung von (schwer-)behinderten Personen oder denjenigen, die mit einer Behinderung aufgrund einer Erkrankung rechnen müssen. Die Hilfe bezieht sich einerseits auf soziale Leistungen, andererseits auf Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation bzw. den Umgang mit der Behinderung im Rahmen einer → Rehabilitation.


Behinderung

Behinderung, angeborene oder erworbene geistige, körperliche oder seelische Beeinträchtigung.


Behinderung

Behinderung, im rechtlichen Sinn eine Funktionsbeeinträchtigung, die mindestens sechs Monate dauert. Der Betroffene ist in der Regel auf Hilfe angewiesen, um den Zustand zu verbessern, eine Verschlechterung zu verhindern oder einen angemessenen Arbeitsplatz zu sichern.


Behinderung

Behinderung, der Begriff der Behinderung wird von der →  Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Schädigung, Funktionsbeeinträchtigung und Benachteiligung unterteilt. Auch → Schwerbehinderung.


Behinderung, geistige

Behinderung, geistige, angeborene oder in frühester Kindheit erworbene Unfähigkeit, die intellektuellen Anforderungen für ein selbständiges Leben zu erfüllen. Eine geistige Behinderung verhindert zumeist eine ausreichende Schulbildung oder selbstständiges Wohnen. Durch intensive Rehabilitation mit Training der vorhandenen Fähigkeiten und einer verantwortungsvollen sozialen Umgebung können einige Defizite jedoch gemildert werden.


Behinderung, psychische

Behinderung, psychische, gravierende Beeinträchtigung eines Menschen, die mindestens sechs Monate andauert und durch eine seelische Störung oder Erkrankung bedingt ist. Die Einschränkung macht es dem Betroffenen unmöglich, gesellschaftliche Rollen oder Funktionen auszuüben, die allgemein von ihm erwartet werden. Auch → geistige Behinderung, → Körperbehinderung.


Beihilfe

Beihilfe, finanzielle Hilfe für beihilfeberechtigte Personen; dazu zählen Beamte, Richter, Versorgungsempfänger sowie deren Angehörige bzw. Hinterbliebene; die Beihilfe wird bei Krankheit, Tod oder Geburt gezahlt, sie deckt allerdings nur einen Teil - mindestens 50% - der entstehenden Kosten, den Rest übernimmt in der Regel die private Krankenversicherung bzw. der Berechtigte selbst.


Beikost

Beikost, Ergänzungskost, die zusätzlich zur Muttermilch im Rahmen der Säuglingsernährung zur Deckung des Bedarfs an Vitaminen und Mineralstoffen gegeben wird. Die Beikost besteht ab dem vierten Lebensmonat hauptsächlich aus Getreide-, Gemüse- und Obstbreien.


Bein

Bein, die untere Extremität mit Oberschenkel, Unterschenkel, Fuß und Zehen. Die Knochen des Beins sind der Femur (Oberschenkelknochen), die Tibia (Schienbein), die Fibula (Wadenbein), der Calcaneus(Fersenbein), der Talus (Sprungbein), die Fußwurzelknochen, die Mittelfußknochen und die Phalangen (Zehenknochen). Die Hauptnerven für die Versorgung des Beins sind der Ischiasnerv und der Femoralisnerv.


Beingeschwür

Beingeschwür, offenes Bein, schlecht heilende Wunde am Unterschenkel, häufig bei Krampfadern oder als Folge von tiefen Beinvenenthrombosen, Gefäßentzündungen oder Autoimmunerkrankungen. Auch → Ulcus cruris.


Beinlängendifferenz

Beinlängendifferenz, ein Unterschied der Beinlänge. Eine leichte Beinlängendifferenz ist normal und hat keine negativen Konsequenzen. Eine übermäßige Beinlängendifferenz führt zu einer → Skoliose des Rückens, Beckenschiefstand und einer Streckstellung des kürzeren Beins. Die Folgen können sein: Rückenschmerzen, Gangstörungen, frühzeitige Arthrose des Hüftgelenks, Fehlstellungen der Beine und Füße usw. Ursachen einer Beinlängendifferenz sind z. B. eine Hüftluxation, Lähmungen, Knochennekrosen oder Wachstumsstörungen der Beinknochen nach einer Fraktur. Die Behandlung einer Beinlängendifferenz hängt vom Ausmaß und dem Alter des Patienten ab (entweder durch orthopädische Einlagen oder durch eine operative Verlängerung/Verkürzung eines Beins).


Beinödem

Beinödem, Flüssigkeitseinlagerung in den Beinen. Häufige Ursachen sind Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen, Lymphstauungen, Krampfadern, Thrombosen oder Eiweißmangel. Beinödeme beginnen häufig an den Knöcheln und setzen sich dann nach oben fort. Durch Hochlagerung der Beine oder durch Liegen bilden sich die Beinödeme oft zurück, verschlechtern sich aber bei längerem Stehen wieder. Im Vordergrund steht die Behandlung der Grunderkrankung. → Kompressionsstrümpfe oder → Lymphdrainagen können in manchen Fällen hilfreich sein.


Bein, offenes

Bein, offenes, umgangssprachliche Bezeichnung für → Ulcus cruris.


Beinvenenthrombose

Beinvenenthrombose, Blutpfropfbildung in den Beinvenen. 1. Beinvenenthrombose in den oberflächlichen Beinvenen, → Thrombophlebitis. 2. Beinvenenthrombose in den tiefen Beinvenen, → Phlebothrombose.


Beipackzettel

Beipackzettel, Packungsbeilage, auch als "Waschzettel" bezeichnetes Informationsblatt, das jeder Arzneimittelpackung beiliegt. Der Beipackzettel enthält Details für den Verbraucher über die Art des Medikaments, die Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen sowie die übliche Dosierung.


Beitragsbemessung

Beitragsbemessung, die Berechnung der Beiträge, die ein Versicherter in Abhängigkeit von seinem jährlichen Einkommen der gesetzlichen Kranken- und Sozialversicherung zu zahlen hat. Neben dem Arbeitseinkommen werden dabei auch Vermögen, Rente und sonstige Einnahmen berücksichtigt. Die Höhe der Beiträge liegt maximal bei dem Betrag, der entsprechend der sog. Beitragsbemessungsgrenze gezahlt werden müsste. Diese entspricht der jährlich erneut festgelegten Einkommensgrenze, bis zu der sich ein Versicherter gesetzlich versichern muss. Besser Verdienende können sich entweder privat oder freiwillig gesetzlich versichern; im letzteren Fall zahlen sie den Beitrag, der dem der Beitragsbemessungsgrenze entspricht.


Beitragsrückzahlung

Beitragsrückzahlung, das vor allem bei privaten Krankenversicherungen geltende Prinzip, dem Versicherten einen Teil seiner Beiträge zu erstatten, sofern dieser in einem bestimmten Zeitraum keine Leistungen der Versicherung in Anspruch genommen hat. In den gesetzlichen Kassen ist die Beitragsrückzahlung bisher unüblich.


Belastungsblase

Belastungsblase, → Stressinkontinenz.


Belastungsdyspnoe

Belastungsdyspnoe, Atemnot bei körperlicher Anstrengung.


Belastungsechokardiografie

Belastungsechokardiografie, Ultraschalluntersuchung des Herzens unter Belastung. Mittels körperlicher Belastung auf dem Fahrradergometer wird die Herzschlagfrequenz erhöht, mittels Ultraschall können die Wand- und Klappenbewegungen des Herzens beobachtet werden. Herzwandbewegungsstörungen, z. B. bei Durchblutungsstörungen, können mit der Belastungsechokardiografie schon frühzeitig erkannt werden.


Belastungs-EKG

Belastungs-EKG, Belastungselektrokardiografie, Durchführung einer EKG-Untersuchung vor, während und nach einer Belastung auf einem Fahrradergometer, gelegentlich auch auf einem Laufband. Das Belastungs-EKG wird vor allem zur Abklärung einer Erkrankung der Herzkranzgefäße oder bei belastungsabhängigen Herzrhythmusstörungen durchgeführt. Bei bereits ausgeprägten EKG-Veränderungen in Ruhe, bei akuten Infektionen, Angina pectoris, sehr hohem Blutdruck oder in den ersten Wochen nach einem Herzinfarkt darf kein Belastungs-EKG durchgeführt werden. Auch → Echokardiografie.


Belastungselektrokardiogramm

Belastungselektrokardiogramm, → Belastungs-EKG.


Belastungsversuch

Belastungsversuch, Untersuchung einer Organfunktion in einer Belastungssituation, z. B. Glukosebelastung zur Abklärung einer Zuckerkrankheit, → Belastungs-EKG zur Abklärung einer koronaren Herzkrankheit.


Belegarzt / Belegärztin

Belegarzt / Belegärztin, meist in einer Praxis niedergelassener Arzt, der neben seiner ambulanten Tätigkeit einen privatrechtlichen Vertrag mit einer Klinik geschlossen und dort die Möglichkeit hat, Patienten voll- oder teilstationär zu behandeln. Dazu kann er die Einrichtungen der Klinik nutzen.


Belegkrankenhaus

Belegkrankenhaus, Krankenhaus, in dem Patienten von sog. Belegärzten behandelt werden. Belegärzte sind niedergelassene Ärzte, die - vertraglich vereinbart - ihre Patienten in dem Belegkrankenhaus behandeln und dabei die Einrichtungen der Klinik in Anspruch nehmen dürfen. Arbeitet ein Krankenhaus nicht nur mit Belegärzten, so kann es über eine bestimmte Zahl an Belegbetten verfügen. So können Patienten auch während einer stationären Behandlung von "ihrem" Arzt betreut werden. Die Ärzte berechnen ihr ärztliches Honorar, das Belegkrankenhaus den Aufwand für die stationäre Betreuung außer den Arztkosten.


Belegzelle

Belegzelle, Salzsäure bildende Zelle der Magenschleimhaut.


Belladonna

Belladonna Tollkirsche, → Atropa Belladonna.


Bellocq-Tamponade

Bellocq-Tamponade, eine so genannte hintere Nasentamponade, die bei schwerem Nasenbluten aus dem hinteren Nasenbereich zur Therapie eingesetzt wird. Über den Mund wird ein Wattetampon in den hinteren Rachenraum eingebracht. Dann erfolgt zusätzlich eine vordere Nasentamponade der vorderen Nasenabschnitte. Bei einer Bellocq-Tamponade besteht die Gefahr, dass sich Krankheitserreger von den Fremdkörpern aus in den Nasennebenhöhlen ausbreiten können und zu einer Sinusitis führen. Daher wird die Tamponade möglichst kurz belassen.


Bell-Phänomen

Bell-Phänomen, ein Sichtbarwerden des weißen Augapfels (durch die Lidspalte) beim Versuch, die Augenlider zusammenzuschließen. Die Ursache ist eine periphere Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialislähmung) mit konsekutiver Lähmung der Gesichtsmuskulatur, die einen kompletten Augenschluss verhindert.


benigne

benigne, gutartig, benigne Tumoren sind Geschwülste, die nicht infiltrativ wachsen und keine Metastasen setzen; nach ihrer Entfernung ist der Patient gesund. Auch → maligne.


Benignität

Benignität, Gutartigkeit eines Tumors oder einer Erkrankung. Der Gegensatz dazu ist die → Malignität.


Benzodiazepin

Benzodiazepin, Arzneimittel, das zur Gruppe der Tranquilizer gehört. Benzodiazepine haben je nach Dosis beruhigende, schlaffördernde, muskelentspannende oder angstlösende Wirkungen. Benzodiazepine werden als Schlafmittel, zur Behandlung von Krampfanfällen und zur Prämedikation vor Narkosen eingesetzt. Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Apathie, Einschränkung der Reaktionsfähigkeit und Verwirrungszustände. Regelmäßiger Gebrauch von Benzodiazepinen führt zu Abhängigkeit.


Benzoesäure

Benzoesäure, organische Säure, die als Konservierungsmittel für Lebensmittel, als Ausgangsstoff für Lokalanästhetika und Desinfektionsmittel eingesetzt wird. Benzoesäure hat pilz- und bakterientötende Wirkung.


Benzol

Benzol,
Benzol
Benzol
einfachster aromatischer Kohlenwasserstoff, der durch Steinkohlenteerdestillation gewonnen wird. Die farblose, giftige Flüssigkeit wird vor allem in der chemischen Industrie zur Herstellung von Farb- und Kunststoffen, von Arzneimitteln sowie als Zusatz zu Treibstoffen verwendet.


Benzolring

Benzolring, Anordnung der Kohlenstoffatome des Benzols in einem Sechserring.


Benzolvergiftung

Benzolvergiftung, Vergiftung, die durch Benzolinhalation oder Aufnahme von Benzol in den Verdauungstrakt verursacht wird. Bei der akuten Benzolvergiftung treten Koma, Herzrhythmusstörungen und Atemlähmung ein, bei der chronischen Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel typisch. Blutungsneigungen durch Störungen der Blutbildung kommen ebenfalls vor. Auch Leukämien entwickeln sich bei chronischer Benzolexposition häufiger. Bei einer akuten Benzolvergiftung kann durch die sofortige Gabe von Paraffinöl und Aktivkohle die Aufnahme des Giftes aus dem Magen-Darm-Trakt vermindert werden.


Benzoylperoxid

Benzoylperoxid, Medikament zur Therapie von Akne und offenen Beinen. Benzoylperoxid löst die Verhornungen der Haut und hat eine bleichende Wirkung. Benzoylperoxid kann auch in medizinischen Kunststoffen, in Knochenzement, Zahnprothesenmaterial sowie in medizinischen Shampoos vorkommen. Im technischen Bereich wird Benzoylperoxid vor allem in der Kunststoffindustrie eingesetzt.


Benzylpenicillin

Benzylpenicillin, synthetisches → Penizillin.


Beratung, genetische

Beratung, genetische, Aufklärung über das Risiko einer Erbkrankheit im Falle einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft. Die genetische Beratung wird meist in Anspruch genommen bei dem Vorliegen erblicher Erkrankungen in der Familie bzw. bei früheren Kindern. Eine genetische Beratung wird außerdem empfohlen, wenn die Frau älter als 35 Jahre ist, die Partner blutsverwandt sind oder nach mehrfachen Fehlgeburten. Auch → pränatale Diagnostik.


Beratung, psychosoziale

Beratung, psychosoziale, Beratung und Hilfe bei psychischen oder sozialen Problemen.


Beratungsstelle

Beratungsstelle, Institution, die Patienten, Angehörige bzw. die Bevölkerung für eine Beratung in gesundheitlichen Fragen in Anspruch nehmen können bzw. deren Mitarbeiter gesundheitliche Aufklärung und Beratung oder auch Betreuung von Patienten organisieren. Beratungsstellen konzentrieren sich meist auf bestimmte Zielgruppen oder Krankheiten: So werden körperlich Behinderte von Auskunfts- und Beratungsstellen z. B. über die Möglichkeiten und die Kostenübernahme einer Rehabilitation informiert, genetische Beratungsstellen beraten Verwandte von Erbkranken hinsichtlich ihres eigenen Risikos, diese Krankheit zu entwickeln (z. B. Chorea Huntington) oder über das Risiko, die Erkrankung an ihre Kinder weiterzugeben. Auch → AIDS-Beratungsstelle, → Drogenberatungsstelle, → Patientenberatung.


Bergmannskrankheit

Bergmannskrankheit, für den Bergmannsberuf typische Erkrankung und Schädigung, z. B. Schleimbeutelentzündung (Bursitis) durch Überlastung und Abnutzung der Gelenke, Bergmannslunge durch Einatmen von Staub (→ Staublunge, → Pneumokoniose), Bergmannsknie durch Schädigung des Meniskus. Weitere Erkrankungen, die bei Bergleuten gehäuft auftreten sind Wurmerkrankungen, vor allem Ancylostomiasis ("Grubenwürmer"), zitternde Augenbewegungen (Bergarbeiternystagmus), Furunkel und Fußpilz.


Beri-Beri

Beri-Beri, Erkrankung durch Mangel an Vitamin B1 (Thiamin). Beri-Beri kommt vor allem in asiatischen Ländern als Folge einer fast ausschließlichen Ernährung mit geschältem, poliertem und deshalb besonders Vitamin-B1-armem Reis vor. Beri-Beri kann auch bei chronischem Alkoholismus auftreten. Typische Symptome sind Herzinsuffizienz, → Ödeme, Schädigung des zentralen und peripheren Nervensystems. Durch Thiamingaben kann die Erkrankung behandelt werden.


Berliner-Blau-Reaktion

Berliner-Blau-Reaktion, Reaktion zum Eisennachweis in Gewebeschnitten und Zellen. Durch Verwendung von Kaliumferrocyanid können Eisenablagerungen als blaue Granula im Gewebe dargestellt werden.


Berufsasthma

Berufsasthma, Asthma bronchiale, das durch berufliche Einflüsse hervorgerufen wird. Berufsasthma tritt besonders häufig bei Bäckern durch das Einatmen von Mehlinhaltsstoffen auf. → Bäckerasthma.


Berufsdermatose

Berufsdermatose, beruflich erworbene oder durch die berufliche Tätigkeit sich verschlechternde Hauterkrankung. Zu den Berufsdermatosen zählen u. a. allergische Ekzeme, Hautkrebs sowie durch verschiedene Bakterien oder Pilze hervorgerufene Hauterkrankungen.


Berufsgenossenschaft

Berufsgenossenschaft, als Körperschaft des öffentlichen Rechts der Träger der gesetzlichen → Unfallversicherung. In einer Berufsgenossenschaft sind die Unternehmen aus einer bestimmten oder mehreren verwandten Berufsgruppen organisiert; eine Berufsgenossenschaft wird vom Staat beaufsichtigt, verwaltet sich jedoch selbst. Für verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens und deren Personal übernimmt z. B. die sog. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) die Regelung und Organisation der gesetzlichen Unfallversicherung; weiterhin gibt es u. a. sog. gewerbliche oder landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften. Bestimmte Fragen und Probleme, die alle Berufsgenossenschaften betreffen, werden in sog. berufsgenossenschaftlichen Einrichtungen bearbeitet - z. B. dem berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin (BGFA).


Berufskrankheit

Berufskrankheit, durch schädigende Einflüsse im Rahmen der beruflichen Tätigkeit erworbene Erkrankung. Besonders häufig sind Wirbelsäule und Gelenke, Atemwege, Haut und Gehör betroffen. Bei Vorliegen einer Berufskrankheit ist die → Berufsgenossenschaft als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung zur medizinischen Behandlung, Rehabilitation oder Entschädigung verpflichtet.


Berufskrankheitenverordnung

Berufskrankheitenverordnung, Verordnung, in der → Berufskrankheiten aufgelistet sind, die vom Arbeitgeber bzw. vom behandelndem Arzt gemeldet werden müssen oder für die dem Patienten Entschädigungen zustehen.


Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit, Abnahme der Erwerbsfähigkeit durch Behinderung oder Erkrankung auf weniger als die Hälfte der Erwerbsfähigkeit, die ein körperlich und geistig gesunder Arbeitnehmer mit vergleichbarer Ausbildung und Kenntnissen hat. Bei Vorliegen einer Berufsunfähigkeit können dem Versicherten, wenn eine bestimmte Wartezeit sowie einige andere Voraussetzungen erfüllt sind, Rehabilitationsleistungen gewährt oder eine Berufsunfähigkeitsrente zugesprochen werden.


Beruhigungsmittel

Beruhigungsmittel, → Sedativum.


Berylliose

Berylliose, → Berylliumkrankheit.


Berylliumkrankheit

Berylliumkrankheit, Berylliose, durch das Einatmen von Beryllium, einem Erdalkalimetall und seinen Verbindungen, verursachte Lungenerkrankung, die bei vorhandener beruflicher Berylliumbelastung als Berufskrankheit anerkannt wird. Bei einer akuten Exposition treten Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum und in der Lunge auf. Eine chronische Berylliumbelastung kann zu Lungenfibrose, seltener auch zu Knochenveränderungen, Leber- und Nierenerkrankungen führen. Typische Symptome der chronischen Berylliumkrankheit sind Atemnot, trockener Husten und Gewichtsabnahme, allgemeine Schwäche und Fieber.


Beschäftigungstherapie

Beschäftigungstherapie, → Ergotherapie.


Beschneidung

Beschneidung, → Zirkumzision.


beschützende Werkstätte

beschützende Werkstätte, Einrichtung, in der Behinderte in geschütztem Rahmen einer Tätigkeit nachgehen können.


Besenreiservarizen

Besenreiservarizen, kleinste, oft büschelartige Venenerweiterungen, die dicht unter der Haut verlaufen und rot-bläulich schimmern. Besenreiservarizen treten besonders an den Oberschenkeln und Fußseitenkanten auf, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Meist stellen die Besenreiservarizen lediglich ein kosmetisches Problem dar. Durch Einspritzen eines Verödungsmittels oder Lasertherapie können die Besenreiservarizen behandelt werden.


Besenreiservarizen

Besenreiservarizen, neuroradiologische Bezeichnung für kleine Gefäße, die in der Umgebung von Hirntumoren zu finden sind, vor allem beim malignen Gliom. Auch → Glioblastom.


Besiedlung

Besiedlung, → Kolonisation.


Bestrahlung

Bestrahlung, therapeutische Behandlung mit Strahlung bestimmter Wellenlänge. Eine Bestrahlung kann u. a. mit UV-Strahlen, Röntgenstrahlen, Wärmestrahlung oder Mikrowellen durchgeführt werden. Auch → Strahlentherapie.


Betablocker

Betablocker, → Betarezeptorenblocker.


Betaglobuline

Betaglobuline, eine Art von bestimmten → Globulinen (Eiweißen) im Blut. Aufgrund ihres unterschiedlichen Molekulargewichts lassen sich Betaglobuline von den Alpha- und den Gammaglobulinen in der Serum-Elektrophorese trennen. Normalerweise beträgt der Anteil der Betaglobuline an allen Proteinen im Blut etwa 10 Prozent. Er sinkt aber z. B. bei Vorliegen einer akuten Entzündung, bei einer Nephrose steigt er an.


Betahämolyse

Betahämolyse, vollständige Zerstörung der roten Blutkörperchen (Hämolyse) in Nährböden durch betahämolysierende Streptokokken (z. B. Streptokokkus pyogenes) oder Staphylokokkenstämme.


Beta-HCG

Beta-HCG, Untereinheit des humanen Choriongonadotropins (HCG). Beta-HCG dient als Nachweismarker für die Diagnose einer Schwangerschaft und bei bestimmten Tumoren.


Betalaktam-Antibiotikum

Betalaktam-Antibiotikum, ein Antibiotikum mit einem Betalaktamring, der durch von bestimmten Bakterien produzierte Enzyme (→ Betalaktamasen) zerstört werden kann. Dadurch wird das Antibiotikum unwirksam. Betalaktam-Antibiotika sind u. a. die Penizilline und die Cephalosporine.


Betalaktamase

Betalaktamase, ein Enzym, das den Betalaktamring von einem → Betalaktam-Antibiotikum öffnen kann. Betalaktamasen werden von Bakterien produziert, die sich damit gegen die Betalaktam-Antibiotika zur Wehr setzen.


Betalaktamaseninhibitor

Betalaktamaseninhibitor, eine Substanz, welche die Produktion von → Betalaktamase eines Bakteriums hemmen kann (z. B. Clavulansäure). Im Zusammenspiel mit einem → Betalaktam-Antibiotikum ist er gegen diese Bakterien wirksam.


Betamethason

Betamethason, halogenisiertes Glucocortikoid der Wirkstärkenklasse 3. Betamethason kann zur innerlichen und äußerlichen Cortisontherapie z. B. bei Ekzemen, Allergien oder Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden.


Betaoxidation

Betaoxidation, der Abbau von gesättigten Fettsäuren im Körper. Dabei werden die Fettsäuren in den Mitochondrien aufgespalten.


Betarezeptor

Betarezeptor, betaadrenerger Rezeptor, Rezeptor, über den Botenstoffe wie Noradrenalin, Adrenalin und Isoprenalin ihre Wirkung entfalten. Beta-Rezeptoren kommen vor allem an den Bronchien, den Nieren, der Gefäßmuskulatur, im Herzen, im Fettgewebe sowie im Magen-Darm-Trakt vor. Es wird zwischen Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren unterschieden. Erstere sind vor allem an Herz und Nieren zu finden, letztere herrschen an den Bronchien, Gefäßen, der Skelettmuskulatur und Bauchspeicheldrüse vor.


Betarezeptorenblocker

Betarezeptorenblocker, Betablocker, Medikament, das die Wirkung der Botenstoffe Noradrenalin, Adrenalin und Isoprenalin an den Beta-Rezeptoren hemmt. Beta-1-selektive Rezeptorenblocker wirken vor allem an den Beta-Rezeptoren des Herzens, nicht selektive Betarezeptorenblocker hemmen auch die Beta-2-Rezeptoren. Betarezeptorenblocker werden vor allem zur Therapie des hohen Blutdrucks, bei erhöhter Herzfrequenz und bei koronarer Herzkrankheit eingesetzt. Als Nebenwirkungen kommen u. a. Müdigkeit, obstruktive Atemwegserkrankungen, Verschlechterung der Herzleistung, Verschlechterung einer Schuppenflechte oder allergische Reaktionen vor. Bei Diabetikern steigt unter einer Therapie mit Betarezeptorenblockern die Gefahr einer Unterzuckerung.


Betastrahlung

Betastrahlung, Strahlung, die beim Betazerfall von Radionukliden frei wird. Die Betastrahlen gehören zu den direkt ionisierenden Strahlen. Betastrahlung hat in den Weichteilen eine Reichweite von ein paar Millimetern.


Betasympathomimetikum

Betasympathomimetikum, ein Medikament, das überwiegend auf die Betarezeptoren des Sympathikus wirkt. Betasympathomimetika werden z. B. gegen Herzrhythmusstörungen, als Wehenhemmer und als Asthmamittel eingesetzt.


Betateilchen

Betateilchen, beim radioaktiven Zerfall emittierte, negativ geladene Elektronen (Beta-Minus-Teilchen) und positiv geladene Positronen (Beta-Plus-Teilchen).


Betatron

Betatron, Teilchenbeschleuniger, mit dem verschiedene Arten von ionisierender Strahlung erzeugt werden können. Diese Strahlung wird zur Behandlung von bösartigen Tumoren genutzt (Radiotherapie).


Betäubung

Betäubung, → Anästhesie, → Narkose.


Betäubungsmittel

Betäubungsmittel, Abk. Btm. Unter dem Sammelbegriff Betäubungsmittel werden ganz unterschiedliche Arzneimittel oder Drogen zusammengefasst, die sowohl betäubend und beruhigend als auch erregend wirken können. Alle Betäubungsmittel haben eine suchterzeugende Wirkung. Der Umgang mit Betäubungsmitteln ist im →  Betäubungsmittelgesetz geregelt. Auch → Narkotikum.


Betäubungsmittelgesetz

Betäubungsmittelgesetz, Gesetz, das den Umgang mit Betäubungsmitteln, vor allem deren Ein- und Ausfuhr, Produktion, Lagerung und ärztliche Verordnung regelt.


Betäubungsmittelkartei

Betäubungsmittelkartei, Aufzeichnung über Erhalt, Bestand und Abgabe von Betäubungsmitteln an Patienten in Krankenhäusern, Arztpraxen oder Apotheken bzw. der Verbleib von Betäubungsmitteln. Die Betäubungsmittelkartei muss nach einer Verordnung des →  Betäubungsmittelgesetzes auf einem Formblatt bzw. in einem besonderen Buch erfolgen und ist vom Apothekenleiter oder dem zuständigen Arzt/Zahnarzt regelmäßig zu kontrollieren. Dieser Nachweis muss drei Jahre aufbewahrt und bei Bedarf dem öffentlichen Gesundheitsdienst zur Einsicht vorgelegt werden.


Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung

Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung, Verordnung, die die Verschreibung von Betäubungsmitteln durch den Arzt regelt. Jeder Arzt, der Betäubungsmittel verordnet, ist durch die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung verpflichtet, ein Betäubungsmittelbuch zu führen und die Betäubungsmittel (Btm)-Rezepte sorgfältig und für Unbefugte unzugänglich aufzubewahren. Die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung enthält auch Angaben zu Form und Inhalt der Btm-Rezepte sowie über Höchstmengen pro Rezept.


Betawellen

Betawellen, besondere Form von Wellen in einem → Elektroenzephalogramm. Betawellen haben eine Frequenz von 13 bis 30 Hertz.


Betazellen

Betazellen, bestimmte Form von Immunzellen, die aus dem Knochenmark stammen.


Betazellen

Betazellen, die Zellen im Pankreas, in welchen das Insulin produziert wird.


Betazellen

Betazellen, Zellen im Hypophysenvorderlappen, in denen das Thyroidea-stimulierende Hormon produziert wird.


Betazerfall

Betazerfall, radioaktiver Zerfall mit Emission von → Betateilchen.


Betreuung

Betreuung, Volljährigen, die aufgrund einer körperlichen oder geistigen Behinderung oder einer psychischen Erkrankung ihre Angelegenheiten nicht alleine regeln können, kann durch das Vormundschaftsgericht eine Person zur Betreuung zur Seite gestellt werden. Diese unterstützt den Betreuten bei bestimmten Aufgaben. Am 1.1.1992 wurde das alte Vormundschafts- und Pflegschaftsrecht von einer neuen Betreuungsverordnung abgelöst.


Betreuungsgesetz

Betreuungsgesetz, Abk. BtG, rechtliche Grundlage der Regelung einer sog. Betreuung. Diese ersetzt die Vormundschaft und Pflegschaft für Volljährige - einschließlich der Entmündigung - und soll dem Betreuten ein Leben in Freiheit und Würde mit nur wenigen Einschränkungen ermöglichen. Laut Betreuungsgesetz ist vom Vormundschaftsgericht ein Betreuer für eine Person zu benennen, wenn diese aufgrund einer psychischen, geistigen oder körperlichen Krankheit oder Behinderung ihre persönlichen Angelegenheiten - wohnen, arbeiten, gesundheitliche Versorgung, finanzielle Belange usw. - nicht oder nur unzureichend selbst organisieren kann. Der Betreuer kann über einen Aufenthalt in einer Klinik, eine geplante Behandlung oder eine Einweisung gegen den Willen des Betreuten entscheiden; in manchen Fällen muss jedoch das Vormundschaftsgericht einwilligen. Jede Person kann im Voraus eine Betreuungsvollmacht für ihre eigene Versorgung ausstellen.


Bettenschlüssel

Bettenschlüssel, die Angabe der für jede Abteilung eines Krankenhauses zugelassene bzw. vorgesehene Anzahl von Betten (als Anteil in Prozent). Der Bettenschlüssel wird im Rahmen des sog. Krankenhausplans von den Bundesländern festgelegt; dieser richtet sich nach der Bevölkerungsstruktur und Verteilung der Krankenhäuser der jeweiligen Region und hat zum Ziel, der Bevölkerung eine sinnvolle und ausreichende Krankenhausbehandlung zu ermöglichen.


Bettnässen

Bettnässen, → Enuresis.


Bettruhe

Bettruhe, zur Schonung und Kreislaufentlastung bei fieberhaften Infektionen, Erkrankungen der unteren Extremitäten oder anderen schweren Erkrankungen empfohlene Therapieform. Man unterscheidet zwischen strenger Bettruhe, bei der ein Aufstehen nicht erlaubt ist, und eingeschränkter Bettruhe, bei der das Bett zum Essen oder zum Toilettengang verlassen werden darf.


Betula

Betula, → Birke.


Beugekontraktur

Beugekontraktur, → Flexionskontraktur.


Beugereflex

Beugereflex, Abwehr- oder Fluchtreflex, bei dem Beugemuskeln kontrahiert werden. Durch den Beugereflex kann z. B. beim Stolpern ein Sturz verhindert werden. Auch → Reflex.


Beule

Beule, umgangssprachliche Bezeichnung für eine Gewebeschwellung unterschiedlicher Ursache. Je nach Art der Beule kann es sich um ein Hämatom nach Aufprall ("blauer Fleck"), einen Tumor, eine Papel oder eine Blase handeln.


Beulenpest

Beulenpest, → Pest.


Bewegung

Bewegung, Haltungs- oder Lageänderung von Gliedmaßen, Körperteilen oder des gesamten Körpers.


Bewegung, aktive

Bewegung, aktive, Bewegung, die durch aktive Muskelbewegung ausgeführt wird.


Bewegung, passive

Bewegung, passive, Bewegung, die von außen ohne aktives Zutun des Patienten ausgeführt wird. Muskelanspannung oder Nervenimpulse sind bei der passiven Bewegung nicht notwendig. Die passive Bewegung von Gliedmaßen, z. B. im Rahmen einer Physiotherapie bei gelähmten oder bewusstlosen Patienten, verhindert Muskelschwund und das Versteifen der Gelenke.


Bewegungsapparat

Bewegungsapparat,
Bewegungsapparat
Hunderte von Muskeln sorgen für die Beweglichkeit des menschlichen Körpers.
zusammenfassende Bezeichnung für Muskeln, Sehnen, Knochen, Bänder und Gelenke. Die Muskulatur wird auch als aktiver Bewegungsapparat, Knochen, Sehnen, Bänder und Gelenke als passiver Bewegungsapparat bezeichnet.


Bewegungskrankheit

Bewegungskrankheit, → Kinetose.


Bewegungsstörung

Bewegungsstörung, durch Beeinträchtigung der Gelenke, Muskeln, Sehnen oder Nerven bedingte Störung des normalen Bewegungsablaufs, z. B. Hinken, → Ataxie oder → Athetose. Auch → Dyskinesie.


Bewegungstherapie

Bewegungstherapie, Kinesiotherapie, Behandlung durch körperliche Bewegung wie Krankengymnastik, Physiotherapie, Ergometer- oder Laufbandtraining. Die Bewegungstherapie findet Anwendung bei Erkrankungen oder Verletzungsfolgen im Bereich des Bewegungsapparates sowie bei Herzkreislauf- oder Lungenkrankheiten und wird auch vorbeugend eingesetzt.


Bewegungsumfang

Bewegungsumfang, Ausmaß der Bewegungswinkel einzelner Gelenke. Durch Entzündungen, Weichteilschwellungen, Kontrakturen oder andere Gelenkerkrankungen kann der Bewegungsumfang deutlich eingeschränkt werden.


Bewusstlosigkeit

Bewusstlosigkeit, Ausschaltung des Bewusstseins bei noch vorhandenen lebenserhaltenden Organfunktionen und eingeschränkter Reaktionsfähigkeit. Man unterscheidet zwischen kurzfristiger Bewusstlosigkeit (Synkopen) und langdauernder Bewusstlosigkeit (Koma).


Bewusstsein

Bewusstsein, Gesamtheit der seelischen Vorgänge und der Bewusstseinsinhalte. Verbunden mit dem Bewusstsein ist das Wissen, dass man als Subjekt das Erleben wahrnimmt. Die verschiedenen Qualitäten des Bewusstseins sind z. B. Denken, Wachheit, Orientiertheit, Aufmerksamkeit und emotionale Reaktion.


Bewusstseinslücke

Bewusstseinslücke, eine Unterbrechung des Bewusstseins (Ohnmacht oder Absence), z. B. infolge eines Schädelhirntraumas. Dabei kann es zu einem Ausfall des Erinnerungsvermögens (→ Amnesie) kommen.


Bewusstseinsstörung

Bewusstseinsstörung, Störung des Wachheitsgrads und Beeinträchtigung des Bewusstseins. Je nach Schweregrad der Bewusstseinsstörung unterscheidet man zwischen Benommenheit (leichte Bewusstseinsstörung), Somnolenz (Schläfrigkeit) und Sopor bzw. Koma (schwerste Bewusstseinsstörung). Qualitative Bewusstseinsstörungen werden differenziert in Verwirrtheit und Dämmerzustände.


Beziehungswahn

Beziehungswahn, eine Form des → Wahns, bei dem alltägliche Ereignisse und Vorkommnisse auf die eigene Person bezogen werden. Die Betroffenen kommen sich beobachtet, verfolgt und beeinflusst vor. Ein Beziehungswahn tritt v. a. im Rahmen einer → Schizophrenie oder einer schweren → Depression auf.


Bezoar

Bezoar, verklumpter Ballen aus verschluckten Haaren und unverdaulichen Pflanzenbestandteilen im Magen-Darm-Trakt (Gastrolith). Der Bezoar verursacht meist keine Beschwerden. Die Bildung eines Bezoars wird möglicherweise durch eine verlangsamte Magen-Darm-Passage begünstigt.


BGA

BGA, 1. Abk. für das ehemalige → Bundesgesundheitsamt. 2. Abk. für → Blutgasanalyse.


bi...

bi..., Vorsilbe mit der Bedeutung "doppel(t)...", "zweifach...", "zwei..." oder "beide".


Bias

Bias, die Verfälschung einer Statistik durch Messfehler oder eine das Ergebnis verfälschende Auswahl der Stichproben.


Bibernelle

Bibernelle, Pimpinella major, Doldengewächs. Wurzelextrakte der Bibernelle werden in der Naturheilkunde bei Atemwegserkrankungen und zur Förderung der Magen-Darm-Tätigkeit verwendet.


Bicarbonat

Bicarbonat, Bikarbonat, Hydrogenkarbonat, saures Salz der Kohlensäure, das in Körperflüssigkeiten vorkommt und als wichtiger Bestandteil des Puffersystems an der Regelung des Säure-Basen-Haushalts beteiligt ist.


Bicarbonatpuffer

Bicarbonatpuffer, das wichtigste Säure-Basen-Puffersystem des Körpers, bestehend aus → Bicarbonat und → Kohlendioxid. Bicarbonat wird vorwiegend über die Niere, Kohlendioxid über die Atmung ausgeschieden.


Biceps

Biceps, → Bizeps.


Bichat-Fettpfropf

Bichat-Fettpfropf, Fettgewebe, das sich in der Wange zwischen den Kaumuskeln befindet. Der Bichat-Fettpfropf gibt der Wange ein rundliches Aussehen. Wird der Bichat-Fettpfropf abgebaut (durch Hungern oder Krankheit), sind eingefallene Wangen und krankes Aussehen die Folge.


bicuspidal

bicuspidal, zweispitzig, z. B. Valva bicuspidalis, die zweizipflige Herzklappe, Mitralklappe.


Bielschowsky-Zeichen

Bielschowsky-Zeichen, Schielphänomen zur Diagnose einer Trochlearis-Augenmuskellähmung: Wenn der Patient seinen Kopf auf die Seite des erkrankten Auges legt, weicht der Augapfel nach oben innen ab.


Bienengift

Bienengift, Gift der Biene, das u. a. Proteine (Phospholipase A, Hyaluronidase), Mediatoren (Histamin, Leukotriene) und Peptide (Melittin) enthält. Das Bienengift wird über den Stachel in den Körper des Opfers injiziert und führt zu einer örtlichen Rötung und Schwellung der Haut sowie zu Schmerzen. Bei empfindlichen Personen können nach einem Bienenstich schwere allergische Reaktionen auftreten (anaphylaktischer Schock).


Bienengiftallergie

Bienengiftallergie, neben der Wespengiftallergie die häufigste Insektengiftallergie. Bei empfindlichen Personen kann ein Bienenstich innerhalb weniger Minuten zu schweren allergischen Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen Schock führen. Durch Blut- und Hauttestungen lässt sich eine Bienengiftallergie nachweisen, durch eine → Hyposensibilisierung abschwächen oder beseitigen.


Bienenköniginnenfuttersaft

Bienenköniginnenfuttersaft, → Gelée royale.


Bierhefe

Bierhefe, → Faex medicinalis.


Bifidus-Flora

Bifidus-Flora, zur → Bakterienflora des Darmes gehörende Bakterienart, die einen großen Teil der gesamten Darmflora ausmacht. Bei Säuglingen, die ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden, liegen vor allem die Bakterienstämme Bifidobacterium bifidum und infantis vor. Bei Erwachsenen, die eine normale Mischkost zu sich nehmen, überwiegt Bifidobacterium longum.


Bifokalglas

Bifokalglas, Brillenglas, das eine Linse zum Nah- und eine zum Fernsehen enthält. Der obere Brillenglasanteil besteht in der Regel aus einer Linse, deren Brennweite das Fernsehen ermöglicht, der untere Anteil besteht aus einer Linse für das Sehen in der Nähe.


Bifurkation

Bifurkation, Gabelung von anatomischen Strukturen, z. B. der Aorta (Bifurcatio aortae) oder der Luftröhre (Bifurcatio tracheae).


Bifurkationswinkel

Bifurkationswinkel, der Winkel zwischen dem rechten und dem linken Hauptbronchus bei der → Bifurkation der Trachea. Dieser Winkel beträgt normalerweise etwa 70 Grad. Ist er vergrößert, so kann dies auf einen raumfordernden Prozess im Bereich der Bifurkation hinweisen (z. B. ein Tumor).


Bigeminie

Bigeminie, eine Herzrhythmusstörung, bei der ein normaler Herzschlag über längere Zeit von einer Extrasystole gefolgt wird. Daher kommt es zu zwei dicht aufeinander folgenden Herzschlägen und danach zu einer kompensatorischen Pause.


Biguanid

Biguanid, ein Medikament, das den Transport der Glucose aus dem Darm einschränkt. Biguanide werden zur Behandlung von → Diabetes mellitus eingesetzt. Im Gegensatz zu Insulin, das nur gespritzt werden kann, können Biguanide in Tablettenform geschluckt werden.


Bikarbonat

Bikarbonat, → Bicarbonat.


Bikuspidalklappe

Bikuspidalklappe, → Mitralklappe.


Bilanzierung

Bilanzierung, das Gegenüberstellen von Flüssigkeitsaufnahme und Flüssigkeitsausscheidung zur Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalts. Die Bilanzierung wird v. a. bei Krankheiten notwendig, bei denen die Ausscheidungsfunktion beeinträchtigt ist (z. B. Niereninsuffizienz).


Bilderleben, katathymes

Bilderleben, katathymes, psychotherapeutisches Verfahren, bei dem sich der Patient im entspannten Zustand bestimmte Bilder und Szenen (Tagträume, Wachträume) vorstellt, diese dem Therapeuten schildert und mit therapeutischer Hilfe weiterentwickelt. Das katathymes Bilderleben wird vor allem in der Therapie von Neurosen und zur Aufdeckung unbewusster Konflikte eingesetzt.


bildgebendes Verfahren

bildgebendes Verfahren, apparatives Untersuchungsverfahren, das in der Diagnostik eingesetzt wird und mit dessen Hilfe bestimmte Körperstrukturen dargestellt und abgebildet werden können. Zu den bildgebenden Verfahren zählen u. a. Röntgen- und Ultraschall-Diagnostik, Szintigrafie, Computertomografie, Magnetresonanztomografie.


Bildwandler

Bildwandler, ein elektronisches Gerät, das aus Messwerten, die für das menschliche Auge nicht erkennbar sind, ein sichtbares und damit beurteilbares Bild herstellt, z. B. ein Röntgenbildverstärker, der bei der Durchleuchtung eingesetzt wird.


Bilharziose

Bilharziose, → Schistosomiasis.


bili...

bili..., Wortteil, mit der Bedeutung "Galle..." oder "Gallenflüssigkeit".


biliär

biliär, die Galle betreffend.


Bilifuszin

Bilifuszin, eine Substanz, die von den Darmbakterien aus → Bilirubin produziert wird. Die Bilifuszine geben dem Stuhl seine charakteristische Farbe.


Bilirubin

Bilirubin, gelbbrauner Gallenfarbstoff. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Häm, eines Bestandteils des Blutfarbstoffs Hämoglobin. Direktes, konjugiertes Bilirubin wird in der Leber aus dem indirekten Bilirubin gebildet. Das direkte Bilirubin ist wasserlöslich und wird mit der Gallenflüssigkeit ausgeschieden. Vor allem bei Lebererkrankungen, Virusinfekten (Virushepatitis, infektiöse Mononukleose) und Vergiftungen (Pilze, Medikamente) ist das direkte Bilirubin erhöht. Das indirekte, unkonjugierte Bilirubin ist wasserunlöslich. Es ist vor allem bei hämolytischer Anämie, Transfusionszwischenfällen und Verschlussikterus vermehrt im Blut nachweisbar. Auch → Ikterus.


Bilirubinämie

Bilirubinämie, Nachweis von Bilirubin im Blutserum. Durch Bilirubin erhält das Serum einen gelblichen Farbton. Beim Gesunden ist freies Bilirubin in der Regel im Blut nicht nachweisbar. Auch → Hyperbilirubinämie.


Bilirubinenzephalopathie

Bilirubinenzephalopathie, → Kernikterus.


Bilirubinurie

Bilirubinurie, die Ausscheidung von → Bilirubin über den Urin. Eine Bilirubinurie tritt erst auf, wenn der Serumwert von Bilirubin über zwei Milligramm pro Deziliter erhöht ist. Der Urin hat bei einer Bilirubinurie eine charakteristische braungelbe Farbe. Eine Bilirubinurie kommt z. B. bei einem Ikterus aufgrund einer → Cholestase vor.


Bilis

Bilis, → Galle.


Biliverdin

Biliverdin, ein grünlicher Gallenfarbstoff.


Billroth-Operation

Billroth-Operation, Verfahren zur operativen Magenteilresektion. Diese Operationstechnik wird vor allem bei medikamentös nicht zu beeinflussenden blutenden Magengeschwüren oder Magentumoren angewendet. Man unterscheidet zwei verschiedene Verfahren. Billroth 1: Entfernung der Antrum-Pylorus-Region und direkter Anschluss des Zwölffingerdarms an den Magenstumpf (End-zu-End-Verbindung). Billroth 2: Entfernung des Magenausgangs (Pylorus) und eines präpylorischen Magenanteils. Anschließend wird die Magenresektionsstelle blind verschlossen und eine Verbindung der Magenvorderwand mit einer Darmschlinge hergestellt (End-zu-Seit-Verbindung).


Bindegewebe

Bindegewebe, Gewebe, das aus Fasern (Kollagenfasern, Elasticafasern, Retikulinfasern), Zellen (Fibroblasten, Fibrozyten) und Grundsubstanz (Salz, Wasser, Mukopolysaccharide) besteht. Das Bindegewebe füllt organfreie Räume aus, umhüllt Organe in Form einer Kapsel, dient der Unterteilung und Trennung von Organen und bettet Nerven und Gefäße ein.


Bindegewebskrankheit

Bindegewebskrankheit, → Kollagenose.


Bindegewebsmassage

Bindegewebsmassage, Form der → Reflexzonenmassage. Durch intensives Streichen mit den Fingern ohne starke Druckwirkung werden Haut und Unterhautbindegewebe durchmassiert. Über die Massage der Reflexzonen können innere Organe beeinflusst und die periphere Durchblutung verbessert werden.


Bindegewebsschwäche

Bindegewebsschwäche, anlagebedingte Schwäche des Bindegewebes. Dadurch werden typische Erkrankungen wie Hernien, Krampfadern, Hämorrhoiden u. a. begünstigt.


Bindegewebszelle

Bindegewebszelle, → Fibroblast, → Fibrozyt.


Bindehaut

Bindehaut, → Conjunctiva.


Bindehautentzündung

Bindehautentzündung Bindehautkatarrh, → Conjunctivitis.


binokular

binokular, beidäugig, für beide Augen bestimmt. Ein binokulares Mikroskop ist beispielsweise - im Unterschied zum monokularen Mikroskop - für die Betrachtung eines Präparats mit beiden Augen bestimmt.


Binokularsehen

Binokularsehen,
Binokularsehen
Das Binokularsehen ermöglicht die Verschmelzung zweier monokularer Felder zu einem räumlichen Bild.
Sehen mit beiden Augen, beidäugiges Sehen. Die mit beiden Augen fixierten Bilder differieren aufgrund des räumlichen Abstandes der Augen etwas voneinander, werden aber im Gehirn zu einem Bild zusammengesetzt und verarbeitet. Das binokularische Sehen ist eine Voraussetzung für das räumliche Sehen, → Tiefensehen.


Binswanger-Krankheit

Binswanger-Krankheit, eine Form der Demenz, die durch eine Mikroangiopathie des Gehirns ausgelöst wird. Infolge von Arteriosklerose der Gehirngefäße bilden sich multiple kleine Hirninfarkte, was mit der Zeit zu einer deutlichen Störung der Hirnfunktionen führt. Symptome einer Binswanger-Krankheit sind u. a. Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen und eine zunehmende → Demenz (Multiinfarktdemenz).


bio...

bio..., Wortteil mit der Bedeutung Leben.


Bioakkumulation

Bioakkumulation, die Anhäufung von chemischen Substanzen in einem biologischen Organismus, z. B. Schadstoffanreicherungen in Pflanzen oder Tieren. Voraussetzung für eine Bioakkumulation ist, dass die betreffende chemische Substanz über längere Zeit im Körper bleibt. Die Bioakkumulation kann für verschiedene Vergiftungskrankheiten verantwortlich gemacht werden, z. B. wenn sich Schwermetalle, radioaktive Substanzen oder Gifte im Körper anreichern. Ein Beispiel für eine Substanz, die durch Bioakkumulation zu Schädigungen der Umwelt geführt hat, ist das DDT.


Biochemie

Biochemie, Wissenschaft, mit der Lebensvorgänge im Organismus mit Hilfe chemischer Methoden untersucht und erforscht werden.


Biochemie nach Schüssler

Biochemie nach Schüssler, komplementärmedizinische Behandlungsmethode, bei der Mineralsalze (sog. Funktionsmittel) in geringer Dosis zur Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt werden. Mit der Biochemie als Naturwissenschaft hat die Biochemie nach Schüssler nichts zu tun.


Biodynamik

Biodynamik, Wissenschaft von den dynamischen Abläufen im Organismus.


Bioenergetik

Bioenergetik, psychotherapeutisches Verfahren aus dem Bereich der Körpertherapien mit dem Ziel, die Lebensenergie durch das Auflösen seelischer und körperlicher Verspannungen wiederherzustellen.


Biofeedback

Biofeedback, Entspannungsverfahren, bei dem der Patient versucht, auf willentlich beeinflussbare Körperfunktionen wie Herzfrequenz und Muskelspannung einzuwirken. Über den Erfolg erhält der Patient eine optische oder akustische Rückmeldung (Feed-back-Effekt).


biogen

biogen, von lebenden, organischen Stoffen bzw. von Organismen erzeugt.


biogen

biogen, lebensnotwendige Stoffe aufbauend.


Biokatalysator

Biokatalysator, → Enzym.


Bioklimatologie

Bioklimatologie, Wissenschaft, die sich mit den Einflüssen von Wetter und Klima auf Lebewesen und speziell den menschlichen Organismus beschäftigt.


Biologie

Biologie, die Lehre von den Vorgängen des Lebens.


biologisch-dynamischer Anbau

biologisch-dynamischer Anbau, die anthroposophische Weise der Landwirtschaft. Beim biologisch-dynamischen Landbau werden keine chemischen Dünger, Insektizide oder Herbizide verwendet. Die Stellung des Mondes und der Planeten werden bei der Planung von Ansaat, Düngung und Ernte mit einbezogen.


Biomechanik

Biomechanik, die Wissenschaft von der Anwendung der mechanischen Gesetze auf die Bewegungen des Körpers. Die Biomechanik spielt v. a. in der Sportmedizin eine wichtige Rolle. Biomechanische Erkenntnisse können dazu führen, dass Sportler mit möglichst optimalen und schonenden Bewegungen eine maximale Leistung erbringen können.


Biomedizintechnik

Biomedizintechnik, Berufszweig, der durch ein Studium mit dem Abschluss als Diplomingenieur für biomedizinische Technik erlernt wird. Der sog. Bioingenieur oder Krankenhausingenieur ist für die an technische Apparate gebundene Medizin zuständig; darunter fällt z. B. die Überwachung oder Kontrolle der Funktion und Sicherheit von medizinischen Geräten, vor allem in dem Bereich der medizinischen Diagnostik und Therapie, die mit Strahlung (Röntgengeräte, Strahlentherapie) arbeitet.


Biomembran

Biomembran, Membran, die definierte biologische Systeme mit unterschiedlichem Milieu gegeneinander abgrenzt.


Biometrie

Biometrie, Ausmessung und Größenbestimmung von Organen und Körperteilen, z.B. in der Geburtshilfe Messung der Größe des ungeborenen Kindes mittels Ultraschall-Diagnostik.


Biometrie

Biometrie, Anwendung statistischer Methoden zur Durchführung und Auswertung medizinischer oder biologischer Untersuchungen und Studien.


Biopsie

Biopsie, Entnahme einer Gewebeprobe zu diagnostischen Zwecken. Die Biopsie kann je nach Organ und Indikation mit einer Stanze, einem Skalpell, einer Hohlnadel, Schlinge, Kürette oder Zange gewonnen werden. Die Gewebeprobe wird anschließend feingeweblich untersucht (histopathologisch, immunhistologisch oder zytologisch). Das weitere therapeutische Vorgehen hängt von dem Ergebnis der Biopsie ab.


Bioresonanztherapie

Bioresonanztherapie, komplementärmedizinisches, energetisches Behandlungsverfahren, das die elektromagnetischen Oszillationen des Körpers zur Therapie einsetzt. Disharmonische, krankmachende Frequenzen werden bei der Bioresonanztherapie gelöscht, geschwächte, harmonische Schwingungen gestärkt. Die Bioresonanztherapie wird z. B. zur Behandlung von allergischen Erkrankungen eingesetzt.


Biorhythmik

Biorhythmik, → Chronobiologie.


Biorhythmus

Biorhythmus, Schwankungen, denen die meisten Körperfunktionen bei Mensch und Tier unterliegen und die im Minuten-, Stunden-, Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahresrhythmus ablaufen. Äußere Faktoren wie Lichtverhältnisse, Temperatur oder Zeitvorgaben (24-Stunden-Tag) beeinflussen den Biorhythmus. Die Kortisonausschüttung, der Spiegel der Geschlechtshormone, der Menstruationszyklus, der Schlaf-Wach-Rhythmus u. a. unterliegen einem Biorhythmus.


Bio-Siegel

Bio-Siegel, einheitliches Gütesiegel für Lebensmittel, die nach den Richtlinien der EU-Ökoverordnung produziert und verarbeitet werden. Bio-Lebensmittel dürfen u. a. nicht bestrahlt oder mit Pestiziden behandelt sein oder gentechnisch veränderte Organismen enthalten.


Biosynthese

Biosynthese, der Aufbau körpereigener Verbindungen in den Zellen des Organismus, z. B. Auf- und Umbau von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißverbindungen.


Biosynthese

Biosynthese, die Produktion organischer Verbindungen mit Hilfe von Mikroorganismen.


Biot-Atmung

Biot-Atmung, periodische Atmung, intermittierende Atmung, Unterbrechung der normalen, kräftigen Atmung durch plötzliche Atempausen. Die Biot-Atmung tritt vor allem bei Affektionen des Atemzentrums durch Entzündungen (z. B. Meningitis, Enzephalitis), Blutung (z. B. → Apoplexie) oder Hirnverletzungen auf.


Biotechnologie

Biotechnologie, Wissenschaft, die sich biologische Vorgänge technisch nutzbar macht. Durch biochemische, gentechnologische oder mikrobiologische Methoden können Zellkulturen, Bakterien, Pilze oder Enzyme so manipuliert werden, dass sie beispielsweise zur Produktion von Medikamenten, Hormonen, Enzymen u. a. in der Lage sind.


Biotin

Biotin, Vitamin H, Harnsäurederivat, das in Nahrungsmitteln meist nur in geringen Konzentrationen enthalten ist und durch die Darmflora gebildet werden kann. Biotinmangelerkrankungen sind außer bei extrem einseitigen Ernährungsformen nicht bekannt. In diesen Fällen kann es zu Dermatitis, Haarausfall, fettiger Haut und Appetitlosigkeit kommen.


Biotop

Biotop, ein biologischer Lebensraum, Teil eines Ökosystems. In einem Biotop leben aufeinander eingespielte, zum Teil hochspezialisierte Organismen, die voneinander abhängig sind. Produzenten, Konsumenten und Destruenten halten sich dabei die Waage. Verändert sich eine Pflanzen- oder Tierart z. B. durch starke Vermehrung oder Ausrottung, sind auch die anderen Organismen betroffen.


Bioverfügbarkeit

Bioverfügbarkeit, biologische Verfügbarkeit, Menge eines Arzneiwirkstoffs, die innerhalb einer bestimmten Zeit aus der jeweiligen Darreichungsform (Saft, Kapseln, Tabletten u. a.) freigesetzt, resorbiert und zur Wirkungsentfaltung bereitgestellt wird. Acetylsalicylsäure z. B. hat eine Bioverfügbarkeit zwischen 80 und 100 Prozent.


bipartitus

bipartitus, zweiteilig.


Biperiden

Biperiden, ein Medikament, das eine anticholinerge Wirkung ausübt. Biperiden wird z. B. zur Behandlung von Bewegungsstörungen (Parkinson-Syndrom) eingesetzt. Nebenwirkungen von Biperiden sind u. a. Müdigkeit, Schwindel, Halluzinationen. Auch → Anticholinergikum


biphasisch

biphasisch, zweiphasig, aus zwei Phasen bestehend, in zwei Phasen ablaufend.


bipolar

bipolar, zweipolig, mit zwei Polen versehen, z. B. in Bezug auf die Ableitung eines → Elektrokardiogramms.


Bircher-Benner-Diät

Bircher-Benner-Diät, kochsalzfreie, laktovegetabile Kost, die zur Hälfte roh und zur anderen Hälfte gekocht aufgenommen wird. Rohes Obst, Gemüse, Nüsse, Getreideflocken, Pflanzenöle und Kräuter bilden die Grundlage der Bircher-Benner-Diät -Müslis. Die Ernährung ist kalium- und ballaststoffreich und weist eine hohe Dichte essenzieller Nährstoffe auf. Die Bircher-Benner-Diät wird zur Entlastung des Stoffwechsels, zur Steigerung der Abwehrkräfte und zur allgemeinen Umstimmung eingesetzt.


Birke

Birke, Betula, Laubbaum. Verwendung finden vor allem die Blätter der Birke sowie Birkenteer. Wirksame Inhaltsstoffe der Birkenblätter sind Gerbstoffe, ätherische Öle, Flavonoide und Saponine. Zubereitungen aus Birkenblättern werden vor allem zur Anregung der Harnproduktion bei Harnwegsinfektionen und Nierengriess eingesetzt. Auch bei rheumatischen Erkrankungen sollen sie lindernd wirken. Birkenteer wird zur Behandlung verschiedener Hauterkrankungen (z. B. Schuppenflechte, Ekzeme) eingesetzt.


Bisacodyl

Bisacodyl, Abführmittel, das die Resorption von Wasser im Kolon hemmt. Bisacodyl wird vor allem zur Erleichterung der Darmentleerung bei Verstopfung, vor Röntgenaufnahmen oder Eingriffen im Magen-Darm-Trakt eingesetzt. Bisacodyl darf, wie alle Abführmittel, nicht bei Verdacht auf Darmverschluss angewendet werden.


Bisexualität

Bisexualität, sexuelle Orientierung, bei der sich die betroffenen Personen sowohl durch Frauen als auch durch Männer sexuell angeregt fühlen. Bisexualität kann vorübergehend, z. B. während der Pubertät, oder dauerhaft bestehen.


Bismut

Bismut, → Wismut.


Bisphosphonat

Bisphosphonat, chemische Substanz, deren Struktur der Pyrophosphorsäure ähnelt. Bisphosphonat hemmt den Knochenabbau durch Bremsung der Osteoklastenaktivität. Daher wird Bisphosphonat als Medikament (Alendronat, Etidronat) z. B. beim → Paget-Syndrom, bei Osteoporose und bei osteolytischen Metastasen angewendet.


Bissanomalie

Bissanomalie, eine Fehlstellung der Zahnreihen.


Bissverletzung

Bissverletzung, Verletzung durch Tier- oder Menschenbiss. Durch die Mundkeime und die zum Teil anaeroben Bedingungen in tiefen Wunden können von einer Bissverletzung schwere Infektionen ausgehen. Ein ausreichender Tetanusschutz bzw. eine Auffrischung der Tetanusimpfung nach einer Bissverletzung ist von großer Bedeutung. Unter Umständen ist auch eine Antibiotikatherapie erforderlich.


Bittersalz

Bittersalz, → Magnesiumsulfat.


Bitterstoff

Bitterstoff, Substanz, die durch bitteren Geschmack charakterisiert ist. Zu den Bitterstoffen zählen auch Medikamente, die durch Reizung des Vagusnervs den Speichelfluss anregen sowie die Sekretion von Magensaft und Gallenflüssigkeit erhöhen. Anwendung finden Bitterstoffe vor allem bei chronischen Magenerkrankungen, Appetitlosigkeit und → Refluxösophagitis. Bitterstoffe sind z. B. in Enzian, Tausendgüldenkraut und Wermut enthalten.


Bizeps

Bizeps, Kurzbezeichnung für den Musculus biceps brachii, den zweiköpfigen Oberarmmuskel.


Bizepssehnenreflex

Bizepssehnenreflex, Abk. BSR, Muskeleigenreflex. Das Beklopfen der Bizepssehne löst eine reflektorische Kontraktion des Armbizeps mit Beugung des Unterarms aus. Die Kontrolle des Bizepssehnenreflexes dient der Diagnose verschiedener neurologischer Erkrankungen. Auch → Reflex.


Bjerrum-Skotom

Bjerrum-Skotom, ein typischer Gesichtsfeldausfall (→ Skotom), der bei einem fortgeschrittenen → Glaukom auftritt.


BK

BK, Abk. für → Berufskrankheit.


BKS

BKS, Abk. für →  Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit.


Black-out

Black-out, kurzfristige Bewusstlosigkeit, → Synkope.


Black-out

Black-out, kurzfristiger Gedächtnisverlust, Erinnerungsverlust während eines Stresszustandes, z.B. einer Prüfung.


Blähung

Blähung, → Meteorismus.


bland

bland, bei Erkrankungen: harmlos, mild verlaufend, gute Prognose.


bland

bland, bei Therapeutika oder Diäten: wirkstofffrei, nicht reizend, mild.


Bläschen

Bläschen, → Vesicula.


Bläschenausschlag

Bläschenausschlag, → Herpes simplex.


Bläschendrüse

Bläschendrüse, → Samenblase.


Bläschenkrankheiten

Bläschenkrankheiten, Bezeichnung für häufig auftretende Erkrankungen, die mit der Bildung von Bläschen auf der Haut einhergehen, z. B. Windpocken, Herpes simplex oder Gürtelrose.


Blase

Blase, blasenförmiges Hohlorgan, → Vesica.


Blase

Blase, Hautblase, → Bulla.


Blasenatonie

Blasenatonie, Lähmung der Harnblasenwand durch eine akute Erkrankung des zentralen Nervensystems, z. B. eine Querschnittslähmung. Der Patient verspürt keinen Harndrang, wenn seine Harnblase voll ist. Die Entleerung der Harnblase erfolgt durch passive Öffnung des Blasenausgangs bei Überdehnung der Harnblasenwand. Ein Teil des Urins kann nicht entleert werden und verbleibt als → Restharn in der Blase. Eine atone Harnblase wird auch als → Überlaufblase bezeichnet.


Blasenautomatie

Blasenautomatie, → Reflexblase.


Blasenautonomie

Blasenautonomie, Störung der Blasenfunktion bei einer unteren Querschnittslähmung. Liegt die Stelle der Rückenmarksverletzung unterhalb des elften Brustwirbelkörpers, ist das Blasenzentrum des Rückenmarks betroffen. Die Harnentleerung erfolgt nicht reflexartig, sondern durch Anspannung der Bauchmuskulatur oder durch Druck auf die Bauchdecke. Es entwickelt sich eine große atonische Blase mit einer deutlichen Restharnbildung. Auch → Reflexblase.


Blasendivertikel

Blasendivertikel, sackartige Ausstülpung und Vorwölbung der Harnblasenwand. Nur selten sind Blasendivertikel angeboren, in den meisten Fällen stellen sie die Folge einer Blasenwandschwäche bei bestehender Abflussbehinderung dar (Prostatavergrößerung, Abflussbehinderung durch Verengung der Harnröhre). Der erhöhte Druck, der nötig ist, um die Blase vollständig zu entleeren, führt auf Dauer zu Blasenwanddivertikeln. Als Komplikationen können Harnsteine, Urinstauungen und Infektionen auftreten. Der Nachweis von Blasendivertikeln erfolgt mittels → Zystoskopie oder Röntgenuntersuchung.


Blasenekstrophie

Blasenekstrophie, Spaltblase, Fehlbildung der Harnblasenvorderwand und der Bauchdecke. Dadurch liegt die Blasenhinterwand offen, so dass sich Entzündungen, Infektionen des Harntrakts sowie Reizungen und Ekzeme der Bauchhaut entwickeln.


Blasenektopie

Blasenektopie, Verlagerung der intakten, geschlossenen Harnblase durch einen Spalt in der Bauchdecke. Oft ist diese Fehlbildung mit Defekten der Harnröhre verbunden.


Blasenentleerung

Blasenentleerung, → Miktion.


Blasenentleerungsstörung

Blasenentleerungsstörung, Bezeichung für eine Störung der Miktion, z. B. Harninkontinenz, Dysurie, Harnstottern, Blasenautonomie, Harnverhalt.


Blasenentzündung

Blasenentzündung, → Zystitis.


Blasenfehlbildung

Blasenfehlbildung, eine angeborene Missbildung der Harnblase, z. B. eine → Blasenekstrophie oder eine → Blasenektopie.


Blasenfistel

Blasenfistel, eine Fistel zwischen der Harnblase und der Körperoberfläche (äußere Blasenfistel) oder einem anderen Hohlorgan (innere Blasenfistel), z. B. dem Enddarm oder der Scheide. Eine Blasenfistel kann angeboren sein (z. B. Urachusfistel, eine Verbindung zwischen der Blase und dem Nabel) oder infolge eines Traumas, einer Entzündung oder nach einer Operation entstehen.


Blasenhals

Blasenhals, Übergang der Harnblase in die Harnröhre.


Blasenhalsstenose

Blasenhalsstenose, Verengung des Blasenhalses, entweder durch angeborene Fehlbildungen wie Urethralklappen oder erworbene Engstellen durch Vernarbungen, Tumoren oder Blasenhalssklerose als Folge chronischer Entzündungen. Der Harnabfluss ist durch die Blasenhalsstenose behindert, so dass es zu Restharnbildung kommt. Harnwegsinfektionen können als Komplikationen hinzutreten.


Blaseninkontinenz

Blaseninkontinenz, → Harninkontinenz.


Blasenkapazität

Blasenkapazität, das gesamte Fassungsvermögen der Harnblase. Bei Erwachsenen liegt die Blasenkapazität zwischen 200 und 400 Milliliter.


Blasenkarzinom

Blasenkarzinom, Blasenkrebs,
Zystoskopie
Die Blasenspiegelung (Zystoskopie) ermöglicht die Entnahme von Gewebe (Biopsie).
bösartiger Tumor der Harnblasenwand. Bei der Entstehung eines Blasenkarzinoms spielt die Einwirkung von giftigen Stoffen auf die Harnblasenwand eine große Rolle. Durch chronischen Phenacetingebrauch oder Rauchen reichern sich schädliche Substanzen im Urin an. Auch chronische Entzündungen, Steinleiden usw. schädigen die Harnblasenwand. Männer sind häufiger von einem Blasenkarzinom betroffen als Frauen. Zu den Warnsymptomen zählen blutiger Urin, Schmerzen beim Wasserlassen und Druckschmerz in der Lendengegend. Der Nachweis eines Blasenkarzinom erfolgt durch zytologische Urindiagnostik, Zystoskopie, Ultraschalluntersuchung u. a. Oberflächlich wachsende Blasenkarzinome werden meist im Rahmen einer Zystoskopie entfernt. Bei größeren Blasenkarzinomen oder Ausdehnung des Tumors in die Tiefe wird eine teilweise bzw. vollständige operative Entfernung der Blase notwendig. Eine Bestrahlung und eine Chemotherapie (lokal durch Einbringen in die Blase oder systemisch) sind in bestimmten Fällen erfolgreich. Die Prognose der Erkrankung unterscheidet sich nach Art des Tumors, der Eindringtiefe bzw. dem Grad der Metastasierung.


Blasenkatarrh

Blasenkatarrh, → Zystitis.


Blasenkatheter

Blasenkatheter,
Blasenkatheter
Der Ballon des Blasenverweilkatheters verhindert das Zurückgleiten des Katheters.
Instrument aus Gummi, Kunststoff oder Metall zur Ableitung des Urins aus der Blase bei Abflussbehinderungen, bei Harnverhalt nach operativen Eingriffen oder zur Gewinnung von Blasenurin, der nicht durch Keime der Harnröhre verunreinigt ist.1. Transurethrale Blasenkatheter werden durch die Harnröhre in die Blase vorgeschoben. Zur Uringewinnung werden Einmalkatheter, bei längerer Katheterisierung Blasenverweilkatheter verwendet. Letztere sind mit einem gesteigerten Infektionsrisiko verbunden.2. Suprapubische Blasenkatheter werden durch die Bauchdecke in die Harnblase eingebracht. Das Infektionsrisiko bei langfristiger Katheterlage ist geringer als beim urethralen Verweilkatheter.


Blasenkeim

Blasenkeim, → Blastula.


Blasenkrebs

Blasenkrebs, → Blasenkarzinom.


Blasenlähmung

Blasenlähmung, Lähmung der Harnblasenmuskulatur durch eine Querschnittsverletzung oder einen Tumor des Rückenmarks. Je nach Höhe des Querschnitts erfolgt eine vollständige oder teilweise Blasenlähmung. Auch → Blasenatonie, → Blasenautonomie, → Reflexblase.


Blasenmole

Blasenmole, Degeneration des Mutterkuchens und Umwandlung der → Chorionzotten in traubenartige Bläschen. Die Embryonalanlage stirbt ab, die Plazenta vergrößert sich. Typische gynäkologische Befunde einer Blasenmole sind eine Vergrößerung der Gebärmutter ohne Nachweis kindlicher Herztöne oder Kindsbewegungen. Der Serumspiegel des Hormons → HCG ist wie bei einer Schwangerschaft deutlich erhöht. Die Blasenmole muss durch wehenfördernde Medikamente ausgetrieben oder durch Kürettage entfernt werden. Eine regelmäßige Nachsorge mit HCG-Kontrolle ist notwendig, da eine Blasenmole auch zu einer Krebsgeschwulst entarten kann.


Blasenpapillom

Blasenpapillom, gutartiger Tumor, der von der Harnblasenschleimhaut ausgeht. Bis zu einer Dicke von sechs Zelllagen gilt das Blasenpapillom noch als gutartig, ab sieben Zelllagen wird es als frühe Form eines → Blasenkarzinoms betrachtet und entsprechend behandelt. Blasenpapillome können zu Blutungen führen und sollten operativ entfernt werden.


Blasenpunktion

Blasenpunktion, Punktion der Harnblase zur Gewinnung sterilen Blasenurins, zur Harnableitung bei Harnabflussstörungen oder zur Spülung der Harnblase mit bestimmten Medikamenten. Die Blasenpunktion erfolgt bei gefüllter Blase unter Ultraschallkontrolle oberhalb des Schambeins.


Blasenresektion

Blasenresektion, die operative Entfernung von Teilen oder der ganzen Harnblase, z. B. zur Behandlung eines Blasenkarzinoms.


Blasenruptur

Blasenruptur, Einriss der Harnblase durch Stoß-, Schlag- oder Stichverletzungen. Vor allem die gefüllte Blase kann bei einer Druckerhöhung einreißen. Durch den Austritt des Urins in die Bauchhöhle kommt es zu Bauchfellentzündungen oder zu einer Harnphlegmone des Bindegewebes. Blutiger Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen nach vorangegangenen Traumen weisen auf eine Blasenruptur hin, die operativ verschlossen werden muss.


Blasen-Scheiden-Fistel

Blasen-Scheiden-Fistel, Verbindung zwischen Harnblase und Scheide infolge Verletzungen, Operationen, Strahlenschäden oder entzündlichen Krankheiten. Das Hauptsymptom einer Blasen-Scheiden-Fistel ist die → Harninkontinenz.


Blasenspiegelung

Blasenspiegelung,
Zystoskopie
Die Blasenspiegelung (Zystoskopie) ermöglicht die Entnahme von Gewebe (Biopsie).
→ Zystoskopie.


Blasensprengung

Blasensprengung, künstliche Eröffnung der Fruchtblase durch die Vagina bei verzögertem → Blasensprung während des Geburtsvorgangs.


Blasensprung

Blasensprung, spontanes Zerreißen der Fruchtblase im Verlauf der Geburtswehen mit Abgang von Fruchtwasser. Je nach Zeitpunkt unterscheidet man den rechtzeitigen Blasensprung (am Ende der → Eröffnungsperiode), den frühzeitigen Blasensprung (während der Eröffnungsperiode) und den vorzeitigen Blasensprung (vor Beginn der Wehen). Beim vorzeitigen Blasensprung besteht ein erhöhtes Risiko für eine aufsteigende Infektion der Gebärmutter und des ungeborenen Kindes.


Blasenspülung

Blasenspülung, Spülung der Harnblase über einen Katheter mit Spülflüssigkeit, z. B. nach einer Blasenoperation oder zur Beurteilung der Blasenfunktion.


Blasenstein

Blasenstein, Stein, der sich im Inneren der Harnblase bildet und der bevorzugt bei Harnabflussstörungen mit Restharnbildung oder in Divertikeln vorkommt bzw. aus der Niere in die Blase gewandert ist. Blasensteine können bis zu mehreren Zentimetern groß werden. Sie verursachen manchmal gar keine Beschwerden, können aber auch für "stotterndes" Wasserlassen, Blutungen und Schmerzen verantwortlich sein. Blasensteine werden operativ entfernt oder mittels Ultraschall zertrümmert. Auch → Urolithiasis.


Blasentraining

Blasentraining, Training, durch das nach einer Querschnittslähmung die Kontrolle über die Blase geübt wird. Auch nach längerer Anwendung eines Harnröhren-Blasenkatheters ist oft ein Blasentraining notwendig, um einer Harninkontinenz vorzubeugen.


Blasentumor

Blasentumor, eine Geschwulst in der Harnblase. Die häufigsten Formen sind das → Blasenpapillom und das → Blasenkarzinom. Symptome sind Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und wiederholte Harnwegsinfektionen.


Blasenvorfall

Blasenvorfall, → Zystozele.


Blässe

Blässe, bleiche Hautfarbe, die durch einen geringen Pigmentgehalt der Hautzellen, durch Blutarmut, durch eine Gefäßverengung oder einen Gefäßverschluss hervorgerufen werden kann.


Blastenschub, terminaler

Blastenschub, terminaler, das akute Auftreten einer großen Anzahl Myeloblasten im Blut im Endstadium einer Leukämie. Ein terminaler Blastenschub führt zum Tod.


Blastogenese

Blastogenese, Keimentwicklung, Im engeren Sinn die Entwicklung der Zygote bis zum Beginn der Embryogenese um den 15. Tag der Schwangerschaft. Im weiteren Sinn ist mit Blastogenese die Entwicklung der Eizelle bis zum ersten Herzschlag gemeint. Auch → Embryogenese.


Blastomeren

Blastomeren, Furchungszellen; Zellen, die ohne Wachstum durch Einschnürung und Furchung des befruchteten Eis entstehen und bei jeder Teilung kleiner werden. Auch → Embryogenese, → Zygote.


Blastomyces dermatitidis

Blastomyces dermatitidis, ein Pilz, der den Menschen befallen und eine → Blastomykose auslösen kann.


Blastomykose

Blastomykose, eine Gruppe von schweren Pilzerkrankungen, die die Haut und innere Organe befallen. Man unterscheidet die nordamerikanische, die südamerikanische und die europäische Blastomykose Die Erreger (verschiedene Pilzarten) können neben Hautgeschwüren auch Lungenentzündungen und Hirnabszesse verursachen.


Blastozyste

Blastozyste, → Blastula.


Blastula

Blastula, Blasenkeim, Blastozyste, das Keimbläschen, das etwa vier Tage nach der Befruchtung aus der → Morula entsteht.


Blastulation

Blastulation, die Bildung der → Blastula während der Embryonalentwicklung.


Blattern

Blattern, umgangssprachliche Bezeichnung für → Pocken.


Blaulichtbestrahlung

Blaulichtbestrahlung, Bestrahlung mit Licht, dessen Wellenlänge im blauen Bereich liegt. Die Blaulichtbestrahlung wird zur Therapie des Neugeborenenikterus eingesetzt.


Blausäure

Blausäure, farblose, hochgiftige Flüssigkeit, die nach Bittermandel riecht. Eine Spur Blausäure ist in den Kernen von Steinobst und in Bittermandelöl vorhanden. Blausäure dient vor allem zur Herstellung von Kunststoffen und zur Schädlingsbekämpfung. Auch → Blausäurevergiftung.


Blausäurevergiftung

Blausäurevergiftung, Zyanidvergiftung, Vergiftung durch Aufnahme von Blausäure durch Einatmen, über die Haut oder durch Verschlucken des Gifts. Blausäure wirkt schon in geringsten Konzentrationen (1 mg/kg Körpergewicht) u. a. durch Blockade der zellulären Zytochromoxidase tödlich. Symptome einer Blausäurevergiftung sind rötliche Hautfarbe, rotes Venenblut und Bittermandelgeruch der Atemluft. Sauerstoffüberdruckbeatmung und Injektion von Natriumthiosulfat können lebensrettend wirken.


Blausucht

Blausucht, → Zyanose.


Blei

Blei, Schwermetall, das sowohl bei chronischer als auch bei akuter Aufnahme zu Vergiftungen führt. In der Medizin wird Blei zur Abschirmung ionisierender Strahlung verwendet (Bleischürzen).


Bleichsucht

Bleichsucht, Blässe infolge einer → Anämie.


Bleigleichwert

Bleigleichwert, Maßeinheit für die abschirmende Wirkung eines Materials im Strahlenschutz.


Bleistiftkot

Bleistiftkot, bleistiftdünne Stuhlform, die durch Verengungen im Mastdarm-, Enddarm- oder Afterbereich entsteht. Bleistiftkot kann ein Hinweis auf ein Dickdarmkarzinom sein.


Bleivergiftung

Bleivergiftung, Vergiftung durch akute oder chronische Bleiaufnahme, meist durch berufliche Exposition. Typische Symptome sind Blutarmut durch Blockierung der Hämsynthese und Abbau der roten Blutkörperchen, blasse Hautfarbe, ein schwarzgrauer Bleisaum am Zahnfleisch, Nervenlähmung, vor allem Lähmung des Nervus radialis. Zu den unspezifischen Beschwerden zählen chronische Müdigkeit, Kopf- und kolikartige Bauchschmerzen. Nachgewiesen wird eine Bleivergiftung durch erhöhten Bleigehalt im Blut und Bleiausscheidung mit dem Urin. Eine Bleivergiftung wird mit → Chelatbildnern behandelt.


Blendung

Blendung, Beeinträchtigung der Sehleistung durch den starken Einfall von Licht auf die Netzhaut. Bei hellem Licht verengt sich die Pupille - dieser Reflex bildet einen natürlichen Schutz vor Blendung Bei noch stärkerer Helligkeit tritt eine Blendung auf, die Sehschärfe und das Kontrastsehen nehmen ab. Der natürliche Schutzreflex bei einer Blendung besteht im Lidschluss. Bei einer Blendung über längere Zeit bei sehr hellem Licht (direkter Blick in die Sonne) können Hornhaut, Bindehaut und Netzhaut geschädigt werden. Die Gefahr eines Blendungsunfalls ist z. B. bei Schweißarbeiten, die ohne Schutzbrille durchgeführt werden, oder beim Aufenthalt im Schnee erhöht. Bei bestimmten Augenkrankheiten besteht eine höhere Blendungsempfindlichkeit, etwa bei Hornhaut- oder Linsentrübungen, bei einer Bindehautentzündung oder bei einer (evtl. medikamentös herbeigeführten) Pupillenerweiterung.


blenno...

blenno..., Wortteil mit der Bedeutung "Schleim".


Blennorrhö

Blennorrhö, eitrig-schleimige Absonderung der Schleimhäute, z. B. bei eitriger Bindehautentzündung im Rahmen einer → Gonorrhö.


Bleomycin

Bleomycin, eine → zytotoxisch wirkende Substanz, die von bestimmten Pilzarten gewonnen wird. Bleomycin wird zur Therapie von Krebs eingesetzt (z. B. bei Hodentumoren oder Leukämien).


Blepharitis

Blepharitis, Entzündung des Augenlidrandes, hervorgerufen durch eine bakterielle Infektion, durch mechanische Reizungen (Fremdkörper, Rauch, Staub) oder auch im Rahmen eines seborrhoischen Ekzems. Oft besteht gleichzeitig eine → Conjunctivitis.


blephar...

blephar..., blepharo..., Wortteil mit der Bedeutung Augenlid.


Blepharochalasis

Blepharochalasis, eine Erschlaffung des Oberlids, das dann über dem Lidrand hängt und unter Umständen das Sehen beeinträchtigen kann. Die Therapie besteht in einer operativen Straffung des Lids.


Blepharophimose

Blepharophimose, eine Verengung der Lidspalte, z. B. nach Entzündungen am Auge oder im Alter.


Blepharoplastik

Blepharoplastik, eine operative Straffung des Oberlids.


Blepharorrhaphie

Blepharorrhaphie, das Verschließen der Lidspalte durch Zusammennähen des oberen und des unteren Augenlids. Die Blepharorrhaphie wird z. B. bei einer → Fazialisparese, wenn das Auge nicht mehr geschlossen werden kann, durchgeführt, um die Binde- und Hornhaut vor Austrocknung zu schützen.


Blepharospasmus

Blepharospasmus, Lidkrampf, ein Krampf des Augenringmuskels, der am Lidschluss beteiligt ist. Ein Blepharospasmus kommt meist bei Reizungen des Auges oder als psychogene Störung vor.


Blickfeld

Blickfeld, der alleine durch Augenbewegungen ohne Drehung des Kopfes optisch erfasste Teil eines Raums. Das Blickfeld der einzelnen Augen differiert etwas voneinander und ermöglicht so das räumliche Sehen.


Blickkrampf

Blickkrampf, plötzlich auftretende, zum Teil langdauernde Verdrehung der Augen durch eine Verkrampfung der Augenmuskeln. Ein Blickkrampf kann z. B. nach einer Behandlung mit Neuroleptika oder durch Hirnschäden verursacht werden.


Blinddarm

Blinddarm, → Caecum.


Blinddarmentzündung

Blinddarmentzündung, → Appendizitis.


Blindenschrift

Blindenschrift, Brailleschrift, Schrift, die aus sechs Punkten besteht, die in zwei Reihen zu je drei Punkten angeordnet sind. Aus den verschiedenen Anordnungen der sechs Punkte ergeben sich 64 Kombinationsmöglichkeiten. Die Punkte werden in Papier gestanzt und sind als Erhebungen tastbar. Die Blindenschrift wird mit den Fingern gelesen.


blinder Fleck

blinder Fleck, die Stelle auf der Netzhaut, wo der Sehnerv eintritt. Am blinden Fleck befinden sich keine Sinneszellen, deshalb besteht auch im Gesichtsfeld eines jeden Auges ein kleiner Fleck, an dem keine Seheindrücke wahrgenommen werden. Beim normalen Sehen wird der blinde Fleck nicht bemerkt.


Blindheit

Blindheit, Amaurose, seit der Geburt bestehendes oder durch Erkrankungen oder Verletzungen erworbenes Fehlen oder hochgradige Verminderung der Sehfähigkeit. Die Störung kann sowohl im Sehzentrum des Gehirns, im Sehnerven als auch im Auge selber liegen.


Blindversuch

Blindversuch, Versuchsanordnung, bei der bewusste oder unbewusste Einflüsse auf das Endergebnis durch den Patienten oder den Therapeuten vermieden werden. Beim Einfachblindversuch weiß der Patient nicht, ob er z. B. bei einer Medikamentenprüfung den Wirkstoff oder ein → Placebo erhält. Beim Doppelblindversuch ist auch der Therapeut nicht darüber informiert, ob es sich um das Medikament oder ein Placebo handelt.


Blinzeln

Blinzeln, rascher Lidschlag zur Befeuchtung und Reinigung der Hornhaut. Bei Reizzuständen des Auges (z. B. einer Bindehautentzündung) verstärkt sich die Frequenz des Blinzelns.


Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe

Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe, BNS-Krämpfe, kindliche Form der → Epilepsie, bei der blitzartig Arme und Beine nach vorne geschleudert werden, Oberkörper und Kopf sich nach vorne neigen und die Arme vor dem Körper zusammengeführt werden. Hinzu können Nickbewegungen des Kopfes kommen.


Blitzschlag

Blitzschlag, Verletzung, die durch den Einschlag eines Blitzes verursacht wird. Ein Blitz entsteht in Gewitterwolken zwischen zwei Ladungsbezirken. Wenn der Blitz einen Menschen trifft, werden Spannungen von mehr als 100.000 Volt am Körper erreicht. An der Eintrittsstelle des Blitzes in den Körper entstehen so genannte Blitzfiguren, bizarr verästelte Hautveränderungen. Durch den elektrischen Strom, der durch den Körper fließt, kommt es zu Kammerflimmern, Herzstillstand, Hirnödem, Atemstillstand, Nerven- und Rückenmarksschädigung.


Block

Block, Unterbrechung einer Leitungsbahn im Körper.


Blockade

Blockade, künstliche Unterbrechung einer Leitungsbahn oder einer Leitungsfunktion im Körper, z.B. im Rahmen einer → Plexusanästhesie.


Blockade

Blockade, Gelenkversteifung, → Arthrodese.


Block, atrioventrikulärer

Block, atrioventrikulärer, → AV-Block.


Blocker

Blocker, Medikament zur Blockierung bestimmter Rezeptoren, z. B. → Alpha- oder → Betarezeptorenblocker.


Block, kardialer

Block, kardialer, Herzblock, Störung der Erregungsleitung im Herzen. Ein kardialer Block kann sich als atrioventrikulärer Block bei Behinderung der Erregungsleitung zwischen Vorhöfen und Kammern äußern oder als intraventrikulärer Block bei Erregungsausbreitungsstörungen im spezifischen Muskelgewebe der Herzkammern. Bei kompletten Blockierungen besteht ein Links- bzw. Rechtsschenkelblock, bei inkompletten Blockierungen spricht man von Links- bzw. Rechtsverspätung. Auch → Herzrhythmusstörung.


Block, sinuatrialer

Block, sinuatrialer, eine Form des → Herzblocks.


Blockwirbel

Blockwirbel, die Verschmelzung von zwei oder mehreren Wirbelkörpern. Blockwirbel sind manchmal angeboren, sie können jedoch auch im Verlauf einer Erkrankung entstehen (z. B. nach einer Spondylitis). Einzelne Blockwirbel bereiten oft kaum Beschwerden.


Blow-out-Fraktur

Blow-out-Fraktur, eine Fraktur des Orbitabodens (Augenhöhle), die infolge eines Schlags von vorne auf das Auge entsteht, z. B. durch den Aufprall eines Balls oder einen Faustschlag. Bei einer Blow-out-Fraktur besteht die Gefahr, dass Teile des Sehapparats (insbesondere der untere Augenmuskel) zwischen den beiden Knochenfragmenten eingeklemmt werden, was die Beweglichkeit des Auges beeinträchtigt und zu Sehstörungen führt. Symptome einer Blow-out-Fraktur sind das Sehen von Doppelbildern, ein tief in die Augenhöhle eingesunkener Augapfel und Blutergüsse rund ums Auge. Die Behandlung besteht in einer operativen Wiedereinrichtung des Augapfels.


Blue Baby

Blue Baby, Säugling mit bläulicher Hautfarbe(→ Zyanose). Die Ursachen sind meist angeborene Herzfehler oder eine →  Methämoglobinämie.


Blue Bloater

Blue Bloater, Bezeichnung für das typische Erscheinungsbild eines Patienten mit einem Lungenemphysem. Ein Blue Bloater leidet unter einer Zyanose (bläuliche Haut) und Atemnot. Im Blut ist der Sauerstoff vermindert und das Kohlendioxid erhöht.


Blumenkohlohr

Blumenkohlohr, vor allem bei Boxern und Ringern vorkommende Verformung der Ohrmuscheln durch häufige Verletzungen und resultierender Schädigung des Ohrknorpels. Das Blumenkohlohr bildet sich nicht spontan zurück, eine Behandlung ist nur operativ möglich.


Blut

Blut, Sanguis,
Blutgruppenbestimmung
Die Blutgruppenbestimmung erfolgt mit den Antiseren A und B und einem Kontrollserum. Die Verklumpung mit dem Testblut oder ihr Ausbleiben gibt Auskunft über die Blutgruppe.
Rhesusfaktor
Der Rhesusfaktor ist eine Blutgruppeneigenschaft, die auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen lokalisiert wird.
Blutgruppe
Anfang dieses Jahrhunderts stellte der Arzt Karl Landsteiner fest, dass sich das Blut verschiedener Menschen voneinander unterscheidet. Er entdeckte die vier Blutgruppen A, B, AB und 0. 1940 wurde ein weiteres wichtiges Merkmal entdeckt: der Rhesusfaktor. Dieser Faktor ist bei ca. 85 Prozent der europäischen Bevölkerung vorhanden. Das Blut dieser Menschen ist demnach Rhesus positiv (Rh+). Die Menschen, die diesen Faktor nicht besitzen (15 Prozent), sind rhesus negativ (rh-).
Blut
Blut ist eine Komposition aus mehreren, in einem wässrigen Plasma gelösten Substanzen. Blutplasma macht 55 Prozent und die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) 44 Prozent des Blutvolumens aus. Der Rest setzt sich aus weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) zusammen. Die roten Blutkörperchen sind für den Sauerstofftransport zuständig. Die weißen Blutkörperchen sind Teil des Immunsystems. Die Blutplättchen sind an der Blutgerinnung beteiligt.
Körperflüssigkeit, die aus dem flüssigen Blutplasma sowie festen zellulären Bestandteilen (Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten) besteht und in den Blutgefäßen durch den Organismus zirkuliert. Das Blut dient dem Transport und der Verteilung von Sauerstoff, Nährstoffen, Enzymen und Hormonen, dem Abtransport von Stoffwechselprodukten und Kohlendioxid sowie der Wärmeregulation. Das gesamte Blutvolumen eines Menschen beträgt etwa 1/12 seines Körpergewichts, die Bluttemperatur beträgt beim gesunden Menschen 37°C.


Blutalkohol

Blutalkohol, Äthanolgehalt des Blutes nach Alkoholkonsum. Aus dem Ergebnis der Blutalkoholbestimmung zum Zeitpunkt der Blutentnahme kann der wahrscheinliche Blutalkohol zu einem früheren Zeitpunkt, z. B. bei einem Verkehrsunfall, berechnet werden.


Blutarmut

Blutarmut, → Anämie.


Blut, arterielles

Blut, arterielles, oxygeniertes, d. h. mit Sauerstoff angereichertes Blut, das in den Arterien des Organismus sowie in den Lungenvenen zirkuliert. Durch den höheren Sauerstoffgehalt ist arterielles Blut heller als venöses.


Blutausstrich

Blutausstrich, gleichmäßiges, dünnes Ausstreichen eines Bluttropfens auf einem Objektträger und Anfärbung zur mikroskopischen Beurteilung. Zum Ausstreichen wird ein dünnes Deckglas oder ein zweiter Objektträger verwendet. Auch → Blutbild.


Blutbank

Blutbank, Einrichtung zur Gewinnung, Lagerung und Ausgabe von Blutkonserven für Bluttransfusionen.


Blutbild

Blutbild, Hämogramm, qualitative und quantitative Auszählung der zellulären Blutbestandteile wie Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten und Retikulozyten sowie die Bestimmung des Hämoglobingehaltes und des Hämatokrits. Im Differenzialblutbild werden die Leukozyten in Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten usw. unterschieden. Aus dem Blutbild ergeben sich Hinweise auf Entzündungen, Anämien, Leukämien u. a. Erkrankungen.


Blutbildung

Blutbildung, → Hämopoese.


Blutdruck

Blutdruck, Druck, der in den Blutgefäßen des Körpers und im Lungenkreislauf herrscht. Im engeren Sinn ist mit dem Blutdruck der arterielle Druck gemeint, der wesentlich höher ist als der venöse Blutdruck. Der Blutdruckwert wird in "Millimeter Quecksilbersäule" (mmHg) angegeben. Man unterscheidet zwischen dem → systolischen und dem → diastolischen Blutdruck. Die Höhe des Blutdrucks ist altersabhängig. Auch → Hypertonie.


Blutdruckamplitude

Blutdruckamplitude, der Unterschied zwischen dem systolischen und dem diastolischen Blutdruck. Bei bestimmten Herz-Kreislauf-Krankheiten ist die Blutdruckamplitude höher als normal.


Blutdruck, diastolischer

Blutdruck, diastolischer, Druck in den Arterien, der während der Herzdiastole gemessen wird und den niedrigsten Punkt der arteriellen Blutdruckkurve markiert.


Blutdruckkrise

Blutdruckkrise, hypertensive → Krise.


Blutdruckmessung

Blutdruckmessung, Feststellung des (meist arteriellen) Blutdruckwertes. Die indirekte, nichtinvasive Blutdruckmessung wird mit einer aufblasbaren Manschette am Oberarm durchgeführt (→ Riva-Rocci-Apparat). Dazu wird die Manschette aufgepumpt, bis der Druck nicht mehr messbar ist. Durch langsames Ablassen der Luft wird mit einem → Stethoskop oder über eine digitale Anzeige der Blutdruck abgelesen. Der systolische Blutdruck entspricht dem Wert beim ersten tast- oder hörbaren Pulsschlag, der diastolische dem Wert beim letzten tast- oder hörbaren Pulsschlag. Bei der direkten, blutigen Blutdruckmessung erfolgt die Bestimmung des Drucks invasiv über einen in der Arterie liegenden Katheter. Vorteil der direkten Blutdruckmessung ist die größere Genauigkeit der Messwerte.


Blutdrucksenkung

Blutdrucksenkung, die Senkung erhöhter Blutdruckwerte mit Hilfe von →  Antihypertensiva. Auch → Hypertonie.


Blutdruck, systolischer

Blutdruck, systolischer, Druck in den Arterien, der während der Herzsystole gemessen wird und den höchsten Punkt der arteriellen Blutdruckkurve markiert.


Blutegel

Blutegel, Hirudo medicinalis, Blut saugender Ringelwurm, der zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird. In der Medizin angewendete Blutegel werden in Zuchtanstalten kultiviert. Auch → Blutegeltherapie.


Blutegeltherapie

Blutegeltherapie, Anwendung von Blutegeln zu therapeutischen Zwecken. Dabei werden bis zu einem Dutzend speziell zu medizinischen Zwecken gezüchtete Blutegel auf die Haut gesetzt, von denen jeder mehrere Milliliter Blut absaugt. Eine verlängerte Nachblutung wird durch gerinnungshemmende und blutverdünnende Blutegelwirkstoffe wie Hirudin, Hementin u. a. hervorgerufen. Die Blutegeltherapie entspricht einem milden Aderlass. Die Blutegeltherapie wird vor allem bei Venenerkrankungen, Gelenkbeschwerden, akutem Gichtanfall und hohem Blutdruck angewendet.


Blutentnahme

Blutentnahme, Entnahme einer Blutprobe zur Labordiagnostik oder Therapie, z. B. für eine Bluttransfusion.1. venöse Blutentnahme durch Punktion einer Vene. 2. kapilläre Blutentnahme aus der Fingerbeere, dem Ohrläppchen oder bei Säuglingen aus der Ferse durch Einstich mit einer sterilen Lanzette. 3. arterielle Blutentnahme durch Arterienpunktion, meist der Arteria radialis oder Arteria femoralis, zur → Blutgasanalyse.


Bluter / Bluterin

Bluter / Bluterin, Patient, der unter → Hämophilie leidet.


Bluterbrechen

Bluterbrechen, → Hämatemesis.


Blutergelenk

Blutergelenk, deformierende Gelenkerkrankung durch wiederholte Einblutung in die Gelenke bei Patienten mit → Hämophilie. Durch die Einblutungen wird die Ernährung des Gelenkknorpels beeinträchtigt. Die Folge sind degenerative Gelenkveränderungen, → Arthrose, Verschmälerung des Gelenkspaltes und Zystenbildung. Besonders häufig sind die Ellenbogen-, Knie-, Hand-, Hüft- und Sprunggelenke betroffen. Erste Gelenkbeschwerden können bereits bei Kindern mit Bluterkrankheit auftreten.


Bluterguss

Bluterguss, → Hämatom.


Bluterkrankheit

Bluterkrankheit, → Hämophilie.


Blutersatzflüssigkeit

Blutersatzflüssigkeit, Lösung, die z. B. bei größeren Blutverlusten intravenös verabreicht wird, um die Durchblutung der Organe zu gewährleisten und den Blutdruck aufrecht zu erhalten. Als Blutersatzflüssigkeiten (Plasmaexpander) werden u. a. physiologische Kochsalzlösung, → Ringerlösung oder → Dextran verwendet.


Blutfaktor

Blutfaktor, erbliche Eigenschaft des Blutes, z.B. Blutgruppe oder Rhesusfaktor.


Blutfaktor

Blutfaktor, → Blutgerinnungsfaktor.


Blutfarbstoff

Blutfarbstoff, → Hämoglobin.


Blutfette

Blutfette, die im Blut enthaltenen Fettstoffe, vor allem Cholesterin, Triglyzeride, Fettsäuren und Phosphatide. Auch → Fettstoffwechsel.


Blutgasanalyse

Blutgasanalyse, Bestimmung der Atemgase Sauerstoff und Kohlendioxid im arteriellen, seltener auch im venösen Blut. Weiterhin können im Rahmen der Blutgasanalyse pH-Wert und die Sauerstoffsättigung des Blutes gemessen werden. Eine Blutgasanalyse wird vor allem bei Patienten mit Atemproblemen (z. B. Lungenerkrankungen) durchgeführt, um das Ausmaß der Gasaustauschstörung festzustellen.


Blutgefäß

Blutgefäß, → Arterie, → Arteriole, → Kapillare, → Vene, → Venole.


Blutgerinnsel

Blutgerinnsel, → Thrombus.


Blutgerinnung

Blutgerinnung, Hämostase,
Blutgerinnung
Der Vorgang der Blutgerinnung
Gerinnung des Blutes nach Verletzungen mit Blutaustritt. Unter krankhaften Bedingungen kann auch eine Gerinnung innerhalb intakter Gefäße stattfinden. Mehr als 30 verschiedene Faktoren wirken in einem äußeren (extrinsischen) und einem inneren (intrinsischen) System zusammen und werden bei der kaskadenartig ablaufenden Blutgerinnung aktiviert. An der Blutgerinnung sind außerdem Gewebefaktoren, Thrombozyten und Vitamin K beteiligt. Im weiteren Sinn gehört auch die Auflösung eines Blutgerinnsels, die ebenfalls durch ein komplexes System von Faktoren gesteuert wird, zur Blutgerinnung. Auch → Extrinsic-System, → Faktor I bis XIII.


Blutgerinnungsfaktor

Blutgerinnungsfaktor, → Gerinnungsfaktor.


Blutgerinnungszeit

Blutgerinnungszeit, die Zeit zwischen der Blutentnahme und dem Beginn der Blutgerinnung durch Fibrinbildung. Die Blutgerinnungszeit stellt einen Suchtest auf Gerinnungsstörungen im endogenen Gerinnungssystem dar.


Blutgeschwulst

Blutgeschwulst Blutschwamm, → Angiom, → Hämangiom.


Blutgruppe

Blutgruppe,
Blutgruppenbestimmung
Die Blutgruppenbestimmung erfolgt mit den Antiseren A und B und einem Kontrollserum. Die Verklumpung mit dem Testblut oder ihr Ausbleiben gibt Auskunft über die Blutgruppe.
Blutgruppe
Anfang dieses Jahrhunderts stellte der Arzt Karl Landsteiner fest, dass sich das Blut verschiedener Menschen voneinander unterscheidet. Er entdeckte die vier Blutgruppen A, B, AB und 0. 1940 wurde ein weiteres wichtiges Merkmal entdeckt: der Rhesusfaktor. Dieser Faktor ist bei ca. 85 Prozent der europäischen Bevölkerung vorhanden. Das Blut dieser Menschen ist demnach Rhesus positiv (Rh+). Die Menschen, die diesen Faktor nicht besitzen (15 Prozent), sind rhesus negativ (rh-).
genetisch festgelegtes Merkmal der roten Blutkörperchen. Die einzelnen Blutgruppen können mit spezifischen Antikörpern nachgewiesen werden. Neben der Blutgruppenbestimmung nach dem → AB0-System wird auch der Rhesusfaktor bestimmt. Die Feststellung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors bei einzelnen Personen ist besonders im Hinblick auf eine → Bluttransfusion von Bedeutung.


Blutgruppenantigen

Blutgruppenantigen, genetisch bestimmtes Blutgruppenmerkmal, das charakteristisch für eine einzelne Blutgruppe ist. Die Blutgruppenantigene liegen auf der Oberfläche der Erythrozytenmembran. Sie können mittels spezifischer Antikörper im Rahmen der Blutgruppenbestimmung nachgewiesen werden.


Blutgruppenantikörper

Blutgruppenantikörper, Antikörper, die gegen Blutgruppenantigene gerichtet sind. Es wird unterschieden zwischen den regulären Isoagglutininen Anti-A und Anti-B, die physiologischerweise im Serum vorkommen, und den irregulären Blutgruppenantikörpern. Letztere bilden sich in der Schwangerschaft bei Rhesusunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind (z. B. Anti-D) oder durch die Transfusion von unverträglichem Blut. Irreguläre Blutgruppenantikörper sind verantwortlich für →  Transfusionszwischenfälle. Durch die Kreuzprobe wird die Blutgruppenverträglichkeit vor einer Transfusion mit Direktnachweis irregulärer Blutgruppenantikörper überprüft.


Blutgruppenbestimmung

Blutgruppenbestimmung,
Blutgruppenbestimmung
Die Blutgruppenbestimmung erfolgt mit den Antiseren A und B und einem Kontrollserum. Die Verklumpung mit dem Testblut oder ihr Ausbleiben gibt Auskunft über die Blutgruppe.
der Nachweis bestimmter Blutgruppenantigene (A, B oder Null) auf den roten Blutkörperchen mit Hilfe von Testseren. In der → Agglutinationsreaktion findet sich bei Blutgruppenunverträglichkeit eine sichtbare Verklumpung der Zellen. Vor einer Bluttransfusion wird eine Blutgruppenbestimmung sowohl des Transfusions- als auch des Empfängerblutes durchgeführt.


Blutgruppeninkompatibilität

Blutgruppeninkompatibilität Blutgruppenunverträglichkeit, →  AB0-Inkompatibilität, →  Rhesus-Inkompatibilität.


Blutgruppenserologie

Blutgruppenserologie, ein Teilgebiet der Serologie, bei dem die Blutgruppen und ihre immunologischen Eigenschaften im Zentrum des Interesses stehen.


Blutharn

Blutharn, → Hämaturie.


Blut-Hirn-Schranke

Blut-Hirn-Schranke, für bestimmte Stoffe, vor allem für Proteine und lipoidunlösliche Substanzen undurchlässige Schranke zwischen den Blutgefäßen und dem Hirngewebe, die durch spezialisierte Zellen gebildet wird. Die Blut-Hirn-Schranke dient dem Schutz der Nervenzellen vor schädigenden Substanzen. Bei Sauerstoffmangel, hohem Fieber, Hirntumoren, Vergiftungen, Multipler Sklerose oder Infektionen kann die Blut-Hirn-Schranke vermehrt durchlässig sein.


Bluthochdruck

Bluthochdruck, arterielle → Hypertonie.


Bluthusten

Bluthusten, → Hämoptoe.


Blutkapillare

Blutkapillare, feinstes Blutgefäß. Auch → Kapillare.


Blutkonserve

Blutkonserve, Blut, das dem Blutspender unter sterilen Bedingungen entnommen und in Kunststoffbeuteln oder Glasflaschen kühl gelagert wird, bis man es für eine → Bluttransfusion braucht. Je nach Art der Blutkonserve (Frischblut, Vollblut, Konzentrate bestimmter Blutbestandteile) können die Proben einige Stunden bis zu mehreren Wochen gelagert werden.


Blutkörperchen

Blutkörperchen, feste Bestandteile des Blutes, vor allem → Erythrozyten, → Leukozyten und → Thrombozyten. Im weiteren Sinn zählen auch die Vorstufen der reifen Blutzellen zu den Blutkörperchen.


Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit

Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, Abk. BSG oder BKS, Sinkgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen in einer Blutprobe, die durch einen Zusatz ungerinnbar gemacht wurde. Die Blutprobe wird in ein schmales, senkrecht stehendes, graduiertes Glasröhrchen gefüllt. Der durch Absinken der Erythrozyten entstehende Plasmaüberstand wird nach einer und nach zwei Stunden abgelesen und in Millimetern angegeben. Normwerte liegen in der ersten Stunde bei drei bis acht Millimeter für Männer bzw. bei sechs bis elf Millimeter für Frauen, in der zweiten Stunde bei 5 bis 18 Millimeter bzw. bei 6 bis 20 Millimeter. Eine erhöhte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit tritt u. a. bei Infekten, Entzündungen, rheumatischen Erkrankungen, Tumoren oder Blutkrankheiten auf.


Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeitsreaktion

Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeitsreaktion, Abk. BSR, →  Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit.


Blutkrankheit

Blutkrankheit, → Hämopathie.


Blutkrebs

Blutkrebs, Sammelbezeichnung für bösartige Erkrankungen des Blutes, d. h. der roten und weißen Blutzellen im Knochenmark oder im Lymphsystem. Die wichtigste Gruppe stellen die → Leukämien (weißer Blutkrebs) dar.


Blutkreislauf

Blutkreislauf, das Kreisen des Blutes im Körper. Zum Blutkreislauf gehören die Arterien, die Kapillaren, die Venen und das Herz. Das Herz dient als Pumpe, die den ständigen Blutfluss aufrecht erhält. Im Blutkreislauf des Erwachsenen fließt arterielles (sauerstoffreiches) Blut vom linken Herzen in den Körperkreislauf und verteilt sich über Arterien, Arteriolen und Kapillaren in den Organen und Geweben. Dort wird der Sauerstoff vom Gewebe aufgenommen, im Austausch dafür nimmt das Blut Kohlendioxid auf. Das venöse (sauerstoffarme) Blut gelangt über Venolen und Venen ins rechte Herz, von wo es über die Lungenarterien in den Lungenkreislauf gepumpt wird. Das Blut wird in den Lungen mit Sauerstoff angereichert und fließt dann über die Lungenvene ins linke Herz. Beim ungeborenen Kind wird das Blut noch nicht in der Lunge, sondern in der Plazenta mit Sauerstoff angereichert, deshalb wird ein großer Teil des Blutes an der Lunge vorbeigeleitet: Das Blut gelangt vom rechten Herzen über eine Verbindung zwischen der Lungenarterie und der Aorta (Ductus arteriosus botalli) direkt in den Körperkreislauf. Der Ductus arteriosus verschließt sich normalerweise wenige Stunden nach der Geburt. Außerdem sorgt beim ungeborenen Kind auch das offene Foramen ovale zwischen den beiden Herzvorhöfen dafür, dass Blut aus dem rechten Vorhof direkt in den linken Vorhof fließt und der Lungenkreislauf damit umgangen wird. Auch das Foramen ovale verschließt sich nach der Geburt durch die Änderungen der Druckverhältnisse im Blutkreislauf automatisch. Von der Aorta des Fetus zweigen zwei Nabelarterien ab, die sauerstoffarmes Blut zur Plazenta transportieren. Das sauerstoffreiche Blut fließt über die Nabelvene von der Plazenta in den Körperkreislauf zurück.


Blutkuchen

Blutkuchen, → Thrombus.


Blutkultur

Blutkultur, Methode zum Nachweis von Bakterien, die sich z. B. bei einer → Sepsis in der Blutbahn befinden. Dabei wird das Blut auf einem speziellen Nährmedium ausgestrichen und im Wärmeschrank bei 37°C inkubiert. Nach einer bestimmten Zeit (meist 24 Stunden) wird geprüft, ob sich die Bakterien auf dem Nährmedium vermehrt haben.


Blutleere

Blutleere, → Ischämie.


Blut-Liquor-Schranke

Blut-Liquor-Schranke, funktionelle Barriere, die im Plexus choroidei und den Blutgefäßen des Gehirns lokalisiert ist. Diese Schranke zwischen den Blutgefäßen und den Liquorräumen ist für die Zusammensetzung des Liquors mitverantwortlich. Da Substanzen aus der Blutbahn nicht ungehindert in den Liquor gelangen können, muss z. B. bei der Antibiotikaauswahl zur Behandlung eines Hirninfektes auf Liquorgängigkeit geachtet werden.


Blutmole

Blutmole, ein → Abortivei, das nach dem Absterben nicht ausgestoßen wird und bei dem es zur Blutung in die Eihöhle kommt. Eine Blutmole kann über längere Zeit in der Gebärmutter bleiben und unter Umständen zu Komplikationen wie Entzündungen, Blutungen oder wiederholten Fehlgeburten führen. Die Therapie besteht in einer Ausschabung der Gebärmutter.


Blutnachweis

Blutnachweis, der Nachweis von Blutspuren, z. B. in der Gerichtsmedizin oder in der Medizin zur Diagnose von Krankheiten. Oft ist eine Blutbeimengung zu Körperflüssigkeiten wie Stuhl, Urin oder Liquor cerebrospinalis nicht mit bloßem Auge sichtbar. Dann müssen Bestandteile des Blutes mit chemischen Tests aufgespürt werden, z. B. mit Farbreaktionen. Blutkörperchen können mithilfe des Mikroskops nachgewiesen werden.


Blut, okkultes

Blut, okkultes, Blutbeimengungen im Stuhl oder Urin, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, die aber durch chemische Reaktionen nachgewiesen werden können. Okkultes Blut im Stuhl kann auf einen Darmtumor hinweisen. Auch → Haemoccult-Test, → Mikrohämaturie.


Blutpfropf

Blutpfropf, → Thrombus, → Embolus.


Blut-pH

Blut-pH, Bezeichnung für den Säuregehalt des Blutes. Der Blut-pH liegt normalerweise im schwach alkalischen Bereich zwischen 7,38 und 7,42. Auch → pH.


Blutplasma

Blutplasma, Plasma, die nach Entfernung der Blutkörperchen zurückbleibende Blutflüssigkeit, die im Unterschied zum Blutserum Fibrinogen enthält. Blutplasma besteht aus Wasser, in dem Proteine, Salze, Glucose, Harnstoff und zahlreiche andere Substanzen gelöst sind.


Blutplättchen

Blutplättchen, → Thrombozyt.


Blutprobe

Blutprobe, eine kleine Menge Blut, die einem Patienten entnommen und anschließend untersucht wird. Art und Menge der im Blut enthaltenen Substanzen und Blutkörperchen können Hinweise auf verschiedene Krankheitsbilder geben. In einer routinemäßigen Blutprobe werden u. a. der Hämoglobingehalt des Blutes, die Anzahl der Erythrozyten, der Thrombozyten und der Leukozyten sowie die wichtigsten Elektrolyte wie Kalium und Natrium bestimmt. In einer Blutprobe lassen sich auch von außen zugeführte Substanzen wie Medikamente, Drogen oder Alkohol nachweisen.


Blutreinigung

Blutreinigung, Entfernung schädlicher Bestandteile wie harnpflichtige Substanzen, Fette, Gifte oder andere pathogene Stoffe aus dem Blut mittels → Dialyse, → Hämoperfusion oder → Plasmapherese aus dem Blut.


Blutschorf

Blutschorf, Kruste, die sich bei intakter Blutgerinnung über einer Wunde oder Verletzung bildet. Der Schorf besteht hauptsächlich aus Thrombozyten, Fibrin und Erythrozyten.


Blutschwamm

Blutschwamm, → Hämangiom.


Blutsenkungsreaktion

Blutsenkungsreaktion, →  Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit.


Blutserum

Blutserum, Serum, eine klare, leicht gelbliche Flüssigkeit, die bei der Abtrennung von festen Blutbestandteilen (Blutzellen) übrig bleibt und im Unterschied zum → Blutplasma kein Fibrinogen enthält. Auch → Immunserum, → Impfserum, → Blut.


Blutspende

Blutspende, Blutentnahme zur Gewinnung einer Blutkonserve, z. B. als Eigenblutspende vor Operationen mit möglichem Blutverlust oder als Fremdblutspende zur → Bluttransfusion, zu Forschungszwecken oder zur industriellen Verwendung.


Blutspender

Blutspender, eine Person, die sich Blut abnehmen lässt, das später für eine Transfusion oder zur Herstellung von industriellen Blutprodukten verwendet werden kann. Die meisten gesunden Erwachsenen sind als Blutspender geeignet. Allerdings gelten für Blutspender bestimmte Vorschriften, z. B. dass sie sich keinen Situationen aussetzen, in welchen das Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern wie HI- oder Hepatitis-Viren erhöht ist. Ungeeignet als Blutspender sind z. B. untergewichtige Personen oder Menschen, die eine Blutentnahme schlecht vertragen. Besonders gefragt als Blutspender sind Menschen mit einer seltenen Blutgruppe.


Blutspendewesen

Blutspendewesen, allgemeiner Begriff für das durch die Blutspendedienste organisierte System der Versorgung der Krankenhäuser mit Blutpräparaten. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat mehrere überregionale Blutspendedienste, hinzu kommen Dienste, die den Krankenhäusern direkt unterstehen. Das Blutspendewesen umfasst die Blutspende von gesunden Spendern, die Verarbeitung, Untersuchung, Aufbewahrung, die Auswahl geeigneter Konserven, Verteilung sowie Beratung der Krankenhäuser in schwierigen Fällen. Dafür ist in der Regel ein ärztlicher Bereitschaftsdienst eingerichtet, der rund um die Uhr zur Verfügung steht.


Blutspiegel

Blutspiegel, die Konzentration von körpereigenen oder von außen in den Körper eingebrachten Substanzen im Blut. Die regelmäßige Kontrolle des Medikamenten-Blutspiegels ist bei verschiedenen medikamentösen Therapien sehr wichtig.


Blutspucken

Blutspucken, → Hämoptoe.


Blutstammzelle

Blutstammzelle, Urzelle (→ Stammzelle) im Knochenmark; aus der pluripotenten Stammzelle können sich im Rahmen der → Blutbildung alle Zelllinien entwickeln (Erythrozyten, Leukozyten, Lymphozyten und Thrombozyten), aus der monopotenten Stammzelle nur eine bestimmte.


Blutstau

Blutstau, die Stauung von Blut in einem Organ, wenn der Blutabfluss vermindert ist. Zu einem Blutstau kommt es z. B. bei einer tiefen Venenthrombose im Bein oder bei einer Rechtsherzinsuffizienz in der Leber. Das gestaute Organ ist geschwollen und hat eine blaurötliche Farbe. Unter Umständen können Ödeme auftreten, weil Flüssigkeit aus dem gestauten Blut ins Gewebe übertritt. Auch → Hyperämie.


blutstillendes Mittel

blutstillendes Mittel, → Hämostyptikum.


Blutstillung

Blutstillung, 1. spontane Blutstillung durch Zusammenwirken der einzelnen Faktoren des Gerinnungssystems im Rahmen der → Blutgerinnung. 2. therapeutische Maßnahmen zur Blutstillung wie Gefäßumstechungen, Wundnaht, Druckverband, Gefäß- oder Wundkoagulation durch Laseranwendung, Diathermie oder Elektrokauterisation. 3. Blutstillung in der Geburtshilfe bei atonischen Blutungen durch bestimmte Handgriffe. 4. Anwendung blutstillender Mittel, Gabe von Gerinnungsfaktoren oder Frischbluttransfusion bei Gerinnungsstörungen.


Blutstuhl

Blutstuhl, → Melaena.


Blutsturz

Blutsturz, plötzlich einsetzende starke Blutung, meistens aus dem Mund, z. B. als → Hämoptoe bei Erkrankungen der Bronchien oder der Lungen, als → Hämatemesis bei Blutungen in der Speiseröhre (z. B. bei Ösophagusvarizen) oder im Magen sowie aus dem Darm oder der Vagina (z. B. durch eine vorliegende Plazenta bei der Geburt; → Plazenta praevia).


Bluttest, elektromagnetischer

Bluttest, elektromagnetischer, Abk. EMB, komplementärmedizinischer Test zur Erkennung elektromagnetischer "Krankheitsschwingungen" im Blut der Patienten. Diese Krankheitsschwingungen sollen durch die Wahl geeigneter Medikamente ausgeglichen werden.


Bluttests

Bluttests, umgangssprachliche Bezeichnung für die labordiagnostische Untersuchung einer Blutprobe.


Bluttransfusion

Bluttransfusion, Transfusion, intravenöse Gabe einer → Blutkonserve bei akuten oder chronischen Blutverlusten, Blutkrankheiten oder Blutgerinnungsstörungen. Es stehen Konserven mit einzelnen Blutbestandteilen (Erythrozyten, Leukozyten oder Thrombozyten) sowie Vollblutkonserven zur Verfügung. Wichtigste Voraussetzung ist die Blutgruppenübereinstimmung zwischen Empfänger und Spender, um Transfusionszwischenfälle zu vermeiden. Die Übertragung von Krankheitserregern durch eine Bluttransfusion ist prinzipiell möglich. Deshalb werden alle Blutspenden auf eine Reihe von Krankheitserregern getestet (z. B. HIV, Hepatitis-B- und C-Viren). Auch → autologe Bluttransfusion.


Bluttransfusion, autologe

Bluttransfusion, autologe, Eigenbluttransfusion, die Rückübertragung von Blut an den Spender. Durch die Blutentnahme wird die Neubildung von Erythrozyten angeregt. Vor einer geplanten Operation kann einem Patienten z. B. eine begrenzte Menge Blut entnommen und bei Bedarf rücktransfundiert werden. Der Vorteil der Eigenbluttransfusion liegt darin, dass eine Unverträglichkeitsreaktion oder die Übertragung von Krankheitserregern ausgeschlossen ist.


Blutung

Blutung, Hämorrhagie, Blutaustritt aus den Gefäßen in das umgebende Gewebe durch Gefäßverletzungen, Veränderungen der Gefäßdurchlässigkeit oder Blutgerinnungsstörungen.


Blutung, atonische

Blutung, atonische, eine Blutung aus einem atonischen Uterus nach der Geburt. Normalerweise zieht sich die Gebärmutter nach der Geburt des Kindes zusammen, dadurch werden die verletzten Gefäße abgeschnürt und es erfolgt eine natürliche Blutstillung. Bei der atonischen Blutung bleibt der Uterus schlaff, und das Blut fließt ungehindert aus den verletzten Gefäßen. Eine starke atonische Blutung kann für die betroffene Frau lebensbedrohend sein, wenn nicht sofort blutstillende Maßnahmen ergriffen werden.


Blutung, dysfunktionelle

Blutung, dysfunktionelle, gynäkologische Blutung außerhalb des Menstruationszyklus, z. B. in der Menopause oder während einer Schwangerschaft.


Blutung, funktionelle

Blutung, funktionelle, die normale Blutung aus der Gebärmutter während der Menstruation.


Blutung, gastrointestinale

Blutung, gastrointestinale, Blutung im Magen oder im Dünndarmbereich. Die Blutung kann dabei sowohl von einer Vene als auch von einer Arterie ausgehen.


Blutung, intraabdominale

Blutung, intraabdominale, eine Blutung in die freie Bauchhöhle, z. B. bei einer Perforation des Darms. Eine intraabdominale Blutung führt durch die Reizung des Bauchfells zu einer Peritonitis (Bauchfellentzündung).


Blutung, intrakranielle

Blutung, intrakranielle, eine Blutung innerhalb des Schädels. Je nach Blutungsort unterscheidet man eine Epiduralblutung, eine → Subarachnoidalblutung oder eine Blutung innerhalb des Gehirns (intrazerebrale Blutung).


Blutung, juvenile

Blutung, juvenile, die Menstruationsblutung bei jungen Mädchen während der ersten Jahre nach der ersten Menstruation. Juvenile Blutungen sind oft sehr unregelmäßig und dauern übermäßig lange oder nur sehr kurz. Grund dafür sind die hormonellen Schwankungen in den ersten Jahren nach der → Menarche.


Blutungsbereitschaft, erhöhte

Blutungsbereitschaft, erhöhte, hämorrhagische → Diathese.


Blutungszeit

Blutungszeit, Zeit zwischen einer durch Stichinzision künstlich gesetzten Verletzung und dem Stillstand der Blutung. In der Regel liegt die Blutungszeit zwischen zwei und fünf Minuten. Beeinflusst wird die Blutungszeit durch Einnahme gerinnungshemmender Medikamente, durch die Thrombozytenzahl und -funktion, durch Blutgerinnungsfaktoren und Gefäßkomponenten. Die Bestimmung der Blutungszeit stellt einen Suchtest bei Verdacht auf Gerinnungsstörungen dar.


Blutung, vaginale

Blutung, vaginale, Oberbegriff für Blutungen aus der Scheide. Vaginale Blutungen können z. B. als zyklische Blutungen während der Menstruation oder als azyklische Blutungen unabhängig von der Menstruation einsetzen.


Blut, venöses

Blut, venöses, in den Körpervenen bzw. Lungenarterien zirkulierendes, kohlendioxidreiches, sauerstoffarmes Blut. Das venöse Blut ist dunkler als das arterielle.


Blutverdünnung

Blutverdünnung, → Hämodilution, → Antikoagulation.


Blutvergiftung

Blutvergiftung, → Sepsis.


Blutverlust

Blutverlust, der Verlust von Blut aus dem Kreislauf. Ein Blutverlust entsteht infolge einer → Blutung. Der Organismus ersetzt das verlorene Blut zunächst durch Wasser aus dem Gewebe. Danach erst werden auch die Blutkörperchen ersetzt (erhöhte Produktion im Knochenmark). Wie rasch ein Blutverlust kompensiert werden kann, hängt vom Ausmaß des Blutverlusts, dem Alter und dem Gesundheitszustand des betroffenen Patienten ab. Bei kleineren Blutverlusten reichen drei bis fünf Tage zur Wiederherstellung des normalen Blutvolumens. Die Gefahr des Verblutens besteht ab einem Blutverlust von ca. einem Liter Blut. Ein Blutverlust von der Hälfte des Blutvolumens endet in der Regel tödlich, wenn nicht von außen ein Blutersatz zugeführt wird (Bluttransfusion).


Blutvolumen

Blutvolumen, gesamte Blutmenge, die im Organismus zirkuliert. Das Blutvolumen beträgt zwischen vier und sechs Litern beim Erwachsenen bzw. 57-64 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht bei Frauen und 69-70 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht bei Männern.


Blutwäsche

Blutwäsche, → Hämodialyse.


Blutzubereitungen

Blutzubereitungen, als Arzneimittel zu verwendende Präparate, die für die Behandlung bestimmter Erkrankungen aus Blut hergestellt werden. Dazu zählen Vollblut- und Plasmakonserven sowie Konzentrate einzelner Blutbestandteile wie Thrombozyten, Erythrozyten oder Gerinnungsfaktoren.


Blutzucker

Blutzucker, Zuckerspiegel, Blutzuckerspiegel,
Blutzucker
Die Höhe des Blutzuckers (Zuckerspiegel) schwankt im Laufe des Tages abhängig von der Körperbelastung und der Einnahme von Mahlzeiten.
Glucosegehalt des Blutes. Der Blutzucker kann im venösen Blut, im Blutserum oder im Kapillarblut bestimmt werden. Nach den Mahlzeiten steigt der Blutzucker durch Resorption von Kohlenhydraten kurzfristig an und wird durch Ausschüttung des Hormons → Insulin wieder in den Normbereich gesenkt. Bei → Diabetes mellitus ist der Blutzuckerwert erhöht.


Blutzuckerbelastungsprobe

Blutzuckerbelastungsprobe, → Glukosetoleranztest.


Blutzuckerspiegel

Blutzuckerspiegel, → Blutzucker.


B-Lymphozyt

B-Lymphozyt, B-Zelle, Zelle, die hauptsächlich im Knochenmark, der Milz und den Lymphknoten gebildete Untergruppe der → Leukozyten. Aus den B-Lymphozyten gehen die Antikörper produzierenden → Plasmazellen und die → Gedächtniszellen hervor. Auch → Lymphozyt.


BMG

BMG, Abk. für →  Bundesministerium für Gesundheit bzw. Bundesministerin oder Bundesminister für Gesundheit.


BMI

BMI, Abk. für → Bodymass-Index.


BNS-Krämpfe

BNS-Krämpfe, Abk. für →  Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe.


Bobath-Methode

Bobath-Methode, therapeutisches Verfahren zur Anbahnung von Bewegungs- und Haltereflexmustern, zur Normalisierung des Muskeltonus und zur Unterdrückung krankhafter Muskelreflexe bei Patienten mit Gehirnschäden. Die Bobath-Methode wird vor allem nach Schlaganfällen oder bei der infantilen Zerebralparese zur Besserung der Spastik eingesetzt.


Bodymass-Index

Bodymass-Index,
Bodymass-Index
Bodymass-Index: Eine gerade Linie zwischen Ihrem Ist-Gewicht und der Körpergröße schneidet die BMI-Skala in Ihrem persönlichen Gewichtsbereich.
Abk. BMI, Maß zur Beurteilung des Körpergewichts. Der Normbereich liegt zwischen 20 und 25. Niedrigere Werte bedeuten Untergewicht, höhere Übergewicht. Berechnet wird der Bodymass-Index nach der Formel: Bodymass-Index = Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körperlänge in Meter im Quadrat.


Boeck-Krankheit

Boeck-Krankheit, → Sarkoidose.


Bogengang

Bogengang, in den drei Ebenen des Raumes, nämlich nach vorne, hinten und horizontal angeordneter, bogenförmiger Teil des Gleichgewichtsorgans (→ Vestibularapparat) im Innenohr. Die Bogengänge bestehen aus häutigen und knöchernen Anteilen und enthalten eine Flüssigkeit, die → Endolymphe.


Bogenskotom

Bogenskotom, → Bjerrum-Skotom.


Böhler-Reposition

Böhler-Reposition, eine Maßnahme zur Reposition (Wiedereinrichten) eines ausgekugelten Hüftgelenks. Der Patient liegt dabei angegurtet auf einer Unterlage. Ein Gurt wird um das Knie des Patienten und um den Hals des Arztes gelegt. Das Bein des Patienten wird im Knie und in der Hüfte rechtwinklig gebeugt. Wenn sich der Arzt nun aufrichtet, übt dies einen Zug auf das Hüftgelenk aus, unter dem eine Reposition des Hüftkopfs möglich wird.


Bohnenkrankheit

Bohnenkrankheit, → Favismus.


Bohr-Atommodell

Bohr-Atommodell, ein Modell zur Beschreibung des Wasserstoffatoms. Das Bohr-Atommodell entstand im Jahr 1913, später wurde es erweitert, damit auch komplexere Atome damit beschrieben werden können. In dem Bohr-Atommodell geht man davon aus, dass sich die Elektronen eines Atoms in stationären Kreisbahnen um den Atomkern bewegen. Es bestehen unterschiedliche Energieniveaus (»Schalen«). Auf der innersten Schale können sich höchstens zwei Elektronen aufhalten, dann ist die Schale »voll«. In der zweiten Schale haben acht Elektronen Platz. Die Elektronen der innersten Schale sind am stärksten an den Atomkern gebunden, die Elektronen der äußersten Schale am wenigsten. Beim »Springen« von Elektronen von einer Schale in eine andere wird entweder Energie frei (beim Sprung in eine tiefere Schale) oder muss Energie aufgewendet werden (beim Sprung in eine höhere Schale). Mithilfe des Bohr-Atommodells lassen sich viele Reaktionen von Atomen beschreiben.


Bolus

Bolus, Bissen.


Bolus

Bolus, große Pille.


Bolus

Bolus, schnelle intravenöse Injektion (Bolusinjektion).


Bolus alba

Bolus alba, weißer Ton in Pulverform. Bolus alba wird als Grundmasse für die Herstellung von Tabletten sowie als Adsorbens verwendet.


Bolustod

Bolustod, plötzlicher Tod durch Verlegung der Atemwege, vor allem durch Verlegung des Kehlkopfes durch einen Fremdkörper wie z. B. eine Zahnprothese oder einen Speisebrocken. Durch einen vagalen Reflex kann es zu einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.


Booster-Effekt

Booster-Effekt, Sekundärantwort, verstärkte, lebhafte Immunantwort des Organismus bei wiederholtem Kontakt mit einem Antigen. Die Antikörperbildung läuft im Gegensatz zur → Primärantwort beschleunigt ab. Der Booster-Effekt wird bei Auffrischimpfungen genutzt.


Bor

Bor, ein chemisches Element, das natürlicherweise als Borsäure und als Borax (Borsalz) vorkommt. Bor ist außerordentlich hart.


Borax

Borax, borsaures Natrium, Salz der Borsäure.


Borderline-Syndrom

Borderline-Syndrom, psychische Störung, die sich im Grenzbereich zwischen narzisstischer Störung und Psychose bewegt. Im Gegensatz zur Psychose besteht bei Borderline-Patienten kein längerfristiger Realitätsverlust.


Bordetella

Bordetella, gramnegatives Stäbchenbakterium. Zur Gruppe der Bordetella zählen u. a. Bordetella pertussis, der Erreger des Keuchhustens, und Bordetella parapertussis, der Erreger einer keuchhustenähnlichen Erkrankung.


Borrelia

Borrelia, Bakteriengattung, die zur Gruppe der → Spirochäten zählt. Borrelia ist ein großes, spiraliges, schraubenförmig bewegliches Bakterium.


Borrelia burgdorferi

Borrelia burgdorferi, zur Gruppe der → Spirochäten zählendes Bakterium, das durch Zeckenbiss übertragen wird und eine → Borreliose auslöst.


Borreliose

Borreliose, eine Erkrankung, die durch Borrelia-Bakterien ausgelöst wird. Im engeren Sinn versteht man darunter die → Lyme-Borreliose. Eine weitere Borreliose ist das so genannte Rückfallfieber, das sich durch wiederholte Fieberschübe, eine Schwellung von Milz und Leber sowie Allgemeinsymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auszeichnet. Erreger sind Borrelia recurrentis (Übertragung durch Läuse) und Borrelia duttoni (Übertragung durch Zecken). Das Rückfallfieber wird mit Antibiotika behandelt.


Borsäure

Borsäure, schwache Säure, die als Desinfektionsmittel angewendet wird.


bösartig

bösartig, → maligne.


Bösartigkeit

Bösartigkeit, → Malignität.


Botenstoff

Botenstoff, → Transmitter.


Botulinustoxin

Botulinustoxin, hochgiftiges Bakteriengift, das von Clostridium botulinum unter anaeroben Bedingungen in verdorbenen Lebensmitteln produziert wird. Das Botulinustoxin ist hitzeempfindlich und kann durch 10- bis 15-minütiges Kochen zerstört werden. Auch → Botulismus. Da das Botulinustoxin einen erhöhten Muskeltonus vermindern kann, wird es therapeutisch seit den 1980er Jahren u.a. zur Behandlung spastisch bedingter Bewegungsstörungen (Dystonien, spastische Parese) und zur Therapie der Hyperhidrosis (vermehrte Schweißbildung) eingesetzt. In der Kosmetik wird Botulinustoxin zur Reduzierung von Gesichtsfalten eingesetzt, da es die unter der Haut liegenden Muskeln lähmt. Die Wirkung hält jeweils rund 5 Monate an.


Botulismus

Botulismus, gefährliche Lebensmittelvergiftung durch ein Gift (Botulinustoxin), das von dem Bakterium → Clostridium botulinum vor allem in verdorbenen Konserven, Fleisch, Fisch und Gemüse gebildet wird. Innerhalb von Stunden bis Tagen nach dem Genuss der verdorbenen Lebensmittel treten Übelkeit, Verstopfung und Erbrechen auf. Hinzu treten Sehstörungen, Mundtrockenheit sowie Sprech- und Schluckstörungen. Sie führt infolge einer zentralen Atemlähmung zum Tod. Eine Heilung ist nur durch die sofortige Gabe von Botulinumgegengift und Abführmitteln sowie eine Magenspülung und notfalls künstliche Beatmung möglich.


Bougie

Bougie, stabförmiges Instrument, mit dem Engstellen im Körper aufgedehnt werden.


Bougierung

Bougierung, Aufdehnung von Engstellen im Körper mit speziellen Instrumenten, den → Bougies.


Bouillon

Bouillon, kochsalzhaltige Fleischbrühe aus mit Fleischstücken gekochtem Wasser.


Bouillon

Bouillon, Nährlösung, auf der Bakterien gezüchtet werden können (Nährbouillon).


Boutonneuse-Krankheit

Boutonneuse-Krankheit, eine tropische Infektionskrankheit, die durch Rickettsien ausgelöst und von Zecken übertragen wird. Symptome sind hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Hautausschlag und Bindehautentzündungen.


bovin

bovin, vom Rind abstammend, das Rind betreffend.


Bowman-Kapsel

Bowman-Kapsel, eine becherförmige Struktur, die jeden → Glomerulus in der Niere umgibt und den ersten Abschnitt eines Harnkanälchens bildet.


Boxerstellung

Boxerstellung, die Bezeichnung für die Stellung des Patienten bei einer schrägen Thoraxaufnahme: Die linke Körperseite des Patienten ist nach vorne gedreht (ähnlich wie die Körperhaltung eines angreifenden Boxers).


BPH

BPH, Abk. für benigne →  Prostatahyperplasie.


brachi...

brachi..., Wortteil mit der Bedeutung Arm.


Brachialgie

Brachialgie, im weiteren Sinn Schmerzen in den Armen. Im engeren Sinn werden Nervenschmerzen als Brachialgie bezeichnet, die vor allem durch Halswirbelsäulenveränderungen sowie Schädigung oder Entzündung von Nerven im Halsbereich hervorgerufen werden.


brachialis

brachialis, zum Arm gehörend.


Brachium

Brachium, Arm, Oberarm.


Brachium

Brachium, im Gehirn Bezeichnung für die Verbindung vom Mittelhirn zum Metathalamus.


brachy...

brachy..., Wortteil mit der Bedeutung kurz.


Brachydaktylie

Brachydaktylie, Kurzfingrigkeit, die Verkürzung von Fingern oder Zehen. Eine Brachydaktylie tritt meist als erbliche Missbildung auf und kann mit weiteren Fehlbildungen assoziiert sein.


Brachyzephalus

Brachyzephalus, eine Kopfform mit abgeflachtem Hinterkopf, z. B. bei Kindern mit → Down-Syndrom.


brady...

brady..., Vorsilbe mit der Bedeutung "träge", "langsam".


Bradyarrhythmie

Bradyarrhythmie, sehr langsamer Herzschlag mit einer Frequenz unter 50 Schlägen pro Minute ohne erkennbaren Rhythmus. Eine Bradyarrhythmie kommt vor allem bei → Vorhofflimmern oder → Vorhofflattern mit AV-Block vor.


Bradydiadochokinese

Bradydiadochokinese, eine Verlangsamung der → Diadochokinese. Eine Bradydiadochokinese kann ein Hinweis auf eine Störung des Kleinhirns sein.


Bradykardie

Bradykardie, langsamer Herzschlag mit oder ohne Arrhythmie. Die Herzfrequenz liegt unter 60 Schlägen pro Minute. Eine Bradykardie kann physiologisch als Sinusbradykardie bei Sportlern oder im Schlaf auftreten. Eine krankhafte Bradykardie kann durch eine Schilddrüsenunterfunktion, Unterkühlung, Vergiftung, im Rahmen einer medikamentösen Therapie (z. B. mit Betablockern oder Herzglykosiden) oder durch Erregungsbildungs- oder Erregungsleitungsstörungen im Herzen bedingt sein. Je nach Ursache und Ausprägung der Bradykardie kann eine medikamentöse Therapie ausreichen oder die Implantation eines Herzschrittmachers notwendig sein. Die physiologische Bradykardie ist nicht behandlungspflichtig.


Bradykinesie

Bradykinesie, die Verlangsamung der Bewegungen, z. B. bei Erkrankungen, die mit Bewegungsstörungen einhergehen (Parkinson-Syndrom) oder bei psychischen Krankheiten.


Bradykinin

Bradykinin, Gewebehormon, das an der Entstehung und Unterhaltung von Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Bradykinin wirkt blutdrucksenkend, erhöht die Durchlässigkeit der Kapillaren und führt zu einer Kontraktion der glatten Muskulatur.


Bradypnoe

Bradypnoe, eine verlangsamte Atmung, bei der die Atemfrequenz unter zwölf Atemzügen pro Minute liegt.


bradytroph

bradytroph, mit einem verlangsamten Stoffwechsel einhergehend.


bradytrophes Gewebe

bradytrophes Gewebe, kapillarfreies oder nur mit wenigen Kapillaren versorgtes Gewebe mit einem deutlich verlangsamten Stoffwechsel. Der Stoffaustausch findet vor allem durch Diffusion statt. Zu den bradytrophen Geweben zählen z. B. Knorpel, Augenlinse und Hornhaut.


Brailleschrift

Brailleschrift, → Blindenschrift.


Brand

Brand, → Gangrän.


Brandblase

Brandblase, unterhalb der → Epidermis gelegene Ansammlung seröser Flüssigkeit, die bei einer Verbrennung zweiten Grades entsteht.


Brandsalbe

Brandsalbe, früher häufig zur Behandlung von Brandverletzungen eingesetzte Salbe. Die Anwendung ist aber umstritten, da bei schweren Verbrennungen die Anwendung einer Salbe zu Infektionen führen kann.


Brandwunde

Brandwunde, Wunde, die durch eine → Verbrennung zweiten oder dritten Grades hervorgerufen wird. Je nach Schwere der Verbrennung heilt die Brandwunde mit oder ohne Narbenbildung ab.


Bräune

Bräune, vermehrte Pigmentierung der Haut. Bräune kann bei dunkelhäutigen Menschen konstitutionell bedingt oder durch Sonnenbestrahlung erworben sein, aber auch mit verschiedenen Erkrankungen einhergehen, z. B. → Morbus Addison oder → Hämochromatose.


Braun-Schiene

Braun-Schiene, eine Schiene zur Lagerung des Beins. Dabei sind Knie- und Sprunggelenk in physiologischer Funktionsstellung.


Brechdurchfall

Brechdurchfall,
Cholera
Bei der siebenten Choleraepidemie breitete sich die Cholera von Asien über Afrika bis nach Europa aus.
gleichzeitiges Auftreten von Durchfall und Erbrechen im Rahmen eines gastrointestinalen Infektes, bei einer Nahrungsmittelvergiftung oder bei Säuglingsdyspepsie. Bei länger anhaltenden Brechdurchfällen besteht vor allem bei Kindern und älteren Menschen die Gefahr einer Austrocknung durch Flüssigkeitsverluste.


Brechen

Brechen, Erbrechen, → Emesis.


Brechen

Brechen, das Auseinanderbrechen eines Knochens. Auch → Fraktur.


Brechkraft

Brechkraft, Kehrwert der Brennweite einer Linse. Die Einheit der Brechkraft ist die → Dioptrie.


Brechmittel

Brechmittel, → Emetikum.


Brechnuss

Brechnuss, Strychnos nux-vomica, Pflanze, die zur Familie der Loganiaceae gehört. Die getrockneten Samen werden zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen, Muskelschwäche und Herzbeschwerden eingesetzt. Bei Leberschäden kann der Wirkstoff Strychnin nicht ausreichend abgebaut werden, sammelt sich im Organismus an und führt zu Vergiftungen. Verwendung findet die Brechnuss deshalb vor allem in homöopathischer Zubereitung zur Behandlung von Rheuma, Magen-Darm-Beschwerden und psychischen Erkrankungen.


Brechreiz

Brechreiz, reflexartiger Schutzmechanismus, der beim Schlucken unverträglicher Substanzen zum Erbrechen führt. Der Brechreiz wird auch bei Berührung der Rachenhinterwand ausgelöst. Übelkeit und Brechreiz sind Symptome zahlreicher Erkrankungen.


Brechung

Brechung, → Refraktion.


Brechungsfehler

Brechungsfehler, → Ametropie.


Brechwurzel

Brechwurzel, Radix ipecacuanhae, Pflanze aus der Familie der Rötegewächse, deren Wurzeln eine schleimlösende Wirkung hat. Angewendet wird die Brechwurzel vor allem bei akuter und chronischer Bronchitis. In hohen Dosen ruft die Brechwurzel starke Durchfälle und Erbrechen hervor, weshalb sie auch bei Vergiftungen zur beschleunigten Giftausscheidung eingesetzt wird. In homöopathischer Dosierung wird die Brechwurzel vor allem zur Behandlung von Durchfällen, Bronchitis und Migräne angewendet.


Brechzentrum

Brechzentrum, dasjenige Gebiet im Gehirn, das Brechreiz und Erbrechen auslöst. Das Brechzentrum liegt in der Medulla oblongata in der Nähe des Atemzentrums. Angeregt wird das Brechzentrum durch Reize, die vom Gleichgewichtsorgan oder vom Magen-Darm-Trakt ausgehen. Manche Antiemetika (Medikamente gegen Erbrechen) setzen die Empfindlichkeit des Brechzentrums herab.


Breikost

Breikost, Bestandteil der Säuglingsernährung. Ab dem vierten bis sechsten Lebensmonat kann Breikost als Ersatz oder Ergänzung einer Still- oder Flaschenmahlzeit verabreicht werden.


Breikost

Breikost, Schonkost für Patienten mit Kau- oder Schluckstörungen.


Breitbandantibiotikum

Breitbandantibiotikum, Antibiotikum, dessen Wirkungsspektrum die meisten grampositiven und gramnegativen Keime erfasst und das zum Teil auch gegen seltene Erreger wie Chlamydia, Mykoplasma, Rickettsia und Spirochäten wirksam ist. Zu den Breitbandantibiotika zählen u. a. Tetrazykline sowie einige Cephalosporine und Gyrasehemmer.


Breite, therapeutische

Breite, therapeutische, in der klinischen Pharmakologie verwendeter Begriff, der den Abstand von der wirksamen, therapeutischen Dosis eines Medikaments zu dessen schädlicher oder tödlicher Dosis beschreibt. Medikamente mit einer schmalen therapeutischen Breite müssen sehr vorsichtig dosiert werden.


Breitspektrumantibiotikum

Breitspektrumantibiotikum, → Breitbandantibiotikum.


Breiwickel

Breiwickel, ein Wickel oder Umschlag mit einem Zusatz aus einer breiigen, wärmespeichernden Substanz, z. B. Leinsamen oder Fango.


brennende Füße

brennende Füße, → Burning-feet-Syndrom.


Brennnessel

Brennnessel, Urtica, Pflanze, die zur Familie der Brennnesselgewächse zählt. Verwendung finden in der Medizin sowohl die Brennnesselblätter als auch die -wurzeln. Eingesetzt wird die Brennnessel vor allem zur Erhöhung der Harnmenge im Rahmen einer Durchspülungstherapie, bei Gallenwegserkrankungen, Rheuma und zur Pflege der Kopfhaut bei Haarausfall und Schuppen.


Brennpunkt

Brennpunkt, Fokus,
Brennpunkt
Nach der Brechung (li.) oder Reflexion (re.) bündeln sich einfallende Lichtstrahlen im Brennpunkt.
der Punkt, in dem sich achsenparallele Lichtstrahlen nach Reflexion oder Brechung schneiden.


Brennweite

Brennweite, die Entfernung des Brennpunktes von der Linsenmitte bzw. von der Hauptebene des brechenden Systems.


Brennwert

Brennwert, Energiegehalt der Nährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Heute wird der Brennwert in Kilojoule pro Gramm (kJ/g), früher in Kilokalorien (kcal) angegeben. Umgerechnet werden Kilokalorien in Kilojoule nach der Fomel kJ = kcal x 4,1868.


Brenztraubensäure

Brenztraubensäure, eine Substanz, die während der Glykolyse entsteht.


brettharter Bauch

brettharter Bauch, alarmierender Tastbefund des Bauchs, bedingt durch eine ausgeprägte Abwehrspannung bei Berührung der Bauchdecke. Der brettharte Bauch ist ein typisches Anzeichen für ein → akutes Abdomen. Auch Entzündungen des Bauchraums, Organverletzungen, Gefäßverschlüsse, Darmverschluss u. a. Erkrankungen können zu einem brettharten Bauch führen. Eine rasche Abklärung ist dringend erforderlich.


Bride

Bride, bindegewebiger Verwachsungsstrang, der sich z. B. nach Operationen im Bauchraum bilden und zu einem → Bridenileus führen kann.


Bridenileus

Bridenileus, mechanischer Darmverschluss durch bindegewebige Verwachsungen in der Bauchhöhle. Ein Bridenileus tritt oft als Folge eines operativen Eingriffs in der Bauchhöhle auf. Auch → Ileus.


Brille

Brille, ein optisches Hilfsmittel, das aus einem Gestell und den daran angebrachten Gläsern besteht. Eine Brille dient der Korrektur von Sehfehlern oder dem Schutz der Augen (Schutzbrille). Bei Korrekturbrillen ist das Brillenglas dem Sehfehler angepasst. Sammelgläser (Plusgläser) dienen zur Korrektur einer Weitsichtigkeit, Zerstreuungsgläser (Minusgläser) werden bei Kurzsichtigkeit eingesetzt. Zylindergläser korrigieren einen Astigmatismus, Prismengläser eine Schielabweichung. Bifokalgläser sind im oberen Teil des Glases so geschliffen, dass eine scharfe Fernsicht möglich ist; im unteren Teil ist das Glas so geschliffen, dass man nah scharf sehen kann. Bei Gleitsichtgläsern erfolgt der Übergang zwischen den beiden Abschnitten des Glases stufenlos. Bei einer Aphakie (z. B. nach einer Staroperation ohne Ersatz der Linse) wird eine so genannte Starbrille eingesetzt. Bei Schutzbrillen steht nicht die Korrektur eines Sehfehlers, sondern der optimale Schutz der Augen vor schädlichen Einflüssen wie UV-Strahlen (Sonnenbrille), hellem Licht, Staub, Fremdkörpern oder Zugluft im Vordergrund.


Brillenhämatom

Brillenhämatom, Bluterguss, der ein Auge oder beide Augen monokel- oder brillenförmig umgibt. Ein Brillenhämatom kann bei Blutungen im Bereich der Augenlider oder Augenhöhlen auftreten. Typisch ist das Brillenhämatom bei einer → Schädelbasisfraktur.


Broca-Aphasie

Broca-Aphasie, → motorische Aphasie.


Broca-Formel

Broca-Formel, Formel zur Berechnung des → Normalgewichts: Körpergröße in Zentimeter minus 100 = Normalgewicht in Kilogramm. Auch → Idealgewicht.


Brom

Brom, chemisches Element, ein Halogen. Bromsalze werden wegen ihrer sedierenden Wirkung als Beruhigungs- und Schlafmittel eingesetzt. Überdosierung kann zu → Bromismus führen.


Bromakne

Bromakne, → Bromismus.


Bromismus

Bromismus, eine chronische Vergiftung mit Bromsalzen. Symptome sind Konzentrationsprobleme, Schlaflosigkeit, Verwirrung, Halluzinationen, Bewegungsstörungen, Schleimhautentzündungen und die so genannte Bromakne (Ausschläge im Gesicht und am Oberkörper).


Bromocriptin

Bromocriptin, synthetisches Derivat der Mutterkornalkaloide. Über Rezeptoren nimmt Bromocriptin Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System, das zentrale Nervensystem, die Hypophyse und den Hypothalamus. Verwendung findet Bromocriptin in der Behandlung der → Parkinson-Krankheit, bei → Akromegalie und gelegentlich beim Abstillen.


bronchial

bronchial, einen Bronchus oder das gesamte Bronchialsystem betreffend.


Bronchialabsaugung

Bronchialabsaugung, Absaugung von Schleim und Sekret aus dem Bronchialsystem mit einem Saugkatheter, um die Bronchien z. B. während einer Narkose frei zu halten oder um Material für eine zytologische Untersuchung zu gewinnen.


Bronchialadenom

Bronchialadenom, ein gutartiger Tumor, der von der Wand der Bronchien ausgeht. Ein Bronchialadenom wächst sehr langsam, kann jedoch die Bronchialöffnung verschließen und so zu einer Lungenentzündung im nicht mehr belüfteten Gewebe führen.


Bronchialasthma

Bronchialasthma, → Asthma bronchiale.


Bronchialatmen

Bronchialatmen, Atemgeräusch, das im Bronchialbaum entsteht. Das Bronchialatmen ist ein helles Geräusch, das beim Ein- und Ausatmen etwa gleich laut und gleich lang zu hören ist. Wenn das Bronchialatmen über der Lunge zu hören ist, liegt Verdacht auf einen relativ luftleeren Raum vor, z. B. für ein Infiltrat bei einer Lungenentzündung.


Bronchialbaum

Bronchialbaum, die Gesamtheit der Bronchien, die sich zur Peripherie hin fortschreitend aufzweigen und wie eine Baumkrone verästeln.


Bronchialkarzinom

Bronchialkarzinom, bösartiger Tumor der Bronchien. Das Bronchialkarzinom ist derzeit der zweithäufigste bösartige Tumor bei Männern. Begünstigt wird das Bronchialkarzinom u. a. durch Rauchen, Raucher erkranken 10- bis 20-mal häufiger an einem Bronchialkarzinom als Nichtraucher. Weitere Faktoren, die ein Bronchialkarzinom auslösen können, sind Asbest und radioaktive Substanzen (Radon). Je nach Lokalisation wird zwischen einem zentralen, hilusnahen Bronchialkarzinom, das von einem Hauptbronchus ausgeht, und einem peripheren, von Läppchen- oder Segmentbronchien ausgehenden Bronchialkarzinom unterschieden. Durch die feingewebliche Untersuchung wird die entartete Zelllinie diagnostiziert. Reizhusten, der länger als drei Wochen anhält, blutiger Auswurf und Brustschmerzen können erste Anzeichen eines Bronchialkarzinoms sein. Später treten Gewichtsverlust, Leistungsknick, Fieber, Atemnot und zum Teil Nervenausfälle hinzu. Bei Verdacht auf ein Bronchialkarzinom werden zur Abklärung Röntgenaufnahmen, CT-Untersuchungen, Bronchoskopien und Sputumuntersuchungen durchgeführt. Je nach Art und Ausdehnung des Bronchialkarzinoms werden operative Verfahren, Chemo- und Strahlentherapie allein oder in Kombination eingesetzt.


Bronchialkatheter

Bronchialkatheter, Instrument, das durch Mund oder Nase in die Bronchien eingeführt wird, um Bronchialsekret abzusaugen oder eine → Bronchoskopie durchzuführen.


Bronchiallavage

Bronchiallavage, Abk. BAL, Spülung der Bronchien mit einer Spülflüssigkeit, z. B. physiologischer Kochsalzlösung. Durchgeführt wird die Bronchiallavage, wenn ätzende Flüssigkeiten in die Bronchien gelangt sind sowie zur Diagnostik und Therapie bei verschiedenen Lungenerkrankungen.


Bronchialtoilette

Bronchialtoilette, Absaugung von Schleim und Sekret aus der Luftröhre oder den Bronchien bei Störung der bronchialen Selbstreinigungsmechanismen, während einer Narkose, bei künstlicher Beatmung oder Reanimation.


Bronchiektase

Bronchiektase, dauerhafte, irreversible Erweiterung der Bronchien. Bronchiektasen können angeboren sein oder im Rahmen von Entwicklungsstörungen oder Störungen der fetalen Differenzierung auftreten. Häufig sind Bronchiektasien aber durch chronische Bronchitis, Tuberkulose, Silikose, Lungenentzündungen oder durch gutartige Tumoren erworben. Typische Symptome sind Husten mit Auswurf, Bluthusten, häufige Atemwegsinfektionen und Abgeschlagenheit. Im Rahmen der Erkrankung können sich → Trommelschlegelfinger entwickeln. Behandelt werden Bronchiektasien meist durch Antibiotika, Drainagen und Atemgymnastik. In schweren Fällen kann aber auch die Entfernung des betroffenen Lungenabschnitts notwendig sein.


Bronchien

Bronchien, → Bronchus.


Bronchiolen

Bronchiolen,
Bronchiolen
Am Ende der Bronchiolen liegen die Alveolen. Dort findet der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid statt.
feine, knorpel- und drüsenfreie Verzweigungen der Bronchien mit einem Durchmesser von 0,7 bis 1 Millimeter. Die Bronchiolen enthalten glatte Muskulatur und ein einreihiges Flimmerepithel.


Bronchiolitis

Bronchiolitis, Entzündung der Bronchiolen durch Krankheitserreger, vor allem durch Viren, aber auch durch Dämpfe und Reizgase sowie durch verschiedene Lungenerkrankungen. Typische Symptome sind rasch zunehmende Atemnot, Sauerstoffmangel und vor allem bei den viralen Formen Fieber und Somnolenz. Tödliche Verläufe sind möglich. Therapeutisch werden Sauerstoffgaben, Cortison, Bronchospasmolytika, bei bakterieller Ursache auch Antibiotika eingesetzt.


Bronchitis

Bronchitis, akute oder chronische Entzündung der Bronchien. Als Auslöser kommen u. a. Viren, Bakterien, Pilze, Allergene, Reizgase, Tabakrauch und physikalische Faktoren (Tumoren, Fremdkörper) in Frage. Auch → chronische Bronchitis, → akute Bronchitis.


Bronchitis, akute

Bronchitis, akute, meist durch Viren, seltener durch Bakterien ausgelöste Entzündung der Bronchien. In seltenen Fällen, vor allem bei abwehrgeschwächten Patienten, kann eine akute Bronchitis auch durch Pilze verursacht werden. Weitere Ursachen sind Allergien, eingeatmete giftige Gase und Lungenstauung bei einer Linksherzinsuffizienz. Zu den typischen Symptomen gehören Husten mit Auswurf, der weißlich, gelbgrün oder bräunlich sein kann, leicht erhöhte Temperatur sowie Rasselgeräusche beim Abhören der Lunge. Behandelt wird die akute Bronchitis mit schleimlösenden Medikamenten, Antibiotika und Inhalationen. Damit der Schleim sich lösen kann, ist auf reichliche Flüssigkeitszufuhr zu achten.


Bronchitis, chronische

Bronchitis, chronische, eine Entzündung der Bronchien über längere Zeit. Laut WHO wird die chronische Bronchitis wie folgt definiert: "Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens je drei Monaten in zwei aufeinander folgenden Jahren". Die häufigste Ursache einer chronischen Bronchitis ist das Rauchen, andere Auslöser sind z. B. giftige Dämpfe oder Allergene. Durch Störung des Sekrettransportes und Beeinträchtigung des Selbstreinigungsmechanismus der Lunge werden Entzündungen und bakterielle Superinfektionen begünstigt. Therapeutisch werden im akuten Schub Antibiotikagaben, ansonsten Schleimlöser, Atemgymnastik, striktes Rauchverbot und reichlich Flüssigkeitszufuhr empfohlen.


bronchoalveoläre Lavage

bronchoalveoläre Lavage, diagnostisches Verfahren zur Differenzierung verschiedener Lungenerkrankungen. Einzelne Lungenabschnitte werden im Rahmen einer → Bronchoskopie mit physiologischer Kochsalzlösung gespült, die Flüssigkeit anschließend wieder abgesaugt und untersucht. Die prozentuale Zusammensetzung der Zellen in der Spülflüssigkeit lässt Rückschlüsse auf die Lungenerkrankung zu.


Bronchodilatans

Bronchodilatans, Bronchodilatator, Medikament, das den Tonus der Bronchialmuskulatur herabsetzt und spastisch verengte Bronchien erweitert. Bronchodilatatoren werden in erster Linie zur Behandlung von Asthma eingesetzt. Zu den Bronchodilatatoren zählen die Betasympathomimetika, → Parasympatholytika und Präparate, die den Wirkstoff → Theophyllin enthalten.


Bronchografie

Bronchografie, Darstellung eines Teils des Bronchialsystems mittels Röntgenkontrastmittel.


Bronchokonstriktion

Bronchokonstriktion, das unwillkürliche Zusammenziehen der Bronchien, z. B. bei einem Asthmaanfall. Auch → Bronchospasmus.


Bronchopneumonie

Bronchopneumonie, Lungenentzündung mit herdförmigen, zum Teil zusammenfließenden Entzündungsherden, die von den Bronchiolen ausgehen. Auch → Pneumonie.


bronchopulmonale Dysplasie

bronchopulmonale Dysplasie, nicht mehr rückbildungsfähige Veränderungen des Lungengewebes bei Frühgeborenen, die nach der Geburt maschinell mit Überdruck beatmet werden müssen. Die bronchopulmonale Dysplasie führt bei den betroffenen Kindern zu schweren Atemstörungen.


Bronchoskopie

Bronchoskopie, endoskopische Untersuchung der Luftröhre und des Bronchialsystems mit einem starren oder flexiblen Endoskop (Bronchoskop). Die Untersuchung wird entweder in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt. Die Bronchoskopie wird zur Abklärung von Lungenkrankheiten (Infekte, Tumore, Autoimmunerkrankungen mit Lungenbeteiligung), zur gezielten Entnahme von Gewebeproben oder zur Entfernung von Fremdkörpern aus den Atemwegen eingesetzt.


Bronchospasmus

Bronchospasmus, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur mit Verengung der Atemwege, die zu einer lebensbedrohlichen Atemnot führen kann. Ein Bronchospasmus kann u. a. bei → Asthma auftreten. Behandelt wird ein Bronchospasmus u. a. mit →  Bronchodilatatoren und Cortisonpräparaten.


bronchovesikuläre Atmung

bronchovesikuläre Atmung, Atemgeräusch, das von den Bronchien und den Lungenbläschen, den → Alveolen, ausgeht.


Bronchus

Bronchus,
Asthma
Die Asthmaerkrankung verursacht folgenschwere Veränderungen an der Schleimhaut und Muskulatur der Bronchien.
von der Luftröhre abzweigender Teil der Atemwege, der in der Lunge verläuft. Die Luftröhre teilt sich etwa in Höhe des vierten Brustwirbelkörpers in einen linken und einen rechten Stammbronchus. Diese teilen sich entsprechend dem Verlauf der Lungenlappen in zwei linke und drei rechte Lappenbronchien, die sich wiederum in die Segmentbronchien aufteilen. Aus diesen verästeln sich im weiteren Verlauf die → Bronchiolen. Die Wand der Bronchien besteht aus Flimmerepithel, Becherzellen, Knorpelplatten und glatter Muskulatur.


Bronzediabetes

Bronzediabetes, → Hämochromatose, die mit einer vermehrten Eisenresorption und Eisenspeicherung in den Organen einhergeht und zu einer bronzeartigen Verfärbung der Haut führt. Infolge einer Fibrose der Bauchspeicheldrüse kommt es zu einem schlecht einstellbaren Diabetes mellitus. Weitere Komplikationen stellen eine Leberzirrhose, Herzmuskelschädigung und Hodenatrophie dar.


Bronzehautkrankheit

Bronzehautkrankheit, → Addison-Krankheit.


Broteinheit

Broteinheit, Abk. BE, Einheit, die zur Berechnung der Diät sowie des Insulinbedarfs bei Zuckerkrankheit eingesetzt wird. Eine Broteinheit entspricht zwölf Gramm Kohlenhydraten. Aus entsprechenden Tabellen können die Broteinheiten bestimmter kohlenhydrathaltiger Nahrungsmittel abgelesen werden.


Brown-Séquard-Lähmung

Brown-Séquard-Lähmung, typische Lähmung, die bei einer halbseitigen Querschnittsverletzung des Rückenmarks auftritt. Unterhalb der Verletzung besteht eine spastische Lähmung mit Störung der Tiefensensibilität. Auf der Gegenseite der Verletzung sind Temperatur- und Schmerzempfinden beeinträchtigt.


BRT

BRT, Abk. für → Bioresonanztherapie.


Brucella

Brucella, gramnegatives, unbewegliches Stäbchenbakterium, das sich intrazellulär vermehrt. In Europa kommt Brucella abortus, der durch Kuhmilch übertragen wird, am häufigsten vor. Brucella melitensis, der Erreger des Maltafiebers, der durch Milchprodukte von Ziegen und Schafen übertragen wird, ist in den gemäßigten Zonen eher selten. Brucella suis ist der Erreger der Schweinebrucellose.


Brucellose

Brucellose, Brucellosis, früher auch Bang-Krankheit genannt, ist eine weltweit vorkommende Erkrankung, die durch Erreger der Gattung → Brucella übertragen wird. Erregerreservoirs sind vor allem Haus- und Nutztiere. Der Mensch bildet den Endwirt der Infektionskette, so dass eine Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht möglich ist. Die Übertragung der Brucellose erfolgt vor allem durch Milch und Milchprodukte von Kühen, Schafen und Ziegen sowie durch Hunde und Schweine. Nach einem Prodromalstadium (Vorläuferstadium) mit unspezifischen Beschwerden kommt es zu hohem Fieber, oft mit Milz- und Lebervergrößerung sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Diagnose wird durch den Nachweis der Erreger oder spezifischer Antikörper im Blut gestellt. Zur Heilung ist eine mehrwöchige, kombinierte Antibiotikatherapie erforderlich, damit die Erreger nicht intrazellulär persistieren können. Erkrankungen durch Brucelloseerreger sowie Todesfälle sind meldepflichtig.


Bruch

Bruch, Eingeweidebruch, → Hernie.


Bruch

Bruch, Knochenbruch, → Fraktur.


Bruchband

Bruchband, mechanisches Hilfsmittel, das bei einem Leistenbruch durch Druck auf die Bruchpforte das Heraustreten des Bruchinhalts verhindert.


Brucheinklemmung

Brucheinklemmung, → Inkarzeration.


Bruchoperation

Bruchoperation, → Herniotomie.


Bruchpforte

Bruchpforte, eine Lücke in der Wand einer Körperhöhle oder zwischen Muskelsträngen. Durch diesen Spalt können Teile der Eingeweide temporär oder permanent in eine benachbarte Körperhöhle oder nach außen dringen. Bei einer Leistenhernie z. B. rutschen Teile des Darms durch den Leistenkanal bis unter die Haut. Auch → Hernie.


Bruchsack

Bruchsack, sackartige Ausstülpung einer Körperhöhlenauskleidung, z. B. des Bauchfells. Der Bruchsack umgibt bei einer → Hernie den Bruchinhalt, z. B. die durch die → Bruchpforte austretenden Eingeweide.


Brücke

Brücke, festzementierter Zahnersatz.


Brücke

Brücke, → Pons, z.B. Pons cerebri.


Brückenpflege

Brückenpflege, → Pflegeüberleitung.


Brudzinski-Zeichen

Brudzinski-Zeichen, Reflex, der auf eine Hirnhautentzündung oder Subarachnoidalblutungen, teilweise auch auf eine → Enzephalitis hinweist. Wird der Kopf des Patienten passiv nach vorne gebeugt, kommt es zu einer reflektorischen Beugung in den Knie- und Hüftgelenken.


Brummen

Brummen, auskultatorisch über der Lunge hörbares, trockenes Rasselgeräusch, das durch eine Verengung der Bronchien oder Bronchiolen hervorgerufen wird. Sekretstau, Bronchospasmus oder Schleimhautschwellungen können z. B. im Rahmen einer → Bronchitis Brummen hervorrufen.


Brust

Brust, die Brustdrüse, → Mamma.


Brust

Brust, Brustkorb, Oberkörper, Teil des Rumpfes zwischen Bauch und Hals. Auch → Thorax.


Brust

Brust, die Brustwand, der vordere Teil des Oberkörpers im Gegensatz zum Rücken.


Brustamputation

Brustamputation, → Mammaamputation.


Brustbein

Brustbein, → Sternum.


Brustdrüse

Brustdrüse, im engeren Sinn die → Milchdrüse der weiblichen Brust. Im weiteren Sinn auch die gesamte weibliche Brust, die → Mamma.


Brustdrüsenentzündung

Brustdrüsenentzündung, → Mastitis.


brusterhaltende Operation

brusterhaltende Operation, operatives Vorgehen, das bei einem kleinen, umschriebenen Mammakarzinom zur Anwendung kommt. Dabei werden lediglich der Tumor und Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt. Man unterscheidet je nach Verfahren zwischen → Lumpektomie und → Quadrantenresektion.


Brustfell

Brustfell, → Pleura.


Brusthöhle

Brusthöhle, der Raum, der durch Wirbelsäule, Rippen, Brustbein und Zwerchfell begrenzt wird. In der Brusthöhle befinden sich u. a. die Lungen, das Herz, ein Teil der Aorta, die Luftröhre und ein Teil der Speiseröhre nebst Nerven und Gefäßen. Auch → Thorax.


Brustimplantat

Brustimplantat, → Mammaprothese.


Brustkorb

Brustkorb, → Thorax.


Brustkrebs

Brustkrebs, → Mammakarzinom.


Brustmuskeln

Brustmuskeln, Muskulatur im Bereich des Brustkorbs, im engeren Sinn die Pektoralismuskeln, die als Atemhilfsmuskulatur wirken und zur Beweglichkeit des Schultergelenks beitragen.


Brustprothese

Brustprothese, → Mammaprothese.


Brustwandableitung

Brustwandableitung, Registrierung eines → Elektrokardiogramms mithilfe von Saugelektroden, die nach einem bestimmten Schema auf der Brust angelegt werden. Die Brustwandableitung wird vor allem als unipolare Brustwandableitung nach Wilson bzw. als bipolare Brustwandableitung nach Nehb durchgeführt.


Brustwarze

Brustwarze, → Mamille.


Brustwarzenhütchen

Brustwarzenhütchen, Hütchen aus Gummi oder Plastik, das über die Brustwarzen gestülpt wird und bei Hohl- oder Flachwarzen das Stillen erleichtern soll. Das Brustwarzenhütchen kann auch bei Entzündungen im Bereich der Brust eingesetzt werden.


Brustwickel

Brustwickel, straffer Wickel, der etwa von den Achselhöhlen bis zum Rippenbogen reicht. Der Brustwickel wird bei einer mittleren Atemstellung angelegt, damit immer ein Kontakt des Wickels zum Körper besteht, ohne dass die Atmung beengt wird. Je nach Indikation kann der Brustwickel nur kurzzeitig (etwa 20 Minuten lang) angelegt werden, dann entzieht er dem Körper Wärme, oder bis zu zwei Stunden aufgelegt werden, dann wirkt der Brustwickel schweißtreibend. Angewendet wird er zur unterstützenden Behandlung bei Bronchitis, Lungen- oder Rippenfellentzündungen.


Brustwirbelsäule

Brustwirbelsäule, der aus zwölf Wirbeln bestehende Abschnitt der Wirbelsäule, dem sich nach oben die Halswirbelsäule, nach unten hin die Lendenwirbelsäule anschließt.


Brutschrank

Brutschrank, → Inkubator.


BSE

BSE, Abk. für bovine spongiforme Enzephalopathie, eine tödliche Gehirnerkrankung bei Schafen, Rindern und anderen Haustieren, die durch ein noch nicht genau identifiziertes Prion ausgelöst wird. Bei Tieren ist eine Infektion durch Futter aus Schlachtabfällen nachgewiesen. Ob die Krankheit den Menschen befallen kann und wie die BSE mit der → Creutzfeldt-Jakob-Krankheit zusammenhängt, ist noch ungeklärt.


BSG

BSG, Abk. für →  Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit.


BSR

BSR, Abk. für → Bizepssehnenreflex.


BTM

BTM, Abk. für → Betäubungsmittel.


BU

BU, Abk. für → Berufsunfähigkeit.


Bubo

Bubo, deutlich sicht- und tastbare Schwellung der Lymphknoten, vor allem in der Leiste. Ein Bubo tritt vor allem bei Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Ulcus molle oder Lymphogranuloma venerum auf. Auch eine Pestbeule (Bubonenpest) wird als Bubo bezeichnet.


buccal

buccal, zur Wange gehörend, im Wangenbereich liegend.


Buckel

Buckel, → Gibbus, → Kyphose.


Bülau-Drainage

Bülau-Drainage, → Pleuradrainage.


Bulbärparalyse

Bulbärparalyse, zusammenfassende Bezeichnung für neurologische Krankheitsbilder, die durch eine umschriebene, beidseitige Schädigung der motorischen Hirnnervenkerne im Bereich der → Medulla oblongata verursacht werden. Symptome der Bulbärparalyse sind verwaschene Sprache oder Sprachverlust, Schluck- und Kaustörungen sowie Kehlkopflähmungen. Zu den Krankheitsbildern, die mit einer Bulbärparalyse einhergehen können, gehören ein Schlaganfall im Bereich der Medulla oblongata oder die amyotrophische → Lateralsklerose.


Bulbus

Bulbus, knollenförmiges Organ, z. B. der Bulbus aortae, eine Ausbuchtung im Anfangsteil der Aorta, der Bulbus duodeni, der erste Abschnitt des Zwölffingerdarms, oder der Bulbus olfactorius, der Riechkolben, eine Verdickung am Anfang des Tractus olfactorius auf dem Siebbein, die die Riechnerven aufnimmt. Im engeren Sinn wird mit dem Begriff Bulbus der Augapfel bezeichnet (Bulbus oculi).


Bulimia nervosa

Bulimia nervosa, Essstörung, die durch anfallsartige Heißhungerattacken mit exzessiver Nahrungsaufnahme und anschließendem Erbrechen und Missbrauch von Abführmitteln gekennzeichnet ist. Durch das Erbrechen oder den Einsatz von Abführmitteln kann das Körpergewicht trotz hoher Kalorienzufuhr im normalen Rahmen gehalten werden. Schätzungsweise zwei Prozent aller Frauen zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr leiden unter Bulimia nervosa. Die Behandlung der psychogenen Essstörung erfolgt psychotherapeutisch. Auch → Anorexia nervosa.


Bulimie

Bulimie, übermäßige Nahrungsaufnahme mit oder ohne Hungergefühl aufgrund psychischer Störungen. Auch → Bulimia nervosa.


Bulla

Bulla, Blase, mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, der aus Blasendecke, Blasengrund und Blaseninhalt besteht. Die Bulla zählt zu den → Primäreffloreszenzen der Haut. Je nach Lokalisation wird zwischen einer subkornealen Bulla (das Blasendach wird nur aus der Hornschicht gebildet), einer intraepidermalen Bulla (die Blase liegt innerhalb der Epidermis) und einer subepidermalen Bulla (die Blase liegt zwischen Epidermis und Korium) unterschieden. Eine Bulla kann durch physikalische Faktoren (Reibung, Verbrühung, Erfrierung), bei verschiedenen genetisch bedingten Hauterkrankungen oder durch blasenbildende Autoimmunerkrankungen (Pemphigus vulgaris, bullöses Pemphigoid) hervorgerufen werden.


bullös

bullös, mit Blasenbildung einhergehend.


Bullosis

Bullosis, eine Hauterkrankung, die mit Blasenbildung einhergeht.


bullosus

bullosus, → bullös.


Bundesärztekammer

Bundesärztekammer, Abk. BÄK, das Organ, in dem die → Ärztekammern auf Bundesebene zusammengeschlossen sind.


Bundesärzteordnung

Bundesärzteordnung, Abk. BÄO, Bundesgesetz, das die Ausübung des ärztlichen Berufs regelt. In der Bundesärzteordnung sind u. a. Bestimmungen über die Bestallung des Arztes, die vorübergehende Ausübung des Arztberufs, Strafbestimmungen sowie Bestimmungen zur ärztlichen Gebührenordnung enthalten.


Bundesgesundheitsamt

Bundesgesundheitsamt, Abk. BGA, bis 1994 einheitliches Amt für Aufgaben im Gesundheitsbereich, die inzwischen u. a. von folgenden Instituten wahrgenommen werden:1. Robert-Koch-Institut, Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten (RKI).2. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).3. Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt für Sera und Impfstoffe (PEI).4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).5. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLV).6. Friedrich-Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI).


Bundesgesundheitsrat

Bundesgesundheitsrat, unter dem Vorsitz der Bundesgesundheitsministerin oder des Bundesgesundheitsministers tagender Rat, der sich für jeweils vier Jahre aus bis zu 80 Vertretern verschiedener Bereiche des Gesundheitswesens zusammensetzt. Der Bundesgesundheitsrat berät die Bundesregierung auf dem Gebiet der Gesundheitsvorsorge und Medizintechnik vor allem hinsichtlich der entsprechenden Gesetzgebung.


Bundesimmissionsschutzgesetz

Bundesimmissionsschutzgesetz, Abk. BImSchG, ein wichtiges Gesetz des Umweltschutzes, das zum Schutz von Mensch und Umwelt sowie kulturellen und anderen Gütern erlassen wurde und u. a. den Schadstoffausstoß aus Chemie- und anderen Firmen in die Luft, das Wasser oder den Boden limitiert bzw. verbietet. In diesem Rahmen soll Gesundheits- und Umweltschäden vorgebeugt werden.


Bundesministerium für Gesundheit

Bundesministerium für Gesundheit, Abk. BMG, Ministerium der Bundesregierung, dessen Aufgaben vor allem in der Gesetzgebung und der Verwaltung der Gesundheitspolitik - hier besonders in der gesundheitlichen Vorsorge und Versorgung - liegen. Das BMGS ist in diesem Rahmen auch an der Finanzierung und Beratung von Projekten der Gesundheitsforschung und -erziehung beteiligt. Zu den zentralen Aufgaben des Ministeriums gehört u. a., die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Pflegeversicherung zu sichern. Außerdem ist das BMG für die Reform des Gesundheitswesens zuständig. Verschiedene Gremien beraten das BMG, darunter der → Bundesgesundheitsrat. Verschiedene Institute sind dem BMG angeschlossen, jedoch nachgeordnet - dazu zählen u. a. die Bundesinstitute, die die Aufgaben des früheren → Bundesgesundheitsamts übernommen haben und die →  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.


Bundesseuchengesetz

Bundesseuchengesetz, Abk. BSeuchG, rechtliche Grundlage des Seuchenrechts, das 2001 vom → Infektionsschutzgesetz abgelöst wurde.


Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Abk. BZgA, eine zum Geschäftsbereich des →  Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) gehörende Institution mit der Aufgabe, die Kenntnis und das Bewusstsein der Bevölkerung über die Gesundheit zu fördern. In diesem Rahmen obliegt der BZgA die Ausbildung und Fortbildung der Personen, die im Be