Dienstag, 27. Juli 2010 13:39 Alter: 2 Jahre Centrum für Reisemedizin: Reiseapotheke für Kinder mitnehmen

Presseinformation

 

Centrum für Reisemedizin: Reiseapotheke für Kinder mitnehmen

 

Kinder haben auf Reisen ein größeres Risiko krank zu werden, als Erwachsene. Dies sollten Reisende bei der Zusammenstellung der Reiseapotheke berücksichtigen. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf, hin und empfiehlt je nach Reiseziel und Reiseart den Inhalt mit einem reisemedizinisch fortgebildeten Apotheker zu besprechen.

 

„Kinder bekommen häufiger Fieber, Durchfall, Blähungen, Reiseübelkeit oder eine Erkältung", erklärt Bettina Flörchinger, Ärztin im CRM. Doch obwohl sie anfälliger für Infektionen sind, sind die Möglichkeiten vorzubeugen oder eine Krankheit zu behandeln oftmals eingeschränkt. Nicht jedes Medikament, das Erwachsene einnehmen können, ist für Kinder geeignet - auch dann nicht, wenn es ohne ärztliches Rezept erhältlich ist.

 

Beispielsweise sollten Schmerz- und Fiebermittel, die Acetylsalicylsäure enthalten, wie ASS oder Aspirin, bei Kindern nicht angewendet werden. Besser geeignet sind Mittel mit dem Wirkstoff Paracetamol. Bei Durchfall greifen Erwachsene unter anderem zu Medikamenten mit dem Wirkstoff Loperamid, der schnell die lästigen Symptome beheben kann. „Bei Kindern unter 12 Jahren sollte jedoch Loperamid zurückhaltend eingesetzt werden, möglichst unter ärztlicher Aufsicht. Bei Kindern unter 2 Jahren darf es gar nicht angewandt werden", warnt Bettina Flörchinger. Hilfreich sind das Präparat Tannacomp oder Probiotika.

 

Erkältungen verursachen bei Kindern sehr viel häufiger Ohrenschmerzen als bei Erwachsenen, deshalb sollten Ohrentropfen in der Reiseapotheke nicht fehlen. Und selbst wenn einzelne Mittel, die Erwachsene benutzen, auch für Kinder geeignet sind, so gibt es doch oft eine angenehmere Alternative, wie beispielsweise die Wunddesinfektion, die nicht brennt, wenn sie aufgetragen wird. Außerdem kann die Hitze in südlichen Ländern Medikamenten zusetzen: Zäpfchen können beispielsweise aufweichen und andere Mittel unbrauchbar werden. Deshalb sollte die Reiseapotheke möglichst kühl aufbewahrt werden.

 

Eine Grundausstattung der Reiseapotheke für Reisen mit Kindern sowie noch einige wichtige Hinweise zu Lagerung und Transport hat das CRM auf seiner Internetseite  www.crm.de in der Rubrik „Empfehlungen & Tipps" zusammengestellt. Adressen von Apotheken mit reisemedizinischer Qualifikation sind unter  www.crm.de/beratungsstellen.

 

Die zum Download bereitgestellten Informationen:

 

Checkliste

 

Was gehört in die kindgerechte Reiseapotheke?

 

Wenn Sie mit Säuglingen, Kleinkindern oder Schulkindern unterwegs sind, sollten Sie eine Reiseapotheke zusammenstellen, die Sie und Ihr Kind gegen Notfälle wappnet:

 

Grundausstattung

 

□ Fieberthermometer

□ evtl. Dauermedikation

 

Medikamente gegen:

 

□ Durchfall (z.B. Tannacomp oder Probiotika)

□ Elektrolytmischungen

□ Erbrechen/Übelkeit/Reisekrankheit (z.B. Mittel mit Dimenhydrinat)

□ Erkältung

□ Fieber/Schmerzen (Wirkstoff: Paracetamol)

□ Husten

□ Halsschmerzen

□ Ohrenschmerzen

□ Verstopfung

□ Blähungen

□ Magen-/Darmkrämpfe

□ Augenentzündung

 

ggf. auf Anraten des Arztes zusätzlich antiallergische und antibiotische Medikamente mitnehmen.

 

Erste-Hilfe bei Verletzungen

 

□ Verbandsmaterial

□ Wunddesinfektion (nicht brennende Lösungen z.B. Octenisept)

□ Verbrennungen

□ Verstauchungen/Sportverletzungen

□ Splitterpinzette (eignet sich auch zur Entfernung von Zecken)

 

Sonnenschutz

 

□ Creme mit hohem UV-A und UV-B-Lichtschutzfaktor (LSF 20 oder höher)

□ Insektenschutz (für Kinder ab 2 Jahre eignen sich Mittel mit dem Wirkstoff Icaridin.

Pflanzliche Mittel und der Wirkstoff DEET in niedriger Konzentration (bis 30%) haben nur eine kurze Wirkzeit.

DEET in höherer Konzentration (50%) wird erst ab einem Alter von 9 Jahren empfohlen).

Für Länder mit niedrigem Hygienestandard:

□ Wasserdesinfektion

 

Wichtige Hinweise zur „kleinen" Reiseapotheke

 

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist bei Reisen mit Kindern von großer Bedeutung. Kleinere Verletzungen, Durchfall oder Fieber sind gerade bei Kindern häufiger. Nicht immer ist ein Arzt sofort erreichbar. Ihre Reiseapotheke sollte deshalb wenigstens für eine Erstbehandlung Ihres Kindes ausgestattet sein.

 

· Bei Reisen in südliche Länder sollten Sie – wenn eine kühle Lagerung der Medikamente nicht sichergestellt ist – keine Zäpfchen mitnehmen, da diese bei Hitze leicht aufweichen und dann kaum anzuwenden sind. Wählen Sie Säfte oder Tropfen.

 

· Die Wirkstoffe mancher Medikamente können bei extremer Hitze (über 40°C) beeinträchtigt werden. Achten Sie darauf, dass Ihr Gepäckstück mit der Reiseapotheke nicht extremer Hitze ausgesetzt ist.

 

· Nehmen sie bei wichtigen Dauermedikamenten für Ihr Kind eine ausreichende Bevorratung mit, etwa 1/3 mehr als die für den Zeitraum übliche Menge.

 

· Transportieren Sie wichtige Notfall- und Dauermedikamente grundsätzlich zur Hälfte im Handgepäck, falls Ihr Koffer abhanden kommen sollte.

 

· Ihr Arzt oder Apotheker wird Ihnen auch sagen können, wo Sie bei Verlust notwendiger Dauermedikamente für Ihre Kinder im Notfall Ersatzpräparate bekommen, bzw. ob und ggf. unter welchem Handelsnamen gleiche Medikamente im Reiseland im Handel sind.

 

· Sorgen Sie dafür, dass bei mitreisenden Kindern die Reiseapotheke während der Reise und am Reisezielort kindersicher aufbewahrt wird.

 

Quelle:

 

CRM – Centrum für Reisemedizin

Hansaallee 321, 40549 Düsseldorf

 

 


 

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