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Mittwoch, 05. Oktober 2011 15:39 Alter: 225 Tage Neu im Ratgeber Portal Gesundheit Online: Diagnose Depression
Die Diagnose Depression ist für Betroffene und Angehörige ein Schock. Unwissen und Vorurteile verunsichern zusätzlich: Soll ich mich gegenüber Familie und Chef „outen“? Bin ich überhaupt richtig krank? Muss ich jetzt Medikamente nehmen? Mindestens genauso viele Fragen stellt sich aber auch das Umfeld des Betroffenen. Denn leider sind Depressionen immer noch ein Tabuthema.
Dabei geht es vielen so. 15 bis 18 von 100 Menschen erkranken an einer Depression. Ärzte sprechen von der Volkskrankheit Nummer 1. Doch nach wie vor herrscht in der Gesellschaft Unwissenheit über die Krankheit und Depressive müssen sich viele Vorurteile anhören, was den ohnehin schon schwierigen Umgang mit der Krankheit zusätzlich erschwert.
Im Themenchat in unserem Portal Gesundheit Online am Montag, 17. Oktober von 20:00 bis 21:30 Uhr erfahren Sie von einem Experten, wie Sie mit der Depression am besten umgehen.
Hier vorab die wichtigsten Tipps für den Umgang mit der Diagnose Depression für Betroffene und Angehörige.
Tipps für Depressive:
- Suchen Sie sich professionelle Hilfe. Eine Verhaltenstherapie kombiniert mit Medikamenten bietet gute Aussichten auf eine Heilung.
- Vertrauen Sie sich bestimmten Personen aus Ihrem sozialen Umfeld an. Langfristiges Verstecken funktioniert nicht und verfestigt die Depression womöglich. Auch Ihren Arbeitgeber sollten Sie informieren, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Akzeptieren Sie die Depression als Krankheit. Sie bedeutet keine Charakterschwäche und ist gut behandelbar.
- Bei leichten Depressionen können bestimmte Atemübungen, eine Massage, sportliche Betätigung oder kreative Aktivitäten Linderung verschaffen.
- Bedenken Sie, dass auch körperliche Beschwerden und häufige Erkrankungen durch Ihre Depression ausgelöst sein können. Umso wichtiger ist es, die Depression behandeln zu lassen.
Tipps für Angehörige:
- Akzeptieren Sie die Depression als Krankheit, auch wenn es manchmal schwer fällt.
- Informieren Sie sich durch Literatur oder das Internet über die Krankheit. Das wird Ihnen helfen, den Betroffenen besser zu verstehen
- Ermutigen Sie den Betroffenen zur Therapie. Professionelle Hilfe ist der einzige Ausweg aus der Depression. Begleiten Sie den Betroffenen eventuell zu den ersten Terminen.
- Bieten Sie Hilfe an ohne aufdringlich oder besserwisserisch zu wirken. Oft ist es für den Betroffenen schon eine große Hilfe, wenn ihm jemand ernsthaft zuhört.
- Gehen Sie mit dem Betroffenen sensibel um und vermeiden Sie allzu rationale Ratschläge wie „Reiß dich zusammen!“ oder „Mach doch mal was!“. Behandeln Sie ihn aber auch nicht ständig wie einen Kranken und lassen Sie sich von seiner negativen Einstellung nicht anstecken.
- Nehmen Sie Selbstmorddrohungen ernst. Sprechen Sie mit dem Betroffenen darüber und informieren Sie den behandelnden Arzt.
FAQ
Frage: Soll ich meine Depression für mich behalten oder mich anderen mitteilen?
Antwort: Sie sollten sich unbedingt engen Freunden und Familienmitgliedern öffnen. Das ist wichtig für die Stabilisierung Ihrer Psyche und gibt Ihnen Halt. Außerdem belastet Sie ein langfristiges Verheimlichen Ihrer Depression zusätzlich.
Frage: Ist eine Behandlung sinnvoll?
Antwort: Eine Behandlung ist in den meisten Fällen der einzige Ausweg aus der Depression. Eine Kombination aus Verhaltenstherapie und Antidepressiva bietet sehr gute Chancen auf eine Linderung bzw. Heilung der Krankheit.
Frage: Was ist beim Umgang mit einem Depressiven zu beachten?
Antwort: Sie sollten die Depression als das akzeptieren, was sie ist: eine Krankheit. Nicht mehr und nicht weniger. Sie sollten also Rücksicht auf die Gefühle des Depressiven nehmen, Gespräche anbieten und rationale Ratschläge lieber vermeiden. Der Betroffene möchte aber auch nicht ständig wie ein rohes Ei behandelt werden. Finden Sie das passende Mittelmaß.
Frage: Wie kann ich einem Depressiven helfen?
Antwort: Wirklich helfen kann bei einer schweren Depression nur ein Arzt. Sie können dem Betroffenen ehrliche Gespräche anbieten, ihn zur Therapie ermutigen und zu Terminen begleiten.
Frage: Wie ernst soll ich eine Suiziddrohung nehmen?
Antwort: Jede Suiziddrohung sollten Sie ernst nehmen! Sprechen Sie mit dem Betroffenen darüber und informieren Sie gegebenenfalls den behandelnden Arzt. Notruf und Telefonseelsorge sind in fast allen Grosstädten unter 0800-1110111 und 0800-1110222 erreichbar.
