Donnerstag, 26. Januar 2012 10:49 Alter: 113 Tage Neues Internetportal zu Nutzen und Schaden individueller Gesundheitsleistungen

Individuelle Gesundheitsleistungen auf dem Prüfstand

 

Essen/Berlin, 25. Januar 2012: Ab sofort können sich Versicherte über Nutzen und Schaden von Individuellen Gesundheitsleistungen auf einem eigenen Internetportal informieren. Unter www.igel-monitor.de erhalten sie wissenschaftlich fundierte Bewertungen zu sogenannten Selbstzahlerleistungen. Entwickelt wurde die nicht-kommerzielle Internetplattform vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (MDS). 

 

Bisher sind 24 individuelle Gesundheitsleistungen im IGeL-Monitor veröffentlicht, darunter solche, die häufig angeboten werden wie die Glaukom-Früherkennung oder die Akupunktur zur Spannungskopfschmerz-Prophylaxe. In sieben Fällen kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Leistung als „tendenziell negativ“ zu bewerten ist, wie z.B. bei der Magnetresonanztomographie (MRT) zur Früherkennung einer Alzheimer-Demenz.

 

Bei vier Bewertungen wog der Schaden sogar deutlich schwerer als der Nutzen – als Fazit bedeutete dies „negativ“. Hierzu gehören die Bestimmung des Immunglobulin G (IgG) gegen Nahrungsmittelunverträglichkeit oder die Colon-Hydro-Therapie.

 

Waren Nutzen und Schaden der IGeL ausgewogen, oder waren keine ausreichenden Daten auffindbar, um Nutzen und Schaden zu beurteilen, so lautete das Fazit der Experten „unklar“. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler in sieben Fällen. 

 

Lediglich zwei IGeL erhielten die Bewertung „tendenziell positiv. So die Lichttherapie bei saisonal depressiver Störung („Winterdepression“) und die Akupunktur zur Migräneprophylaxe.

 

Außerdem wurden vier Leistungen beschrieben, die per se nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen gehören – unabhängig davon, wie sinnvoll und hilfreich diese Maßnahmen unter Umständen sein können. Hierzu gehören etwa die reisemedizinische Vorsorge und der Sport-Check.

 

Hintergrund:

Rund 1,5 Milliarden Euro geben gesetzlich Versicherte pro Jahr für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) aus – für Leistungen also, die ihnen in der Arztpraxis angeboten werden und die sie aus eigener Tasche bezahlen müssen. „Bei den IGeL-Leistungen geht es vorrangig um wirtschaftliche Interessen von Ärzten und nicht um notwendige medizinische Leistungen für Kranke. Wir unterstützen deshalb das neue Informationsportal des MDS. Es versetzt Versicherte in die Lage, auf der Grundlage empirisch-medizinischer Bewertungen eine Entscheidung zu treffen“, so Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung. 

 

Weitere Informationen zum Thema "IGeL" erhalten Sie in der nachfolgenden Broschüre und unter  www.igel-monitor.de.


Letzte Änderung: Mittwoch, 14.03.2007

 

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