Weitere Informationen zu: Gesunder Rücken

Rückenschmerzen treffen praktisch jeden Erwachsenen irgendwann in seinem Leben. Sie sind in Deutschland mittlerweile der zweithäufigste bis häufigste Grund für den Arztbesuch oder eine stationäre Rehabilitation und die häufigste chronische Erkrankung im Altersbereich bis 64 Jahren. Nach Untersuchungen leiden ungefähr 70 Prozent der Deutschen innerhalb eines Jahres an Rückenschmerzen. Langwierige, aufwändige und teure Behandlungen sind in mehr als 80 Prozent aller Fälle unnötig.


"Rückenschmerzen sind jedoch meist nichts Schlimmes und haben in der Regel gute Heilungschancen", sagt Eckhard Volbracht, Projektleiter bei der Bertelsmann Stiftung.


Das bestätigt auch ein Bericht des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin: In fast 90 Prozent aller Fälle klinge erstmals auftretender Rückenschmerz innerhalb von vier bis sechs Wochen wieder ab – mit oder ohne Behandlung.


"Mit immer mehr Diagnostik und Therapie können wir das Problem nicht lösen, möglicherweise verschlimmern wir es sogar", so Volbracht.


"Wer mit unspezifischen, leichten Rückenschmerzen wie ein Kranker behandelt wird, wird sich auch wie ein Kranker verhalten", bestätigt auch Prof. Hans-Heiner Raspe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Er hat den internationalen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Prävention von Rückenschmerzen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zusammengefasst. Die Schmerzen werden von zahlreichen sozialen, psychologischen, physiologischen, biologischen und arbeitsplatzbezogenen Faktoren beeinflusst. Dabei werden einzelne Faktoren hinsichtlich ihrer Bedeutung zumeist deutlich überschätzt. Wir werden wohl umdenken müssen, um Rückenschmerz-Epidemie, unnötige Beeinträchtigungen und Kosten zu verringern.

Zu viel Diagnostik, Schonung, Schmerzvermeidung und passive Behandlung verstärken Rückenschmerzen und verlängern das Leiden. „Bleib aktiv und beweg dich“ lautet der Rat.

So hat auch der Umgang mit Rückenschmerzen in den letzten zehn Jahren eine große Wandlung erfahren. Die früher übliche passive Behandlung und Schonung hat sich inzwischen durch viele wissenschaftliche Untersuchungen als wenig wirksam herausgestellt. Demgegenüber gilt laut Professor Raspe, dem Direktor des Institutes für Sozialmedizin an der Medizinischen Universität zu Lübeck nach dem neuesten Kenntnisstand als nachgewiesen, dass eine möglichst schnelle Rückkehr zu den normalen Alltagstätigkeiten eine der effektivsten Methoden ist.


Ausführliche Informationen erhalten Sie in der Broschüre „Locker bleiben“.

 


Zudem ist es erklärtes Ziel von Stiftung und BKK möglichst vielen Mitarbeitern mit einem von der medizinischen Fakultät der Universität Lübeck eigens konzipierten Online-Fragebogen ein individuelles Risikoprofil zu erstellen.


Thomas Johannwille von der Bertelsmann BKK: „Kaum jemand ist frei von Rückenbeschwerden. In unserer Arbeitsunfähigkeitsstatistik liegen Rückenerkrankungen seit Jahren weit vorn. Die Erkenntnisse der Stiftung sind daher für alle, ob jung oder alt, gewerblich oder kaufmännisch tätig, von großer Bedeutung.“

Gemeinsam mit Herrn Dr. Müller vom Rückenzentrum am Michel in Hamburg wurden die neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Vorbeugung und dem Umgang mit Rückenbeschwerden in der zum Download bereitgestellten Broschüre "Locker bleiben" zusammengefasst.

Letzte Änderung: Montag, 15.05.2006

 

Suchen

E-Mail-Formular

Rückruf

Newsletter

A-A+ Schriftgröße
Barrierefreiheit